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Schlechtes Zeugnis für Luftqualität in deutschen Städten

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht sich in ihrer Forderung nach wirksamen Maßnahmen für saubere Luft durch die heute veröffentlichte Rangliste der Europäischen Umweltagentur (EEA) zur Feinstaubbelastung in europäischen Städten bestätigt. Die oberste europäische Umweltbehörde kommt zu dem Ergebnis, dass die Luftqualität in vielen deutschen Städten allenfalls das Prädikat „mäßig“ verdient. Berlin schafft es sogar nur auf Platz 219 von 323. Millionen Menschen in Deutschland leiden unter der Feinstaubbelastung, die über den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt und jährlich zu 60.000 vorzeitigen Toden führt.

Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die neueste Auswertung der Europäischen Umweltagentur zeichnet ein klares Bild: Deutschland hat ein Feinstaubproblem. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam Sofortmaßnahmen ergreifen, damit Menschen endlich überall saubere Luft zum Atmen haben. Diese Maßnahmen müssen vor allem Holzöfen und Holzheizkessel betreffen, die eine entscheidende Quelle von Feinstaub und Ruß darstellen. Wirksame Abgasreinigung muss bei diesen Anlagen zur Pflicht gemacht werden. Mit dem Blauen Engel für Kaminöfen steht schon jetzt ein Instrument bereit, dass schnellstmöglich als zwingender Mindeststandard in Kommunen eingeführt werden muss.

Das schlechte Abschneiden der deutschen Städte zeigt außerdem, dass die Verkehrswende hierzulande bislang kaum vorankommt. Bessere Radwege bedeuten weniger Autos und sind damit ein wichtiger Baustein für saubere Luft in Städten. Nicht ohne Grund weist die Fahrradstadt Göttingen die beste Luftqualität unter allen deutschen Städten auf.

Auch bei den Vorgaben jenseits des Straßenverkehrs wird zu wenig getan. Im Gegensatz zur Schweiz etwa, wo es seit Jahrzehnten eine Filterpflicht für Baumaschinen gibt, werden diese in deutschen Städten nach wie vor ohne Partikelfilter betrieben – zu Lasten von Arbeitnehmern auf den Baustellen und Anwohnern. Gleiches gilt für Diesel-Triebwagen.

Nicht zuletzt muss die Bundesregierung auch bei der Landwirtschaft ansetzen. Ammoniak, das bis zu 95 Prozent aus der Landwirtschaft und vor allem der Nutztierhaltung kommt, wird nämlich zu Feinstaub umgewandelt. Obwohl Deutschland laut einer EU-Richtlinie verpflichtet ist, seine Ammoniakemissionen bis 2030 gegenüber 2005 um 29 Prozent zu verringern, sind bisher kaum Reduktionen zu verzeichnen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist vor allem eine Verringerung der Tierbestände notwendig.

 

OV von Deutsche Umwelthilfe (DUH)




Wohnwagen für Anwohner oft ein Ärgernis

 

(ots) Während der Corona-Pandemie hat Urlaub mit dem Wohnmobil oder Wohnanhänger stark an Beliebtheit gewonnen. Immer mehr dieser Fahrzeuge werden deshalb jetzt außerhalb der Urlaubszeit über Monate in Wohngebieten abgestellt. Der ADAC stellt klar, wie lange und wo die Fahrzeuge geparkt werden dürfen.

Laut ADAC haben Anwohner, die auf der Suche nach einem Parkplatz sind, nur wenig rechtliche Ansprüche. Die meisten der Wohnmobile, Caravans oder Gespanne parken legal am Straßenrand oder auf Parkplätzen. Einschränkungen sind in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt und gelten in der Regel nur für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Auch ein Zeitlimit gibt es für das Abstellen eines Campers nicht.

An engen Straßenstellen ist das Parken jedoch verboten. Da Wohnmobile und Camper normalerweise breiter sind als normale Pkw, kann es sein, dass die Durchfahrt eines Fahrzeugs mit 2,55 Meter Breite zuzüglich eines Sicherheitsabstands von mindestens 0,5 Metern nicht mehr möglich ist.

Anders sehen die Vorschriften bei Wohnanhängern aus. Solange sie angekoppelt sind, ist das Parken ohne Zeitbegrenzung erlaubt. Abgekoppelte Anhänger unter zwei Tonnen Gesamtgewicht dürfen zwar in Wohngebieten parken, aber nicht länger als zwei Wochen auf ein und demselben Parkplatz. Erst wenn ein Wohnwagen bewegt und auf einem anderen Parkplatz abgestellt wurde, beginnt ein neuer Zwei-Wochen-Zeitraum. Die Polizei kontrolliert anhand der Ventilstellung parkender Anhänger, ob der Hänger durchgängig stand oder bewegt wurde. Zusätzliche Einschränkungen gibt es für schwerere Anhänger über zwei Tonnen: In Wohngebieten darf etwa in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht geparkt werden.

Generell gilt, dass Wohnwagen und Wohnmobile nicht über Parkplatzmarkierungen hinausragen dürfen. Außerdem ist in verkehrsberuhigten Bereichen das Parken nur innerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen erlaubt. Soweit Verkehrszeichen das Parken auf Gehwegen ausnahmsweise erlauben, gilt dies jedoch nur für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 2,8 Tonnen.

Der ADAC empfiehlt Fahrern von Campern, beim Parken ihres Fahrzeugs auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer im Blick zu behalten. So kann etwa auf Schulwegen ein Wohnmobil rechtlich korrekt abgestellt sein. Da dennoch Schulkindern dadurch die Sicht beim Überqueren der Straße erschwert werden könnte, sollten Wohnmobil und Wohnwagen nicht vor der Schule oder einem Kindergarten geparkt werden – selbst wenn es erlaubt ist.

 

OV von ADAC e.V.




Sport als Ausgleich zum Baby-Alltag: So klappt’s

 

(ots) Zeit für sich selbst haben: Das ist für viele Mütter etwas ganz Besonderes. Schließlich ist es wichtig, dass sich auch Mütter einen Ausgleich gönnen, indem sie etwas für sich und ihren Körper tun. Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ gibt Tipps wie Mütter – gerade in Zeiten, in denen viele Kurse online stattfinden und Studios geschlossen haben – nach der Geburt zum Sport zurückfinden.

Gute Kurse auswählen und auf Qualität achten

Schwangerschaftsyoga, Rückbildung, Yoga mit Baby: Die Angebote für junge Mütter sind zahlreich, doch viele Studios haben noch geschlossen. Der Kontakt zu anderen Müttern fehlt, wenn man zu Hause trainiert, doch haben die eigenen vier Wände auch Vorteile: Man muss sich und das Baby nicht zurechtmachen, nicht fahren und kann den Kurs meist im Nachgang noch einmal ansehen. Auf der anderen Seite kann auch niemand einen beim Üben korrigieren, wenn man zu Hause vor dem Bildschirm steht. Umso wichtiger, dass man gute Kurse auswählt und auf Qualität achtet.

Langsam anfangen und bei Schmerzen aufhören

Wichtig ist es auch, langsam zu starten. Sofort die Laufschuhe zu schnüren, sobald der Rückbildungskurs abgeschlossen ist, ist keine gute Idee. „Die federnden Bewegungen beim Joggen erschüttern Beckenboden und Bänder“, sagt die Sportwissenschaftlerin Jennifer Herzog, die in München ein Yogastudio betreibt. Und der Beckenboden trägt schließlich in der Schwangerschaft die größte Last: Wer hier nicht aufpasst, riskiert eine Blasenschwäche oder Schlimmeres. Besser ist Schwimmen oder Spazierengehen – und generell bei Schmerzen aufzuhören. Denn Ziel sollte es sein, dass man sich nach dem Sport gut fühlt. Und das ist auch für Mütter die größte Motivation. Viele relevante Gesundheits-News gibt es zudem unter https://www.baby-und-familie.de

 

Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen




Trotz COVID-19-Krise sorgen sich junge Menschen in Deutschland am meisten um Umwelt und Klima

 

Die COVID-19-Pandemie hat die Sicht junger Menschen in Deutschland auf die wirtschaftliche Zukunft eingetrübt. Bei Millennials, also den Jahrgängen 1983-94, erwarten 47 Prozent eine Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, vor zwei Jahren waren es nur 32 Prozent. Bei der Generation Z, den Jahrgängen 1995-2003, stieg der Anteil im selben Zeitraum fast genauso stark von 32 auf 45 Prozent. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Millennial Surveys, den Deloitte 2021 zum zehnten Mal durchgeführt hat. Dazu wurden im Januar und Februar weltweit rund 23.000 Menschen unter 40 Jahren in insgesamt 45 Ländern online befragt, 800 davon in Deutschland.

Resilienz in der Krise

Bei jungen Generationen in anderen Ländern stiegen die wirtschaftlichen Sorgen ähnlich. Dennoch gibt es Unterschiede in der Reaktion auf die Krise. So haben junge Menschen in Deutschland die Probleme weniger stark in positive Energie für gesellschaftliches Engagement umgewandelt als Gleichaltrige im Ausland: 36 Prozent der Millennials in Deutschland reagierten nach eigener Aussage auf die Pandemie, indem sie etwas unternahmen, um die Gesellschaft positiv zu verändern – weltweit lag der Anteil sogar bei 59 Prozent. In der Generation Z lag der Anteil in Deutschland bei 43 und global ebenfalls bei 59 Prozent.

Folglich sehen weltweit mehr junge Leute positive Nebeneffekte in der Pandemie. So erwarten 43 Prozent der global Befragten der Generation Z, dass das Mitgefühl unter Menschen nach der Pandemie höher sein wird als davor – in Deutschland sind es nur 29 Prozent. Millennials in Deutschland und weltweit teilen diese Hoffnung ähnlich unterschiedlich, aber insgesamt etwas weniger optimistisch.

„Auch, wenn sich die wirtschaftlichen Erwartungen während der Pandemie verschlechtert haben, sind einige positive Aspekte zu erkennen“, erklärt Dr. Elisabeth Denison, Chief People Officer bei Deloitte. „Die Hoffnung auf langfristige Verbesserungen, zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit, und die Fähigkeit, aus der Krise eine Motivation für persönliches Engagement zu ziehen, zeigt die Resilienz vieler junger Menschen.“

Der Stress für junge Frauen

Trotz dieser Widerstandskraft lösen die wirtschaftlichen Erwartungen bei jungen Menschen Stress aus. So erklären 28 Prozent der Millennials und 38 Prozent der Gen Zs in Deutschland, dass ihre langfristige finanzielle Zukunft Ängste bei ihnen auslöse. Global liegen die Werte noch höher bei jeweils 46 und 47 Prozent.

Ebenso fühlen sich Millennials in Deutschland in ihrer Gesamteinschätzung etwas weniger gestresst als ihre Altersgenossen im Ausland: 36 Prozent von ihnen sagen, dass sie sich oft oder immer gestresst fühlten – weltweit liegt der Wert bei 41 Prozent. Bei der Generation Z liegen die Werte sowohl in Deutschland als auch global jeweils bei 46 Prozent.

Damit ist der überraschende Stressrückgang aus dem vergangenen Jahr, den der letztjährige Millennial Survey bescheinigt hatte, zumindest bei der Generation Z großenteils wieder verpufft. In den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres, also zu Beginn der Pandemie, war der Anteil der gestresst lebenden Millennials und Gen Zs um jeweils 19 und zwölf Prozentpunkte zurückgegangen. Eine Erklärung dafür war die Verlangsamung des Alltags. Doch seitdem ist der Anteil bei Millennials wieder um sechs Prozentpunkte und bei Gen Zs um neun Prozentpunkte gestiegen.

Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Geschlechtern – insbesondere in Deutschland. So fühlen sich hierzulande 43 Prozent der weiblichen Millennials gestresst; bei den Männern sind es nur 28 Prozent. Bei der Generation Z ist dieser Unterschied noch einen Prozentpunkt größer.

Sorge um die Umwelt

Obwohl sich die wirtschaftlichen Aussichten der unter 40-Jährigen in Deutschland verschlechtert haben, sehen sie andere gesellschaftliche Anliegen als noch drängender: Am höchsten rangiert die Entwicklung der Umwelt und des Klimas, die für 38 Prozent der Millennials und 39 Prozent der Generation Z das wichtigste Anliegen ist. Auf dem zweiten Platz liegt bei Millennials der Anstieg von extremistischen politischen Ansichten (20 Prozent) und bei Gen Zs der Terrorismus (20 Prozent).

Diese Einschätzung unterscheidet sich von den Sorgen junger Menschen weltweit. Global sehen nur 26 Prozent der Gen Zs Umweltprobleme als größte Bedrohung. Kurz darauf folgt schon die Bedrohung durch Arbeitslosigkeit für 25 Prozent der Befragten. Unter globalen Millennials sind Umweltängste sogar auf Platz drei: 26 Prozent sorgen sich darum, während 27 Prozent Arbeitslosigkeit und 28 Prozent Gesundheitsversorgung als dringendste Probleme erachten.

„Die Tatsache, dass Umweltfragen selbst während einer globalen Pandemie eine so zentral Rolle spielen, verdeutlicht, wie wichtig dieses Thema für junge Menschen weltweit und insbesondere in Deutschland ist“, resümiert Dr. Elisabeth Denison. „Zudem zeigen die jungen Generationen, dass sie selbst bei hoher persönlicher Belastung weiterhin ein starkes Empfinden für gesellschaftliche Herausforderungen haben und bei deren Lösung einen aktiven Part spielen wollen.“

Die komplette Studie finden Sie hier: https://www2.deloitte.com/de/de/pages/innovation/contents/millennial-survey.html

 

OV von Deloitte




Waldbrandgefahr wegen Hitzewelle sehr hoch

 

Das Umweltministerium warnt angesichts des anhaltend heißen Wetters vor einer hohen Waldbrandgefahr und bittet alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit.

Das Umweltministerium warnt angesichts des anhaltend heißen Wetters vor einer hohen Waldbrandgefahr und bittet alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Derzeit besteht flächendeckend mittlere bis lokal sehr hohe Waldbrandgefahr. Ursache hierfür sind die sehr hohen Temperaturen und die in den letzten zwei Wochen ausgebliebenen Niederschläge. In Wäldern, in denen durch die Waldschäden der letzten Jahre größere Freiflächen entstanden sind, besteht durch die stärkere Sonneneinstrahlung und dort verbliebenes Reisig eine besondere Gefährdungssituation. Aufgrund des vergleichsweise kühlen Frühjahrs gab es bisher erfreulicherweise nur wenige Waldbrände in Hessen. Ab Montag wird mit Niederschlägen und einem deutlichen Temperaturrückgang gerechnet, was zu einem Rückgang der Waldbrandgefahr führt.

Feuer an Grillstellen löschen

Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen darf kein Feuer entfacht werden. Auf den Grillplätzen sollte darauf geachtet werden, dass kein Funkenflug entsteht und das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird. Für die im Einzelfall erforderliche Schließung von Grillstellen in besonders brandgefährdeten Waldgebieten bzw. Waldrandbereichen wird bereits jetzt um Verständnis gebeten.

Rauchen im Wald nicht gestattet

Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet. Es sollten ebenfalls keine Zigarettenkippen aus fahrenden Autos geworfen werden.

Zufahrtswege in die Wälder für die Feuerwehr freihalten

Alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Pkws dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Im Falle eines Waldbrandes müssen die Wege für die Feuerwehr frei sein. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen.

Bei Waldbrand unverzüglich Feuerwehr-Notruf wählen

Wer einen Waldbrand bemerkt, wird gebeten, unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) zu informieren.

 

OV von Umweltministerium Hessen




Trippelschritte Richtung Glasgow

 

Die Klimazwischenverhandlungen enden an diesem Donnerstag mit nur wenig Fortschritt bei wichtigen Themen wie der zwischenstaatlichen Kooperation bei CO2-Minderungen. „Bei der Umsetzung des Pariser Abkommens tasten wir uns leider noch immer langsam durch Treibsand vor, obwohl wir schon längst festen Boden unter unseren Füßen haben könnten und müssten“, sagt Viviane Raddatz, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.

Bei der Frage der zwischenstaatlichen Kooperation unter Artikel 6 – also unter anderem der Anrechenbarkeit von CO2-Minderungsprojekten eines Landes in einem anderen Land – gilt es, Doppelzählungen und das Einbeziehen von Zertifikaten aus der Prä-Paris-Ära zu vermeiden, damit das Pariser Abkommen nicht gleich zu Beginn Löcher bekommt. „Gut ist, dass sich viele Delegierte für Menschenrechte stark gemacht haben. Begrüßenswert ist auch die Idee, immer eine Zahl an Zertifikaten automatisch zu löschen, sobald überhaupt mit Minderungen gehandelt wird. Die endgültigen Entscheidungen zu Artikel 6 müssen nun dringend im November in Glasgow getroffen werden“, so Raddatz.

Bei der Frage zu den Umsetzungszeiträumen für die nationalen Klimabeiträge (NDC) gab es leider keine Einigung – die klimafreundliche und vom WWF geforderte Lösung von fünf Jahren stieß bei einigen wenigen Staaten auf noch großen Widerstand. Die EU blieb leider bei ihrer neutralen Position und konnte so keinen Fortschritt forcieren. „Damit die nationalen Klimabeiträge ihre volle Wirkung entfalten können, ist es wichtig, sie in einheitlichen und relativ kurzen Zeiträumen umzusetzen. Und das heißt innerhalb von fünf Jahren, nicht von zehn“, sagt Raddatz.

Von den Diskussionen um Transparenz u.a. von Berichtspflichten waren beobachtende Organisationen ironischerweise ausgeschlossen. „Die intransparenten Verhandlungen haben Vertrauen zwischen Staaten und Beobachtern untergraben und in den geschlossenen Räumen wurde auch inhaltlich an vielen Stellen Fortschritt verhindert“, kritisiert Raddatz. Es braucht hier ein gemeinsames Vorgehen, um Umsetzungslücken rechtzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können.

„So wichtig es war, dass die Zwischenverhandlungen stattgefunden haben – sie haben uns nur Trippelschritte näher an gute Ergebnisse bei der COP im November geführt. Aber ein Erfolg der Klimakonferenz ist elementar im Kampf gegen die Klimakrise. Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen nun mit maximaler Dringlichkeit an ambitionierten Lösungen arbeiten. Für Deutschland bedeutet das, die neuen Klimaziele mit umfassenden und schnellen Maßnahmen erreichbar zu machen.“

 

OV von WWF Deutschland




Raul Krauthausen – „Die Politik hat Menschen mit Behinderung vergessen“

 

Raul Krauthausen weiß, wie wichtig eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft ist. Denn der Aktivist, Autor und Blogger ist selbst Rollstuhlfahrer und setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung aktiv am Alltag teilhaben können. Doch die Pandemie hat genau das zusätzlich erschwert. Ob Schutzausrüstung, Testungen oder Impfung: Krauthausen wirft der Politik in der aktuellen Folge des Experten-Podcasts der Apotheken Umschau „Klartext Corona“ vor, dass Menschen mit Behinderung, die ihren Alltag selbst organisieren, bei vielen Maßnahmen nicht berücksichtigt wurden.

Es wurde in der Pandemie viel diskutiert über Risikogruppen und Menschen mit Vorerkrankungen – doch dabei ging es meistens um diejenigen, die in Alten- und Pflegeheimen leben. Aber was ist mit den behinderten Menschen, die in den eigenen vier Wänden wohnen? Sie, sagt Raul Krauthausen im Apotheken Umschau-Podcast „Klartext Corona“, fühlen sich – bis heute – von der Bundesregierung vergessen. Schon bei der Versorgung mit Schutzausrüstung, Masken, Handschuhen und Desinfektionsmittel seien nur Menschen mit Behinderung bedacht worden, die in Einrichtungen leben. Genauso sei es bei den Testungen gewesen und aktuell auch beim Thema Impfen. Behinderte Menschen seien zwar prioritär in Gruppe 1 oder 2 aufgenommen wurden, anfangs habe das aber auch nur für diejenigen gegolten, die in Einrichtungen leben. „Am Ende machte sich unter den Betroffenen eine Stimmung breit, das sie das Gefühl hatten: Das ist Absicht“, sagt Raul Krauthausen. Dadurch sei viel Vertrauen in die Politik zerstört worden, so der Aktivist. Er meint, es sei für Politik und Verwaltung schlicht „zu umständlich“, diese Menschen im Blick zu behalten.

Keine Gebärdensprachdolmetscher:innen bei Pressekonferenzen

Ein Beispiel: Bei den Pressekonferenzen von Jens Spahn gehörten Gebärdensprachdolmetscher:innen auch jetzt, nach einem Jahr, noch nicht zum Standard, sagt Krauthausen. „Und das, wo gehörlose Menschen schon am Anfang der Pandemie gefordert haben, dass es doch gerade in einer Pandemielage wichtig ist, auch gehörlose Menschen zu informieren.“

Zu wenig Interesse für die Belange behinderter Menschen

Positiver blickt Raul Krauthausen auf das Thema Digitalisierung. „Jetzt sind Fernsehsender oder Medien viel mehr bereit, Zoom-Interviews zu akzeptieren, und Home Office wurde einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“ Trotzdem findet er: Es interessieren sich zu wenig Menschen für die Belange behinderter Menschen. Beziehungsweise für das, was hinter der Person mit Behinderung steckt. „Im Gesundheitskontext erzählen wir immer vom behinderten Opfer, dem etwas nicht bezahlt wird, dem Medikamente zu teuer sind, das dank Medikation therapiert werden kann. Aber wir reden mit behinderten Menschen viel zu wenig über andere Dinge, die sie vielleicht auch interessieren: Hobbies, Leidenschaften, Talente, Berufe. Sie müssen immer ein ‚Diagnostik-Seelenstriptease‘ machen, um wahrgenommen zu werden. Das ist ein Problem in unserer Gesellschaft.“

Wunsch an die Politik: Öffnet Euch!

Was sich Raul Krauthausen von der Politik wünschen würde? „Öffnet Euch für Menschen mit Behinderung, auch in den eigenen Reihen! Denn sie sind mehr als ihre Behinderung. Sie haben in der Regel auch was gelernt, studiert, gearbeitet – und können durch ihre Perspektive als behinderter Mensch vielleicht andere Blickweisen auf eine Sachlage geben, wie zum Beispiel die Corona-Pandemie.“

Die vollständige „Klartext Corona“-Podcastfolge mit Raul Krauthausen gibt es hier:

https://ots.de/V8mI9R

 

OV von Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen




Mehr Menschen spenden Gewebe in 2020

 

Mehr Menschen erhalten dringend benötigtes Transplantat aus der Gewebespende: Für das Jahr 2020 verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) mit 2.816 Gewebespenden (2019: 2.764) und 6.364 vermittelten Gewebetransplantaten (2019: 5.585) erneut einen Anstieg. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie eine nahezu überraschende Entwicklung: Noch im Frühjahr 2020 bremste der erste Lockdown in Deutschland die Spende und Transplantation von Gewebe vorübergehend aus.

