Johanniter bauen Hilfe für den Libanon aus Expertenteam unterstützt Soforthilfe in Beirut und Präventionsmaßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19

Linda Zimmermann und Manfred Emmerling, zwei Experten der Johanniter-Auslandshilfe, bewerten die Auswirkungen der Explosion am Beiruter Hafen und unterstützen die Hilfsmaßnahmen vor Ort. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/14240 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Johanniter Unfall Hilfe e.V./Sophie Maier"

image_pdfimage_print

 

(ots) Nach der Explosion im Hafen von Beirut und der sich dadurch verschlechterten hygienischen Zustände steigt aktuell die Corona-Infektionsrate in Beirut und dem gesamten Libanon deutlich an. Waren es zu Beginn der Woche noch täglich rund 430 Neuinfektionen, so stieg die Zahl am Mittwoch bereits auf 589 registrierte Fälle. Auf den starken Anstieg reagieren die Behörden nun mit einem 14-tägigen nationalen Lockdown. Alle öffentlichen Einrichtungen bleiben geschlossen, von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens herrscht Ausgangssperre.

Ein Johanniter-Expertenteam ist seit Beginn der Woche im Libanon, um weitere Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen der Explosion zu eruieren und zusammen mit der Partnerorganisation Naba´a einzuleiten. Dies betrifft nicht nur Sofortmaßnahmen, wie zum Beispiel die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen und Bargeld für besonders betroffene Familien, sondern auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.

„Die Zerstörung in den Hafenvierteln ist auch zwei Wochen nach der Explosion noch allgegenwärtig“, berichtet Linda Zimmermann, Projektkoordinatorin der Johanniter für den Nahen Osten, nach einem Besuch im Hafen Beiruts.

Experte schult in Präventionsmaßnahmen gegen COVID-19

Dr. Gerald Ripberger, Arzt und Johanniter-Soforthelfer wird am Samstag, den 22.8., Workshops zum Umgang mit COVID-19 in den palästinensischen Camps im Süden des Libanon durchführen. Hier ermöglichen die Johanniter derzeit 540 jugendlichen Flüchtlingen eine Berufsausbildung. „Gerade in Camps besteht eine hohe Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das beengte Wohnen, gemeinschaftlich genutzte Sanitäreinrichtungen sowie fehlende Test- und Nachverfolgungsmöglichkeiten von Infizierten und von Kontaktpersonen begünstigen die Verbreitung des Virus. Auch der Zugang zu Bildung ist meist deutlich erschwert. Die daraus entstehende Unkenntnis über die Notwendigkeit und die Anwendung präventiver Maßnahmen verschlimmert die Situation“, befürchtet Dr. Ripberger.

Hilfsmaßnahmen von Lockdown ausgenommen

Die Aktivitäten der Johanniter werden trotz des beginnenden Lockdowns im Libanon nicht eingeschränkt. „Die Menschen sind weiter auf Hilfe angewiesen. Daher werden wir gemeinsam mit unseren Partnern alles tun, um die Menschen zu unterstützen. Wir werden uns tagsüber weitgehend frei bewegen können, da alle Hilfsmaßnahmen vom Lockdown ausgenommen sind“, erklärt Manfred Emmerling, Logistikkoordinator der Johanniter-Auslandshilfe und Experte in Nothilfeeinsätzen, die aktuelle Lage.

Das Experten-Team besteht aus:

- Linda Zimmermann, Projektkoordinatorin für den Nahen Osten bei der Johanniter-Auslandshilfe, prüft weitere Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen der Explosion 
- Manfred Emmerling, Logistikkoordinator bei der Johanniter-Auslandshilfe und seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Johanniter-Soforthilfe tätig, unterstützt und berät unsere Partner vor Ort bei Logistikthemen 
- Dr. Gerald Ripberger, langjähriger ehrenamtlicher Soforthelfer bei den Johannitern, arbeitet hauptberuflich beim Robert Koch-Institut in Berlin als Medizinischer Nothilfeberater im Zentrum für internationalen Gesundheitsschutz. Er schult Partnerorganisationen sowie Bewohner palästinensischer Camps in Präventionsmaßnahmen gegen COVID-19 und prüft den Bedarf für weitere medizinische Hilfsmaßnahmen in Beirut

Hintergrund

Am 4. August explodierte ein Lager im Hafenviertel Beiruts. Die Detonation tötete über 170 Menschen, mehr als 6.500 Menschen wurden verletzt. Weite Teile der Stadt wurden zerstört oder beschädigt. Der Libanon leidet bereits seit längerem unter einer schweren Wirtschaftskrise. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation im Land noch verschärft. Die Arbeitslosigkeit ist stark angestiegen, ebenso die Preise für Lebensmittel, worunter besonders die ärmere Bevölkerung und rund zwei Millionen Flüchtlinge im Land leiden.

