OHB präsentiert Konzept für Mission zur Venus

 

(ots) Zwei unterschiedlich große, autonom fliegende Sonden schweben in einer Höhe von rund 50 Kilometern durch die Venusatmosphäre und suchen mit einer Kombination verschiedener Sensoren nach Spuren von Leben. So könnte eine künftige Mission zur Venus aussehen. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie des Raumfahrtunternehmens OHB SE hervor, die von Inhaber und CEO Marco Fuchs selbst finanziert wurde. Die Studie wurde von der Abteilung Vorentwicklung und Raumfahrtsystemstudien erstellt.

Kern des Konzepts sind ein bis zwei unterschiedlich große flugzeugähnliche Sonden, die sich autonom durch die Venusatmosphäre bewegen. Die Sonden sollen dabei nach Spuren von Leben suchen. Als Instrumente tragen die Fluggeräte eine Kombination aus Gaschromatograph und Massenspektrometer. Um größere Partikel zu analysieren, soll die Sonde auch ein Mikroskop an Bord haben. Als weiteres Instrument ist zudem ein Laserspektrometer angedacht, mit dem die chemische Zusammensetzung bestimmter Spurenmoleküle untersucht werden soll. Zu diesen zählt unter anderem auch Monophosphan, das kürzlich durch seine Entdeckung weltweite Aufmerksamkeit erregt hat.

Die durch Sonnenenergie betriebenen Flugzeuge sollen mehrere Monate über der Venus kreisen. Die Spannweite des größeren Flugzeugs soll knapp dreieinhalb Meter bei geringer Flügelstreckung betragen und zur Lagestabilisierung und Steuerung ist ein T-förmiges Leitwerk vorgesehen. Um einen platzsparenden Transport zu ermöglichen, sollen die Flugzeuge faltbar konstruiert werden. Den knapp zwei Jahre dauernden Transfer Erde – Venus sollen die Flugzeuge sicher verstaut in einer Eintrittskapsel verbringen. Diese soll von einem Orbiter zur Venus gebracht werden. Im Venusorbit angelangt, soll die Eintrittskapsel vom Orbiter abgetrennt werden und in die Atmosphäre des Planeten absteigen. In einer Höhe von gut 50 Kilometern über der Oberfläche sollen dann die Flugzeuge ausgesetzt und entfaltet werden

Besonders günstige Startzeitfenster für die Mission öffnen sich alle acht Jahre. Das nächste beginnt 2023 und endet 2025. Die Mission bis dahin auf den Weg zu bringen ist aufgrund der zu leistenden Entwicklungsarbeit allerdings utopisch. Aus technischer Sicht ist ein Start frühestens im Jahr 2026 möglich – das aber auch nur, wenn die nötigen Geldmittel bereits Anfang 2021 zur Verfügung gestellt werden.

OHB-Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs war bereits lange vor dem Fund von Monophosphan in der Atmosphäre überzeugt, dass die Venus eine Reise wert ist: „Da wir über all das, was mögliches Leben auf der Venus hervorgebracht hat oder vielleicht sogar immer noch hervorbringt, kaum etwas wissen, sollten wir uns um eine Wissenschaftsmission dorthin bemühen. Herauszufinden, ob es im All möglicherweise auch ganz andere Spielregeln der Biologie gibt, rechtfertigt eine derartige Mission aus meiner Sicht voll und ganz. Diese Erkenntnisse könnten dann auch sehr hilfreich sein, um die Wahrscheinlichkeit von Leben auf den tausenden von Exoplaneten besser einschätzen zu können, die in den vergangenen Jahren entdeckt worden sind.“

 

Original-Content von: OHB SE




Skelette von 200 Tieren: Riesiges Mammut-Grab an Baustelle in Mexiko gefunden


Beim Bau eines Flughafens wurden im vergangenen Jahr in der Nähe von

Mexiko-Stadt Überreste von Mammuts entdeckt.

Weitere Ausgrabungen förderten Knochen von etwa 200 Tieren zutage

– es handelt sich um das größte jemals gefundene Mammut-Grab.

 

 





OHB und ESA unterzeichnen Vertrag über Copernicus-CO2-Monitoring-Mission

 

(ots) Die OHB System AG, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, hat heute den Vertrag über die Realisierung der Erdbeobachtungsmission CO2M unterschrieben. Die Mission ist ein Teil des europäischen Copernicus-Programms und wird in ihrer ersten Ausbaustufe aus zwei Satelliten bestehen, mit denen die durch menschliche Aktivitäten verursachten Kohlenstoffdioxid-Emissionen gezielt gemessen werden können. Der Gesamtwert des Auftrags beläuft sich auf 445 Millionen Euro, Vertragspartner ist die Europäische Weltraumorganisation ESA.

Copernicus ist neben Galileo das zweite große europäische Raumfahrtprogramm und stellt eine unabhängige Infrastruktur für die Erdbeobachtung bereit. Die von Messeinrichtungen an Land, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum gesammelten Daten dienen in erster Linie der Überwachung von Umwelt und Klima, helfen aber auch bei der Bewältigung von Naturkatastrophen und liefern Antworten in Bezug auf sicherheitsrelevante Fragen. Finanziert wird das Programm von der Europäischen Union EU und der ESA.

Bei CO2M handelt es sich um eine Mission, mit der erstmals gezielt gemessen werden soll, wie viel klimaschädliches Kohlenstoffdioxid tatsächlich durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangt. Bisher ist es durch Messungen am Boden zwar möglich, die generellen Veränderungen des Kohlenstoffdioxidgehalts in der Atmosphäre zu verfolgen, allerdings können keine verlässlichen Aussagen über die Emissionen einzelner Länder oder gar einzelner Regionen und Städte getroffen werden. Mit der CO2M-Mission soll diese Lücke im verfügbaren Datenmaterial geschlossen werden. Dadurch soll es auch möglich werden, die im Klimaabkommen von Paris festgelegten Ziele besser nachzuhalten und umzusetzen.

Das Projekt CO2M wird von einem Industriekonsortium umgesetzt, das von OHB geführt wird. „Die Aufgabe, die CO2M-Mission als Hauptauftragnehmer umzusetzen, macht mich sehr stolz“, betont Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender des OHB-Konzerns. „An der Frage, wie sich in den kommenden Jahrzehnten der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre entwickeln wird, wird sich auch das Schicksal der Weltklimas entscheiden.“ Als Hauptauftragnehmer trägt OHB die Verantwortung für die Gesamtsysteme und entwickelt die Satellitenplattformen. Wichtigster Unterauftragnehmer ist Thales Alenia Space als Lieferant für die Nutzlasten.

Der Start der CO2M-Mission ist für Ende 2025 geplant.

 

Original-Content von: OHB SE




Vereinigte Arabische Emirate – Erste Mars-Mission erfolgreich gestartet

 

Endlich kann man da nur sagen, denn nach dem zweimaligen Aufschub der Mars Mission durch die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) ist Sonntag den 19. Juli um 23:58 MESZ die Träger Rakete für die die Mars-Sonde „Hope“ vom Weltraumbahnhof „Tanegashima“ abgehoben. Die Sonde wird unseren Nachbar Planeten in sieben Monaten erreichen. Ziel der Mission ist es, die Atmosphäre sowie die täglichen und saisonalen Veränderungen zu untersuchen.

Warum die Vereinigten Arabischen Emirate die Sonde zum Mars gesandt haben, hat den Hintergrund, dass bis zum Jahre 2117 dort die erste Siedlung entstehen soll. Dieser Plan zeigt, wie ernst es der UAE mit dem Weltraumprogramm ist. Auch China und die USA planen noch dieses Jahr einige Missionen zu unserem nahegelegenen Nachbarn.

Quelle: emiratesmarsmission.ae




Jugend forscht: „Lass Zukunft da!“

 

(ots) Kinder und Jugendliche mit Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik können sich ab sofort online anmelden

Unter dem Motto „Lass Zukunft da!“ startet Jugend forscht in die neue Runde. Ab sofort können sich junge Menschen mit Freude und Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) wieder bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb anmelden. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende sind aufgerufen, in der Wettbewerbsrunde 2021 kreative und innovative Forschungsprojekte zu präsentieren.

Jugend forscht ermutigt alle Jungforscherinnen und Jungforscher, entsprechend dem Motto der nächsten Runde Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen und Konzepte für die zukunftsfähige Gestaltung unseres Planeten zu entwickeln. Gerade Kinder und Jugendliche zeigen ein starkes Bewusstsein für die Themen, die aktuell auf der Agenda unserer Gesellschaft stehen. Dabei sind sie besonders neugierig und kreativ bei der Erarbeitung von Lösungen für die Welt von morgen. Jugend forscht bietet ihnen die Freiheit, ihre Experimentierfreude und ihren Erfindergeist zu entfalten – zu Hause, in der Schule oder in außerschulischen Lerneinrichtungen.

Am Wettbewerb können Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre teilnehmen. Jüngere Schülerinnen und Schüler müssen im Anmeldejahr mindestens die 4. Klasse besuchen. Studierende dürfen sich höchstens im ersten Studienjahr befinden. Stichtag für diese Vorgaben ist der 31. Dezember 2020. Zugelassen sind sowohl Einzelpersonen als auch Zweier- oder Dreierteams. Die Anmeldung für die neue Runde ist bis 30. November 2020 möglich. Bei Jugend forscht gibt es keine vorgegebenen Aufgaben. Das Forschungsthema wird frei gewählt. Wichtig ist aber, dass sich die Fragestellung einem der sieben Fachgebiete zuordnen lässt: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik stehen zur Auswahl.

Für die Anmeldung im Internet sind zunächst das Thema und eine kurze Beschreibung des Projekts ausreichend. Im Januar 2021 müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine schriftliche Ausarbeitung einreichen. Ab Februar finden dann bundesweit die Regionalwettbewerbe statt. Wer hier gewinnt, tritt auf Landesebene an. Dort qualifizieren sich die Besten für das Bundesfinale Ende Mai 2021. Auf allen drei Wettbewerbsebenen werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von mehr als einer Million Euro vergeben.

„Wir sind uns bewusst, dass Kinder und Jugendliche ebenso wie Lehrkräfte und Schulen angesichts der aktuellen Coronavirus-Pandemie in den kommenden Monaten vor vielfältigen Herausforderungen stehen“, sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Dennoch rufen wir gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit zur Teilnahme an unserer 56. Wettbewerbsrunde auf. Denn einmal mehr wird deutlich, wie wichtig Forschung und Entwicklung für die Zukunft unserer Gesellschaft sind. Wir freuen uns sehr, wenn viele MINT-Talente die Chance zur individuellen Förderung nutzen, die Jugend forscht ihnen bietet. Wir wollen sie auf ihrem Weg unterstützen.“

Die Teilnahmebedingungen, das Formular zur Online-Anmeldung sowie weiterführende Informationen und das aktuelle Plakat zum Download gibt es im Internet unter www.jugend-forscht.de.

Stiftung Jugend forscht e.V./Stiftung Jugend forscht e. V.“

Original-Content von: Stiftung Jugend forscht e.V.




Neue Copernicus-Missionen zur Erdbeobachtung sind ein starkes Signal Europas für den Klimaschutz

 

(ots) Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender des Raumfahrtunternehmens OHB, sieht in der Vergabe sechs weiterer Missionen im Rahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus ein starkes Signal der EU für den Klimaschutz. „Das Bekenntnis zu Copernicus ist für mich ein Beleg dafür, dass Europa es mit dem Klimaschutz wirklich ernst meint“, sagt Fuchs. „Denn nun gibt es mit dem EU-Projekt Green Deal nicht nur konkrete Ziele mit einem konkreten Datum bis zu dem Klimaneutralität erreicht werden soll, sondern die Investitionen in die Konstellation neuer Sentinel-Satelliten verschaffen der EU auch die nötigen Instrumente, um umfassend und transparent nachzuweisen, wie weit sie auf dem Weg dahin gekommen ist.“

Vor allem die CO2M-Mission sei dafür besonders wichtig. „Denn an der Frage, wie sich in den kommenden Jahrzehnten der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre entwickeln wird, wird sich auch das Schicksal der Weltklimas entscheiden. CO2M soll es ermöglichen, Regionen mit starkem Kohlendioxidausstoß zu entdecken sowie allgemein die Vereinbarungen des Klimaabkommens von Paris zu überwachen“, sagt Fuchs.

