Ja der Karneval das ist unser Leben…denn nur im Karneval kanns echte Freude geben…doch es kam alles anders. Ein Jahr nach der Tat in Volkmarsen

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Das ist nicht nur ein Spruch, das ist Tradition im Nordhessischen Volkmarsen. 

Vortatphase 

Volkmarsen ist einer der Karnevalshochburgen mitten im protestantischen Land. Von nah und fern strömen die Menschen zu vielen tausenden in die Stadt am Twistestrande, wie es in einem Liedtext heißt. 

Die Menschen säumen schon lange– bevor der Zug am Marktplatz endlich losgeht – die Straßenränder, um die vielen Fußgruppen und Wagen zu sehen.   

Jedes Jahr werden viele Stunden von den Menschen geopfert, um zu basteln und zu nähen.     

Es ist ein lustiger und unbeschwerter Zug, voller lebensfroher Menschen aller Altersklassen.  

Vom Säugling bis zum Greis – alles muss mit, alle sind wie selbstverständlich dabei.  

Ob Ausländer oder Behinderte aus dem hiesigen Behindertenheim – alle machen mit – alle sind integriert. 

Viele tausende Menschen säumen den Straßenrand und viele haben – auch an diesem Tag -Tabletts mit gebracht, auf denen sie den Umzugsteilnehmern auch kleine Schnäpschen servieren.

Das ist Solidarität und alle stehen zusammen.

Das ist Tradition in Volkmarsen und so soll es bleiben. 

 

Tatphase 

Ein Einzelner nur- nur ein einzelner Sonderling- dachte anders und bereitete sich nach derzeitigem Kenntnisstand auch auf die Tat vor und nur dieser einzelne Mann allein schaffte es, dass nicht nur der Ort wie gelähmt war, er schaffte ein weltweites Interesse und Entsetzen.

Jeder einzelne Bürger dieses kleinen Ortes bekam in den nächsten Tagen viele Anrufe von besorgten Freunden aus der ganzen Welt, die sich erkundigten ob mit ihren Lieben alles in Ordnung ist.   

(Ich selbst bekam Anrufe aus dem fernen China, Kanada, Russland, Kosovo und natürlich aus allen Teilen Deutschlands)  

Da ich selbst den Augenzeugenbericht geschrieben habe – weiß ich(über Google Analytics), dass dieser selbst in allen Teilen Afrikas gelesen wurde.  

Ich selbst stand auf der Fahrbahn, als der Täter unmittelbar zu seiner Tat ansetzte und losfuhr.  

Da ich das Glück habe, noch sehr gut zu hören (ich wurde aufmerksam durch die durchdrehenden Reifen), drehte ich mich rechtzeitig um – und sah das Auto auf mich zukommen.

Daher hatte ich noch genug Zeit, um zur Seite zu springen auf die Verkehrsinsel.  

Eine fest von mir installierte Kamera, filme das Geschehen komplett in Full-HD.

Leider wurde diese Kamera ursprünglich zu einem anderen Zweck installiert, nutzte aber dann der Anklagevertretung wenigstens etwas.  

Mit einer umhängenden Kamera schoss ich geistesgegenwärtig noch eine Fotoserie der schrecklichen Tat.

 

Nachtatphase 

Ich selbst rannte dann zum meinem Auto (50 Meter entfernt), verstaute die Kamera darin und entnahm ihr das wichtige Beweismaterial(die Speicherkarten) und steckte es in meine Hosentasche. 

Dann lief ich nach vorn um die Polizeibeamten ggf. bei der Festnahme zu unterstützen.

Dabei wurde ich noch abgelichtet vor dem Fahrzeug, von einem Reporter eines hiesigen Blattes.

Ich half noch einem oder zwei Verletzten Personen, bevor ich in mein Auto stieg und den „Anschlagsort“ verließ.

Dann unterrichtete ich sofort den Führungsstab der zuständigen Polizeibehörde in Kassel telefonisch von meinen ersten Eindrücken und davon, dass ich in Kürze ein Video an sie überspielen würde, was den Tathergang zeigen würde.

Schon zu Hause – bei der ersten Sichtung des Filmes – fiel mir auf, dass die Menschen nach dieser wahnsinnigen Tat nicht wie sonst üblich… vom Geschehensort wegrannten, sondern tatsächlich alle hinrannten um zu helfen.

Ich sah eigentlich nur ein Ehepaar mit Kindern, die wegrannten…aber auch das ist allzu verständlich.

 

Die Tage und Wochen danach

In den folgenden Tagen wurde ich durch die Presse bedrängt, aber es bekam niemand diese Aufnahme außer den Exekutivbehörden.  

Pressevertreter bekamen heraus, wo ich wohne und standen vor der Haustür, auch riefen sie bei mir auf dem Handy an.

Ich mag mir nicht vorstellen, wie es den richtig Geschädigten erging.

In den nächsten Tagen war einiges los in der Stadt und der „Tatort“ wurde abgesperrt.

Eine polizeiliche Drohne vermaß die gesamte Strecke und den Ereignisort.

Viele Pressevertreter waren gekommen, Ich sah selbst CBS,NBC,RT Vertreter vor Ort. 

Ich selbst bin am nächsten Morgen zur Arbeit nach Kassel gefahren.

Ich wollte mich nicht vergraben, ich wollte das Ganze so schnell wie möglich vergessen.

Doch das ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt.

Tagelang noch zuckte ich zusammen, wenn ich einen silbernen Mercedes C-Klasse sah.

Das Herz raste in diesem Moment, genauso wenn irgendwo Reifen durch unachtsames zu starkes Gas geben durchdrehten an irgendeiner Ampel.

Alles verständlich, denn ich hatte tatsächlich nur großes Glück, sonst hätte mich das Fahrzeug sicher als allerersten erwischt.

 

Am nächsten Mittag fuhr ich dann nach Göttingen zu dem verletzten dreijährigen Mädchen, welches unter dem Auto gelegen hatte.

Irgendein Schutzmann hatte ihr einen Polizeiteddy am Straßenrand bei der Erstversorgung versprochen. Nun fragte das Kind danach. 

Da ich die Familie gut kannte, besorgte ich dem Kind und der mitleidenden Schwester, zwei Polizeiteddys – und brachte diese persönlich nach Göttingen.

Dem Mädchen erklärte ich, dass es nun keine Angst mehr haben müsste, denn der Polizeiteddy passt nun auf sie auf.

Noch wochenlang übrigens, versteckte sich das kleine Kind unter dem Bett und rief die Mama, dass sie sie doch holen möge, sie würde unter dem Auto liegen.

Wochenlang oder sogar Monatelang gab es nur ein Gesprächsthema, wenn sich Volkmarser begegneten.

  • Wo warst du?
  • Was hast du erlebt?
  • Wie ging es dir dabei?

 

Gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang übrigens der Gedenkgottesdienst, (obwohl ich kein Christ bin) am nächsten Abend auf dem Marktplatz in Volkmarsen vor der katholischen Kirche. Selbst der Bischof und der Ministerpräsident waren da.

Gemeinsam wurde gebetet.  

Schlecht gefallen hat mir persönlich, dass sie unser werter Herr Bundespräsident Herr Steinmeier nicht hat blicken lassen.

Auch die werte Kanzlerin Frau Merkel, die sich schon öfters in Volkmarsen hat feiern lassen, kam dieses mal nicht. 

Schade drum. Der Anlaß wäre da gewesen.

 

 

Der Druck ist raus

Ja und an dieser Stelle muss man Corona tatsächlich mal danken, denn der Druck ist raus.

Den Volkmarser Karneval dieses Jahr nicht stattfinden zu lassen, ist nicht so schlimm, denn durch Corona gehts tatsächlich nicht.

Ich persönlich glaube aber auch, dass die lieben Menschen dieses Ortes noch nicht bereit dafür gewesen wären. 

Nun wird das Ganze auf das nächste Jahr verschoben werden und es gibt eine 2 jährigen Puffer dazwischen, bevor es wieder SCHURRI heisst.

TOLL

…ist auch, dass sich die Stadt Volkmarsen, zusammen mit anderen Gemeinden aus Waldeck-Frankenberg zusammengetan hat und auf die beratenden Worte der Polizei gehört hat.

Man schaffte richtig gute Sperren gemeinsam an, die zumindest eine solche Tat in Zukunft unmöglich machen werden.

Ganz verhindern werden wir die Spinner und Verdrehten niemals.

Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Menschen zusammenstehen würden.

Ein Leben ist nachhaltig versaut, wie druch ein Wunder haben es alle Menschen in Volkmarsen überlebt und es bleibt zu hoofen, dass die Wunden verheilen und wir alle nächstes Jahr wieder zusammen feiern können.

 


 

Links: 

 

 https://www.sueddeutsche.de/panorama/volkmarsen-karneval-amokfahrt-1.5205744?ieditorial=2&reduced=true 

 

 

 


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