Über die Johanniter-Auslandshilfe

Die humanitäre Hilfe im Ausland ist eine satzungsgemäße Aufgabe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Sie wird durch die Johanniter-Auslandshilfe umgesetzt. In 11 Länderbüros und in Berlin arbeiten mehr als 280 internationale und lokale Mitarbeitende. Die Johanniter sind bereits seit acht Jahren im Libanon tätig. Gemeinsam mit ihren Partnern unterstützen sie hier vor allem palästinensische und syrische Flüchtlinge bei der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. So erhalten derzeit 540 Jugendliche Flüchtlinge eine Berufsausbildung im Libanon.

Die Johanniter und „Aktion Deutschland Hilft“ rufen zu Spenden für die Menschen im Libanon auf:

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Stichwort: „Libanon“, IBAN: DE94 3702 0500 0433 0433 00 (Bank für Sozialwirtschaft)

„Aktion Deutschland Hilft“, Stichwort „Beirut/Libanon“, IBAN: DE62 3702 0500 0000 10 20 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

 

Original-Content von: Johanniter Unfall Hilfe e.V.

Posts Grid

Wie Kinder in der Corona-Krise leiden Kinder haben keine Lobby wie Friseure oder Gastwirte.

Experten warnen vor schwerwiegenden Folgen der Pandemie für die Kleinen (ots) Es sind erschreckende Zahlen: Fast…

Tier der Woche

Kleiner Billy sucht 🔍 ein Meerschweinchenparadies für immer ➡ https://shelta.tasso.net/Nager/354058/BILLY Im November kam Meerschweinchen Billy…

Spanien stellt Weichen für Verbot der Öl- und Gassuche in seinen Gewässern

  (ots) Entscheidung zur Energiewende wird vielfache Vorteile auch für die Meerestiere in spanischen Gewässern haben…

Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz als Experten nutzen

Während des „Digitalen Rathausgespräches“ gaben sieben pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz Einblicke in ihren…

Sobald es wärmer wird, kommen sie garantiert – wandernde Amphibien

Gullys werden zur Todesfalle für wandernde Amphibien Laichgewässern unterwegs sind, fallen hinein, weil sie von…

Mehrzweck-Demoanlage im Hafen Straubing adressiert Bioökonomie

   (ots) Das Bundeswirtschaftsministerium bezeichnete die Bioökonomie, also die Nutzung von biogener Roh- und Reststoffe und…

Eigentümerversammlung muss auch während Corona stattfinden

Frankfurt/Main/Berlin (DAV). Zu Beginn der Pandemie befand sich das ganze Land in einer Art Schockstarre…

Bundesweite Demonstrationen am gestrigen Tag für strengere Corona Maßnahmen

Wie der Nachrichtensender NTV auf seiner Webseite berichtet, gab es am gestrigen Tag zahlreiche Demonstrationen…

Beschädigte SD-Karte reparieren und Daten wiederherstellen

Methode 1. Reparieren meiner Handy-SD durch Überprüfung und Behebung von Fehlern Die erste einfache und…

Pandemiepolitik für 72% der Deutschen wahlentscheidend

  (ots) Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Aktionsbündnisses Grüne Zonen…

Patientenberatungen: In der Krise wichtiger denn je

(ots) Patientenberatungen sind seit Beginn der Corona-Pandemie noch wichtiger geworden. Vermehrt suchen dort Menschen Hilfe,…

Nach dem Lockdown und dem harten Lockdown folgte der brutale Lockdown und nun der ultraharte Lockdown

Neues Infektionsschutzgesetzt wird im Eiltempo durchgeboxt. Mitspracherechte der Länder werden stark beschnitten!

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung

%d Bloggern gefällt das: