Bauern – Menschen, die ihr Land und ihren Beruf als Heimat begreifen

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Gestern wurde Deutschland flächendeckend lahmgelegt. Von den Bauern, Spediteuren, Handwerkern und allen, die sich dem vordergründigen Aufruf zur Rücknahme der Beschlüsse zur Landwirtschaft angeschlossen haben. Doch es geht tiefer. Viel tiefer.

 

Viele von uns wollen das, was die Bauern schon haben. Einen grünen Fleck, wo sie selbst etwas anpflanzen, aufziehen und ernten wollen. Schrebergartenromantik wird mitunter davon getrieben. Da weiß man, was man hat, denn man hat es selbst wachsen lassen. Das befriedigt auch ein Stück weit. Etwas mit eigenen Händen geschaffen zu haben. Das ist der kleine Angestellte und Arbeiter, der den Ausgleich sucht.

Andere versuchen Großstädte in Wohngärten zu verwandeln und schwadronieren dabei von einer Idylle a la „Walden“. Einer grünen Oase in der Stadt, wo nur noch Fahrräder fahren, die Luft besser ist und Straßen mit Blumenkübeln unpassierbar werden. – Aber bitte mit Lieferdiensten, Aldi um die Ecke und Busanschluss. Das ist die grünrote Schickeria der großurbanen Quartiere in Berlin, München, Köln und Hamburg, die sich gern von allem abschotten, was die Realität so an Prämissen für sie bereit hält.

Und dann gibt es da die Leute, die auf dem Land groß werden, von Kindheit an mit Vieh, Saatgut und Ernten aufwachsen, alles selbst anbauen können und eher fragend schauen, wie man so blöd sein kann Milchprodukte in Plastik eingeschweißt oder eingetütet zu kaufen.

Wo man Urlaub nicht in Wochen rechnet sondern mitunter in Stunden. Wo die Arbeit nicht damit aufhört den Rechner auszumachen, sondern alles für den nächsten Tag vorzubereiten, was mitunter auch noch Stunden dauern kann.
Wo trotz Erschöpfung immer erst noch das Vieh versorgt werden muss und wird, bevor man die Füße hochlegt. Wo der Tag um o400h anfängt und in der Erntezeit eigentlich gar nicht aufhört. Wo sich Urlaub als die Zeit definiert, wo man jahreszeitbedingt ggf. nicht alles hegen und pflegen muss.
Diese komischen Gestalten heißen Landwirte, fahren GPS-gestützte und damit optimierte Hochleistungsmaschinen und verdienen auf eigenes Risiko im Schnitt zwischen 41 und 56.000 Euro im 24/365-Job.

Das lassen wir nun mal sacken.

Und nun denken wir mal an diese „Influencerin“, die auf einer Fachhochschule irgendwas mit Medien studiert hat und im ersten Job (8h und fünf Tage die Woche mit 30 Tagen bezahlten Urlaub im Jahr!! ) nur 38000 Euro verdient und rumheult, dass das weder zum Leben reicht noch angemessene Freizeit ermöglicht…

Auch hier denken wir wieder nach…

Gestern in Köln…120 waren angemeldet und bis zu 500 kamen! – Ein Dank an die Kölner Polizei, die die Wendeschleife an der Messe, die für 120 Trecker angedacht war dann genial-gekonnt entzerrt hat!

 

 

Komischerweise sind es genau DIESE Leute, die unseren Bauern nicht den Dreck unter den Fingernägeln können. Man erwartet seine Nahrungsmittel lupenrein, nachverfolgbar, zertifiziert und dann schadstofffrei in Folie verschweißt auf Abruf(!) für sich verfügbar – natürlich alles immer auch ganzjährig zu haben – und jammert selbst rum.
Man begrünt so lange Straßen, bis nichts mehr geht und kritisiert dann die, die nichts mehr anliefern können.
Taucht seine Kinder täglich in Sagrotan so sie auch nur eine Spur von Schmutz an den Fingern haben und schleift sie ins Krankenhaus. so denn mal ein Knie aufgeschlagen ist.
Macht seinen dritten versuchten Studienabschluss und weiß natürlich besser, wie man Öfen anschließt, Autos repariert, Parkett verlegt, tapeziert und letztlich auch Nahrungsmittel anbaut.
Wo Kinderbücher den Nimbus von Fachliteratur haben, die dann als Blaupause zur Transformation der Wirtschaft mutieren.

Reicht das echt??

Der Schmutz, den die Kinder unter den Fingernägeln haben, der mitunter sogar das Gesicht verschmiert, ist das Material was Bauern als ihr Leben ansehen. Mit dem sie arbeiten. Ein Leben lang.
Der Dreck, die Erde, der Mutterboden (!!) ist ihre Ressource, mit der sie arbeiten. Nicht mal eben, auch nicht seit gestern oder letztes Jahr, sondern zum Teil seit Jahrhunderten. Von Generation zu Generation.
So komische Zahlen an Giebeln von Bauernhäusern geben die Jahreszahl des Richtfestes an. Und da wo 1524 dransteht, da stand dann der Hof schon zu dem Zeitpunkt, wo schon einmal die Bauern die Nase voll hatten und den Aufstand probten. Vor 500 Jahren traf schon einmal Gier gepaart mit wenig Können und Einsicht auf Bodenständigkeit und dem Wunsch sich zu wehren.

Warum wehrt sich der Bauer denn, wenn er für so viel Arbeit so wenig bekommt?

Weil es seine Erde ist. Sein Grund. Sein Leben… Und so, wie er sein Leben leben möchte, so gestaltet er sein Land. Er lebt mit dem Land. Seiner Saat, dem Vieh und den von ihm erschaffenen Produkten. Als Erbe seiner Vorfahren in direkter Linie.
Denn da, wo Ackerfläche ist, war immer schon Acker- oder Weidefläche nachdem man sie dem Wald oder Sumpf abgerungen hatte.
Ein Bauernhof ist kein Betriebsgebäude, wo alle 30 Jahre mal was anderes drin war. Brauerei, Werkhalle, Restaurant und dann ein hippes Wohnquartier der Gründerzeit. Ein Hof bleibt über Jahrhunderte ein… Hof.
Und dieses Erbe prägt den Menschen, den wir Bauer nennen. Ein inzwischen hochgradig auch technischer Beruf, der ohne IT gar nicht mehr auskommt.

 

Während bisher vollversorgte Nörgelkönige der Generation Z sich vordergründig für ihre Freizeit interessieren gibt es junge Menschen, die bestenfalls etwas mehr als diese GenZ verdienen und dafür ein Vielfaches leisten müssen. Ein Leben lang… Und es GERNE machen.

Was diese Menschen wollen ist aber eine verlässliche Planungsgrundlage für ihr Werk. Und mit Planung, Prämissen und Ressourcen haben es gewisse Regierungen halt nicht. Wie auch? So völlig ohne hinreichende Qualifikation in Irgendwas außer Ideologie und der Borniertheit, die aus Glaube und Verblendung entsteht, gestaltet es sich schwierig etwas Richtiges zu tun.

 

Wo der alleinige Wunsch die Realität zu beugen versucht und Naturgesetze zur Diskussion gestellt werden!

Und diese Verlässlichkeit, die wir komischerweise von bäuerlichen Produkten in Qualität und Quantität erwarten, wird ihnen nicht gegönnt.
Es scheint, dass für linke Eliten der Bauer eine Art Sklavenhalter ist, das Urbild des bösen Landadeligen, der nur gut ist, wenn er sozialistisch erzogen und eigentumslos in einer Kolchose arbeitet. Unter der väterlichen Aufsicht der wahren Könner. – Denn die Partei, die Partei ist immer mit dabei… und hat immer Recht!

Und selbstverständlich ist diese Gattung Funktionär die Liebe der Bauern zu ihrem Land und ihrer Heimat ein Dorn im Auge. Man wittert dort – aufgeklärt wie man ist – eine nationalistische Romantik von Scholle und Flur. Wie anders käme man denn auf die besengte Idee Felder voller Dreck als Heimat anzusehen?
Mit stinkendem Vieh leben zu wollen, das auch noch Methan produziert und die CO2-Bilanz versaut.

Kinder in Umfeldern aufwachsen zu lassen, wo wirklich alles potentiell gefährlich und tödlich sein kann. Angefangen bei dreckigen Fingern und aufgeschlagenen Knien…
Wo noch nicht mal Highspeed-Internet hinreicht und daher rein gar nichts mit klick-klick-klick zu erledigen ist.
Der verdammte Pizzabote erst auftaucht, wenn der Pizza schon Beine wachsen… Das kann doch alles nicht gut sein.

Wer so denkt und hier jetzt JA sagt, wird nie verstehen, was Bauern wollen, brauchen und lieben. Warum sie gar nichts anderes machen wollen, so sie nicht müssen.

Aber eines sollte klar sein. Bei aller hirnlosen Borniertheit: der Bauer wird niemals das Land seiner Väter kampflos aufgeben, weil es eine Bande von Ignoranten und Nichtskönnern so will und als ideologisch woke ansieht.
Und das Landwirtschaft ein Wirtschaftszweig ist trifft das dann auch Müller, Landwirtschaftsmechaniker, Genossenschaften, Molkereien, Fleischereien, Schlachthöfe, Großmärkte und Händler. Am Ende sogar UNS, denn wenn hier nicht mehr produziert wird, muss das Essen woanders herkommen. Nicht unbedingt aus dem Ausland, vielleicht aber daher, wo auch jetzt schon recht viele Lebensmittel herkommen: aus der Industrie. Zusammengerührt, eingefärbt und massenproduziert. Für jede Geschmacksrichtung.

Paradoxerweise will aber diese ach so woke Gesellschaft exakt dieses Art zu leben gar nicht. Als Herkunft Bayer, BASF oder Hoechst zu lesen ist uncool hoch drei! Fast schon ketzerisch.

Wenn wir also gute Nahrung wollen, dann sollten wir zusehen dass wir diesen Leuten die Chance erhalten ihr Leben so zu leben, dass wir am Ende ALLE gewinnen. Na ja, fast alle, denn die Spinner müssen wir dazu in ihre auch geistigen Schranken verweisen. Sonst wird das nichts.

Wir brauchen unsere Bauern, egal was Medien und Politik so vor sich hersabbern und zum Besten geben. Genau, wie wir vieles andere auch brauchen, was man uns nimmt. Genommen hat. Planlos, nutzlos und völlig sinnlos. Dieses Land ist eine einzige Baustelle. Geboren aus Unvernunft, verschlimmert durch Inkompetent und als ideologisch für gut befunden.

Beruf kommt von Berufung. Und wer diese Menschen sieht, wie sie mit Stolz ihren Trecker fahren und an ihrem schweren Tagewerk hängen, der muss zugeben, dass diese Art zu leben unterstützt werden muss. Nicht nur für die Bauern, aber gerade auch für uns! – sic!

 

Ich schrieb 2019 einmal etwas zum Recht der Deutschen auf Widerstand:

Die Deutschen und ihr RECHT auf Widerstand – ein Überblick – Demografie – Wir informieren, Sie entscheiden! (dnews24.de)


 

 

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