Was zählt, ist Zählbares

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Vor zwei Jahren hat Bundesministerin Julia Klöckner die „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ vorgestellt. Doch die Bundesregierung kann nicht sagen, ob seitdem die Lebensmittelverschwendung in Deutschland gesunken ist und welchen konkreten Beitrag die Vermeidung unnötiger Nahrungsmittelverluste zum Klimaschutz leistet. „Es fehlt eine systematische, regelmäßige und vergleichbare Erfassung, auf deren Basis aufgezeigt werden kann, wie viel Lebensmittelabfälle in der Produktion, der Verarbeitung, bei Groß- und Einzelhandel, in der Außer-Haus-Verpflegung und in den privaten Haushalten pro Jahr vermieden wurden und wie viele Treibhausgasemissionen hierdurch eingespart wurden. Aber was zählt, ist Zählbares“, sagt Tanja Dräger de Teran, Referentin für Nachhaltige Ernährung beim WWF Deutschland.

Immer noch, so kritisiert der WWF, mangelt es an einer ausreichenden Datengrundlage dazu, wie viel Lebensmittel in den Feldern Produktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel und Außer-Haus-Verpflegung deutschlandweit verschwendet werden oder verloren gehen. Immer noch ist unklar, wie viel diese Bereiche konkret von den unnötigen Lebensmittelverlusten einsparen wollen.

Die Strategie des BMEL basiert vor allem auf dem Prinzip der freiwilligen Mitarbeit der Wirtschaft im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. „Wir werden jede Branchenvereinbarung daran messen, ob sie konkrete Reduktionsziele und Maßnahmen sowie eine nachvollziehbare Berichterstattung umfasst“, so Tanja Dräger de Teran. Im Rahmen des Projektes „Zu gut für die Tonne! – Dialog zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der AußerHausVerpflegung“ wurde eine Empfehlung für eine wirksame Umsetzung der freiwilligen Vereinbarungen erarbeitet. Kern ist eine Kompetenzstelle, die einerseits die beteiligten Unternehmen berät und unterstützt und andererseits für die regelmäßige Berichterstattung zuständig ist.

Dass sich mit klaren Zielen, umfassender Beratung und regelmäßiger Berichterstattung Erfolge im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung erzielen lassen, zeigt Großbritannien: Über freiwillige Vereinbarungen reduzierten Einzelhandel und Produktion beispielsweise die Lebensmittelabfälle zusammen um 7,6 % zwischen 2015 und 2018. Mittlerweile steht eine breite Mehrheit an Unternehmen hinter der freiwilligen Selbstverpflichtung, dem sogenannten Courtauld Commitment 2025. Sie berichten jährlich an das Waste and Resources Action Programme (WRAP) und über 40 Unternehmen veröffentlichen ihr Aufkommen an Lebensmittelabfällen.

Gemäß der europäischen Abfallrahmenrichtlinie sollen die Lebensmittelabfälle der EU-Mitgliedstaaten bis 2025 um 30 Prozent und bis 2030 um 50 Prozent sinken (Basisjahr: 2015). Nach Sichtung der Berichte der Mitgliedstaaten behält sich die EU-Kommission vor, bei nicht ausreichenden Ergebnissen 2023 einen Gesetzgebungsvorschlag für EU-weit geltende Zielvorgaben auf den Weg bringen.

 

Original Content von WWF Deutschland

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