Auf Bewährung

image_pdfimage_print

 

Die UNESCO hat Australien eine weitere Bewährungsfrist eingeräumt und das Great Barrier Reef nicht sofort, wie zuvor angedeutet, auf die Liste der gefährdeten Weltnaturerbe gesetzt. Stattdessen wurde die Entscheidung bis 2022 aufgeschoben. Das größte Korallenriff der Erde leidet unter der globalen Klimaerhitzung und schlechter Wasserqualität, außerdem droht die Industrialisierung des Gebietes durch den Ausbau von Kohlehäfen. In den letzten 20 Jahren zerstörten vier massive Korallenbleichen bereits große Teile des Riffs.

„Die Entscheidung der UNESCO unterstreicht, dass die Klimakrise die größte Bedrohung für das Riff darstellt. Sie ist eine scharfe Verwarnung an die australische Regierung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um wirkungsvolle Maßnahmen für den Klima- und Umweltschutz umzusetzen”, so Philipp Kanstinger, Meeresschutzexperte beim WWF Deutschland. „Nicht nur Australien steht hier in der Pflicht. Der gemeinsame und globale Klimaschutz ist der wichtigste Hebel für das Überleben der Korallenriffe.“

Das Great Barrier Reef ist ein Präzedenzfall für den schlechten Zustand der Korallenriffe auf der ganzen Welt. “Mehr als die Hälfte der tropischen Korallenriffe ist bereits abgestorben und weitere 70-90 Prozent werden in den nächsten zwei Jahrzenten folgen, wenn wir nicht dagegenhalten. Der Verlust dieser Ökosysteme hat verheerende Auswirkungen auf die Artenvielfalt, die Fischerei und die lokale Bevölkerung“, warnt Philipp Kanstinger. Korallenriffe zählen zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde, wirken als natürlicher Küstenschutz und sind die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen, die von der Fischerei und vom Tourismus leben. Steigende CO2-Werte in der Atmosphäre und der damit verbundene Temperaturanstieg erwärmt die Ozeane. Durch Hitzewellen verschwinden die farbigen Algen, die auf den Korallen leben und sie mit Nahrung versorgen. Die Korallen „bleichen“ aus und sterben ab.

Laut dem Weltklimarat IPCC ist selbst bei einer Erwärmung von nur 1,5°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit mit einem Absterben von 70 bis 90 Prozent der tropischen Korallenriffe zu rechnen, bei einer Erwärmung von 2°C sogar mit einem Absterben von 99 Prozent. Zusätzlich belasten die Überdüngung und Überfischung der Meere die Korallen.

Auch Deutschland muss seinen Beitrag zur Begrenzung der Erderhitzung auf möglichst 1,5 Grad leisten. Der WWF fordert eine massive Tempoerhöhung beim Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

 

OV von WWF Deutschland

Posts Grid

Sicher durch den Herbst

  Wenn die Tage im Herbst kürzer werden, können Nebel, tiefstehende Sonne oder querendes Wild…

MT gegen den Aufsteiger unter Zugzwang

  Für die MT Melsungen steht in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga das dritte Heimspiel in…

Diabetes – „Es ist eine Krankheit, mit der man alles machen kann“

  Sandra Starke ist eine Kämpfernatur. Als bei der Stürmerin vom VFL Wolfsburg vor drei…

Weitere Delphintötungen auf den Färöer-Inseln

  11 Tage nach Massentötung von Delphinen weitere 52 Grindwale getötet. Nur zehn Tage nach…

EC Kassel Huskies – 2:3-Niederlage im abschließenden Testspiel

  Im abschließenden Testspiel zur Vorbereitung auf die DEL2-Saison 2021/22 unterlagen die Kassel Huskies beim…

Wollen wir RRG?

      Manchmal hat man nur die Wahl zwischen Cholera und der Pest. So…

Moossalbe Test & Erfahrungen Wundermittel oder Betrug…?

Die Moossalbe hat den deutschen Beautymarkt im Sturm erobert. Ihre Wirkstoffe sollen den Hautalterung verlangsamen…

Finanzwirtschaft 1, Politik 0

  Am Rande der UN-Vollversammlung in New York tauschten sich zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie…

Änderung der Pflegeunterstützungsverordnung beschlossen

  Hessen ändert die Pflegeunterstützungsverordnung und vereinfacht die Anerkennung niedrigschwelliger Betreuungsangebote. Zudem wird die Möglichkeit…

Darf man Fisch noch essen?

  Insa-Consulere und die Umweltorganisationen ASC und MSC haben Wissenschaftlerinnen und Konsumentinnen nach der Überfischung…

Freie Fahrt für Radfahrende

  Mit einer kleinen Radtour gaben Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, Heiko Durth, Präsident…

Die H2-Farbpalette: Grüner Wasserstoff als Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende

  Er ist das kleinste und leichteste chemische Element, aber einer der größten Hoffnungsträger auf…

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung

%d Bloggern gefällt das: