Die Gartenrowdys: Blattläuse

Myriams-Fotos / Pixabay

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Blattläuse sind neben den Schnecken die häufigsten Pflanzenschädlinge und gehören zusammen mit Schildläusen, Wollläusen und Weißen Fliegen zur Gruppe der Pflanzenläuse. Der wissenschaftlich korrekte Name der Insektengruppe lautet eigentlich Röhrenblattläuse – mit rund 650 heimischen Arten ist sie die größte innerhalb der Pflanzenläuse. Zu den häufigsten Vertretern in unseren Gärten zählen Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae, unter anderem auf Rosen, Apfel, Birne, Erdbeere), Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae, unter anderem auf Bohnen, Kartoffeln, Rüben, Schneeball und Pfaffenhütchen), Apfelblutlaus (Eriosoma lanigerum, auf Apfel, Birne und Quitte) Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae, unter anderem auf Pfirsich, Pflaume und Mirabelle sowie verschiedenen Gemüsearten und Unkräutern), Grüne Apfelblattlaus (Aphidula pomi, auf Apfel und Birne) und Sitkafichtenlaus (Liosomaphis abietinum, auf bestimmten Fichten- und Tannenarten).

Lebensweise

Fast alle Blattlaus-Arten überwintern im Eistadium auf den Wirtspflanzen und vermehren sich nach dem Schlüpfen im Frühjahr zunächst ungeschlechtlich. Auf diese Weise entstehen binnen kurzer Zeit zahlreiche Nachkommen – es dauert in der Regel nur eine Woche, bis die Bildung einer neuen, geschlechtsreifen Generation abgeschlossen ist. Nach mehreren Generationen entstehen dann die ersten flugfähigen Nachkommen, die neue Pflanzen der gleichen Art besiedeln oder – wie im Fall der wirtswechselnden Schwarzen Bohnenlaus – erst zum Saisonende auf ihre Winterwirte Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) und Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) übersiedeln. Die geflügelten Blattläuse können sich in der Regel nur geschlechtlich fortpflanzen.

 Blattläuse sind nur wenige Millimeter groß und je nach Art grün, rotbraun oder schwarzbraun gefärbt. Sie leben entweder in großen Kolonien oder kleinen Gruppen auf ihren Wirtspflanzen, vorwiegend auf den jungen Blättern und weichen Triebspitzen. Dort stechen sie mit ihrem Saugrüssel die Pflanzenzellen an und saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft heraus. Einen großen Teil des Zuckersafts scheiden sie allerdings wieder aus, da sie vor allem den sehr geringen Eiweißanteil zum Leben brauchen. Der sogenannte Honigtau überzieht die Wirtspflanze mit einem klebrigen Belag und ist ein zuverlässiges Symptom für einen Schädlingsbefall. Auf älteren Ablagerungen siedeln sich oft sogenannte Rußtaupilze an. Sie schädigen die Pflanze zwar nicht unmittelbar, bilden aber einen unansehnlichen, schwarzfilzigen Schimmelrasen. Außerdem lockt der frische Honigtau Ameisen an – sie melken die Blattläuse regelrecht und verteidigen sie sogar gegen Marienkäfer und andere Fressfeinde. Ein weiteres Problem bei Blattlaus-Befall ist, dass die flugfähigen Blattläuse bei der Besiedlung neuer Pflanzen zur Ausbreitung von Virus-Erkrankungen im Garten beitragen, beispielsweise bei Obstbäumen oder Stauden.

