Alternative zum Pflegeheim? – 24-Stunden-Pflege in der Region beliebt

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Alternative zum Pflegeheim? – 24-Stunden-Pflege in der Region beliebt

Auch in Hessen nimmt die Zahl der betagten Einwohner kontinuierlich zu. Entsprechend steigt der Bedarf an Arbeitskräften im Pflegebereich. Besonders die stationäre Pflege leidet bereits heute unter eklatanten Personalengpässen. Viele Heime sind daher nicht erst seit der Pandemie an Ihren Kapazitätsgrenzen. Für Angehörige, deren Familienmitglied auf Pflege angewiesen ist, stellt daher die Versorgung im Heim keine adäquate Lösung für die Betreuung dar.

In den vergangenen Jahren hat sich daher die häusliche 24-Stunden-Pflege als Alternative etabliert. Doch nicht alle Pflegesituationen lassen sich damit abbilden und auch rechtlich sind einige Punkte zu beachten.

Häusliche Betreuung wird stationärer Pflege vorgezogen

Die große Mehrheit der Menschen wünscht sich laut verschiedener Umfragen, im Alter oder bei Krankheit Zuhause gepflegt zu werden. Dieser Wunsch deckt sich auch mit dem Grundsatz „ambulant vor stationär“, der auch im Sozialgesetzbuch verankert ist.

Die Gründe für die Bevorzugung der ambulanten Pflege sind nachvollziehbar: Das vertraute Umfeld bleibt erhalten, der Tagesablauf bleibt individuell gestaltbar und es herrscht ein größeres Maß an Privatsphäre.

Ambulante Pflegedienste vielerorts überlastet

Eine Rund-um-Pflege können die meisten ambulanten Pflegedienste allerdings nicht anbieten. Auch hier zeigt sich die Personalknappheit immer deutlicher und viele Pflegedienste müssen inzwischen sogar Patienten ablehnen.

In der Regel beschränken sich die Besuche daher auf die notwendigsten Tätigkeiten. Intensive Betreuung oder größere Unterstützung bei der Hausarbeit lassen sich meist nicht abbilden. Wird dann umfangreichere Betreuung benötigt, bleibt nur die Übernahme durch Angehörige oder der Umzug ins Pflegeheim.

Betreuung in häuslicher Gemeinschafft entlastet ambulante Dienste

Neben dem Umzug ins Pflegeheim und der Übernahme der Pflege durch die Familie, hat sich eine dritte Möglichkeit der häuslichen Pflege in den vergangenen Jahren etabliert: die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft.

Dieses Modell, welches auch als 24-Stunden-Pflege bekannt ist, schließt die Lücke zwischen Pflegeheim und ambulanten Pflegediensten. Eine Betreuungskraft, in der Regel aus Osteuropa, lebt dabei mit der betreuungsbedürftigen Person vorübergehend in einem Haushalt und kümmert sich umfassend um deren Belange. Dabei werden in erster Linie Grundpflege und Hauswirtschaft übernommen. Aber auch die Begleitung im Alltag ist einer der zentralen Aspekte bei dieser Betreuungsform.

Der ambulante Pflegedienst hat dann lediglich die Aufgabe, medizinische Leistungen zu erbringen, die der 24-Stunden-Pflegekraft aus rechtlichen Gründen nicht gestattet sind.

24-Stunden-Pflege häufig Alternative zum Heim

Eine 24-Stunden-Pflege ermöglicht vielen Senioren den Verbleib in den eigenen vier Wänden. Häufig dient diese Pflegeform sogar als Alternative zum Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim. Dennoch sollten interessierte Familien die Grenzen des Modells kennen.

Bei einer 24-Stunden-Pflege handelt es sich nicht um medizinisch ausgebildetes Personal. Entsprechend bleiben Tätigkeiten wie die Gabe von Spritzen oder die Wundversorgung Aufgabe der ambulanten Pflegedienste.

Dafür steht den Betreuungskräften wesentlich mehr Zeit zur Verfügung, um Haushalt, Einkäufe und Besorgungen zu erledigen oder sich Zeit für ein Gespräch mit der zu betreuenden Person zu nehmen.

Deutsches Arbeitsrecht gilt auch für 24-Stunden-Pflege

Auch wenn der Name 24-Stunden-Pflege auf den ersten Blick eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung impliziert, ist das in der Realität nicht möglich. Für Betreuungskräfte in häuslicher Gemeinschaft gelten die gleichen arbeitsrechtlichen Vorgaben, wie sie auch für andere Arbeitnehmer gelten. Das bedeutet, dass die tägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden begrenzt ist und es ausreichende Pausen- und Ruhezeiten geben muss.

„Ausreichende Ruhezeiten und ein faires Miteinander sind bei der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft unerlässlich. Nur so lässt sich auch langfristig eine gute Pflegequalität herstellen.“, weiß auch Julius Kohlhoff von der 24-Stunden-Pflegevermittlung „Pflegehilfe für Senioren“.

Doch in der Branche gibt es auch schwarze Schafe: von den rund 700.000 Betreuungskräften in Deutschland sind laut Schätzungen des VHBP rund 90% ohne gültigen Arbeitsvertrag direkt bei den betreuten Familien beschäftigt. Ein großes Risiko für Pflegebedürftige und Pflegende, die sich gegen den Weg über eine Agentur entscheiden.

Verlässliche Pflege in Nordhessen finden

Wer auf der Suche nach einer häuslichen 24-Stunden-Pflege ist, sollte unbedingt darauf achten, sich an einen seriösen Vermittler zu wenden. Gute Vermittlungsagenturen lassen sich in der Regel durch Zertifizierungen und positive Erfahrungsberichte erkennen. Aber auch auf Nachfragen bspw. Zur Vergütung der Betreuungskräfte sollte der Anbieter souverän antworten können.

Ein guter Anhaltspunkt kann außerdem der eigene Bekanntenkreis sein. Häufig hat dort bereits jemand Erfahrung mit dieser Form der Pflege und kann Tipps oder gute Adressen nennen.


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