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Saubere Flüsse unverzichtbar für sauberes Trinkwasser

 

Der 26. September ist der „Internationale Tag der Flüsse“. Das Forum Trinkwasser e.V. verweist aus diesem Anlass auf die Bedeutung der Flüsse für die Trinkwassergewinnung in Deutschland und informiert, wie jeder Einzelne mit einfachen Verhaltensregeln zum Schutz der wertvollen Ressource Wasser beitragen kann.

Flüsse sind Lebensadern. Sie transportieren Nährstoffe von den Quellen vorbei an Wiesen, Auen und Wäldern bis in die Ozeane und bilden einen wichtigen Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Ein Drittel unseres Trinkwassers (32 Prozent) wird direkt oder indirekt aus Flüssen, Talsperren und Seen gewonnen. Allein am Rhein hängt die Trinkwasserversorgung von 30 Millionen Menschen. Es ist also lebenswichtig, diese Adern gesund zu halten und zu schützen. Darauf weist der „Internationale Tag der Flüsse“ am 26. September hin, der seit 2005 von den Vereinten Nationen (UN) weltweit als offizieller Gedenktag unterstützt wird.

Flüsse in keinem guten Zustand

Unsere Flüsse sind in keinem guten Zustand. Das zeigen die Daten, die regelmäßig für die Zustandsbewertung nach europäischer Wasserrahmenrichtlinie erfasst werden. Die absolute Mehrzahl aller untersuchten Gewässer ist von einem guten ökologischen und chemischen Zustand, wie er angestrebt wird, weit entfernt..

Daran wird sich auch in dem kommenden Jahren nicht viel ändern“, so Dr. Stefan Koch vom Forum Trinkwasser e.V.. „Zum einen ist es immens aufwändig und kostspielig, unseren verbauten und begradigten Flüssen ihren ursprünglichen Raum zurückzugeben, was für das Erreichen eines guten ökologischen Zustandes erforderlich wäre. Zum anderen fehlt oftmals die Bereitschaft, nötige Veränderungen zu akzeptieren und umzusetzen, wie das Beispiel der Düngeverordnung zeigt. Hier mahnen EU und Trinkwasserversorger seit Jahrzehnten die Reduzierung von Nitrateinträgen in die Gewässer an, doch erst eine Klage vor dem europäischen Gerichtshof führte zu einem Gesetz. Und dieses lässt nun so viele Ausnahmen zu, dass ein signifikanter Rückgang von Nitrateinträgen nach wie vor nicht zu erwarten ist.“

Jeder Einzelne ist gefragt

Umso wichtiger ist es, dass jeder Bürger dazu beiträgt, die Lebensader Fluss im Rahmen seiner Möglichkeiten zu schützen und sauber zu halten. Dazu empfiehlt das Forum Trinkwasser e.V., alle Phasen des Wasserkreislaufes zu beachten und auch die Abwasserströme im Blick zu haben. Denn nicht jeder Stoff kann in einer Kläranlage herausgefiltert bzw. zu 100 Prozent durch andere Behandlungsverfahren herausgelöst werden und landet so wieder in den Oberflächengewässern.

Darauf sollte jeder achten:

  • feste Abfallstoffe gehören nicht in die Kanalisation. Dazu zählen Hygieneartikel, Watte, Feuchttücher, Rasierklingen, Zigarren- und Zigarettenreste.
  • keine Farbreste wie Lacke, Benzin, Lösungsmittel in die Kanalisation oder auf den Waldboden geben
  • alte und gebrauchte Medikamente niemals in die Toilette oder den Abfluss schütten
  • Wasch-, Reinigungs- und Putzmittel sparsam dosieren und ökologisch abbaubare Mittel verwenden
  • Streusalz vermeiden. Es schadet der Flora und Fauna entlang den Straßen. Salzwasser, das im Boden versickert, kann wertvolles Grundwasser beeinträchtigena
  • auf Pestizide im Garten verzichten und ökologische Schädlingsbekämpfer und Pflanzenschutzmittel einsetzen

 

Ov von Forum Trinkwasser e.V.




Die schönsten Wanderungen im Herbst: Brandenburg für „Gipfelstürmer“, Landweg-Liebhaber und Pilger-Fans

 

Nirgendwo in Deutschland stehen so viele Landschaften unter Schutz wie in Brandenburg. 15 Nationale Naturlandschaften bewahren die schönsten und wertvollsten Gebiete und bieten beste Möglichkeiten für Tagestouren oder einen Kurzurlaub. Immer mehr Menschen entdecken hier das Wandern für sich. Heute ist „Tag des Wanderns“ – hier einige ausgewählte Beispiele für schöne Touren im Herbst in Brandenburg.

Ein Netz aus 2.000 Kilometern Wegen mit besonderer touristischer Relevanz steht Wanderern in Brandenburg zur Verfügung, viele davon führen an Ufern von Seen oder Flüssen entlang. Und manchmal geht es selbst im flachen Brandenburg beim Wandern hoch hinaus. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gipfelstürmerweg im Seenland Oder-Spree, der gerade bei der Wahl zum schönsten Wanderweg Deutschlands, den ersten Platz unter den ostdeutschen Wegen belegt hat.

Unterwegs auf dem Gipfelstürmerweg

Knapp eine Zugstunde von Berlin entfernt können Gipfelstürmer auf der rund 23 km langen Oneway-Tour ihre Höhentauglichkeit und Kondition testen. Fast tausend Höhenmeter (alle Aufstiege zusammengerechnet), vier Aussichtstürmen und der einzige Watzmann außerhalb Bayerns, sind Markenzeichen der abwechslungsreichen Route, die durch das hügelige Oberbarnimer Hochplateau bei Bad Freienwalde führt. Ein richtiges Gipfelkreuz, Schluchten, Bäche und eine Skisprungschanze sorgen dafür, dass man sich in den Weiten Brandenburgs fast wie im Hochgebirge fühlt.

Auf sieben Etappen durch die Schorfheide

Die Schorfheide ist Deutschlands größtes Waldgebiet und von vielen Wanderwegen durchzogen. In diesem Jahr neu dazugekommen ist nun der 135 Kilometer lange Schorfheide Rundwanderweg, der sich in sieben Etappen gliedert. Neben dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin führt die Route auch durch den Naturpark Barnim. Von Eberswalde aus geht es in östliche Richtung. Niederfinow mit dem gigantischen Schiffhebewerk, Oderberg, Joachimsthal und das fast 750 Jahre alte Kloster Chorin liegen genauso an der Strecke wie der bekannte Werbellinsee. Einst als kaiserliches Jagdgebiet deklariert, waren große Teile der Schorfheide bis 1989 den Jagdgelüsten der DDR-Oberen und ihrer Staatsgäste vorbehalten. Gesperrt für die Allgemeinheit, konnte sich in jahrzehntelanger Abgeschiedenheit unverfälschte, teils urtümliche Landschaft entwickeln. 1990 wurde die Schorfheide zum Biosphärenreservat erklärt.

Geheimnisvolle Moore

Gleich in zwei Regionen Brandenburgs kann man auf einer Wanderung besonders geschützte Moorlandschaften erkunden: Die Tour auf dem 12 Kilometer langen Rundweg durch das Rambower Moor in der Prignitz ist gerade im Herbst ein besonderes Erlebnis, dann rasten hier hunderte Kraniche, die abends laut trompetend ihre Kreise über der Moorlandschaft ziehen. Zum Vogelzug gibt es auch regelmäßig geführte Touren der Naturwacht Lenzen oder des BUND Besucherzentrums Burg Lenzen in das Moor. Mit 11 Kilometer fast genauso lang ist der Moorerelebnispfad im Naturpark Stechlin-Ruppiner-Land. Stege über das Moor, kleine Kanäle und Seen sorgen bei der Wanderung für große Abwechslung. Wie auch beim Rambower Moor, gibt es auch entlang dieser Route zahlreiche Infotafeln zu den Besonderheiten des Lebensraums Moor.

Wo die Zeit still zu stehen scheint: Der Märkische Landweg in der Uckermark

In Brandenburg sind sieben Routen mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbandes zertifiziert. Der Märkische Landweg gehört dazu.Die in Feldberg, kurz hinter der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern startende Tour ist 187 Kilometer lang. Die Route gliedert sich in 10 Etappen und durchquert gleich drei Nationale Naturlandschaften: den Naturpark Uckermärkische Seen, das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sowie das östlichste Schutzgebiet des Landes: den Nationalpark Unteres Odertal. Auf der ganzen Strecke ist eine von der Eiszeit geformte Landschaft zu bewundern. In der dünn besiedelten Region nahe der Oder erleben die Wanderer entlang von Flussaltarmen seltene Sumpf- und Auenwälder. Europaweit gilt dieses Gebiet als intakteste Flussauenlandschaft. Da die Tour durch eine sehr dünn besiedelte Landschaft führt, sollten die Quartiere für die Nacht vorab gebucht werden.

Perfekte Familienwanderung: Bergmolchwanderweg im Fläming

Wer mit Kindern wandern geht, der weiß: die Tour darf nicht zu lang sein und entlang des Weges sind spannenden Stationen wichtig. All das bietet der 14 Kilometer lange Bergmolchwanderwerg im Süd-Westen Brandenburgs. Ausgangspunkt ist das Naturparkzentrum Raben, unterhalb der Burg Rabenstein mit ihrem 30 Meter hohen Bergfried. Den Bergmolch, das Tierchen, das dem Weg seinen Namen gibt, kann man mit etwas Glück in der „Alten Badeanstalt“ antreffen einem wichtigen Laichgebiet für verschiedene Amphibienarten. Der Weg führt quer durch das Planetal, eine von artenreichen Sumpfwiesen geprägte Landschaft, in der der Bach Plane entspringt. Für Kinder sind das Mufflongehege in Rädigke, die Burg Rabenstein und die Falknerei sowie ein schöner Spielplatz am Ausgangspunkt in Raben, Highlights der Tour.

Ruhe beim Pilgern finden

Neben dem Wandern erfreut sich das Pilgern auch in Brandenburg wachsender Beliebtheit. Wilsnack war schon im Mittelalter ein wichtiger Wallfahrtsort, in den Menschen aus ganz Europa zu den Bluthostien in der Wilsnacker Wunderblutkirche strömten. Auch heute wird der Kurort wieder jährlich von hunderten Pilgerinnen und Pilgern angesteuert, die zum Beispiel auf der 108 Kilometer langen Bischofstour unterwegs sind. Ausgangspunkt die alte Bischofsstadt Wittstock, Ziel ist der Ort Havelberg, der schon in Sachsen-Anhalt liegt. Von ebenso großer Bedeutung ist das Stift zum Heiligengrabe, an dem die Pilgertour auf dem Annenpfad startet. Die Anlage ist heute die einzige fast vollständig erhaltene Zisterzienserinnen-Anlage. Der Annenpfad verbindet die Wallfahrtskirchen in Heiligengrabe und Alt Krüssow mit der Dorfkirche in Bölzke. Gepilgert wird auch auf dem Brandenburger Klosterweg, der bis Ende 2021 auf rund 100 Kilometern ausgebaut ist und ehemalige Zisterzienserklöster im Ruppiner Seenland verbindet.

Für alle, die gerne länger bleiben möchten, gibt es über 90 buchbare Übernachtungsangebote und Arrangements für den Reisezeitraum vom 1.11.-23.12.2021 sowie 2.1.-14.4.2022. Die Angebote der Partner – von Schlosshotels über Ferienhäuser/Ferienwohnungen bis familiengeführte Landhotels gibt es online unter: „winterliches-brandenburg.de„.

 

OV von TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH




Hessen stellt 4,5 Millionen Euro bereit

 

Städte und Gemeinden im Umfeld des Frankfurter Flughafens bekommen auch künftig jährlich 4,5 Mio. Euro zum Ausgleich ihrer hohen Fluglärmbelastung. Dies sieht der aktuelle Haushaltsentwurf des Landes vor, wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch mitteilte. Ursprünglich waren die Zahlungen bis Ende 2021 befristet.

Das 2017 in Kraft getretene Regionallastenausgleichsgesetz stellt insgesamt 21 Kommunen feste jährliche Beträge für nachhaltige Entwicklung, Fluglärmschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität zur Verfügung. Die Städte und Gemeinden können das Geld abrufen, um damit beispielsweise Maßnahmen zur Kinder- und Jugendbetreuung, zur Belüftung oder Klimatisierung öffentlicher Gebäude und zur Aufwertung von Freizeiteinrichtungen zu finanzieren.

Verteilung nach festem Schlüssel

„Wir lassen den Kommunen viel Freiheit bei der Verwendung des Geldes“, sagte Al-Wazir. „Denn die Kommunen wissen in der Regel selbst am besten, mit welchen Maßnahmen sie ihre Stadt oder ihren Ort attraktiver und lebenswerter machen können.“

Die Mittel stammen normalerweise aus den Dividenden der Anteile, die das Land am Flughafenbetreiber Fraport hält. Verteilt werden sie nach einem festen Schlüssel, der sich an der jeweiligen Fluglärmbelastung und der Zahl der betroffenen Einwohnerinnen und Einwohner orientiert. Die Landesregierung hat sich allerdings entschieden, trotz der momentan ausgesetzten Dividende die Mittel auch 2022 im Entwurf des Landeshaushalts vorzusehen.

Keine Entschädigung für Stadt Frankfurt

Die Stadt Frankfurt ist von den Entschädigungszahlungen ausgenommen, da sie im Regelfall eigene Einnahmen aus ihren Fraport-Anteilen erzielt. „Deshalb konzentrieren wir uns auf die Kommunen, die zwar stark von Fluglärm belastet sind, die finanziell aber gar nicht oder in erheblich geringerem Maß vom Flughafenbetrieb profitieren“, erläuterte der Minister.

Eine Liste der antragsberechtigten Kommunen sowie nähere Informationen finden Sie hier.

 

Ov von Land Hessen




WWF – Ernährungswende im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und dem Schutz biologischer Vielfalt

 

Am 23. September lädt UN-Generalsekretär António Guterres zum „UN Food Systems Summit“ ein, dem digitalen Gipfeltreffen um die Zukunft der Ernährung. „Dieser Summit hat das Zeug, eine Trendwende einzuleiten. Wir brauchen eine Ernährungswende. Die Regierungen dieser Welt müssen sich zu einer grundlegenden Transformation des Ernährungssystems bekennen. Die Konzepte und Ideen hierfür wurden im Vorfeld des Gipfels in vielen Dialogveranstaltungen erarbeitet. Nun gilt es, zu handeln“, sagt Tanja Plötz, Referentin für nachhaltige Ernährungssysteme beim WWF. Sie begleitet den Gipfel für den WWF Deutschland inhaltlich.

„Wie wir derzeit Nahrungsmittel erzeugen, gießt Öl auf das Feuer der doppelten Klima- und Biodiversitätskrise. Gleichzeitig verschärfen die Folgen der Erderhitzung und der Schwund an biologischer Vielfalt die Ernährungslage weltweit“, meint Plötz. Der WWF verweist darauf: Unser Ernährungssystem trägt maßgeblich zu Entwaldung und dem Verlust der biologischen Vielfalt bei. Bis zu einem Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen geht auf die Produktion und den Konsum von Lebensmitteln zurück. Dafür nutzen wir weltweit überdies rund 70 Prozent des gesamten von Menschen verbrauchten Süßwassers.

Von den Teilnehmenden des „UN Food Systems Summit“ fordert der WWF ein klares Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen und den Einsatz für ein möglichst verbindliches und ambitioniertes Rahmenwerk der UN-Biodiversitätskonferenz (CBD). Beides müsse Richtschnur sein für den Umbau der globalen Ernährungssysteme. Umgekehrt sollten die Ergebnisse des UN Food Systems Summit in die Diskussion zu Biodiversitäts- und Klimaschutz integriert werden.

Für eine nachhaltige Ernährungswende braucht es aus Sicht der Umweltschutzorganisation aber klare Aufgaben und Prozesse nach dem Gipfel, nicht nur Ankündigungen. „Gefragt sind hier insbesondere die Regierungen, die sich verbindlich einbringen müssen. Sie müssen sicherstellen, dass die im Vorfeld durch eine breite Koalition von Fachleuten erarbeiteten, sehr konkreten Lösungsvorschläge in die Umsetzung gebracht werden. Beispielsweise sollte der Schutz von Böden und deren Potential, CO2 zu speichern, Teil der Transformation der Ernährungssysteme sein“, sagt Ploetz. Landwirtschaftliche Entwicklung im globalen Süden und der Umbau der Landwirtschaft im Norden sollten zudem auf agrarökologische Prinzipien bauen, um den Klima- und Flächenfußabdruck zu senken, weniger Wasser zu verbrauchen und die biologische Vielfalt besser zu erhalten und wieder fördern. Dazu gehört für den WWF auch, ökologische Landwirtschaft zu stärken sowie die regionale Produktion und kurze Wege zu unterstützen – mit Preisen, die die Landwirtinnen und Landwirte fair entlohnen. Außerdem fordert die Umweltschutzorganisation, dass alle Stakeholder entlang der Lieferkette eingebunden werden. „Wir brauchen Beteiligungsmechanismen, die sichererstellen, dass nicht über die Köpfe von zum Beispiel Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Saisonkräften, Indigenen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen hinweg entschieden und geplant wird. Denn das passiert schon zu lange und hat zur Misere der derzeitigen Ernährungssysteme mit beigetragen“, unterstreicht Tanja Plötz.

