Grüne: Baerbock und das Geldsystem Holefleisch

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Annalena Baerbock ist seit 2007 mit Daniel Holefleisch verheiratet, den sie bei einem Praktikum kennengelernt hat.
Holefleisch selbst ist in der grünen Parteizentrale bestens vernetzt, da er von 2002 bis 2014 eben dort als leitender Manager für das Sponsoring verantwortlich war. Seine Funktion war es für die Partei Spenden und Zuwendungen zu besorgen.

Während Annalena Baerbock also massig rein ehrenamtliche Funktionen bis hin zum Landesparteivorsitz innehatte, so will man uns glauben machen, verdiente Daniel Holefleisch das nötige Geld für die wachsenden Familie (Kinder *2011 und 2015).
2014 wechselte er dann unter Parteiaustritt bei den Grünen als Lobbyist zur Deutschen Post DHL Group (zu 20,5% im Besitz der „Staatsbank“ KfW), wo er 2017 zum Cheflobbyisten mit Dienstsitz in Berlin aufstieg.
Man könnte also unterstellen, dass er mit dem Wechsel zum staatsnahen Konzern DHL einen kompletten Seitenwechsel vollzogen hat. Vom grünen Spendensammler zum Interessenvertreter der Großkonzerne. Doch ist das so?

Allein der Wechsel wirft Fragen auf, da er in einer Zeit erfolgte, wo Klimapolitik zu einem entscheidenden medialen Faktor in Gesellschaft und Wirtschaftspolitik wurde. Erst der rasante und unkoordinierte Atomausstieg und dann die fast schon wahnhafte Debatte um die Deindustrialisierung deutscher Kernbranchen im Sinne einer ökologischen Totalwende.

Sich hier einen fähigen Mann ins Haus zu holen, als Schnittstelle zwischen Konzern und Politik, war folgerichtig. Den Blick auf einen Spendensammler zu werfen ist allerdings erstaunlich, auch wenn es sicher schon Kontakte gegeben hat. Wo Holefleisch als politischer Klinkenputzer auftrat. Also kaum eine Empfehlung, wenn da nicht jemand im Hintergrund wäre, der diese Idee förderte: Annalena Baerbock, die 2013 in den Bundestag gewählt wurde und von 2012 bis 2015 zum 16-köpfigen  Beirat der Bundes-Grünen gehörte. Zu sagen, dass die DHL auf einen aufsteigenden Stern im Beipack ihres neuen Lobbyisten setzte, darf wohl angenommen werden. Die Verantwortlichen bei dem Deal wären dumm gewesen das nicht zu berücksichtigen.
Und so startete auch seine Karriere durch, denn 2017 wurde Holefleisch zum Senior Manager und Cheflobbyisten in Berlin ernannt. Ein Jahr bevor Baerbock und Habeck die bis dato erfolgreiche Doppelspitze der Partei formierten und die Grünen auf fast 30% schnellen ließen.

Soviel zur Zeitachse der Kombination aus Politikerin Baerbock und Ehemann Holefleisch. Letzter würde sogar auf seinen Job verzichten, wenn/sobald seine Frau Kanzler wäre, wurde medienwirksam verkündet. – Blöd nur, dass er als Ehemann diese Position sowieso hätte aufgeben müssen, da sich seine Arbeit mit der Funktion des Bundeskanzlers als Ehepartner nicht decken würde. Hier mussten schon ganz andere Ehepartner hinter die Interessen des Amtes des Ehepartners zurücktreten. DAS wurde aber so nie gesagt…

Doch bisher ist das alles unkritisch. Unschön ja, aber rechtlich und auch moralisch alles einwandfrei. Bedingte Vorteilnahme zum gegenseitigen Vorteil könnte man dazu sagen. Mit ein wenig Lotto seitens DHL, der aber zum Hauptgewinn wurde.

Doch betrachten wir die Zeit von 2009 bis 2013, wo Annalena Baerbock meinte ein Stipendium als „ehrenamtliche“ Landesvorsitzende in Brandenburg beantragen zu müssen. Gleich nach der gescheiterten Bundestagskandidatur. Wohl aber als Vorbereitung für die BT-Wahl 2013.

