Aufwertung für Vorplatz am Haus der Jugend

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So soll er einmal aussehen: Der Vorplatz am Haus der Jugend nach der Umgestaltung Visualisierung Aufwertung für Vorplatz am Haus der Jugend Stadt Kassel/ Planungsbüro GTL

Der Vorplatz am „Haus der Jugend“ in der Kasseler Unterneustadt soll gestalterisch aufgewertet werden. Mit Fördergeldern aus dem Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ soll der Vorplatz – abhängig von der aktuellen Corona-Situation – in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 grundlegend saniert und umgestaltet werden. Das Ziel ist es, einen multifunktionalen und modern gestalteten Freiraum zu schaffen, der bei Veranstaltungen und insbesondere von Kindern und Jugendlichen als Freizeitraum genutzt werden kann.

„Die dringend notwendige Sanierung und moderne Gestaltung, gerade auch unter dem Aspekt einer zeitgemäßen Vegetationsverwendung, in Kombination mit dem vielfältigen Nutzungsangebot, macht diesen Freiraum zu einem qualitativ hochwertigem Freizeitraum, welcher den Ansprüchen der künftigen Nutzer sicherlich für die nächsten Jahrzehnte gerecht wird“, betont Stadtbaurat Christof Nolda.

Platz steht unter Denkmalschutz
Angelegt wurde der Platz vor dem Willi-Seidel-Haus in den 1950er Jahren. Er steht im Kontext des angrenzenden Gebäudes mit der markanten Architektur jener Zeit, der unter dem Platz liegenden Kasematten und der im Osten und Süden begrenzenden Natursteinmauer aus dem 18. beziehungsweise 17. Jahrhundert unter Denkmalschutz.

Insbesondere in Verbindung mit dem Programm der städtischen Einrichtung als „Zentrum für Jugend und Bildung“, über die Räume für Vereine, Organisationen und Initiativen zur vielfältigen kulturellen Nutzung bereitgestellt werden, stellt der Hausvorplatz einen wichtigen Freiraum und Veranstaltungsort dar. Dieser ist allerdings stark in die Jahre gekommen ist und wird seiner Funktion somit nur noch begrenzt gerecht.

Wünsche von Kindern und Jugendlichen sind eingeflossen
Bei der Planung für die Umgestaltung spielen vor allem auch Wünsche der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil eine wichtige Rolle. Sie wurden im Planungsprozess beteiligt und im Sommer 2019 zu ihren Vorstellungen bezüglich Gestaltung und Nutzungsangeboten befragt. Die Rückmeldungen daraus wurden dann in der weiteren Planung berücksichtigt.

Nun sieht der aktuelle und jetzt im Ortsbeirat Unterneustadt vorgestellte Entwurf vor, dass die Grundstruktur des Freiraumes bestehen bleibt, das heißt: Der Zugang erfolgt nach wie vor über den Gehweg an der Leipziger Straße und die von der Mühlengasse auf den Platz führende Treppe. Die derzeitige, unansehnliche und teils baufällige Platzoberfläche aus Betonplatten und -pflaster wird im Zuge der Sanierung komplett rückgebaut und durch hochwertige polygonale Platten ersetzt, die sich durch unregelmäßige Kanten und Größen auszeichnen. Erneuert werden auch die Beleuchtung sowie die Natursteinmauerkrone mitsamt dem dortigen Geländer, alles unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte.

„Zentrales und prägendes Element des Freiraumes wird eine geschwungene, multifunktionale Lärmschutzwand“, sagt Stadtbaurat Christoph Nolda. Über die reine Funktion hinaus, den Verkehrslärm der Leipziger Straße auf dem Hausvorplatz zu reduzieren, dient diese als Sitzelement. Ein dort angebrachtes Sonnensegel soll zudem für Schatten sorgen. Zugleich definiert sie den künftigen Raum für Veranstaltungen, der – als wesentlicher Wunsch der Kinder und Jugendlichen – über eine in der Platzmitte gelegene ebenerdige Bühne verfügt. Diese grenzt sich gestalterisch über ihre Materialität des geschliffenen, dezent farbigen Betons in Terrazzo-Optik von den sonst als Platzoberfläche verwendeten polygonalen Platten ab.

„Harmonisches Gesamtbild der Anlage“
„Insgesamt orientiert sich das Material sowohl in Bezug auf die multifunktionale Lärmschutzwand als auch hinsichtlich der Platzbeläge in der Farbgebung bewusst am Bestand, das heißt an der Fassade des Hauses der Jugend sowie der den Platz umgebenden Natursteinmauer. So entsteht gestalterisch ein harmonisches Gesamtbild der Anlage“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda. Als weiteres Ergebnis aus der Kinder- und Jugendbeteiligung wird es eine Tischtennisplatte und einen Basketballkorb geben.

Alle derzeit auf dem Platz stehenden Bäume sollen möglichst erhalten und in Abhängigkeit ihrer Vitalität erhalten bleiben. Sie werden mit bodendeckenden Stauden sowie Lavendel unterpflanzt. Eine zusätzliche Pflanzinsel mit integriertem Sitzelement und kleinen Mandelbäumen wird an der südöstlichen Platzecke Richtung Leipziger Straße geschaffen, sodass an diesem aus vegetationstechnischer Sicht extremen Standort der Vegetationsanteil erhöht und zugleich Fläche entsiegelt wird.

Die Bauausführung ist für die zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen, sodass der Freiraum voraussichtlich ab 2022 genutzt werden kann.

Die Baukosten belaufen sich gemäß der derzeitigen Schätzung auf rund 400.000 Euro. Mit der Planung ist das Büro GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt aus Kassel beauftragt.

documenta-Stadt Kassel


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