Pfand auf Getränkekartons und Einwegabgabe statt Angebotspflicht für Mehrweg-to-go-Geschirr

 

(ots) Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu Nachbesserungen am Entwurf des Verpackungsgesetzes auf, den das Bundeskabinett am 20. Januar beschließen soll. Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband fordert eine Lenkungsabgabe von mindestens 20 Cent für to-go-Becher und Essensboxen aus Einwegplastik, die gezielt zur Förderung von Mehrwegsystemen eingesetzt werden soll. Der bisherige Gesetzentwurf sieht lediglich eine Angebotspflicht von Mehrwegbehältern vor, die nach Einschätzung des Umwelt- und Verbraucherschutzverbandes jedoch leicht durch symbolische Mehrwegangebote unterlaufen werden kann.

Die Ausweitung des Einwegpfands auf alle Plastikflaschen und Dosen begrüßt die DUH. Allerdings sollte auch für Getränkekartons die Pfandpflicht gelten, da von ihnen viele achtlos in der Umwelt entsorgt und zu wenige recycelt werden. Umweltministerin Schulze muss dafür sorgen, dass Abfüller und Händler die bereits bestehende Mehrwegquote von 70 Prozent für Getränkeverpackungen umsetzen. Auch hier ist eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen und Dosen notwendig.

Die von Umweltministerin Svenja Schulze geplante Angebotspflicht für Mehrweg-to-go-Becher und Essensboxen wird ins Leere laufen. Bereits heute bieten große Kaffeehäuser Mehrwegbecher an, allerdings oft als reine Alibilösungen, die kaum gefördert und gezielt klein gehalten werden. Vor Jahren ist in Österreich bereits eine Angebotspflicht von Mehrwegflaschen im Handel krachend gescheitert, weil symbolische Mehrwegprodukte in die Ladenregale gestellt wurden, ohne etwas an der grundsätzlichen Einwegstrategie zu ändern. Damit die während der Corona-Krise nochmals gestiegenen to-go-Abfallmengen wirklich reduziert werden, braucht es eine Lenkungsabgabe auf Einweg von mindestens 20 Cent. Mit der ab 2022 in Tübingen geplanten kommunalen Verbrauchssteuer auf Einweg-to-go-Verpackungen zeigt Oberbürgermeister Boris Palmer Umweltministerin Schulze auf, was zu tun ist„, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Langfristiges Ziel muss jedoch sein, Einweg-Getränkebecher und -Essensboxen gänzlich zu verbieten, so wie es bereits bei Plastiktüten und Strohhalmen der Fall ist.

Zur Ausweitung des Einwegpfandes kritisiert Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft bei der DUH: „Es ist völlig unverständlich, warum Plastikflaschen mit Milch erst ab 2024 und Getränkekartons überhaupt nicht bepfandet werden sollen. Milch-Plastikflaschen lassen sich bereits heute problemlos über Rücknahmeautomaten im Handel sammeln und recyceln. Das Gleiche gilt für Getränkekartons, von denen viele achtlos in der Umwelt entsorgt werden.

Trotz aller Vorteile der Einwegpfandpflicht wird diese nicht ausreichen, um eine Trendumkehr von den derzeit marktdominanten Einwegverpackungen zur gesetzlich festgelegten Mehrwegquote für Getränkeflaschen von 70 Prozent herbeizuführen. Der Entwurf des Verpackungsgesetzes enthält keine ausreichenden Maßnahmen zur Förderung und Stärkung der Getränke-Mehrwegsysteme, die momentan nur 41 Prozent Marktanteil aufweisen. Deshalb ist die Einführung einer zusätzlich zum Pfand zu erhebenden Lenkungsabgabe in Höhe von mindestens 20 Cent pro Einweg-Plastikflasche und Getränkedose notwendig. Nur so werden deren negative ökologische Auswirkungen auch im Produktpreis sichtbar und Mehrweg konsequent gefördert.

 

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.




