Tierische Überwinterungstricks

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NABU Hessen: Naturnahe Gärten helfen vielen Tieren in der kalten Jahreszeit

Wetzlar – Während wir der frostigen Jahreszeit mit Bewegung und Sport im Freien begegnen können, schaltet die Natur häufig in den Energiesparmodus. „Wer die heimische Tierwelt bei der Überwinterung unterstützen möchte, der sollte auf einen naturnahmen Garten mit heimischen Pflanzenarten achten. Denn Laub, Stein- oder Holzstapel, nicht zurückgeschnittene Stauden und Fruchtstände bieten den überwinternden Tieren Schutz und Nahrung, die sie dringend brauchen, um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen“, empfiehlt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Viele Tiere haben im Laufe der Evolution Überlebensstrategien entwickelt, um die Zeit gut zu überstehen. Diese sind so spannend wie vielfältig. Amphibien und Reptilien suchen sich einen Unterschlupf in Mauerlücken, in Bodenhöhlen oder im Schlamm und fallen in Winterstarre. Im Gegensatz dazu halten Igel, Siebenschläfer, Hasel- und Fledermäuse einen Winterschlaf, um weniger Energie zu verbrauchen, solange es draußen nichts zu fressen gibt. Die winzige Haselmaus ist eine sehr große Schlafmütze. Mit Haselnüssen und Eicheln frisst sie sich im Herbst den nötigen Speck an, um dann sieben Monate Winterschlaf zu halten. Danach wiegt sie nur noch halb so viel. Manche Singvögel plustern ihre Federn zum Daunenschlafsack auf. Hasen bekommen ein Winterfell und lassen sich einschneien, nutzen also die Iglu-Strategie. Zugvögel fliehen vor der nahrungsarmen Zeit gen Süden. Viele Tiere, wie der Igel, fressen sich eine dicke, isolierende Speckschicht an. Fette liefern pro Gewichtseinheit doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate und sind zugleich leichter – daher futtern sich etwa Zugvögel Fettreserven bis zur Hälfte ihres Körpergewichts an. Auch Insekten haben spannende und vielfältige Lösungen entwickelt.

Insekten mit tierischen Winterkonzepten: schlafen, erstarren, verkriechen

Insekten können ihre Körpertemperatur nicht regulieren. Manche Tagfalter wie der Admiral fliehen daher vor der Kälte wie die Zugvögel in den warmen Süden. Für die anderen heißt es, ein sicheres Plätzchen finden und ausharren, als Ei, Puppe oder Falter. Das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs zum Beispiel überwintern als Falter in vor Frost geschützten Holzschuppen, Scheunen oder warmen Kellern. Viele Schmetterlinge wie Aurorafalter und Weißlinge verbringen die kalte Jahreszeit im Puppenstadium – versponnen im Boden oder als Gürtel- oder Stürzpuppe an Pflanzenstängeln. Die überwinternde, große braune Raupe des Brombeerspinners sucht sich ein geschütztes Plätzchen unter Herbstlaub. „Deshalb ist es so wichtig, den Herbstgarten nicht zu sehr aufzuräumen und dort Überwinterungsplätze für Insekten zu erhalten. Beispielsweise werden die Stängel von Brombeeren gerne von Keulhornbienen und die Stängel von Königskerzen von Mauerbienen als Nistplatz genutzt. Hier überdauert der Nachwuchs den Winter. Die Pflanzen sollten daher stehen bleiben“, berichtet Gerhard Eppler.

Zitronenfalter: Nur die Harten bleiben im Garten

Nur ganz wenige Insekten vertragen das völlige Einfrieren. So verkraften manche Zuckmückenlarven sogar minus 32 Grad Kälte. Ihr Trick: Die Körperstellen, die nicht so wichtig sind, lassen sie gezielt einfrieren. Im dann konzentrierten und daher weniger frostempfindlichen Körpersaft lassen sie „Anti-Gefrier-Verbindungen“ kreisen, die sie im herbstlichen Abhärtungsprozess gebildet haben. Diese hoch wirksamen Frostschutzmittel setzen den Gefrierpunkt des Blutes herab, ähnlich wie Streusalz auf den Straßen. Glycerin zum Beispiel ist ein beliebtes, körpereigenes Frostschutzmittel, das viele Insekten bilden können. So übersteht der Zitronenfalter den Winter im Freien trotz Minusgraden. Er wartet in einer Baumspalte, an der Unterseite eines Brombeer- oder Stechpalmenblattes oder im Efeudickicht auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die ihn zu neuem Leben erwecken. „Übrigens kann es durchaus vorkommen, dass überwinternde Insekten wie Schmetterlinge an milden, sonnigen Tagen kurzzeitig aktiv werden. Bitte belassen Sie die Tiere dann im Freien, so dass sie sich wieder sicher verkriechen können. Sie kommen in kühlen Verstecken wie etwa Totholz- oder Laubhaufen dann auch wieder zur Ruhe. Werden die Insekten jedoch in warme Wohnräume gebracht, so verbrauchen sie zu viel Energie und halten dann nicht mehr bis zum Ende des Winters durch“, rät der Landesvorsitzende.

Gut zu wissen: Infos aus der winterlichen Tierwelt

Tierische Winterquartiere im Garten

Winterschlaf und Winterruhe

Auswirkungen der milden Winter


 


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