Tolle Torhütershow – MT siegt in Göppingen

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Die MT Melsungen bringt einen souveränen 30:23 (20:12)-Sieg aus Göppingen mit. Dieses Match des 14. Spieltages der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga stand fast gänzlich im Zeichen der beiden MT-Torhüter Silvio Heinevetter und Nebojsa Simic. Sie legten zusammen mit 17, teils spektakulären Paraden den Grundstein zu dem auch in dieser Höhe völlig verdienten Erfolg. Auch wenn sich in der zweiten Halbzeit bei ihren Vorderleuten einige Nachlässigkeiten einschlichen und dadurch die nie aufsteckenden Gastgeber diesen Durchgang für sich entscheiden konnten, tat dies der sehr ordentlichen Melsunger Vorstellung keinen nennenswerten Abbruch. In der zuschauerlosen Göppinger EWS Arena  waren Nemanja Zelenovic (6 Tore) für Frisch Auf und Julius Kühn und Kai Häfner (beide jeweils 8 Tore) für die MT die erfolgreichsten Schützen der Partie. Bereits am Dienstag empfangen die Nordhessen den TVB Stuttgart (18:00 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel).   

Weiterhin ohne den verletzten Domagoj Pavlovic, dafür aber wieder mit dem nach seiner Corona-Erkrankung genesenen Finn Lemke trat die MT Melsungen am Sonntag gegen Frisch Auf in Göppingen an. Trainer Gudmundur Gudmundsson ließ in der gleichen Formation beginnen, wie zuletzt gegen Coburg, jedoch kam diesmal Kapitän Lemke jeweils in der Abwehr für Lasse Mikkelsen.

Dass die Nordhessen nach der Pleite zuletzt gegen den Tabellenletzten aus Franken mit aller Macht auf Wiedergutmachung aus waren, hatte Finn Lemke bereits im Interview vorab auf Sky unmissverständlich deutlich gemacht. Die erste sich nach dem Anpfiff bietende Gelegenheit im Angriff nutzte Julius Kühn. Auf der anderen Seite war es Axel Goller, der per Strafwurf zum 1:1 ausglich. Das Wechselspiel wiederholte sich dann noch zweimal: Kai Häfner legte für die MT vor, Janus Smarason glich für Göppingen aus, Lasse Mikkelsen legte vor, Nemanja Zelenovic glich aus. Vier Minuten waren bis zu diesem 3:3 gespielt. Es sollte das letzte Mal sein, dass die Schwaben den Nordhessen auf den Pelz rückten.

Denn fortan bestimmten Heinevetter, Kühn & Co das Geschehen auf der Platte. Nachdem Kai Häfner von Halbrechts die Führung besorgt hatte, legte Julius Kühn von Halblinks zum 3:5 nach. Dann passierte dem Goalgetter in der Abwehr eine unglückliche Szene, als sein Gegenüber Sebastian Heymann nach keinesfalls unfairem Körperkontakt mit dem Rücken auf den Boden knallte und zunächst vom Feld musste. Kühn erhielt eine Zweiminutenstrafe und wurde im Spiel solange von Youngster Ole Pregler vertreten. Ein erstes Achtungszeichen lieferte kurz darauf Silvio Heinevetter, als er Axel Goller den zugesprochenen Strafwurf abkaufte (8. Min.).

Die gelungene Aktion des MT-Keepers beflügelte die ohnehin schon flink und engagiert agierende Abwehr noch mehr. Denn die gönnte den Göppingern in den folgenden 13 Minuten nur zwei Tore und die auch jeweils nur von der 6-Meter-Linie (Jacob Bagersted und Kresimir Kozina). Die Angriffsmaschinerie der Nordhessen lief indessen weiter auf vollen Touren. Als Torschützen betätigten sich dreimal Timo Kastening, zweimal Kai Häfner, zweimal Marino Maric und zweimal Julius Kühn, wodurch der Vorsprung auf 5:14 ausgebaut werden konnte (20. Min.). Dass die Rotweißen in prächtiger Spiellaune waren, machte auch dieser 14. Treffer deutlich – ein lehrbuchreifer “Dreher” aus  spitzem Winkel von Timo Kastening.

Zwischendurch hatte “Heine” weitere gute Szenen, unter anderem entzauberte der Keeper in kurzer Folge spektakulär Siebenmeterwerfer Marcel Schiller und Rechtsaußen Axel Goller. Auf der anderen Seite hatte Trainer Hartmut Meyerhoffer seinen unglücklich agierenden Daniel Rebmann “erlöst” und Urh Kastelic zwischen die Pfosten beordert. Um es vorweg zu nehmen – ohne Erfolg. Denn auch er sah sich den Melsunger Angreifern größtenteils machtlos gegenüber, musste bis zum Gang in die Kabinen noch sechs Mal hinter sich greifen. Gut fünf Minuten vor dem Pausenpfiff hatte Melsungen mit dem 8:18 gar einen Zehn-Tore-Abstand hergestellt.

Weil sich in der Schlussphase dieser ersten Spielhälfte aber Göppingens Angreifer noch etwas steigern konnten, namentlich Kapitän Tim Kneule, Till Hermann und Axel Goller, konnten die Schwaben ihren Rückstand wenigstens auf acht Treffer reduzieren. (12:20). Was für die zweite Halbzeit bereits erahnen ließ, dass sich die Hausherren nicht einfach ihrem Schicksal ergeben würden.