Abfallentsorgung setzt auf saubere Antriebe


Der Eigenbetrieb des Landkreises Kassel will mit Solarstrom „grünen“ Wasserstoff produzieren und damit Abfallsammelfahrzeuge antreiben

Betriebsleiter Uwe Pietsch: „Wir produzieren auf unserem Betriebsgelände bei Hofgeismar bereits mehr Solarenergie, als wir selbst verbrauchen. Die überschüssige Energie wollen wir nutzen, um in einer eigenen Elektrolyseanlage selbst Wasserstoff zu produzieren.“

Landkreis Kassel. Die Abfallentsorgung im Landkreis Kassel setzt verstärkt auf klimafreundliche Antriebstechniken für die Fahrzeugflotte. So ist geplant zwei mit einer Brennstoffzelle angetriebene Abfallsammelfahrzeuge anzuschaffen. Den dafür notwendigen Wasserstoff will der Eigenbetrieb des Landkreises selbst produzieren. Und zwar mit Hilfe der bereits vorhandenen Solarenergie.

„Unsere Voraussetzungen sind sehr gut“, erläutert Uwe Pietsch. „Wir produzieren auf unserem Betriebsgelände bei Hofgeismar bereits mehr Solarenergie, als wir selbst verbrauchen. Die überschüssige Energie wollen wir nutzen, um in einer eigenen Elektrolyseanlage selbst Wasserstoff zu produzieren.“ Bei der technischen Planung und Umsetzung kooperiert die Abfallentsorgung mit der im Landkreis ansässigen Firma SERA aus Immenhausen, die bereits innovativ in diesem Bereich tätig ist. Die Anlage ist modular aufgebaut, so dass sie noch erweitert werden kann.

Entsprechend der Produktionsmenge sollen zunächst zwei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb angeschafft werden. Deren Reichweite mit einer Wasserstoff-Tankfüllung beträgt mehr als 200 Kilometer. „Genug um sie um sie im normalen Betrieb einzusetzen“, betont Pietsch. Wichtig sei vor allem, dass der Wasserstoff unter Einsatz von Sonnenergie produziert werde. Denn so entsteht „grüner“ Wasserstoff mit null Emissionen. Durch den Ersatz von zwei konventionellen Dieselfahrzeugen werde so jährlich 76.635 Tonnen CO2-Emissionen eingespart.

Für den Bau der Elektrolyseanlage rechnet der Betriebsleiter mit Kosten von rund 2,3 Millionen Euro. Dazu kommen jährliche Betriebskosten von rund 116.000 Euro. „Sowohl für die Wasserstoffproduktion, wie auch für die damit angetriebenen Fahrzeuge, gibt es Fördermittel, die wir bereits beantragt haben“, erklärt Pietsch. Ebenfalls gegengerechnet werden können die eingesparten Kosten für den Dieseltreibstoff.

„Die kreiseigene Abfallentsorgung ist damit Vorreiter was klimafreundliche Technik betrifft“, betont Landrat Uwe Schmidt. „Und ich hoffe, dass wir damit beispielgebend auch für die regional ansässige Privatwirtschaft sein können.“

Hintergrund:

Zur Entsorgungsflotte der Abfallentsorgung im Landkreis Kassel gehören derzeit etwa 30 Lkw, die unterschiedliche Abfälle wie Restabfall, Bioabfall, Papier und Sperrmüll größtenteils im nördlichen Kreisgebiet als auch teilweise im gesamten Landkreis Kassel einsammeln.// LANDKREIS KASSEL





Wie gelingt die Energiewende

 

Die Bewältigung der Klimakrise stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Der Ausstoß von Treibhausgasen, verursacht durch Kraftwerke, industrielle Prozesse, Landwirtschaft oder den Verkehrssektor, muss sich deutlich verringern, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten. Um geeignete Reduktionspfade für Unternehmen zu erarbeiten, starten der WWF Deutschland und PwC Deutschland das Projekt „Pathways to Paris“.  
 
Mit Akteuren aus Realwirtschaft, Finanzsystem und Wissenschaft wollen der WWF und PwC fundierte sektorspezifische Pfade entwickeln. Partnerunternehmen aus zehn, für die erfolgreiche Transformation kritischen Sektoren wie Automobilbau, Stahlproduktion oder Plastikherstellung sollen bestehende Geschäftsmodelle, Produkte und Produktionsprozesse an den Pariser Klimaschutzzielen ausrichten können. 
 
