Achtung, Zeckenzeit! PETA-Expertin gibt Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Zeckenstichen beim Hund

 

 

Stuttgart, 27. Juli 2017 – Vierbeiner richtig schützen: Der lang ersehnte Sommer ist da, Mensch und Hund genießen die gemeinsame Zeit im Freien. Doch besonders in der warmen Zeit des Jahres, sind auch Zecken aktiv – und das kann gefährlich werden. Hauptsaison für die Spinnentiere ist von März bis Oktober. Tierärztin Dörte Röhl, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA, erklärt Hundehaltern, welche Krankheiten von Zecken übertragen werden können, warum eine Zeckenprophylaxe so wichtig ist und was bei einem Befall zu tun ist.

 

„Hunde sollten nach jedem Spaziergang auf Zecken untersucht werden, denn nur wenn die Parasiten schnell entfernt werden, kann die Übertragung von mitunter lebensgefährlichen Krankheitserregern verhindert werden“, so Dörte Röhl. „Wer sich die Entfernung nicht selbst zutraut, sollte unbedingt einen Tierarzt aufsuchen und nicht unnötig Zeit verlieren. Außerdem empfiehlt sich in der Zeckensaison eine regelmäßige Prophylaxe, die den Hund vor einem Befall schützen kann.“

 

Zecken sind Parasiten, die eine Entwicklung vom Ei über ein Larven- und Nymphenstadium zur erwachsenen Zecke durchlaufen. Jedes dieser Zwischenstadien benötigt zur Weiterentwicklung eine Blutmahlzeit. Wenn die Tiere zustechen, können während des Saugens gefährliche Krankheitserreger auf den Hund übertragen werden – einige davon können zum Tod führen.

 

Krankheiten, die bei einem Zeckenstich übertragen werden können:

 

  • Borreliose: Die bakterielle Infektion mit sogenannten Borrelien verläuft vor allem chronisch und ist mitunter schwer zu diagnostizieren. Gelenkbeschwerden, Schmerzen in Muskulatur, Sehnen und Knochen sowie Lähmungen können auf eine Erkrankung hindeuten.
  • Babesiose: Die auch Hundemalaria genannte Infektionskrankheit wird durch Einzeller (Babesien) hervorgerufen. Sie zerstört die roten Blutkörperchen (Anämie) und kann Vierbeiner das Leben kosten.
  • Anaplasmose: Unbehandelt geht diese bakterielle Infektion mit Anaplasmen tödlich aus. Besonders heikel ist, dass die Erkrankung nur mit sehr unspezifischen Symptomen wie hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall und Apathie einhergeht, die nicht sofort auf die Ursache hinweisen.
  • Ehrlichiose: Infiziert sich ein Hund mit Ehrlichien, kann das ebenfalls lebensgefährlich für ihn sein, wenn er nicht ärztlich behandelt wird. Erkrankte Tiere leiden oft unter unspezifischen Symptomen wie Fieber und Erbrechen.
  • FSME: Die häufig tödliche Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch Viren übertragen. Meistens treten neurologische Symptome wie Apathie, Gangstörungen, Krampfanfälle sowie hohes Fieber auf.

 

Sonderfall Zeckenparalyse:

 

Das Speichelsekret vieler Zecken enthält Nervengifte, die abhängig von der Zeckenart und des Immunsystems des Hundes zu Lähmungen führen können.

 

Prophylaxe und Behandlung:

 

In Regionen mit einem hohen Zeckenaufkommen müssen Hunde durch geeignete Präparate geschützt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: von „Spot-on“-Präparaten über Sprays bis hin zu diversen vorbeugenden Ölen. Eine individuelle Beratung dazu erfolgt idealerweise beim Tierarzt.

 

Sofern sich doch eine Zecke festgebissen hat, empfiehlt sich eine im Handel erhältliche spezielle Zeckenzange zur Entfernung, mit der die Parasiten herausgedreht werden. Die richtige Technik können sich Hundehalter in der Tierarztpraxis ihres Vertrauens zeigen lassen. In welche Richtung gedreht wird, spielt bei der Entfernung keine Rolle. Wichtig ist aber, dass der Zeckenkörper nicht gequetscht wird, um die Speicheldrüsen mit den Erregern nicht zu entleeren. Außerdem sollte die Zecke vollständig – also mitsamt dem Kopf – herausgelöst werden.

 

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