„Corona stellt uns alle vor bisher unbekannte Herausforderungen. Die Konfrontation mit dem Tod schien selten so nah und alltäglich wie in diesen Zeiten. Daher empfinde ich absolute Demut, dass so viele Menschen bzw. ihre Angehörige die Gewebespende trotz globaler Ausnahmesituation wahrnehmen und in 2020 einer Spende zugestimmt haben“, betont Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG.

Dass das hohe Niveau der Gewebespende gehalten werden konnte, war mit Einsetzen des ersten Lockdowns im Frühjahr nicht zu erwarten. Ende März ging die Spende und Vermittlung von Gewebe um fast 25 Prozent zurück. Abgesagte Operationen, fehlende Kapazitäten in den Kliniken sowie der vorsorgliche Ausschluss von COVID-19-positiven Verstorbenen schränken nach wie vor das Spende- und Transplantationsgeschehen ein. Aufgrund eines elastischen Netzwerkes aus Entnahmekrankenhäusern, Gewebebanken und transplantierenden Einrichtungen und deren gemeinsamer Anstrengung, konnten Patientinnen und Patienten auch in Notfällen mit Gewebe versorgt werden.

Gewebe nach dem Tod spenden: Zu selten Thema in Familien

Die im Zuge der Pandemie zu beobachtende Sensibilisierung der Bevölkerung für Gesundheitsthemen spiegelt sich auch in der gestiegenen Zustimmungsrate von nahezu 41 Prozent wider. Dennoch wird dem Thema Gewebespende gesamtgesellschaftlich weiterhin zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Folge: Noch immer warten tausende Menschen auf ein Transplantat.

Der Schlüssel liegt in der Kommunikation und Aufklärung. Ergebnisoffen informieren die 50 Koordinatorinnen und Koordinatoren der DGFG Angehörige bei einem Sterbefall über die Möglichkeit der Gewebespende. Fast 7.500 solcher Gespräche führten sie im vergangenen Jahr; 3.046 Mal wurde einer Gewebespende zugestimmt. Haben Verstorbene zu Lebzeiten keine Entscheidung für oder gegen die Gewebespende getroffen, entscheiden die Angehörigen in ihrem Sinne. In 2020 war dies in mehr als zwei Drittel der Gespräche der Fall. Für viele eine zusätzliche Belastung in ihrer Zeit des Trauerns.

Der Tod und was danach mit dem Körper geschehen soll, ist in vielen Familien nach wie vor ein Tabu-Thema. Diese Berührungsängste versuchen die Koordinatorinnen und Koordinatoren den Angehörigen zu nehmen. Börgel appelliert: „Scheuen Sie sich nicht vor dem Thema Gewebespende am Essenstisch und teilen Sie Ihre Einstellung Ihren Liebsten mit“. Der Wille kann schriftlich im Organ- und Gewebespendeausweis oder in der Patientenverfügung festgehalten werden.

Mehr Menschen erhalten dringend benötigtes Transplantat aus der Gewebespende

Anders als Organe werden Gewebe wie Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße, Amnion (Plazenta) sowie Knochen, Knorpel, Bänder und Haut nicht unmittelbar der Empfängerin bzw. dem Empfänger übertragen, sondern zunächst in Gewebebanken zu Transplantaten aufbereitet.

Im Rahmen der 2.816 Gewebespenden konnte die DGFG 6.081 Gewebepräparate gewinnen. Mit rund 90 Prozent ist die Augenhornhaut dabei das am meisten gespendete Gewebe in 2020. 5.401 Augenhornhäute wurden in den elf Hornhautbanken im bundesweiten Netzwerk der DGFG zu Hornhauttransplantaten aufbereitet. Sie verhelfen Patientinnen und Patienten zu mehr Sehleistung oder bewahren sogar vor dem Erblinden. Mit 3.984 vermittelten Augenhornhauttransplantaten stammt bei jährlich rund 9.000 durchgeführten Hornhauttransplantationen [1] deutschlandweit fast die Hälfte der Transplantate von der DGFG.

52 Lebend-Gewebespenden konnte die DGFG in 2020 realisieren. Zur Lebend-Gewebespende zählt die Spende der Plazenta und der darin enthaltenen Amnionmembran im Rahmen einer geplanten Kaiserschnittgeburt.

DGFG baut Spendeprogramm kardiovaskulärer Gewebe weiter aus

393 Mal spendete ein Mensch im vergangenen Jahr sein Herz mit den darin enthaltenen Pulmonal- und Aortenklappen. Darüber hinaus konnte die DGFG 267 Blutgefäße für die Aufbereitung zum Transplantat gewinnen. Diese kardiovaskulären Gewebe stammen zum Großteil aus der Organspende. Weil diese seit Jahren auf niedrigem Niveau stagniert, ist auch in 2020 der Anteil von Gewebespenden bei Organspenderinnen und -spendern mit elf Prozent des gesamten Spendeaufkommens bei der DGFG sehr gering. Dabei ist der Bedarf an Herzklappen und Blutgefäßen hoch: Entzündet sich eine künstliche Herzklappe- oder Gefäßprothese, kann die Transplantation humanen Spendergewebes Leben retten. Auch angeborene Herzfehler führen zu einem frühzeitigen Verschleiß der Herzklappen und erfordern meist eine Gewebetransplantation. Die DGFG intensiviert daher Programme zur Spende von Herzklappen und Blutgefäßen bei Herz-Kreislauf-Verstorbenen. Eine Entnahme dieser Gewebe ist noch bis zu 36 Stunden nach Todeseintritt möglich.

Die Gewebespende – eine Gemeinschaftsaufgabe im Netzwerk der DGFG

Trotz des steten Ausbaus der Gewebespende und steigender Transplantatvermittlung herrscht in Deutschland noch immer ein Mangel an Gewebe, insbesondere an Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen. Dabei geht die DGFG davon aus, dass der Eigenbedarf an Gewebe in Deutschland gedeckt werden kann – ganz unabhängig von Importen aus dem Ausland. „Dies gelingt nur, wenn die Gewebespende weiterhin als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Hier spielt das Bewusstsein der Bevölkerung eine große Rolle, jedoch muss auch die Infrastruktur für eine nachhaltige Gewebespende gegeben sein“, macht Börgel deutlich.

Zu wenigen bekannt: Jeder Mensch könnte Gewebe spenden – im Falle der Augenhornhaut sogar bis zu 72 Stunden nach Todeseintritt. Zudem spielt die Hirntoddiagnostik bei der Gewebespende im Gegensatz zur Organspende keine Rolle. 87 Prozent der Gewebespenderinnen und -spender sind an einem Herz-Kreislauf-Stillstand verstorben. Somit ist die Zahl potenzieller Spenderinnen und Spender sehr groß: Von 986.000 Menschen verstarb der Großteil in 2020 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen [2]. Auch viele Krebserkrankungen oder ein hohes Lebensalter schließen eine Gewebespende nicht zwingend aus. Fast 40 Prozent der postmortalen Gewebespenderinnen und -spender war in 2020 älter als 75 Jahre.

 

OV von Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation gGmbH




Tag des Cholesterins: Cholesterinwert senken durch Ernährung

 

(ots) Welche Lebensmittel senken den Cholesterinspiegel? Obst, Hülsenfrüchte oder Nüsse gehören zu den Lebensmitteln, denen zugeschrieben wird, dass sie das Cholesterin im Blut senken können. Aber stimmt das auch? Zum Tag des Cholesterins am 18. Juni hat sich die Stiftung Gesundheitswissen die Studienlage dazu angeschaut und gibt Tipps, wie eine Ernährungsumstellung funktioniert.

Fast 60 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben erhöhte Cholesterinwerte. Das zeigte eine vom Robert Koch-Institut durchgeführte Datenerhebung aus den Jahren 2008 bis 2011. Von der Hypercholesterinämie, wie erhöhte Cholesterinwerte auch genannt werden, ist sogar fast jeder fünfte Erwachsene stark betroffen. Oftmals treten dabei über längere Zeit keine Symptome auf. Dennoch sind erhöhte Cholesterinwerte ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele Menschen wünschen sich nach der Diagnose einen schonenden Weg der Behandlung, ohne gleich Medikamente einnehmen zu müssen. Verschiedenen Lebensmitteln wird in dem Zusammenhang eine cholesterinsenkende Wirkung nachgesagt. Einige davon hat sich die Stiftung Gesundheitswissen genauer angeschaut und die Studienlage zu ihrem möglichen Nutzen zusammengestellt. Denn in der Tat kann eine gesunde Ernährung gegen erhöhte Cholesterinwerte helfen. Sie ist daher auch Bestandteil der Basistherapie. Gehören aber Margarine, Walnüsse oder Hülsenfrüchte bei erhöhtem Cholesterinspiegel auf den Tisch?

Hülsenfrüchte als Cholesterinsenker?

Bei erhöhtem Cholesterinspiegel stehen Hülsenfrüchte, wie Kichererbsen, Kidneybohnen oder Linsen als Senker hoch im Kurs. Aber können sie den Cholesterinwert im Blut wirklich verringern? Diesen Effekt untersuchte eine systematische Übersichtsarbeit aus zehn randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs). Die 268 Teilnehmenden verzehrten täglich 80 bis 162 g verschiedene Arten von Hülsenfrüchten. Im Vergleich zu einer Kontrolldiät mit ähnlichem Gesamtenergie- und Nährstoffgehalt konnte tatsächlich eine Senkung des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins beobachtet werden. Es ist jedoch mehr Forschung erforderlich, um eine längerfristige Wirkung von Hülsenfrüchten auf die Cholesterinwerte bei Personen mit Hypercholesterinämie zu beurteilen.

Walnüsse bei erhöhten Cholesterinwerten?

Auch Walnüsse zählen zu den natürlichen Cholesterinsenkern. Aber was sagen die Studien dazu? In der Tat ließ sich in einer Studie beobachten, dass 40 g Walnüsse pro Tag in Kombination mit einer fett- und cholesterinarmen Diät das LDL- und Gesamtcholesterin zu senken scheinen. Die Vergleichsgruppe ernährte sich im gleichen Zeitraum mit einer alleinigen fett- und cholesterinarmen Diät ohne Walnüsse. Allerdings ging dieser Frage nur eine randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) mit einer geringen Teilnehmerzahl von 37 Personen nach. Deshalb und aufgrund der Studienqualität ist die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt.

Wissenschaftliche Aussagen zu weiteren cholesterinsenkenden Lebensmitteln im Überblick:

-  Pekannüsse 
-  Mandeln / Mandel-Öl 
-  Probiotischer Joghurt 
-  Leinsamen 
-  Beta-Glucane 
-  Margarine mit zugesetzten Pflanzensterinen 
-  Rotschimmelreis 
-  Direkt zu den Studienergebnissen

Konkrete Hilfe bei der Ernährungsumstellung

Eine Ernährungsumstellung fällt nicht immer leicht. Was darf ich eigentlich noch essen, was nicht? Wo gibt es Orientierung bei der großen Auswahl an Produkten? Um den Überblick zu behalten, welche Lebensmittel bei erhöhten Cholesterinwerten tatsächlich geeignet sind, hat die Stiftung Gesundheitswissen eine Übersicht zusammengestellt. Sie zeigt aber nicht nur, welche Lebensmittel sich eignen, sondern auch welche man besser weniger isst oder ganz vermeiden sollte. Mit dieser Lebensmitteltabelle kann es gelingen, die (un)geeigneten Lebensmittel im Blick zu behalten:

- Direkt zur Lebensmitteltabelle der Stiftung Gesundheitswissen (PDF)

Mehr Informationen dazu in der neuen Gesundheitsinformation „Erhöhte Cholesterinwerte“: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/wissen/erhoehte-cholesterinwerte/hintergrund

 

OV von Stiftung Gesundheitswissen




Toyota Gazoo Racing Germany – Rennpremiere bei der DTM Trophy

 

Am kommenden Wochenende (18. – 20. Juni) wird es ernst für das neu gegründete Team von Toyota Gazoo Racing Germany: Beim Saisonstart der DTM Trophy, einer Rahmenserie zur Deutschen Tourenwagen Masters (DTM), erlebt die Mannschaft ihre Feuertaufe im königlichen Park von Monza. Hier startet Nico Verdonck (35) aus Belgien zum ersten Rennen im Toyota GR Supra GT4.

Bei dem Team handelt es sich um eine Kooperation zwischen Toyota Gazoo Racing Europe (TGR-E), Toyota Deutschland und dem Einsatzteam Ring Racing. Fahrer und Fahrzeug treten in den bekannten Farben von Toyota Gazoo Racing an.

Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Norditalien erwartet Toyota Gazoo Racing Germany starke Konkurrenz. 23 GT-Sportwagen von sieben verschiedene Marken haben sich für den Saisonauftakt angemeldet, darunter auch ein zweiter GR Supra GT4. Das blau lackierte Fahrzeug wird ebenfalls von Ring Racing eingesetzt und von der 27-jährigen Niederländerin Stéphane Kox pilotiert. Beide Fahrzeuge kämpfen in zwei 30-minütigen Sprint-Rennen am Samstag und Sonntag jeweils ab 15:15 Uhr um Positionen. Dabei sorgt eine Balance of Performance (BoP) zwischen den Fahrzeugen für Chancengleichheit und packende Sekundenduelle.

Toyota Gazoo Racing Germany wird die komplette Saison zur DTM Trophy bestreiten, die sieben Rennwochenenden umfasst. Neben den deutschen Läufen auf dem Lausitzring, Nürburgring und Hockenheimring sowie dem Saisonauftakt in Italien (Monza) gastiert die Meisterschaft auch in Österreich (Red Bull Ring) und den Niederlanden (Assen).

Der GR Supra GT4 basiert auf dem Toyota GR Supra (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,5-6,3 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 170 -143 g/km), dem ersten weltweit verkauften GR Serienmodell. Die Rennversion wurde bei Toyota Gazoo Racing Europe (TGR-E) in Köln für den Motorsport-Einsatz entwickelt. Dafür stieg die Leistung des drei Liter großen Reihensechszylinders, der von einem Twin-Scroll-Turbolader beatmet wird, auf 320 kW (430 PS). Ein Siebengang-Automatikgetriebe mit Schaltwippen und mechanischem Sperrdifferenzial überträgt die Kraft auf die Hinterräder.

Frontdiffusor und Heckflügel bestehen aus natürlichen Verbundstoffen und tragen zum niedrigen Gesamtgewicht von 1.350 Kilogramm bei. Wie auch das Serienmodell setzt der GT4-Rennwagen auf eine MacPherson-Federbein-Vorderachse, die Hinterräder werden von einer Mehrlenkerachse geführt. KW-Stoßdämpfer und Pirelli-Reifen sorgen für viel Grip und hohe Fahrstabilität, während Rennsport-Bremssättel entsprechend späte Bremspunkte ermöglichen. Sie besitzen an der Vorderachse sechs und an der Hinterachse vier Kolben.

 

OV von Toyota Germany




Der Amazonas wird verramscht

 

 Zur Grillsaison wirbt der Einzelhandel mit Steaks oder Grillwürstchen vom Schwein mit einem Preis von durchschnittlich 6,36 Euro pro Kilo. Die Tofuwurst und der Sojaburger schlagen im Angebot mit einem Kilopreis von durchschnittlich 13,79 Euro zu Buche – und sind damit mehr als doppelt so teuer. Das sind Ergebnisse einer Rabattanalyse, die der WWF Deutschland zum Beginn der Grillsaison bei acht deutschen Lebensmitteleinzelhändlern durchgeführt hat. „Mit Billigfleisch wird der Amazonas verramscht“, kritisiert Tanja Dräger de Teran, Ernährungsreferentin beim WWF Deutschland. „Damit Fleisch zu günstigen Knallerpreisen angeboten werden kann, muss massenhaft Vieh gehalten und im großen Stil Futtermittel, vor allem Soja, importiert werden. Das heizt das Klima an und treibt die Zerstörung wertvoller Lebensräume wie etwa Regenwälder und Savannen in Lateinamerika voran.“

Durchgeführt wurde die WWF-Analyse vom 26. April bis 22. Mai 2021. Insgesamt wurden 922 Grillfleisch-Angebote in den Werbeprospekten von acht deutschen Supermarktketten erfasst. Die ausgewiesenen Rabatte betrugen zwischen 6 und 56 Prozent. Im Schnitt waren 85 Prozent des rabattierten Grillfleisches billiger als pflanzliche Alternativen. Erst im April 2021 hatte ein WWF-Report aufgedeckt, dass die EU nach China der größte Importeuer von Tropenwaldzerstörung ist. 16 Prozent der globalen Tropenabholzung im Zusammenhang mit dem internationalen Handel gehen demnach auf das Konto Europas. Zwischen 2005 und 2017 wurden für deutsche Importe von Agrargütern im Schnitt mehr als 43.700 Hektar Tropenwald pro Jahr vernichtet.

„Derzeit ist Fleisch für preisbewusste Käufer attraktiver als die umweltfreundlicheren, vegetarischen Grill-Produkte“, kritisiert Dräger de Teran. „Nachhaltige Ernährung wird dadurch zu einer sozialen Frage. Gerade wer beim Einkauf aufs Geld achten muss, wird quasi dazu gezwungen zum billigen Schweinenackensteak zu greifen, anstatt zum höherpreisigen Tofu-Würstchen.” Neben der Preispolitik des Handels kritisiert sie auch die aktuelle Landwirtschaftspolitik. „Die nächste Bundesregierung muss bis 2022 eine ressortübergreifende Ernährungsstrategie auf den Weg bringen, deren Maßstab die ökologischen Grenzen der Erde sind.” Künftig müsse die einfache Wahl auch die gesunde und nachhaltige Wahl sein. Dazu solle die Bundesregierung ab 2023 eine Lenkungssteuer für tierische Lebensmittel einführen, die sich an Nachhaltigkeitskriterien orientiert und Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft weniger belastet.

Nur bei zwei Prozent der untersuchten Angebote handelte es sich zudem um Bioprodukte. „Wir können also davon ausgehen, dass 98 Prozent des rabattierten Grillfleischs nur die gesetzlichen Mindestkriterien beziehungsweise minimale Zusatzanforderungen erfüllt”, bilanziert Dräger de Teran. Nachhaltige Fütterung und Haltung scheinen in der Grillsaison keine Rolle zu spielen.

„Immer mehr Deutsche ernähren sich vegetarisch oder vegan. Pflanzenbasierte Produkte sollten daher in der Vermarktung bevorzugt und künftig keine Lockangebote mehr auf Fleisch- und Wurstwaren ausgewiesen werden”, so die WWF-Expertin. Davon ausgenommen seien Angebotspreise kurz vor Ablauf des Verbrauchsdatums.

Hintergrund: Methodik der Analyse
In der Stichproben-Analyse wurden die rabattierten Angebote von Grillfleisch und fleischlosen Grillprodukten von acht deutschen Lebensmitteleinzelhändlern untersucht (Aldi Nord, Aldi Süd, EDEKA, LIDL, Netto, Norma, Kaufland und REWE). Vom 26. April bis 22. Mai 2021 wurden dabei insgesamt 56 Angebotsprospekte ausgewertet. Neben den Preisen und Rabatten auf Grillfleisch wurden die Angebote für Grillkäse, Feta, Baguette, Barbecue-Soße und grillbare Fleischersatzprodukte erhoben und verglichen. Als Fleischersatzprodukt wurden pflanzliche Produkte begriffen, die wie Fleisch aussehen und schmecken sollen sowie zur Zubereitung auf dem Grill gedacht sind. Dazu zählen etwa Burger oder Würstchen auf Basis von Erbsenprotein, Soja oder Tofu.

Hintergrund: Ernährungsstudie
Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des WWF könnten jährlich 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden, indem alle Deutschen ihren Fleischkonsum auf 470 Gramm pro Wache halbieren und stattdessen mehr Gemüse und Hülsenfrüchte verzehren. Das entspricht fast den gesamten Emissionen der deutschen Landwirtschaft (66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente).

 

OV von WWF Deutschland




Kinder und Tiere bei Hitze niemals im Fahrzeug lassen

 

Trotz Warnungen wird die extreme Hitzeentwicklung im Inneren eines abgestellten Fahrzeugs immer wieder unterschätzt. Kinder und Tiere sollten daher unter keinen Umständen im Wagen zurückgelassen werden. Wie eine Studie US-amerikanischer Forscher zeigt, steigt die Temperatur im Wageninneren eines in der Sonne geparkten Fahrzeugs pro Minute im Schnitt um ein Grad Celsius. „Wer Kinder oder ein Tier im parkenden Fahrzeug lässt, setzt schon bei milden Temperaturen leichtfertig deren Gesundheit aufs Spiel. Selbst, wenn es sich nur um wenige Minuten handelt“, sagt Thorsten Rechtien, Fahrzeugexperte bei TÜV Rheinland.

Der „kurze“ Einkauf ist dafür ein typisches Beispiel: Dabei werden aus den geplanten fünf Minuten schnell mal 20. Für Kleinkinder und Tiere wird es spätestens ab 40 Grad Celsius im geschlossenen Fahrzeug lebensbedrohlich. Ein Wert, der bei 30 Grad Außentemperatur bereits nach einer halben Stunde deutlich übertroffen wird. Auch heruntergelassene Fensterscheiben oder schattigere Parkplätze ändern daran kaum etwas.

Im Notfall die Scheibe einschlagen

Entdecken Passanten Kinder oder Tiere bei sommerlichen Temperaturen in geparkten, verschlossenen Fahrzeugen, sollten sie grundsätzlich über die Notrufnummer 110 die Polizei oder die Notrufnummer 112 die Feuerwehr verständigen. Die Polizei kann versuchen, den Fahrzeughalter telefonisch zu erreichen. Zudem sollte man auch selbst versuchen, den Fahrer ausfindig zu machen. Befindet sich das Fahrzeug auf einem Parkplatz eines größeren Geschäfts, könnte in diesem beispielsweise das Nummernschild ausgerufen werden. Wer eine Fahrzeugscheibe einschlägt, um den Zurückgelassenen in einer akuten Notsituation zu helfen, kann sich auf Paragraph 34 des Strafgesetzbuches berufen, den „rechtfertigenden Notstand“. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn die Zurückgelassenen keine Reaktionen auf Klopfzeichen zeigen. Ob der Notstand die Sachbeschädigung tatsächlich rechtfertigt, kommt aber auf den Einzelfall an. „Eventuell muss dies im Anschluss gerichtlich geklärt werden. Daher sollte man sich Zeugen dazu holen und ein Video oder Foto der Situation machen“, empfiehlt Thorsten Rechtien.

 

OV von TÜV Rheinland




Klimaneutralität benötigt auch technische Senken

 

(ots) Kurzgutachten untersucht Potenzial und Herausforderung bei technischen Senken und gibt Handlungsempfehlungen / Technologien müssen zügig und parallel aufgebaut werden

Klimaneutralität braucht Senken. Alle 1,5 Grad-kompatiblen Pfade des IPCC (und die Mehrheit der 2-Grad-Pfade) betonen die Notwendigkeit des massiven Einsatzes von negativen Emissionen ab 2050, aber auch bereits auf dem Weg dahin. Nach der deutschen Treibhausgasneutralität müssen wir netto-negativ werden. Negative Emissionen durch Senken entstehen, wenn langfristig CO2 aus der Atmosphäre entnommen wird. Für Klimaneutralität werden neben den natürlichen Senken auch technische CO2-Senken benötigt. Das Klimaschutzgesetzt fordert seit kurzem für 2045 eine jährliche Senkenleistung des LULUCF-Sektors von 40 Millionen Tonnen CO2.

Dies wird von allen Experten als überaus ambitioniert wahrgenommen. Zudem kann die Senkenleistung durch zunehmende Extremwetter auch deutlich geringer ausfallen. Die dena-Leitstudie geht gegenwärtig davon aus, dass es im Jahr 2045 noch Residualemissionen aus den Sektoren Industrie und Landwirtschaft von mindestens 60 bis 70 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten geben wird. Möglichkeiten zur technischen Entnahme von CO2 werden deswegen ebenfalls benötigt. Auch wenn die Technologien für technische Senken grundsätzlich zur Verfügung stehen, besteht noch hoher Forschungs- und Entwicklungsbedarf. Sie müssen zudem zeitnah eingesetzt werden, um über Skalen- und Lerneffekte die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Die zukünftigen Potenziale für technische CO2-Senken hängen von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien (DACCS), vom nachhaltigen Biomasseangebot und von dessen energetischer Nutzung in der Industrie (BECCS) und letztendlich auch von der jährlichen CO2-Transport- und -Einspeisekapazität ab. Hier kommen komplexe Wechselwirkungen ins Spiel, etwa zwischen der Größe anzunehmender natürlicher Senken-Potenziale und dem dadurch eingeschränkten Potenzial für Bioenergie. Das sind Kernergebnisse des von der Prognos AG erstellten und im Rahmen der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität veröffentlichten Kurzgutachtens ‚Technische CO2-Senken. Techno-ökonomische Analyse ausgewählter CO2-Negativemissionstechnologien‘.

Die Priorität sollte immer auf der Reduktion des Treibhausgasausstoßes liegen, so eine Schlussfolgerung des Kurzgutachtens. Negativemissionen leisten dann den Beitrag, die unvermeidbaren Residualemissionen auszugleichen und einen wahrscheinlich absehbaren Overshoot der Emissionen umzukehren. Durch Elektrifizierung, Energieträger- und Technologiewechsel können CO2-Emissionen aus energetischer Nutzung und zu Teilen auch prozessbedingte Emissionen vermieden werden. Wo dies nicht möglich ist, sollten Emissionen – insbesondere aus Anwendungsfeldern wie der Zementproduktion – abgeschieden und langfristig gebunden werden bzw. gespeichert werden (CCUS). Darüber hinaus können neben der reinen Vermeidung von Prozessemissionen in der Industrie auch negative Emissionen über BECCS oder DACCS erreicht werden.

Ob Transport, Nutzung (CCU) oder Speicherung (CCS) von CO2 aus Punktquellen oder der Atmosphäre, in den meisten Fällen stehen großen Potenzialen limitierende Faktoren gegenüber. Dazu zählen noch zu hohe Kosten, die Technologiereife, jährliche Einspeisekapazitäten oder fehlende Akzeptanz. Das Gutachten zeigt beispielhaft auf, wie sich Kostenpfade entwickeln können und wie etwa Direct Air Capture auf unter 100 Euro Abscheidekosten pro Tonne CO2 gesenkt werden kann. Hier sind besonders die Betriebsstunden, CAPEX-Kosten und der Strompreis relevante Faktoren.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, „Das Ziel der Klimaneutralität ist in einem Ausmaß ambitioniert, dass es schon längst nicht mehr ausreicht, sich allein auf das massive Senken von THG-Emissionen zu konzentrieren. Alle internationalen Szenarien und auch die Arbeiten an der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität zeigen, dass an einem umfassenden Konzept für natürliche und technologische Senken gearbeitet werden muss. Das novellierte Klimaschutzgesetz adressiert dieses Thema, wirft aber andererseits eine Reihe nachfolgender Fragen auf, die auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Biomasse und die Notwendigkeit von technologischen Senken hat. Hier voran zu kommen ist nicht nur ein Beitrag zum nationalen Ziel der Klimaneutralität, sondern auch ein erforderlicher Beitrag zur Erfüllung unserer globalen Verantwortung beim Klimaschutz. Natürliche Senken werden nicht genügen und müssen durch den großskaligen Einsatz von technischen Senken begleitet werden. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, müssen so schnell wie möglich die benötigten Technologien skaliert und Infrastrukturen aufgebaut werden. Die Bedingung hierfür ist ein politischer und gesellschaftlicher Konsens über die Notwendigkeit technischer CO2-Senken. Zu diesem Diskurs trägt das Kurzgutachten bei.“

Das von der Prognos AG erstellte Kurzgutachten ‚Technische CO2-Senken. Techno-ökonomische Analyse ausgewählter CO2-Negativemissionstechnologien‘ gibt einen Überblick zum technischen Status quo, den wirtschaftlichen Parametern und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu CO2-Abscheidung, -Transport, -Nutzung sowie CO2-Speicherung. Vor Veröffentlichung des Abschlussberichts der dena-Leitstudie werden in den kommenden Wochen weitere Kurzgutachten publiziert, die ausgewählte Themenschwerpunkte im Handlungsfeld Klimaneutralität behandeln.

Das Kurzgutachten „Technische CO2-Senken. Techno-ökonomische Analyse ausgewählter CO2-Negativemissionstechnologien“ ist hier kostenfrei zum Download erhältlich.

 

OV von  Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)




Butter bei die Fischereikontrolle!

 

Die Überfischung steigt in einigen europäischen Gewässern wieder an: jeder Zweite der kommerziell genutzten Fischbestände der EU gilt als überfischt. Diese alarmierende Tendenz wirft ein Schlaglicht darauf, dass die europäische Fischerei nicht wirksam kontrolliert wird. Jetzt wird das System der europäischen Fischereikontrolle reformiert. Dies ist dringend nötig, der WWF stellt dem bisherigen System ein miserables Zeugnis aus, warnt jedoch vor Rückschritten im Zuge der Reform.

„Die EU scheitert derzeit nicht nur daran zu erfassen wieviel Fisch ihren Meeren tatsächlich entnommen wird, sie versagt zusätzlich  dabei die eigenen Regeln zur Kontrolle der Fischerei durchzusetzen. Das ist angesichts der Krise der Meere ein dramatischer Offenbarungseid“, kritisiert Stella Nemecky, Fischereiexpertin des WWF Deutschland. „Fischerei ist aktuell der Haupttreiber für den Verlust von Biodiversität in unseren Meeren. Um sie umweltverträglich zu betreiben brauchen wir ein wirksam kontrolliertes Fischereimanagement, das Überfischung und den Beifang empfindlicher Arten wie Schweinswale, Delfine und Haie verhindert. Um das gewährleisten zu können, müssen auch die Fänge und Beifänge der vielen kleineren Fangschiffe mit Kameras an Bord erfasst werden. Die reformierte Kontrollverordnung muss bewirken, dass die See nicht länger als rechtsfreier Raum wahrgenommen wird“.  

Eine Pflicht für elektronisches Monitoring der Fänge über Kameras und Sensoren an Fangnetzen existiert in der EU bisher gar nicht, obwohl die europäische Fischereikontrollbehörde (EFCA) dies empfiehlt. Geht es allerdings nach den Plänen der Fischereiminister:innen würde Kameramonitoring nur für große Schiffe über 24 Meter Länge eingeführt – damit würden beispielsweise knapp vier Prozent der deutschen Flotte von der Kamerakontrolle erfasst, 96 Prozent der deutschen Fangboote wären ausgenommen. „Damit wäre ausgerechnet die große Mehrheit der deutschen Fangschiffe mit einem hohen oder sehr hohen Risiko für illegale Rückwürfe oder Beifänge empfindlicher Arten wie Schweinswale nicht erfasst. Wir brauchen Kameramonitoring als ein wichtiges Instrument, es muss aber auch sinnvoll eingesetzt werden, so dass es alle Risikofischereien erfasst“, fordert Stella Nemecky.

Der WWF sieht insbesondere Deutschland in der Pflicht sich im Ministerrat für eine zukunftsfähige, starke Kontrollverordnung einzusetzen. Ein Grund ist die dramatische Situation der für die deutsche Fischerei wichtigen Bestände in der Ostsee, die seit langem überfischt werden. „Ohne Fische kann auch die Küstenfischerei nicht bestehen. Die Bestände von Hering und Dorsch – sind so massiv unter Druck, dass sie jeden Schutz durch eine gut kontrollierte Fischerei brauchen“, so Nemecky. Der Schweinswal ist in der zentralen Ostsee von Aussterben bedroht, um die tödlichen Beifänge in der Fischerei zu stoppen brauchen Wissenschaftler:innen und Entscheidungsträger:innen gute Daten.

Der zweite Grund ist der Schutz der Verbraucher:innen vor Fisch aus illegaler Fischerei. Die neue Kontrollverordnung wird auch die Rückverfolgbarkeit sämtlicher Produkte aus Fisch und Meeresfrüchten, auf dem EU-Markt regeln – darunter Importe, Konserven, Wildfang, und Zuchtfisch. Die EU ist der weltweit größte Markt für Fisch und Meeresfrüchte. Das System zur Rückverfolgung der Fischprodukte bislang ist weitgehend papierbasiert. „Deutschland gehört zu den größten Importeuren von Fisch und Meeresfrüchten in der EU und muss sich für eine zeitgemäßes, digitales System zur Rückverfolgung von Fischprodukten stark machen. Derzeit können Verbraucher:innen nicht erkennen, ob ihr Fisch vielleicht aus illegaler Fischerei stammt oder ob menschenrechtliche Standards eingehalten werden. Es gilt alte Versäumnisse abzustellen und neue Schlupflöcher von vornherein zu verhindern“, fordert Nemecky. Einige Mitgliedsstaaten wollen nämlich verarbeitete oder konservierte Produkte wie z.B. Dosenthunfisch von der Kontrolle aussparen – damit würde jeder sechste importierte Fisch gar nicht vom EU-System erfasst. 

Der WWF Deutschland startet deshalb heute eine E-Mail-Aktion „meerrechtmeerleben“ mit der Bürger:innen  ihre Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Deutschland am 28. Juni auf dem AGRIFISH-Ministerrat vertritt, dazu auffordern können, sich für eine wirksame, zukunftsfähige und Transparenz erzeugende Fischereikontrollverordnung einzusetzen.

Hintergrund:

  • Die sogenannte Fischerei-Kontrollverordnung entscheidet maßgeblich über das Gelingen der EU-Fischereipolitik. Sie legt die Instrumente fest, mit denen Fischereiaktivitäten der EU-Flotte und Fisch vom Netz bis zum Teller überwacht werden können, um Legalität zu gewährleisten. Das Gesetzespaket soll dazu dienen erschöpfte Fischbestände wiederaufzubauen und illegale Fischerei zu unterbinden. Schon das bisherige, seit 2009 geltende Regelwerk hat sich als unzureichend erwiesen, um die Ziele der Gemeinsamen EU-Fischereipolitik durchzusetzen. Bei der Neufassung drohen in zentralen Punkten sogar Rückschritte, die ein Anwachsen der europäischen Fischbestände auf eine gesunde Größe unmöglich machen könnten.
  • Beim AGRISH-Ministerrat am 28. Juni legen die Fischereiminister:innen der EU  ihre Positionierung für die Gesetzesreform fest. Anschließend beginnen die sogenannten Triloge, in denen sich der Ministerrat, das EU-Parlament und die EU-Kommission auf eine finale Fassung des Gesetzespakets einigen müssen.
  • Die Überfischung in EU-Gewässern steigt derzeit wieder an und ist höher als im weltweiten Mittel: Weltweit gilt ein Drittel der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt (34,2 Prozent), im Nordostatlantik der EU ist es fast die Hälfte (43 Prozent), in der gesamten EU gilt jeder zweite Fischbestand als überfischt (49,2 Prozent, bzw. 32 von 65 untersuchten Beständen).
  • Elektronische Fernüberwachung wurde weltweit erfolgreich getestet und wird von der Europäischen Fischereikontrollbehörde (EFCA) als bestes Mittel zur Kontrolle auf See empfohlen. Die flächendeckend mangelhafte Umsetzung der sogenannten Anlandeverpflichtung führt zu einer steigenden Überfischung und gefährdet so die Fischbestände und Meeresökosysteme der EU.  
  • Derzeit bleiben 75 Prozent der gesamten EU-Fischereiflotte weitgehend unterhalb des Radars der Fischereibehörden, weil Schiffe unter 12 Meter Länge von der Pflicht eines Systems zur automatischen Ortung (z.B. VMS/AIS) befreit sind.  Es geht um 49.000 europäische Fangschiffe, deren Position und Fangbewegungen nicht nachvollziehbar sind.

 

OV von WWF Deutschland




Maskengrün: Wiederverwendbare FFP2-Stoffmaske schützt Mensch & Umwelt

 

(ots) Maskengrün präsentiert die erste wiederverwendbare FFP2-Stoffmaske, die sowohl den Menschen, als auch die Umwelt schützt – für gerade einmal 9,99EUR!

FFP2-Einmalmasken haben zu Beginn der Pandemie eine wichtige und unersetzliche Rolle gespielt, um eine unkontrollierte Ausweitung des Coronavirus‘ bestmöglich zu unterbinden.

Das Problem? Unsere Gesundheit wurde geschützt, die Umwelt jedoch stark belastet. Millionen von Einmalmasken, die tagtäglich genutzt und anschließend entsorgt wurden, sind auf mehr oder minder direktem Wege in unseren Weltmeeren gelandet. Dort stellen Sie eine elementare Gefahr für das gesamte maritime Leben dar.

Die Zeiten, in denen Gesichtsmasken rar und alternativlos waren, sind allerdings vorbei. Selbst FFP2-Masken, die nach Ansicht von Gesundheitsexperten und Behörden den bestmöglichen Aerosolschutz bieten und deshalb anfangs regelmäßig vergriffen waren, werden nun auch als wiederverwendbare Stoffmasken hergestellt und angeboten (jetzt bestellen: https://maskengruen.de/) . Möglich wird dies durch einen smarten 4-Stufen-Schutz: Die Maskengrün-Maske setzt sich aus zwei Baumwollschichten, einer Polypropylen-Filtermembran und einer Nano-ePTFE Membran zusammen. Diese Kombination ermöglicht der Maske eine Schadstofffiltration von mindestens 94%. Im Gegensatz zu FFP2-Einmalmasken ist Maskengrün aber auch noch individuell größenverstellbar, dank anpassbarer Ohrschlaufen und Nasenbügel. Dadurch wird eine sichere und komfortable Passform ermöglicht.

Der Umstieg auf nachhaltige Maskenalternativen, wie die von Maskengrün, ist somit für Mensch & Natur ein wichtiger Schritt, um die Gesundheit zu schützen, aber auch die Verschmutzung von Natur und Meeren durch Einmalprodukte einzudämmen. Experten erwarten, dass uns Masken auch noch weiterhin, über die Corona-Pandemie hinaus, in unserem Alltag begleiten werden. Das Ausbleiben der üblichen Grippewelle und der allgemeine Rückgang von Erkältungskrankheiten im vergangenen Jahr haben nämlich aufgezeigt, welchen Nutzen Gesichtsmasken, unabhängig von Corona, haben können – zumindest beim Arztbesuch oder in der überfüllten Straßenbahn.

Aufgrund des niedrigen Preises von 9,99EUR ist Maskengrün aber nicht nur nachhaltiger als Single-Use- Modelle, sondern auch noch um ein Vielfaches günstiger. Wer jetzt also noch auf der Suche nach einer nachhaltigen und zertifizierten FFP2-Maske ist, wird auf https://maskengruen.de/ fündig. Firmenkunden können sich gerne an support@maskengruen.de wenden, um ein maßgeschneidertes Angebot und die Möglichkeit eines Rechnungskaufes zu erhalten.

 

OV von Luoro GmbH




Mit Katastrophenvorsorge gegen Klimaflucht

 

(ots) Viele Fluchtbewegungen haben ihren Ursprung unter anderem im Klimawandel: durch ihn nehmen Extremwetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen oder Stürme zu und der Meeresspiegel steigt. 2020 waren Extremwetterereignisse für 98 Prozent der Binnenvertreibungen durch Katastrophen verantwortlich*. Sieben Millionen Menschen flohen aufgrund von Naturkatastrophen und Extremwetter innerhalb ihres Landes – viele von ihnen wurden mehrfach vertrieben. Schon jetzt ist der Klimawandel für sie Realität, denn Folgen wie zum Beispiel Ernteausfälle oder Wassermangel bedrohen ihre Existenzgrundlage. Um Fluchtursachen zu mindern, setzen die Hilfsorganisationen im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ auf Katastrophenvorsorge und bereiten Menschen weltweit in Risikogebieten auf die Folgen des Klimawandels vor.

Klimawandel bekämpfen, Flüchtlingszahlen senken

Experten nehmen an, dass die Zahl der Klimaflüchtlinge weiter zunehmen wird. „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sollten wir verstärkt auf Katastrophenvorsorge setzen und die Widerstandskräfte der Menschen in Risikogebieten stärken. Damit sind sie auf die Bewältigung von Extremwettereignisse besser vorbereitet, so dass eine Flucht in vielen Fällen nicht mehr nötig sein wird. Vereinfacht gesagt: Bekämpfen wir den Klimawandel, reduzieren sich auch die Flüchtlingszahlen“, so Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin von „Aktion Deutschland Hilft“.

 

OV von Aktion Deutschland Hilft e.V.




Silvesterfeuerwerk – große Mehrheit ist gegen ein Verbot

 

(ots) In einer vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführten telefonischen Umfrage stimmten 80 % der Befragten für den Erhalt von privatem Silvesterfeuerwerk.

Das Corona-bedingte Abgabeverbot von Feuerwerkskörpern zu Silvester 2020 befeuerte die langjährige Diskussion, ob privates Silvesterfeuerwerk weiterhin erlaubt bleiben soll. Vor diesem Hintergrund beauftragte das Unternehmen Röder Feuerwerk Handelsgesellschaft mbH aus Schlüsselfeld das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer telefonischen Umfrage zum Thema „Silvesterfeuerwerk“. Im Zeitraum vom 21. April bis 6. Mai 2021 wurden durch Forsa in einer repräsentativen Umfrage, bundesweit Bürger im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Zentrales Thema der groß angelegten Umfrage war, wie die Bürger in Deutschland tatsächlich zu dem immer wieder diskutierten Silvesterfeuerwerk-Verbot stehen. Dabei wurden auch Aspekte wie Feinstaub, Müll, Tierwohl und Umweltschutz berücksichtigt.

Hervorzuheben ist, dass 90 % der Befragten angaben, selbst gezündetes Feuerwerk ist hierzulande eine Tradition. Diese klar mehrheitliche Einschätzung ist unabhängig von Alter, Geschlecht oder formaler Bildung. Mit 80 % der befragten Bürger wünscht sich zudem eine deutliche Mehrheit, dass privates Silvesterfeuerwerk auch zukünftig erlaubt bleibt. Unter ihnen sind 25 %, welche die Erlaubnis nicht an weitere Einschränkungen geknüpft sehen wollen. Und 55 % plädieren für Einschränkungen durch etwa Verbotszonen oder weniger extrem lautes Feuerwerk. Dies unterstützt die Entwicklung der in der Vergangenheit eingerichteten Verbotszonen in Innenstädten, um Gefährdungen und Belästigungen zu reduzieren. Die aktuellen gesetzlichen Regelungen sehen bereits eine Beschränkung der Lautstärke bis maximal 120 dB in 8 m Entfernung vor, sowie ein Zündverbot in der Nähe von beispielsweise Seniorenheimen und denkmalgeschützten Gebäuden. Die Hersteller haben in den letzten Jahren zudem ihre Produktpalette stark um geräuschärmerer Feuerwerkskörper erweitert.

Ergänzend zu ihrer Einstellung zu Silvester-Feuerwerk wurden die Teilnehmer der Umfrage auch zu ihrem Kaufverhalten in den letzten fünf Jahren befragt. Dabei gab die Mehrheit von 56 % an, dass in ihrem Haushalt in den vergangenen fünf Jahren Geld für Silvesterfeuerwerk ausgegeben wurde. 31 % kaufen jedes Jahr Feuerwerk und 25 % gelegentlich, 11 % der Befragten schauen lieber bei anderen zu. Dabei war zu beobachten, dass Haushalte mit jüngeren Befragten deutlich häufiger Silvester Feuerwerkskörper kauften. Zusätzlich gehören gerade Familien mit Kindern überdurchschnittlich häufig zu den Käufern und überraschenderweise ebenso ein höherer Prozentteil an Haustierbesitzern als Haushalte ohne Tiere. In diesem Zusammenhang wurden Personen, die kein Feuerwerk in den vergangenen fünf Jahren gekauft haben nach den Gründen gefragt und konnten spontan mehrere Punkte nennen. Als Hauptgrund wurde „Geldverschwendung“ genannt, nachfolgend von „Umweltschutz“ und an dritter Stelle „kein Interesse an Silvester-Feuerwerk“.

Die Umfrage widmete sich auch umfangreich den Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Einer von 10 Befragten berichtet, schon einmal selbst eine Verletzung davon getragen zu haben, jedoch 80 % davon so gering, dass sie selbst oder jemand in ihrer Nähe diese versorgen konnte. Entgegen der landläufigen Meinung ist festzuhalten, dass in Deutschland zugelassene Schwarzpulver-Böller keine Gliedmaßen abtrennen können. Vom Gesundheitswesen werden allerdings an Silvester keine Zahlen zu Verletzungen erhoben, um Aussagen über das Ausmaß und der Schwere von Verletzungen durch Feuerwerkskörper treffen zu können. Meist treten nur die sehr seltenen schweren Fälle, verursacht durch illegale Pyrotechnik, über die Medien in die öffentliche Aufmerksamkeit.

Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern wird Feinstaub freigesetzt, daher widmete sich die Umfrage auch diesem Thema. Rund zwei Drittel der Befragten (69 %) sind der Meinung, dass Feuerwerk im Vergleich zu anderen Feinstaubquellen sehr viel Feinstaub erzeugt. Parallel dazu stimmen aber auch 40 % der Aussage zu, Feinstaub sei zwar bedenklich, aber das bisschen, das durch das Silvesterfeuerwerk einmal im Jahr freigesetzt werde, sei für die Gesundheit der Menschen irrelevant. Dass ein Teil der Befragten beiden Aussagen zustimmt, lässt schon erkennen, dass beim Thema ‚Feinstaub‘ viel Unsicherheit herrscht, wie die Belastung der Menschen durch unterschiedliche Feinstaubquellen einzuschätzen ist. Ein gutes Viertel der Befragten (27 %) hält die Feinstaubdiskussion sogar insgesamt für übertrieben. Tatsächlich wurde lange Zeit eine vom Umweltbundesministerium abenteuerlich hoch geschätzte Feinstaubmenge durch Feuerwerk kommuniziert und dieser anerkannte falsche Wert von Feuerwerksgegnern und Umweltschutzorganisationen gerne aufgegriffen. Mittlerweile gibt es eine belastbare wissenschaftliche Untersuchung dazu, wonach die tatsächliche Menge an Feinstaub durch Feuerwerk drastisch geringer ist als bisher vermutet.