„Für Pathways to Paris suchen wir Unternehmen und Finanzmarktakteure, die den Transformationsprozess aktiv und im Austausch angehen wollen“, sagt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland. „Gemeinsam wollen wir Lösungswege identifizieren und beschreiben, die den Übergang in ein klimafreundliches und zukunftssicheres Wirtschafts- und Finanzsystem ermöglichen. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfordern den konsequenten Umbau unserer Wirtschaft. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Klimawende ist die Bündelung von Expertisen, Dialog und Zusammenarbeit.“ 
 
Bei Pathways to Paris entstehen Sektor-spezifische Transformationspfade, Maßnahmenkataloge und Kostenkurven, damit Unternehmen, Kapitalgeber und Politik die nötigen Veränderungen zielgerichtet und kosteneffizient gestalten können. Matthias Kopp sagt: „Das Projekt lenkt den Fokus auf kritische Aspekte der Transformation in Unternehmen. Wir übersetzen abstrakte Klimaziele in konkrete Schritte. Unser Ziel ist es, dass Unternehmen in allen Sektoren in der Lage sind, ihre Geschäftsmodelle, Produkte und Prozesse klimafreundlich zu gestalten.“  
 
Der Finanzmarkt ist ein wichtiger Hebel in diesem Prozess. Er muss die Wirtschaft zur Transformation befähigen und unterstützen. „Ein strukturierter Austausch zwischen Finanz- und Realwirtschaft führt dazu, dass transformationsfördernde Aktivitäten verstanden, bewertet und somit finanziert werden können. Wir identifizieren und entwickeln Indikatoren, die es Finanzdienstleistern ermöglichen, die Transformationsfortschritte der Unternehmen einzuordnen“, sagt Matthias Kopp. „Wir möchten den Dialog so unterstützen, dass Klimaverträglichkeit im Sinne der Ziele des Pariser Abkommens zu einem Standardelement des Engagements zwischen Unternehmen und Kapitalgeber wird.“ 
 
Dr. Nicole Röttmer, Climate Leader Europe bei PwC, kommentiert: „Mehr als 50 Prozent des globalen BIPs haben sich bereits zu Netto-Null-Emissionen bekannt. Damit dies erreichbar werden kann, unterstützen wir mit Pathways to Paris den Strukturwandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und berücksichtigen dabei die individuelle Situation verschiedener Sektoren und Unternehmensformen.“ Die Arbeitsgruppen werden durch die Projektpartner in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium zusammengestellt und im zweiten Quartal 2021 ihre Arbeit aufnehmen. 

 

Original Content von WWF Deuztschland




Klimaschutz: LichtBlick versorgt Köln mit Ökostrom Starkes Signal für funktionierenden Wettbewerb im Strommarkt


(ots) Klimaschutz: LichtBlick versorgt Köln mit Ökostrom

Seit Jahresbeginn versorgt das Klimaschutz-Unternehmen LichtBlick die Stadt Köln mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien. Insgesamt liefert LichtBlick rund 120 Millionen Kilowattstunden pro Jahr für 2840 städtische Gebäude. Dazu zählen Rathäuser, Behörden, Museen, Schulen und Kitas. Die Vereinbarung läuft zunächst bis Ende 2023 und kann bis 2025 verlängert werden. Der Strom ist klimafreundlich und erzeugt kein CO2. Ökostrom-Marktführer LichtBlick konnte sich in einer europaweiten Ausschreibung gegen andere Versorger durchsetzen.

Dazu erklärt Constantin Eis, Chief Commercial Officer bei LichtBlick:

„Köln setzt auf Klimaschutz – und LichtBlick leistet dazu einen zentralen Beitrag. Das freut uns. Wir haben das Ökostrom-Angebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis abgegeben. Die Entscheidung der Stadt ist ein starkes Signal für funktionierenden Wettbewerb im Strommarkt. Die Kölner Steuerzahler*innen profitieren von geringeren Kosten. Wir werden die Stadt die kommenden Jahre zuverlässig mit klimafreundlichem Strom beliefern.“

Über LichtBlick:

Vor über 20 Jahren fing LichtBlick an, sich als Pionier für erneuerbare Energien stark zu machen. Heute ist Ökostrom das neue Normal und LichtBlick Deutschlands führender Anbieter für Ökostrom und Öko-Wärme. Bundesweit leben und arbeiten über 1,7 Million Menschen mit der Energie von LichtBlick. Über 400 LichtBlickende entwickeln Produkte und Services für einen klimaneutralen Lebensstil. 2020 erzielte das Klimaschutz-Unternehmen einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro. LichtBlick gehört zum niederländischen Energiewende-Vorreiter Eneco. Eneco will bis 2022 saubere Energie für 2,5 Millionen Haushalte in eigenen Kraftwerken erzeugen. Info: www.lichtblick.de

LichtBlick SE





Keine Mitarbeit bei Mogelpackung

 

Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF sowie die Michael Succow Stiftung lehnen eine Mitarbeit in der Stiftung Klima- und Umweltschutz Mecklenburg-Vorpommern ab. Diese kritische Haltung machten sie während eines Gesprächs heute mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Energieminister Christian Pegel, Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus sowie dem Vorsitzenden der neuen Stiftung Klima- und Umweltschutz M-V, Erwin Sellering, deutlich. Denn die neue Stiftung hat es sich in ihrem Satzungszweck unter anderem zur Aufgabe gemacht, den Weiterbau der Erdgaspipeline Nord Stream 2 zu fördern. Das zusätzliche Erdgas der Pipeline würde aus Sicht der Umweltorganisationen eine notwendige Abkehr von fossilen Energieträgern für über fünf Jahrzehnte hinauszögern. Statt eine Stiftung mit sich widersprechenden Geschäftsfeldern zu errichten, sollte die Landesregierung ihre eigenen Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten nutzen und Maßnahmen für eine naturverträgliche Umstellung auf erneuerbare Energien auf den Weg bringen, so die Umweltverbände.

Die Umweltverbände präsentierten der Landesregierung während des gemeinsamen Gesprächs eine Kurzliste für einen wirksamen Klimaschutz – zur sofortigen Umsetzung. Dazu zählt der verpflichtende Einsatz erneuerbarer Energien für Gebäudeheizungen. Diese sind aktuell für 40 % des Energieverbrauchs verantwortlich und laufen zum Großteil noch auf Basis fossiler Energieträger wie Öl und Gas. Punkt zwei der Liste fordert die Abschaltung des Steinkohlekraftwerks Rostock. Das Werk allein ist mit bis zu 2,5 Millionen Tonnen CO2 für ein Viertel aller energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen Mecklenburg-Vorpommerns verantwortlich. Schließlich gelte es, die Entwässerung von Moorflächen zu beenden, wolle man wirklich CO2-Emissionen reduzieren. Die Entwässerung trägt mit etwa 6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich so stark zur menschengemachten Klimakrise bei, wie keine andere Einzelquelle in M-V. Ab sofort müssen jährlich 8.500 Hektar wiedervernässt werden.

Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros, sagt dazu: „Die Landesregierung lädt die Umweltverbände erst nach Stiftungsgründung zum Gespräch. Das Vorgehen zeigt klar: Hier wurde kein Rat gesucht, sondern ein Feigenblatt für eine auf Kohlenstoff basierende Energiepolitik. Wir lehnen diese uns zugedachte Rolle ab.“

„Seit über dreißig Jahren sind die Pro-Kopf-Treibhausgasemissionen in Mecklenburg-Vorpommern nicht gesunken. Sie sind sogar seit 1991 leicht gestiegen. Die Landesregierung versäumt hier eindrucksvoll, wirksame Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Noch mehr, sie unterwandert regelrecht Klimaziele. Es fehlt offenbar ein strategischer Kompass“, bewertet Corinna Cwielag, BUND M-V Landesgeschäftsführerin, das Handeln der mecklenburg-vorpommerischen Landesregierung.

„Die dauerhaft wirksamsten Klimaschutzmaßnahmen sind landschaftsbezogen. Mecklenburg-Vorpommern muss endlich seine Moore und Wälder schützen. Entwässerte Moore sind in unserem Bundesland die Hauptquelle für Treibhausgas-Emissionen. Hier muss es dringend zu großflächigen Lösungen seitens der Landesregierung kommen“, appelliert Stefan Schwill, Landesvorsitzender NABU Mecklenburg-Vorpommern.

„Gemeinnützige Stiftungen sind eine gesellschaftliche Errungenschaft, um dem Gemeinwohl zu dienen. Was mit dieser neuen Stiftung vorgesehen ist, ist für mich ein Angriff auf den mit ihnen verfolgten, selbstlosen Grundgedanken. Es gefährdet die Glaubwürdigkeit des gesamten Stiftungswesens unseres Landes“, betont Prof. Dr. Michael Succow, Stifter der Michael Succow Stiftung, der ersten Umweltstiftung im Land Mecklenburg-Vorpommern und Träger des Alternativen Nobelpreises.

