Arbeitgeberverbände stellen Umfrage zu Homeoffice, Testen und Impfen vor

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Kümpel: „Arbeitgeber konnten wesentlich zur Eindämmung der Pandemie beitragen. Appell an die Beschäftigten: Jede Impfung zählt.

Kassel. „Die Belastungen für die Betriebe waren in den zurückliegenden 16 Monaten extrem hoch. Nicht nur, dass Homeoffice für viele Betriebe eine neue Herausforderung war und sie für eine lange Zeit auf den persönlichen Kontakt zu ihren Beschäftigten verzichten mussten. Auch die Neuorganisation der Arbeit musste in Betrieben, die auf eine Präsenz der Beschäftigten angewiesen waren, von heute auf morgen auf die Beine gestellt werden. Dies war eine großartige Leistung und ich bin der festen Überzeugung, dass die Arbeitgeber durch ihr besonnenes und professionelles Vorgehen viel zur Eindämmung der Pandemie beigetragen haben“, betont Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), die Leistungen der Unternehmen.

Er stützt sich dabei auf die Ergebnisse einer eigenen Umfrage zu den Themen Homeoffice, Testen und Impfen. Seit dem 1. Juli ist die Pflicht zum Homeoffice aufgehoben. Im Erhebungszeitraum vom 5. bis 23. Juli wurden daher 339 Geschäftsführungen von Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Nordhessen und des Unternehmerverbandes Nordhessen gebeten, sich an der Umfrage zu beteiligen. Geantwortet haben 88 Unternehmen mit zusammen 17.367 Beschäftigten. Die Umfrage ist daher nur bedingt repräsentativ und bildet Tendenzen und Einstellungen ab.

Home oder Office? Wird hybrid das neue normal?

Während der Zeit der Umfrage betrug der Anteil der Beschäftigten im Mobilen Arbeiten 32%. Jeder dritte Beschäftigte hat also von zu Hause aus gearbeitet, und zwar im Durchschnitt drei Tage pro Woche. Die zum überwiegenden Teil guten Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten haben bei vielen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Umdenken beigetragen. Auf die Frage, ob mobiles Arbeiten ein zünftiges Arbeitsplatzmodell im Unternehmen sein wird, antworteten 65 der 88 Unternehmen mit Ja, für 22 Unternehmen kommt mobiles Arbeiten gar nicht infrage. Ein Unternehmen wollte sich nicht festlegen.

Auf die Frage, wie viele Tage pro Mitarbeiter im Monat mobiles Arbeiten ggfs. möglich seien, antworteten die Unternehmen wie folgt:

  • Kein mobiles Arbeiten planen 20%
  • 1 -5 Tage pro Monat können sich 44% der Befragten vorstellen,
  • 6-10 Tage pro Monat sagen 21%,
  • 11-15 Tage streben 9% an,
  • mehr als 16 Tage pro Monat sagen 6%
  • 1 Unternehmen hat keine Aussage getroffen.

 

Der überwiegende Teil der befragten Unternehmen (65%) kann sich also mobiles Arbeiten zwischen ein und zehn Tagen im Monat vorstellen.

Kümpel sieht das als eindeutiges Zeichen, dass die Rücknahme der Verpflichtung, den Beschäftigten mobiles Arbeiten anbieten zu müssen, überfällig war. „Die Entscheidung, wer von den Beschäftigten wie viele Tage in der Woche oder im Monat mobil arbeiten kann, muss den Betrieben überlassen bleiben. Es muss das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit gelten: Homeoffice muss für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber gleichermaßen die passende Option sein. Auf keinen Fall darf es einen Individualanspruch des Arbeitnehmers auf Homeoffice oder Mobile Arbeit geben“, so der Verbandschef.

Dies sei auch schon aus Gründen der Gleichbehandlung unbedingt notwendig. Denn bei der Frage, in welchen Unternehmensbereichen mobiles Arbeiten realisierbar ist, erhielten die Bereiche Produktion, Lager und Logistik erwartungsgemäß null Punkte. Eine einseitige Bevorzugung zum Beispiel der Bereiche Buchhaltung, Personal, IT, Marketing oder Engineering gehe zulasten des Betriebsfriedens. Das Arbeitsmodell Teamarbeit könne man auf Dauer nicht durch Videokonferenzen ersetzen.

 

Maßnahmen der Arbeitgeber auch ohne gesetzlichen Zwang erfolgreich

Kümpel lobte auch das umsichtige und professionelle Vorgehen vieler Unternehmen, die zu Beginn der Pandemie umgehend Krisenstäbe gebildet, Hygienekonzepte erstellt und Aufklärungsarbeit bei den Beschäftigten geleistet hätten. Als Beispiel nannte er die räumliche Trennung der Mitarbeiter, Beschränkungen des Zugangs von Kunden in der Werkstatt und Verzicht auf Lieferantenbesuche, Reduzierung der Reisetätigkeit, Umstellung auf Videokonferenzen und mehr. In besonderem Fokus der Maßnahmen standen flexible Arbeitszeitmodelle, insbesondere für Eltern und Alleinerziehende, Entzerrung der Schichtsysteme in der Produktion oder der Einsatz von Luftfiltern.

Sehr ernst genommen wurde auch die Fürsorgepflicht der Unternehmen, dies ergab die Umfrage. Pro Woche wurden in den 88 Unternehmen durchschnittlich fast 600 Testungen durchgeführt. Seit Beginn der Schutzmaßnahmen hätten die befragten Unternehmen insgesamt 227.000 Tests durchgeführt. Sogar im Homeoffice wurde 27.400 Mal getestet.

 

Fragerecht wäre der richtige Weg. Jede Impfung zählt.

Kümpel: „Das Impfen durch die Betriebsärzte wurde leider zu spät ermöglicht, weil der notwendige Impfstoff nicht in ausreichender Menge vorhanden war und die gesetzlichen Regelungen fehlten. Wir haben immer unterstrichen, dass durch die vielen Maßnahmen der Arbeitgeber der Arbeitsplatz der sicherste Platz überhaupt ist und bedauern daher, dass das Fragerecht der Arbeitgeber über eine Corona-Impfung untersagt wurde. So können wir die Beschäftigten schlechter schützen. Wir unterstützen deswegen das Bündnis „Zukunft der Industrie“ und appellieren gemeinsam mit unseren Bündnispartnern an die Beschäftigten in der Industrie: ‚Nehmen Sie Impfangebote an! Jede Impfung zählt!‘ Nur mit einer hohen Impfrate können wir die Rückkehr zur Normalität in den Betrieben und der Gesellschaft beschleunigen. Die Arbeitgeber stehen zu ihrer Verantwortung.“

Anhang:

Ergebnisse der Umfrage „Maßnahmen der Arbeitgeber in Zeiten der Covid-19 Pandemie“

Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände


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