EU-Einsatz „Irini“: Einsatzgruppenversorger „Berlin“ verlegt ins Mittelmeer

Einsatzgruppenversorger Berlin bereitet ein RAS-Manöver vor im Rahmen der Übung Northern Coasts in finnischen Gewässern, am 22.10.2018.

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Einsatzgruppenversorger Berlin bereitet ein RAS-Manöver vor im Rahmen der Übung Northern Coasts in finnischen Gewässern, am 22.10.2018.

(ots)Am Freitag, den 05. März 2021 um 16 Uhr, wird der Einsatzgruppenversorger (EGV) „Berlin“ unter dem Kommando von Fregattenkapitän Stefan Klatt (52) den Marinestützpunkt Wilhelmshaven verlassen, um sich auf den Weg ins Mittelmeer zu machen. Dort werden Schiff und Besatzung das nächste Kontingent für die Operation „Irini“ übernehmen.

„Einmal mehr freue ich mich darauf, mit dieser Besatzung in den Einsatz zu gehen. Was die Männer und Frauen der ‚Berlin‘ in den letzten Wochen unter Pandemiebedingungen geleistet haben, um das Schiff und die Menschen optimal auf den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten, verdient meine Hochachtung. Das Schiff ist einsatzklar, alle sind gesund und guter Dinge“, sagt Fregattenkapitän Klatt, mit Blick auf die bevorstehende Aufgabe. Hauptauftrag des EGV wird es sein, die Umsetzung des vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhängten Waffenembargos gegen Libyen durchzusetzen. Auch das Überwachen und Sammeln von Informationen über die illegale Ausfuhr von Erdöl und Kraftstoff aus Libyen und damit auch die Unterstützung der libyschen Küstenwache und Marine sicherzustellen, gehört zu den Aufgaben.

Erstmals werden bei diesem Einsatz zwei Hubschrauber vom Typ „Sea Lynx“ auf einem EGV eingeschifft. Neben logistischen Aufgaben zum Transport von Personal und Material erhöhen die Hubschrauber im Einsatz „Irini“ als fliegendes Auge die Reichweite des EGV und verbringen Boarding-Teams auf zu kontrollierende Schiffe. Sie übernehmen damit wichtige Aufgaben zur Durchsetzung des Auftrages. Insgesamt werden mit den Hubschraubern 18 Soldatinnen und Soldaten aus dem Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz an Bord eingeschifft, um neben dem reinen Flugbetrieb auch die Wartung und Instandhaltung zu gewährleisten.

„Die Herausforderung ist der Auftrag. Dazu sind wir nach meinem Dafürhalten gut aufgestellt. Wir haben das richtige Personal und auch die Ausrüstung, um genau diesen Auftrag gut zu erfüllen. Die zweite Herausforderung ist, wie schon im Jahr zuvor, die Gesundheit der Besatzung zu gewährleisten. Und damit meine ich gerade den Schutz vor COVID-19“, so der Fregattenkapitän. Kurz vor dem Einsatz wurden über 90 Prozent der Besatzung geimpft. Die Impfung war freiwillig. Ein Landgang wird aber auch diesmal nicht möglich sein.

Für den Kommandanten der „Berlin“ ist aber eins klar: „In erster Linie sind es nicht irgendwelche speziellen Maßnahmen der Betreuung, die den Einsatz leichter machen. An erster Stelle steht ein guter und respektvoller Umgang miteinander und gleich danach kommt meines Erachtens der Erfolg als Kriegsschiff der Deutschen Marine im Einsatz. Diese beiden Dinge zusammen lassen einen vieles aushalten; wertgeschätzt werden und erfolgreich sein. Schon im letzten Jahr haben wir eine gute Balance zwischen Routinedienst, Einsatzaufgaben, Übungen und Freizeit gefunden.

Hintergrundinformationen

Nachdem die Außenminister der Europäischen Union am 17. Februar 2020 vereinbart hatten, das VN-Waffenembargo gegen Libyen zu überwachen, wurde einen Monat später durch den EU-Rat die Operation „Irini“ beschlossen.

Die Europäische Union verstärkt ihre Bemühungen zur Durchsetzung des Waffenembargos der Vereinten Nationen gegen Libyen und trägt damit durch die Einleitung einer neuen Militäroperation der Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) im Mittelmeerraum zum Friedensprozess im Land bei. „Irini“ (neugriechisch für „die Friedfertige“) hat als Kernauftrag die Umsetzung des VN-Waffenembargos durch Luftfahrzeuge, Satelliten und Schiffe. Das beinhaltet das Entdecken, Anhalten und Durchsuchen des Waffenschmuggels nach Libyen, verdächtigter Schiffe im Einsatzgebiet (VN-Sicherheitsrats-Resolution 2292 [2016]).

Weitere Aufgaben der Mission sind das Überwachen und Sammeln von Informationen über illegale Exporte von Erdöl, Rohöl und raffinierten Erdölprodukten aus Libyen. Die European Union Naval Forces Mediterranean (EUNAVFOR MED) unterstützt beim Aufbau von Kapazitäten der libyschen Küstenwache/Marine und der Ausbildung von Strafverfolgungsaufgaben auf See. Weiterhin leistet die Operation „Irini“ einen Beitrag zur Störung des Geschäftsmodells des Menschenschmuggels und Menschenhandels durch das Sammeln von Informationen und deren Weitergabe an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten.

Das Einsatzgebiet von „Irini“ erstreckt sich auf die Hohe See außerhalb der Küstenmeere Libyens und Tunesiens, südlich Siziliens, innerhalb der Region des mittleren und südlichen Mittelmeers. Hinzu kommen der Luftraum über diesen Gebieten sowie angrenzende Seegebiete, die zur Umleitung und Übergabe von Schiffen in einen europäischen Hafen benutzt werden. Davon ausgenommen sind Malta und das umschließende Seegebiet innerhalb von 15 Seemeilen. Das Operationsgebiet entspricht ungefähr der Größe der Bundesrepublik Deutschland.

Informationszentrum Marine


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