 

Original Content von WWF Deutschland




Aktion„ Wald auf die Straße“


Wenn ihr Straßen durch den Wald baut, bauen wir einen Wald auf die Straße“

200 Tannenbäume bewalden am 18. Januar die Fahrbahn des Steinwegs in Kassel. 

Dass in Zeiten der globalen Klimakrise keine ausreichenden umweltpolitischen Entscheidungen getroffen werden, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, kritisiert ein breites Bündnis aus verschiedenen Initiativen und Privatpersonen in Kassel.

Dem Aufruf von Raamwerk folgend, bildete sich ein breites Bündnis bestehend aus Bürgerinitiative keineA44 – Verkehrswende JETZT, BUND Kassel, BUND Kaufungen, Changing Cities, Fridays for Future Kassel, Falken Kassel, Extinction Rebellion Kassel, KligK, LiLi Uni Kassel, Naturfreunde Kassel, Naturfreunde Kaufungen, Parents for Future Kassel,  Radentscheid Kassel, ruangrupa, YXK Kassel und viele individuelle engagierte Unterstützer*innen.

Durch eine künstlerisch aktivistische Installation mit ausrangierten Weihnachtsbäumen soll auf die anhaltende Umweltzerstörung durch Straßenbau aufmerksam gemacht werden und ein Zeichen für die Dringlichkeit einer ökologisch nachhaltigen und sozial gerechten Verkehrs- und Mobilitätswende gesetzt werden. Das Bündnis deklariert die Rodungen und Bauvorhaben der A49 im Dannenröder Forst und die bevorstehenden Eingriffe für den Ausbau der A44 im nahe gelegenen Stiftswald bei Kaufungen als klimaschädliche Mobilitätskonzepte von gestern. Auch der bundesweite, trotz Protest teils gewaltsam durchgesetzte Ausbau an Infrastruktur für Autos, steht bei dieser Aktion in der Kritik. 

 

Deshalb soll für einen Tag die erste gepflasterte Straße und eine der Hauptverkehrsadern Kassels zum Wald werden. Am Montag, den 18. Januar von 12 – 16 Uhr, wird daher eine Spur des Steinwegs sinnbildlich von Bäumen zurückerobert. 

Aufgrund der aktuellen Situation werden bei der angemeldeten Versammlung Bäume stellvertretend für Menschen demonstrieren. Um Ansteckungen zu vermeiden, wurde auf einen Aufruf zur Präsenz verzichtet.

 

Stimmen aus dem Bündnis:

„Für viele Menschen sind die Infrastrukturprojekte im wahrsten Sinne sehr weit weg und deren Folgen für Natur und Klima zu abstrakt. Wir bringen das Thema deswegen mitten in die Stadt und damit direkt vor die Haustür der Menschen. Wir laden sie ein, darüber nachzudenken und fordern die Politik auf, jetzt zu handeln! Obwohl die Schäden sich besonders deutlich in den deutschen Wäldern und auch hier im Habichtswald abzeichnen und sichtbar sind, handelt die Politik auf lokaler, Land- und Bundesebene nicht in einem Ausmaß, das unser Klima und damit unsere Lebensgrundlage schützt. Sie roden den wertvollen und gesunden Dannenröder Forst und es werden weitere folgen. Hier stellen sich die Fragen nach Verantwortung und Weitsicht. Als Erinnerung: Kassel will 2030 klimaneutral sein. Wir müssen jetzt in die Umsetzung kommen. Da können und müssen alle mithelfen.“, sagt Samson Kirschning von Raamwerk. 

„Der Pariser Vertrag wurde unterschrieben und uns wurde immer wieder versprochen, dass jetzt alles getan wird um das Klima zu retten. Aber Fakt ist – wir beschwören weiterhin wirtschaftliches Wachstum über unsere Verhältnisse und steuern damit auf die 4 Grad zu. Und das, obwohl wir die Konsequenzen für unser Klima kennen. Die Wissenschaft findet eindeutige Worte und Handlungsziele, die wir erfüllen müssen, um zumindest Schadenbegrenzung zu erreichen. 

