Mehr Mehrweg, weniger Verpackungsmüll

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Laut Umweltbundesamt produzieren die Deutschen so viel Verpackungsmüll wie noch nie. Im Jahr sind es pro Person knapp 230 Kilo. Um den Trend zu stoppen, bringt das Kabinett heute eine Novelle des Verpackungsgesetzes auf den Weg. Danach sollen Restaurants ab 2023 eine Mehrwegvariante für Verpackungen von Getränken und Speisen zum Mitnehmen anbieten. In dem Gesetzentwurf ist zudem eine Ausweitung der Pfandpflicht auf alle Plastikflaschen und Getränkedosen vorgesehen. Laura Griestop, Projektmanagerin Wirtschaft und Märkte bei WWF Deutschland kommentiert: „Lange lag die Last der Müllvermeidung allein auf den Schultern der Verbraucher. Der Gesetzesvorschlag nimmt jetzt auch die Gastronomie und Läden in die Pflicht, die Verpackungen in den Verkehr bringen. Sie müssen sich jetzt verstärkt für umweltfreundliche Alternativen einsetzen. Das macht Hoffnung auf eine Trendwende von der Wegwerfgesellschaft hin zur Kreislaufwirtschaft. Richtig umgesetzt können die Pläne von Bundesumweltministerin Svenja Schulze das Verpackungsmüllaufkommen maßgeblich verringern.“

Die Umweltorganisation sieht allerdings auch Verbesserungspotenzial. Bei der Ausweitung der Pfandpflicht sind laut Medienberichten Ausnahmen für Milch in PET-Flaschen in der Diskussion. Griestop sagt: „Es darf keinen Flickenteppich an Pfand-Ausnahmen geben. Das verwirrt Verbraucher und ist nicht im Sinne der Müllvermeidung.“ Die künftig im Außer-Haus-Verkauf verpflichtende Mehrwegalternative soll laut dem Gesetzentwurf nicht teurer sein als das Einwegbehältnis. Griestop kommentiert: „Warum nicht gleich die umweltfreundliche Mehrwegvariante günstiger anbieten als die Einwegverpackung? So könnte das Gesetz dazu beitragen, dass wir unsere Gewohnheiten ändern. Der Griff zur Mehrwegoption schont dann nicht nur die Umwelt, sondern auch unseren Geldbeutel.“

Rückenwind bekommt der Gesetzesentwurf von einer aktuellen, repräsentativen Umfrage, die der WWF zusammen mit dem Deutschen Verpackungsinstitut (dvi) durchgeführt hat. 85 Prozent der Deutschen würden demnach mehr Verpackungen gegen Pfand zurückzugeben. 72 Prozent der Bereitwilligen unterstützt auch die geplante Ausweitung des Pfandsystems für alle Einweg-Getränkeflaschen und -dosen. Auch bezüglich Mehrwegpflicht in der Außer-Haus-Verpflegung zeigt die Umfrage die Unterstützung der Bevölkerung für den heute vorgestellten Gesetzesentwurf: Über drei Viertel der Befragten wünscht sich dabei eine nachhaltige Verpackung von Außer-Haus Verpflegung (78,5 %)¹. 

Hintergrund: Verpackungsmüll auf Rekordniveau  

In Deutschland steigt der Verpackungsmüll immer weiter an. Laut den neuesten Zahlen des Umweltbundesamts fielen 2018 in Deutschland 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an, pro Kopf sind das fast 230 Kilo. Das Problem: Rund die Hälfte des Verpackungsmülls aus Kunststoff wird immer noch verbrannt statt recycelt. Nur knapp 16 Prozent der gesamten Kunststoffabfälle, die beim Endverbraucher anfallen, werden in Deutschland wieder zu Recyclat verarbeitet und in neuen Produkten eingesetzt.

 

Original Content von WWF Deutschland

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