Bietigheim siegt erst in der Overtime

 

 

Overtime-KO in Bietigheim : Das Auftaktwochenende der DEL2-Saison 2017/18 schlossen die Kassel Huskies am gestrigen Sonntag beim Vizemeister, den Bietigheim Steelers, ab.

Da Förderlizenzler Kevin Maginot in Mannheim gebraucht wurde, konnte Huskies-Cheftrainer Rico Rossi im Vergleich zum Dresden Spiel lediglich sechs Verteidiger aufbieten.

Die Sturmformationen blieben unverändert, im Tor startete Mirko Pantkowski.

Steelers-Trainer Kevin Gaudet musste auf Freddy Cabana, Andrew McPherson, Max Lukes und Adam Borzecki verzichten.

Von Beginn an erspielten sich die Steelers optische Vorteile, Kassel sah sich häufig in der eigenen Defensivzone wieder. Nach knapp vier Minuten prüfte McKnight Mirko Pantkowski, der den Schuss mit den Schonern parierte. Im direkten Gegenzug verfehlte Lukas Koziol das Bietigheimer Gehäuse, das von Sinisa Martinovic bewacht wurde.

Die dickste Chance bis dato vergab Sommerfeld in der 7. Spielminute, als er aus aussichtsreicher Position einen McKnight-Querpass nicht im halbleeren Tor unterbrachte.

Die Huskies hatten im Abwehrbereich zwar alle Hände voll zu tun, zeigten sich vor dem Tor in der 13. Spielminute aber eiskalt. Nachdem Manuel Klinge mit einem langen Pass bedient wurde, leitete dieser den Puck zu Lukas Koziol weiter, der wiederum Braden Pimm mit einem Querpass bediente. Pimm hatte daraufhin keine Mühe, den Puck aus kurzer Distanz zum 0:1 in die Maschen zu befördern.

Die Gastgeber antworteten mit wütenden Gegenangriffen. Glück hatte Mirko Pantkowski in den Minuten 15 und 16, als McKnight und Auger am Metall scheiterte. Nachdem auch Tyler McNeely eineinhalb Minuten vor Ende des ersten Drittels eine Doppelchance nicht nutzte, nahmen die Schlittenhunde die knappe Führung mit in die Kabine.

 

Ins zweite Drittel starteten die Huskies offensiver und belohnten sich schnell.

Zwar konnte Phil Hungerecker zunächst einen zwei auf eins Konter nicht krönen, kurz darauf traf Meilleur in Überzahl nach Little-Querpass jedoch zum 0:2 (25.). In der 30. Minute hatte Alex Heinrich sogar den dritten Treffer auf der Kelle, ihm gelang es allerdings nicht die Scheibe ins Tor zu stochern.

Die Minuten 30 bis 37 gehörte dann wieder dem Gastgeber und Mirko Pantkowski rückte vermehrt in den Fokus, beispielsweise, als er einen Alleingang von Marcus Sommerfeld entschärfte. Auch Alex Heinrich verhinderte den sicheren Gegentreffer, als er mit einem langen Schläger einen drei auf eins Konter der Steelers unterband.

In der 35. Spielminuten zappelte der Puck dann aber doch im Netz, Sommerfeld traf per Gewaltschuss zum 1:2.

Den vermuteten Rückenwind gab der Treffer dem Vizemeister allerdings nicht. In der Schlussphase den zweiten Drittels waren es die Huskies, die gefährlicher agierten.

Nachdem Martinovic zwei Minuten vor Schluss von Glück reden konnte, dass Koziol am Pfosten scheiterte und auch ein vor der Linie liegender Puck von den Huskies nicht über die Selbige gedrückt wurde, zappelte die Hartgummischeibe doch nochmal im Netz des Steelers-Gehäuse. 13 Sekunden vor der Sirene traf Carciola nach Vorlage von della Rovere trocken zum 1:3.

 

Die Huskies starteten holprig ins letzte Drittel.

Unsicherheiten von Pantkowski und Heinrich wussten die Gastgeber noch nicht zu nutzen, nach drei Minuten markierte jedoch Matt McKnight den 2:3-Anschlusstreffer, indem er einen von der hinteren Bande zurückprallenden Puck aufnahm und verwertete. In der Folge erarbeiteten sich die Steelers zwar mehr Spielanteile, den Schlittenhunden gelang es aber, ihre Gegenspieler vom Tor wegzuhalten.

Dies allerdings nur bis zur 50. Minute: Alexander Preibisch traf auf der Grundlinie stehend eine Kasseler Kufe, von dort aus wanderte der Puck zum 3:3 über die Linie.

In der Entstehung ein unglücklicher Ausgleich, gemessen an den Spielanteilen über die gesamte Partie jedoch verdient.

2.407 Zuschauer in der Bietigheimer Arena sahen recht ausgeglichene letzte zehn Spielminuten, in denen Manuel Klinge zwei Mal aus kurzer Distanz in Sinisa Martinovic seinen Meister fand.

Auch Adriano Carciola kam kurz vor Schluss doppelt aus aussichtsreichen Positionen zum Schuss, wurde aber in beiden Fällen geblockt.

So musste die Verlängerung die Entscheidung bringen.

In diese starteten die Huskies zwar in Überzahl, schlugen daraus jedoch kein Kapital, unter anderem weil ein Schlenzer von Mike Little nur knapp am Tor vorbei ging.

Besser machten es die Gastgeber: Zwei Sekunden vor Ende der Verlängerung netzte Dominic Auger im Powerplay zum 4:3 ein.

Die Huskies präsentierten sich am gestrigen Abend überwiegend auf Augenhöhe mit dem Titelfavoriten, schafften es allerdings nicht, die Führung von zwei Toren über die Ziellinie zu retten.

Dennoch treten sie mit einem verdienten Punktgewinn die Heimreise an. Rico Rossi: „Wir sind etwas frustriert, dass wir die 3:1-Führung nicht zu drei Punkten genutzt haben, zumal wir gute Chancen auf den vierten Treffer hatten. Insgesamt haben wir zu viele Strafen kassiert, was gegen die Steelers als bestes Powerplayteam der Liga tödlich ist. Die Special Teams waren in diesem Spiel ein wichtiger Faktor, dort waren wir heute nicht gut genug.“ 

Vielen Dank ans Medienteam fuer diesen Spielbericht.

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