Abschließend wurde nach der Einschätzung gefragt, wie gefährlich Feuerwerk für Tiere sei, wenn es in deren Nähe gezündet wird. Der Aussage „Tiere werden öfter oder häufig kurz gestresst, nehmen aber keinen dauerhaften Schaden“ stimmten 77 % der Befragten zu. Von diesen stimmen zusätzlich einige der Aussage zu, dass Tiere ein Silvesterfeuerwerk „öfter“ oder sogar „häufig“ komplett unbeschadet überstehen, so dass alles in allem 50 % der Befragten diese letztere Vermutung teilen. Bemerkenswert ist, dass sich Tierhalter in ihrer Einschätzung nicht von Befragten ohne Haustiere unterscheiden. Offensichtlich scheinen viele Tierhalter (84 % haben Hund, Katze oder beides), entgegen der Behauptung von Feuerwerksgegner, keine anderen Erfahrungen gemacht zu haben und eindeutige 78 % der Haustierbesitzer plädieren für ein Silvester mit Feuerwerk!

Durch die Forsa-Umfrage wird klar, dass die überwiegende Mehrheit der Bürger in Deutschland im Alter von 18 bis 69 Jahre „pro“ Feuerwerk eingestellt ist und sich ein Silvester ohne privat gezündetes Feuerwerk nicht vorstellen kann. Die Bürger sind offensichtlich der Meinung, privates Silvesterfeuerwerk soll auch weiterhin in Deutschland Tradition haben.

 

Röder Feuerwerk Handelgesellschaft mbH




Mit der Natur

 

Die Staats- und Regierungschefs der Welt kommen in diesem Jahr zu verschiedenen Treffen zusammen, um über den Schutz des Klimas, der Natur und nachhaltige Entwicklung zu beraten. Eine aktuelle Studie von rund 30 Naturschützer:innen, indigenen Völkern und Menschenrechtsorganisationen zeigt nun, welche enorme Bedeutung indigenen und lokalen Gemeinschaften bei der Erreichung dieser Ziele zukommt. Mindestens 32 Prozent (oder 43,5 Millionen Quadratkilometer) der globalen Landfläche, so stellt der Bericht fest, sind im Besitz von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften oder werden von ihnen verwaltet. Damit decken sie mindestens 36 Prozent der Flächen der wichtigsten Biodiversitäts-Hotspots mit besonders hoher Artenvielfalt ab. 91 Prozent dieser Ländereien sind in einem guten ökologischen Zustand.

„Mit indigenen und lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten heißt, von ihnen zu lernen und sie dabei zu unterstützen, ihre Territorien weiter erfolgreich zu schützen“, sagt Dr. Julia Gorricho, Südamerika-Referentin beim WWF Deutschland. „Die vorliegende Studie beweist, dass wir die globalen Ziele im Umweltschutz ohne sie nicht erreichen können. Und trotzdem werden indigene und lokale Gemeinschaften viel zu häufig außen vorgelassen, wenn es um den Schutz unser aller Lebensgrundlagen geht. Aktuell ist die Lage für viele von ihnen besonders kritisch: Auf der ganzen Welt geraten Indigene immer stärker unter Druck und werden aus den Gebieten vertrieben, die sie über Generationen erhalten haben.“

Der Bericht „The State of the Indigenous Peoples’ and Local Communities’ landscape and territories“ ist die erste umfassende räumliche Analyse, die die Ausdehnung der Ländereien indigener und lokaler Gemeinschaften und ihren Zustand weltweit erfasst. Untersucht wurden der ökologische Zustand, die biologische Vielfalt, die ihnen erbrachten Ökosystemdienstleistungen (wie etwa saubere Luft uns sauberes Wasser, Abmilderung der Erderhitzung, Schutz vor Überschwemmungen etc.) und welchen Bedrohungen sie und die in ihnen lebenden Menschen ausgesetzt sind. Mehr als ein Viertel dieser Territorien sieht der Bericht in Zukunft einem hohen Entwicklungsdruck ausgesetzt und damit in Gefahr, nachhaltig geschädigt zu werden.

Als Antwort müsse die internationale Staatengemeinschaft indigene und lokale Gemeinschaften dringend stärken, fordern die Autor:innen der Studie. Das gelte insbesondere für das neue globale Rahmenwerk zur Biodiversität, das in diesem Jahr verhandelt wird. Indigene Völker und lokale Gemeinschaften müssten besser anerkannt und unterstützt werden – auch finanziell, um ihr Land zu erhalten, zu verteidigen und wiederherzustellen. Alle globalen Schutzbemühungen, einschließlich der Forderung, bis 2030 mindestens 30 Prozent des Landes, des Süßwassers und der Ozeane der Welt unter Schutz zu stellen, hingen von der direkten Beteiligung der indigenen und lokalen Gemeinschaften ab und blieben unerreichbar ohne sie.

„Wenn für einen Menschen der schützenswerteste Teil des Körpers das Herz ist, was wäre es dann für den Planeten Erde? Der Bericht verweist auf die traditionellen Territorien, die seit langem im Besitz indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sind, in denen ein Drittel der weltweiten Biodiversität gedeiht und erhalten bleibt. Mir ist kein besserer Schutz oder Rezept für den kränkelnde Planeten Erde bekannt“, Giovanni Reyes vom Volk der Kankanaey auf den Philippinen und Präsident des philippinischen ICCA-Konsortiums.

„Lokale Gemeinschaften haben die Fähigkeit und die Leidenschaft, das Land und die natürlichen Ressourcen um sie herum zu verwalten und zu kontrollieren. Was sie brauchen, ist die volle Unterstützung und Anerkennung, sowohl von lokalen und nationalen Behörden als auch von Entwicklungspartnern“, sagt Edward Loure vom Ujamaa Community Resource Team in Tansania.

 

OV von WWF Deutschland




Das Immobilienrecht in den Zeiten der Pandemie

 

(ots) Seit rund 15 Monaten hat die Corona-Pandemie alle gesellschaftlichen Bereiche fest im Griff. Viele Dinge müssen plötzlich neu bewertet werden, das Verhalten der Menschen musste sich teilweise dramatisch ändern. Auch das Immobilienrecht macht da keine Ausnahme, wie diese Extra-Ausgabe des Infodienstes Recht und Steuern der LBS am Beispiel von aktuellen Urteilen zeigt. Selbst so alltägliche Ereignisse wie der Besuch des Kaminkehrers können da plötzlich zum Problem werden.

Bei all diesen Urteilen ist zu bedenken, dass sich die Corona-Rechtsprechung immer noch laufend fortentwickelt. In zahlreichen Fallkonstellationen fehlen noch höchstrichterliche Entscheidungen.

Besonders stark betroffen von der Pandemie sind die Eigentümerversammlungen, denn dabei kommt häufig zwangsläufig eine größere Zahl von Menschen zusammen. Aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen darf eines nicht geschehen, wie das Amtsgericht Kassel (Aktenzeichen 800 C 2563/20) entschied: dass die Teilnehmerzahl im Vorfeld auf weniger Personen als die Mitglieder und den Verwalter beschränkt wird. Alle Eigentümer müssen ohne Beschränkungen eingeladen werden. Geht eine Verwaltung nicht so vor, dann sind alle in der Versammlung gefassten Beschlüsse nichtig.

Eine der Grundregeln der Pandemiebekämpfung lautet bekanntermaßen, dass sich nicht zu viele Menschen in einem geschlossenen Raum aufhalten sollen. Das steht in einem gewissen Widerspruch zum Prinzip der Eigentümerversammlungen, an denen alle Mitglieder teilnehmen können. Deren Zahl darf nie eingeschränkt werden, wie im vorigen Urteil erwähnt wurde. Allerdings ist es dem Verwalter nach Ansicht des Landgerichts Frankfurt/Main (Aktenzeichen 2-13 S 108/20) gestattet, unter den Eigentümern Vertretungslösungen zu bewerben, um im gegenseitigen Einvernehmen die Personenzahl zu beschränken.

Der gewählte Versammlungsraum muss mindestens für die Teilnehmerzahl geeignet sein, die erfahrungsgemäß zu erwarten ist. Ein Verwalter hatte einen 100 Quadratmeter großen Saal ausgewählt, für den nach der geltenden Covid-19-Verordnung nur maximal sieben Personen zugelassen worden waren. In den zurückliegenden drei Jahren waren aber immer mindestens 19 Personen zugegen gewesen. Das Amtsgericht Dortmund (Aktenzeichen 514 C 88/20) betrachtete diese Ortswahl als einen Ermessensfehler. Selbst dann, wenn tatsächlich nur sieben Teilnehmer erschienen wären, hätten die Beschlüsse auf Anfechtung wegen des schon zum Zeitpunkt der Einladung ungeeigneten Raums für ungültig erklärt werden können.

Wenn das gesamte öffentliche Leben zum Erliegen gekommen ist, weil es ein pandemiebedingtes behördliches Versammlungsverbot gibt, dann sollten keine Eigentümerversammlungen mehr stattfinden und solche nicht einmal für diesen Zeitraum anberaumt werden. Denn durch eine solche Fehlentscheidung können auch Kosten (Saalmiete, Porto) entstehen. So urteilte das Amtsgericht München (Aktenzeichen 1291 C 2946/21) und stellte fest, dass es einen Anspruch auf Absage der Eigentümerversammlung gebe, wenn diese trotz pandemiebedingten Versammlungsverbots durchgeführt werden soll. Zudem sei die Formulierung der Einladung („sollten nicht mehr als 2-5 Teilnehmer dabei sein“ – was weniger als die Hälfte der Eigentümer darstellte) geeignet gewesen, „einen psychischen Zwang bei den einzelnen Wohnungseigentümern auszulösen, der sie von der Wahrnehmung ihrer Kernrechte abhält“.

Manche Menschen wollen in diesen Zeiten am liebsten niemanden in ihre Wohnung bzw. in ihr Haus einlassen, um sich keinem erhöhten Infektionsrisiko auszusetzen. Doch diese Vorsichtsmaßnahmen haben ihre Grenzen. So wies das Verwaltungsgericht Hannover (Aktenzeichen 13 A 4340/20) darauf hin, dass Schornsteinfegerarbeiten aus Gründen des Brandschutzes unverzichtbar sind und die Vertreter dieses Handwerks Zugang erhalten müssen.

Nahezu alle Fitnessstudios sind seit Monaten für ihre Mitglieder nicht mehr zugänglich. Die Behörden betrachten das Infektionsrisiko als zu hoch. Eine Lösung kann allerdings nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Hannover (Aktenzeichen 15 B 343/21) möglich sein und das ist die stundenweise Untervermietung der Räumlichkeiten an Einzelpersonen oder einen Haushalt. Hier handle es sich gar nicht mehr um ein Fitnessstudio im klassischen Sinne, stellten die Richter fest.

 

OV von Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS)




Zum Wohl von Natur, Klima und Fischerei

 

Effektive Meeresschutzgebiete sind essentiell im Kampf gegen die Biodiversitäts- und Klimakrise. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Whale and Dolphin Conservation (WDC) fordern die Bundesregierung auf, sich für eine Regulierung umweltschädlicher Fischereipraktiken, wie Grundschleppnetz- und Stellnetzfischerei, einzusetzen. Um das gesamte Klimaschutzpotenzial von marinen Ökosystemen auszuschöpfen, müssen 30 Prozent der Meeresflächen in Deutschland sowie weltweit effektiv geschützt werden. Dazu gehört, dass 50 Prozent dieser geschützten Meeresflächen als Nullnutzungszonen ausgewiesen, also von jeglicher menschlichen Nutzung freigehalten werden. Das heißt, dass diese Meeresflächen nicht nur auf dem Papier „Schutzgebiete“ sein dürfen. Vielmehr müssen sie durch ein nachhaltiges Management und den Ausschluss umweltschädigender Nutzungen zu echten Ruhezonen für bedrohte Tierarten werden, sodass sich die Natur erholen kann. Darauf weist die DUH auch in ihrem neuen Positionspapier hin.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Umweltschädigende Fischereimethoden und die Überfischung gehören zu den größten Bedrohungen für die Gesundheit der Meere. Nach dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts müssen Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner und Bundesumweltministerin Schulze endlich handeln und Fischereiaktivitäten mit negativen Umweltauswirkungen in den Meeresschutzgebieten der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee verbieten.“

Die Grundschleppnetzfischerei ist zwar in Teilbereichen der deutschen Nordsee-Meeresschutzgebiete verboten, nicht jedoch in der Ostsee. Die Auswirkungen sind großflächig und folgenschwer, da die schweren Netze über den Meeresboden gezogen werden und dabei nicht nur wertvolle Habitate zerstören, sondern auch große Mengen des im Sediment gespeicherten Kohlenstoffs als CO2 freisetzen. Die Stellnetzfischerei ist in deutschen Meeresschutzgebieten bis heute sogar uneingeschränkt erlaubt, obwohl diese Netze eine lebensbedrohliche Gefahr für Seevögel und Schweinswale darstellen, die häufig als Beifang darin verenden.

„Insbesondere der Schweinswal leidet unter fehlenden Ruhezonen“, sagt Fabian Ritter, Leiter des Bereichs Meeresschutz bei WDC. „Beifang in Stellnetzen ist die Todesursache Nummer eins für den kleinen Wal. Die Population in der zentralen Ostsee ist auf rund 500 Individuen geschrumpft und gilt als akut vom Aussterben bedroht. Deswegen muss jetzt schleunigst gehandelt werden.“

Dazu gehört, dass das Landwirtschafts- und das Umweltministerium endlich die Verhandlungen mit den Ostsee-Anrainern zur Regulierung der grundberührenden Fischerei in den deutschen Ostsee-Meeresschutzgebieten angehen. Vor allem aber müssen laut WDC und DUH die so genannten Notfallmaßnahmen der EU-Kommission schleunigst in Kraft treten, mit denen eine zeitweise Schließung in den Wintermonaten für die Stellnetzfischerei verfügt wird, insbesondere im Meeresschutzgebiet Pommersche Bucht.

Katharina Fietz, Referentin für Meeresnaturschutz der DUH, ergänzt: „Effektiv gemanagte Meeresschutzgebiete sind in Zeiten der Klimakrise wichtiger denn je. Sie bieten bedrohten Arten Schutz, erlauben Lebensräumen, sich zu regenerieren und sorgen für höhere Fischereierträge in ihrer Umgebung. Sie sind aber auch Kohlenstoffsenken, denn das Meer ist der größte Klimapuffer des Planeten. Solche vielfältigen Vorteile müssen mit dem Naturschutz zusammengedacht werden. Damit diese wichtigen Funktionen aufrechterhalten werden können, regen DUH und WDC eine engere Zusammenarbeit zwischen der Fischerei und Natur- sowie Klimaschützerinnen und -schützern an.“

 

OV von Deutsche Umwelthilfe DUH




Hohe Belastung, wenig Geld?

 

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise rücken vor allem Gesundheits- und Krankenpfleger*innen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Politik reagierte zuletzt und hat beschlossen, im Zuge einer Pflegereform die Gehälter anzupassen. Doch wie zufrieden sind Mitarbeiter*innen im Gesundheits- und Pflegebereich mit ihrem Gehalt derzeit wirklich? Der umfangreiche StepStone Gehaltsreport 2021, der auf insgesamt rund 250.000 Gehaltsdaten basiert, liefert Antworten.

Grundsätzlich ist das durchschnittliche Bruttogehalt der Berufsgruppe Gesundheit, Pflege und soziale Dienste mit rund 45.700 Euro im Vergleich zum Bundesdurchschnittsgehalt von knapp 57.000 Euro deutlich niedriger. Auch die durchschnittliche Gehaltszufriedenheit ist mit 43 Prozent geringer als die der Arbeitnehmenden in Deutschland über alle Berufsgruppen hinweg (49 Prozent).

Zufriedenheit steigt mit der Höhe des Gehalts – jedoch mit Ausnahmen

Ein genauer Blick auf die Vergütung der Pflegekräfte verrät: Vor allem die Mehrheit der Altenpfleger*innen (rund 64 Prozent) sind einem jährlichen Durchschnittsbruttogehalt von etwa 38.000 Euro unzufrieden. Klettern Pflegekräfte die Karriereleiter hinauf, steigt in der Regel auch die Zufriedenheit mit dem Gehalt: Unter den Pflegedienstleiter*innen ist knapp die Hälfte (49 Prozent) mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von etwa 50.100 Euro zufrieden. Damit sind sie zwar unzufriedener als der Durchschnittsdeutsche mit dem Gehalt, jedoch zufriedener als viele ihrer Kolleg*innen im Berufsumfeld. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Fachkrankenpfleger*innen: Sie verdienen mit durchschnittlich 48.200 Euro etwas weniger als Pflegekräfte mit Leitungsaufgaben, womit rund 50 Prozent der Befragten zufrieden sind.

„Die Höhe des Gehalts ist aber nicht alleine ausschlaggebend dafür, ob Arbeitnehmende zufrieden sind oder nicht. Die Arbeit mit Menschen und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten hat bei vielen ebenfalls Einfluss darauf, ob sie insgesamt glücklich mit ihrem Job sind“, sagt StepStone Gehaltsexperte André Schaefer. Das zeigt sich beispielsweise bei Heilerziehungspfleger*innen: Obwohl hier die Vergütung mit durchschnittlich 40.000 Euro deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt ausfällt, sind gut zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) zufrieden mit ihrem Einkommen. Auch Rettungssanitäter*innen sind mehrheitlich (67 Prozent) mit einem durchschnittlichen Bruttoverdienst in Höhe von knapp 37.500 Euro zufrieden.

„Faire Vergütung macht Pflegeberufe attraktiver“

Sich darauf zu verlassen, dass viele Angestellte in der Gesundheits- und Pflegebranche ihre Arbeit als Berufung sehen, wird in Zukunft aber nicht mehr reichen. „Die Corona-Pandemie hat uns zuletzt klar gezeigt, wie wichtig und systemrelevant Berufe im Pflege- und Gesundheitswesen sind. Die Mitarbeiter*innen wurden vielfach als die ‚Helden des Alltags‘ bezeichnet. Gleichzeitig klagen viele Unternehmen über den Mangel an Fachkräften. Zuletzt drohte sogar eine Kündigungswelle in der Branche. Eine faire und transparente Vergütung sorgt dafür, dass die Attraktivität vieler Berufe in der Gesundheitsbranche wieder deutlich steigt“, betont André Schaefer. Denn die Nachfrage ist groß. Zuletzt ist die Anzahl der neu ausgeschriebenen Pflege-Jobs auf StepStone.de im Vergleich zum Vorjahr um rund 37 Prozent gestiegen. Besonders groß ist der Bedarf bei Praxispersonal und Gesundheits- und Krankenpfleger*innen sowie Personal in der Altenpflege, wie eine Auswertung auf StepStone.de zeigt.

Hier finden Sie eine Tabelle mit einer Auswahl der durchschnittlichen Gehaltszufriedenheit sowie der Bruttodurchschnittsgehälter der Berufsgruppe Gesundheit, Pflege und soziale Dienste: https://www.stepstone.de/Ueber-StepStone/press/hohe-belastung-wenig-geld/

 

OV von StepStone.de




Zahl der Woche: 67 My home is my castle

 

Homeoffice, Kontaktbeschränkungen und ins Wasser gefallene Urlaube: Viele Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr Zeit im eigenen Zuhause verbracht als zuvor. Kein Wunder also, dass sie es sich gemütlich machen wollten. Eine aktuelle Civey-Umfrage[1] im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland, ergab: Zwei Drittel (67 Prozent) haben in den letzten zwölf Monaten Geld für die Verschönerung ihres Zuhauses ausgegeben, zum Beispiel für Neuanschaffungen oder Renovierungen.

Fast ein Viertel der Umfrageteilnehmer (24,6 Prozent) gab insgesamt bis zu 1.000 Euro aus, ein weiteres Fünftel (22,9 Prozent) steckte bis zu 5.000 Euro in die Verschönerung der eigenen vier Wände. Für 7,9 Prozent der Befragten lag die Investitionsgrenze bei 10.000 Euro und für immerhin noch gut jeden Zehnten (11,6 Prozent) war ein schönes Zuhause mehr als 10.000 Euro wert.

Was die Wohnung oder das Haus zu einem echten Zuhause macht, sollte man auch schützen. Daher rät Sandra Kniesigk, Versicherungsexpertin bei CosmosDirekt, nach größeren Anschaffungen oder Renovierungen die Hausratversicherung zu überprüfen: „Bei den meisten Anbietern hängt die Mindestversicherungssumme in der Hausratversicherung von der Wohnfläche ab. Wenn dann durch Anschaffungen neue Hausratsgegenstände hinzukommen, muss man sich in der Regel zunächst um eine mögliche Unterversicherung keine Gedanken machen. Denn diese sind üblicherweise mit bis zu zehn bzw. 20 Prozent der Höchstentschädigungsleistung mitversichert.“ Sollte der vereinbarte Versicherungsbetrag jedoch nicht pauschal je Quadratmeter, sondern anhand einer konkreten Inventarliste vereinbart sein, sollte die Absicherungssumme um den Wert der neu angeschafften Geräte angehoben werden.

[1] Bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage von Civey im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland. Im Mai 2021 wurden in Deutschland 2.503 Personen ab 18 Jahren befragt.

 

OV von Cosmos Direkt




Darf´s ein bisschen mehr sein? Tipps gegen Untergewicht

 

(ots) Essen nach Lust und Laune – und trotzdem kein Kilo mehr auf der Waage? Klingt nach Schlaraffenland, ist aber ziemlich belastend für Menschen mit Untergewicht. Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ gibt Tipps für mehr Gewicht.

Auch unterwegs vollwertige Lebensmittel dabeihaben

Tatsächlich gibt es große Unterschiede, wie Körper mit der ihnen zugeführten Nahrungsenergie umgehen. Einige speichern jede Extrakalorie für schlechte Zeiten. Andere verbrennen dank ihres besonders aktiven Stoffwechsels schon beim Nichtstun relativ viel Energie. Auch unser Lebensstil und der Umgang mit Alltagsbelastungen beeinflussen das Gewicht. Manche Menschen neigen zum Beispiel dazu, in belastenden Situationen sehr wenig zu essen, andere futtern sich regelrecht Kummerspeck an.

Wer zunehmen will, sollte nicht darauf warten, bis sich die Lust auf Essen einstellt. Erfolgversprechender ist es, lange Nüchternphasen zu vermeiden und regelmäßig drei Haupt- sowie zwei bis drei Zwischenmahlzeiten zu sich zu nehmen. „Damit das klappt, muss man sich gut organisieren und auch unterwegs genug vollwertige Lebensmittel dabeihaben“, sagt Hans Braun, Diplom-Ökotrophologe an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Gesunde Fette und komplexe Kohlenhydrate

Wirksam ist es auch, das Essen kalorienreicher zu gestalten: Wer zunehmen will, braucht Nahrung mit einer hohen Energiedichte. Das heißt: mit vielen Kalorien bei wenig Volumen. Chips, Kuchen und Schokolade sollten trotzdem nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen. „Besser ist es, die Zufuhr an gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten zu steigern“, rät Professor Christian Löser, Chefarzt der Medizinischen Klinik der DRK-Kliniken Nordhessen in Kassel. Dafür eignen sich etwa Nüsse, hochwertige Öle, Avocado oder Vollkornprodukte„Auch Obstsaft oder Smoothies können helfen, das Kalorienziel zu erreichen“, so der Ernährungsmediziner. Ein Schuss Sahne im Gemüsegericht oder morgens im Müsli, ein bisschen hochwertiges Öl über den Nudeln, ein Extra-Klecks Butter in der Bratensoße helfen dabei, die Energiedichte der Speisen zu steigern.

Wichtiger als die absolute Zahl auf der Waage sind allerdings immer der Gewichtsverlauf und die Begleitumstände, betont Ernährungsmediziner Löser: „Wer plötzlich ohne erkennbare Ursache an Gewicht verliert, sollte unbedingt einen Arzt konsultieren, um ernsthaftere Probleme auszuschließen.“

 

OV von  Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen




Viele Worte, wenig Taten

 

Die Staats- und Regierungschefs der G7 haben trotz wichtiger Bekenntnisse laut WWF zu wenig Tatkraft für den weltweiten Umwelt- und Klimaschutz bewiesen. Der Gipfel im britischen Cornwall endete mit einer aus Umweltsicht unzulänglichen Erklärung, in der viel bereits Beschlossenes bekräftigt wurde, häufig, ohne mit Maßnahmen oder Zeithorizonten zu konkretisieren. Positiv zu bewerten ist die Verabschiedung eines sogenannten “Nature Compact” zum Schutz der Biologischen Vielfalt, der das richtige Ambitionsniveau vorgibt, nämlich den fortschreitenden Verlust der Biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Konkrete Verpflichtungen transformativer Maßnahmen für die Wirtschaft und die dringend notwendige Erhöhung der Biodiversitätsfinanzierung blieben jedoch weitgehend aus. Dazu sagt Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand beim WWF Deutschland:

“Bekenntnisse sind gut, aber sie dürfen nicht auf den Lippen hängen bleiben. Nur wenn die G7 nun auch tätig werden, können sie ihrer Verantwortung als einige der größten Industrienationen und derzeit noch einige der größten Verschmutzer gerecht werden. Ohne weitreichenden Schutz der biologischen Vielfalt und des Klimas steigt auch das Risiko für unsere eigene Gesundheit, wie uns die aktuelle Pandemie nur zu klar vor Augen führt. 

Wir müssen unseren ökologischen Fußabdruck, den wir durch unsere Produktion und unseren Konsum in der Welt haben, bis 2030 mindestens halbieren. Bis 2030 muss ein Drittel der Erde unter Schutz stehen. Und Deutschland muss die Biodiversitätsfinanzierung im Laufe der nächsten Legislaturperiode auf zwei Milliarden Euro erhöhen.

Wir müssen das 1,5 Grad Limit des Pariser Klimaabkommens sicher einhalten – unter anderem über einen schnellstmöglichen Ausstieg aus fossilen Energieträgern weltweit. Deutschlands Pfad eines Kohleausstiegs bis 2038 ist immer noch nicht auf der richtigen Spur. Übrigens auch nicht, um die neuen Klimaziele der Bundesregierung erreichen zu können, hierfür wäre ein wesentlich schnelleres Ende der Kohleverstromung bis 2030 notwendig. Bei der internationalen Klimafinanzierung hat die Bundesregierung zwar eine Erhöhung bis 2025 auf 6 Milliarden Euro jährlich angekündigt, nötig wären aber 8 Milliarden Euro. 

Der Erfolg der Konferenzen zum Erhalt der biologischen Vielfalt (CBD) im Oktober in China und zum Klimaschutz im November in Großbritannien ist nun noch einmal wichtiger geworden. Das erhoffte starke Signal des Gipfels für die Biodiversitätsverhandlungen blieb leider weitgehend aus. Wir erwarten, dass die G7 Ende des Jahres ihrer Verantwortung nachkommen und Maßnahmen wie die Erhöhung der Biodiversitätsfinanzierung und zur Einhaltung des 1,5 Grad Limits auf den Tisch legen.“

 

OV von WWF Deutschland




Kinderarbeit nimmt zu: Mehr Schutz für Mädchen und Jungen vor Ausbeutung gefordert

 

(ots) Angesicht des Anstiegs von Kinderarbeit fordert Plan International Deutschland mehr Schutz von Mädchen und Jungen vor Ausbeutung. „Diese Entwicklung ist besorgniserregend und hat sich durch die Corona-Pandemie nochmal deutlich verschärft“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung der Kinderrechtsorganisation zu den Ergebnissen des entsprechenden Berichts der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und Unicef. Danach hat die Kinderarbeit erstmals seit gut 20 Jahren wieder zugenommen. Die Zahl betroffenen Kinder ist weltweit um 8,4 Millionen auf rund 160 Millionen angestiegen. „160 Millionen Kinder verlieren ihr Recht darauf, unbeschwert aufzuwachsen, zu spielen und in die Kita oder zur Schule zu gehen. Stattdessen wird ihre körperliche und seelische Gesundheit sowie die Perspektive auf eine bessere Zukunft zerstört. Das ist ein massiver Bruch von Kinder- und Menschenrechten, den wir gemeinsam mit Regierungen und weiteren Partner:innen stoppen müssen – denn es ist unsere Verpflichtung, Kinder zu schützen und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben.“

Die Folgen für die Kinder seien verheerend, so Kathrin Hartkopf. Ein großer Anteil von ihnen ginge nicht in die Schule. „Diese Kinder werden vermutlich auch als Erwachsene keinen Zugang zu existenzsichernder Arbeit haben, oft müssen dann auch wieder ihre eigenen Kinder arbeiten.“ Kinderarbeit ginge oft mit psychischen und physischen Belastungen einher: Viele Kinder litten unter Traumata, Perspektivlosigkeit, seien chronisch krank. Gebrochene Arme und Beine, Rückenschmerzen, Hauterkrankungen, Blindheit, Taubheit, Atemnot, Kopf- oder Magenschmerzen seien häufige Folgen von ausbeuterischer Kinderarbeit. Konkrete Beispiele seien etwa Luftmangel in Minenschächten, Staub auf Feldern oder bei Straßenarbeiten oder Baumwollfasern, die die Lungen beim Teppichknüpfen schädigen. „Viele Kinder sterben auch an mittelbaren und unmittelbaren Folgen von Kinderarbeit, zum Beispiel durch tödliche Arbeitsunfälle, Verätzungen durch Chemikalien oder HIV/Aids.“

Kathrin Hartkopf betont die Notwendigkeit von einem gleichberechtigten Zugang für Mädchen und Jungen zu qualitativ hochwertiger, inklusiver Bildung. „Das ist auch für arbeitende Kinder notwendig. Manchmal ist es nicht möglich, Kinder gleich aus der Kinderarbeit zu holen, deshalb ist es umso wichtiger, dass sie trotzdem Zugang zu Bildung haben. Aufklärung zu den Auswirkungen von Kinderarbeit, Kinderrechten und Gleichstellung im Allgemeinen in den Gemeinden gehört ebenfalls dazu. Dies tun wir von Plan International mit sogenannten Kinderschutzkomitees.“

Zudem schütze die Ausstellung von Geburtsurkunden Minderjährige und sichere ihre Identität. Denn wer eine Geburtsurkunde besitzt, kann sein Alter nachweisen. „Wir haben etwa mit unserem Patenschaftsmodell nachgewiesen, dass in den Gemeinden, in denen Plan International arbeitet, 90 Prozent der Patenkinder registriert sind. Im Vergleich dazu haben weltweit nur 71 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren eine Geburtsurkunde. In den am wenigsten entwickelten Ländern sind es sogar nur 40 Prozent.“

Wichtig sei auch, die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu betrachten, so Kathrin Hartkopf. Mädchen etwa müssten viel mehr Arbeiten im und um den Haushalt verrichten. In anderen Sektoren seien eher die Jungen von Kinderarbeit betroffen, etwa in Minen. Auch das seien schädliche Geschlechternormen, weil es als hinnehmbar betrachtet werde, Jungen körperlich und Mädchen in der Haus- und Sorgearbeit arbeiten zu lassen.

Deutschland sei ein wichtiger Akteur, an den Stellschrauben der Ursachen für Kinderarbeit zu schrauben. Dazu gehörten neben Armut und mangelnder Schulbildung auch bewaffnete Konflikte.

 

OV von Plan International




Steiniger Weg für mehr Insektenschutz

 

Nach erneuter Verzögerung hat in seiner heutigen Sitzung der Umweltausschuss des Deutschen Bundestages eine Beschlussempfehlung zum  Insektenschutzgesetz verabschiedet. Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz von WWF Deutschland und Mitglied der Zukunftskommission Landwirtschaft zeigte sich in einer Stellungnahme erfreut über den gefunden Kompromiss: „Mit der heutigen Zustimmung im Umweltausschuss zum Insektenschutzgesetz geht ein wichtiger Teil aus dem Aktionsprogramm Insektenschutz endlich auf die politische Zielgerade.  Das ist für Biene, Schmetterling und Co. eine gute Nachricht, der aber weitere wichtige Schritte folgen müssen. Für einen wirklichen Durchbruch beim Insektenschutz kommt es jetzt darauf an, die Praxis der Landwirtschaft naturverträglicher auszugestalten. Die Bestäubungsleistungen der Insekten für die Nahrungsmittelproduktion ist von enormer Bedeutung. Wir dürfen nicht den Ast absägen, auf dem wir selbst sitzen.“  

Der WWF-Vorstand begrüßte, dass mit dem Gesetz insektenschädliche Lichtverschmutzung reduziert, die Liste der besonders geschützten Biotope um artenreiches Grünland, Streuobstwiesen, Steinriegel und Trockenmauern ergänzt oder die Ausbringung von Biozidprodukten in Schutzgebieten eingeschränkt wird. Nun muss das Insektenschutzgesetz noch vom Deutschen Bundestag offiziell beschlossen werden. Zudem müsse am 25. Juni, so Heinrichs Forderung, der Bundesrat der Anpassung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung zustimmen, um auch die Reduzierung des Einsatzes von insektenschädlichen Pflanzenschutzmitteln zu beschließen. Und auch für die künftige Bundesregierung gelte es,  den Insektenschutz weiterzuentwickeln: „Das Thema ist noch längst nicht vom Tisch. Die jetzigen Entscheidungen im Bundestag und Bundesrat können nur der Anfang sein, um wirklich langfristig die Insekten als elementare Bestandteile des Ökosystems und ebenso als wichtiger Wirtschaftsfaktor – zum Beispiel für die Landwirtschaft – zu schützen.“

 

OV von WWF Deutschland




Hamburg Beer Week vom 25. bis 29. August: Tausendjährige Bierkultur wird wiederbelebt

 

Langsam lockert sich die Umklammerung der Corona Pandemie und man darf wieder ein bisschen reisen in unserem schönen Land. Daher haben wir uns mal umgeschaut, wo man hinfahren könnte um etwas z u erleben. Dabei sind wir über die schöne Hansestadt Hamburg gestolpert. Dort gibt es im August etwas Grandioses zu erleben, denn Hamburg war im Mittelalter das Brauhaus des Nordens. Inzwischen hat sich die (Craft-) Bierkultur an der Elbe wieder bunt und vielfältig entwickelt. Über 30 spannende Brauereien, Brewpubs, Brauprojekte und Bierbars beleben die Tradition neu und interpretieren sie frisch und cool. Live zu erleben während der Hamburg Beer Week vom 25. bis 29. August. In der zweiten Ausgabe 2021 mit noch mehr teilnehmenden Brauern, Locations, Veranstaltungen und Craftbeer-Highlights rund um das Lieblingsgetränk der Norddeutschen.

Harte Monate liegen hinter den Brauereien und Gastronomen im Norden. Aber Jammern liegt ihnen nicht: „Weil sie Hamburg sind“ schauen sie lieber nach vorne, setzen Zeichen in Richtung Zukunft und feiern die Tradition der Bierkultur Hamburgs. Die Hamburg Beer Week 2021 (HHBW) wird dezentral und pandemiegerecht überall in der Stadt veranstaltet. Flüssiger Stargast wird der „#HHBW21 Collaboration-Sud“ sein, ein gemeinschaftlich von 17 Hamburger Brauereien gebrautes Bier.

Schon im Sommer 2020 haben die Hamburger Brauer bewiesen, was Tatkraft, Leidenschaft und Erfahrung bewirken kann und mitten in der Krise ein dezentrales Bierfestival auf die Beine gestellt, das auch jenseits der Elbe viel Aufmerksamkeit erregte. 2021 geht es weiter: Zu den über 30 teilnehmenden Locations zählen sowohl moderne Klassiker der Hamburger Gastronomiekultur als auch Neuankömmlinge, handfeste Bars, moderne Pubs und innovative Taproom-Konzepte. Eröffnet wird das Spektakel mit einer ganz besonderen Bootsfahrt, der Brewers Cruise. Informationen zum Programm unter www.beerweek.hamburg

Wer am verlängerten Wochenende der Hamburg Beer Week Ende August nicht nur die Beer-Brews-Cruise mitmachen, sondern auch die Stadt entdecken möchte, bucht am besten die sommerlichen Kurztripangebote von Hamburg Tourismus – auch pandemiegerecht mit kostenloser Stornierung bis 3 Tage vor Anreise. Bereits ab 45 Euro pro Person bietet zum Beispiel das Package „Einfach Hamburg“ eine Hotel-Übernachtung inklusive Frühstück und Hamburg CARD für freie Fahrt mit Bus, Bahn, Hafenfähren und bis zu 50% Rabatt bei über 150 touristischen Angeboten. Die Angebote, mehr Inspiration und weitere Informationen zu einem sommerlichen Städtetrip ans Wasser finden sich auf dem rundum erneuerten Webauftritt der Hamburg Tourismus GmbH unter www.hamburg-tourismus.de.

 

OV von Hamburg Marketing GmbH




Rauchstopp: Erfolgreich die Sucht beenden

 

Rauchen aufhören ist so gesund wie schwierig. Wie aber von der Sucht wegkommen? Generell gilt: Raucherinnen und Raucher, die ohne Hilfe versuchen aufzuhören, schaffen es nur selten. Wer hingegen das Vorhaben mit der Ärztin oder dem Arzt bespricht, verdoppelt die langfristigen Erfolgschancen, so das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“.

Sich selbst eine Deadline für die letzte Zigarette setzen

Am besten wäre, möglichst wenig Menschen würden überhaupt mit dem Rauchen anfangen. Denn laut Bundesgesundheitsministerium sterben in Deutschland jährlich fast 130.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Wer raucht, wird überall mit seinem Suchtmittel konfrontiert. Nach Meinungen vieler Expertinnen und Experten hätte Tabakwerbung in Deutschland – wie in anderen EU-Ländern – längst verboten werden müssen. Auch das jüngste, 2020 beschlossene Tabakwerbeverbot bleibt hinter den Forderungen von Fachleuten zurück.

Dr. Karin Vitzthum, therapeutische Leiterin des Instituts für Tabakentwöhnung und Raucherprävention der Vivantes Kliniken Berlin, rät aussteigewilligen Rauchern, sich bewusst eine Deadline für die letzte Zigarette zu setzen. Raucher haben die Möglichkeit zu einer Verhaltenstherapie in einer Tabakambulanz. Diese Behandlung macht mit 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit zur Nichtraucherin oder zum Nichtraucher.

Zigaretten sind nach wie vor viel zu billig

Laut einer Übersichtsstudie von 2019 kommt ebenfalls leichter von der Kippe los, wer Ersatzprodukte mit höherer Nikotindosis oder zwei Mittel kombiniert, etwa Nikotinpflaster und -kaugummis. Es gibt zudem Hinweise, dass es hilfreich sein könnte, mit dem Nikotinersatz bereits vor dem Rauchstopp anzufangen. Allerdings sind wegen möglicher Nebenwirkungen nicht alle Präparate für jeden geeignet.

Karin Vitzthum kritisiert, wie leicht verfügbar Zigaretten in Deutschland gerade für Jugendliche immer noch sind. Auch sind die Preise vergleichsweise niedrig, woran auch die Tabaksteuererhöhung im kommenden Jahr um durchschnittlich acht Cent pro Packung nichts ändern wird. Dabei würden vor allem Jugendliche nicht anfangen, wenn die Zigaretten deutlich teurer wären. „Sie könnten es sich schlicht nicht leisten“, sagt Vitzthum. Ihrer Meinung nach hat die Gesellschaft hier eine Fürsorgepflicht.

 

OV von Wort und Bild Verlag




Marders Lieblingsspeise: Kabel und Schläuche

 

Jetzt wird zugebissen: Die Marder sind wieder unterwegs. Die kleinen Raubtiere lieben den engen Platz unter der Motorhaube: Eine kuschelige Höhle zum Wohlfühlen. Allein der Geruch eines vermeintlichen Konkurrenten, der seine Duftmarke hinterlässt, kann ihr Wohlgefühl trüben. In diesem Moment sind wilde Beißattacken vorprogrammiert.

Autofahrer mit Straßengarage müssen damit rechnen, dass sich Marder zum Beispiel an den Kabeln ihrer Zündkerzen oder an den Brems- und Kühlwasserschläuchen ihrer Pkw vergehen. Das kann, wie die HUK-COBURG mitteilt, teuer werden. Knapp 46.000 Mal bissen die kleinen Raubtiere im vergangenen Jahr bei den Autos von HUK-COBURG-Kunden zu. Die Beseitigung der Attacken kostete durchschnittlich 440 Euro. In der Spitze waren sogar Reparaturen von mehr als 2500 Euro nötig. Insgesamt beliefen sich die Regulierungskosten des oberfränkischen Versicherers auf 15,3 Mio. Euro.

Aber ein Marderbiss kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Oft bleiben die Schäden unentdeckt, da die spitzen, kleinen Zähne der Raubtiere nur stecknadelgroße Einstiche hinterlassen. Während der Fahrt kann es recht schnell zu Folgeschäden kommen, zum Beispiel am Motor. Ein Blick auf die Temperaturanzeige des Kühlwassers hilft: Geht der Zeiger in den roten Bereich, ist ein Blick unter die Motorhaube unerlässlich.

Einziger Trost: Marderschäden sind oft, aber nicht immer, in der Teilkasko mitversichert. Zudem schützen manche Policen auch nur vor den unmittelbaren Schäden, also den zerbissenen Schläuchen. Teuer werden jedoch meist die Folgeschäden, wenn der Motor oder die Bremsen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Manche Versicherer, wie zum Beispiel die HUK-COBURG, versichern

Jetzt wird zugebissen: Die Marder sind wieder unterwegs. Die kleinen Raubtiere lieben den engen Platz unter der Motorhaube: Eine kuschelige Höhle zum Wohlfühlen. Allein der Geruch eines vermeintlichen Konkurrenten, der seine Duftmarke hinterlässt, kann ihr Wohlgefühl trüben. In diesem Moment sind wilde Beißattacken vorprogrammiert.

Autofahrer mit Straßengarage müssen damit rechnen, dass sich Marder zum Beispiel an den Kabeln ihrer Zündkerzen oder an den Brems- und Kühlwasserschläuchen ihrer Pkw vergehen. Das kann, wie die HUK-COBURG mitteilt, teuer werden. Knapp 46.000 Mal bissen die kleinen Raubtiere im vergangenen Jahr bei den Autos von HUK-COBURG-Kunden zu. Die Beseitigung der Attacken kostete durchschnittlich 440 Euro. In der Spitze waren sogar Reparaturen von mehr als 2500 Euro nötig. Insgesamt beliefen sich die Regulierungskosten des oberfränkischen Versicherers auf 15,3 Mio. Euro.

Aber ein Marderbiss kann nicht nur teuer, sondern auch gefährlich werden. Oft bleiben die Schäden unentdeckt, da die spitzen, kleinen Zähne der Raubtiere nur stecknadelgroße Einstiche hinterlassen. Während der Fahrt kann es recht schnell zu Folgeschäden kommen, zum Beispiel am Motor. Ein Blick auf die Temperaturanzeige des Kühlwassers hilft: Geht der Zeiger in den roten Bereich, ist ein Blick unter die Motorhaube unerlässlich.

Einziger Trost: Marderschäden sind oft, aber nicht immer, in der Teilkasko mitversichert. Zudem schützen manche Policen auch nur vor den unmittelbaren Schäden, also den zerbissenen Schläuchen. Teuer werden jedoch meist die Folgeschäden, wenn der Motor oder die Bremsen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Manche Versicherer, wie zum Beispiel die HUK-COBURG, versichern diese Folgeschäden bis zu einer Summe von 6.000 Euro mit. Wer unsicher ist, sollte bei seinem Kfz-Versicherer nachfragen.

Hat sich das kleine Raubtier an den Schläuchen und Kabeln von Autos, Campingfahrzeugen oder Krafträdern vergangen, greift natürlich auch die Vollkasko-Versicherung. Allerdings gilt hier: Wer einen Schaden meldet, wird in seinem Schadenfreiheitsrabatt hochgestuft.

Vorbeugen ist besser als reparieren

Ein Wundermittel, das den Marder vom Motorraum fernhält, gibt es nicht. Autobesitzer, die sich den ganzen Ärger mit Panne und Reparatur ersparen wollen, können dem Marder das Zubeißen aber zumindest erschweren. Wirkungsvoll und günstig sind stabile Kabelummantelungen für gefährdete Bauteile aus dem Fachhandel. Zudem verderben spezielle Vorrichtungen zum Abschotten des Motorraums – wie sie manche Autofirmen anbieten – dem kleinen Raubtier den Spaß mit Kabeln, Dämmmatten und Wasserschläuchen. Auch gelegentliche Motorwäschen sollen helfen. Sie entfernen alle Geruchsspuren aus dem Motorraum, die andere Marder anlocken.

 

OV von HUK-COBURG




Green 7?