In dieser Zeit arbeitete Holefleisch Vollzeit als Spendeneintreiber für die Bundespartei. Hatte also ein Einkommen aus Fixgehalt und vermutlich auch erfolgsorientierten Anteilen, die bei solchen Jobs normal sind.
Spendensammeln, auch neudeutsch Fundraising (HIER) genannt, ist kein Hobby mehr. Schon gar nicht für Stiftungen, gemeinnützige Vereine oder gar Parteien. Spenden sind existenziell. Und das nicht nur in Wahlkampfzeiten mit erhöhten Ausgaben.

Spenden sind der Motor dessen, was den Tagesbedarf an Mitteln ausmacht. Sie sind die eigentliche Spielmasse der Parteien. Neben den Zuschüssen aus der Staatskasse, so sie Mandate bei Wahlen erringen konnten, und Gewinnen aus unternehmerischer Tätigkeit. Kaum ein Partei, die über die Jahre nicht Unternehmensbeteiligungen aufgebaut hat. So gehörte der SPD zum Beispiel Jahrelang die Frankfurter Rundschau, was Leser natürlich nie bei der journalistischen Güte bemerkten…
Medienbeteiligungen sind für Parteien aber insgesamt normal, lohnen sich aber zunehmend nicht mehr.

Dazu kommt, dass die Grünen, anders als CDU/CSU und FDP, oder sogar wie die AfD, sich schwertun in der Wirtschaft auf Gegenliebe zu stoßen. Die neue Aufstellung der Nebeneinkünfte im Bundestag von 53 Millionen Euro an Abgeordnete ging nur zu verschwindenden Teilen an linkslastige Abgeordnete. So darf man ungefähr auch die Spendenverteilung aus der Wirtschaft an die Grünen sehen.
Ergo war der Job von Daniel Holefleisch eine Kernposition in der grünen Parteizentrale. Sein Erfolg brauchte das Geld, das die Partei zur Finanzierung ihrer Organisation brauchte.

Ergo war und ist es klar, dass man in dieser Position keine Klette braucht, die mit dem Fixgehalt zufrieden ist. Daher ist es im Fundraising absolut üblich und auch notwendig die Sammler und Klinkenputzer mit hohen variablen Erfolgsbestandteilen zu „motivieren“. Je nach Branche, Art und Thema bekommen sie zwischen 5 und 25% der gesammelten Mittel als Provision. Das ist kein Grund zum Neid. Es ist fair. Es ist eine im Geschäftsleben übliche Provisionshöhe, die sich immer(!) zwischen 10 und 15% im Durchschnitt einpendelt. Und je schwieriger für ein Thema/Zweck gesammelt werden kann, desto höher die Provision.

Daher sind erfolgreiche Fundraiser auch recht gut bezahlte Menschen. Und das zu Recht!

Und so sammelte auch Holefleisch in der Zeit, wo seine Frau gem. den Aussagen des grünen Landesverbandes in Brandenburg und der Heinrich-Böll-Stiftung so gut wie gar nichts, was natürlich ein Stipendium für sozial Benachteiligte möglich macht. Allein für sich betrachtet. Aber auch mit dem Einkommen vom Ehemann???

Und der hatte es nun wirklich leicht, Gelder zu sammeln. Mit dem Shootingstar der Partei im Rücken. Oder im Portfolio dessen, was man alles für eine Spende bekommen könnte?
Und hier reden wir nicht von unmoralischen und ungesetzlichen Dingen. Wir reden aber um Möglichkeiten für eine Spende einen Auftritt zu bekommen. Das ein oder andere Projekt wohlwollend in Reden und/oder auch vor Ort zu fördern. Vielleicht auch dies und das als grüne Vorzeigeidee zu positionieren. Oder auch einfach als Bereicherung eines kostenpflichtigen Abendessens in guter Gesellschaft und exorbitanten Preis. Soll ja auch anderswo vorgekommen sein, wovon Herr Spahn zum Beispiel alternativ berichten könnte.

Die Möglichkeiten so Geld zu sammeln, sind fast unendlich. Zumindest besser als es Johanniter, das Rote Kreuz oder die Heilsarmee haben, wenn sie jährlich ihre Nachbarschaft abklappern.

Und das mag dann auch der Grund sein, warum  Frau Baerbock wie vom Landesverband auch zugegeben dann 2013 ein festes Gehalt für ihren ehrenamtlichen Landesvorsitz bekommen konnte. Es kam wohl mit wachsender Popularität der Dame Geld rein…

Wenn wir also annehmen, dass das auch 2009 bis 2013 der Fall war, Herr Holefleisch also nicht samt Familie am Hungertuch nagte, dann stellt sich die Frage, was die Heinrich-Böll-Stiftung eigentlich als „förderungswürdig“ ansieht. Abseits von akademischen Belangen und gesellschaftspolitischer Initiative. Wie sie zu dem Begriff Familieneinkommen steht. Und wie Annalena Baerbock samt Ehemann zu dem Begriff Moral stehen?

Damit hat der Fall des zu prüfenden Stipendiates eine ganz andere Fragestellung als die Überprüfung, ob „Annalena allein zu Haus“ wie Klein-Kevin im fast gleichnamigen Film wirklich so allein für ihren Unterhalt gesorgt hat. Oder ob da nicht ein ständig wachsendes Einkommen mit zu berücksichtigen gewesen wäre… Auch dann, als Baerbock ein Jahr nach der Erteilung des Stipendiums schwanger wurde und ihre letztlich steuerfinanzierte Förderung nochmals um ein Jahr verlängert wurde.

Zu den Regularien und Voraussetzungen des Stipendiums an sich haben wir HIER etwas umfassend geschrieben.

In den Medien wird ihr Ehemann Daniel Holefleisch gern als PR-Manager betitelt, der sich um den Wahlkampf seiner Frau kümmert. Das ist nett und gern gehört. Aber hauptamtlich ist er Lobbyist der DHL Group und vermutlich dafür auch fürstlich bezahlt. Schließlich wird sich sein Arbeitgeber den Lottogewinn etwas kosten lassen. Zumindest mehr, als Holefleisch als Fundraiser der Grünen verdient hat.
Ergo müsste man als Arbeitgeber erwarten dürfen, dass er sich hauptamtlich und vorrangig um die Interessen seines Brötchengebers kümmert.
Wie das parallel zum Wahlkampf um die Kanzlerschaft zu stemmen ist, denn auch Wahlkampfmanager ist ein Fulltime-Job, weiß wohl allein der Henker, würde man volkstümlich sagen wollen.

Anzunehmen, dass die DHL die Grünen so subventioniert dürfte abwegig sein, zumal sie im Erfolgsfall ihren Spitzen-Lobbyisten verlieren würde. Nicht freiwillig und aus familiären Gründen, sondern aus o.g. Gründen der Staatsräson.
Aus Sicht DHL wäre eine Niederlage mit anschließender Regierungsbeteiligung das beste Ergebnis, da das Gespann Baerbock/Holefleisch weiterarbeiten könnte.

Wie gut Holefleisch wirklich als PR-Fachmann ist, zeigt der dilettantische Umgang mit recherchierbaren Fakten der letzten Wochen; inklusive dem Buch an sich (HIER). Und wie man mit so einem Buch dann auch so Kasse macht  (HIER), dass man ggf. auch mal 40.000 samt Zinsen zurückzahlen kann, wie es so offen, proaktiv und freundlich formuliert im Raum steht. Sollte das Stipendium zu Unrecht erfolgt sein…

Und diese letzte Idee stammt nicht von Holefleisch. Genauso wenig wie das Buch mit Quellenangaben zu versehen und als neue Auflage rauszubringen. Da waren dann wirkliche Experten und Fachleute beteiligt. Die von dem eine Ahnung haben, was sie tun. Abseits dessen, was so beim Fundraising und Lobbytum vorrangig geht und geduldet wird.

Wer sich nun über Daniel Holefleisch informieren will wird schnell feststellen, dass das nun etwas schwieriger geworden ist. Auch hier haben Experten reagiert. Sein vormals existentes Profil in der wikipedia ist gelöscht. Immer mehr Beiträge verschwinden. Ähnlich von ungünstigen Beiträgen von Annalena Baerbock.
Ein gutes Beispiel dafür, wie auch wiki ein Teil dessen ist, was da Politik heißt. Und wie sie einzuordnen ist. Doch ein kleiner Tipp: einfach einmal in fremdsprachigen wiki-Ausgaben suchen. Und  dann mit der deutschen Ausgabe abgleichen. Eine wahre Fundgrube.

Zum Abschluss ein Bild von Daniel Holefleisch, dem sympathischen Ehemann von der Frau, die Kanzler werden wollte:

Hier ein Link zu dem Bild…

 

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