Das schien sich kurz nach dem Wiederanpfiff zu bestätigen. Denn die beiden ersten Tore verbuchte Frisch Auf, die beiden Außen Till Hermann und Axel Goller verkürzten auf 14:20 (33. Min.). Göppingen blieb weiter am Drücker, die MT musste sich zusehends stärker zur Wehr setzen, als dies noch im ersten Durchgang der Fall war. Es entwickelte sich ein Spiel zweier Kontrahenten auf Augenhöhe. Wie gut, dass Melsungen im Angriff regelmäßig zu Toren kam, wenngleich auch einige Chancen ausgelassen wurden. Auch die Hintermannschaft stand nicht mehr ganz so sicher.

Um so wichtiger war, dass mit dem Torwartwechsel in der 42. Minute, beim Stand von 19:24, von Silvio Heinevetter, der bis dahin zweifellos ganze Arbeit geleistet hatte, aber nun eine Pause verordnet bekam, zu Nebojsa Simic die Effektivität zwischen den Pfosten wieder das ursprünglich hohe Level annahm. Der Montenegriner nahm unverzüglich die Spur auf, die sein Vorgänger in der ersten Halbzeit gelegt hatte. Eine erste Duftmarke setzte “Simo” mit der Parade gegen den frei vor ihm auftauchenden Kresimir Kozina. Weitere folgten – zum Beispiel die abgewehrte “Peitsche” des zurückgekehrten Shooters Sebastian Heymann und den vereitelten Ball von Nemanja Zelenovic.

So kam Göppingen zwar zwischenzeitlich noch zweimal auf fünf und einmal auf vier Tore heran (20:25, 43. Min., 21:25, 45., 21:26, 46.), konnte jedoch die MT nie ernsthaft in Gefahr bringen. Gudmundur Gudmundsson nutzte die Gelegenheit, um in der Schlussphase auch den Spielern noch Einsatzzeiten zu geben, die bislang auf der Bank gesessen hatten. Tobias Reichmann und Michael Allendorf lösten Yves Kunkel und Timo Kastening ab, Stefan Salger kam für Kai Häfner und auch Paul Kompenhans tauchte noch im Rückraum auf.  

Trainerstimmen zum Spiel

Hartmut Mayerhoffer: Glückwunsch an Gudmi zum Sieg. Wir hatten in der ersten Halbzeit große Probleme in der Abwehr, speziell gegen die Einläufer. Wir kassieren 20 Tore, das ist eindeutig zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht. Allerdings haben wir uns 15 Fehlwürfe geleistet, davon gefühlt zehn freie. Das heißt, wir haben uns durchaus Chancen herausgespielt, die wir aber nicht verwerten konnten. Wir haben heute einfach nicht gut gespielt. Wir sind nicht gut reingekommen, waren dann sehr unzufrieden mit unserer Deckungsleistung, was sich dann negativ auf die Sicherheit im Angriffsspiel ausgewirkt hat. Die Mannschaft hat gekämpft, kam nochmal auf vier Tore heran, aber wir müssen am Ende mit den sieben Toren Unterschied leben.

Gudmundur Gudmundsson: Nach dem sehr schlechten Spiel zuletzt gegen Coburg hatten wir heute eine besondere Aufgabe vor uns. Wir wollten uns besser präsentieren und das ist uns auch gelungen. Die erste Halbzeit war überragend in allen Bereichen. Wir haben sehr lange eine richtig gute Abwehr gestellt. Zur Pause waren wir dann zwar mit acht Toren vorne, aber wir wussten, dass das Spiel damit noch nicht vorbei ist und wir uns auch in der zweiten Halbzeit wieder gut präsentieren und weiterkämpfen müssen. Das haben wir dann teilweise gemacht, aber andererseits auch etwas nachgelassen. Es entwickelte sich ein ganz anderes Spiel. Frisch Auf hat in dieser Saison schon richtig guten Handball gezeigt. Hier zu gewinnen ist also bekanntlich nicht einfach. Umso mehr freuen wir uns über den Sieg. Das waren heute auf jeden Fall sehr wichtige Punkte für uns als Mannschaft. Jetzt geht die Reise für uns aber weiter. Schon am Dienstag haben wir mit Stuttgart einen sehr starken Gegner zu Gast.

Frisch Auf Göppingen – MT Melsungen 23:30 (12:20)

FA Göppingen: Rebmann (1.-15. Min., 1 Parade, 10 Gegentore), Kastelic (16.-60. Min., 6 P., 20 G.) –  Neudeck, Kneule 3, Heymann 3, Bagersted 1, Ellebaek, Smarason 1, Schiller 2, Goller 4/2, Erifopoulos, Hermann 2, Zelenovic 6, Kozina 1, Hejny – Trainer Hartmut Mayerhoffer.

MT Melsungen: Heinevetter (1.-41. Min., 9 Paraden / 19 Gegentore), Simic (42.-60. Min., 8 P., 4 G.) – Maric 3, Kühn 8, Lemke, Reichmann 1, Kunkel, Mikkelsen 3/1, Danner, Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner 8, Salger 1, Kastening 6/1, Kompenhans – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Schiedsrichter: Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Irxleben)

Zeitstrafen: 2 Min. – 8 Min. (Bagersted – Kühn, Lemke, 2x Arnarsson)

Strafwürfe: 2/5 – 2/2 (Goller scheitert an Heinevetter, 8. Min.; Schiller scheitert an Heinevetter, 12. Min.; Goller scheitert an Simic, 43. Min).

Zuschauer: Ohne Zuschauer, EWS Arena Göppingen.

Das nächste Spiel:
Di., 22.12.20, 18:00 Uhr, MT Melsungen – TVB Stuttgart, Rothenbach-Halle Kassel


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