 

Im Vorfeld des G7 Gipfels fordert der WWF entschlossenes Handeln für den Klima- und Biodiversitätsschutz von den sieben großen Industrienationen. „Als einige der Hauptverursacher von Klimakrise und Verlust der Biologischen Vielfalt sowie maßgebliche Kapitalgeber tragen die G7-Staaten eine besondere Verantwortung: Sie können globale Impulse setzen, um ein Leben innerhalb der planetaren Grenzen und so auch unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen“, sagt Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand beim WWF Deutschland.

Ein solcher Impuls wäre, dass sich die G7 auf dem Gipfel klar positionieren, um im Oktober bei der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD) in China ein ambitioniertes internationales Rahmenwerk zum Erhalt der Biologischen Vielfalt zu verabschieden – inklusive eines starken Ziels zur Halbierung des globalen ökologischen Fußabdrucks und einem robusten und transparenten Umsetzungsmechanismus. „Die Covid-Pandemie führt uns eindrücklich vor Augen, wie wichtig es ist, unsere Umwelt zu schützen – denn das Risiko von Zoonosen steigt, je stärker wir Wildtieren auf den Leib rücken und ihren Lebensraum rauben“, so Brandes.

Ein weiterer Impuls muss für die Klimakonferenz COP26 im November in Großbritannien ausgehen: „Auf die G7 entfallen 27 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Die  G7-Staaten haben zwar ihre Klimabeiträge bereits angepasst – aber sie reichen bei weitem noch nicht aus, um die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Hier müssen die G7 noch eine deutliche Schippe drauflegen“, fordert Brandes. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, unter die Subventionierung fossiler Energieträger endlich einen Schlussstrich zu ziehen und einen gerechten Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaftsweise zu ermöglichen.

Ein besonderer Fokus kommt dem Thema Finanzen zu – vereinen die G7 doch auch rund die Hälfte des globalen BIP auf sich. „Wir brauchen einerseits eine bedeutende Erhöhung der internationalen Biodiversitätsfinanzierung noch vor der CBD COP im Oktober sowie eine deutlich höhere Klimafinanzierung – denn es klafft noch eine große Lücke zu der Zusage von 100 Mrd. US-Dollar jährlich ab 2020. Vor allem die Bundesregierung sollte ihre Beiträge zur Klimafinanzierung auf 8 Milliarden Euro jährlich ab 2025 verdoppeln. Bei der Biodiversitätsfinanzierung wäre langfristig sogar eine Vervierfachung angebracht. Kommen hier nicht rechtzeitig ausreichende finanzielle Zusagen, droht uns bei der CBD COP in China ein zweites Kopenhagen“, sagt Brandes.

Neben der Lenkung von Kapital in internationalen Klima- und Biodiversitätsschutz geht es andrerseits darum, Strukturen dafür zu schaffen, dass Finanzflüsse strukturell und systemweit nachhaltig ausgerichtet werden. „Die G7 müssen ihrer Ankündigung, den verbindlichen Berichtsstandard auf Basis der Task Force for Climate related Financial Disclosures (TCFD) zu stützen, Taten folgen lassen und auch die Task Force for Nature related Financial Disclosures (TNFD) unterstützen, insbesondere die Umsetzung in verbindlichen nationalen Regulierungen“, fordert Brandes.

Taxonomien und konkrete Berichtspflichten für bessere Transparenz an den Kapitalmärkten wie derzeit etwa in der EU in Entwicklung müssen wissenschaftsbasiert sein und dürfen keine Schlupflöcher lassen. Nicht-nachhaltige Technologien oder Praktiken wie die umfassende Nutzung von Biomasse oder Atomstrom würden die Glaubwürdigkeit zerstören. „Nicht zuletzt müssen sich die G7 am eigenen Anspruch messen lassen, die Konjunktur- und Wiederaufbauprogramme nach der Covid-Pandemie konsequent an ihrer Wirkung auf die Gesundheit unserer Erde und unserem Wohlergehen auszurichten.“

 

OV von WWF Deutschland




Kontaktallergie bei Kindern: Das sollten Eltern tun

 

Die Haut juckt, ist gerötet, es bilden sich sogar Bläschen: Viele Alltagsdinge können Stoffe enthalten, auf die entsprechend veranlagte Kinder mit einer Kontaktallergie reagieren. Kommt die Haut mit einem solchen Stoff in Berührung, entwickelt sie ein Ekzem, also eine Entzündungsreaktion„Kontaktallergien treten bei Kindern häufiger auf als vermutet“, beobachtet Prof. Dr. Margitta Worm, Leiterin der Allergologie und Immunologie der Hautklinik der Charité Berlin. Wie sich Eltern bei Verdacht auf Kontaktallergie auf die Spurensuche machen können, erklärt das Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Farbstoffe in Kinder-Tatoos können allergen wirken

Was eine Diagnose teils schwierig macht: Im Gegensatz zu anderen Allergien, bei denen Betroffene rasch reagieren, treten die Beschwerden bei einer Kontaktallergie in der Regel erst nach zwei bis drei Tagen auf. „Dann ist es nicht einfach, noch einen Bezug herzustellen, woran es gelegen haben könnte“, sagt Worm, die auch Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie ist. Den Auslöser der Allergie zu finden kann also echte Detektivarbeit bedeuten.

Zu den häufigsten Auslösern zählt Nickel, zum Beispiel in Schmuckstücken, Uhren, Knöpfen, Reißverschlüssen und auch Münzen enthalten. Auch Duft- oder Konservierungsstoffe, die etwa Kosmetika wie Seifen und Kinderparfüms beigemischt sind, können allergen wirken. Kritisch sind auch Farbstoffe wie Phenylendiamin, etwa in abwaschbaren Kinder-Tatoos, oder Gummistoffe, zum Beispiel in Badelatschen.

Überempfindlichkeit kann sich abschwächen

Bei Verdacht auf ein Kontaktekzem gilt zunächst: den auslösenden Stoff beziehungsweise das Allergen sofort meiden. Zudem rät Worm, im Akutfall das Ekzem mit feuchten Umschlägen zu behandeln. Diese können, so die Allergologin, auch in Kochsalzlösung oder gekochtem, abgekühlten Schwarztee getränkt werden. Letzterer wirkt gegen Entzündungen.

Auf jeden Fall sollten Eltern Hautirritationen bei ihrem Kind ernst nehmen und am besten eine dermatologische Praxis aufsuchen. Klarheit, auf welche Stoff das Kind reagiert, bringt ein sogenannter Epikutantest. Dabei werden für ein bis zwei Tage Pflaster mit möglichen Allergenen auf den Rücken des Kindes geklebt. „Nach drei Tagen schauen wir, ob und welcher der getesteten Stoffe zu einer Hautreaktion geführt hat“, so Worm. Findet man den Kontaktstoff heraus und macht um ihn längere Zeit einen großen Bogen, ist es möglich, dass sich die Überempfindlichkeit in eine sogenannte klinisch stumme Allergie verwandelt – sprich: Das Immunsystem reagiert unter Umständen kaum noch.

 

OV von Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen




Schwache Agrargesetze auf wackliger Grundlage

 

Gestern wollte der Deutsche Bundestag die Verteilung der rund 30 Milliarden Euro EU-Agrarsubventionen für die deutsche Landwirtschaft bis 2027 beschließen. Im April hatte sich die Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern bereits auf ein entsprechendes Gesetzespaket geeinigt. Die geplanten Regelungen, die der Bundestag nun verabschieden soll, greifen laut NABU jedoch zu kurz, um den Herausforderungen im Klima- und Naturschutz zu begegnen. Großen Nachbesserungsbedarf sieht der Umweltverband beim Flächenanteil der “nicht genutzten” Naturflächen, beim Moorschutz und dem Schutz von Grünland. Zudem wird den Verhandlungen auf EU-Ebene vorgegriffen. 

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Die Große Koalition versucht mit Nachdruck ihre ambitionslosen Agrargesetze durch den Bundestag zu bringen. Den Abgeordneten sollte klar sein: Wenn sie den Entwürfe in ihrer jetzigen Form zustimmen, helfen sie niemandem – weder dem Schutz von Natur und Klima, noch den Landwirtinnen und Landwirten. Ein Nachsteuern ist dringend notwendig, um den Klimawandel zu bremsen, Grundwasser und Böden zu schützen und das Artensterben aufzuhalten. Nur mit den richtigen Rahmenbedingungen können sich landwirtschaftlichen Betriebe auf die kommenden Veränderungen einstellen.“ 

Konstantin Kreiser, Teamleiter für Agrarpolitik: “Die Gesetze sind in dreifacher Hinsicht auf Sand gebaut: Erstens stehen die Rahmenbedingungen auf EU-Ebene noch nicht fest – dort wird noch verhandelt. Zweitens sind die Gesetze nicht kompatibel mit dem EU Green Deal und deshalb in Gefahr von der EU-Kommission abgelehnt zu werden. Und drittens droht Deutschland in den kommenden Monaten eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof – wegen unzureichenden Schutzes des artenreichen Grünlands. Auch im Sinne der Planungssicherheit für die Betriebe bitten wir daher die Abgeordneten, die Gesetze abzulehnen und die Bundesregierung zum Nachbessern aufzufordern.“ 

Der NABU kritisiert auch massive Fehler beim Klimaschutz – unter anderem, da Moore als eine der größten Quellen für Treibhausgase der Landwirtschaft kaum im Gesetzespaket berücksichtigt werden. Auch der Schutz des Grünlands mit seiner wichtigen Funktion als Kohlenstoffspeicher und Lebensraum verschiedener Tier- und Pflanzenarten wird im Gesetzesentwurf nur unzureichend beachtet. 

Für die Artenvielfalt fordert der NABU mindestens zehn Prozent nicht-bewirtschaftete Blüh- und Brachflächen pro Betrieb für Naturschutz zu reservieren. Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht lediglich drei Prozent der Ackerfläche vor und lässt hierbei das Grünland außen vor. Darüber hinaus sollten wesentlich mehr Subventionen von der pauschalen Flächenprämie für das neu eingeführte Instrument der Ökoregelungen umgewidmet werden – nämlich 50 statt der vorgesehenen 25 Prozent. 

 

OV von NABU




Hart, härter, HBL: Ligaendspurt mit 5 Spielen in 15 Tagen

 

Die Clubs der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga (HBL) setzen zum Endspurt an. Die Mammutsaison 2020/2021 mit ihren 20 Teams und 38 Spieltagen biegt auf die Zielgerade ein. Und die hat es nochmal gewaltig in sich. Die MT Melsungen etwa muss innerhalb von 15 Tagen noch fünf Spiele absolvieren. Härter könnte das Restprogramm kaum sein. Dabei zeichnet sich ab, dass in den meisten Arenen nach über acht Monaten verwaister Tribünen sogar nochmal vor Publikum gespielt werden darf.    

Wer hätte im Spätsommer letzten Jahres gedacht, dass die 55. Handball-Bundesligasaison angesichts der pandemiebedingten Unwägbarkeiten überhaupt in dem geplanten Umfang durchgeführt werden kann? Noch dazu in der XXL-Variante mit 20 Mannschaften und 38 Spieltagen. Inzwischen sind die beiden letzten Wochen dieser Meisterschaftsrunde angebrochen. Mit Ausnahme vom frischgebackenen DHB-Pokalsieger TBV Lemgo Lippe, der noch sechs Ligaspiele zu absolvieren hat, müssen alle anderen Teams “nur noch” vier-, bzw. fünfmal ran. So auch die MT Melsungen, deren Anwurfzeiten für das Restprogramm von der HBL jetzt fixiert wurden.

Dabei warten ausnahmslos schwere Brocken auf die Nordhessen. Neben dem Tabellenvierten und -fünften Rhein-Neckar Löwen und Füchse Berlin und den schwer auszurechnenden Stuttgartern bekommen es Kühn & Co. auch noch mit den beiden Kontrahenten aus dem letzte Woche ausgetragenen REWE Final4, Hannover und Lemgo, zu tun. Besonders brisant: Der langjährige Rivale aus dem Lipperland, den man im Liga-Hinspiel Anfang Oktober noch klar bezwungen hatte – übrigens das bislang einzige Saisonheimspiel vor Publikum – rächte sich ausgerechnet im Pokalfinale in Hamburg. Gegen die vier anderen Gegner im Ligaendspurt hatte die MT ihre Hinspiele jeweils verloren.

MT will noch Boden gut machen

Schwere Brocken hin oder her, das MT-Team hofft, auf den letzten Metern noch Boden gut machen zu können und in der Tabelle noch etwas nach oben zu klettern. Erst recht, nachdem der Traum vom DHB-Pokal jäh geplatzt ist. Ob es am Ende noch zu einer Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb reicht, wird sich zeigen. Aktuell rangieren die Nordhessen mit 38:28 Punkten auf Platz sechs, vier Zähler hinter den Füchsen Berlin und fünf hinter dem Vierten Rhein-Neckar Löwen. Dabei ist das Restprogramm dieser beiden Clubs mindestens so deftig, wie das der Melsunger.

Endlich wieder Fans auf den Tribünen

Die Hoffnung, angesichts bundesweit sinkender Inzidenzwerte in dieser Schlussphase noch Zuschauer in den Arenen begrüßen zu dürfen, hat sich für die meisten Clubs inzwischen erfüllt. Die Rhein-Neckar Löwen dürfen zum Spiel gegen die MT am Sonntag 250 Fans in die 14.500 Plätze bietenden SAP Arena einlassen. In der Lemgoer Phoenix Contact Arena (5.000 Pl.) sind gegenwärtig immerhin 500 und in der Stuttgarter Porsche Arena (6.000 Pl.) 250 Besucher erlaubt.

“Wir stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Ämtern und werden – sofern erlaubt – alles daransetzen, dass wir unsere beiden letzten Heimspiele vor Publikum austragen dürfen. Wir bauen dabei auf unser Konzept, welches wir mit mehreren Partnerunternehmen unter großem Aufwand vor der Saison erstellt haben und das damals in der Umsetzung perfekt funktionierte”, erklärt MT-Vorstand Axel Geerken. Am 6. Oktober letzten Jahres, im Heimspiel gegen Lemgo, waren aufgrund der ausgeklügelten Planung und unter Erweiterung des Sitzplatzangebots rund 2.000 Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle zugelassen – 1.720 hatten damals davon Gebrauch gemacht.

Das Restprogramm der MT Melsungen im Überblick:

  • So., 13.06.21, 16:00 Uhr, Rhein-Neckar Löwen – MT Melsungen, SAP Arena Mannheim
  • Do., 17.06.21, 19:00 Uhr, MT Melsungen – TSV Hannover-Burgdorf, Rothenbach-Halle Kassel
  • So., 20.06.21, 16:00 Uhr, TBV Lemgo Lippe – MT Melsungen, Phoenix Contact Arena Lemgo
  • Mi., 23.06.21,  19:00 Uhr, MT Melsungen – Füchse Berlin, Rothenbach-Halle Kassel
  • So., 27.06.20, 15:30 Uhr, TVB Stuttgart – MT Melsungen Porsche Arena Stuttgart

 

OV von MT Melsungen




Toyota – Dank Solardach wird die Produktion grüner

 

Ein neues Solardach versorgt Toyota Deutschland künftig mit grünem Strom: Auf dem Logistikzentrum im Kölner Stadtteil Marsdorf wurde jetzt eine rund 4.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installiert. Sie deckt den kompletten Energiebedarf des Importeurs der japanischen Automobilmarke am Standort.

Mit einer Leistung von 750 Kilowatt-Peak (kWp) liefert das Solardach so viel Strom, wie 220 Haushalte durchschnittlich verbrauchen. Toyota Deutschland kann dadurch tagsüber vollkommen autark ausschließlich mit der Kraft der Sonne arbeiten – in der Verwaltung genauso wie in der Logistik und in der Toyota Collection. An arbeitsfreien Wochenenden wird der überschüssige Strom darüber hinaus ins öffentliche Netz gespeist.

Mit der regenerativen Energieerzeugung lassen sich rund 415.000 Kilogramm CO2 einsparen. Damit leistet Toyota Deutschland einen wichtigen Beitrag zu den weltweiten Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens: Im Rahmen der „Toyota Environmental Challenge 2050“ will der japanische Mobilitätskonzern seine CO2-Emissionen deutlich verringern. Dabei beschränkt sich das Unternehmen nicht allein auf den Flottenausstoß, der durch den weiteren Ausbau elektrifizierter Antriebe um 90 Prozent sinken soll. Im gesamten Geschäftsbetrieb ist eine Reduzierung geplant – inklusive Produktion, Verwaltung und Logistik.

„Mit der Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung gehen wir bei Toyota Deutschland mit gutem Beispiel voran – und werden autark vom konventionellen, immer noch sehr von fossilen Brennstoffen geprägten Strommix“, freut sich André Schmidt, Geschäftsführer der Toyota Deutschland GmbH. „Mit den CO2-Einsparungen wirken wir nicht nur auf unsere konzerneigenen weltweiten Nachhaltigkeitsziele hin, sondern machen auch einen Schritt zum europäischen ‚Green Deal‘, der den Weg zur Klimaneutralität auf dem Kontinent ebnet.“

Die Kraft der Sonne kommt allerdings nicht nur im Geschäftsbetrieb zum Einsatz, sondern auch bei den Modellen: Der Toyota Prius Plug-in Hybrid (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 1,3 l/100 km, CO2-Emissionen kombiniert: 29 g/km, Stromverbrauch kombiniert: 10,0 kWh/100 km) fährt optional mit einem großflächigen Solardach vor. Es besitzt eine Nennleistung von rund 180 Watt und erhöht die elektrische Reichweite pro Tag um bis zu fünf Kilometer. In acht Tagen lässt sich dadurch die Hochvolt-Batterie auf maximal 80 Prozent des Ladevolumens laden – das entspricht etwa 40 Kilometern Reichweite. Bei 200 Sonnentagen pro Jahr summiert sich diese Zahl auf rund 1.000 Zusatzkilometer, die CO2– und kostenfrei zurückgelegt werden können.

 

OV von Toyota Deutschland




Wie weiter mit dem Wald?

 

 Vor der heute beginnenden Agrarministerkonferenz (AMK) fordert der WWF die Agrarminister:innen von Bund und Ländern auf, sich für einen Paradigmenwechsel in der Waldwirtschaft einzusetzen. Künftige Förderprogramme sollten nicht mehr den Wald als Holzlieferant, sondern seine Funktion als Kohlenstoffspeicher und als Lebensraum für Arten in den Mittelpunkt stellen, so die Naturschutzorganisation. Auf der Tagesordnung der AMK steht auch die Frage, wie zukünftig die Ökosystemdienstleistungen der Wälder besser honoriert werden können. Denn der Wald in Deutschland spielt eine zentrale Rolle beim Klimaschutz, ist aber zum Teil in einem desolatem Zustand. Johann Rathke, WWF-Experte für Forstpolitik, betont:

„Die Länder haben auf dieser AMK die Gelegenheit, über die politischen Grundsätze für eine zukunftsfähige Waldpolitik zu verhandeln. Angesichts der dramatischen Waldkrise brauchen Waldbesitzende vor allem zwei Dinge: finanzielle Hilfen, um ihre Wälder ökologisch umzubauen und zu stabilisieren, sowie Planungssicherheit durch verbindliche, bundeseinheitliche Grundsätze für eine naturnahe Waldbewirtschaftung.

Die Honorierung von Ökosystemleistungen des Waldes spielt dabei eine entscheidende Rolle. Hier braucht es ein kluges Modell, das Leistungen honoriert, die den ökologischen Zustand des Waldes verbessern oder erhalten. Denn nur so kann der Wald langfristig erhalten bleiben, seine Klimaschutzfunktion erfüllen, zur Artenvielfalt beitragen und den wertvollen Rohstoff Holz zur Verfügung stellen. Die Agrarministerinnen und Agrarminister haben nun die Chance, sich klar und deutlich gegen eine pauschale Prämie auszusprechen. Im Gießkannenprinzip verteilte Steuermillionen entfalten keine waldbauliche Lenkungswirkung, so hat die Bundeswaldprämie zwar den einen oder anderen Liquiditätsengpass geschmälert, aber einen Richtungswechsel in der Waldbewirtschaftung hat sie bisher nicht ausgelöst.

Ebenso entscheidend ist es, dass die Agrarministerinnen und Agrarminister von Bund und Ländern endlich das Bundeswaldgesetz an die neue Situation anpassen und bundeseinheitlichen Standards für eine naturnahe Waldbewirtschaftung definieren. Das schafft Planungssicherheit für Waldbesitzende und einen zwingend benötigten gesetzlichen Referenzrahmen, um tatsächlich übergesetzliche Leistungen der Waldbesitzenden zu honorieren.“

 

OV von WWF Deutschland




Klimakiller FCKW in Kühlgeräten

 

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die führenden deutschen Kühlgerätehersteller Miele, Bosch, Liebherr und Electrolux dafür, dass diese die Entsorgung alter Kühlgeräte nach europäischen Entsorgungsstandards (EN 50625-2-3 und CLC/TS 50625-3-4) versprechen, aber hierfür keine zweifelsfreien Nachweise vorlegen. Dies ist nach Einschätzung des Umwelt- und Verbraucherschutzverbandes deshalb problematisch, weil eine aktuelle Studie im Auftrag der EU-Kommission zeigt, dass eine mangelhafte Kühlgeräteentsorgung in Europa jährlich für Emissionen von insgesamt 6,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten verantwortlich ist. Bei einem unsachgemäßen Recycling von Kühlgeräten werden Stoffe freigesetzt, die das Klima und die Ozonschicht stark schädigen können. Durch die daraus resultierende Zunahme der UV-Strahlung werden Menschen zudem gesundheitlich gefährdet.

Diese Umweltschäden müssen künftig durch ein hochwertiges Kühlgeräterecycling verhindert werden. Verantwortlich für die Entsorgung alter Kühlgeräte sind deren Hersteller. Sie entscheiden, in welchen Anlagen die Altgeräte entsorgt werden. Es gibt in Deutschland unter insgesamt 18 Recyclinganlagen aktuell nur sieben, die durch eine staatlich akkreditierte Zertifizierung nachweisen können, dass sie die europäischen Entsorgungsstandards einhalten und somit dem Stand der Technik entsprechen. Die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland übernehmen die höheren Anforderungen der europäischen Entsorgungsstandards nur teilweise und stellen daher nach Ansicht der DUH keine umweltgerechte Entsorgung sicher. Deshalb fordert die DUH, dass Hersteller für die Entsorgung von Kühlgeräten ausschließlich zertifizierte Recyclinganlagen beauftragen.

Die Situation beim Kühlgeräterecycling erinnert an Diesel-Gate. Die gesetzlichen Kontrollen sind im Bereich der Kühlgeräte-Entsorgung genauso unzureichend und laden zu unsachgemäßen Praktiken ein. Viele Kühlgerätehersteller werben mit ihrem Klimaengagement, bleiben zweifelsfreie Nachweise für die ordnungsgemäße Entsorgung FCKW-haltiger Kühlgeräte jedoch schuldig. Um ihrer Verantwortung gerecht zu werden, müssen die Hersteller ein umweltgerechtes Recycling bei den beauftragten Kühlgeräterecyclern auch wirksam kontrollieren und bei Verstößen sanktionieren„, sagt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH Barbara Metz.