Für den 23. September hat UN-Generalsekretär António Guterres zum „UN Food Systems Summit“ eingeladen. Das digitale Treffen am Rande der UN-Vollversammlung soll ein Wendepunkt werden hin zu einem weltweiten Ernährungssystem, das sozial gerecht, biodiversitätserhaltend, ressourcenschonend und klimaneutral die Weltbevölkerung ernährt.

 

Ov von WWF Deutschland




Kein Anspruch mehr auf Verdienstausfallentschädigung für Ungeimpfte ab 01. November

 

Ab dem 1. November 2021 haben Ungeimpfte in Hessen keinen Anspruch mehr auf eine Verdienstausfallentschädigung, wenn sie wegen des Kontakts zu einer mit Corona infizierten Person oder als Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet im Ausland in Quarantäne müssen. Auf diesen Schritt, den Ministerpräsident Volker Bouffier bereits angekündigt hatte, sowie auf den Zeitpunkt einigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern heute in ihrer gemeinsamen Runde.

Ausreichend Impfstoff für alle vorhanden

Laut Infektionsschutzgesetz des Bundes haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf Entschädigung, wenn sie aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantäne nicht zur Arbeit können. Dieser Anspruch entfällt jedoch, wenn die Quarantäne durch eine öffentlich empfohlene Schutzimpfung hätte vermieden werden können. „Es ist mittlerweile ausreichend Impfstoff vorhanden, so dass alle Bürgerinnen und Bürger in Hessen die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Deshalb besteht auch rechtlich gar keine Möglichkeit mehr, ungeimpfte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Quarantänefall weiter zu entschädigen“, sagt Ministerpräsident Bouffier.

„Es ist weiter oberstes Ziel, eine Überlastung unseres Gesundheitssystems zu verhindern – und dabei müssen alle mithelfen: Lockerungen mitzunehmen, die für alle durch das Impfen möglich werden, sich aber selbst nicht an der Impfsolidarität zu beteiligen, kann eine Gesellschaft dauerhaft nicht akzeptieren. Deshalb ist das Ende der Verdienstausfallentschädigung folgerichtig“, fügt der Hessische Gesundheitsminister Kai Klose hinzu.

Genug Zeit für Erst- und Zweitimpfung

Mit dem 1. November als Stichtag gibt Hessen allen Beschäftigten Zeit, sich bis dahin noch impfen lassen zu können. Denn der Zeitraum ist lang genug, um – wie im Fall von Moderna oder Biontech – zwei Impfdosen verabreicht zu bekommen. „Also nutzen Sie jetzt die Chance und lassen Sie sich impfen! Es war nie einfacher als jetzt. In den Arztpraxen ist Impfstoff vorhanden und fast täglich finden in ganz Hessen Impf-Aktionen statt, die Sie aufsuchen können, ohne vorher einen Termin vereinbaren zu müssen“, so Ministerpräsident Bouffier und Minister Klose.

 

Ov von Land Hessen




Mit elan in die Zukunft

 

Im Rahmen der jährlichen elan-Fachtagung bestätigten Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz und der Vorsitzende des Landeselternbeirats Volkmar Heitmann, die erfolgreiche Zusammenarbeit auf Basis der elan-Kooperationsvereinbarung fortzusetzen und das elan-Programm weiterhin zu unterstützen.

Elan ist ein Programm von Eltern für Eltern, dass zwar durch das Kultusministerium finanziert und unterstützt wird, aber durch qualifiziert ausgebildete Eltern gestaltet und umgesetzt wird. Es gibt ganz viele engagierte Eltern oder ehemalige Eltern, die diese Aufgabe übernehmen und sich in einer umfangreichen Ausbildung als „Elanie“ qualifizieren.

Erziehungsrecht und Mitbestimmung

Ziel und Zweck des Programms ist es, Eltern durch Seminare in ihren Elternmitwirkungsrechten zu unterstützen. Das können ganz praktische Seminare sein, z. B. wie man einen Elternabend gestaltet oder wie man am besten mit Konflikten umgeht. Es sind aber auch Seminare zu den originären Aufgaben und Pflichten von Eltern, z. B. „Was sind meine Aufgaben als Klassen- oder Schulelternbeirat?“ oder „Wie funktioniert die Schulkonferenz?“  Auch gemeinsame Erziehungsvereinbarungen zwischen Schule und Eltern sind Gegenstand der Schulungen.

Viele Elternvertreter:innen sind sich nicht ihrer Rechte bewusst. Die Elternvertretung hat ihre Grundlage darin, dass die Eltern einen Teil Ihres Erziehungsrechts gewissermaßen am Schultor abgeben. Dafür bekommen sie auf der anderen Seite ein gewisses Maß an Mitbestimmung wieder zurück. Volkmar Heitmann dazu mit einem Beispiel: „Viele Klassenelternvertreter:innen wissen nicht, dass sie zu den Elternabenden einladen – und nicht die Klassenlehrer:innen. Und dass die eingeladenen Klassen- und Fachlehrer:innen nicht ohne wichtigen Grund fehlen dürfen.“

Um diese Aufgaben zu erfüllen, bildet elan regelmäßig sogenannte „elan-Multiplikator:innen“ aus, die mit moderner Didaktik und Methodik ihr Wissen an die Eltern weitergeben. Die Seminare sind für Eltern kostenfrei.

Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulen

„Für eine erfolgreiche, schulische Bildung unserer Kinder ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule notwendig. Um interessierten Eltern die Teilhabe zu ermöglichen und ihr Wissen zu stärken, erachten wir Informations- und Fortbildungsangebote für Eltern als wichtiges Instrument. In den mehr als zwanzig Jahren seines Bestehens hat das elan-Programm hierfür einen großen Beitrag geleistet und soll es auch weiterhin. Deshalb freuen wir uns, dass mit der heutigen Bekräftigung der Vereinbarung den Eltern weiterhin ein qualitativ gutes Angebot gemacht werden kann“, so Volkmar Heitmann.

Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz erklärte: „Die Herausforderungen an unseren Schulen bleiben auf absehbare Zeit groß. Ich bin deshalb allen Eltern in Hessen dankbar, die sich aktiv einbringen und unsere Schulen in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen. Mit der Fortschreibung von elan tragen wir entscheidend zur weiteren Professionalisierung der Elternmitwirkung an unseren Schulen bei.“

Es geht weiter – trotz Corona

„Wir freuen uns, dass es trotz Corona gelungen ist, die Angebote weiterhin aufrecht zu erhalten. Blitzschnell haben die Multiplikator:innen auf Online-Seminare umgestellt, die sehr gut von Eltern angenommen wurden. Ich bin mir sicher, dass auch nach Corona einige Formate in Onlineversionen beibehalten werden.“, so Ingo Radermacher, stellvertretender Vorsitzender des Landeselternbeirats und zuständiger elan-Beauftragter.

 

OV von Land Hessen




Kleines Land mit XXL-Highlights: Montenegro überrascht mit spektakulären Naturschauplätzen und unbekannten Schätzen

 

Ein Anblick, der auch ohne rosa Brille zauberhaft ist: Flamingos in den Salinen von Ulcinj und Tivat

Die Saline Ulcinj ist eines der wichtigsten Rast- und Brutgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste.Insbesondere im Frühjahr und Herbst rasten hier zehntausende Wasservögel auf ihrem Zugweg. Insgesamt 252 Vogelarten sind hier gezählt worden, allein 20 sind weltweit vom Aussterben bedroht. Kein Wunder, dass der Naturpark unter besonderem Natur- und Umweltschutz steht. Flamingos lieben diesen besonderen Platz – in den flachen Gewässern staksen sie durchs Nass und suchen nach Nahrung. Rosafarbene Artgenossen treffen sich zum fröhlichen Get-together auch in der Saline von Tivat. Wer mehr über die Vogelwelt erfahren möchte, geht mit einem Ornithologen auf Bird-Watching-Tour.

2000 Jahre und kein bisschen morsch: der älteste Olivenbaum Europas

Der Olivenbaum in Mirovica steht seit 1963 unter besonderem Schutz. Aus gutem Grund: Er ist mehr als 2000 Jahre alt und gilt als ältester Baum Europas. Knorrig und weise präsentiert er sich mit einem stattlichen „Bauchumfang“ von stolzen zehn Metern. Einer Legende nach, trafen sich hier verfeindete Familien und kehrten im Anschluss versöhnt in ihr Heim zurück. Noch heute erfährt der Olivenbaum eine besondere Ehre: Neben einer „Olivenwallfahrt“, gibt es traditionelle Feste, wie beispielsweise das in der Altstadt von Bar, bei dem die Olive der Stargast ist.

Einer der letzten Urwälder Europas: der Biogradska Gora

Der Nationalpark Biogradska Gora im Zentrum der montenegrinischen Bjelascia-Bergkette ist der zwar kleinste der fünf Nationalparks von Montenegro, dennoch, oder vielleicht gerade deswegen ein ganz besonderer. Naturfreunde finden hier auf einer Fläche von gut 16 Quadratkilometer den letzten „echten“ Urwald Europas – mit über 500 Jahre alten, fast 50 Meter hohen Bäumen und einer unglaublichen Artenvielfalt. König Nikola I. erkannte den immensen Wert dieser einzigartigen Naturlandschaft und stellte die Region bereits 1878 unter seinen Schutz – nur 14 Jahre nachdem mit dem Yellowstone-Park in den USA der erste Nationalpark der Welt gegründet wurde.

Felsenfestes Heiligtum: das Kloster von Ostrog

Unweit von Niksic befindet sich auf gut 900 Meter ein erstaunliches, architektonisches Bauwerk: In eine fast senkrechte Felswand wurde hier 1665 das Kloster Ostrog erbaut, das seinen Namen dem Felsen Ostroska greda verdankt. Das Felsenkloster ist Sveti Vasilije Ostroski gewidmet, der hier begraben wurde und dessen Reliquien auf wundersame Weise heilen sollen. Fantastisch nicht nur der Blick auf und in das imposante Gebäude mit alten Fresken, sondern von hier oben aus auch weit über die Ebene von Bjelopavlisi.

Von wegen unterirdisch: die Tropfsteinhöhle Lipa-Cave

Lipa-Cave ist eine der größten Höhlen in Montenegro und die einzige Höhle des Landes, die auch besichtigt werden kann. Sie besteht aus einem System an Gängen, Höhlen und Passagen von gut 2,5 Kilometern, ein Teil wird von einem unterirdischen Fluss genutzt. Die Hohle wurde eher zufällig, quasi von einem Hund entdeckt: Er war in ein Loch gefallen. Bei Suche nach ihm entdeckte man zunächst den oberen Eingang zur Höhle. Bereits im 19. Jahrhundert begann die Erforschung von Lipa-Cave. Wer mehr über das dunkle Labyrinth erfahren möchte, geht mit einem Guide durch die Unterwelt. Wegen der Karstlandschaft gibt es in Montenegro zahlreiche Höhlen – wie auch die Djalovica-Höhle mit einem bisher noch nicht vollständig erforschten, unterirdischen Tunnel- und Wegenetz von über 16 Kilometern.

Für Schwindelfreie: Überquerung der höchsten Eisenbahnbrücke der Welt (Mala Rijeka Viadukt, 198 Meter hoch)

Die Bahnverbindung zwischen Belgrad und dem Ferienort Bar an der Adriaküste war ein Projekt, das die jugoslawische Regierung bereits 1966 in Angriff nahm. Dazu verlängerte sie eine gebaute Bahnlinie zwischen Bar und Polgorica. Über 301 Kilometer verläuft sie auf serbischem Gebiet, 175 Kilometer unterstehen montenegrinischer Hoheit. Die Bahnlinie passiert auf ihrem Weg durch eine zerklüftete Landschaft 254 Tunnel, deren längster mit 6,2 Kilometern der Suzina-Tunnel ist. Die herausragendste Ingenieurleistung ist jedoch der Mala-Rijeka-Viadukt. Er ist erstaunliche 498,8 Meter lang, erhebt sich 198 Meter über dem Fluss Mala Rijeka und erreicht eine maximale Spannweite von 151 Metern. Er gilt als die höchste Eisenbahnbrücke der Welt.

Zwei auf einen Blick: das Naturwunder Crnojevic-Flussschleife und der Skadar-See

Unweit des kleinen Dörfchens Rijeka Crnojevica befindet sich einer der wohl schönsten Aussichtsplätze des Landes: Von hier aus sieht man nicht nur ein seltenes Naturwunder, die Schleife des Flusses Crnojevic, sondern auch weit über die umliegenden Berge hinweg bis zum Skadar-See. Obwohl dieser im Frühjahr nach der Winterschmelze etwa auf die Größe des Gardasees heranwächst und damit zum zweitgrößten See Südeuropas wird, ist das Süßwasserreservoir vielen noch völlig unbekannt. Mit 270 Vogelarten ist der Skadar-See eines der größten Vogelschutzgebiete Europas: Einige der letzten Pelikane Europas, aber auch Störche, Reiher, Falken und Adler haben hier ein geschütztes Refugium gefunden.

13 Kilometer feinster Sandstrand: der Velika Plaza, südlich von Ulcinj

117 Strände mit einer Länge von insgesamt 73 Kilometern – jeder findet an den malerischen Adria-Stränden Montenegros ausreichend Platz für ein entspanntes, ungestörtes Sonnenbad. Der längste Sandstrand mit einer Länge von sage und staune 13 Kilometern liegt in Ulcinj. Hier treffen sich in den Sommermonaten Kitesurfer aus der ganzen Welt, um beim forschen Maestral-Seewind mit ihren Drachen zu tanzen.

 

OV von Nationale Tourismusorganisation von Montenegro




„Heloponte II“ mit 5 Millionen Euro gefördert

 

Das Land Hessen beteiligt sich mit 5 Mio. Euro am Neubau des Freizeitbades „Heloponte“ in Bad Wildungen. Den Förderbescheid übergab Wirtschaftsstaatssekretär Jens Deutschendorf am Mittwoch an Bürgermeister Ralf Gutheil. „Das Vorhaben erfüllt die Ansprüche von Gästen aller Altersgruppen. Bad Wildungen schafft damit einen touristischen Anziehungspunkt, der die gesamte Destination Nordhessen nachhaltig bereichern wird“, sagte der Staatssekretär. Waldeck-Frankenberg ist der tourismusstärkste Landkreis Hessens.

Das seit 1977 existierende Freizeitbad „Heloponte“ genügt nicht mehr den Wünschen heutiger Besucherinnen und Besucher. Die Gästezahlen sinken, die Reparaturkosten steigen. Das neue „Heloponte II“ soll ein Ganzjahres-Solebecken, einen großzügigen Sauna-Bereich und ausgedehnte Außenanlagen erhalten. Dies soll insbesondere Naturtouristen und Familien mit Kindern ansprechen. Die Gesamtkosten werden auf 34,5 Mio. Euro veranschlagt.

Bereicherung für die Region

„Das ist eine lohnende Investition in die touristische Attraktivität der ganzen Region“, sagte Deutschendorf. „Vom Tourismus hängen landesweit – in Vollzeitstellen umgerechnet – rund 230.000 Arbeitsplätze und eine beträchtliche Wertschöpfung ab. Investitionen in die touristische Infrastruktur sichern die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze in dieser Branche. Für Bad Wildungen mit seiner Bädertradition ist das besonders wichtig.“

„Als Bürgermeister der Kur- und Gesundheitsstadt Bad Wildungen und des drittgrößtem Rehastandorts Deutschlands bin ich sehr dankbar und freue mich, dass die Hessische Landesregierung das touristische Engagement unserer Stadt anerkennt und den Neubau unserer Freizeitanlage „Heloponte II“ mit 5 Mio. unterstützt“, kommentierte Bürgermeister Gutheil.

 

OV von Land Hessen




Spritpreise weiter auf Höhenflug

 

Die Spritpreise befinden sich weiter auf Höhenflug. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise zeigt, stieg der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel im Schnitt um 2,2 Cent und lag zuletzt bei 1,420 Euro. Auch Super E10 verteuerte sich im Vergleich zur Vorwoche um 0,7 Cent auf 1,573 Euro je Liter.

Damit wurde in dieser Woche beim Super E10-Kraftstoff ein neuer Jahreshöchststand erreicht, und auch Diesel stieg auf einen vorläufigen Spitzenwert für 2021. Anhaltend teures Rohöl auf dem Weltmarkt sowie die saisonal steigende Heizölnachfrage sind wichtige Rahmenbedingungen der aktuellen Marktentwicklung.

Angesichts des hohen Preisniveaus sollten Autofahrer mehr denn je vor dem Tanken auf niedrige Preise achten. Untersuchungen des ADAC zeigen, dass Benzin und Diesel in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten sind. Wer diese Faustregel berücksichtigt und die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Tageszeiten und den Anbietern nutzt, kann beim Tanken stets einige Euro sparen.

Unkomplizierte und schnelle Hilfe bekommt man mit Smartphone-App „ADAC Spritpreise“ – jetzt im neuen Design. Neben den aktuellen Kraftstoffpreisen bietet die App nun auch eine Punkt-zu-Punkt-Navigation und eine detaillierte Routenplanung. Daneben erleichtern aktuelle Informationen zum Verkehrsfluss Autofahrern die Fahrt zur günstigsten Tankstelle. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

OV von ADAC




CO2-Abgase aus der Stahlindustrie werden zu Kraftstoffen „recycelt“

 

Bundesforschungsministerin Anja Karliaczek hat am Mittwoch in Berlin den Prototypen eines Autos vorgestellt, das mit dem synthetischen Kraftstoff Methanol angetrieben werden kann. Grundlage dieses Kraftstoffes ist Grüner Wasserstoff, einer der wichtigsten Grundbausteine für den klimaschonenden Umbau von Schlüsselindustrien in Deutschland und der gesamten Welt, und CO2, das aus Industriabgasen entnommen werden kann.

Bei der Vorstellung des Autos erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Klimaschutz gelingt nur mit Grünem Wasserstoff. Deshalb unterstützen wir die Forschung zur Nutzung des Grünen Wasserstoffs schon heute massiv, wobei in den nächsten Jahren die Anstrengungen noch einmal erhöht werden müssen.

Gerade in Industrie und Verkehr werden wir auch in Zukunft chemische Energieträger brauchen. Und: Nicht alle Industrieprozesse lassen sich völlig dekarbonisieren. Es wird weiter CO2 anfallen. Dafür brauchen wir Lösungen.

Zwischen diesen beiden Punkten schlagen wir heute eine sehr interessante Brücke: Die Nutzung von Methanol aus „recyceltem“ CO2 der Industrie als Kraftstoff im Straßenverkehr. Mein Haus stellt für die Erforschung dieser Wertschöfpungskette zusätzlich 10 Millionen Euro zur Verfügung.

Aber auch das Methanolauto selbst ist ein „Innovationsschaufenster“ für eine emissionsarme, ressourcen- und energieeffiziente Mobilität von morgen. Synthetischen Kraftstoffen kommt eine wichtige Rolle zu, um weltweit ein nachhaltiges, klimafreundliches Mobilitätsystem möglich zu machen. Das ist im Schiffs- und Flugverkehr wichtig oderdort, wo auch in Zukunft vielleicht nicht immer eine Ladesäule für das Elektroauto zur Verfügung stehen wird. Gerade dort kann der serielle Hybridantrieb perspektivisch eine gute Lösung sein.“

Prof. Robert Schlögl, Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion und Carbon2Chem Projektkoordinator betont:

„Die Dringlichkeit des Klimaschutzes erfordert den raschen und umfassenden Einstieg in regenerative Energie. In einem globalen Markt für erneuerbare Energie sind kohlenstoffhaltige Energieträger wie Methanol zentrale Bausteine. Das vorgestellte Konzept des seriellen Hybridantriebs vereinigt die Vorteile des effizienten Elektroantriebes und des energiedichten und einfach zugänglichen synthetischen Kraftstoffes Methanol. Dieses Konzept gilt es durch das hier vorgestellte Forschungsprojekt weiter zu optimieren.“

Frank Wolf, CEO der OBRIST Group, ergänzt: „Unser HyperHybrid powertrain, dessen Zero-Vibration-Generator mit grünem Methanol Strom erzeugt, ist eine wesentliche Innovation für eine global einsetzbare, leistbare und emissionsneutrale e-Mobilität – eben ein Auto mit grünem, flüssigem Strom im Tank!“

 

OV von  Bundesministerium für Bildung und Forschung




EC Kassel Huskies – Knappe 2:3-Niederlage beim Testspiel gegen Landshut

 

In einem temporeichen Testspiel mussten sich die Kassel Huskies dem EV Landshut am Ende mit 2:3 (0:1/1:2/1:0) geschlagen geben. Huskies-Trainer Tim Kehler musste
dabei erneut auf sechs angeschlagene Stammspieler verzichten.

Aufgrund der andauernden Modernisierungsarbeiten sowohl in der Eissporthalle in Kassel als auch in Landshut wurde die Partie im mittelhessischen Lauterbach ausgetragen. Rund 300 Zuschauer, wovon es die Meisten mit den Huskies hielten, sorgten anderthalb Wochen vor Saisonstart schon für schöne Eishockey-Stimmung. Von Beginn an war es ein guter Test auf recht hohem Niveau. Gleich in den ersten Minuten hatten die Huskies durch Cameron und Weidner eine gute Chance, der Kanadier traf aber nur das Außennetz.
Nach weiteren Chancen auf beiden Seiten war es der EVL, der in Führung gehen konnte. Davis Koch entwischte der Huskies-Defensive und traf per Rückhand zum 0:1.
Mit diesem Zwischenstand ging es auch ins zweite Drittel. Dort setzte sich das Gesehen aus dem ersten Abschnitt fort. Beide Teams hatten Chancen, aber die Niederbayern machten die Tore.

In der 27. Minute traf Alderson ausgerechnet in Unterzahl. Kurze Zeit später war der EVL-Angreifer erneut zur Stelle. Bei seinem zweiten Treffer wurde sein Schuss allerdings von Huskies-Verteidiger Marco Müller unhaltbar abgefälscht. Getrennt wurden die Szenen vom ersten Huskies-Treffer der Partie. Denis Shevyrin knallte das Spielgerät von der blauen Linie unhaltbar unter die Latte.

Mit dem zwei-Tore-Rückstand gingen die Nordhessen in den Schlussabschnitt. Dort warfen sich nochmals alles nach vorne. Beste Gelegenheit hatten sie bei einer fast zweiminütigen doppelten Unterzahl, bei derer Tim Kehler zusätzlich Goalie Jonas Neffin für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm. Ein Treffer sollte trotz mehrere guter Einschussgelegenheiten aber nicht fallen. Bis zum zweitenRama Lama Ding Dong des Abends dauerte es bis 1:14 Minuten vor Ende. Lokalmatador Paul Kranz schob trocken zum 2:3 ein. Der Ausgleich sollte aber nicht mehr fallen. Das nächste und zugleich abschließende Testspiel der Vorbereitung steigt am Freitag ab 19:30 Uhr in Bad Nauheim.

Das Spiel im Überblick:
10. Min – 0:1 durch Davis Koch
27. Min – 0:2 durch Brandon Alderson
32. Min – 1:2 durch Denis Shevyrin
38. Min – 1:3 durch Branson Alderson
59. Min – 2:3 durch Paul Kranz

 

OV von EC Kassel Huskies




Wilderei ist zurück

 

Anlässlich des Welt-Nashorntags am 22. September warnt die Naturschutzorganisation WWF Deutschland vor einem Anstieg der Wilderei auf die bedrohten Tiere. So sind laut offiziellen Zahlen im ersten Halbjahr 2021 in Südafrika wieder mehr Nashörner gewildert worden als im gleichen Zeitraum des vorherigen Jahres. Die Zahl der toten Tiere stieg von 116 (1. Halbjahr 2020) auf 249 (1. Halbjahr 2021).

„2020 gab es aufgrund des Lockdowns und der Ausgangsbeschränkungen in Südafrika bei der Wilderei auf Nashörner eine Corona-bedingte Zwangspause. Dieser Effekt verpufft gerade“, so Wilderei-Experten Katharina Trump vom WWF Deutschland. Erschwerend hinzu kommt: „Die Schutzgebiete waren lange Zeit vollkommen dicht. Der Tourismus kam beinahe komplett zum Erliegen und läuft auch nur schleppend wieder an. Das bedeutet, eine essenzielle Einnahmequelle vieler Schutzgebiete fehlt und damit auch die Finanzierung des Lebensraums der Nashörner.“ Das Risiko bei fehlender oder unzureichender Finanzierung ist, dass Schutzgebiete ihre tägliche Arbeit, wie etwa Patrouillen, nicht mehr oder nur unzureichend durchführen können.

In den vergangenen zehn Jahren wurden in Südafrika rund 8.500 Nashörner gewildert. Seit 2015 war die Wilderei allerdings kontinuierlich rückläufig und sank vom Höchststand 2014 mit 1.215 Tiere auf 394 Tiere in 2020. „Noch sind die Wildereizahlen nicht so hoch wie 2019. Aber wir müssen aufpassen, dass sich der positive Trend der letzten Jahre nicht wieder umkehrt“, warnt Trump. Die seit Jahren anhaltende Wilderei zeigt schwere Spuren bei den Nashornbeständen in Südafrika. Letzten offiziellen Angaben von 2017 zufolge gab es noch etwas mehr als 15.500 Breitmaulnashörner und rund 2.000 Spitzmaulnashörner im Land. „Die Bestände der Breitmaulnashörner sind in kürzester Zeit zwischen 2015 und 2017 um 15% zurückgegangen und es ist leider anzunehmen, dass sich der Abwärtstrend seither weiter fortgesetzt hat. Die sehr positiven Bestandsentwicklungen der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner haben sich in den letzten Jahren massiv verlangsamt. Es ist daher wichtig, dass wir auch weiterhin mit aller Kraft gegen Wilderei und ihre Treiber vorgehen.“ Südafrika ist Heimat von etwa 75% aller Nashörner Afrikas.

 

Ov von WWF Deutschland




Wechsel am größten Bundeswehrstandort – Die Einsatzflottille 2 bekommt neuen Kommandeur

 

Am Freitag, den 24. September 2021 um 10 Uhr, wird der Kommandeur Einsatzkräfte und Abteilungsleiter Einsatz des Marinekommandos, Konteradmiral Jürgen zur Mühlen (61), das Kommando der Einsatzflottille 2 von Flottillenadmiral Ralf Kuchler (51) an seinen Nachfolger, Flottillenadmiral Axel Schulz (50), übergeben.

Der scheidende Kommandeur, Flottillenadmiral Ralf Kuchler, ist seit Juni 2018 Kommandeur der Einsatzflottille 2. „Drei Jahre als Kommandeur der Einsatzflottille 2 liegen hinter mir. Drei Jahre, in denen Besatzungen, Stab und die Schiffe stark gefordert wurden. Neben der ununterbrochenen Präsenz unserer Fregatten und Versorgungseinheiten in den Einsätzen der Bundeswehr gelang es, die Einsatzausbildung auf eigene Beine zu stellen und mit der Entsendung der Fregatte ‚Bayern‘ in den Indopazifik außenpolitische Interessen zu flankieren. Zudem waren wir teilweise mit 480 Kameradinnen und Kameraden in 5 Bundesländern im Zuge der Corona-Amtshilfe tätig. All das wurde von den Männern und Frauen unserer Einsatzflottille in weiten Teilen unter den besonderen Umständen der COVID-19-Pandemie bewältigt. Für das gezeigte Engagement und die Professionalität möchte ich mich bei allen Soldaten der Einsatzflottille 2 bedanken. Ich bin stolz eine derart motivierte Truppe geführt zu haben“, blickt er voller Stolz auf die Leistung der Angehörigen seiner Flottille und seine Kommandeurszeit zurück. Als Büroleiter des Generalinspekteurs der Bundeswehr wird er von nun an in Berlin seinen Dienst verrichten.

Sein Nachfolger, Flottillenadmiral Axel Schulz, wechselt von seiner bisherigen Position als Kontingentführer des Deutschen Einsatzkontingents UNIFIL im Libanon an die Spitze der Einsatzflottille 2. „Die Einsatzflottille 2 steht vor zahlreichen personellen, wie auch materiellen Veränderungen. Neben der Indienststellung von neuen Schiffsklassen und den damit verbundenen Herausforderungen, werden uns auch Änderungen in der Struktur der Flottille beschäftigen. Um uns herum entstehen Dienststellen, die die Anforderungen an die Marine verändern werden. Dies wird ein gehöriges Maß an geistiger Flexibilität, Kreativität und Professionalität von uns verlangen. Ich freue mich als Kommandeur darauf, gemeinsam mit den Männern und Frauen der Einsatzflottille 2 diese Aufgaben anzupacken“, so Schulz mit Blick auf seine bevorstehende Kommandeurszeit.

 

OV von Presse- und Informationszentrum Marine




Weltraumorganisation ESA bei Machbarkeitsstudie mit 150.000 Euro unterstützt

 

Hessen ist ein international bedeutender Raumfahrtstandort. Daran hat das Raumflugkontrollzentrum ESOC der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt einen großen Anteil. Um den Standort zu stärken und weiterzuentwickeln, unterstützt die Landesregierung die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie für ein ESOC-Konferenz- und Besucherzentrum mit 150.000 Euro.  Die Studie soll noch in diesem Jahr erstellt werden. Das haben der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, und ESOC-Direktor Dr. Rolf Densing am Dienstag in Darmstadt vertraglich vereinbart.

„Darmstadt ist unser Tor zum Weltraum und wir als Hessische Landesregierung haben großes Interesse daran, dass dieses Tor weit offensteht. Die Raumfahrt ist für die Zukunft unseres Landes von großer Bedeutung, denn wir profitieren als Wissenschafts-, Forschungs- und Industriestandort, aber auch als Gesellschaft in hohem Maße von ihren Innovationen und technologischen Impulsen. Ohne die Raumfahrttechnologie hätten wir beispielsweise keine Wettervorhersagen, keine Navigationssysteme, keine Erdbeobachtungsdaten aus dem All und natürlich auch kein Satellitenfernsehen. Mit der ESA, der europäischen Wettersatellitenorganisation EUMETSAT, mit dem Centrum für Satellitennavigation Hessen (cesah) sowie unseren herausragenden Hochschulen und Forschungseinrichtungen und den in Hessen ansässigen Unternehmen haben wir geballte Kompetenz in unserem Land. Ein Konferenz- und Besucherzentrum, wie es das ESOC plant, trägt sicher dazu bei, die Faszination Raumfahrt einem noch breiteren Kreis von Besucherinnen und Besuchern zu vermitteln und insbesondere auch die junge Generation für Raumfahrt zu begeistern“, sagte Staatsminister Wintermeyer bei seinem Besuch.

Wichtige Planungsgrundlage für ein Konferenz- und Besucherzentrum

Die durch die Hessische Staatskanzlei finanziell ermöglichte Machbarkeitsstudie wird Aufschluss darüber geben, wie ein Kongress- und Besucherzentrum errichtet und erfolgreich betrieben werden kann. Im Mittelpunkt soll die Information und Kommunikation zu Wissenschafts-, Technologie- und Zukunftsthemen stehen. Dazu sind auch Ausstellungsflächen geplant. Für die jüngere Generation soll es, als Beitrag zur MINT-Bildungsoffensive, ein inspirierendes Lernumfeld bieten. Die geschätzten Gesamtkosten der Studie betragen 200.000 Euro. 50.000 Euro davon übernimmt die ESA.

Der Direktor des ESOC, Dr. Rolf Densing, hob die Bedeutung dieser Initialzündung hervor: „Wir sind sehr froh, auf diese Weise wichtige Planungsgrundlagen für ein Konferenz- und Besucherzentrum ermitteln zu können. Wir hatten bereits 2011 eine Design- und Konzeptstudie in Auftrag gegeben und möchten nun auf Basis der Machbarkeitsstudie eruieren, welche Realisierungspotentiale wir haben und wie wir eine mögliche Umsetzung erreichen können. Die Machbarkeitsstudie wird uns aktuelle Daten zu möglichen Investitionskosten, Auslastung und Marktsituation liefern. Das vom ESOC schon seit vielen Jahren angedachte Zentrum kann in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, weil es die Raumfahrt und raumfahrtbezogene Themen für einen noch größeren Besucherkreis hautnah erleb- und erfahrbar macht.“

 

OV von Land Hessen




Schulprojekt stärkt Kindergesundheit: „Eigenständig werden“ nimmt auch Folgen der Pandemie in den Fokus

 

Die Basis für ein gesundes Leben wird in der Kindheit und Jugend gelegt. Die Deutsche Krebshilfe nahm den Weltkindertag zum Anlass, um ihr Projekt „Eigenständig werden“ vorzustellen. Das Programm richtet sich an die Klassen 1 bis 4 sowie 5/6 und beruht auf dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Ansatz zur Förderung der Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Es soll sie dabei unterstützen, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln – körperlich, seelisch und sozial. Zudem hilft „Eigenständig werden“ den Jüngsten dabei, die vielfältigen Belastungen der Corona-Pandemie besser zu bewältigen. Lehrkräfte und Eltern erhalten nähere Informationen unter www.eigenstaendig-werden.de.

Schon vor der Corona-Pandemie gab es in Deutschland viele Kinder, die sich zu wenig bewegten und zu viele Kilos auf die Waage brachten – Faktoren, die zum Entstehen zahlreicher Krankheiten beitragen und auch als Risikofaktoren für Krebs gelten. In den vergangenen 18 Monaten trugen teilweise monatelanges Homeschooling, geschlossene Sportvereine und Spielplätze sowie fehlendes freies Spielen mit Gleichaltrigen verstärkt dazu bei, die gesundheitliche Situation zahlreicher Kinder weiter zu beeinträchtigen.

„Neben der Familie ist die Schule der wichtigste Ort für Kinder, um Lebens- und Gesundheitskompetenzen zu erlernen“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Das Unterrichtsprogramm ‚Eigenständig werden‘ ist daher eine Investition in die Zukunft. Es unterstützt die Kinder dabei, eine gesunde Lebensweise zu erlernen, die sie bestenfalls auch als Erwachsene beibehalten – eine wichtige Voraussetzung, auch um das individuelle Krebsrisiko zu senken.“

„Psychosomatische depressive Symptome und eine stark sinkende Lebenszufriedenheit im Kindes- und Jugendalter nehmen immer mehr zu. Um die durch die Corona-Pandemie entstandenen zusätzlichen Belastungen abzufedern, braucht es neben der Stabilisierung des Alltags vielfältige Angebote wie ‚Eigenständig werden‘, die das gesunde Aufwachsen unterstützen“, sagt Professor Reiner Hanewinkel, Leiter des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, der das Programm entwickelt hat.’Eigenständig werden‘ wird seit 2018 von speziell geschulten Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden durchgeführt und in den Unterricht integriert. Ein Netzwerk von Institutionen und Experten aus Gesundheitsförderung und Prävention führen die Fortbildungen annähernd im gesamten Bundesgebiet durch. Von Anfang an mit dabei ist Kerstin Schnepel von der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. Sachsen: „‚Eigenständig werden‘ ist fester Bestandteil unseres Fortbildungsangebots für Grund- und Förderschulen. Insbesondere die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig persönliche Fertigkeiten im Umgang mit Stress und Belastungen sind, aber auch Kreativität und Beziehungsfähigkeit sind elementar, um den Anforderungen des Lebens gestärkt und zuversichtlich entgegenzutreten.“

Die pädagogische Arbeit mit Kindern sollte spielerisch und dem jeweiligen Alter angemessen sein. In der Grundschule immer mit dabei ist daher „Jolli“, die Handpuppe und Identifikationsfigur von „Eigenständig werden“. Katja Vopel, Schulsozialarbeiterin an der Grundschule „Bertolt Brecht“ in Nordhausen/Thüringen, berichtet über ihre erste Stunde mit dem Programm: „Jolli hatte an unserer Schule einen tollen Start. Die Kinder haben mit ihm unter dem Motto ‚Meine Gesundheit ist mir wichtig‘ einen spannenden Vormittag erlebt. Spielerisch erlangen sie mit abwechslungsreichen Methoden Wissen über ihren Körper, über Gefühle, Bewegung, Entspannung, Stressbewältigung und Kommunikation. Die Kinder haben begeistert mitgemacht und freuen sich schon auf die nächste Stunde – und auf Jolli!“

 

OV von Deutsche Krebshilfe




Rheinland-Pfalz und Hessen drücken aufs Tempo

 

Im Rahmen der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) realisieren die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz gemeinsam ein Projekt zur Digitalisierung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens im Breitbandausbau. Das neue Portal soll für schnellere Antragstellung und Prüfung sorgen.

Hessens CIO, Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt, und Fedor Ruhose, CIO und Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung in Rheinland-Pfalz, haben heute in Mainz die entsprechende Vereinbarung für die Leistung „Leitungsverlegung nach § 68 Abs. 3 TKG“ im Rahmen der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) unterzeichnet. Damit wird das Projekt der beiden federführenden Länder für die Digitalisierung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens im Breitbandausbau mit über 13,2 Millionen Euro seitens des Bundes gefördert. Die OZG-Leistung wird im Sinne des EfA-Gedankens (Einer-für-Alle) für andere Länder zur Verfügung gestellt.

Mit dem neuen Onlineantrag können Telekommunikationsunternehmen durch die Einrichtung von Importschnittstellen zur Einbindung eigener Geodaten, visueller Kartenansichten oder standardisierter Datenfelder schneller und unkomplizierter Anträge stellen.

Beschleunigtes Genehmigungsverfahren

„Wir brauchen bundesweit mehr Tempo beim Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen. Hier sind wir insgesamt zu langsam. Hessen und Rheinland-Pfalz haben sich daher dazu entschlossen, das Antrags- und Genehmigungsverfahren für die Leitungsverlegung im Glasfaserausbau zu beschleunigen. Wesentlich hierbei, das sagt uns auch die Branche, ist die Digitalisierung der Verfahren. Mit der OZG-Leistung Breitbandausbau sind wir gemeinsam mit den hessischen Kollegen hierbei einen entscheidenden Schritt vorangekommen“, so Staatssekretär Ruhose bei der Unterzeichnung der Einzelvereinbarung.

Staatssekretär Burghardt wies darauf hin, dass man in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit der Branche und deren Verbänden diskutiert habe. „Wir haben die TK-Branche, also die Experten, von Anfang an eng in den Prozess eingebunden. Schließlich sind sie es, die am Ende des Tages das Portal nutzen sollen und wollen. Aber auch die kommunale Seite wurde von Beginn an ins Boot geholt, damit die Behörden eine schnelle Prüfung der Anträge vornehmen können und damit der Ausbau von Glasfaserinfrastrukturen vor Ort erheblich beschleunigt wird.“

Die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz haben frühzeitig mit der Metropolregion-Rhein-Neckar und dem hessischen IT-Dienstleister ekom21 Experten ins Projekt eingebunden. Derzeit wird das Antragsportal in Pilotkommunen in Hessen und Rheinland-Pfalz umfangreich getestet. Die Rückmeldungen fließen in den Prozess direkt mit ein. In einem nächsten Schritt erfolgt der landesweite Rollout in Hessen und Rheinland-Pfalz. Erste Länder haben bereits ihr Interesse zur Nachnutzung angemeldet.

 

OV von Land Hessen




Deutschlands doppeltes To-do

 

Fast zwei Drittel der Wahlberechtigten meinen, dass die deutsche Politik aktuell zu wenig tut gegen die Klimakrise und den rasanten Verlust biologischer Vielfalt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des WWF. 65,1 Prozent – die deutliche Mehrheit der Wählerinnen und Wähler -stellt damit der aktuellen Bundesregierung ein mangelhaftes Zeugnis beim Klima- und Biodiversitätsschutz aus. „Die kommende Bundesregierung muss diese Doppelkrise endlich geschlossen und entschlossen angehen, denn beide befeuern sich gegenseitig. Die Klimakrise ist in der öffentlichen Wahrnehmung bereits stärker präsent. Aber auch das Artensterben und die Zerstörung der Ökosysteme hat ähnlich verheerende Auswirkungen. Biologische Vielfalt ist für uns systemrelevant. Und eine Million Arten sind weltweit akut vom Aussterben bedroht. Sie verschwinden für immer, wenn die Weltgemeinschaft nicht entschlossen und schnell umsteuert. Das hat nicht minder schlimmen Folgen für das Leben und unser Überleben auf der Erde“, sagt WWF-Naturschutzvorstand Christoph Heinrich. Die Umweltschutzorganisation fordert von der nächsten Bundesregierung mehr politisches und finanzielles Engagement beim Schutz der biologischen Vielfalt, auch auf dem internationalen Parkett.

Am Rande der UN-Vollversammlung in New York wollen sich diesen Mittwoch zahlreiche Staats- und Regierungschefs für einen stärkeren internationalen Naturschutz aussprechen und verkünden, was ihre eigenen Länder dazu beitragen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wird an dem vom WWF mit organisierten „Mini-Gipfel“ per Videobotschaft teilnehmen. Der WWF erwartet konkrete Zusagen für mehr internationale Naturschutzfinanzierung. Denn dazu haben sich 88 Staats- und Regierungschefs bereits letzten September in der ‘Leaders Pledge for Nature and People’ verpflichtet – auch Angela Merkel. „Dass Angela Merkel sich kurz vor Ende ihrer Amtszeit noch einmal für den Schutz der globalen Biodiversität einsetzt, zeigt, dass ihr die große Bedeutung der Natur für unser aller Wohlergehen bewusst ist. Aber Deutschland muss deutlich mehr tun als in den vergangenen Legislaturperioden, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Spätestens die neue Bundesregierung muss deshalb die internationale Biodiversitätsfinanzierung auf mindestens zwei Milliarden Euro im Jahr erhöhen“, sagt Christoph Heinrich. Weltweit ist eine Wirtschaftsleistung von rund 44 Billionen US-Dollar – mehr als die Hälfte des globalen Bruttoinlandsproduktes – abhängig von der Natur und ihrer Leistungen. Biodiversität ist systemrelevant und sie zu schützen ist auch gute, vorsorgende Wirtschaftspolitik.

Bereits im Oktober ist Deutschland im Rahmen des Auftakts der dieses und nächstes Jahr in zwei Teilen stattfindenden UN-Biodiversitätskonferenz (CBD) gefordert. Dann geht es um die konkrete Ausgestaltung eines ambitionierten und verbindlichen internationalen Vertrags zum Erhalt der Biologischen Vielfalt. Derzeit laufen die Verhandlungen eher schleppend. Unter anderem erwarten die Länder des globalen Südens mehr finanzielle Unterstützung im Kampf für den Erhalt der weltweiten Biodiversität.

Das High Level Event „Transformative Acton for Nature & People“ wird von einer Gruppe von Ländern aus Afrika, Asien, Europa und Nord- und Südamerika veranstaltet – darunter Antigua & Barbuda, AOSIS, Belgien, Bhutan, Kolumbien, Costa Rica, EU, Frankreich, Gabun, Vereinigtes Königreich und Vietnam. Partner der Veranstaltung sind gemeinsam: Convention on Biological Biodiversity (CBD), National Geographic & Campaign for Nature, Nature 4 Life Hub, UNEP, UNDP und World Wide Fund for Nature (WWF). Die Veranstaltung findet am 22. September von 08.00-10.30 Uhr EDT statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Veranstaltung, auf der auch ein Livestream-Link verfügbar sein wird.

Anmeldung: RSVP – High Level Event: Transformative Action for Nature and People (google.com)

 

OV von WWF Deutschland




Vernünftig unvernünftig: Chips auf der Fernseh-Couch muss auch mal sein.

 

Brokkoli statt Burger und Wasser statt Wein – so ist es vernünftig? Nicht immer: Tatsächlich kann ab und an auch Unvernunft die vernünftigere Wahl sein, natürlich in Maßen und mit dem nötigen Bewusstsein. „Zu unserer Gefühlswelt gehören viele verschiedene Arten von Emotionen. Und manchmal sind die vielleicht wichtiger als die ganz vernünftigen Gebote“, sagt Professor Johannes Kruse, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Marburg/Gießen, im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“.

Vernunft als Basis für Selbstfürsorge

Die Kunst besteht für den Mediziner darin, immer wieder neu zu erkennen, was man gerade braucht, und einen Ausgleich zwischen Wünschen, Gefühlen und vernünftigen Anforderungen zu finden. Und wenn es das zweite Stück Kuchen oder der bewegungsarme TV-Serienabend ist, dann muss das auch mal sein dürfen – ganz ohne schlechtes Gewissen. Wenn dieses Verhalten aber zuviel wird und in Frust-Faulheit mündet, mangelt es an Selbstfürsorge. In dem Fall kann Vernunft zu einem gesunden Egoismus verhelfen. Dazu zählt etwa ein abendlicher Lauf um den Block, um den Tagesstress hinter sich zu lassen, eine Entspannungs-Massage oder eine Schwimmrunde. „Und daran denken: Ich muss nicht alles zu 100 Prozent schaffen. Manchmal reichen auch 80 Prozent“, beruhigt Kruse.

 

OV von Wort & Bild Verlag – Gesundheitsmeldungen




Melsunger Traditionsunternehmen neuer MT-Partner

 

Die MT Melsungen begrüßt in dieser Saison mit der Faubel Unternehmensgruppe ein neues Mitglied im Kreis ihrer Wirtschaftspartner. Der Spezialist für Produktkennzeichnung ist neben Hauptsponsor B. Braun Melsungen AG ein weiteres familiengeführtes Traditionsunternehmen mit internationaler Ausrichtung vom Stammsitz des nordhessischen Handball-Bundesligisten.

Die Faubel & Co. Nachf. GmbH, spezialisiert auf die Herstellung von Etiketten mit bis zu 113 Seiten, hauptsächlich für die Pharmabranche, unterhält Vertriebsbüros in Europa, Asien und Nordamerika. Pro Jahr verlassen über eine halbe Milliarde Kennzeichnungen den Produktionsstandort Melsungen in alle Welt.

Der Vertrag als offizieller Partner der MT Melsungen läuft zunächst über ein Jahr. Zentraler Bestandteil ist die werbliche Präsenz von Faubel auf der 40 Meter langen LED-Bande direkt am Spielfeldrand. Hinzu kommen definierte Ticketkontingente zur freien Verfügung durch das Unternehmen.

“Faubel und die MT haben gleich mehrerer Gemeinsamkeiten. Neben dem Stammsitz Melsungen verbinden das Unternehmen und uns auch zentrale Werte wie gesellschaftliches Verantwortungsbewußtsein, Nachhaltigkeit und Transparenz. So ist hier eine sehr authentische Partnerschaft zustande gekommen über die wir uns sehr freuen”, so MT-Vorstand Axel Geerken.

Zu dieser Partnerschaft gibt es übrigens auch eine Vorgeschichte. So hat die Faubel & Co. Nachf. GmbH die Melsunger Bundesliga-Handballer auch bereits zu Zweitligazeiten und in den ersten Jahren nach dem Aufstieg in die höchste deutsche Spielkasse unterstützt.

Martin Kuge, der zusammen mit Frank Jäger und Frank Ludwig die Geschäftsführung des Unternehmens bildet, sagt: “Die MT Melsungen hat sich in der HBL etabliert. Für die nordhessische Sportlandschaft ist die MT ein prominentes Aushängeschild, dessen Wert für die Region wir mit unserem Engagement unterstützen möchten”.

 

OV von MT Melsungen




Den Verlauf einer Demenz mildern – Praxistipps für Angehörige

 

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hält auf seinem Präventionsportal Praxistipps für Angehörige bereit. Dort wird erklärt wie man Menschen mit Demenz passend unterstützen und den Krankheitsverlauf zum Teil positiv beeinflussen kann.

Derzeit leben in Deutschland Schätzungen zufolge ungefähr 1,6 Millionen Menschen mit Demenz; vielfach übernehmen Angehörige eine zentrale Rolle bei deren Unterstützung und Versorgung. Mit fortschreitender Demenzerkrankung wird es immer schwieriger, den Alltag selbstständig zu bewältigen: Betroffene finden sich örtlich und zeitlich nicht zurecht, vergessen wichtige Absprachen und Termine oder erkennen Gefahren nicht. Auch die Selbstfürsorge wird immer weniger möglich, zum Beispiel bei der Körperpflege, der Freizeitgestaltung und der Gesundheitsvorsorge. Daneben können sich körperliche Symptome wie Bewegungsstörungen oder Inkontinenz einstellen und gesundheitliche Folgeprobleme auftreten. Es besteht jedoch eine Chance, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Das bedeutet, das Fortschreiten der Erkrankung kann teilweise hinausgezögert, Symptome können gelindert und weiteren gesundheitlichen Problemen vorgebeugt werden. Das ZQP hat daher Wissen und Tipps für pflegende Angehörige rund um Demenz auf seinem öffentlichen und werbefreien Präventionsportal zusammengestellt.

„Prävention ist auch dann wichtig, wenn bereits eine Demenz besteht. Wie sich die Erkrankung auswirkt, kann auch von der Unterstützung durch das Umfeld abhängen“, sagt Daniela Sulmann, Pflegeexpertin im ZQP. „Vor allem gilt es, die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden zu fördern sowie regelmäßig professionellen Rat einzuholen“, ergänzt sie. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, Aktivitäten im Alltag zu unterstützen. Dadurch werden körperliche und geistige Fähigkeiten aber auch das Selbstwertgefühl gefördert. Dabei kommt es darauf an, zu motivieren, Akzeptanz zu zeigen und nicht zu überfordern. Eine gewohnte und strukturierte Alltagsgestaltung kann dazu beitragen, Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Dafür benötigen Menschen mit Demenz Unterstützung, etwa Hilfe und Anleitung beim Kochen und der Haus- und Gartenarbeit oder Begleitung beim Friseurbesuch. Ebenso wichtig ist es, soziale Kontakte zu fördern. „Viele Angehörige bemühen sich daher aus gutem Grund, Besuche und die Teilnahme an Sport- oder Kulturgruppen für Menschen mit Demenz zu organisieren“, so Sulmann. Um weitere gesundheitliche Probleme zu vermeiden, kommt der Unterstützung in allen gesundheitsrelevanten Bereichen eine erhebliche Bedeutung zu, etwa der Ernährung, Körperhygiene, Bewegung, Medikation und ärztlichen Versorgung.

Eine vielversprechende Methode, um geistige und körperliche Fähigkeiten bei beginnender Demenz zu trainieren und den Verlauf positiv zu beeinflussen, ist das sogenannte Dual-Task-Training. Dabei werden zwei Tätigkeiten gleichzeitig ausgeführt. „Angehörige können dies gezielt anregen, beispielsweise indem Ballwerfen mit dem Aufsagen von Reimen oder Singen von Liedern verbunden wird“, erklärt die ZQP-Pflegexpertin. Wichtig sei es dabei, die Schwierigkeit der Übungen individuell anzupassen und nicht zu überfordern.

Im Verlauf einer Demenz kann es zu Symptomen kommen, die auch für das Umfeld oft schwierig sind. Dazu gehören Unruhe, fortwährendes Rufen oder Aggressionen. Der Umgang hiermit hat teilweise Einfluss darauf, ob sich Symptome eher verstärken oder etwas verringern. „Deshalb kann es für Angehörige sehr hilfreich sein, sich über die vorliegende Form der Demenz, Symptome und Möglichkeiten zu informieren, um die demenziell erkrankte Person und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Unruhe oder Aggressivität können beispielsweise durch Harndrang, Angst oder Schmerzen verursacht werden. Dieses Wissen wird unter anderem in Pflegekursen vermittelt“, klärt Sulmann auf. Fachlichen Rat einzuholen, ist insgesamt wichtig. Dieser bietet die Chance, die Erkrankung besser zu bewältigen. Angehörige sollten sich dazu zunächst an den Hausarzt oder einen Facharzt für Neurologie oder Gerontopsychiatrie wenden. Spezialisierte Beratung bieten auch sogenannte Gedächtnissprechstunden. Für alle pflegebezogenen Fragen bei Demenz sind Pflegefachpersonen die richtigen Ansprechpartner.

Weitere Tipps zum Umgang mit aber auch zur Prävention von Demenz sowie weiterführende Adressen sind unentgeltlich und werbefrei zugänglich auf dem Online-Portal der gemeinnützigen Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP): www.pflege-praevention.de.

 

OV von Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege




Welt verliert Wald – auch in Europa

 

Anlässlich einer Feier zum zehnjährigen Weltnaturerbe-Status von Deutschlands Buchenwäldern warnte die Naturschutzorganisation WWF Deutschland vor einer Zerstörung Europas letzter Urwälder. Von den allein in Rumänien rund 500.000 Hektar Alt- und Urwäldern in der Europäischen Union sind laut WWF bisher nur rund 64.000 Hektar strikt geschützt. Selbst in Natura 2000-Flächen, etwa in den Pufferbereichen der Weltnaturerbestätten, gebe es Kahlschläge.

„Die Welt verliert den Wald. Und das nicht nur in den Tropen, sondern auch vor unserer eigenen Haustür in Europa“, warnt Dr. Susanne Winter, Waldreferentin beim WWF Deutschland. „Es gibt in Europa nur noch weniger als vier Prozent Alt- und Urwälder – vor allem in den Karpaten. Urwälder und sehr naturnahen Flächen werden dort gerade eifrig unter den Augen der EU zerstört.“ Winter warnt daher vor „brasilianischen Zuständen“ und bezieht sich dabei auf den brasilianischen Regierungschef Jair Bolsonaro, der für seine Amazons-feindliche Rodungspolitik bekannt ist. „Europa verliert in einem erschreckend rasanten Tempo seine letzten Urwälder. Die Gründe hierfür sind eine für den Wald tödliche Kombination aus politischem Wegschauen, Hinschielen auf die mit der Plünderung verbundenen Wirtschaftseinnahmen und illegalen Rodungen“, so Winter. Selbst die Pufferzonen der Weltnaturerbeflächen, die häufig die gleiche Qualität haben wie die eigentlichen Erbestätten, werden degradiert und damit für Jahrhunderte verschlechtert sein.

Der WWF fordert daher, dass der Schutz der letzten großflächigen Urwälder durch eine wirksame Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie und einen besseren Schutz über das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 erfolgt. Als erster Schritt sei ein Schutz der Alt- und Urwälder über ein europäisches Finanzierungsprogramm notwendig. So könne etwa ein großflächiges Schutzgebiet von rund 200.000 Hektar in den rumänischen Karpaten aufgebaut werden. Aber auch Deutschland hat mit nur drei Prozent nutzungsfreier Waldfläche die Ziele noch nicht erreicht und sollte weitere Schutzgebiete mit striktem Waldschutz einrichten.

 

OV von WWF Deutschland




12 teure Fehler in der Steuererklärung

 

Ja, die Steuererklärung für 2020 ist aufgrund etlicher Corona-Sonderregeln für viele komplexer als sonst – und gleichzeitig machen unzählige Steuerzahler immer wieder dieselben folgenschweren Fehler und verlieren dadurch Geld. Immerhin muss die Einkommensteuererklärung erst Ende Oktober beim Finanzamt sein, denn die Bundesregierung hat die Abgabefrist verlängert. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) zeigt zwölf teure Steuerfehler.

Steuerfehler Nummer 1: Nachweise verschlampen

Die Rechnung für den Handwerker, der Nachweis über die Zahn-OP, die Quittungen zu den Fachbüchern, das Fahrtenbuch für den Dienstwagen: Wer im Laufe des Jahres keine Nachweise und Belege für seine Ausgaben sammelt, der wird die Kosten schwerlich absetzen können. Denn ohne entsprechende Belege fehlen die exakten absetzbaren Beträge sowie die erforderlichen Nachweise für das Finanzamt, falls das Finanzamt nachfragen sollte.

Der einfachste Weg aus dem Chaos: Sammeln Sie alle Quittungen und Belege übers Jahr in einem Ordner oder noch einfacher in einem Schuhkarton. Sitzen Sie an Ihrer Steuererklärung, können Sie die Nachweise sortieren und den richtigen Ausgaben zuordnen – nämlich Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen – und dann an der richtigen Stelle in den Formularen der Steuererklärung eintragen.

Steuerfehler Nummer 2: Dauerzulagenantrag für die Riester-Rente vergessen

Nicht für jeden rentabel, aber immerhin über 16 Millionen Deutsche haben einen Riestervertrag (Stand erstes Quartal 2021; „Anzahl der abgeschlossenen Riester-Verträge von 2001 bis zum 1. Quartal 2021“, Statista 2021). Die Beiträge für die Riester-Rente lassen sich von der Steuer absetzen. Damit das geschieht, müssen Sie als Riester-Versicherter eine Einwilligung zur Übermittlung Ihrer Einkommensteuerdaten ausfüllen, unterschreiben und an den Anbieter Ihrer Riester-Rente zurückschicken. Das erfolgt meist mit dem sogenannten Dauerzulagenantrag beim Anbieter, womit auch die Zulagen vom Staat beantragt werden.

Wichtig ist das Ganze deshalb, weil die Versicherung erst mit Ihrer Einwilligung Ihre Daten an das zuständige Finanzamt sendet. Und erst mit diesen Daten wird das Finanzamt Ihre Riester-Beiträge als absetzbar anerkennen – egal, ob und was Sie selbst in Ihrer Steuererklärung in puncto Riester-Rente eintragen.

Steuerfehler Nummer 3: Rechnungen bar zahlen

Es ist einer der häufigsten Fehler in Sachen Steuererklärung: Handwerker, Putzfrauen oder auch Au-pairs bar bezahlen. Dabei lassen sich die Rechnungen dafür in vielen Fällen von der Steuer absetzen – entweder als sogenannte Handwerkerleistung oder als haushaltsnahe Dienstleistung. Die Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie die Kosten nicht bar bezahlen, sondern überweisen. Nur mit Rechnung und Überweisungsträger können Sie alle Steuervorteile in Bezug auf Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen ausschöpfen.

Steuerfehler Nummer 4: Kosten aus der Jahresverbrauchsabrechnung vergessen

Sie sind Mieter oder Eigentümer? Dann können Sie Handwerkerkosten und haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen, die in Ihrer Jahresverbrauchsabrechnung angegeben werden. Dazu gehören z.B. die Kosten für die Gartenpflege oder die Hausreinigung, aber auch Gerätewartungen zum Beispiel am Brandmelder, dem Aufzug oder der Heizung. Bei Mietern, die in einem Mehrfamilien- bzw. Hochhaus wohnen, kann da einiges zusammenkommen.

Die entsprechende Aufstellung solcher Kosten finden Sie in der Regel in Ihrer Jahresverbrauchsabrechnung unter einer Überschrift wie „Nachweis Aufwendungen gem. § 35a EStG“. Denn die einzelnen Hausverwaltungen bzw. Energiedienstleister sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihren Mietern eine Auflistung aller Handwerkerleistungen bzw. haushaltsnahen Dienstleistungen während eines Jahres zur Verfügung zu stellen.

Steuerfehler Nummer 5: Außergewöhnliche Belastungen nicht angeben

Bislang galt: Nur die Krankheits- oder Pflegeheimkosten, die über Ihrer eigenen zumutbaren Belastungsgrenze liegen, können Sie absetzen. Wie hoch die Grenze für jeden Einzelnen ausfällt, richtet sich momentan vor allem nach dem Einkommen: Je mehr Sie verdienen, desto mehr Ausgaben gelten derzeit als zumutbar. Viele sammeln deshalb erst gar keine Nachweise für die Brille oder die Zahn-OP, weil sie denken, dass sie mit den Kosten sowieso nicht über die Zumutbarkeitsgrenze kommen.

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) prüft allerdings derzeit die Frage, ob bei außergewöhnlichen Belastungen die Regel zur zumutbaren Eigenbelastung gegen das Grundgesetz verstößt. Deshalb sind Pflege- und Krankheitskosten in den Vorläufigkeitskatalog aufgenommen – heißt: Die Steuer wird nicht endgültig festgesetzt. Der Steuerbescheid kann später noch durch das Finanzamt geändert werden, und der Steuerpflichtigen muss nicht zwingend notwendig ein Einspruchsverfahren einlegen.

VLH-Tipp: Während das Verfahren läuft, tragen Sie jeden Cent Ihrer außergewöhnlichen Belastungen in die Steuererklärung ein. Sollte Ihr Finanzamt Ihre außergewöhnlichen Belastungen im Steuerbescheid nicht aufführen und der Vorläufigkeitsvermerk fehlen, legen Sie Einspruch gegen den entsprechenden Steuerbescheid ein mit Hinweis auf das laufende Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen: 2 BvR 1936/17) und beantragen Sie das Ruhen des Verfahrens. Werden die Richter die Belastungsgrenze tatsächlich kippen, sichern Sie sich damit größere Steuervorteile. Denn dann könnten die vollen Kosten für z.B. das Zahnimplantat oder die Brille nachträglich anerkannt werden.

Steuerfehler Nummer 6: Energetische Sanierungsmaßnahmen nicht fördern lassen

Insgesamt 40.000 Euro Steuerersparnis für energetische Sanierung lassen sich erzielen und zwar verteilt über drei Jahre: In dem Jahr, in dem die energetische Gebäudesanierungsmaßnahme erfolgt, sowie im darauffolgenden Kalenderjahr sind sieben Prozent der Kosten von der Steuer absetzbar; im dritten Kalenderjahr noch einmal sechs Prozent der Aufwendungen. Die maximale Steuerersparnis beträgt in den 1. beiden Jahren bis zu 14.000 EUR und im 3. Jahr bis zu 12.000 Euro. Als energetische Sanierungsmaßnahmen gelten zum Beispiel die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken, die Erneuerung von Fenstern oder Außentüren oder die Erneuerung einer Heizungsanlage bzw. die Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

Wer eine energetische Gebäudesanierungsmaßnahme von der Steuer nach Paragraf 35c Abs. 1 Einkommensteuergesetz absetzen will, benötigt dafür eine Rechnung. Darin muss die förderungsfähige energetische Maßnahme, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und die Adresse des Gebäudes in deutscher Sprache beschrieben sein. Außerdem muss die energetische Sanierungsmaßnahme durch eine Bescheinigung des Fachunternehmens oder eines Energieberater (eine Person mit Ausstellungsberechtigung nach § 21 Energieeinsparverordnung) bestätigt sein. Für die Bescheinigung ist ein amtliches Muster zu verwenden, das der Einkommenssteuererklärung beigefügt werden muss. Das Finanzamt erkennt lediglich per Überweisung gezahlte Rechnungen an, keine Barzahlungen.

Wichtig: Eine Steuerermäßigung für energetische Sanierungsmaßnahmen kann nur gewährt werden, wenn für die Maßnahme nicht bereits andere steuerfreie Zuschüsse oder öffentlich geförderte Darlehen in Anspruch genommen wurden.

Steuerfehler Nummer 7: Corona-Sonderregeln ungenutzt lassen

Homeoffice-Pauschale, steuerfreie Corona-Sonderzahlungen, Kurzarbeitergeld: Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesregierung einige Maßnahmen beschlossen, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Steuererleichterungen zu verschaffen. So können Arbeitnehmer, die in den heimischen vier Wänden am Esstisch oder in der Arbeitsecke arbeiten, mit der im letzten Winter neu beschlossenen Homeoffice-Pauschale bis zu 600 Euro im Jahr steuerlich geltend machen. Konkret darf ein Arbeitnehmer pro Arbeitstag im Homeoffice eine Pauschale von fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings höchstens 600 Euro im Jahr. Das entspricht 120 Tagen Homeoffice: 120 Tage x 5 Euro = 600 Euro.

Ebenfalls neu sind die Corona-Bonuszahlungen: Demnach können Arbeitgeber ihren Beschäftigten entweder eine finanzielle Unterstützung bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Die Regel gilt für Sonderleistungen, die Beschäftigte zwischen 1. März 2020 und 31. März 2022 erhalten. Voraussetzung ist, dass die Sonderzahlungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Zudem muss der Arbeitgeber die steuerfreien Leistungen im Lohnkonto aufzeichnen.

Nicht ganz neu, aber seit 2020 verbessert worden sind die Regeln für das Kurzarbeitergeld. Seither bekommen Arbeitnehmer schneller, leichter und teilweise auch etwas mehr Kurzarbeitergeld, und zwar zunächst befristet bis 31. Dezember 2021. Das Kurzarbeitergeld gehört zu den sogenannten Lohnersatzleistungen, die grundsätzlich steuerfrei sind. Die Leistung hat jedoch Auswirkung auf die Steuer(belastung) für das übrige Einkommen. Wichtig: Wer in einem Jahr Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro erhält, ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Steuerfehler Nummer 8: Einträge vertauschen

Sie haben eine Fortbildung selbst bezahlt, die Kosten dafür aber nicht bei Weiterbildung, sondern bei den Sonderausgaben in der Steuererklärung angegeben? Oder Sie haben Handwerkerleistungen bei den außergewöhnlichen Belastungen eingetragen? So etwas passiert Laien immer wieder. Das Finanzamt streicht dann zwar die geltend gemachten Kosten aus den falschen Zeilen raus, trägt sie aber nicht in die richtigen ein. Die Rückzahlung, die Ihnen zustehen würde, bleibt einfach aus.

Steuerfehler Nummer 9: Mietvertrag mit Angehörigen nicht wasserdicht gestalten

Vermietungen unter Verwandten sind nicht ungewöhnlich. Der Mieter bekommt eine Immobilie zum günstigen Preis, der Vermieter kann – trotz geringerer Miete – seine Kosten für das Objekt voll absetzen. Das geht bis zum Veranlagungszeitraum 2020 aber nur, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Erstens, die monatliche Miete beträgt mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete. Das heißt so viel wie: Zu günstig geht nicht. Zweitens, die Handhabung des Mietvertrags hält einem Fremdvergleich stand. Das bedeutet: Die Miete wird überwiesen und nicht bar ausgezahlt, sie wird außerdem pünktlich überwiesen, es gibt eine jährliche Nebenkostenabrechnung und ähnliches mehr. Sind derlei Bedingungen nicht erfüllt, kann das Finanzamt den Steuervorteil für den Vermieter aberkennen.

Steuerfehler Nummer 10: Fristen verstreichen lassen

Das Finanzamt schickt Ihnen den Steuerbescheid und Sie sind froh, dass Sie keine Steuern nachzahlen müssen? Oder Sie bekommen eine Rückzahlung, die aber geringer ausfällt als von Ihnen errechnet? Statt innerhalb eines Monats nach Eingang des Bescheids Einspruch einzulegen, unternehmen die meisten in solchen Fällen nichts. Das könnte allerdings ein teurer Fehler sein, schließlich sollten Sie prüfen, weshalb das Ergebnis im Steuerbescheid von Ihren Berechnungen abweicht. Nehmen Sie den Bescheid genauer unter die Lupe oder engagieren Sie einen Profi, der nachträglich für Sie gegenüber dem Finanzamt eintritt und etwaige Fehler behebt.

Steuerfehler Nummer 11: Bankverbindung falsch angeben

Sie haben die Bank gewechselt, ohne auf Ihrer Steuererklärung die neuen Daten anzugeben? Sie haben sich scheiden lassen, doch beim Finanzamt ist noch die Konto-Nummer Ihres Ex-Gatten hinterlegt? Oder es hat sich ganz einfach ein Zahlendreher in Ihre BIC- bzw. IBAN- Angaben eingeschlichen? Dann werden Sie Ihre Steuerrückerstattung verspätet oder gar nicht erhalten. Prüfen Sie deshalb genau Ihre Angaben zu Ihrer Bank- und Kontoverbindung.

Steuerfehler Nummer 12: Steuererklärung nicht machen

Eine Steuererklärung lohnt sich – und wer keine macht, verschenkt sein Geld. Wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, erhielten im Jahr 2017 insgesamt 12,3 Millionen Steuerbürger eine Steuerrückerstattung, nämlich durchschnittlich 1.051 Euro. Im Vergleich dazu mussten mehr als 1,5 Millionen Deutsche an den Staat nachzahlen, im Schnitt 1.175 Euro. Mitglieder der VLH erhalten in Erstattungsfällen durchschnittlich 1.300 Euro vom Finanzamt zurück.

Arbeitnehmer und Rentner müssen ihre Steuererklärung 2020 regulär bis 31. Juli, coronabedingt bis zum 01. November 2021 abgeben. Wer einen Steuerprofi – Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein – beauftragt, hat mehr Zeit. Dann kann die Steuererklärung bis zum 31. Mai 2022 abgegeben werden.

 

OV von Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. – VLH




Mehr Ausdauer: So klappt’s ganz leicht

 

Verbesserte Blutwerte, ein trainiertes Herz-Kreislauf-System, ein niedrigerer Blutdruck und ein gesunkener Ruhepuls: Wer regelmäßig seine Ausdauer trainiert – ob beim Walken, Wandern, Radeln, Schwimmen oder Joggen, tut etwas für Gesundheit und Wohlbefinden. Doch häufig ist es gar nicht so leicht, mit dem Training zu beginnen – vor allem, wenn man schnell aus der Puste kommt und nicht lange durchhält.

Dabei ist der Einstieg ins Training gar nicht schwer, berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ in seiner aktuellen Ausgabe. Was man dabei beachten sollte: Jeder Mensch startet auf seinem eigenen Niveau – sich an falschen Wunschvorstellungen oder dem Tempo fitterer Menschen zu orientieren ist dabei wenig hilfreich. „Auch völlig Untrainierte werden schon nach einigen Einheiten merken, wie gut ihnen Bewegung tut“, sagt Professor Klaus Bös, emeritierter Sportwissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Technik kann helfen

Am Anfang reicht es schon, mehrmals pro Woche etwa eine halbe Stunde entspanntes Gehen und lockeres Laufen abzuwechseln. Worauf es ankommt: Geduld haben, dranbleiben, den Plan durchziehen – und auf den eigenen Körper hören. Das Training sollte sich „etwas“ bis „ziemlich anstrengend“ anfühlen, nicht aber „völlig erschöpfend“. Dabei kann auch Technik unterstützen, wie Smartphones oder Fitnesstracker, die die zurückgelegten Schritte zählen, Pulsmesser oder Apps.

Die Apotheken Umschau hat dafür die App „Walking Test“ entwickelt, die man kostenlos im App Store und im Google Play Store herunterladen kann. Damit lässt sich die persönliche Ausdauer messen und die eigenen Werte beim Walken einer zwei Kilometer langen Strecke differenziert auswerten. Das liefert nicht nur wertvolle Hinweise für das Training, sondern sorgt sicherlich auch für Motivation.

 

Ov von Wort und Bild Verlag




Verhaltensauffälligkeiten und Störungen bei Kindern nachgehen

 

Verhaltensauffälligkeiten haben einen Grund, sind Folge und Reaktion, die sich aus unerkannten Erkrankungen oder Störungen entwickeln können. Eine solche Störung ist das komplexe Bild der visuellen Wahrnehmungsstörungen. „Aufmerksame Eltern, Erzieher und Pädagogen sind oft die treibende Kraft, um betroffenen Kindern so früh als möglich eine professionelle Förderung zu ermöglichen“, bestärkt der Ergotherapeut Wolfgang Scheid, DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), Eltern, deren Kinder sich beim Schreiben nicht an die Lineatur halten, Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben haben oder Konzentrationsschwächen zeigen. Bei Ergotherapeut:innen lernen Kinder mit diesem Störungsbild, für sich passende Bewältigungsstrategien zu entdecken und dadurch besser durchs (Schul-)Leben zu kommen.

Der Ergotherapeut Wolfgang Scheid hat im Bereich der visuell-räumlichen Störungen einen großen Erfahrungsschatz. Er weiß: Diese besonderen Wahrnehmungsstörungen in einem frühen Stadium zu entlarven, ist keine einfache Sache; insbesondere für Eltern, die wenig Vergleichsmöglichkeiten haben, beispielsweise, wenn es das erste oder einzige Kind ist. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Symptomen auf eine visuell-räumliche Wahrnehmungsstörung hinweisen können. Dennoch ermutigt der Ergotherapeut Eltern, das eigene Kind immer genau im Blick zu haben und auch beim geringsten Zweifel den Kinder- oder bei Jugendlichen den Hausarzt beziehungsweise die -ärztin zu befragen und gegebenenfalls wegen wiederholter eigener Beobachtungen beharrlich zu bleiben.

Verhaltensauffälligkeiten beobachten, mögliche Störung erkennen

Der Ergotherapeut nennt exemplarisch einige typische Verhaltensbeispiele und gibt Tipps, worauf Eltern schon vor dem fünften Lebensjahr mit Umsicht, aber dennoch gezielt, achten können: Stolpert das Kind häufig oder übersieht es Menschen oder Gegenstände auf einer bestimmten Seite? Bastelt, baut oder malt das Kind im Kindergarten nicht gerne? Ab dem Schulalter: Kommt es zu Problemen beim Rechnen im Zahlenraum über 10 und später generell in Mathematik und Geometrie? Zeigt das Kind unspezifische Ängste – bei genauerem Hinsehen, weil es sich nicht gut orientieren kann, vielleicht den Weg zu Freunden nicht alleine wiederfindet? Dabei betont der Ergotherapeut, dass dies Hinweise sein können, manches, was als Symptom daherkommt, aber auch andere Ursachen haben oder ein Persönlichkeitsmerkmal sein kann. Das lässt sich jedoch durch das ärztliche und das ergotherapeutische Urteil sicherer abgrenzen.

Formen der visuellen Wahrnehmung

Zum besseren Grundverständnis des Störungsbildes fasst der Experte die Bereiche der visuellen Wahrnehmung kurz zusammen: Die visuelle Wahrnehmung ermöglicht unter anderem, Formen voneinander zu unterscheiden oder zu erkennen, ob sie unterschiedliche Winkel haben, eng oder weit voneinander entfernt sind. Die räumliche Vorstellung ist nötig, um sich beispielsweise im Zahlenraum oder auf dem Zahlenstrahl zurechtzufinden oder Buchstaben in unterschiedlichen Darstellungsformen oder aus verschiedenen Perspektiven wiederzuerkennen. Mithilfe der räumlichen Konstruktion kann der Mensch einen Gegenstand abzeichnen, nach eigenen Ideen oder angeleitet mit Bausteinen oder Lego etwas konstruieren oder ein Puzzle anfertigen. Die räumliche Orientierung ist die Voraussetzung, sich selbst im Raum verorten und bewegen zu können, zu wissen, wo rechts und links ist und Richtungen zu unterscheiden.

Spezielles ergotherapeutisches Programm

Visuelle Wahrnehmungsstörungen lassen sich mithilfe bewährter Therapiekonzepte und Herangehensweisen behandeln. Auch gibt es aus ergotherapeutischer Feder stammende Programme, die bereits für Kinder ab fünf Jahren in Betracht kommen. „Wichtig ist, zunächst das Hauptproblem zu identifizieren“, sagt der Ergotherapeut Scheid und erklärt weiter: „Oft haben die Kinder nicht nur in einem Bereich ihre Schwierigkeiten, sondern auch mangelnde planerische Fähigkeiten“. Dass es gilt, im ersten Schritt an dieser gravierenderen Störung zu arbeiten, leuchtet ein. Ebenso wie die von dem Ergotherapeuten vorgeschlagene Hierarchisierung der Themen. Die Schwierigkeiten in Folge und aufeinander aufbauend anzugehen, hat sich in der ergotherapeutischen Praxis bewährt. Auf diesem Weg lassen sich in einem so spezifischen Bereich wie visuellen Wahrnehmungsstörung bessere Erfolge erzielen. Hat der Ergotherapeut dann außer den bestehenden Schwierigkeiten herausgefunden, welche Vorlieben das Kind hat und wie es sich maximal motivieren lässt – im Wettbewerb, im Team oder wenn es als Spielführer das Sagen hat -, kann das Training starten.

Vorlieben der Kinder beherzigen

Bei einer Vielzahl von Aufgaben und Möglichkeiten ist eines sicher: es ist für jedes Kind und dessen Bedürfnisse etwas dabei. Denn darauf legen Ergotherapeut:innen großen Wert: alles muss individuell passen, das Kind soll Lust haben, mitzumachen. Die Aufgabenstellungen erfolgen derart, dass es den Kindern gelingt, erfolgreich zu sein – etwas zu können, fördert bekanntlich die Motivation. Um dies zu ermöglichen, regen Ergotherapeut:innen zunächst das laute Denken und das genaue Beobachten bei ihren jungen Klient:innen an: ‚was habe ich gerade gemacht, warum hat das funktioniert, wie war meine Strategie?‘ Die Strategien sind meist einfach, etwa ganz genau hinzuschauen, etwas abzumessen, Teile aufeinanderzulegen oder etwas abzuschätzen. Das Schöne und Nachhaltige an dieser Vorgehensweise und dem Entwickeln von Kompensationsstrategien ist, dass diese bei allen auftretenden Schwierigkeiten anwendbar sind. Die Kinder lernen nicht etwa, wie sie eine bestimmte Aufgabe lösen, sondern erarbeiten sich ihre persönlichen Problemlösungsstrategien für alle Situationen.

Mit ergotherapeutischer Hilfe Selbstwirksamkeit und Erfolg herbeiführen

Infolgedessen wird das Ganze zu einer Art Selbstläufer. Die Kinder lernen, mithilfe ihrer persönlichen Kompensationsstrategien Aufgaben oder Schwierigkeiten erfolgreich zu lösen. Sie werden dadurch mutiger und trauen sich, Neues zu probieren und zwar ohne die Angst, zu versagen. Es kommt zu einer Wechselwirkung zwischen Übung, Erfolgserlebnis, Selbstwirksamkeit. „Kann mein Kind mit dieser Störung die Regelschule besuchen, kommt es mit“, ist eine Frage, die Eltern gerne stellen. Das lässt sich dank einer entsprechenden ergotherapeutischen Intervention, die nach einer bestimmten Zeit manchmal einer Auffrischung bedarf, in vielen Fällen mit ‚Ja‘ beantworten.

 

OV von Deutscher Verband Ergotherapie e.V.




Positive Bilanz zum vierten länderübergreifenden Sicherheitstag

 

Mehr als 800 Polizeivollzugsbeamte waren am vergangenen Freitag anlässlich des vierten länderübergreifenden Sicherheitstages zur Bekämpfung von Straftaten im öffentlichen Raum hessenweit im Einsatz. In Hessen beteiligen sich alle sieben Polizeipräsidien an der Aktion. Insgesamt wurden 1.415 Fahrzeuge und 2.526 Personen kontrolliert. Die Polizei verzeichnete insgesamt 38 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, vier Verstöße gegen das Waffengesetz und zwölf Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Neun offene Haftbefehle konnten aufgrund der Kontrollmaßnahmen vollstreckt werden.

Innenminister Peter Beuth zog anlässlich des Sicherheitstages eine positive Bilanz: „Sicherheit ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Insbesondere schwere Straftaten im öffentlichen Raum sowie an örtlichen Brennpunkten können das Sicherheitsempfinden unserer Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigen. Deshalb bin ich den Kolleginnen und Kollegen der hessischen Polizei sehr dankbar, dass sie mit Entschlossenheit und aller Konsequenz die Sicherheit im öffentlichen Raum besonders im Blick und zu einem polizeilichen Handlungsschwerpunkt gemacht haben. Der länderübergreifende Sicherheitstag ist ein Baustein und diente dem Schutz der Bürgerinnen und Bürgern, die sich in Hessen weiterhin sehr sicher fühlen können.“

Neben Kontrollen auf öffentlichen Plätzen, Wegen, szenetypischen Treffpunkten, in Gaststätten und Bars, an Bahnhöfen, Bushaltestellen sowie regionalen Autobahnen führte die Polizei auch Beratungsgespräche, Informationsveranstaltungen zu aktuellen Fragestellungen oder besondere Aktionen, wie beispielsweise Fahrradcodierungen, durch.

Hessen: Straßenkriminalität im 20-Jahres-Vergleich halbiert

Die Sicherheitslage in Hessen wird von Jahr zu Jahr signifikant besser. 2020 war die Kriminalitätsbelastung im vierten Jahr in Folge erneut deutlich gesunken. Mit genau 342.423 Straftaten wurden 22.410 Fälle weniger gezählt als noch im Vorjahr (- 6,1 Prozent). Das ist der niedrigste Wert seit 1980. Die Kriminalitätsbelastung ist mit 5.446 Straftaten pro 100.000 Einwohner ebenfalls weiter gesunken (2019: 5.823). 65,5 Prozent der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten wurden letztes Jahr aufgeklärt. Das ist nach 2019 (65,2 Prozent) erneut der mit Abstand höchste jemals gemessene Wert, seit Einführung der Kriminalstatistik im Jahr 1971.

Auch Straftaten im öffentlichen Raum sanken. So gab es 56.438 Fälle von Straßenkriminalität und damit 2.203 Fälle weniger (-3,8 Prozent) als 2019. In die Kategorie Straßenkriminalität fällt eine Vielzahl von Delikten, die im öffentlichen Raum begangen werden. Auch Diebstähle (Straßendiebstahl und Ladendiebstahl) fallen beispielsweise hierunter, die im Vergleich zum Vorjahr um 9.674 Fälle und damit um neun Prozent zurückgegangen sind. Die Gefahr, in Hessen Opfer von Kriminalität zu werden, ist damit auf einem historischen Tiefstand.

Künftig sorgen über 16.000 Polizisten für Sicherheit in Hessen

Die Hessische Landesregierung hat bereits mit den Sicherheitspaketen I und II massiv in zusätzliches Personal für die hessische Polizei investiert. Die ersten ausgebildeten Einsatzkräfte verstärken bereits die Polizei bei ihrer täglichen Arbeit. Aus dem Kreis der Studienabsolventen der Jahre 2018 – 2021 konnten bislang bereits rund 1.100 zusätzliche Polizistinnen und Polizisten den Polizeidienststellen zugewiesen werden.

Mit dem Sicherheitspaket III wird gewährleistet, dass auch nach 2022 weitere zusätzliche Polizistinnen und Polizisten in den Dienst kommen. Seit 2020 an werden hierfür jährlich 250 zusätzliche Anwärterinnen und Anwärter ihr dreijähriges Studium beginnen. Diese Stellen sind zusätzliche Verstärkungen zu dem ohnehin in jedem Jahr erfolgenden Ersatz für Personal, das altersbedingt aus der hessischen Polizei ausscheidet.

„Sicherheit ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen und die Menschen in Hessen leben heute bereits sehr sicher. In den vergangenen Jahren hat das Land die richtigen Weichen gestellt, um Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen. Dank unserer historischen Stellenpakete sind heute bereits deutlich mehr Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, die sichtbar mehr Präsenz zeigen, um der Bevölkerung als Freund und Helfer zur Seite zu stehen“, so Innenminister Peter Beuth.

Hintergrund: Länderkooperation

Seit 2016 besteht zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz eine Kooperationsvereinbarung zur Bekämpfung der Wohnungseinbruch-kriminalität. Als wichtiger Teil einer ganzheitlichen Strategie hat diese länderübergreifende Zusammenarbeit zu den bisherigen Fahndungs- und Ermittlungserfolgen in diesem Deliktsfeld beigetragen. Über die Landesgrenzen hinweg waren die Fallzahlen des Wohnungseinbruch-diebstahls in den vergangenen beiden Jahren deutlich zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund hatten sich die Polizeiführungen der beteiligten Länder darauf verständigt, die etablierte und erfolgreiche Zusammenarbeit auf den Bereich der Sicherheit im öffentlichen Raum auszuweiten. Die Innenminister aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen haben daher im Juni 2019 die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit und Kooperation um ein weiteres Aufgabenfeld erweitert.

 

OV von Land Hessen




Gaststätten im ländlichen Raum können ab sofort Förderanträge stellen

 

Ab heute können die Betreiberinnen und Betreiber von Gaststätten in Hessens ländlichen Räumen zu besonders attraktiven Konditionen Förderanträge für Investitionen in ihren Betrieb stellen“ teilt Umweltministerin Priska Hinz mit. Die Hessische Landesregierung stellt hierfür rund 10 Millionen Euro Landesmittel in den nächsten drei Jahren bereit.

Gerade in den ländlichen Räumen sind Gaststätten als Treffpunkte, zur Belebung von Städten und Gemeinden und Stärkung der touristischen Infrastruktur besonders wichtig. Das Gaststätten-Sonderprogramm ist Teil des Aktionsplan „Starkes Land – gutes Leben“. Der Aktionsplan nimmt mit neun Handlungsfeldern alle wichtigen Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge in den Blick: Von der Mobilität über schnelle Internetverbindungen, flächendeckende medizinische Versorgung, Geschäfte des täglichen Bedarfs bis hin zu lebendigen Ortskernen. Damit verfolgt die Landesregierung das Ziel, die ländlichen Räume in Hessen zu stärken und weiterzuentwickeln. Dafür werden allein in 2021 rund 1,2 Milliarden Euro in die Hand genommen.

Förderung für fast jede Investition

„Nach den harten Monaten des Lockdowns wollen wir die Möglichkeit bieten, die Öffnung von Gaststätten in den ländlichen Räumen mit neuen Investition in den eigenen Betrieb zu gestalten. Vom frischen Anstrich der Außenfassade bis hin zur modernen Kücheneinrichtung oder dem neuen digitalen Kassensystem – wir fördern fast jede Investition ab 15.000 Euro, die zum Fortbestand oder zur Attraktivität einer Gaststätte beiträgt “, erklärte Hinz. 

Der aktuelle Förderaufruf beginnt am 20.09.2021 und endet am 17.10.2021; weitere Förderaufrufe folgen in 2022 und 2023.

Die Förderquote beträgt 45 Prozent bei einer Höchstfördersumme in Höhe von 200.000 Euro. Die Anträge sind online bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen zu stellen.

 

OV von Land Hessen




MT Melsungen beurlaubt Gudmundur Gudmundsson

 

Drei Spieltage, 1:5 Punkte – der Einstieg in die neue Saison der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga verlief für die MT Melsungen bislang alles andere als wunschgemäß. Zudem sind gegenüber der vergangenen Saison, die mit Platz acht ebenfalls sehr unbefriedigend verlief,  noch keinerlei Fortschritte auf dem Spielfeld erkennbar. Nun haben die Verantwortlichen reagiert und Chefcoach Gudmundur Gudmundsson von seinen Aufgaben entbunden. Bis auf Weiteres wird Co-Trainer Arjan Haenen die Übungseinheiten leiten.

“Kurz nachdem Gudmi zu uns gekommen ist, war aufgrund des Pandemieausbruchs lange Zeit kein normaler Trainingsbetrieb möglich. Mehrere Quarantänephasen trugen ihr Übriges dazu bei. Und das gerade in einer Phase, in der ein neuer Trainer mit seiner Mannschaft warm werden muss. Kurzum, die Bedingungen für ihn hätten ungünstiger kaum sein können. Dennoch muss unabhängig von einzelnen Ergebnissen vor allem eine Entwicklung stattfinden. Dafür gibt es aber in den ersten Wochen der neuen Saison, einschließlich der Saisonvorbereitung, keine ernsthaften Anzeichen. Deshalb haben wir uns in beiderseitiger Abstimmung dazu entschlossen, Gudmundur Gudmundsson von seinen Aufgaben zu entbinden”, erklärt Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke.

MT-Vorstand Axel Geerken: “Wir danken Gudmundur Gudmundsson für sein großes persönliches Engagement – auch wenn in diesem Fall Mannschaft und Trainer letztlich nicht wie erhofft zueinander gefunden haben. Die Suche nach einem Nachfolger läuft inzwischen auf Hochtouren, es gibt einige Kandidaten. Bereits in den Medien gehandelte Namen sind jedoch nicht zutreffend. Wir werden uns an eventuellen weiteren öffentlichen Spekulationen nicht beteiligen, sondern uns erst wieder melden, wenn das Ergebnis feststeht. Bis dahin wird Arjan Haenen das Training leiten”.

Das nächste Spiel bestreitet die MT Melsungen am 26. September gegen den TuS N-Lübbecke (16:00 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel). Der Erstliga-Rückkehrer aus Ostwestfalen besiegte übrigens am Sonntag in dezimierter Besetzung mit einer starken kämpferischen Leistung den favorisierten HBW Balingen-Weilstetten mit 33:27 und holte damit seine beiden ersten Punkte der Saison.

Gudmundur Gudmundsson (60), der parallel zur MT Melsungen auch die isländische Nationalmannschaft betreut, stieg Anfang letzten Jahres bei den Nordhessen ein. Seinen ersten Einsatz an der Seitenlinie hatte der Isländer beim Europapokalspiel der MT gegen Silkeborg am 29. Februar 2020 in Kassel. Damals hatte er den Melsungern einen Zusage nur bis zum Ende der Saison gegeben. Die wurde aufgrund des Pandemieausbruchs nach dem 27. Spieltag abgebrochen, die MT wurde Siebter. Der Trainervertrag wurde dann um ein Jahr verlängert. Die “Corona-Saison” 2020/21 schloss der Club mit einem enttäuschenden achten Rang ab. In der Hoffnung auf eine endlich wieder “normale” Saison, nicht zuletzt auch mit normalen Bedingungen für den Trainer, sagte Gudmundsson für ein weiteres Jahr zu. Sein Vertrag endet regulär am 30. Juni 2022.

 

OV von MT Melsungen




Melsungen-Obermelsungen: Einbruch in Wohnhaus

 

Einbruch in Wohnhaus Tatzeit: 18.09.2021, 17:00 Uhr bis 19:30 Uhr In ein Wohnhaus am Oberen Weinberg brachen unbekannte Täter am frühen Samstagabend ein und stahlen Schmuck und eine Spiegelreflexkamera. Die Täter brachen ein Fenster des Wohnhauses auf und begaben sich anschließend in die Räumlichkeiten. Sie durchsuchten das Erdgeschoss sowie den Keller und stahlen eine Canon-Spiegelreflexkamera und Schmuck. Der angerichtete Sachschaden beträgt 700,- Euro. Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Homberg unter Tel.: 05681-7740 Markus Brettschneider, PHK -Pressesprecher

 

OV von Polizei Homberg




Systemwechsel in der Beurteilung der Pandemie

 

Die Hessische Landesregierung hat die bestehende Coronavirus-Schutzverordnung für vier Wochen verlängert und an die Neuregelungen im Bundesinfektionsschutzgesetz angepasst. Sie wird am Donnerstag in Kraft treten. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Deswegen ist es wichtig, dass wir weiterhin besonnen bleiben. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um nachlässig zu werden. Wir beobachten aber auch: Die Pandemie entwickelt sich zunehmend zu einer Pandemie der Ungeimpften. Deshalb betreffen die weiterhin notwendigen Einschränkungen vor allem sie, während Geimpfte und Genesene davon immer weniger betroffen sind“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier im Anschluss an die Kabinettssitzung.

Infektionsinzidenz wird abgelöst und 2G-Optionsmodell eingeführt

Angesichts des Impffortschritts hat die Hessische Landesregierung in Anlehnung an das Bundesinfektionsschutzgesetz beschlossen, die Infektionsinzidenz als alleinigen Indikator für die Coronavirus-Schutzmaßnahmen abzulösen. Künftig werden die Hospitalisierungsinzidenz und die Belegung der Intensivbetten wesentliche Maßstäbe für weitergehende Schutzmaßnahmen sein. „Mit den Neuregelungen der Verordnung findet ein Systemwechsel statt. Die Infektionsinzidenz als bislang wichtigster Indikator wird durch einen neuen Fokus auf die Situation in den hessischen Krankenhäusern ersetzt und auch die Kontaktnachverfolgung ist künftig nur noch in bestimmten Bereichen erforderlich. Neben der verpflichtenden 3G-Regelung in vielen Innenbereichen führt Hessen ab dem 16. September zudem ein 2G-Optionsmodell ein. Die 2G-Option bietet vor allem Veranstaltern und privaten Betreibern die Möglichkeit, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. In diesen Fällen gibt es keine wesentlichen coronabedingten Einschränkungen wie Abstandsregeln oder eine Maskenpflicht mehr. Für Geimpfte und Genesene sind das wesentliche Erleichterungen“, betonten Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose heute in Wiesbaden.

„Die Corona-Schutzimpfung ist und bleibt der Weg aus der Pandemie. In Hessen sind mittlerweile 66,4 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner erstgeimpft. 61,8 Prozent der Menschen haben bereits einen vollständigen Impfschutz. Insgesamt wurden bisher 7,8 Millionen Impfdosen im Land verabreicht. Wir sind auf einem guten Weg, jedoch noch nicht am Ziel angekommen. Aus diesem Grund möchte ich alle Hessinnen und Hessen, die sich noch impfen lassen möchten, dazu ermutigen, dies zeitnah zu tun. Wer sich impfen lässt, schützt sich und andere und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier. Er rief alle, die sich bislang noch nicht haben impfen lassen, dazu auf, die flächendeckenden kostenlosen Impfangebote in Hessen zu nutzen.

Auch die derzeitige Impfaktionswoche von Bund und Ländern lenkt unter dem Motto #HierWirdGeimpft die Aufmerksamkeit auf möglichst niedrigschwellige Impfangebote. Sie ergänzt damit die bereits bestehenden Maßnahmen der Landesregierung, für das Impfen zu werben. „Über die Plattform der Bundesregierung erfahren Bürgerinnen und Bürger schneller von kurzfristigen unbürokratischen Impfaktionen in ihrer Region. Durch diesen Service erreichen wir noch mehr Menschen, die ganz unkompliziert ihre Corona-Schutzimpfung erhalten können. Je mehr Menschen die Angebote jetzt nutzen, umso entspannter können wir dem Herbst entgegenblicken“, erklärte Gesundheitsminister Kai Klose. „Wir alle werden diese Infektion durchmachen: Als Impfung oder durch Ansteckung mit erheblichen Gesundheitsrisiken. Das Impfen ist die weitaus angenehmere Alternative.“ Auf der Website www.hierwirdgeimpft.de werden Impfaktionen auf einer Deutschlandkarte dargestellt und nützliche Informationen präsentiert.

Die wichtigsten Änderungen der landesweit geltenden Coronavirus-Schutzverordnung im Überblick: 

3G

Innenbereich: Die 3G-Vorgaben gelten nun landesweit in Innenbereichen von Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen, Museen, Sportstätten, Gaststätten (außer Kantinen für Betriebsangehörige) und bei körpernahen Dienstleistungen. Es müssen nunmehr nicht mehr nur die Gäste bzw. Kundinnen und Kunden einen Negativnachweis vorlegen, sondern auch die Mitarbeitenden. Erleichterungen gibt es für Personal durch die regelmäßige Teilnahme an zweimal wöchentlichen Betriebstestungen. In Übernachtungsbetrieben sind Negativnachweise bei der Anreise und bei längeren Aufenthalten im Anschluss zweimal wöchentlich erforderlich.

Außenbereich: In Außenbereichen wird die Verpflichtung zum 3G-Nachweis, da wo er bislang gilt, gestrichen. Ausnahme: Bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen ist ein Negativnachweis vorzulegen.

2G-Optionsmodell

Veranstalter und private Betreiber haben die Möglichkeit, ausschließlich Geimpfte und Genesene einzulassen. Auch das Personal muss sich an die 2G-Regel halten. In diesem Fall entfallen wesentliche coronabedingte Einschränkungen: Die Abstandsregeln entfallen ebenso wie die Maskenpflicht und Kapazitätsbeschränkungen. Von der 2G-Pflicht ausgenommen sind Kinder unter 12 Jahren.

Veranstaltungen (mehr als 25 Personen)

Veranstaltungen können in 3G oder auch im 2G-Optionsmodell durchgeführt werden. Entsprechend muss sich auch das Personal an die Vorgaben halten.

Drinnen: 3G, Maskenpflicht bis zum Platz, bis 500 Personen plus Geimpfte und Genesene genehmigungsfrei.

Draußen: Bis 1.000 Personen plus Geimpfte und Genesene genehmigungsfrei. Bei mehr als 1.000 Personen genehmigungspflichtig.

Bei den 3G-Veranstaltungen muss ein Abstands- und Hygienekonzept vorliegen.

Kontaktdatenerfassung

Aufgrund der steigenden Impfquote entfällt die Kontaktdatenerfassung in weiten Teilen. Grundsätzlich gilt bereits in Hessen, dass Geimpfte und Genesene nur dann in Quarantäne müssen, wenn sie positiv getestet wurden. Unter die 2G-Regelungen fallen bereits rund 62 Prozent vollständig Geimpfte und alle genesenen Hessinnen und Hessen. Daher ist künftig lediglich in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Personen weiterhin die Kontaktnachverfolgung notwendig. Das betrifft insbesondere Krankenhäuser sowie Alten- und Pflegeheime. Auch beim Betrieb von Diskotheken und Bordellen ist weiterhin sowohl bei 3G als auch dem 2G-Optionsmodell die Kontaktdatenerfassung Pflicht.

Hospitalisierungsinzidenz und die Belegung der Intensivbetten löst die 7-Tage-Inzidenz ab

Bislang war die 7-Tage-Inzidenz das entscheidende Kriterium für die Festlegung von Schutzmaßnahmen. Angesichts des zu verzeichnenden Impffortschritts blickt Hessen nun vor allem auf die Kapazitäten des Gesundheitswesens. In einem zweistufigen Eskalationsstufenkonzept sind nun die Hospitalisierungsinzidenz und die Intensivbettenbelegung Indikatoren für weitreichendere Schutzmaßnahmen. Die Hospitalisierungsinzidenz beschreibt, wie viele Personen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus landesweit neu aufgenommen wurden. Die Gesamtbettenbelegung und auch die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen werden wie auch die Anzahl der vollständig gegen eine Corona-Erkrankung geimpften Personen als weitere Faktoren weiterhin berücksichtigt und beobachtet.

Aktuelle Hospitalisierungsinzidenz: 2,51.

Belegte Intensivbetten: 146 (136 mit gesicherter Corona-Infektion, 10 Verdachtsfälle)

Stufe 1 wird relevant, wenn

  • der Hospitalisierungswert über 8 steigt
  • oder die Zahl der Intensivpatienten über 200 liegt.

Weitergehende Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden notwendig, bspw. Testnachweis nur noch mittels PCR-Test oder eine Ausweitung der 3-G-Regel auf weitere Bereiche.

Stufe 2 kommt zum Tragen, wenn

  • der Hospitalisierungswert über 15 steigt
  • oder die Zahl der Intensivpatienten über 400 liegt.

Nochmals zusätzliche Maßnahmen werden notwendig, z.B. Zugang nur noch mit 2G.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche bis 12 Jahren können an 2G-Angeboten und -veranstaltungen auch ohne Impfung teilnehmen. Grundsätzlich benötigen Kinder bei 3G keinen Negativnachweis, wenn sie jünger als 6 Jahre alt sind oder noch nicht eingeschult wurden.

Maskenpflicht: In Schulgebäuden muss eine medizinische Maske getragen werden. Dies gilt nicht am Sitzplatz, im Freien oder beim Schulsport. Ausnahme: In den zwei Wochen andauernden Schutzwochen nach den Ferien oder bei einem größeren Ausbruchsgeschehen in der Schule bzw. in den 14 Tagen nach einer bestätigten Infektion in der Klasse. In der Kita gibt es keine Maskenpflicht.

Quarantäne

  • Geimpfte und Genesene sind grundsätzlich von der Quarantäne befreit.
  • Infizierte müssen für 14 Tage in Quarantäne, ebenso ihre Haushaltsmitglieder.
  • Infizierte Kinder U6 sowie Kinder vor der Einschulung und Schülerinnen und Schüler können sich jedoch ab dem 7. Tag der Infektion mit PCR-Test freitesten.
  • Haushaltsangehörige (Kinder/Geschwister) von Infizierten frühestens am 10. Tag (wegen der Inkubationszeit).
  • im Falle einer PCR-bestätigten Infektion wird regelmäßig nicht mehr pauschal die ganze Klasse/Gruppe in Quarantäne geschickt, sondern nur noch enge Kontaktpersonen (z.B. Sitznachbarn) entsprechend Entscheidung des Gesundheitsamtes (für alle anderen gilt für 14 Tage: tägliche Tests und Maske auch am Platz).
  • die engen Kontaktpersonen (Sitznachbarn) können sich ab dem fünften Tag nach Feststellung der Infektion freitesten lassen.
  •  (Nur) für nicht geimpfte oder genesene Kinder und Jugendliche mit COVID-Symptomen (Fieber, Husten, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns) besteht in der Schule und in der Kita ein Betretungsverbot; diese können sich jedoch freitesten.

 

OV vom Land Hessen




Alte Kirche Bürgeln ist „Denkmal des Monats“

 

Cölbe-Bürgeln. Über vier Jahrzehnte lang schlief die Alte Kirche Bürgeln im gleichnamigen Cölbeler Stadtteil einen Dornröschenschlaf: Die einst begonnene Sanierung wurde nicht fortgeführt, das Gebäude stand leer. Der Kulturverein Alte Kirche Bürgeln stemmte eine umfassende Sanierung – und organisiert mittlerweile in der Kirche Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen. Dieses Engagement wird nun gewürdigt: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn hat das Haus heute als „Denkmal des Monats“ ausgezeichnet und 1.000 Euro Preisgeld an den Verein überreicht.

Gelungene und denkmalgerechte Sanierung

„Bei der Alten Kirche Bürgeln können wir eine hervorragend gelungene und denkmalgerechte Sanierung bewundern“, so Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn. „Und was für den dauerhaften Erhalt eines Kulturdenkmals das wichtigste ist: Sie wird kreativ genutzt. Die Kirche steht Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen für pädagogische Projekte offen, und sie gibt Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne: Hier können wir Musik, Kleinkunst, bildende Kunst, Theater und Lesungen erleben und dabei die besondere Akustik und den großzügigen Platz des Gebäudes genießen. Der Kulturverein hat mit viel Engagement ein Kulturdenkmal, das schon fast vergessen schien, mit neuem Leben gefüllt. Dafür danke ich den Mitgliedern herzlich und gratuliere zur Auszeichnung.“

Romanischer Saalbau

Die Alte Kirche Bürgeln ist ein im Kern romanischer Saalbau, der mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Im Inneren sind die barocke Ausstattung und Rankenmalereien aus der Zeit um 1733 erhalten. Die historische Orgel stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damit ist die Alte Kirche Bürgeln ein bedeutendes Zeugnis dörflicher sakraler Baukunst des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Dennoch sollte sie in den 1970er Jahren zugunsten eines Neubaus abgerissen werden. Das verhinderte damals der „Förderkreis Alte Kirchen“, der sie kaufte und eine Sanierung begann, jedoch nicht fortführte. Seitdem stand sie leer und der Förderkreis löste sich auf. An seine Stelle trat der Kulturverein Alte Kirche Bürgeln, der heutige Eigentümer. Mit Unterstützung des Landes Hessen, des Bundes und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz restaurierte er das Putz- und Mauerwerk und den Dachstuhl, kümmerte sich um einen Neuanstrich, bei dem auch historische Malereien freigelegt wurden.

Was ist das Denkmal des Monats?

Die im Juni 2018 erstmals verliehene Auszeichnung „Denkmal des Monats“, die mit 1.000 Euro dotiert ist, können Personen, Initiativen oder Körperschaften erhalten. Sie sollen sich bei der Erhaltung ihrer Denkmäler in besonderer Weise verdient gemacht haben. Vorgestellt werden denkmalpflegerische Maßnahmen, die individuell, mit handwerklich-technischer Qualität und besonderem Engagement ausgeführt wurden. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen wählt die Preisträgerinnen und Preisträger aus den Bewerbungen für den Hessischen Denkmalschutzpreis aus. Die Denkmäler werden auch auf kunst.hessen.de vorgestellt.

 

OV von Land Hessen




Wandern, spenden, schützen

 

Bunte Blätter und strahlendes Sonnenlicht: Der Herbst ist eine beliebte Jahreszeit, um die heimische Natur zu entdecken. Dazu lädt der WWF zum Tag des Wanderns am 17. September mit seiner Aktion „Wandern für die Artenvielfalt“ ein. Ab sofort können Interessierte die Natur erwandern und dabei über den gesamten Herbst Spenden für den Artenschutz sammeln. Die Erträge aus der Aktion kommen Projekten der Naturschutzorganisation in ganz Deutschland von der Ostsee bis Oberbayern zugute.

„Hierzulande gibt es besonders vielfältige Lebensräume zu entdecken. Doch Naturschätze wie unsere artenreichen Kultur- oder Auenlandschaften sind in Gefahr: Rund ein Drittel aller heimischen Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht“, sagt Albert Wotke, Programmleiter Naturschutz beim WWF Deutschland. Mit Renaturierungsprojekten an der Mittleren Elbe oder dem Ausbau von Nationalparks im Wattenmeer setzt sich die Naturschutzorganisation daher beispielsweise dafür ein, die Artenvielfalt zu erhalten. „Mit der Aktion ‚Wandern für die Artenvielfalt‘ kann jede und jeder selbst aktiv werden, Spenden sammeln und so die Natur schützen.“

Die Mitmachaktion startet ab sofort und findet den gesamten Herbst statt. Interessierte können auf wwf.de/wandern eine Spendenwanderung anmelden und sie mit Freunden, Familie oder Bekannten teilen. Nach der Wanderung spenden die Teilnehmenden einen selbstgewählten Betrag für WWF-Projekte – zum Beispiel pro zurückgelegten Kilometer oder pro Teilnahme. Weitere Informationen zur Aktion finden Naturbegeisterte hier. Dazu gehören auch Tourentipps und Angebote fürs Wandern mit Kindern, für Schulen und Unternehmen.

Wer will, kann seine Wanderung auch mit seiner Community teilen und so auf die Aktion aufmerksam machen. Der WWF lädt alle Teilnehmenden dazu ein, Fotos und Videos von ihren Naturerlebnissen mit dem Hashtag #HerbstwunderWanderung auf Twitter, Facebook oder Instagram zu posten.

 

OV von WWF Deutschland




Rollstühle: Das müssen Patienten beim Umgang beachten

 

Rollstühle sind ein geeignetes Hilfsmittel, um im Alltag Mobilität und Lebensqualität zu gewährleisten. Die Gründe, warum Menschen auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können sehr vielfältig sein. Die Beweglichkeit kann nach einem Unfall, einer Krankheit oder mit zunehmenden Alter eingeschränkt sein. Oder aber eine körperliche Einschränkung bzw. Behinderung macht den dauerhaften Einsatz eines Rollstuhls erforderlich. Für Betroffene ist der Rollstuhl damit nicht nur eine Möglichkeit, mehr Beweglichkeit und Eigenständigkeit zu bewahren, sondern auch ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Hierbei spielt der richtige Umgang eine entscheidende Rolle.

Richtige Vorbereitung ist essentiell für Rollstuhlfahrer

Der Alltag mit Rollstuhl stellt Patienten vor völlig neue Herausforderungen im Vergleich zum Alltag als Fußgänger. So sind einige Straßen unter Umständen aufgrund von Hindernissen, wie zum Beispiel Treppen, nicht ohne weiteres zu befahren und es müssen Umwege in Kauf genommen werden. Umso wichtiger ist es, sich die Strecke vorab genau zu überlegen und in Erfahrung zu bringen, ob der Zielort barrierefrei zugänglich ist. Neben der Wegstrecke ist ebenfalls das Wetter einzukalkulieren. Ein Regen- oder Sonnenschutz ist sinnvoll, um bei wechselhaften Witterungsverhältnissen optimal vorbereitet zu sein. Auch angemessene Kleidung ist empfehlenswert. Gerade im Sommer stellt das manuelle Antreiben des Rollstuhls eine zusätzliche Belastung zur Wärme dar.

Rollstuhl regelmäßig warten und funktionstüchtig halten

Gerade am Anfang ist das Rollstuhlfahren eine enorme Umgewöhnung. Um die Mobilitätshilfe richtig anzutreiben, ist genügend Kraft und Ausdauer erforderlich und beim Umfahren von Hindernissen Geschicklichkeit und die richtige Technik. Wer noch unsicher im Umgang mit dem Rollstuhl ist, lässt sich zu Beginn am besten von einer Person begleiten, um Rampen oder Steigungen besser bewältigen zu können. Auch das Ein- und Aussteigen in und aus dem Rollstuhl muss geübt werden. Die richtige Transfertechnik kann ein Profi zeigen. Wichtig ist, dass die Feststellbremse immer angezogen ist, andernfalls kann der Rollstuhl kippen. Das gilt ebenfalls für das Verstauen von Gepäck: Alles ist sicher in Rucksäcken oder Taschen zu verwahren und sollte nicht zu schwer sein. Um Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten, ist darüber hinaus die regelmäßige Wartung des Rollstuhls erforderlich. Luft aufpumpen, Schrauben nachziehen, Kugellager schmieren oder Batterien aufladen sind für das einwandfreie Funktionieren unerlässlich. Nachts sorgen eine Taschenlampe oder reflektierende Elemente dafür, dass Rollstuhlfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden. Für einen sicheren Griff und optimalen Schutz der Hände sorgen spezielle Rollstuhlhandschuhe beim manuellen Antreiben.

Beim Umgang mit dem Rollstuhl auf Sicherheit achten

Generell gilt für Rollstuhlfahrer, dass sie Hindernisse wenn möglich vermeiden und umfahren sollten – trotz Umwegen. Gerade das Fahren auf unebenen Untergründen, wie Rasen, Sand, Kies oder Schneematsch im Winter ist ohne die richtige Technik kaum möglich. Auch Schlaglöcher oder Pfützen sind stets zu umfahren, da sie das Gleichgewicht des Rollstuhls stark beeinträchtigen und dieser im schlimmsten Fall kippen könnte. In Gegenden, wo sich diese Hürden schwer umfahren lassen, zum Beispiel auf dem Land, ist ein Rollstuhl mit Vierradantrieb empfehlenswert. In bergigem Gelände oder in Orten, wo es viele Wege mit Steigungen und Gefälle gibt, sorgt ein Elektrorollstuhl mit Hinterradantrieb für das sichere Vorankommen. Auch Kopfsteinpflaster kann eine Herausforderung darstellen und der Rollstuhl ist dann idealerweise mit einer ausreichenden Federung ausgestattet. Das Überwinden von Bordsteinen gelingt am besten mit einem Aktivrollstuhl, der sich gut auf zwei Rädern ausbalancieren lässt. Bei Luftbereifung ist es wichtig, dass der Luftdruck ausreichend ist, um beim Überfahren des Bordsteins die Felgen nicht zu beschädigen und ein Umkippen zu vermieden. Doch auch bei zu schnellem Fahren kann der Rollstuhl das Gleichgewicht verlieren. Hier ist ein umsichtiges Fahrverhalten empfehlenswert.

Der passende Rollstuhl für individuelle Anforderungen

Es gibt ein sehr breit gefächertes Angebot an unterschiedlichen Rollstühlen. Die TransCare Service GmbH als HomeCare-Unternehmen bietet für die jeweiligen Ansprüche verschiedene Lösungen und versorgt Patienten unter anderen mit Standardrollstühlen aus Stahl oder Aluminium, Adaptivrollstühlen, Multifunktionsrollstühlen, Elektrorollstühlen sowie Zubehör wie elektrischen Schiebe- und Antriebshilfen für manuelle Rollstühle. Die Wahl des passenden Rollstuhls ist abhängig von den individuellen Anforderungen. Standardrollstühle eignen sich in der Regel nur für den Übergang, während Multifunktionsstühle vielseitig einsetzbar und bestens als Pflegerollstuhl für Menschen mit Behinderungen geeignet sind. Für eine dauerhafte aktive Nutzung im Alltag sind Aktiv- bzw. Adaptivrollstühle ideal und gewährleisten ein hohes Maß an Beweglichkeit. Elektrorollstühle eignen sich für Menschen, die nur schwer in der Lage dazu sind, den Rollstuhl manuell anzutreiben. Alle manuellen Modelle lassen sich überdies bei Bedarf mit einer elektrischen Schiebe- oder Antriebshilfe nachrüsten.

 

OV von TransCare Service GmbH




Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis Fulda gefördert

 

Mit rund 2,9 Mio. Euro bezuschusst der Bund fünf Radwege-Projekte im Landkreis Fulda im Rahmen des Sonderprogrammes „Stadt und Land“. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Dienstag in Wiesbaden mit. Die Gesamtkosten der Projekte belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro.

Förderungen im Detail

Die Gemeinde Hilders erhält 960.000 Euro für den Bau eines Radweges zwischen des Ortsteilen Dietges und Rupsroth. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,2 Mio. Euro. Durch den 3,1 Kilometer langen Radweg entsteht eine direkte Anbindung des Brandbachtals und der Gemeinde Poppenhausen an den überregionalen Milseburg-Radweg. Der Radweg wird drei Meter breit ausgebaut, hinzu kommen beidseitige Bankette. 

Rund 820.000 Euro erhält die Gemeinde Nüsttal für den Bau eines Radweges zwischen Oberaschenbach und Haselstein. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 911.000 Euro. Der Radweg wird auf einer Länge von 3,3 Kilometer ausgebaut. 

Außerdem wird die Gemeinde Nüsttal mit 471.900 Euro beim Bau eines Radweges zwischen Morles und Mittelaschenbach unterstützt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 525.000 Euro. Der rund 1,9 Kilometer lange Weg ist Teil des Radverkehrsentwicklungsplans des Landkreises Fulda. Der drei Meter breite Radweg erhält beidseitig jeweils 0,5 Meter breite Bankette. 

Für den Bau eines interkommunalen Radweges zwischen Brand und Reulbach erhalten die Gemeinden Hilders und Ehrenberg 400.000 Euro. Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf 500.000 Euro. Der 1,2 Kilometer lange Radweg verläuft entlang der Kreisstraße K 38 und soll eine sichere und attraktive Fuß- und Radverkehrsverbindung zwischen den beiden Ortsteilen schaffen.

Die Gemeinden Künzell und Dipperz erhalten 268.000 Euro für den Bau eines Radweges zwischen Künzell-Wissels und Dipperz-Friesenhausen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 335.000 Euro. Der 1,2 Kilometer lange Radweg ist Teil des Radverkehrskonzeptes des Landkreises Fulda. 

Alle fünf Radverbindungen werden drei Meter breit ausgebaut. Damit ist eine gemeinsame Nutzung mit der Landwirtschaft möglich.

Die Maßnahmen tragen mit dazu bei, das Radverkehrskonzept des Landkreises Fulda umzusetzen. Es wurde von Januar 2019 bis März 2020 unter Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt. Das Land Hessen hat die Erarbeitung dieser Grundlage für die weiteren Maßnahmen durch den Landkreis mit 34.300 Euro finanziell gefördert.