Die Relevanz von Erdbeobachtungsmissionen in der Raumfahrt leite sich vor allem durch den Umstand ab, dass sie einen unvoreingenommenen Blick von oben ermöglichten. „Wenn die Menschheit mit Erdbeobachtungssatelliten aus großer Höhe auf den Planeten schaut, verschafft sie sich eindeutige Fakten“, sagt Fuchs. „Unsere Kultur basiert schlussendlich auf Erkenntnis, auf Empirie. Man gesteht sich ein, dass man nicht alles weiß, dass Beobachtung noch weitere Erkenntnis bringt und dass diese Erkenntnis dann möglicherweise das Verhalten verändert. Mit der neuesten Technologie satellitenbasierter Erdbeobachtung lassen sich diese Veränderungen heute präzise messen und verfolgen.“ Globaler Klimaschutz sei aus diesem Grund ohne technische Hilfe aus dem Weltall gar nicht mehr denkbar. „Die Raumfahrt nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Denn es geht auch darum, zu messen, ob Klimaschutzmaßnahmen den gewünschten Effekt haben.“

Fuchs ist überzeugt, dass die Umweltüberwachung in naher Zukunft eine Permanenz und Vielschichtigkeit bekommen wird, die sie von allen anderen Bereichen deutlich unterscheidet. „Die Umweltüberwachung aus dem Weltraum wird ein Ausmaß annehmen, das wir uns im Moment noch gar nicht vorstellen können“, sagt der OHB-Chef. Die für die Raumfahrtindustrie ideale Situation sei, die permanente Überwachung der Erde bei Umwelt und Klima. „Denn dann bildet diese Überwachung einen Teil der globalen Infrastruktur; sie stellt dann eine Art Erkenntnisinfrastruktur dar, die rund um die Uhr Daten zur Verfügung stellt“, sagt Fuchs.“Und auf diese Weise trägt sie wesentlich dazu bei, der Wissenschaft die Daten zu liefern, die sie in die Lage versetzt, rechtzeitig auf Fehlentwicklungen hinzuweisen.“

 

Original-Content von: OHB SE




ESA-Mission Hera im Mittelpunkt des Asteroid Day am 30. Juni

 

(ots) Asteroiden, Weltraumschrott und Weltraumwetter – die Gefahren aus dem All sind vielseitig und, im schlimmsten Falle, desaströs für das Leben auf der Erde. „Ich halte den Asteroid Day deshalb für eine wichtige Plattform, mit der die Öffentlichkeit über dieses Thema informiert und kluge Köpfe versammelt werden, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE, vor dem Hintergrund des Asteroid Day. OHB ist zum vierten Mal Partner dieser Veranstaltung.

Zweck dieses von der UN anerkannten internationalen Gedenktages am 30. Juni ist, das öffentliche Bewusstsein für Asteroiden und ihre Rolle in unserem Sonnensystem zu schärfen, die Notwendigkeit und den Nutzen der Asteroidenforschung darzustellen, Verfahren zum Schutz der Menschheit vor Asteroideneinschlägen zu entwickeln und künftige Erkundungsmissionen zu erleichtern.

Die reale, irdische Bedrohung durch die Corona-Pandemie zwingt die Macherinnen und Macher des Asteroid Day zu einer rein virtuellen Ausgabe. Über Live-Video-Konferenzen kommen beim Asteroid Day 2020 Live Digital auch in diesem Jahr wieder Vertreter aus Wissenschaft, Forschung, Technologie, Raumfahrtagenturen und Öffentlichkeit zusammen. Das vielseitige Programm informiert über Asteroiden und die von ihnen potentiell ausgehenden Gefahren.

OHB entwickelt Asteroidenabwehrsystem HERA

„Die Mission Hera ist Europas Beitrag zu einer gemeinsamen, zeitlich versetzten ‚planetary defense‘-Mission mit der NASA zur Verteidigung unseres Planeten und damit ein sehr spezifischer Beitrag zur Abwehr von Asteroideneinschlägen“, sagt Fuchs. „Ich bin stolz, dass OHB hier dabei ist und einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten vor den Gefahren aus dem Weltraum leisten kann.“ Mit der amerikanisch-deutschen Doppelmission DART/Hera, wird eine konkrete Mission vorbereitet und umgesetzt, mit der erstmalig demonstriert werden soll, wie Asteroiden von ihrer Flugbahn abgelenkt werden können. „Ein erster, aber wichtiger Schritt, schließlich sind wir es kommenden Generationen schuldig, unsere verfügbare Technologie zu nutzen und zu erproben, damit wir am Tag X, wenn tatsächlich ein Asteroid Kurs Erde nimmt, handlungsfähig sind“, ergänzt der OHB-Chef.

Das deutsche Raumfahrtunternehmen OHB System AG ist industrieller Hauptauftragnehmer bei der ESA-Mission HERA, deren gleichnamiger Satellit 2024 in den Weltraum aufbrechen soll, um die neue Flugbahn des nur minimal abgelenkten Asteroiden zu vermessen und seine Zusammensetzung mit zwei in seiner in der Nähe ausgesetzten Sonden zu erforschen. Die NASA-Mission DART startet bereits im nächsten Jahr in den Weltraum.

Etwa 1.000 neue Asteroiden gelangen jedes Jahr in unser Planetensystem. Mehr als 900 potenziell gefährliche sogenannte Near Earth Objects (NEOs) werden überwacht. Mit dem ersten von OHB Italia entwickelten und gefertigten Flyeye-Teleskop der ESA sollen von Sizilien/Italien aus die Beobachtungen dieser Himmelskörper mit einem Durchmesser von bis zu 100 Metern unterstützt werden. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kommt es statistisch gesehen aber nur alle paar Jahrhunderte zu einem Einschlag eines größeren Asteroiden, der enorme Schäden auf der Erde verursachen kann. Wichtig ist trotzdem, mehr über diese Himmelskörper zu lernen – das fängt bei ihrer Entdeckung und Identifizierung an, geht über Kenntnisse bezüglich ihrer Flugbahnen bis hin zu ihrer Zusammensetzung.

 

Original-Content von: OHB SE




Vor 80 Jahren: Ein Eisenbahnwagon, der Geschichte schrieb und zur Geschichte wurde


Lesedauer 3min

Im August 1914 wurde der Wagen mit Nummer 2419D als einer von insg. 21 baugleichen Speisewagen der französischen Eisenbahn vom Hersteller übergeben und in Betrieb genommen. Der letzte dieser 21 Wagen steht nun im Museum des Waffenstillstands 1918 in Compiègne.

Im Ersten Weltkrieg diente er nach seinem Umbau zum Salonwagen Marschall Ferdinand Foch von 1918 bis 1919 als Stabswagen. Und als solcher wurde in ihm dann der Waffenstillstand 1918 verhandelt und unterzeichnet.

Danach hieß der Salonwagen nur noch „Wagen von Compiègne“ (HIER) und wurde erst in Paris und dann im eigens erbauten Museum in Compiègne ausgestellt.

Nach der Niederlage Frankreichs wurde der Salonwagen eigens für die Unterzeichnung der französischen Kapitulation auf ausdrückliche Anweisung Hitlers aus dem Museum geholt und an gleicher Stelle wie 1918 positioniert.

 

Danach wurde der fahruntüchtige Salonwagen mit einem Schwertransport nach Berlin geschafft und dort ausgestellt. Im Zuge der massiven Bombenangriffe auf Berlin wurde der Wagen mit anderen musealen Wertgegenständen ausgelagert und nach Thüringen verbracht, wo er in Crawinkel, nahe dem Jonastal, wo ein Führerhauptquartier gebaut wurde, abgestellt. Es ist anzunehmen, dass man daran dachte auch den Salonwagen in der Stollenanlage einzulagern, die im Jonastal in den Berg getrieben wurde. In der Anlage, deren Eingänge 1945 gesprengt wurden und deren genaue Lage bis heute unklar ist, werden seit 1945 umfangreiche Einlagerungen von Kunstgegenständen vermutet.
Es könnte aber auch angedacht gewesen sein, dass der Salonwagen dem Oberkommando der Wehrmacht als Stabswagen dienen sollte, da die Region Gotha-Ohrdruf als Ausweichquartier für das OKW vorgesehen war.
Letztlich wurde der in Crawinkel abgestellte „Wagen von Compiègne“ im Zuge der Annährung der 89. US-Infanteriedivision vermutlich von der SS angezündet. Andere Zeugen sprechen von Zivilisten als Tätern oder auch von marodierenden Zwangsarbeitern aus dem Arbeitslager Ohrdruf, die im Jonastal Zwangsarbeit leisten mussten.
In den Nachkriegswirren versuchten französische Suchtrupps den Wagen zwar zu finden, doch die sich rapide verschlechternde politische Lage innerhalb der Siegermächte machte dann ein Aufspüren innerhalb der von Stalin beherrschten und auch zunehmend ausgeplünderten Ostzone (später DDR) unmöglich. Der „Wagen von Compiègne“ wurde offiziell abgeschrieben.

 

Da der ausgebrannte Wagen für Reparationsforderungen in Crawinkel uninteressant war, als der historische „Wagen von Compiègne“ auch unerkannt blieb, konnte die DDR Reichsbahn ihn als Werkswagen wieder herrichten. Der Aufbau wurde repariert bzw. erneuert und somit diente der Wagen der Reichsbahn bis in die 70er. Danach wurde der Aufbau entfernt und der Wagen als „Flachwagen Nummer 17“ bis 1986 im Weichenwerk Gotha genutzt.
Aufgrund der sehr weichen Federung als ursprünglicher Speisewagen hatte er bei den Arbeitern des Werkes den Spitznamen „Kanapee“ bekommen.
Eine polnische Gruppe hat ihn noch vor seinem letzten Umbau in Gotha besichtigen können. Das damals gemachte Video ist HIER zu sehen.

Nach der Wende tauchten Bilder auf, wo Teile der Bronzebeschläge in einer Kleingartenanlage zu sehen waren. Die damalige Reportage konnte sie als Teile des „Wagens von Compiègne“ verifizieren. Alle so wiederentdeckten Teile sind nun wieder in Frankreich und werden dort in Vitrinen ausgestellt. Gleich neben dem letzten der ursprünglichen 21 Speisewagen der Serie, der nun mit der Nummer 2419D versehen und zum Salonwagen umgebaut den Besuchern gezeigt wird.

Video: Geschichte des „Wagens von Compiègne“ in 2min (HIER)

 

Compiegne 1940, Generaloberst Keitel überreicht die Waffenstillstandsbedingungen

Am 25.06.1940, vor 80 Jahren, wurde in ihm zum zweiten Mal eine Kapitulation unterzeichnet. 22 Jahre nach der Kapitulation von 1918. Seitdem ist viel passiert. Europa wuchs zusammen und wird, heute wie damals, wieder auf die Probe gestellt. Das Erbe von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, ein zusammenwachsendes Europa, wird gerade stark belastet. Steht eigentlich schon auf der Kippe.

 

Vielleicht sollte der nächste Gipfel der EU-Regierungschefs mal in der Replik des Salonwagens in Compiègne stattfinden. Als kleine Erinnerung daran, welche Art von Verhandlungen historischer Art eigentlich überflüssig sind, wenn das Wohl von hunderten Millionen Menschen auf dem Spiel steht. Und ein „weiter so“ in Wiederholung zur Farce wird…





Seltene ringförmige Sonnenfinsternis über Afrika und Asien zu sehen


Im Nordosten der Republik Kongo ist ab 06.56 Uhr MESZ

eine sogenannte Feuerring-Sonnenfinsternis zu sehen,

bei der die Sonne nahezu komplett hinter der

Neumondscheibe verschwindet.

 

 


 




Wettbewerbsfähigkeit von KMU durch Exoskelette steigern


In den nächsten drei Jahren sollen die Wettbewerbsfähigkeit von KMU verbessert und die Gesundheit am Arbeitsplatz gefördert werden.

 

Das Projekt EXSKALLERATE (ACCELERATE adoption of EXOSKELETONS for construction and manufacturing applications in the North Sea Region) hat das Ziel, die Einführung von Exoskeletten für KMU im Baugewerbe sowie der industriellen Fertigung im Gebiet der gesamten europäischen Nordseeregion zu beschleunigen. Die Regionalmanagement Nordhessen GmbH und MoWiN.net e.V. kooperieren dabei mit 13 weiteren Partnern aus sechs europäischen Ländern (Schweden, Deutschland, Belgien, Dänemark, Großbritannien und Niederlande).

Bis zu 44 Millionen Arbeitnehmer in der Europäischen Union (EU) sind von arbeitsplatzbedingten Erkrankungen des Bewegungsapparates betroffen, was einer jährlichen Gesamtkostenbelastung für die Industrie von mehr als 300 Milliarden US-Dollar entspricht. Exoskelette haben die Fähigkeit, die Anzahl von Verletzungen des Bewegungsapparates zu verringern und die Lebensqualität bei der Arbeit zu erhöhen, wodurch die Kosten für Unternehmen langfristig gesenkt werden.

Insbesondere Arbeiter im Produktions- und Baugewerbe üben körperlich anstrengende Tätigkeiten aus, die das Risiko von Gesundheitsproblemen, Behinderungen und Krankheitsurlaub erhöhen. Dies führt zu einer geringeren Attraktivität des Arbeitsplatzes und einem Mangel an Bewerbern, was zu unbesetzten Stellen führt, die das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit bremsen. Dies gilt insbesondere für viele KMU, denen die verfügbaren Lösungen durch die Übernahme des Exoskeletts nicht bekannt sind, da sich die Lösungsentwickler eher an große Unternehmen wenden.

EXSKALLERATE will diese Probleme angehen, indem es sich darauf konzentriert, die Einführung von Exoskeletten in KMU der Bauindustrie und in der industriellen Fertigung, wo schwere körperliche Arbeit zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führt, zu fördern. Laut Forschungsergebnissen der EXSKALLERATE-Partner, könnte der Einsatz von passiven Exoskeletten 10-40% und bei aktiven bis zu 80% der Muskelspitzenbelastungen lindern.

„In unserer alternden Gesellschaft müssen Menschen länger arbeiten. Wir bemühen uns, Menschen in der verarbeitenden Industrie und im Baugewerbe dabei zu helfen, dies auf gesunde und glückliche Weise zu tun, indem wir die Einführung von Exoskeletten beschleunigen. Sobald diese in den genannten Industrien etabliert sind, erwarten wir, dass andere Industrien, wie Logistik und Landwirtschaft, rasch folgen werden“, sagt Anton Duisterwinkel, Koordinator von EXSKALLERATE von InnovationQuarter, der regionalen Wirtschaftsentwicklungsagentur für die Provinz Zuid-Holland, auch bekannt als der Großraum Rotterdam – Den Haag.

Das Konsortium aus Unternehmensförderungsorganisationen, Clustern und Forschungsinstituten wird Feldlabore durchführen in denen die wichtigsten Herausforderungen von KMU identifiziert und Exoskelette der nächsten Generation erprobt werden. Es werden zudem mehrere informative Workshops für KMU stattfinden, in denen Experten Instrumente zur Unterstützung und Entscheidungsfindung bei der Einführung von Exoskeletten vorstellen.

Modernste Sensorik und Aktorik bieten den Mitarbeitern eine echte Erleichterung, wenn sie Lasten heben und bewegen. Exoskelette bewirken, dass die Aufgaben der Mitarbeiter leichter durchführbar sind und eine Entlastung des Muskel-Skelett-Systems bei spezifischen Tätigkeiten ermöglichen. Um die Mitarbeiter besonders bei Hebe- und Drehbewegungen zu unterstützen, möchten wir in dem Projekt EXSKALLERATE mitwirken und die Einsatzmöglichkeiten von Exoskeletten testen“, so André Oswald, Betriebsleitung Operations Libri GmbH.

 

 

Regionalmanagement und MoWiN.net möchten die Partner aus Nordhessen und Niedersachsen zu einer Beteiligung animieren und Pilotprojekte etablieren, in denen Exoskelette in Produktions- oder Frachtlieferprozessen eingesetzt werden. „Noch sind die Exoskelette in einem frühen Stadium der Entwicklung, doch sie gehören zu den Technologien der Zukunft und sind Wegweiser für Medizin, Gesellschaft und für die Arbeitswelt“, erklärt Manuel Krieg, Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen GmbH. „Die Mensch-Technik-Schnittstellen werden zudem immer besser. Aus vielen Bereichen des Arbeitslebens sind Roboter nicht mehr wegzudenken. Die Entlastung des Menschen von gesundheits-gefährdender Arbeit ist dabei ein wichtiges Motiv, das wir auch hier in der Region Nordhessen fördern wollen“, ergänzt Dr. Astrid Szogs, Geschäftsführerin Regionalmanagement Nordhessen GmbH.

EXSKALLERATE, kofinanziert durch das Interreg-Programm für die Nordseeregion 2014 – 2020, heißt KMU aus dem Baugewerbe und der industriellen Fertigung willkommen, sich zu beteiligen und die Vorteile von Exoskeletten zu nutzen.

Weitere Informationen unter

Website: https://northsearegion.eu/exskallerate/

Twitter: https://twitter.com/exskallerate

LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/exskallerate





Einladung zum nächsten YouTube Livestream: Mittwoch, 3. Juni 2020, 17:00 Uhr. „Lernen der Zukunft“ mit YouTuber Jacob Beautemps und Gedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger.


Wie merkt man sich endlich mal Namen von Party-Gästen? Oder wichtige historische Daten? Oder eine sehr lange Folge von Binärzahlen? Ein Kartenspiel mit 52 Karten?

Als exklusiver Netzwerkpartner in Nordhessen lädt SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler aller Schulformen, Studierende und Interessierte zu diesem Livestream auf YouTube ein:

Thema:                     „Lernen der Zukunft mit mixed reality-Anwendungen (VR, AR) und neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung“

Termin:                     Mittwoch, 3. Juni 2020, 17:00 Uhr

Abrufbar unter:      www.mint-livestream.de

Der erfahrene YouTuber und studierte Physiker Jacob Beautemps nimmt aktuelle Themen wissenschaftlich unter die Lupe und nutzt dabei Studien, Experimente und das Wissen von Experten. In diesem Livestream werden technologische Fortschritte wie Lernen mit Hilfe von mixed reality-Anwendungen (VR, AR) beleuchtet. Dabei wird auch auf neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung eingegangen. Im Live-Interview wird die Gedächtnisweltmeisterin, Christiane Stenger, zugeschaltet. Stenger hat mit 16 Jahren Abitur gemacht, ist heute Fernsehmoderatorin, Sachbuchautorin und Nachwuchs-Gedächtnissportlerin.

Außerdem dürfen sich die Teilnehmenden auf ein interaktives Quiz freuen. Am Ende ist ein lernstandsichernder Abschlusstest möglich. Auf weiterführende Materialien/Links wird hingewiesen. Der Livestream ist anschließend als Lernvideo kostenlos abrufbar, sodass Wiederholungen von Aufgaben inklusive der Lösungen zuhause im eigenen Lerntempo jederzeit möglich sind.

„Wir sind gespannt, welche neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung vorgestellt werden und wie in der heutigen Flut von Informationen sich Zahlen, Daten und Fakten besser gemerkt werden können“, freuen sich die beiden Geschäftsführer Achim Schnyder und Frauke Syring, auf den Livestream.





SpaceX-Raketenstart von Elon Musk gestoppt


Es hätte ein historisches Ereignis werden sollen.

Doch der SpaceX-Start der Falcon-9-Rakete von Tesla Gründer

Elon Musk musste abgesagt werden.

Grund dafür waren die schlechten Wetterbedingungen.

 

 





USA vor erstem bemannten Weltraumstart seit 2011


Euronews World News
Bislang waren die USA auf russische Unterstützung durch Sojus-Raumkapseln angewiesen.
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der NASA und den Privatunternehmen von
Elon Musk (Space X) sowie Boeing zusammengetan hat. 
 
Man hofft, dass die Astronauten nicht das Corona-Virus an Bord haben werden.
Immerhin seit 2011 die erste bemannte Mission ins Weltall.
 
 
 

 




Stürmische Aussichten: National Geographic präsentiert neue Doku-Serie „Im Angesicht des Sturms“ ab 29. Juli

 

(ots) Stürme sind heftige Wetterphänomene, die alljährlich für Zerstörung sorgen. Mit dem Klimawandel werden die Wetterextreme überdies immer häufiger. Doch Sturm ist nicht gleich Sturm. Je nachdem, wo sie auf der Erde toben und ob sie über dem Ozean oder an Land wüten, entwickeln die Winde unterschiedliche Ausprägungen und tragen andere Namen. Als Orkan, Taifun, Hurrikan, Tornado oder Blizzard wachsen sie zu bedrohlichen Monstern heran – und üben gleichzeitig eine gewaltige Faszination aus. Die neue Dokumentarserie „Im Angesicht des Sturms“ nimmt die weltweit heftigsten Stürme ins Visier. Auf Booten, Schiffen und Ölbohrplattformen rund um den Globus wurden zur Aufzeichnung des Sturmgeschehens rund 1.000 Kameras installiert. Die Aufnahmen helfen dabei, die Entstehungsprozesse und Verläufe von Stürmen in packenden Bildern festzuhalten. Darüber hinaus kommen Augenzeugen und Überlebende verheerender Unwetter zu Wort, die ihre teils traumatischen Erlebnisse schildern. Zusammen mit Satelliten- und Kameraaufnahmen wird so ein faszinierendes Bild von den gewaltigen und ehrfurchtseinflößenden Naturereignissen gezeichnet.

National Geographic präsentiert die sechsteilige Serie „Im Angesicht des Sturms“ ab 29. Juli immer mittwochs um 21.00 Uhr als deutsche Erstausstrahlung.

Über „Im Angesicht des Sturms“:

Zuschauer der neuen Wissenschaftsserie werden Zeugen, wie sich über dem Atlantik ein Tiefdruckgebiet aufbaut und zu einem Tropensturm entwickelt, der auf seiner Wanderung Richtung Westen an Stärke zunimmt und schließlich von den Meteorologen zu einem anschwellenden Hurrikan hochgestuft werden muss. Angesichts derartiger Szenarien wird deutlich, dass es trotz allem meteorologischen Wissen und selbst mithilfe neuester Satellitentechnik weiterhin nur sehr schwer vorherzusagen ist, wie sich ein Sturm in bestimmten Situationen verhält. Jede Folge rückt zudem das Schicksal betroffener Seeleute oder Küstenbewohner in den Fokus. Es geht um ihre Schiffe, ihre Ladung – und nicht selten um Leben und Tod. „Im Angesicht des Sturms“ erzählt packende Geschichten von Triumph, Widerstand und genialem Erfindergeist, von beeindruckender Ingenieurskunst und beachtlichem Mut. Die einzelnen Folgen führen hautnah vor Augen, was es bedeutet, sich den Herausforderungen der Naturgewalten zu stellen.

Sendetermin:

-  Ab 29. Juli immer mittwochs um 21.00 Uhr als deutsche TV-Premiere auf National Geographic 
-  Wahlweise im englischen Original oder der deutschen Synchronfassung 
-  Alle sechs Episoden sind im Anschluss auch über Sky Go, Sky On Demand, Sky Ticket, in der Megathek auf MagentaTV sowie Vodafone Select und GigaTV verfügbar

 

Original-Content von: National Geographic




Faszinierende Aufnahmen: Bei jedem Tritt leuchtet dieser Sand blau


Es sind Bilder wie aus einer anderen Welt: Die Strände an der Küste

Kaliforniens erstrahlen derzeit in einem leuchtenden Blau.

Ein Video zeigt sogar, wie der Sand bei jedem Schritt in der ungewohnten Farbe glitzert.

Biolumineszenz ist der Grund dafür.

 

 



 

 




75 Jahre Kriegsende: Russland feiert nur mit Flugparade


Euronews No Comment
Russland hat den 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion
über Deutschland gefeiert – wenn auch aufgrund der
Corona-Pandemie in kleinerem Umfang.
 

 

 





European Heritage Award 2020


Brüssel/ Den Haag, 07. Mai 2020

Archivbild ITS Bad Arolsen

Am diesjährigen Europatag (9. Mai) freuen sich die Europäische Kommission und Europa Nostra, die Gewinner der Europäischen Kulturerbepreise / Europa Nostra Awards 2020 bekannt zu geben. Europas höchste Auszeichnung im Bereich des Kulturellen Erbes geht an 21 beispielhafte Leistungen aus 15 europäischen Ländern (weitere Informationen über die vollständige Liste der Preisträger siehe unten). Unter den diesjährigen Preisträgern sind zwei herausragende Projekte aus Deutschland: die Epitaphe der Universitätskirche Leipzig in der Kategorie Konservierung und das Online-Archiv der Arolsen Archives in der Kategorie Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung.

Denkmalliebhaber und Förderer des Kulturerbes aus Europa und der ganzen Welt können online (wählen Sie online) für ihre Preisträger abstimmen und entscheiden, welcher Antrag den diesjährigen Publikumspreis gewinnen wird. In Zeiten der Enge und der räumlichen Distanz hoffen die Europäische Kommission und Europa Nostra, besonders viele Menschen dazu zu bewegen, die diesjährigen preisgekrönten Leistungen zu würdigen und drei Publikumslieblinge zu benennen. Der Publikumspreis wird nach dem Sommer bekannt gegeben. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Gewinner des Großen Preises veröffentlicht, die Anspruch auf einen Geldpreis in Höhe von jeweils 10.000 € haben.

„Die COVID-19-Krise hat deutlich gemacht, wie notwendig Kultur und kulturelles Erbe für Menschen und Gemeinschaften in ganz Europa sind. In einer Zeit, in der Hunderte von Millionen Europäern physisch getrennt bleiben, bringt unser Kulturerbe die Menschen mehr denn je zusammen. Die diesjährigen Gewinner Europäischen Kulturerbepreise / Europa Nostra Awards sind berührende und kraftvolle Beispiele, die wirklich zu einem engeren, geeinteren und widerstandsfähigeren Europa beitragen“, sagte Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend.

In diesen schwierigen Zeiten sind unsere Preisträger mit ihren Erfolgsgeschichten wahre Hoffnungsbringer, sie haben Widrigkeiten durch Fachwissen, Engagement und Teamarbeit überwunden. Diese beispielhaften preisgekrönten Projekte zeigen, dass das kulturelle Erbe für unsere geistige und körperliche Genesung von dem durch die Pandemie verursachten Trauma von entscheidender Bedeutung ist. Unser gemeinsames Erbe und seine Bewahrer können auf so vielfältige Weise dazu beitragen: von der Zugänglichmachung kultureller Inhalte über kreative digitale Lösungen bis hin zu konkreten Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten als Akt der sozialen und wirtschaftlichen Wiedergeburt unserer Städte und Dörfer“, erklärte Hermann Parzinger, Exekutivpräsident von Europa Nostra.

Die Europäischen Kulturerbepreise / Europa Nostra Awards wurden 2002 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und werden seither von Europa Nostra – der europäischen Stimme der Zivilgesellschaft, die sich für das Kulturerbe einsetzt – verwaltet. Die Preise werden vom Creative Europe-Programm der Europäischen Union unterstützt.

Die Preisträger wurden von einer unabhängigen Jury, die sich aus Kulturerbe-Experten aus ganz Europa zusammensetzten, ausgewählt. Dem voraus ging eine gründliche Bewertung der von Organisationen und Einzelpersonen aus 30 europäischen Ländern eingereichten Bewerbungen. Die Jury beschloss außerdem, drei Europa Nostra Awards an bemerkenswerte Leistungen im Bereich des Kulturerbes aus europäischen Ländern zu verleihen, die nicht am EU-Programm Creative Europe teilnehmen, nämlich aus der Schweiz und der Türkei.

Im Jahr 2020 werden zudem zwei neue ILUCIDARE-Sonderpreise aus den eingereichten Bewerbungen für die Europäischen Kulturerbepreise / Europa Nostra Awards ausgewählt. Die ILUCIDARE-Sonderpreise werden am 28. Mai bekannt gegeben. ILUCIDARE ist ein von Horizon 2020 finanziertes Projekt mit dem Ziel, ein internationales Netzwerk zur Förderung des Kulturerbes als Ressource für Innovation und internationale Beziehungen aufzubauen.



Das Online-Archiv der Arolsen Archives, Deutschland

Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum für die Erforschung und Dokumentation der nationalsozialistischen Verfolgung. Sie beherbergen das weltweit umfassendste Archiv über die Opfer und Überlebenden der Naziherrschaft. Die Sammlung ist Teil des UNESCO Weltdokumentenerbe und gilt als einzigartiger Beweis für das Schicksal von über 17,5 Millionen Menschen.

Das neue Online-Archiv bietet erstmals einen einfachen Internetzugriff auf die Dokumente. Eine digitale Hilfe, der e-Guide, gibt den Nutzern zusätzliche Informationen, um die Dokumente zu verstehen. Das neue Online-Archiv wurde von den Arolsen Archives initiiert und finanziert und in Zusammenarbeit mit der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Israel, umgesetzt.

Das gemeinsame Aufklärungsprojekt baut auf jahrzehntelanger Arbeit an der Digitalisierung der Dokumente der Arolsen Archives und der Indizierung von Namen auf. Es nutzt die neueste Technologie von Yad Vashem für ein schnelles Datenmanagement und eine erweiterte Suche nach Orten und Namen. Bereits ab dem Start im Mai 2019 konnten Benutzer online auf 13 Millionen Dokumente zugreifen und etwa 3 Millionen Namen suchen. Das Online-Archiv wächst ständig weiter.

Aufgrund der Komplexität und Heterogenität der Sammlung erforderte die konventionelle Forschung bisher viel Erfahrung und Fachwissen. Viel Unterstützung durch die Mitarbeiter des Archivs war nötig. Jetzt sind die Dokumente online auf einer innovativen und nutzerfreundlichen Plattform mit interaktiven Komponenten und fortschrittlichen Werkzeugen für die Kontextualisierung wie dem e-Guide veröffentlicht. So haben die Arolsen Archives ihre Sammlung für eine neue Nutzergemeinschaft geöffnet. Menschen aus der ganzen Welt können nun spezifische Themen sowie einzelne Biografien recherchieren. Familienmitglieder können nach Informationen über das Schicksal ihrer Verwandten suchen, während Forscher die verschiedenen Gruppen von Menschen untersuchen können, die verfolgt wurden.

Das interaktive Online-Archiv ermöglicht es Benutzern, Diskussionen zu kommentieren und ihr Wissen einzubringen, um die Archivinformationen zu erweitern. Es nutzt auch die Ressourcen der gesamten Community, um Fehler zu korrigieren und die Lücken in der Dokumentation der Arolsen Archives zu schließen.

„Die international anerkannten Arolsen Archives sind von enormer Bedeutung. Die Fülle an Dokumenten trägt zum globalen Wissen der Opfer und Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung bei und macht die Verbrechen transparent. Der Erfolg dieses Aufklärungsprojekts besteht darin, rund 30 Millionen Dokumente zu digitalisieren und Open Access zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen auf der ganzen Welt hat die Datenbank weiter bereichert. Das Metadaten-Vokabular ermöglicht es Benutzern, diese immense Menge an Informationen einfach zu durchsuchen und die Dialogoberfläche erleichtert die Interaktion zwischen Benutzern“, erklärte die Jury. „Das Online-Archiv hat eine beeindruckende Nutzerzahl erreicht und parallele Aktivitäten in den Bereichen Bildung und Aufklärung ermöglicht“, stellte die Jury fest.

Hintergrundinformation

 Europäischen Kulturerbepreise/ Europa Nostra Awards: einige Zahlen und Fakten

Der Europäische Kulturerbepreis / Europa Nostra Awards wurde 2002 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und wird seitdem von Europa Nostra durchgeführt. Der Preis zeichnet beispielhafte Projekte in den Bereichen Erhaltung, Forschung, Ehrenamtliches Engagement, Bildung und Kommunikation aus und fördert sie. Dadurch schafft er ein größeres Bewusstsein dafür, dass kulturelles Erbe eine strategische Ressource für Europas Wirtschaft und Gesellschaft ist. Der Preis wird vom Programm Kreatives Europa der Europäischen Union gefördert.

Die Europäischen Kulturerbepreise/ Europa Nostra Awards stellen Erfolgsgeschichten vor und machen sie bekannt, fördern den grenzüberschreitenden Wissensaustausch und verbinden Kulturerbe-Akteure in größeren Netzwerken. Die Preise bringen den Preisträgern große Vorteile, wie größere (inter)nationale Bekanntheit, Folgefinanzierung und höhere Besucherzahlen. Darüber hinaus fördern die Preise eine stärkere Zuwendung zum gemeinsamen Erbe unter den Bürgern Europas. Die Auszeichnungen sind daher ein Schlüsselinstrument zur Förderung der vielfältigen Werte des europäischen Kultur- und Naturerbes.

In den letzten 18 Jahren haben Organisationen und Einzelpersonen aus 39 Ländern insgesamt 3.150 Bewerbungen für die Auszeichnungen eingereicht. Was die Anzahl der Einreichungen nach Ländern betrifft, steht Spanien mit 542 Projekten an erster Stelle der Rangliste, gefolgt von Italien mit 318 Einreichungen und dem Vereinigten Königreich mit 308 Bewerbungen. Die meisten Einsendungen nach Kategorien gab es für Erhaltung (1.794). Es folgen Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung (601), dann Forschung (395) und schließlich Ehrenamtliches Engagement (360).

Seit 2002 haben unabhängige Expertenjurys 533 preisgekrönte Projekte aus 34 Ländern ausgewählt. Entsprechend der Zahl der Einreichungen führt Spanien die Liste mit 70 erhaltenen Auszeichnungen an. Das Vereinigte Königreich liegt auf dem zweiten Platz.

(62 Auszeichnungen) und Italien liegt an dritter Stelle (47 Auszeichnungen). Bei den Kategorien hat Erhaltung die meisten Gewinner (300), gefolgt von Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung (89), Ehrenamtliches Engagement für das Kulturelle Erbe (78) und schließlich Forschung (66).

Insgesamt wurden 123 Große Preise mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro an herausragende Initiativen im Bereich des Kulturerbes verliehen, die aus den preisgekrönten Projekten ausgewählt wurden.
Der Aufruf zur Einreichung von Beiträgen für die Preisverleihung im Jahr 2021 ist jetzt eröffnet, und die Bewerbungsformulare sind auf der Website der Preisverleihung verfügbar. Reichen Sie Ihren Antrag ein und teilen Sie Ihr Fachwissen und Ihren Erfolg!





Spektakulär: Wissenschaftler entwickeln im Dunkeln leuchtende Pflanzen


Durch einen neuen Forschungsansatz ist es möglich Pflanzen

heller leuchten zu lassen, als es bisher möglich war.

Biolumineszenz ist das Zauberwort.

Einige Tiere aber auch einige Pflanzen beherrschen diese Technik.

Vielleicht haben sie schon mal das Leuchten am Meer gesehen?

Das sind Dinoflagellaten (hoch entwickelte Einzeller) die durch die Wellen aufgewirbelt werden und dann leuchten

 

 





Vor 77 Jahren: Aufstand im Warschauer Ghetto


Euronews World News
Der Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 dauerte vier Wochen.
Am Ende wurde das Ghetto zerstört.
Erhalten blieb ein Teil der Mauer, die es vom Rest der Stadt trennte.
Der Teil der Mauer gilt heute als Erinnerungsort.
 

 

 





26 Millionen Dokumente über NS-Verfolgte online


Blick in die Archivräume und die Datenbank mit gescannten Dokumenten.
Photo Credit: Arolsen Archives

Ein weltweit einmaliges „Denkmal aus Papier“ ist nun im Internet verfügbar: Die historischen Bestände der Arolsen Archives stehen fast vollständig online. Nun können Interessierte auf der ganzen Welt über das Online-Archiv auf 26 Millionen Dokumente mit Informationen zu 21 Millionen Namen* von NS-Verfolgten zugreifen. Die Arolsen Archives haben ihre Sammlung im Internet zuletzt mit Dokumenten über Zwangsarbeiter und über Deportationen in die Konzentrationslager erweitert. Mit diesem Schritt ist nun ein Großteil der Dokumente aus dem weltweit umfassendsten Archiv über NS-Verfolgung online veröffentlicht.

Innerhalb von weniger als einem Jahr haben die Arolsen Archives mit ihrem Partner, der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Israel, eine der größten Sammlungen über die Opfer der Nationalsozialisten fast vollständig online gestellt. Im Mai 2019 war das neue Online-Archiv mit 13 Millionen Dokumenten an den Start gegangen. Yad Vashem stellte dafür seine hochmoderne Technologie zum schnellen Datenabruf mit erweiterter Ort- und Namensuche bereit, damit die Holocaust-Dokumentation leichter zugänglich ist. Nun ist ein Meilenstein erreicht: Die zum UNESCO Weltdokumentenerbe zählende Sammlung zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes, zur Zwangsarbeit sowie zur Migration nach 1945 ist öffentlich. Zuletzt gingen zwei riesige Bestände online. Sie dokumentieren die Verbrechen der Nazis mit einzigartigen Beweisstücken und sind von unschätzbarem Wert für die Angehörigen der Verfolgten:

  • Registrierkarte eines jungen Zwangsarbeiters aus Russland, der in der Landwirtschaft arbeiten musste.
    Photo Credit: Arolsen Archives

    Die Zwangsarbeiter-Kartei – Original-Dokumente und Kopien über Millionen von Zwangsarbeitern, die individuelle Schicksale nachvollziehbar machen: Melde- und Registrierkarten, Fragebögen, Schriftverkehr

  • Deportationen – von Juden, Roma und Sinti aus dem ehemaligen Deutschen Reich, Österreich, Böhmen und Mähren: Transport- und Deportationslisten mit Informationen über Millionen Menschen, die in Konzentrationslager und Ghettos verschleppt wurden.

 

Der Bestand über die Deportationen ist größtenteils schon sehr gut indiziert (das heißt, die Dokumente können zum Beispiel nach Namen durchsucht werden). Besonders umfassend und interessant sind die Informationen über Deportationen aus Berlin. Die dort angelegten Deportations- und Transportlisten sind eigentlich „Konfiszierungslisten“: Zu fast jeder Deportation existiert ein Begleitschreiben an die „Vermögensverwertungsstelle“ des Berliner Oberfinanzpräsidenten. Diese Behörde organisierte auf Grundlage der Listen den Einzug des Vermögens der Juden im Raum Berlin.

 

Dieser Link führt zum Online-Archiv der Arolsen Archives:

https://collections.arolsen-archives.org/search/


 Über die Arolsen Archives

Die Arolsen Archives sind ein internationales Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft.




Dank Soundboard: Dieser Hund spricht mit seinem Frauchen


Mischlingshündin Stella kann tatsächlich sprechen:

Mithilfe eines Soundboards kommuniziert sie im Alltag mit Frauchen Christina.

So fragt die Sprachtherapeutin den Mischlingshund etwas und dieser kann

tatsächlich mit Hilfe der Apparatur auch antworten.

Auch kann der Hund selbst Fragen stellen, wie zum Beispiel wenn er seine

Decke nicht finden kann oder sein Spielzeug.

 
Ja, wir wissen genau welcher Gedanke sich gerade in ihrem Kopf breitmachte,

weil wir das Gleiche dachten: Wie schön es doch wäre, wenn man selbst auch so etwas hätte um mit seinem
Vierbeiner zu kommunizieren.

 

 





Mysteriöser Sarkophag in Rom entdeckt


Auf dem Gelände des Forum Romanum in Rom bewundern Tausende Touristen

täglich die Überreste antiker Prachtbauten.

Doch dass unter ihnen einer der größten Schätze „schlummerte“ –

damit hatte wohl niemand gerechnet.

 

 





Was hat Einstein mit Papiertaschentüchern zu tun?


Vier Alltagsgegenstände, die wir Einstein verdanken

 

Albert Einstein ist in erster Linie für seine Arbeit

an der Relativitätstheorie bekannt.

Doch der Physiker aus Ulm hatte seine Finger

auch bei Alltagsgegenständen im Spiel.

 

 


 




Forscher haben die Stimme einer Mumie rekonstruiert


Forscher haben eine 3.000 Jahre alte ägyptische Mumie zum Sprechen gebracht.

Dafür analysierten sie den konservierten Sprechtrakt eines einbalsamierten

Priesters und stellten mittels 3D-Druck eine Kopie davon her.

 

 





Vesuv-Katastrophe: Gehirn eines Opfers zu Glas geschmolzen


Im Jahr 79 nach Christus wurden die Städte Pompeji und

Herculaneum ausgelöscht. Der Vulkan Vesuv brach aus und

tötete unzählige Menschen.

Nun machen Forscher eine unglaubliche Entdeckung.

 

 





Fast 10 000 Studienanfängerinnen und Studienanfänger aus dem Ausland


  • 18 Prozent der ausländischen Studienanfängerinnen und Studienanfänger haben in Deutschland ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben
  • Größte Gruppe der ausländischen Studienanfängerinnen und Studienanfänger kam aus China

Im Jahr 2019 meldeten die hessischen Hochschulen insgesamt 43 246 Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, ging die Zahl gegenüber 2018 um 1 665 oder 3,7 Prozent zurück. 9 757 Erstsemester besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, das waren 439 oder 4,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. 

Die Zahl der ausländischen Erstsemester, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben, die sogenannten Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer, ging gegenüber 2018 um 242 oder 2,9 Prozent auf 8 035 zurück. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Neuimmatrikulierten lag bei 18,6 Prozent. Die Zahl der ausländischen Erstsemester, die ihre Hochschulzugangsberechtigung an einer Schule in Deutschland erworben haben (nichtdeutsche Bildungsinländerinnen und Bildungsinländer), ging um 197 bzw. 10,3 Prozent auf 1 722 zurück. 2019 waren damit knapp 18 Prozent aller ausländischen Erstimmatrikulierten Bildungsinländerinnen bzw. Bildungsinländer und gut 82 Prozent Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer. 

Die am stärksten vertretenen Nationalitäten unter den erstimmatrikulierten Bildungsausländerinnen und Bildungsausländern waren die Chinesinnen und Chinesen (1 094), die Inderinnen und Inder (499) sowie die Syrerinnen und Syrer (402). Aus den EU-Mitgliedsstaaten schrieben sich 1 328 Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer im 1. Hochschulsemester ein. Das waren 518 bzw. 28 Prozent weniger als 2013. Damals war mit Kroatien zuletzt ein Land der EU beigetreten.

Die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Erstsemestern, die in Deutschland ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, waren die Türkinnen und Türken mit 446, gefolgt von Studierenden mit einer italienischen (145) und kroatischen (74) Staatsangehörigkeit. 

Neben den ausländischen Studierenden nahmen 33 498 deutsche Frauen und Männer erstmals ein Hochschulstudium auf; das entsprach einer Abnahme von 1 226 bzw. 3,5 Prozent gegenüber dem Studienjahr 2018.

Hinweis

Zu den Studienanfängerinnen und Studienanfängern zählen die Studierenden, die sich erstmals an einer hessischen Hochschule eingeschrieben haben und zuvor noch nicht an einer anderen deutschen Hochschule immatrikuliert waren. Die Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer unter den Erstsemestern haben vielfach schon Studienleistungen in ihrem Heimatland erbracht. Das Studienjahr 2019 umfasst die Erstimmatrikulierten im Sommersemester 2019 und im darauffolgenden Wintersemester 2019/20.  // STATISTIK HESSEN





OHB-Chef Marco Fuchs: Die 20er Jahre werden ein Jahrzehnt der Raumfahrt

 

(ots) Die Bedeutung von auf Raumfahrttechnologie basierenden Infrastrukturen hat in den vergangenen Jahrzehnten rapide zugenommen. Das wird auch in im kommenden Jahrzehnt so weitergehen, schreibt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender des Raumfahrtunternehmens OHB SE, in seiner Kolumne „Space Encounter“. Den Unternehmen der Raumfahrtindustrie sei es in den vergangenen Jahren überzeugend gelungen, den Nutzen ihrer Technologie für die Allgemeinheit zu demonstrieren. Kaum jemand bestreite heute ernsthaft dass Raumfahrttechnologie einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft beiträgt: Wettervorhersagen, Navigation, Umwelt- und Klimabeobachtung – all das sei ohne die Infrastruktur im All nicht möglich, so Fuchs. Deshalb ist er überzeugt: „Die 2020er Jahre werden ein Jahrzehnt der Raumfahrt werden.“

In der Struktur der Branche habe sich einiges geändert. „Während die vergangenen vier Jahrzehnte geprägt waren von einer stark von Staaten und staatlichen Institutionen dominierten Raumfahrt, erleben wir derzeit eine grundlegende Neuausrichtung der gesamten Industrie“, schreibt Fuchs. „Neue Marktteilnehmer treten auf den Plan, neue Geschäftsmodelle entstehen. Der Markt verändert sich rasant. Das erfordert neue Technologien, neue Prozesse und neue Produktionsverfahren. Zwar werden Staaten immer eine zentrale Rolle für die Raumfahrt spielen, vor allem als Aufsicht, als Initiator von Projekten und als Betreiber öffentlicher Infrastrukturen wie etwa dem Navigationssystem Galileo. Aber rund um diese klassische Raumfahrt werden sich neue Märkte bilden, in denen private Investoren große Chancen haben werden. Kurzum: die alten Grenzen werden sich in den kommenden Jahren mehr und mehr auflösen. Dadurch entstehen neben ganz neuen kommerziellen Bereichen auch Chancen für Mischmodelle von privaten und öffentlichen Beteiligten.“

Diese öffentlich-privaten Partnerschaften würden den Beteiligten künftig attraktive Strukturen bieten, um Projekte gemeinsam effizienter umzusetzen. Das erhöhe die Attraktivität bestimmter Vorhaben und sollte damit zu weiterem Wachstum führen, argumentiert der OHB-Chef. „Diese neuen Mischmodelle werden aber auch eine neue Form von Kontrolle benötigen“, schreibt Fuchs weiter. „Es muss trotz der verlockenden Perspektiven eines neuen Wirtschaftsraums in einer neuen Dimension verhindert werden, dass sich im All eine Art Wildwest-Manier etabliert. Deshalb wird es schon in einigen Jahren ein Reglement geben, mit dem Satelliten und Raumschiffe zentral verkehrsüberwacht werden. Wenn erstmal die privat finanzierten Satellitenkonstellationen in niedrigen Erdorbits zu Zehntausenden unterwegs sind, wird ein derartiges Reglement im Grunde wie im Flugverkehr am Himmel dafür sorgen, dass eine gewisse Ordnung nicht verloren geht, dass es anderen Nutzern gegenüber klare Rechte und Pflichten gibt und diese auch eingehalten werden.“

Vor allem im Bereich Erdbeobachtung werde es sehr viele Möglichkeiten für Wachstum in der gesamten Branche geben. „In den kommenden Jahren werden relevante Dinge vom Erdorbit aus permanent gemessen und online überwacht werden können“, so Fuchs. „Und es wird immer mehr Parameter geben, die gemessen werden. Es wird in nicht allzu ferner Zukunft eine Zeit geben, da werden Internetdienstleister Satellitenbilder in Echtzeit online anbieten. Es wird einen Kartenservice geben, mit dem ein Lieferdienst oder ein Makler den Livezustand eines Gebietes überprüfen kann. Mit den Daten von Erdbeobachtungssatelliten werden also in den kommenden Jahren eine Reihe neuer Geschäftsmodelle entstehen – nicht zuletzt deshalb, weil die Daten des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus bereits jetzt frei für alle Nutzer verfügbar sind.“

2030 werde es auch eine lunare Infrastruktur geben, sagt der Mehrheitseigentümer des Unternehmens aus Bremen voraus. „Es wird ein Mondprogramm geben, das vor allem von der NASA vorangetrieben wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden wieder Astronauten gelandet sein, und es gibt vielleicht die ersten Mondstationen. Woran ich nicht recht glaube, ist, dass man auf Mond oder Mars etwas anderes als Forschung und Wissenschaft betreiben kann. Es ist doch für Menschen vor Ort nicht wirklich schön und angenehm, was soll man da privat machen?“, fragt Fuchs. „Grundsätzlich wird meiner Meinung nach bei all den Diskussionen um die Erforschung des Weltraums ein Aspekt immer gravierend unterschätzt: der Handlungsrahmen im All ist viel begrenzter, als viele denken! Der Grund dafür ist die Biologie und es sind die Gesetze der Physik. Menschen leben nun mal zurzeit nur maximal um die 100 Jahre, irgendwann vielleicht mal 200 Jahre, und die vorstellbaren Technologien lassen uns Menschen in kosmischen Dimensionen gesehen quälend langsam vorankommen. Das wird sich in Anbetracht unserer physikalischen Gesetze auch nicht grundlegend ändern. Deshalb werden Sonden auf unser Sonnensystem und Astronauten auf Mond, Mars, eventuell irgendwann auch Venus und Merkur, in zukünftigen Jahrhunderten vielleicht sogar Jupiter- und Saturn-Monde beschränkt bleiben. Wir Menschen werden auch im Jahr 3000 keine anderen Ziele haben, das ist die nüchterne Wahrheit. Aber vielleicht liege ich ja auch falsch! Ich gebe zu, dass mich dieser Irrtum sehr freuen würde!“

2020 werde auch ein Jahr der Exploration werden. Im Sommer startet die europäische Mission ExoMars 2020 – eine robotische Mission. „Wenn man es nüchtern betrachtet“, sagt Raumfahrtunternehmer Fuchs, „dann wird eine Marsreise für Astronauten noch lange eine Vision bleiben. Es wäre ein sehr hohes Risiko – auch wegen der hohen Strahlenbelastung unterwegs, von den Bedingungen auf dem Mars selbst ganz zu schweigen. Selbst der Mond ist nicht einfach, die amerikanischen Apollo-Missionen haben viel Glück gehabt. Am Ende war das neben den immensen Kosten sicherlich auch der Grund, warum Apollo 1972 eingestellt wurde: den Amerikanern ist klar geworden, wie hoch das Risiko dieser Missionen war und dass sie ihr Glück nicht noch weiter herausfordern sollten. Deshalb meine ich, wir sollten erst den Mond beherrschen, bevor wir weiter zum Mars gehen.“

Der Grund für die europäische ExoMars 2020-Reise zum Mars sei ja nicht, dort Menschen anzusiedeln. „Die Hoffnung ist, auf dem Mars, beziehungsweise unter der Oberfläche des Planeten, Spuren von Leben zu finden. In dem Zusammenhang weise ich aber auch immer gern darauf hin, dass die Venus auch ein lohnendes Ziel darstellt. Die Venus ist ein erdähnlicher Planet und genauso spannend wie der Mars, auch was den möglichen Nachweis von außerirdischem Leben betrifft. Ich komme nämlich mehr und mehr zu der Überzeugung, dass Leben im All gar nicht so außergewöhnlich ist. Es ist unglaublich, wo sich überall Leben bilden kann. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass die Menschheit bis Ende dieses Jahrzehnts konkrete Spuren von außerirdischem Leben finden kann – ich bin sicher, dass die Raumfahrt da einen relevanten Beitrag für die Naturwissenschaft und unser ganzes Weltbild leistet.“




In den Weihnachtsferien macht das Naturkundemuseum Kassel Progamm


Damit es in den Weihnachtsferien nicht langweilig wird, bietet das Naturkundemuseum wieder eine bunte Veranstaltungspalette für Groß und Klein. Von Kinderveranstaltungen bis zu Abendführungen reichen die spannenden Angebote rund um die brandneue Sonderausstellung „Tot wie ein Dodo“.

Steinzeitwerkstatt: Schwirrholz

2.1.2020, Do, 10.00-12.00 Uhr

Besuch bei der Steinzeitfamilie in der Eiszeitabteilung des Naturkundemuseums. Anschließend wird ein steinzeitliches Schwirrholz hergestellt.

Ab 8 Jahren, Voranmeldung unter 0561 787 4066, Kosten: 2,50 Euro.

Dodo und die anderen

3.1.2020, Fr, 10.00-12.00 Uhr und 10.1.2020, Fr, 10.00-12.00 Uhr

In der Ausstellung „Tot wie ein Dodo“ im Naturkundemuseum sind viele Tiere zu sehen, die schon ausgestorben, oder bedroht sind. Wie konnte es so weit kommen? Anschließend werden schöne Türschilder und Tiermasken hegestellt.

Ab 6 Jahren, Voranmeldung unter 0561 787 4066, Kosten: 2,50 Euro.

Kleine Paläontologen

8.1.2020, Mi, 10.00-12.00 Uhr

Woher wissen wir eigentlich so viel über ausgestorbene Tierarten und was finden wir heute noch? Spannender Rundgang zu den Sauriern und Mammuts in der Dauerausstellung des Naturkundemuseums und Herstellung eines Fossilien-Gipsabgusses.

Ab 8 Jahren, Voranmeldung unter 0561 787 4066, Kosten: 2,50 Euro.

Tot wie ein Dodo – Führung

12.1.2020, So, 11.00-12.00 Uhr

Spannende Reise durch die gleichnamige Sonderausstellung im Naturkundemuseum Kassel.

Voranmeldung unter 0561 787 4066, Kosten: Museumseintritt.


Über die Stadt Kassel

Kassel ist mit über 205.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt in der Mitte Deutschlands. Rund 111.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sind am Wirtschaftsstandort tätig. Gut 25.000 Menschen studieren an der Universität.

Kassel ist die Stadt der documenta, der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst, der Brüder Grimm und des UNESCO-Welterbes Bergpark Wilhelmshöhe mit dem Herkules, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt.

Rund 3.500 Menschen sind direkt bei der Stadtverwaltung beschäftigt. Zudem ist die Stadt an weiteren großen Unternehmen beteiligt, darunter die Gesundheit Nordhessen Holding sowie die Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH mit dem Verkehrsunternehmen KVG und dem Energieversorger Städtische Werke AG.    // Stadt Kassel


 

 




Geschichte: Vor 80 Jahren: Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ und das Gefecht am Rio de la Plata


Lesedauer: 5 min

Am 13. Dezember 1939 kam es vor der Mündung des Rio de la Plata vor Südamerika zu einem Seegefecht zwischen dem damals sog. Westentaschenschlachtschiff Admiral Graf Spee und drei englischen Kreuzern.
Nachdem die Engländer auf Grund schwerer Schäden das Gefecht abbrechen mussten, lief das deutsche Panzerschiff Montevideo im neutralen Uruguay an, um Reparaturen ausführen zu können. Was dann folgte schrieb damals Weltgeschichte. Radioreporter aus aller Welt berichteten live über jede Bewegung. Ähnlich einem Endspiel bei einer Fußballweltmeisterschaft. Doch was machte den Fall so besonders, dass ihm heute noch gedacht wird?

Als die Vertreter der Weimarer Republik den Friedensvertrag von Versailles unterzeichnen mussten, verzichteten sie u.a. auch darauf größere Kriegsschiffe als 10.160 Tonnen und mit größeren Geschützkalibern als 28cm zur Hauptbewaffnung zu bauen. Im internationalen Vergleich, wo inzwischen Schiffe von 38.000 Tonnen und bis zu 40,6cm-Kanonen Normalität wurden, war das ein Aspekt, der die deutsche Marine dauerhaft aus dem Spiel nehmen sollte.

Damit musste die Weimarer Republik praktisch von vorn anfangen, da die ihnen verbliebenden Linienschiffe allesamt schon 1914 völlig veraltet gewesen waren. Nur noch als Schulschiffe taugten. Bestenfalls mal Flagge zeigen konnten. Vor Ort an eigenen Gestaden, da sie niemals wirklich als hochseetaugliche Schiffe konstruiert worden waren, wie es bei den Briten normal war. So lief schon 1925 der neue leichte Kreuzer Emden vom Stapel, der diese Repräsentationsaufgaben weltweit übernahm.

Doch das reichte natürlich nicht. Daher begann die Marine der Weimarer Republik im Rahmen der Vorgaben schon früh damit einen kampfstarken Kriegsschifftyp zu entwickeln, der aus den auferlegten Prämissen Vorteile schaffen konnte.
Es entstand die Idee, ein kreuzergroßes Kriegsschiff um einen damals hochmodernen Dieselantrieb herum zu konstruieren. Der Diesel hatte den Vorteil, dass er weniger Raum und viel weniger Gewicht benötigte als damals herkömmliche Antriebe. Zudem war er wirtschaftlicher im Verbrauch und ermöglichte größere Reichweiten. Das so eingesparte Gewicht ging in die zusätzliche Panzerung und eine starke 28cm-Artillerie, die allen damaligen Kreuzertypen überlegen war. Gleichzeitig war das Schiff schneller als alle Schiffe, die ihm artilleristisch überlegen waren. Konnte also allen gängigen Schlachtschiffen ihrer Zeit davonlaufen, möglichen Gefechten ausweichen.
So entstand das Motto der als Panzerschiffe bezeichneten Kreuzer, die in aller Welt bald als „German Pocket Battleships“ bekannt waren: Schneller als jeder Stärkere und stärker als jeder Schnellere.

Und gerade das machte sie zu einer ernsten Gefahr für britische Handelswege, die traditionell von nur leichten bis mittleren Kreuzern gedeckt wurden. Diese waren billig im Unterhalt, schnell und überall in der Lage englische Interessen, gerade auch gegen Kleinstaaten durchzusetzen und koloniale Interessen zu wahren. Dies wiederum ermöglichte die Reduzierung ihrer großen aber teuren Schlachtflotte. Der Washingtoner-Flottenvertrag von 1922 hatte u.a. auch das Ziel die immensen Flottenkosten zu reduzieren, die während des Krieges explodiert waren. So wurde auch ein zehnjähriger Baustopp aller Großkampfschiffe vereinbart. Da das geschlagene Deutschland diesen Vertrag so nie mitunterzeichnet hatte, noch nicht mal zur Konferenz eingeladen worden war, waren die drei neuen Panzerschiffe, die ab 1928 gebaut wurden, im Mittelpunkt weltweiten Interesses.

Panzerschiff Admiral Graf Spee

 

Schnell wurde den Briten klar, dass diese Schiffe ein echter Gegner waren. Ihr Schutzkonzept der Handelswege in einem möglichen neuen Konflikt aushebeln konnten, zumal sie selbst den Diesel nicht als Antrieb favorisiert hatten.

Durch geschickte Täuschung hatte es die Kriegsmarine auch geschafft den Eindruck zu erwecken, dass diese Schiffe tatsächlich nur 10.000 Tonnen groß waren, damit die Schiffe im Rahmen der Vorgaben von Versailles lagen.

Das war Teil der Legende dessen, was das Gefecht im Dezember 39 dann so interessant für die Welt machte.

Die Admiral Graf Spee war nach dem Admiral benannt worden, der 1914 mit dem kaiserlichen Ostasiengeschwader unweit des Dramas von 1939 bei den Falklands untergegangen war ( http://nordhessen-journal.de/2019/12/10/sms-scharnhorst-wiedergefunden/ ).

Allein daher war schon vom Namen des Schiffes her ein Bezug für die weltweite Öffentlichkeit hergestellt. Das Interesse vorprogrammiert, da die Graf Spee vor Kriegsbeginn im September von den Engländern unentdeckt in den Südatlantik entsandt worden war. Von dort hatte sie die Handelsrouten vom indischen Ozean und des Pazifiks gestört und bis zum Gefecht am Rio de la Plata noch neun Handelsschiffe mit 50.000 BRT versenkt.

Als sich der Kommandant, Kapitän zur See Hans Langsdorff, entschloss wieder Richtung Heimat zu fahren, wollte er noch die für England wichtigen Getreide- und Fleischtransporte aus Argentinien stören. Und exakt damit hatte der englische Commodore Harwood gerechnet und seine Verbände exakt dort zusammengezogen. Die Kreuzer HMS Ajax (Flaggschiff), HMNZS Achilles und HMS Exeter warteten dort in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember in Gefechtsbereitschaft versetzt auf die erwartete Ankunft der Graf Spee.

Diese tauchte tatsächlich auch ein paar Stunden später auf und hielt die zwei leichten Kreuzer Ajax und Achilles und den schweren Kreuzer Exeter für einen Verband aus zwei Zerstörern und einem Kreuzer, da sie sich auch so verhielten.

 

Ajax und Achilles

Commodore Harwood hatte seine Kommandanten angewiesen sofort nach Sichtung unter allen Umständen die Gefechtsentfernung zu verringern und so in Reichweite der eigenen leichteren Geschütze zu gelangen. Sich zudem in zwei Gruppen aufzuteilen, die getrennt von einander die deutsche Zielerfassung aufsplitten und so das Gegenfeuer der Graf Spee streuen sollten. Damit sollte immer mindestens ein Schiff vom Feuer der zwei schweren 28cm-Drillingstürme des Panzerschiffs verschont werden.
Der Plan ging zum Teil auf. Die schnelleren englischen Kreuzer konnten selbst auf Gefechtsentfernung vordringen und das deutsche Schiff ausmanövrieren. Doch die Schnelleren wurden hier vom Stärkeren zusammengeschossen, wie es dem Konzept des Panzerschiffes entsprach.
Die HMS Exeter mit ihren sechs 20,3cm-Geschützen wurde zusammengeschossen und musste zu den Falklands ablaufen. Die verbliebenden zwei englischen leichten Kreuzer mit ihren 15,2cm-Geschützen mussten sich ebenfalls angeschlagen zurückziehen. Warteten auf die avisierte HMS Cumberland mit ihren acht 20,3cm-Geschützen, die aber noch in zehn Tagen Entfernung vermutet wurde.

Auch die Admiral Graf Spee war mehrfach getroffen worden. Ein Treffer hatte die Kombüse zerstört, sodass keine warmen Mahlzeiten mehr zubereitet werden konnten, was die Seeausdauer erheblich einschränkte; den Rückmarsch unmöglich machte. Daher lief das Schiff mit 36 Toten und 60 Verwundeten Montevideo zu Reparaturen an. Diese mussten gemäß internationalem Recht binnen 72 Stunden abgeschlossen sein, und das Schiff danach die neutralen Gewässer wieder verlassen haben.

Davon war aber die Graf Spee am 17.12.39 noch weit entfernt. Die Kombüse konnte nicht wiederhergestellt werden. Das Schiff konnte so die Rückfahrt nicht verwirklichen.
Zwischenzeitlich zogen die Briten alle Einheiten vor der Flussmündung zusammen. Darunter auch die HMS Cumberland, die innerhalb von nur 35 Stunden über 1000 Seemeilen geschafft hatte.
Mit seinen drei Kreuzern wartete nun Rear-Admiral Harwood auf das Auslaufen der Graf Spee. Durch geschickte nachrichtendienstliche Maßnahmen, Schüren von Gerüchten und diplomatischen Tricks glaubte Kapitän Langsdorff aber daran, dass sich auf See mehr als diese drei englischen Kreuzer befanden und auf ihn warteten.
Die Unmöglichkeit vor Augen ohne Kombüse die Heimat zu erreichen und gegen einen überlegenen Gegner antreten zu müssen, ohne Hoffnung diesen Sieg für eine Rückkehr nutzen zu können, entschloss sich der Kommandant sein Schiff selbst zu versenken. Deutsche Technik so auch geheim zu halten. Das Leben seiner noch 1100 Mann starken Besatzung zu schonen.

Brennende Admiral Graf Spee am 17.12. 39 im Rio de la Plata

Die Regierung in Berlin kochte vor Wut, warf dem hochdekorierten Kriegsveteran des ersten Weltkriegs Feigheit vor dem Feind und Hochverrat vor. Drohte mit dem Kriegsgericht.
Kapitän Hans Langsdorff regelte in den folgenden Tagen mit der Regierung in Buenos Aires die Internierung seiner Besatzung, die Versorgung der Verwundeten sowie die Beisetzung der Gefallenen seines Schiffs auf dem Cementerio del Norte und beging anschließend auf seinem Zimmer im Marinearsenal am 20.12.39 Selbstmord.

Während ihm bei seiner Beisetzung in Buenos Aires unter großer Anteilnahme der Bevölkerung selbst Besatzungsmitglieder der von ihm versenkten Schiffe das letzte Geleit gaben, kürzte man in der Heimat die Bezüge der Kapitänswitwe.

Die drei englischen Kapitäne und ihr Commodore erhielten am Tage nach dem Seegefecht den Bath-Orden samt Ritterschlag. Harwood wurde zum Rear-Admiral befördert. In Ontario (Kanada) wurde die Stadt Ajax gegründet, deren Straßen nach Persönlichkeiten des Gefechts benannt wurden. Darunter auch eine Straße, die nach Kapitän Hans Langsdorff benannt wurde.

Alljährlich legen die noch lebenden Besatzungsmitglieder und deren Nachfahren einen Kranz am Grab von Kapitän Langsdorff nieder, das in Buenos Aires wie ein Heldendenkmal gestaltet ist.

Die HMS Exeter wurde am 1. März 1942 durch japanische Seestreitkräfte gestellt und versenkt. Die HMNZS Achilles wurde an Indien verkauft, 1978 außer Dienst gestellt und verschrottet, während die HMS Ajax vor ihrer Verschrottung 1949 noch eine gewisse Berühmtheit erlangte, da sie die britischen Einheiten anführte, die dem jüdischen Flüchtlingsschiff  Exodus 1947 mit 4600 Menschen an Bord die Einreise nach Palästina verwehrte und kaperte.

Kommodore Henry Harwood KCB, wurde im Verlauf des Krieges noch Vice-Admiral, war ein Protegé von Winston Churchill und starb mit 62 Jahren gesundheitlich angeschlagen 1950 in London.

Kürzlich wurde der Heckadler der Graf Spee geborgen, was prompt einen Streit darüber auslöste was mit ihm zu geschehen habe. Der Schlusspunkt einer Geschichte, der zeigt, wie absurd manchmal Geschichte werden kann, wenn Unbeteiligte mit Anspruch und wenig Bildung neue Geschichte machen wollen. Gern auf Kosten derer, die Geschichte wirklich geschrieben haben.

Das Gefecht und das Schicksal der Graf Spee ist gleich nach dem Krieg mit noch vorhandenen Originalschiffen als „Panzerschiff Graf Spee“ 1956 verfilmt worden ( https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerschiff_Graf_Spee ) worden.



 

 




SMS Scharnhorst wiedergefunden


Vizeadmiral Graf Spee und das Ende des Ostasiengeschwaders 1914 vor den Falklands

Lesedauer: 5 min

„Der letzte Mann“ von Hans Borth

Der letzte Mann“ von Hans Borth ist ein Gemälde, das in zigtausenden deutschen Wohnzimmern hing. Es zeigt einen Signalgast der sich mit der Kriegsflagge in der Hand, auf dem Kiel des gekenterten kleinen Kreuzers SMS Leipzig gestellt hat und dann mit ihm untergegangen sein soll. Im Hintergrund die noch kämpfende aber schon brennende Scharnhorst, das Flaggschiff des kaiserlichen Ostasiengeschwaders unter Vizeadmiral Maximilian Reichsgraf von Spee.

Doch wie kam es zu dem Bild, das als das Marinepropagandagemälde schlechthin Einzug in deutsche Wohnstuben hielt? Und was war dieses Ostasiengeschwader überhaupt?

Als das kaiserliche Deutschland nach 1870/71 seinen Aufstieg als neue europäische Großmacht begann stellte es fest, dass in Sachen Kolonialmacht die Welt schon aufgeteilt war. Fast schon komplett. Und was übrig blieb war weit entfernt, an sich wirtschaftlich unbedeutend oder komplett uninteressant und insgesamt eine Investition, die sich erst langsam auszahlen würde. Dennoch musste man vor Ort Flagge zeigen. Und mit dem 1897 annektierten chinesischen Tsingtau hatte man eine geeignete Flottenbasis, in der bei Kriegsausbruch 1914 die beiden Panzerkreuzer SMS Scharnhorst (Flaggschiff) und SMS Gneisenau, sowie die Kleinen Kreuzer SMS Emden, SMS Leipzig, SMS Dresden und SMS Nürnberg stationiert waren.

Ein Blick auf die Karte zeigt, dass solch ein Verband in China auf verlorenem Posten stand. Auch wenn mit den beiden Panzerkreuzern Schiffe vor Ort waren, die deutlich moderner waren als alles andere, was sonst von Europäern in diesen Gewässern vor Ort war.
Doch mit dem Kriegseintritt Japans gegen Deutschland war dieses Geschwader der modernen kaiserliche japanischen Marine, die 1905 im russisch-japanischen Krieg nicht nur die komplette russische Flotte versenkte hatte sondern auch die moderne Seekriegsführung revolutionierte, deutlich unterlegen.

Die beiden Panzerkreuzer wurden 1908 und 1907 in Dienst gestellt. Bei einer Länge von 144,60 Metern hatten sie eine Maximaltonnage von 12.895 Tonnen und benötigten 764 Mann Besatzung. Bewaffnet mit acht 21cm-, sechs 15cm und achtzehn 8,8cm-Schnellfeuerkanonen waren sie gut bewaffnet und können als Vorläufer späterer schwerer Kreuzer angesehen werden.

 

(diverse) Abb: SMS Scharnhorst

Doch mit dem Aufkommen der englischen Dreadnoughts und den daraus entwickelten Schlachtkreuzern waren diese Panzerkreuzer genauso veraltet wie die Linienschiffe. Die Scharnhorst-Klasse war also mit dem Stapellauf schon technisch überholt. Die später gebaute SMS Blücher, der letzte reine Panzerkreuzer, versank dann auch 1915 im Seegefecht auf der Doggerbank gegen überlegene englische moderne Schlachtkreuzer. Ein Schicksal, das vor ihr schon den Kreuzern des Ostasiengeschwaders zu Teil wurde.

Überhaupt lief es zu Kriegsanfang nicht gut für das deutsche Kaiserreich. Schnell wurde offensichtlich, dass die weltweite maritime Aufrüstung an zu alten Vorstellungen hing. Eine Erfahrung, die man auch schon aus dem russisch-japanischen Krieg mitgenommen aber taktisch und strategisch kaum beherzigt hatte.
So kam es gleich in den ersten Monaten zu verheerenden Verlusten. Gerade unter und bei den kleinen und geschützten Kreuzern. Gleich im August verlor die kaiserliche Flotte vor Helgoland drei Kreuzer samt kommandierendem Admiral. Der Untergang der SMS Cöln war ein Fanal, dem alljährlich in Köln noch gedacht wird (HIER).

Der Panzerkreuzer SMS Yorck lief am 4. November auf eine Mine und sank mit 336 Mann an Bord.

Auch die Engländer büßten am 22.9.14 drei ihrer veralteten Panzerkreuzer in der Schelde-Mündung ein. U9 unter Kapitänleutnant Otto Weddigen versenkte sie mit einer Waffe, die bis dato keiner in seinen Planungen hatte: dem U-Boot.

Dass England ein vitales Interesse daran hatte alle außerhalb der Nord- und Ostsee stehenden deutschen Überwasserkampfschiffe auszuschalten war klar. Nur gestaltete es sich schwierig. Der moderne deutsche Schlachtkreuzer SMS Goeben mit dem kleinen Kreuzer SMS Breslau im Mittelmeer isoliert, schaffte den Durchbruch zum Osmanischen Reich, wo er fortan unter osmanischer Flagge mit deutscher Besatzung weiterkämpfte. Später sogar noch Teil der NATO-Reserveflotte wurde, bevor er 1972 in der Türkei verschrottet wurde. Der angebotene Rückkauf zum Erhalt als Museumsschiff wurde von Deutschland nicht wahrgenommen.

Und der zweite starke Verband, das Ostasiengeschwader, lichtete ebenfalls die Anker und verschwand mit allen Trossschiffen in das weitläufige deutsche Mandatsgebiet im Pazifik, dessen Atolle und Inselketten zunächst die Versorgung sicherten.
Der zum Kaperkrieg entlassene kleine Kreuzer SMS Emden schrieb Kriegsgeschichte. Die Rückkehr von Teilen der Besatzung über den indischen Ozean, Arabien und dem osmanischen Reich nach Deutschland, nachdem die SMS Emden versenkt wurde, wurde verfilmt.

 

Abb: Kleiner Kreuzer SMS Emden

Daher war die Aufbringung eben dieses Geschwaders für die Engländer eine absolute Notwendigkeit, um ihre Handelsrouten zu schützen. Man vermutete zu Recht, dass Admiral v. Spee Südamerika anlaufen würde. Versuchen würde Feuerland zu umrunden und via dem Atlantik versuchen würde Deutschland zu erreichen.
Das englische Geschwader unter Rear-Admiral Cradock wurde bei Coronel am 1.November nicht gerade von Spee überrascht, war aber mit seinen völlig veralteten Schiffen den moderneren Panzerkreuzern unterlegen. Diese versenkten zwei Panzerkreuzer ohne eigene Verluste, verschossen dabei aber fast fünfzig Prozent ihrer schweren Granaten. Daher waren weitere schwere Seegefechte nicht mehr möglich, wenn man die Heimat erreichen wollte. Admiral von Spee schlich also weiter. Mied gängige Seewege und klärte immer vorweg auf. So dann auch bei den Falklandinseln, einer Basis am Ende der südlichen Welt, die vom Geschwader möglichst nah passiert werden musste. Der schwindende Kohlevorrat als Brennstoff zwang den Verband auf einen möglichst geradlinigen Kurs.

Damit hatten die Engländer unter ihrem Ersten Seelord, Sir Winston Churchill, aber gerechnet und zwei ihrer neuen Schlachtkreuzer entsandt exakt an dieser Stelle dem Verband aufzulauern. Admiral Fredrick D. Sturdee erreichte am 7. Dezember 1914 gerade noch rechtzeitig mit seinen Schlachtkreuzern HMS Invincible und HMS Inflexible die Falklands, lief in den Hafen ein und versorgte nach. Zusammen unterstanden ihm weitere drei Panzerkreuzer und zwei leichte Kreuzer.
Als deutsche Spähkräfte den Hafen von Port Stanley in Augenschein nahmen, entwickelte sich die Seeschlacht langsam. Admiral Spee, dem die Gegenwart starker Verbände im Hafen liegend gemeldet wurde suchte sein Heil in der Flucht. Drehte nach Südosten ab.

Ein Manöver, das mit Sicherheit geklappt hätte, zumal die englischen Schiffe bedingt einsatzbereit im Hafen langen und nicht gefechtsklar waren. Mit mehr Munition an Bord hätte er vermutlich auch seine Chance genutzt und hätte den Hafen samt dort liegenden Schiffen selbst angreifen können. Eine historisch einmalige Gelegenheit, die Admiral Nelson 1799 vor Aboukir gegen die ankernde französische Flotte zum Ruhm verhalf. Ähnlich wie vor Kopenhagen schon. Ankernde Flotten waren noch nie ein Ziel, das man aussparte.

Doch der akute Munitionsmangel und die Unmöglichkeit gerade die 21cm-Granaten anderswo zu bekommen zwangen zu Flucht.
Und genau für diesen Fall hatte man in England eben diese Schlachtkreuzer konstruiert. Sie sollten gegnerische Aufklärungsverbände vernichten, Fühlung mit der gegnerischen Schlachtflotte auf artilleristischer Augenhöhe halten und Seegebiete vor starken Störverbänden schützen.

Diese Schiffe waren mit 171 Metern und 20.000 Tonnen schwerer als die deutschen Panzerkreuzer. Dazu auch noch schneller und mit acht 30,5cm-Geschützen bewaffnet. Sie konnten also ihre Gegner einholen und auf Reichweiten bekämpfen, die ein Gegenfeuer unmöglich machte. Und sich dabei durch ihre überlegene Geschwindigkeit außerhalb der gegnerischen Reichweite halten. Das Todesurteil für den deutschen Verband, der nicht kämpfen aber auch nicht fliehen konnte (HIER).

So befahl Vizeadmiral von Spee, dem Verband sich auflösen und in verschiedene Richtungen abzulaufen. Den Gegner so auch zu Einzelgefechten zu drängen, um wenigstens ein paar seiner Schiffe zu retten.
Gleichzeitig befahl er seinem schon mehrfach getroffenen Flaggschiff SMS Scharnhorst umzukehren, den überlegenen Gegner direkt anzugreifen. So der schon übel zugerichteten SMS Gneisenau das Ablaufen zu ermöglichen.
Das Manöver überraschte die Engländer und brachte ihren eigenen Angriff ins Stocken. Für ein paar Minuten. Dann konzentrierte sich das überlegene Feuer auf die vorstürmende Scharnhorst, die um 16:17 Uhr, knapp acht Stunden nach der Sichtung englischer Verbände im Hafen von Port Stanley, als erstes deutsches Schiff am 08. Dezember sank. Der Kreuzer SMS Leipzig sank dann als letztes Schiff um 21:23 Uhr, was das o.g. Gemälde dann so dramaturgisch unmöglich macht; zumal beim Untergang der SMS Nürnberg britische Seeleute einige deutsche Matrosen beobachtet haben wollen, die an einem Bootshaken auf dem Achterdeck ihres sinkenden Kreuzers stehend, eine Seekriegsflagge schwenkten. Daher rührt die Legende.

Letztlich entkam keines der deutschen Schiffe, zwei Trossschiffe wurden am Tag darauf aufgebracht und versenkt. Das Lazarettschiff des Verbandes ließ sich internieren. Und der einzig entkommene Kleine Kreuzer, die SMS Dresden, wurde bei der Robinson-Crusoe-Insel in neutralen chilenischen Gewässern von den Engländern gestellt und entgegen allen Seerechts versenkt. Die Besatzung wurde interniert, kehrte 1919 nach Deutschland zurück. Doch einigen gelang vorher die Flucht ins weit entfernte Deutschland. Unter ihnen ein Leutnant, der dann zur U-Bootwaffe ging. Später in Berlin an maßgeblicher Stelle saß und seinen Widerstandswillen erneut zeigte: Admiral Wilhelm Canaris.

Mit dem Untergang des deutschen Ostasiengeschwaders verschwand für die englischen Handelsrouten eine enorme Gefahr. Man atmete in England und im gesamten Empire auf. Sah die Schmach der Niederlage von Coronel nur einen Monat früher als gerächt an. Und man verkannte die Gefahr für eben diese nun offen scheinenden Handelsrouten durch U-Boote. Das sollte sich dann auch rächen.

Für die deutsche Flotte war es wieder ein Schicksalsschlag. Des Kaisers liebstes Spielzeug hatte wieder 2.200 Tote zu beklagen. Und das nur ein viertel Jahr nach der Katastrophe von Helgoland. Zu einer Zeit, wo sich die Westfront festgelaufen hatte und im Osten die Russen auf Tannenberg zumarschierten.

Als ein besonderes Drama kann man diese von Anfang an verlorene Seeschlacht für die Familie von Spee (HIER) ansehen. Die beiden Söhne des Admirals, Söhne Otto (* 1890) und Heinrich (* 1893), dienten als Leutnants z. See an Bord der Schiffe des Geschwaders. Damit starb dieser Arm der Familie mit Sitz in Düsseldorf komplett aus. Eine Gedenktafel erinnert dort daran.

Dem Admiral zu Ehren sollte ein Schlachtkreuzer der Mackensen-Klasse benannt werden, doch wurde das Schiff nach dem Stapellauf 1917 abgebrochen.
Das erste Panzerschiff der Weimarer Republik wurde aber nach ihm benannt. 1939 am Rio de la Plata gegen drei englische Kreuzer kämpfend lief es beschädigt nach Montevideo ein und versenkte sich dort selbst. Der Kapitän verweigerte sich gegen überlegene britische Verbände kämpfend untergehen zu sollen. Ein Kinofilm darüber, zum Teil mit den Originalschiffen, füllte nach dem Krieg die Kassen.

Die Nachkommen der 1100 Mann starken Besatzung der Admiral Graf Spee erinnern jährlich an diese Tat. Nur „unweit“ dem Grab derer, die mit der SMS Scharnhorst fielen.

105 Jahre nach ihren Untergang wurde ihr Wrack in 1610 Metern Tiefe gefunden (HIER).

Auch wenn dieses Seegefecht ein sehr kleiner Fußabdruck in der Seekriegsgeschichte ausmacht, hat es dennoch Spuren hinterlassen. Es waren Männer beteiligt, die später noch in Erscheinung treten sollten. Hat Ereignisse losgetreten, die anderswo bis heute nachwirken. Nicht umsonst suchte man das Wrack des Schiffes, dessen Admiral aus China kommend mit seinem Verband um den halben Globus herum kämpfend nach Hause wollte. Wie er das schaffen wollte bleibt sein Geheimnis. Aber der Anspruch es dennoch zu versuchen, gegen alle Chancen, führte zu dem verklärenden Bild „Der letzte Mann“. Und ist deshalb auch Teil dessen, was deutsche Marinegeschichte – zu Recht! – ausmacht.

Anzumerken ist, dass die neue Scharnhorst, ein Schlachtschiff der späteren Kriegsmarine, am 26. Dezember 1943 am Nordkap gegen überlegene britische Kräfte kämpfend versenkt wurde. Fast die gesamte Besatzung von 1600 Mann ging mit ihr unter.

Auch daran sollte man sich erinnern. Besonders in Zeiten, wo man politischerseits gewillt ist Matrosen mit Schiffen in Einsätze zu schicken, die bestenfalls genauso tauglich dafür sind, wie es das Ostasiengeschwader war. An sich modern, aber irgendwie schon überholt, mies versorgt und ohne nötige Ersatzteile und Munition.

 


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