Schnelle Reduktion schädlicher Methan-Emissionen hätte enormen Klimaschutzeffekt

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Mit bereits heute verfügbaren Maßnahmen können die menschengemachten Emissionen des extrem klimaschädlichen Treibhausgases Methan bis 2030 um bis zu 45 Prozent reduziert werden. Dies geht aus einem Bericht hervor, der heute vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zusammen mit der Climate and Clean Air Coalition (CCAC) veröffentlicht wird. Eine Zusammenfassung lag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vorab vor. Dabei spielen die Bereiche Landwirtschaft, Erdgas-, Öl- und Kohleförderung sowie Abfall die Hauptrolle. Laut UNEP und CCAC hätte eine solche Reduktion einen unmittelbaren Nutzen zum Schutz unseres Klimas: Bis zu 0,3 Grad globaler Erhitzung könnten dadurch bis zu den 2040er-Jahren vermieden und somit ein entscheidender Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels geleistet werden. Die EU muss diese Chance für effektiven Klimaschutz aufgreifen und ihre Methanstrategie entsprechend umsetzen, fordert die DUH. Auch die Bundesregierung müsse sich an den Erkenntnissen aus dem Bericht orientieren. Sie müsse konkrete Maßnahmen ergreifen, anstatt, wie beim gestern vorgestellten Plan zum neuen Klimaschutzgesetz, sich nur vage Ziele zu setzen. Neue fossile Projekte, die zum Ausstoß von Methan beitragen, müssen umgehend gestoppt werden.

Dazu Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: „Der Bericht zeigt das enorme Potential, das sich durch die Reduzierung der Methan-Emissionen für den Klimaschutz ergibt – und die Risiken, wenn wir untätig bleiben. Besonders die Emissionen aus der Erdgas-Wirtschaft müssen jetzt schnellstmöglich sinken. In diesem Bereich ist die Reduzierung am einfachsten und kostengünstigsten erreichbar. Der Bericht weist dabei erneut darauf hin, dass eine weitere Ausweitung fossiler Erdgasinfrastruktur inkompatibel mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens ist. Projekte wie die geplanten deutschen Flüssigerdgasterminals oder Nord Stream 2 müssen deswegen gestoppt werden. Das wäre auch eine Maßnahme, die die Bundesregierung sofort umsetzen könnte, anstatt auf unkonkrete Ziele zu setzen – so wie beim Plan für das neue Klimaschutzgesetz. Im Rahmen der Umsetzung der Methanstrategie muss die EU außerdem schnell eine Methan-Abgabe einführen, die auch den Import von fossilem Erdgas einbezieht. Die Unternehmen in der Branche rufen wir auf, so rasch wie möglich einen Plan zur Reduktion von Methan-Emissionen und zum Ausstieg aus fossilem Erdgas vorzulegen.

Von ebenso großer Bedeutung ist die Landwirtschaft: Sie steuert weltweit 40 Prozent der Methan-Emissionen bei, vorwiegend aus der Tierhaltung sowie dem Reisanbau. In Europa stammen sogar über die Hälfte der menschengemachten Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft, zum Großteil aus der intensiven Tierhaltung. Der UNEP- und CCAC-Bericht unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf im Agrarsektor. Auch hier können Minderungsmaßnahmen eingesetzt werden, die bereits jetzt zur Verfügung stehen. So etwa ein höherer Wirtschaftsdüngeranteil am Substrateinsatz in Biogasanlagen, der Umstieg auf robuste und langlebige Nutztierrassen sowie eine Reduzierung der Anzahl von Tieren je nach verfügbarer Fläche.

Der Bericht erscheint kurz nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts und dem enttäuschenden Plan zum neuen Klimaschutzgesetz der Bundesregierung gestern. Die Festsetzung konkreter, verbindlicher Minderungsziele für Methan muss Gegenstand dieser Neuauflage werden und sich auch in der Ausgestaltung der europäischen Methanstrategie widerspiegeln. Viele der Instrumente bieten Synergien mit der Luftreinhaltung, aber auch mit der von der Bevölkerung zunehmend eingeforderten artgerechten Haltung von Nutztieren. Hier sind die Verantwortlichen aus dem Landwirtschaftsministerien gefragt, um Landwirte bei der Minderung von Methan zu unterstützen„, meint Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung der DUH.

 

OV von Deutsche Umwelthilfe DUH

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