Blattlausbefall vorbeugen

Die beste Vorbeugung gegen Blattläuse ist, seinen Garten naturnah zu bewirtschaften und größere Ansammlungen gleichartiger Pflanzen zu vermeiden: Kombinieren Sie beispielsweise Ihre Rosen mit unterschiedlichen Stauden und legen Sie Ihren Gemüsegarten als Mischkultur an. Vermeiden Sie grundsätzlich eine Überdüngung mit Stickstoff, denn vom gehaltvollen Pflanzensaft profitieren auch die Blattläuse. Sorgen Sie außerdem dafür, dass die natürlichen Feinde der Blattläuse wie Florfliegen, Marienkäfer, Schlupfwespen, Schwebfliegen und andere Nützlinge in Ihrem Garten genügend Nistmöglichkeiten finden, indem Sie beispielsweise Totholzhecken anlegen sowie Florfliegenkästen oder ein Insektenhotel installieren. Wenn sich die Blattlausjäger in Ihrem Garten wohlfühlen, ebbt der Blattlausbefall nach einer ersten Invasion im späten Frühling oder Frühsommer meist spürbar ab. Grund: Wegen des guten Nahrungsangebots vermehren sich auch die Nützlinge stark. Es stellt sich im Lauf des Sommers ein Gleichgewicht ein, mit dem man als Hobbygärtner gut leben kann.

Um Blattläuse von Obstbäumen fernzuhalten, wird häufig empfohlen, die Baumscheibe mit Kapuzinerkresse zu bepflanzen, die die Insekten von den Bäumen weglocken soll. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Es handelt sich nämlich um zwei unterschiedliche Blattlausarten, die ihre Wirtspflanzen nicht wechseln.

Blattläuse direkt bekämpfen

Kapuzinerkresse und andere Sommerblumen unter einem Apfelbaum: Gegen Blattläuse hilft das leider kaum. Wenn einzelne Pflanzen von Blattläusen befallen sind, reicht es oft schon, die Insekten mit einem scharfen Wasserstrahl zu entfernen. Flugunfähige Blattläuse sind relativ unbeweglich und können selbst Distanzen von 20 bis 30 Zentimetern am Boden kaum überwinden. Die Chance, dass sie die Pflanzen erneut befallen, ist daher äußerst gering.

Sind die Triebspitzen bereits stark geschädigt, sollten Sie diese mitsamt den Blattläusen abschneiden und entsorgen. Setzen Sie im Garten gegen Blattläuse ausschließlich nützlingsschonende Präparate auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife ein, beispielsweise Naturen Blattlausfrei oder Neudosan Blattlausfrei. Die Präparate verstopfen die Atmungsorgane der Blattläuse, die sogenannten Tracheen, so dass die Insekten mit der Zeit ersticken. Um möglichst viele Schädlinge zu erfassen, ist es wichtig, dass die Pflanzen gründlich von allen Seiten eingesprüht werden.

 Spezielle Pflaster mit insektizidem Wirkstoff wie beispielsweise Celaflor Rosen-Pflaster wirken – einmal angebracht – etwa zwei Monate gegen Blattläuse. Sie werden einfach um die Stängel der Pflanzen gelegt und geben ihren Wirkstoff an den Pflanzensaft ab, der wiederum von den Blattläusen aufgenommen wird. Um einem Blattlausbefall vorzubeugen, hat sich die sogenannte Austriebsspritzung von Obstbäumen und anderen Gehölzen bewährt. Sobald die Knospen schwellen und die ersten Blattspitzen zu sehen sind, werden die Pflanzen gründlich mit einem nützlingsschonenden Austriebsspritzmittel wie beispielsweise Promanal behandelt. Der Wirkstoff Rapsöl dringt bis in die kleinsten Rindenspalten vor und überzieht Blattlauseier sowie überwinternde Schädlinge mit einem feinen Ölfilm, so dass diese absterben.

Tipps gegen Blattläuse an Topfpflanzen

Wenn Blumenkästen, Zimmerpflanzen oder Kübelpflanzen von Blattläusen befallen sind, hat sich die Bekämpfung mit Pflanzenschutzstäbchen bewährt (zum Beispiel Lizetan, Careo oder Axoris). Man steckt sie einfach in die Blumenerde und dort geben sie ihren Wirkstoff über einen längeren Zeitraum an die Pflanzenwurzeln ab. Die saugenden Insekten werden also ähnlich wie beim Rosen-Pflaster mit dem Pflanzensaft vergiftet. Alternativ gibt es die Präparate auch als Granulat, das wie ein Dünger ausgebracht und leicht in die Topferde eingearbeitet wird. Wichtig: Verwenden Sie systemische Produkte, die über die Wurzeln wirken, ausschließlich für Zierpflanzen, denn Obst und Gemüse sind nach einer solchen Behandlung nicht mehr essbar.

 

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