Barttrageverbot und Bartsteuer

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War er doch jüngst von seiner Reise heimgekehrt und so war es eine Freude seine Gäste im Amtsitz Preobraschenskoje (bei Moskau) begrüßen zu dürfen.

Auf seinen Reisen erlangte der Zar viele neue Einsichten. Zar Peter I. hatte den Eindruck, dass im Russland seiner Zeit zu sehr an althergebrachten Traditionen festgehalten werde und das Land auf manchen Gebieten einer Modernisierung bedürfe.

Besonders die Eindrücke, die er auf seiner Reise ins westliche Europa gewonnen hatte, bestärkten ihn.

Unter anderem waren wallende Vollbärte in den von ihm besuchten Ländern eher selten zu sehen und auch die Kleidung der bereisten Länder erschien ihm funktionaler als die Gewänder seiner Untertanen. Er nahm sich daher vor, Verschiedenes in seinem Reich zu ändern.

So ließ er sich an eben jenem Datum eigenhändig die Schere reichen und fing an seinen Gästen den Bart zu stutzen.

Auch in der Folgezeit gab es bei jedem Fsetmahl einen Barbier, der den Gästen gleich die Bärte stutzte.

Damit nicht genug, gab Peter am 5. September 1698 einen Edikt heraus der Männer, ausgenommen Geistliche und tendenziell Bauern, anhielt, sich ihren Vollbart abzurasieren.

Natürlich zeigten sich Widerstände, die der schlaue Zar fortan einfach mit einer Bartsteuer belegte.

Bauern, die in eine Stadt kamen, mussten die Abgabe bezahlen, wollten sie ihren Bart behalten.

Die vom Zaren angewiesene Steuer brachte vor allem die Altgläubigen in Gewissenskonflikte, die den Vollbart aus Glaubensgründen sprießen ließen. Ihre Religion sah im Abrasieren

Von Sockenpuppe123 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=103285367

der Haare eine „Verhöhnung des Gottesbildes im Menschen“.

Eine Bartabnahme und die Anpassung an die Kleidungsvorschriften kam für viele dieser „Raskolniki“ genannten Menschen nicht in Betracht, weshalb eine große Anzahl von ihnen das Zarenreich ins angrenzende Ausland verließ.

Die Geflüchteten versuchte im Jahr 1762 die Zarin Katharina II. wieder mit der Zusicherung heimzuholen, dass es keinerlei Nötigungen mehr hinsichtlich Bart und Kleidung für Rückkehrer geben werde.

Es ging sogar soweit, dass sich Männer die Haare aushändigen ließen und wiesen ihre Nachkommen an, ihren abgenommenen Haarschmuck beim Tod in ihren Sarg zu legen, damit sie im Jenseits beweisen konnten, die Glaubensregeln im Leben gewissenhaft befolgt zu haben.

Die Steuer wurde 1698 eingeführt.

Bartträger entrichteten eine Zahlung für das Behalten ihres Gesichtsschmuckes.

Von 1705 an erhielten sie im Gegenzug dafür ein rundes Kupferstück, welches bestätigte, dass die Steuer bezahlt war. Diese Quittungsmedaillen werden Bartzeichen, Bart(steuer)marken oder Bartkopeke genannt.

Das geprägte Kupferstück musste der Bartträger stets mit sich führen, wollte er nicht riskieren, bei Kontrollen auf offener Straße sofort eine Zwangsrasur zu erleben.


Die Bartsteuer entpuppt sich als frühes Beispiel einer Lenkungsabgabe.

Der fiskalische Zweck hat untergeordnete Bedeutung, denn es soll eine Verhaltensänderung beim Betroffenen ausgelöst werden.

Dies zeigt sich daran, dass Bärtige ohne Steuermarke rasiert wurden, und nicht etwa die Steuer nachgefordert wurde.

Der Staat griff in diesem Fall in die Privatsphäre ein, ohne dass das besteuerte Verhalten als solches dem Gemeinwohl geschadet hätte.

Und heute so? Wie läuft es heutzutage? Auch heutzutage noch greift der Staat gern in die Privatspähre ein und steuert das Verhalten seiner “Untergebenen”


Rund 300 Jahre zuvor schon gab es die Bartsteuer in China, der damalige Kaiser renovierte seinen Palast mit Hilfe jener Zwangsabgabe der Männer, jedoch wurde sie nicht zur Steuerung des Volkes eingesetzt.
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