Als zweifelsfreie Nachweise für ein umweltgerechtes Recycling betrachtet die DUH bestandene Prüfungen, die alle Anforderungen aus den EU-Standards EN 50625-2-3 und CLC/TS 50625-3-4 abdecken und durch unbefangene und hierfür staatlich akkreditierte Prüfer erfolgt sind. Doch genau diese Nachweise fehlen für den Großteil deutscher Recyclinganlagen.

Miele hat sich zum Ziel gesetzt, in seiner eigenen Branche weltweit führend beim Umweltschutz zu werden. Das Unternehmen behauptet, Altgeräte nach den europäischen Entsorgungsstandards zu entsorgen, legt dafür jedoch auch auf Nachfrage keine Nachweise vor. Wir fordern Miele aber auch alle anderen Hersteller von Kühlgeräten dazu auf, Prüfberichte der beauftragten Entsorgungsanlagen offenzulegen, damit die Qualität der Entsorgung und insbesondere die Menge der verbleibenden Klimagasemissionen bekannt werden„, sagt der Stellvertretende Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft Philipp Sommer.

Die DUH kritisiert, dass in Deutschland ein umweltgerechtes Kühlgeräterecycling nach den EU-Standards EN 50625-2-3 und CLC/TS 50625-3-4 derzeit nicht gesetzlich vorgeschrieben ist und fordert von der Bundesregierung eine vollständige Festlegung der Standards im Elektro- und Elektronikgerätegesetz. Da auch die Hersteller bei der Kühlgeräteentsorgung keine Transparenz über die Einhaltung der Standards schaffen, haben Entsorger große Spielräume, um Kosten zu sparen. An die DUH herangetragene Informationen aus der Branche legen nahe, dass etliche deutsche Recyclinganlagen die dem Stand der Technik entsprechende FCKW-Rückgewinnungsrate von 90 Prozent nicht erreichen.

 

OV von Deutsche Umwelthilfe (DUH)




Benzinpreis stagniert auf hohem Niveau

 

(ots) Während der Benzinpreis stagniert, verteuert sich Diesel-Kraftstoff – das zeigt die aktuelle wöchentliche ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland. So kostet ein Liter Super E10 wie in der Vorwoche im bundesweiten Mittel 1,498 Euro. Der Diesel-Preis steigt dagegen um 0,8 Cent und liegt aktuell bei 1,356 Euro.

Leicht gestiegen ist der Preis für Rohöl. Er rangiert derzeit bei etwa 72 US-Dollar je Barrel, vor Wochenfrist kostete ein Barrel der Sorte Brent noch etwas weniger als 70 Dollar.

Autofahrer sollten laut ADAC grundsätzlich vor dem Tanken die Kraftstoffpreise vergleichen. Wer die bisweilen erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, kann bares Geld sparen und sorgt indirekt für ein niedrigeres Preisniveau. Laut ADAC ist Tanken in der Regel in den Abendstunden am günstigsten.

Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

OV von ADAC e.V.




Macht Wasser zum Querschnittsthema!

 

 Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat heute die erste Nationale Wasserstrategie vorgestellt. Der WWF begrüßt die Strategie, als thematisch breit angelegten Ansatz, eines der drängendsten Probleme unserer Zeit zu lösen und die Wertschätzung von Wasser in Politik und Gesellschaft zu stärken. Es fehle allerdings bisher an Ambitionen, nachhaltiges Wassermanagement auch in der Förderpolitik für Land- und Forstwirtschaft zu verankern, kritisiert die Naturschutzorganisation. Übermäßige Entwässerung von landwirtschaftlichen Flächen und Wäldern ist eine der Hauptursachen für die Austrocknung der Landschaft.

Stephan Zirpel, Fachbereichsleiter Naturschutz Deutschland beim WWF Deutschland kommentiert: „Drei Dürrejahre in Folge haben das Land dramatisch verändert: Selbst in Flussauen sinkt der Grundwasserspiegel bedrohlich, Feuchtgebiete und zahllose Kleingewässer in der Landschaft trocknen aus, ganze Bestände von Amphibien wie Frösche und Unken verschwinden. Deswegen ist es so wichtig, dass die Wasserstrategie nun auch den Rückhalt von Wasser in der Landschaft in den Blick nimmt. Das heißt zum Beispiel Grabensysteme anzupassen oder Feuchtgebiete wiederzuvernässen. Ein intakter Wasserhaushalt ist die beste Versicherung gegen künftige Dürreschäden. Je stabilerer der Wasserhaushalt ist, desto widerstandsfähiger sind Flüsse, Seen und Feuchtgebiete in Trockenperioden.

Nachhaltiges Wassermanagement muss aber dringend als Querschnittsthema in die Land- und Forstwirtschaft integriert werden. Momentan entziehen Entwässerungsgräben dem Wald das Wasser, es fehlt an gesunden Böden als natürliche Wasserspeicher. Hier muss die nächste Bundesregierung dringend nachlegen: Auch Förderprogramme wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) oder eine künftige Bundeswaldprämie müssen einen intakten Wasserhaushalt unterstützen, statt ihn zu schädigen.

Begrüßenswert ist das Anliegen der Wasserstrategie, das Verursacherprinzip konsequenter anzuwenden. So tragen Wasserentnahmeentgelte zu einer größeren Wertschätzung von Wasser bei. Wir brauchen künftig mehr ökonomische Anreize für den sorgsamen Umgang mit den Wasserressourcen. Beregnungswasser zum Schleuderpreis oder ganz umsonst zu nutzen ist mit dem Verursacherprinzip nicht vereinbar.“

 

OV von WWF Deutschland




Nord- und Ostsee kommen unter die Windräder

 

Ende vergangener Woche haben Bundesinnenministerium und Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf der neuen marinen Raumordnungspläne für die Ausschließliche Wirtschaftszone der deutschen Nord- und Ostsee veröffentlicht. Angesichts heute verfehlter Umweltziele befürchtet der NABU eine massive Industrialisierung und Überlastung der Meere. Im Mittelpunkt stehen dabei Pläne für einen verstärkten Ausbau der Offshore Windenergie im Nordseeschutzgebiet Doggerbank.

„Während der Weltbiodiversitäts- und Weltklimarat in gut gemanagten Meeresschutzgebeiten eine Hoffnung in der Klimakrise sehen, plant Deutschland deren Industrialisierung und nimmt den Verlust mariner Artenvielfalt in Kauf“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger, „Mit dem Bau von Windenergieanlagen in Meeresschutzgebieten überschreiten wir eine rote Linie.“

Der Entwurf der Raumordnung verzichtet auf den Ausschluss von Windenergie in Schutzgebieten wie noch in seiner Vorgängerversion aus dem Jahr 2009. Jetzt soll bis Ende 2024 geprüft werden, ob bis zu sechs Gigawatt Offshore-Windenergie mit den Schutzgebietszielen der Doggerbank vereinbar sind. Auch gehen Mindestabstände zwischen Windparks und Schutzgebieten verloren. Für den NABU ist das unvereinbar mit geltenden Naturschutzverpflichtungen.

„Der Windpark Butendiek westlich von Sylt schädigt ein Drittel des Vogelschutzgebiets Östliche Deutsche Bucht. Haben wir aus diesem Beispiel nichts gelernt? Was wird die Europäische Kommission angesichts des gegen Deutschland eröffneten Vertragsverletzungsverfahrens wegen unzureichender Umsetzung des Natura-2000-Schutzgebietsnetzwerks zum Entwurf der Raumordnung sagen? Deutschland manövriert sich unter dem Druck des Wirtschaftsministeriums in eine Sackgasse. Das ist Wirtschaftspolitik unter dem Deckmantel des Klimaschutzes auf Kosten von geschützten Walen, Delfinen und Seevögeln“, kritisiert NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff. „Offensichtlich hat die Bundesregierung den Wert gesunder Meere in der Bewältigung der Klimakrise nicht verstanden. Als wichtige Kohlenstoffsenke sind auch die Nord- und Ostsee heute schon die stabilisierende Kraft des Klimasystems.“

Die Standorte für Windenergieanlagen auf dem Meer müssen außerhalb von Schutzgebieten gefunden werden. „Wer Offshore-Windkraft will, muss insbesondere Fischerei oder Schifffahrt viel stärker regulieren. Unsere Meere sind schon jetzt an ihrer Belastungsgrenze. Die verantwortlichen Ministerien drücken sich hier um ihre tatsächliche Aufgabe des Interessenausgleichs zwischen Schutz und Nutzung der Meere“, so Krüger.

 

OV von NABU




Afrikas Menschenaffen in Not

 

Afrikas Menschenaffen werden bis 2050 voraussichtlich den größten Teil ihres Lebensraumes verlieren. Das ist das Ergebnis einer Studie von über 60 Wissenschaftler:innen verschiedener Organisationen, die am Montag in der Fachzeitschrift Diversity and Distributions veröffentlicht wurde. Bis zu 94 Prozent ihres heutigen Verbreitungsgebiets werden danach für Gorillas, Bonobos und Schimpansen bis zur Mitte des Jahrhunderts unbewohnbar sein. Als Treiber der Zerstörung identifizieren die Autor:innen die Auswirkungen der Erderhitzung, Landnutzungsänderungen (in der Regel die Abholzung von Wäldern) sowie menschliches Bevölkerungswachstum.  
 
„Gorillas, Bonobos und Schimpansen blicken in eine düstere Zukunft“, sagt Dr. Ilka Herbinger, Programmleiterin für Zentral- und Westafrika beim WWF und Co-Autorin der Studie. „In vielen Regionen Afrikas drohen unsere nächsten Verwandten schon bald auszusterben. Wir müssen dringend den Klimakollaps stoppen, die Zerstörung der Wälder aufhalten, neue und gemeindebasierte Schutzgebiete einrichten und miteinander vernetzen. Das ist unsere einzige Chance, das Menschenaffen-Massensterben soweit wie möglich abzumildern.“  
 
Für die Studie „Predicting range shifts of African apes under global change scenarios” haben die Forscher:innen die Auswirkungen von Klima-, Landnutzungs- und Bevölkerungsänderungen in den Verbreitungsgebieten afrikanischer Menschenaffen unter Best- und Worst-Case-Szenarien untersucht. Im Best-Case-Szenario gehen die CO2-Emissionen langsam zurück, im Worst-Case-Szenario steigen sie weiter ungebremst an. Letzteres führe dazu, dass die Tiere bis 2050 94 Prozent ihres Verbreitungsgebietes verlieren, im günstigeren Szenario fallen 85 Prozent der Gebiete weg. Besonders betroffen sind in beiden Szenarien die Lebensräume außerhalb von Nationalparks und anderen geschützten Gebieten, wo zwischen 50 (Best Case) und 61 Prozent (Worst Case) der Lebensraumverluste anfallen. 
 
Entscheidend für das Schicksal der Menschenaffen sei auch die Frage, inwiefern sie von ihren derzeitigen, von Zerstörung bedrohten Verbreitungsgebieten in neue Areale umsiedeln könnten. So sind beispielsweise Gebirge für einige Menschenaffenarten als Lebensraum derzeit weniger geeignet als Tieflandgebiete. Die Erderhitzung werde das vielerorts jedoch ändern: Tieflandgebiete werden wärmer und trockener und weniger Nahrung bereithalten, während die nahegelegenen Berge die vormals in den Tieflandgebieten herrschenden Bedingungen annehmen. Wenn die Tiere in der Lage sind, aus dem Tiefland in die Berge zu wandern, könnten sie theoretisch dort überleben und ihr Verbreitungsgebiet sogar ausweiten.  
 
„Flüchten oder lokal aussterben – vor dieser Alternative werden unzählige Tier- und Pflanzenarten stehen. Die Erderhitzung wird sie dazu zwingen, sich neue Lebensräume zu suchen, aber in den meisten Fällen wird die Zeit nicht reichen, um auszuweichen. Viele Arten werden einfach verschwinden“, so Ilka Herbinger.  
 
„Wir sehen anhand der Studie, wie Klima- und Landnutzungsänderungen sowie die menschliche Bevölkerungsentwicklung die Verbreitung der afrikanischen Menschenaffen einschränken“, sagt Joana Carvalho, Postdoktorandin an der Liverpool John Moores University und Hauptautorin der Studie. „Wichtig ist, dass ein besonders massiver Verlust des Verbreitungsgebiets außerhalb von Schutzgebieten zu erwarten ist. Diese Erkenntnis zeigt uns, wie unzulänglich die Schutzgebietsnetzwerke in Afrika derzeit sind, um geeignete Lebensräume für Menschenaffen zu erhalten und die Populationen miteinander zu verbinden.“  

 

OV von WWF Deutschland




Immer mehr junge Menschen mit Hörproblemen

 

(ots) jung und schwerhörig – das kommt immer häufiger vor. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass aktuell über eine Milliarde junger Erwachsener weltweit gefährdet ist, einen dauerhaften, aber eigentlich doch vermeidbaren Hörverlust zu erleiden. Einer der Gründe dafür ist der schon bei Kindern, Teens und Twens anhaltende Trend zum Hören lauter Musik und anderer Geräuschuntermalungen. „Vielen Jugendlichen ist zumeist gar nicht bewusst, dass sie schon früh einen irreparablen Hörverlust riskieren, wenn sie beispielsweise die Lautstärke beim Musikhören über ihre Kopfhörer über längere Zeiträume immer wieder voll aufdrehen“, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha). Ein paar einfache Tipps können helfen, das Gehör zu schonen und den Hörgenuss lange und bestmöglich zu erhalten.

Kopfhörer: schalldicht besser als im Ohr

Chatten, Streaming, Gaming zu jeder Zeit, überall, auch von unterwegs – das geht zumeist ganz einfach über Kopfhörer. Fast jeder hat sie, gerade bei Jugendlichen sind sie beliebt, viele wollen gar nicht mehr ohne sie. Doch nicht alle wissen: Die ständige Nutzung von Kopfhörern kann auch Risiken bergen. „Gerade bei In-Ear-Kopfhörern kann eine Dauerbeschallung zum Problem werden und das empfindliche Gehör unwiderruflich schädigen. Denn diese sitzen in der Ohrmuschel und leiten den Schall direkt ins Innenohr“, erklärt Marianne Frickel. Dort liegen die feinen Hörsinneszellen, die durch große Lautstärken Schaden nehmen können. Zudem lassen In-Ear-Kopfhörer mehr Umgebungsgeräusche durch, die das Klangerlebnis negativ beeinträchtigen. Viele Nutzer neigen darum dazu, die Lautstärke zu stark zu erhöhen. Hörakustikerinnen und Hörakustiker raten, möglichst oft auf Kopfhörer zu verzichten. Wer das nicht will oder kann, sollte schalldichte Kopfhörer einsetzen, die den Umgebungslärm abschirmen und ungestörten Klanggenuss bei geringer Lautstärke ermöglichen.

Lautstärke und Beschallungsdauer: weniger ist mehr

Lärm ist eine häufige Ursache für Hörschädigungen in jungen Jahren. Bereits bei Lautstärken ab 85 Dezibel kann das Gehör bei intensiver lang anhaltender Beschallung leiden. Darum sollte gerade beim Einsatz von Kopfhörern diese Dezibel-Zahl nicht längere Zeit überschritten werden. Die Einschätzung, was zu laut ist, fällt allerdings mitunter schwer. „Hören ist immer auch subjektiv. Eine Kreissäge wird als unangenehm empfunden – die Lieblingsband in gleicher Lautstärke dagegen als angenehm“, führt Marianne Frickel als Beispiel auf, das viele kennen dürften. Ein Dezibel-Messer als App kann bei der Einordnung helfen. Hörakustikerinnen und Hörakustiker empfehlen zudem, die sogenannte 60/60-Regel. Dies bedeutet, dass man die Lautstärke nicht bis zum Anschlag dreht, sondern nur auf maximal 60 Prozent. Und dies auch nur für 60 Minuten. Danach sollte dem Gehör eine Pause gegönnt werden. Denn Ohren sind immer auf Empfang. Darum ist es wichtig, sie nicht permanent mit einem hohen Lärmpegel und großer Geräuschkulisse zu fordern. Das Hören von Musik über Kopfhörer beispielsweise, ist für das Gehör intensive Arbeit. Darum ist es wichtig, Pausen einzulegen und die Beschallung zu unterbrechen. Wer die Kopfhörer öfter mal absetzt, entlastet nicht nur sein Gehör, sondern senkt auch seinen allgemeinen Stress-Level.

Gehörschutz: no risk just fun

Alltagslärm aus dem Weg zu gehen, ist oft schwierig. Wer das Quietschen der einfahrenden Bahn oder das Knattern vom Rasenmäher einfach mit der vollen Musikdröhnung über Kopfhörer übertönt, tut seinem Gehör aber auch nichts Gutes. Hörakustikerinnen und Hörakustiker raten zu Gehörschutz, wenn es laut wird. Diesen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Einfache Versionen aus Schaumstoff, umgangssprachlich oft „Ohrstöpsel“ genannt, können Lärm um etwa 20 Dezibel dämpfen, wenn sie richtig und tief genug im Gehörgang sitzen. Sicher, immer wieder einsetzbar und angenehmer im Ohr ist der individuell angepasste Gehörschutz. Dieser wird vom Hörakustiker nach einem Ohrabdruck maßgefertigt, sitzt daher passgenau im Gehörgang und schließt diesen zuverlässig ab. Die besonderen Filter, die darin eingesetzt werden und je nach Bedarf unterschiedlich stark sein können, lassen menschliche Stimmen klar verständlich durch, so dass weiterhin Unterhaltungen auch in lauten Umgebungen möglich bleiben. Individueller Gehörschutz ist darum auch eine gute Option für alle, die es in Zukunft wieder einmal bei Open-Air-Konzerten oder Partys unter freiem Himmel krachen lassen wollen, ohne ihr Gehör zu gefährden.

Hörtest: lieber früher als später

Der regelmäßige Check des Gehörs ist ein wichtiger Schritt, um einen beginnenden Hörverlust frühzeitig zu erkennen und zu versorgen. „Schwerhörigkeit wird in Deutschland durchschnittlich zehn Jahre zu spät behandelt“, sagt Hörakustiker-Meisterin Marianne Frickel. Denn die wenigstens Menschen können ihr Gehör objektiv einschätzen. Es ist daher wichtig, auf erste Anzeichen eines Hörverlustes zu achten sowie auf sein Umfeld zu hören und entsprechend zu reagieren. Eine Hörschädigung wird nicht von selbst wieder besser, sondern ein Hörverlust schreitet zumeist schleichend voran. Hörakustikerinnen und Hörakustiker führen einen in der Regel kostenlosen Hörtest durch und beraten umfassend zum Thema Hören. Als systemrelevantes Gesundheitshandwerk mit umfassendem Hygienekonzept können Hörakustiker auch in Pandemie- und Lockdown-Zeiten öffnen, um Menschen mit Hörproblemen professionell und zuverlässig zu versorgen.

 

OV von Bundesinnung der Hörakustiker KdöR




Grüner Wasserstoff ohne EEG-Umlage

 

Die Marktoffensive Erneuerbare Energien begrüßt, dass die Bundesregierung die Herstellung grünen Wasserstoffs vollständig von der EEG-Umlage befreien will. Alle Sektoren, insbesondere die Industrie, benötigen große Mengen grünen Wasserstoff, um ihre individuellen Klimaschutzziele zu erreichen. Hierfür muss der heimische Markt dringend angereizt werden, so die Marktoffensive, die von der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie dem Klimaschutz-Unternehmen e.V. im vergangenen Jahr gegründet wurde.

Zugleich solle mit der Verordnung das Ziel verfolgt werden, den marktgetriebenen Ausbau erneuerbarer Energien mittels Green Power Purchase Agreements (Green PPAs) energischer voranzutreiben, wie es die Koalitionsfraktionen in ihrem EEG-Entschließungsantrag vom Dezember 2020 angekündigt hatten. Daher sollte nach Einschätzung der Marktoffensive Erneuerbare Energien der Strom für die Wasserstoffproduktion aus ungeförderten Wind- und Solaranlagen stammen, die mittels eines Green PPA kontrahiert werden, unabhängig davon, ob es sich um Neuanlagen oder sog. Ü20-Anlagen handelt. Diesen Ansatz verfolgt auch der Verordnungsentwurf. Green PPAs erfüllen die künftige Vorgabe, dass es sich um Erneuerbare-Energien-Strom handelt, der keine Förderung in Anspruch nimmt und für den Herkunftsnachweise entwertet wurden. Dies kann über ein Green PPA sichergestellt werden.

Die Marktoffensive betont die Notwendigkeit, über Green PPAs zusätzliche Mengen an erneuerbarer und zugleich ungeförderter Erzeugungskapazität in Deutschland in Betrieb zu nehmen. Auch die EU -Kommission wird darauf drängen, für die Produktion von grünen Wasserstoff nur zusätzliche Stromerzeugungsanlagen in Betracht zu ziehen.

Um das gesamte Marktpotenzial für Green PPAs zu erschließen, ist es notwendig, die im Entschließungsantrag zum Ausdruck gekommene Stärkung von PPAs umzusetzen, zum Beispiel durch eine Weiterentwicklung des Herkunftsnachweissystems. Hierzu hat die Marktoffensive im März einen ersten Vorschlag vorgelegt und entwickelt derzeit weitere Vorschläge.

 

OV von  Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)




Alle drei Fiesta von M-Sport Ford erreichen das Ziel einer extrem harten Rallye Italien auf Sardinien

 

Bei der Italien-Rallye Sardinien, dem für das Material wohl härtesten WM-Lauf des Jahres, hat Gus Greensmith im Team M-Sport Ford einen siebten Platz in der Topkategorie WRC eingefahren. Teamkollege Teemu Suninen im zweiten Ford Fiesta WRC kam eine Position dahinter ins Ziel. Genau wie Nachwuchspilot Adrien Fourmaux im Fiesta Rally2 mussten sie ihre Fahrzeuge am ersten Tag der Veranstaltung vorzeitig abstellen. Nach dem Neustart unter Rally-2-Regeln konnten alle drei das große Potenzial des Ford Fiesta auf den brutalen Schotterpisten der Mittelmeerinsel aber unter Beweis stellen.

Gus Greensmith und sein neuer Copilot Stuart Loudon hatten in der vorletzten Wertungsprüfung (WP) am Freitag gerade die fünftschnellste Zeit markiert, da riss sie in der finalen WP des Tages ein Defekt der Kraftübertragung aus dem Rennen. Nach dem Neustart am Samstag bremste ein Elektrikproblem das britische Duo erneut ein und kostete einen Platz unter den ersten Fünf. Angesichts dieser Rückschläge beeindruckte die abgeklärte Fahrt des 24-jährigen Youngsters über die tückischen, engen Schotterstraßen umso mehr.

