Corona: Freie Ärzteschaft fordert Aufklärung der Bevölkerung über begrenzte Ressourcen

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(ots) Die Freie Ärzteschaft fordert das Bundesgesundheitsministerium und die Krankenkassen auf, die Bevölkerung sachgerecht zu informieren. „Coronatests und Impfungen gegen Grippe sowie gegen Pneumokokken stehen nicht für jedermann und für jeden Anlass unbegrenzt zur Verfügung. Die Ressourcen sind begrenzt – das müssen die Menschen in Deutschland wissen“, sagte FÄ-Bundesvorsitzender Wieland Dietrich am Mittwoch in Essen. Jetzt gelte es, klar zu kommunizieren, dass Ärztinnen und Ärzte diese Mittel – soweit überhaupt verfügbar -, vorrangig für Risikopatienten und gefährdete Gruppen wie medizinisches Personal einsetzen müssten.

Es sei jetzt wichtig, den Menschen das Machbare vor Augen zu führen. „Dafür ist die Politik verantwortlich. Die Konzepte ‚Testen, testen, testen‘ und ‚Jetzt alle gegen Grippe impfen‘ sind nicht zu verantworten“, betont Dietrich. Viele Labore warnen vor Überlastung: Das Personal arbeitet an der Leistungsgrenze und die Testmaterialien werden knapp. Der FÄ-Chef betont, dass es für einen Coronatest gute Gründe braucht und dabei Prioritäten gesetzt werden müssen. „In der Nationalen Teststrategie SARS-CoV-2 ist geregelt, welche Personen in welchen Fällen einen Coronatest erhalten. Demnach haben Menschen mit Symptomen oberste Priorität, gefolgt von Kontaktpersonen bei einem bestätigten Covid-19-Fall und Ausbrüchen in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Das muss die Politik der Bevölkerung jetzt deutlich machen.“

Auch die Vorräte an Grippeimpfstoff gehen zur Neige. Zudem gibt es wie bereits im Frühjahr Lieferengpässe für Pneumokokken-Impfstoffe. Mancherorts können Ärztinnen und Ärzte derzeit nicht einmal ihre Risikopatienten impfen, weil kein Impfstoff zu bekommen ist. „Auch hier“, sagt Dietrich, „muss die Bevölkerung darüber aufgeklärt werden, dass aller Wahrscheinlichkeit nach nicht jeder Impfwillige eine Impfung bekommen kann und Ärzte priorisieren müssen. Das können Ärzte nicht mit jedem einzelnen Patienten diskutieren.“ Viele Arztpraxen stünden angesichts des erhöhten coronabedingten Aufwandes bei gleichzeitiger Behandlung aller sonstigen Krankheiten bereits unter Dauerstress. Die Zeit für umfangreiche Aufklärung einzelner Patienten steht dabei nicht mehr zur Verfügung.

 

Original-Content von: Freie Ärzteschaft e.V.

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