Besucher aus dem fernen Sibirien überwintern in Hessen

Von Andreas Trepte - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=334908

Einflug der Seidenschwänze

Von Andreas Trepte - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=334908
Von Andreas Trepte – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=334908

Wetzlar – Wer in diesen Tagen auffällig hohe, fein zwitschernde Vogelrufe vernimmt, sollte genauer hinschauen. In Hessen sind wieder bunte Seidenschwänze zu Gast, die aus den Weiten der russischen Taiga den langen Weg zu uns gefunden haben, um der winterlichen Nahrungsknappheit zu entgehen. „Der Seidenschwanz gehört zu den unregelmäßigen Wintergästen, die nicht jedes Jahr in Hessen zu beobachten sind“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Aufmerksame Naturfreunde haben in den letzten Tagen erste Seidenschwänze an verschiedenen Orten in Hessen gesichtet, so z.B. am Twistestausee, bei Marburg und bei Gießen. Anders als in durchschnittlichen Jahren wurden in diesem Herbst deutschlandweit bereits mehr als zehnmal so viele Seidenschwänze gezählt wie im Vorjahr. „Das könnte auf ein Invasionsjahr hindeuten“, so Eppler.


 

Der Seidenschwanz gehört zu den so genannten Invasionsvögeln, die meist nur kürzere Strecken zurücklegen und normalerweise in Nordeuropa und im Ostseeraum überwintern. „Je nach Nahrungsangebot fallen die Einflüge der Seidenschwänze hierzulande deshalb sehr unterschiedlich aus“, berichtet Eppler. Wenn viele Tausend Vögel gesichtet werden, spricht man von ‚Invasionsjahren‘. Die Ursache solcher Massenwanderungen liegt in einer einsetzenden Nahrungsknappheit. Als Beerenfresser ist der Seidenschwanz auf ausreichend verfügbare Ebereschen angewiesen. Mangelt es daran im sibirischen Brutgebiet, ziehen die umherstreifenden Familienverbände im September immer weiter weg. Wenn Schneefall die Situation verschärft, kommt es bis in den Dezember zu Massenfluchten. Die Vögel ziehen dann in Scharen nach Westen, um neue Nahrungsquellen zu finden. „Hier angekommen, machen sich die auffälligen Vögel dann als Fruchtfresser in Parks und Gärten über alle erreichbaren Beeren her“, so Eppler. Dabei treten sie häufig in kleineren Trupps auf.

 

nabu„Seidenschwänze erkennt man gut an ihrem seidigen beige-braunen Gefieder, der auffälligen Federhaube und dem kurzen, rotbraunen Schwanz mit leuchtend gelber Spitze“, erklärt Eppler. Die exotischen Wintergäste ernähren sich vorwiegend von Beeren und Obst. Deshalb sind sie vor allem in Gärten und Parks zu finden, in denen Ebereschen mit ihren roten Beeren, Wacholder, Weißdorn oder Ligusterhecken wachsen. Auch Mistelbeeren und an Bäumen verbliebenes Obst verspeisen sie gern. Sie rasten oft auf höheren Bäumen in der Nähe ihrer Nahrungsstellen. Wie viele Tiere an einem Ort zu sehen sind, hängt vom Nahrungsangebot ab. „Mit einem naturnahen Garten und vielen heimischen Sträuchern und Gehölzen sorgt man dafür, dass die seltenen Gäste hier ein reichhaltiges Beerenbuffet vorfinden“, rät Eppler. Der NABU ruft dazu auf, Seidenschwanz-Sichtungen auf der Webseite www.NABU-Naturgucker.de zu melden. Auf dem Naturbeobachtungsportal es auch einen Überblick über alle bisherigen Seidenschwanz-Meldungen des Jahres.

Quelle NABU

Posts Grid

Was zum Geburtstag schenken?

Zu einer Geburtstagsfeier gehen, versucht jeder Eingeladene, ein einzigartiges Geschenk zu finden, das die Geburtstagsperson…

EURO 22: Tobias Reichmann rückt nach

Nachdem am Mittwoch in der deutschen Auswahl bei der Handball-Europameisterschaft in Bratislava weitere Corona-Fälle bekannt…

Eine Marke ohne Wert : Innenministerin Faeser fordert Telegram-App aus App-Stores zu entfernen

Innenministerin Nancy Faeser will Apple und Google wegen Gewaltaufrufen und Hetze auffordern, die Telegram-App aus…

Beihilfe muss sich an Kosten der Brille beteiligen

Koblenz/Berlin (DAV). Vergisst ein Beihilfeberechtigter bei seinem Antrag das ärztliche Attest beizulegen, kann der Antrag…

Taten statt Warten!

  In einem neuen Report legt der WWF die Dimension der Schlupflöcher im geplanten EU-Gesetz…

Inflationsrate 2021: +3,1 % gegenüber dem Vorjahr

Verbraucherpreisindex, Dezember und Jahr 2021 +5,3 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt) +0,5 % zum Vormonat (vorläufiges…

Land ermöglicht Schulen Teilnahme an Resilienzförderprogramm

  Aufgrund der pandemiebedingt gestiegenen psychischen Belastungen von Schülerinnen und Schülern sieht das Landesprogramm „Löwenstark…

Offener Kadett C & Aero-Stammtisch – Opel Kadett Aero

Marc Feige aus dem rheinischen Wegberg ist ein Opel-Mann. Die Autos aus Rüsselsheim und Bochum…

Geflügelpest in Hessen bestätigt

  Der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor hat bei einer toten Graugans aus Hungen-Steinheim und einer toten…

Geselle: „Freiheit der Kunst ist Garantie für Existenz der documenta“

„Ich bin dankbar, dass die künstlerische Leitung aus eigenem Willen sehr aufgeschlossen und verantwortungsvoll mit…

Dieselpreis springt erstmals über Marke von 1,60 Euro

  Nie zuvor mussten die Autofahrer in Deutschland mehr für Dieselkraftstoff bezahlen als zurzeit –…

Pregler weiter beim VfL – auch MT-Vertrag bleibt bestehen

Ole Pregler, echtes Eigengewächs der MT Melsungen, hervorgegangen aus der eigenen Jugendarbeit des nordhessischen Handball-Bundesligisten,…

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung
%d Bloggern gefällt das: