Alexander Petersson im MT-Podcast über Trikotnummern, die zum Alter passen, Auszeichnungen außerhalb des Spielfeldes und was er nach seiner Profikarriere ganz sicher nicht machen will

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Alexander Petersson ist im Profihandball ein echter “Long Distance Runner”. Und damit sind nicht seine Laufkilometer pro Spiel gemeint, sondern vor allem die beeindruckende Anzahl von Dienstjahren in der höchsten Spielklasse. Als 18-Jähriger zog es den gebürtigen Letten des Handballs wegen nach Island, wo er die dortige Staatsbürgerschaft annahm. Inzwischen 41, ist er wiederum im 18. Jahr in der Handball-Bundesliga aktiv. Welch eine Karriere! In der am Freitag erschienen Ausgabe von “Fulle Power – der Handball-Podcast der MT Melsungen” verrät der Rückraumspieler Moderator Patrick Schuhmacher unter anderem, was er am Handballsport am meisten schätzt, wie sein Titel “Sexiest Man” zustande kam und ob es noch Trikotnummern oberhalb der Zahl 41 geben wird.

Seit er als 23-Jähriger in Düsseldorf, damals noch Zweitligist, zum ersten Mal als Profi in Deutschland auflief, trägt Alexander Petersson stets sein jeweiliges Alter als Trikotnummer. Zwei Jahre später in Großwallstadt trug er die 25, in Flensburg die 27, in Berlin die 30, bei den Rhein-Neckar Löwen die 32, wiederum in Flensburg die 40 und jetzt in Melsungen die 41. Bei der Frage, ob es noch ein Bundesligatrikot mit der 42, der 43 oder gar mehr geben wird, bleibt der sympathische Linkshänder gewohnt zurückhaltend: “Ich denke, meine Karriere in der Bundesliga neigt sich jetzt wohl eher dem Ende entgegen. Und wenn, dann werde ich aber sicher irgendwie dem Handballsport verbunden bleiben.
Dabei weiß der Routinier zwar noch nicht, in welcher Form, schließt aber schon jetzt eine bestimmte Funktion ganz sicher aus: “Der schlimmste Job ist der des Schiedsrichter. Ich habe großen Respekt davor, aber das möchte ich nie machen”, erklärt er lachend.  

“Respekt” ist übrigens der Begriff, den Alexander Petersson im Zusammenhang mit Handball am häufigsten nennt: “Das schätze ich in unserer Sportart sehr. Die Achtung vor dem jeweiligen Gegner, der Umgang miteinander, auch wenn während des Spiels stets hart gekämpft wird. Diese Art von Respekt war vor 15 Jahren noch nicht so ausgeprägt”. Was er hingegen im Sport überhaupt nicht mag, ist Schummelei. „Wenn etwa ein Spieler meint, er sei gut und strengt sich im Training nicht richtig an, sondern tut nur so als ob. Vor solchen Leuten verliere ich schnell den Respekt. Ich habe darüber hinaus die Erfahrung gemacht, dass außer Respekt auch Ehrlichkeit ein weiterer, sehr wichtiger Faktor im Sport ist“.

Spricht man mit Alexander Petersson, kommt es im Verlauf des Gesprächs unweigerlich zum Thema “Sexiest Man”. Dann klärt er auf: “Das war 2007 im Zuge der Weltmeisterschaft in Deutschland. Damals hatte ich viele Spielanteile und so haben mich in meiner Heimat viele Leute im Fernsehen gesehen. Anschließend hat ein Radiosender eine Umfrage gemacht, wen sie besonders sexy finden. Da haben die meisten Hörerinnen und Hörer für mich gestimmt. Das war also nicht als “Sexiest Man of Island” gemeint, sondern bezog sich nur auf den Kader unserer isländischen Nationalmannschaft”.  Kurios: Bei einer weiteren Abstimmung unter den über 30-Jährigen Hörerinnen und Hörern machte Alexander Petersson erneut das Rennen. Und weil aller guten Dinge drei sind, griff wenig später eine Zeitung das Thema noch mal auf – natürlich mit dem gleichen Ergebnis. Der dreifach Gekürte kommentiert das lakonisch: “Das ist ja ganz nett, aber sportliche Erfolge, wie zum Beispiel eine Meisterscjaft oder ein Olympiamedaille, zählen für mich natürlich bedeutend mehr”. Und fügt grinsend hinzu: “Ich bin schließlich kein Model”.

Ein Grund für diese eher ungewöhnlichen Auszeichnungen abseits des Spielfeldes ist die Tatsache, dass Alexander Petersson viel dafür tut, um seinen Körper in Schuss zu halten: “Als junger Sportler machst Du Dir darüber noch nicht viele Gedanken. Alles, was du isst und trinkst, wird durch Training und Wettkampf wieder verarbeitet. As ich mit Anfang 30 erstmals eine schwerere Verletzung hatte, wurde mir bewusst, dass ich mich ab jetzt bewusster verhalten und ernähren muss, um wieder fit zu werden und auch zu bleiben. Gesundes Essen und ausreichend Schlaf gehören unbedingt dazu”.

Sehr bewusst nimmt Alexander Petersson auch den neuen MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo wahr. Der hat den Spielern schon in den ersten, sehr umfangreichen Trainingseinheiten zu verstehen gegeben, was er von ihnen erwartet. “Die spanische Handballschule ist bekannt dafür, sehr viel Wert auf Details zu legen. Roberto zeigt uns, wenn nötig, ganz genau, wo wir stehen müssen, in welche Richtung wir schauen müssen und wann und wohin wir laufen müssen. Die Trainingseinheiten können inklusive Videoanalyse schon mal dreieinhalb Stunde dauern”, verrät Petersson. Dabei weiß er als erfahrenster Spieler nur zu gut, dass dies notwendig ist, um ein Team wirklich weiterzubringen.

Bei der MT Melsungen, die ihn für die Dauer einer Saison verpflichtet hat, will Alexander Petersson das Maximale erreichen: “Ich denke jetzt nicht daran, dass dies vielleicht mein letztes Profijahr sein wird. Ich will vielmehr alles aus mir herausholen und zu einem bestmöglichen Ergebnis der MTbeitragen”.  

Den Podcast mit Alexander Petersson hören Sie auf dem MT YouTube-Kanal.

 


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