Im zweiten Ford Fiesta WRC mit Ecoboost-Turbobenziner musste Teemu Suninen schon früh Lehrgeld bezahlen: Nach rund 20 Kilometern der ersten WP rollte er den Allradler übers Dach. Das Auto des Finnen landete zwar wieder auf den Rädern, eine Weiterfahrt erwies sich aber als unmöglich. An den beiden Folgetagen zeigte der 27-Jährige dann, warum ihm das Team M-Sport Ford nach der Arctic Rally im Februar erneut ein World Rally Car anvertraut hatte: Suninen und sein Beifahrer Mikko Markkula fuhren konstant schnell, lernten viel über das Verhalten der Schotterreifen und sammelten wertvolle Daten fürs Team.

In der WRC2-Wertung stellte Adrien Fourmaux sein großes Potenzial unter Beweis. Auch der Franzose und sein belgischer Beifahrer Renaud Jamoul fielen am Freitag wegen eines Unfalls aus, meldeten sich am Samstag dann mit zwei WP-Bestzeiten im Fiesta Rally2 eindrucksvoll zurück. Sie belohnten sich und das Team mit Platz sechs in der hart umkämpften Nachwuchsklasse.

„Die Italien-Rallye Sardinien gehört zu jenen Läufen, die Mensch und Material bis zum Limit ihrer Leistungsfähigkeit fordern – praktisch jedes Team hat deshalb die eine oder andere Enttäuschung erlebt“, beschreibt M-Sport-Teamchef Richard Millener die extreme Charakteristik des fünften WM-Laufs. „Das macht es für uns allerdings nicht einfacher, dieses Wochenende zu verarbeiten. Wenn ich mir unser Tempo und unsere potenziellen Platzierungen anschaue, schmerzt der Rückblick. Teemu Suninen hat diesmal besonders viel Erfahrung gesammelt. Er fuhr bis auf den ersten Tag absolut zuverlässig. Die vielen Kilometer und sein Verständnis des Autos werden ihm bei seinem nächsten Einsatz weiterhelfen. Für Gus Greensmith tut es uns unheimlich leid: Er konnte bei beiden Zwischenfällen an den ersten Tagen überhaupt nichts machen. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam als Team. Fürs nächste Mal müssen wir aber sicherstellen, dass er ohne technische Schwierigkeiten die Position erreichen kann, die er verdient. Adrien Fourmaux hat uns wieder damit erstaunt, dass er mit nur vier Jahren Rallye-Erfahrung praktische jede Art von Rallye-Auto schnell bewegen kann. Sein Fehler am Freitag ging sicherlich auch auf den Wechsel zwischen zwei Fahrzeugen zurück – doch mit seinem Abschluss der Rallye, mit seinem erweiterten Wissen über das Auto und mit seinen Bestzeiten hat er sein Potenzial wieder bewiesen.“

Gus Greensmith / Stuart Loudon (Ford Fiesta WRC, Startnummer 44);Platz: 7 in der WRC-Wertung); WM-Rang: 9

„Mit der Art und Weise, wie ich dieses Wochenende gefahren bin, kann ich zufrieden sein. Ein oder zwei WP liefen besonders gut – umso bitterer wiegt es, dass sich diese Fortschritte wegen der technischen Schwierigkeiten nicht im Ergebnis widerspiegeln. Dennoch sollte uns die Zuverlässigkeit unserer Autos bei dieser harten Rallye Mut machen. Bei meinen Problemen handelte es sich um isolierte Einzelfälle. Bei der jetzt folgenden Analyse und unseren Planungen für den nächsten WM-Lauf kommen wir wieder in die Spur und verfolgen weiter das Ziel, unter die ersten Fünf zu fahren.“

Teemu Suninen / Mikko Markkula (Ford Fiesta WRC, Startnummer 3); Platz 8 in der WRC-Wertung; WM-Rang: 13

„Ein anderer Verlauf hätte uns natürlich glücklicher gemacht – der erste Tag lief für uns wahrhaftig nicht gut. Das ist vor allem deshalb schade, weil wir Samstag und Sonntag einen guten Rhythmus aufbauen konnten und viel über die Performance der Pirelli-Reifen auf Schotter gelernt haben. Auch die Herausforderung, am Samstag als Erster auf die Strecke zu müssen, hat mir viel Neues aufgezeigt. Du kannst wirklich Zeit herausholen, wenn du die Strecke auch ohne vorgezeichnete Spuren richtig auf der Ideallinie angehst. Jeder WM-Lauf bringt dich weiter, doch bei dieser Rallye konnten wir froh sein, überhaupt das Ziel zu erreichen.“

Adrien Fourmaux / Renaud Jamoul (Ford Fiesta Rally2, Startnummer 23); Platz 3 in der WRC 2; WM-Rang 6 (WRC2)

„Wir versuchen immer, auf jeder Wertungsprüfung und die gesamte Rallye hindurch Druck zu machen. Der Zwischenfall am Freitag geht auf eine unglückliche Verkettung mehrerer Dinge zurück – zum einen musste ich mich nach dem Gastspiel im Fiesta WRC wieder an den Fiesta Rally2 gewöhnen, zum anderen fehlte es mir wohl ein bisschen an Erfahrung. Die Aerodynamik der beiden Versionen unterscheidet sich riesig voneinander, das musste ich auf die harte Tour lernen. Am Samstag haben wir uns für ein aggressiveres Setup entschieden und einige Dinge ausprobiert, bis ich mich richtig wohl fühlte und attackieren konnte. Der Erfolg zeigt sich in den beiden Bestzeiten, die das Team für all die Anstrengungen an diesem Rallye-Wochenende voll verdient hat.“

 

OV von Ford Werke




Ein Jahrzehnt für einen gesunden Planeten

 

Vor dem Start der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen fordert der WWF Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die internationale Biodiversitätsfinanzierung Deutschlands auf mindestens zwei Milliarden Euro jährlich zu erhöhen. Die Bundeskanzlerin spricht am morgigen Freitag neben hochrangigen Vertreter:innen aus Politik, Kultur und Öffentlichkeit auf einer virtuellen Auftaktveranstaltung der Dekade. Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland sagt: „Wir begrüßen es, dass die Kanzlerin die Bedeutsamkeit der Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme wahrnimmt. Bei Lippenbekenntnissen darf es allerdings nicht bleiben. Deutschland muss seiner Verantwortung gerecht werden und die im Wahlkampf oft beschworene Wichtigkeit vom Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen auch finanziell nachhalten.“

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2030 als Dekade der Wiederherstellung von Ökosystemen ausgerufen. Der WWF ist offizieller Partner und wird sich in allen der drei strategischen Säulen der Dekade beteiligen – der Förderung einer globalen Bewegung für die Bewahrung, Wiederherstellung und nachhaltigen Nutzung von Ökosystemen; die Förderung entsprechender politischer Unterstützung; und die Bildung von Kapazitäten in der Umsetzung. „Wir freuen uns sehr offizieller Partner der Dekade zu sein und setzen uns dafür ein, dass Renaturierungsmaßnahmen neben Wäldern auch andere Ökosysteme wie Flüsse und Moore erreicht. Sie sind immens wichtig für Klima und Artenvielfalt, fallen aber auf der politischen Agenda oft hinten runter“, so Heinrich.  

Laut einer Studie[1] könnte die Wiederherstellung von 15 Prozent der durch menschliche Aktivitäten umgewandelten Flächen an den dafür geeigneten Stellen bis zu 60 Prozent des unter aktuellen Trends prognostizierten Artensterbens verhindern. 30 Prozent des seit der industriellen Revolution zusätzlich in die Atmosphäre geratenen CO2 könnten gebunden werden. Heinrich kommentiert: „Das ist auch dringend nötig: Wir verursachen im Moment den größten Rückgang der Biodiversität seit dem Aussterben der Saurier vor 66 Millionen Jahren. Um den Biodiversitätsverlust noch rechtzeitig stoppen und umkehren zu können, muss neben der Wiederherstellung der Ökosysteme allerdings auch ein dringend ein Umdenken in Wirtschaft und Finanzen stattfinden.“

[1] www.nature.com/articles/s41586-020-2784-9

 

OV von WWF Deutschland




Politik lässt Verbraucher allein

 

Tanja Dräger de Teran, Referentin für Ernährung und Landwirtschaft beim WWF Deutschland zum «Konsummonitor Nachhaltigkeit» des Handelsverbandes Deutschland (HDE):

„Laut dem aktuellen Konsummonitor legen deutsche Konsument:innen bei ihrer Kaufentscheidung im Einzelhandel vor allem bei Lebensmitteln und Mode zunehmend Wert auf nachhaltige Produktionsmethoden sowie die Herkunft der Ware. Diesem Wunsch muss auch die Politik endlich Rechnung tragen. Leider lädt die jetzige Bundesregierung die Verantwortung für die ökologische Ernährungswende weiterhin auf den Schultern der Verbraucher:innen ab.

Im Moment werden jene Lebensmittel, die unser Klima und die Ökosysteme und damit die Grundlagen unseres Lebens und Wohlstands überbelasten, vorteilig behandelt. Wir brauchen einen Mind Shift bei unserer Ernährung. Ein Mind-Shift wäre zum Beispiel: Beim Catering für Veranstaltungen oder auf Reisen gibt es automatisch ein vegetarisches Menü. Wer Fleisch möchte, kreuzt das extra an. Künftig muss die einfache Wahl auch immer die gesunde und nachhaltige sein.

Die kommende Regierung muss daher bis spätestens 2022 eine ressortübergreifende Ernährungsstrategie auf den Weg bringen, deren Maßstab die ökologischen Grenzen der Erde sind. Dazu gehören konkrete Klimaziele für das Ernährungssystem und verbindliche Mindestkriterien für die Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen, wie etwa Schulen. Der WWF fordert zudem die Einführung einer Lenkungssteuer für tierische Lebensmittel. Wir brauchen eine Lenkungsabgabe, die sich an Nachhaltigkeitskriterien orientiert und so Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft weniger belastet.

Wir müssen unser Ernährungssystem dringend anpassen, um auch in Zukunft eine gesunde, ausgewogene Ernährung der Menschheit zu garantieren. Das Erreichen der Pariser Klimaziele und den Erhalt der Biodiversität, als Grundlage unserer Landwirtschaft, sind dabei essentiell. Deutschland ist Mitverursacher der globalen Ernährungskrise. Wer Regierungsverantwortung übernehmen will, braucht ein ernährungspolitisches Gesamtkonzept, um Teil der Lösung zu werden.“

 

OV von WWF Deutschland




Behinderung heißt oft nur, dass man Dinge anders regelt

 

(ots) Vier Jahre lang, von 2014 bis 2018, war die sehbehinderte Bentele, die als Biathletin und Skilangläuferin vierfache Weltmeisterin und zwölffache Paralympics-Siegerin wurde, Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Dass sie die erste Person in diesem Amt war, die selbst eine Behinderung hat, findet Bentele „strange“. Ein Grund hierfür könnte ihrer Ansicht nach sein, „dass viele irgendwie immer noch der Meinung sind, die Interessen von Menschen mit Behinderung können noch besser von anderen vertreten werden“. Dieses Denken sei irritierend. Schließlich kämen beispielsweise bei Frauenbeauftragten nur sehr wenige auf die Idee, dass es Männer gut oder sogar besser machen können.

Allgemein braucht es mehr Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung, so die VdK-Präsidentin. „In den vergangenen Jahren ist schon einiges passiert, es gibt immer mehr Menschen mit Behinderung, die voll im Arbeitsleben stehen. Aber insgesamt ist es immer noch deutlich zu wenig.“ Jahrzehntelang sei die „Sonderwelt“ das Normale gewesen: Menschen mit Behinderung haben in speziellen Einrichtungen gelebt, waren in Förderschulen, haben in Werkstätten gearbeitet. Die Folge: „Viele Menschen ohne Behinderung hatten keine Nachbarn oder Kollegen mit Behinderung. Das ändert sich gerade, aber sehr langsam“, erklärt Bentele.

Fragen, ob Hilfe erwünscht ist

Im Alltag wünscht sich Verena Bentele, dass Menschen einfach fragen, ob Hilfe gewünscht ist, und wenn ja: welche. Behinderung heiße oft nur, dass man Dinge eben anders regelt. „Was ich aber gar nicht leiden kann, und das weiß ich auch von anderen Menschen mit Behinderungen: Wenn ich, etwa vor einer Treppe, am Arm oder Rucksack gepackt werde. Das macht mein Leben definitiv nicht sicherer oder einfacher“, so Bentele.

Das Interview mit VdK-Präsidentin Verena Bentele lesen Sie auf dem Gesundheitsportal apotheken-umschau.de unter: https://ots.de/OJhguP

 

OV von Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen




Mit dem Wohnwagen nicht ins Schlingern kommen

 

(ots) Urlaub mit dem Wohnmobil oder mit einem Wohnwagen im Schlepptau steht derzeit hoch im Kurs. Vor allem der Wohnwagen erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Wie sich ein Auto, das ein kleines Haus auf Rädern hinter sich herzieht, fahren lässt, ist für viele Autofahrer allerdings Neuland. Auch routinierte Fahrer, die erstmals mit Wohnanhänger unterwegs sind, geraten häufig an ihre Grenzen und sollten sich daher nach Ansicht des ADAC mit einem speziellen Fahrsicherheitstraining auf die Urlaubsreise vorbereiten.

Zu den besonderen Herausforderungen beim Fahren mit Wohnwagen zählen beispielsweise Seitenwinde, die einem Gespann deutlich stärker zusetzen können als einem allein fahrenden Pkw. In einer solchen Situation muss der Fahrer schnell und richtig reagieren und das Gespann wieder stabilisieren. Auch Bremsen sowie Ausweichen vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis unterscheiden sich grundlegend vom Solo-Fahren. Gelernt sein will auch das Rückwärtsfahren, da mit den gewohnten Lenkbewegungen das Gespann leicht in die falsche Richtung bugsiert wird.

Bei einem ADAC Fahrsicherheitstraining werden die Teilnehmer gezielt auf die spezifischen Anforderungen vorbereitet, um auch in kritischen Fahrsituationen bestehen zu können. Im Vordergrund stehen Bremsen, Ausweichen, Rangieren und Rückwärtsfahren. Aber auch der Einfluss von Lastwechsel auf das Fahrverhalten, die richtige Beladung und Abmessungen einschätzen spielen eine große Rolle.

 

OV von ADAC e.V.




Heute ist Weltumwelttag: „Höchste Zeit für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt“

 

(ots) Umweltzerstörung und Klimawandel gefährden die Zukunft von Millionen Menschen, besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche in armen Ländern. Weltweit stehen vor allem die Zukunftschancen von Kindern auf dem Spiel. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation atmen 90 Prozent aller Kinder weltweit verschmutzte Luft, rund 600.000 Kinder sterben jährlich an Atemwegserkrankungen als Folge von Luftverschmutzung. Wassermangel und Dürre wie auch Überflutungen und Unwetter führen zu Ernteausfall und Hunger, dem nach Schätzungen der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2050 24 Millionen Kinder zum Opfer fallen könnten. Der UN-Menschenrechtsrat befürchtet, dass ab dem Jahr 2040 rund 600 Millionen Kinder in Gebieten ohne verlässlichen Zugang zu Trinkwasser leben werden.

„Genau wie die Folgen der Corona-Pandemie vertiefen auch die Auswirkungen der Zerstörung der Natur die Kluft zwischen Arm und Reich“, sagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes. „Klimawandel und daraus resultierende Armut ist die neue soziale Frage des 21. Jahrhunderts, die nur von der internationalen Staatengemeinschaft gelöst werden kann. Ein Meilenstein auf dem Weg dorthin wäre die rechtliche Anerkennung des Kinderrechts auf eine gesunde Umwelt.“

Mit der internationalen Kampagne MY PLANET MY RIGHTS setzt sich terre des hommes dafür ein, das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt langfristig durch ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention verbindlich zu machen. Wichtige Weichen hierfür wurden kürzlich gestellt. So kündigte die Vorsitzende des UN-Kinderrechtsausschusses, Mikiko Otani, auf Initiative von terre des hommes an, dass die Vereinten Nationen einen neuen Kommentar zur Kinderrechtskonvention herausgeben würden. „Wir sind froh, dass die Vereinten Nationen unseren Impuls aufnehmen und mit ihrem Kommentar eine Anleitung veröffentlichen werden, wie die Vertragsstaaten der Konvention Kinderrechte in der nationalen und internationalen Umwelt- und Klimapolitik angemessen umsetzen können“, so Birte Kötter. „Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur rechtlichen Verankerung des Kinderrechts auf eine gesunde Umwelt.“

 

OV von terre des hommes Deutschland e. V.




Umfrage zeigt: Patienten wissen wenig über E-Rezept

 

(ots) Wenige Monate vor der flächendeckenden Einführung des elektronischen Rezepts im Januar 2022 wissen die Deutschen noch sehr wenig über den Nachfolger des rosa Papierrezepts. 63 Prozent der Erwachsenen haben noch gar nichts vom E-Rezept gehört. Wann es eingeführt wird, wissen sogar 95 Prozent nicht. Drei von vier Deutschen möchten ihre Medikamente auch weiterhin gerne persönlich in der Apotheke vor Ort abholen. Weitere 9 Prozent können sich vorstellen, ein E-Rezept an ihre Apotheke zu schicken und deren Botendienst für die Belieferung in Anspruch zu nehmen. Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts KANTAR im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände unter 1.000 Deutschen anlässlich des Tags der Apotheke am 7. Juni. Der Tag der Apotheke findet seit 1998 statt, um die Leistungen der Apotheken öffentlich darzustellen.

69 Prozent der Befragten sehen die Papiereinsparung als wichtigsten Vorteil des E-Rezepts. Andererseits befürchten 48 Prozent, dann keine ausreichende Beratung mehr in der Apotheke zu bekommen. „Wir sehen, dass die Menschen noch extrem wenig über die Einführung des E-Rezepts und seine Vorteile wissen. Da kommt in den nächsten Monaten sehr viel Aufklärungsarbeit auf uns zu. Wir müssen den Menschen die völlig unbegründete Furcht nehmen, Beratung und Versorgung würden mit dem E-Rezept schlechter werden. Das Gegenteil wird der Fall sein, weil Patienten ja noch einfacher mit ihrer Apotheke kommunizieren und noch schneller versorgt werden können“, sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening zu den Umfrageergebnissen. Technisch seien die Apotheken bestens auf den Roll-Out des E-Rezeptes vorbereitet. „Schon jetzt sind neun von zehn Apotheken an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und ‚E-Rezept-ready‘. Bis zum bundesweiten Pflichtbetrieb ab 1. Januar 2022 werden alle Betriebe soweit sein. Jede Apotheke vor Ort wird künftig mit der kostenlosen E-Rezept-App der gematik auch online ansprechbar sein. Das ist ein zusätzliches Angebot neben dem analogen, physischen Kontakt zur Apotheke. Egal ob digital oder analog, die Betreuung unserer Patienten wird immer eine ganz persönliche bleiben. Die Umfrage zeigt, dass die Menschen auch in Zukunft gerade auf diese persönliche Betreuung nicht verzichten wollen.“

 

OV von ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände




Gorch Fock auf Kurs zum EuGH?

 

Wurde die Gorch Fock, Segelschulschiff der deutschen Marine, mit illegal geschlagenem Tropenholz restauriert? Bald endet die Frist zur Aufbewahrung der Dokumente, die genau diese Frage beantworten könnte. Bisher weigert sich die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) jedoch trotz ihres staatlichen Prüfauftrags, den dringenden Verdacht und damit einige der Dokumente überhaupt zu prüfen. Genau dazu will der Deutsche Naturschutzring (DNR) mit fachlicher Unterstützung des WWF Deutschlands die BLE in einem gerichtlichen Eilverfahren verpflichten. Trotz der Dringlichkeit lehnte das Verwaltungsgericht Köln den Eilantrag kürzlich ab und verwies auf ein normales Klageverfahren. Dies könnte sich über Jahre hinziehen, wichtige Dokumente können bis dahin vom Importeur vernichtet werden und der Skandal um mögliches Raubholz auf dem Deck des Nationalsymbols der deutschen Marine bliebe für immer unaufgeklärt. Daher hat der DNR mit fachlicher Unterstützung vom WWF diese Woche Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster eingelegt. Die Münsteraner Richter sollen nun den Europäischen Gerichtshof (EUGH) dazu befragen, ob die BLE auch in einem zügigen Eilverfahren zu Kontrollen verpflichtet werden kann – oder ob das nur mit einer viel langsameren Klage geht. Bisher ist nämlich ungeklärt, inwieweit Umweltverbände Behörden auch im Eilverfahren verklagen dürfen, damit diese ihre staatlichen Aufträge wahrnehmen.

Nach Sichtung der Exportunterlagen bewertet der WWF das Teakholz gemäß der EU-Holzhandelsverordnung (European Timber Regulation, EUTR) als illegal, da beim Export allem Anschein nach Steuern hinterzogen wurden. Dem WWF liegen zudem Hinweise darauf vor, dass das Holz aus verbotenem Raubbau der “Holzmafia” stammt.

WWF Holzexperte Johannes Zahnen kommentiert: „Ohne Eilverfahren wird der Skandal um Steuerhinterziehung beim Import des Teakholzes für immer an der Gorch Fock und damit dem Stolz der deutschen Marine kleben. Es ist verwunderlich, dass das Gericht nicht erkennt, dass eine normale Verfahrensklage den Vorwurf gar nicht mehr klären kann, weil dieses viel zu lange dauern würde. Dass es überhaupt ein Gerichtsverfahren braucht, um die BLE zum Prüfen der Vorwürfe zu zwingen, ist ein wahres Armutszeugnis.“

Die Umweltverbände hoffen jetzt darauf, dass das Oberverwaltungsgericht Münster die juristischen Fragen durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) beantworten lässt. Entscheidet der EuGH, dass Umweltverbände Behörden auch im Eilverfahren dazu bringen können, ihre staatlichen Aufträge auszuführen, gilt das EU-weit für alle Umweltschützer:innen. „Ein solches Urteil ist absolut nötig: In wenigen Jahren wird es in Myanmar keine gesunden Teakbestände mehr geben, Menschen und Tiere verlieren so ihre Lebensgrundlage. Wenn wir die letzten alten Wälder retten wollen, dann nur im Eilverfahren“, so Zahnen.

Hintergrund:

Die EU-Holzhandelsverordnung (European Timber Regulation, EUTR) soll illegales Holz von der Europäischen Union fernhalten und Holz aus nachhaltigen Quellen stärken. Wer Holz oder Holzprodukte in die EU einführt, hat dafür Sorge zu tragen, dass es sich um legale Waren handelt. Die BLE ist dafür zuständig die Einhaltung der EU-Holzhandelsverordnung zu überprüfen. Allerdings weigert sich die die Behörde standhaft die komplette Verordnung anzuwenden. Im Fall Gorch Fock wurden nur die Sorgfaltspflichten des Importeurs geprüft und somit nur einen Teil der Verordnung angewendet.

 

OV von WWF Deuzschland

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