Ich verstehe nicht, warum diese Fakten so wenig Berücksichtigung in politischen Entscheidungen finden. Es wird weitergemacht, als gäbe es kein Morgen. Aber das gibt es. Ich bin das Morgen. Und viele andere sind das Morgen. Und es wird endlich Zeit, dass unsere Stimme gehört wird. “, betont Marlene Schwarz von Fridays For Future Kassel

„Die Proteste gegen die A49 sind noch lange nicht vorbei und werden keine Eintagsfliege sein. Die Klimagerechtigkeitsbewegung in Kassel, sowie auf der ganzen Welt, werden die weitere Zerstörung des Planeten durch ein Mobilitätskonzept von gestern nicht weiter hinnehmen. Sollte die A49 entgegen unserer Hoffung und Erwartung noch fertiggestellt werden, wird es definitiv die letzte Autobahn durch Hessische Wälder sein.“, sagt Charlie Fuchs von Klimagerechtigkeit Kassel

„Lasst uns einander wachrütteln und endlich handeln! Es kann nicht sein, dass hauptsächlich die jüngere Generation immer wieder dazu antreibt die Klimaziele zu erreichen. Von älteren Generationen höre ich oft Sätze wie: „Das ist nicht mehr mein Job.“ oder „Was sollen wir da noch groß machen?“ 

Aber es steht außer Frage, dass Klimaschutz eine solidarische Aufgabe aller Menschen ist, egal welcher Generation und auch jener, welche sich in ihren Politiker*innen-Sesseln bei diesem Thema nur zurück zu lehnen scheinen.

Deshalb fordern wir mehr Achtsamkeit und dass alle ihrer Verantwortung nachkommen.

Wir sollten uns darüber bewusst werden, dass der Wald auch schon vor uns da war.

Spielen unsere Kinder mit Beton Klötzchen, auf Beton Klötzen, neben Beton Klötzen?“, fragt Alischa Brocke.

„Gerade in Kassel, wo unser Stadtbild so stark vom Landschaftskunstwerk der 7.000 Eichen geprägt ist, muss dessen Titel heute wieder ernst genommen werden: „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“. Joseph Beuys beklagte schon 1982, dass die Bäume, sowie die Natur überhaupt, entrechtet wurden und wollte mit seiner sozialen Plastik ein Zeichen für Naturschutz und Wideraufforstung setzen. Heute brauchen wir mehr denn je ein solch sichtbares politisches Signal für die Rechte der Natur.“, sagt Anna Verena Lumma

Diejenigen, die sich ebenfalls engagieren möchten seien eingeladen sich zu melden, betonen die Vertreter*innen der verschiedenen Initiativen. Ob es weitere gemeinsame Projekte geben wird, schließt das Bündnis nicht aus. Spätestens nächstes Jahr um die gleiche Zeit könnte mithilfe der Bürger*innen Kassels eine viel größere Fläche in der Stadt temporär zum Wald umgewandelt werden. Wie wäre es mit 7.000 Tannenbäumen? Allerdings besteht die leise Hoffnung, dass eine solche Aktion dann nicht mehr nötig sei. 

 

Anhang

Weitere Informationen zu den unterstützenden Initiativen:  (Alphabetisch sortiert)

Bürgerinitiative keineA44 – Verkehrswende JETZT | https://www.keinea44.de/ 

BUND Kassel |https://kassel.bund.net/

BUND Kaufungen |https://kassel.bund.net/bund-kaufungen/

Changing Cities | https://changing-cities.org/

Extinction Rebellion Kassel | https://extinctionrebellion.de/og/kassel/

Falken Kassel | https://falken-hessen.de/

Fridays for Future Kassel | https://www.facebook.com/fridaysforfuturekassel/ 





Guter Vorsatz fürs Klima: Über 7 Millionen Deutsche planen 2021 den Wechsel zu Ökostrom


(ots) LichtBlick Studie zeigt: Vor allem junge Menschen wollen mit ihrer Entscheidung für einen nachhaltigen Stromanbieter den CO2-Fußabdruck verringern. Aber Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom.

Mehr Bewegung, gesündere Ernährung, weniger Stress – der Jahreswechsel lädt traditionell dazu ein, den eigenen Lebensstil zu überdenken. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Klimaschutz-Unternehmens LichtBlick zeigt nun, dass mehr als 7 Millionen Deutsche 2021 den Wechsel zu Ökostrom planen.

Dabei sank im letzten Jahr die Zahl der Haushalte, die sich für einen neuen Stromanbieter entschieden, von 4,75 auf 4,48 Millionen. Das berichtet heute der Tagesspiegel mit Bezug auf den noch unveröffentlichten Strom-Monitoringbericht der Bundesnetzagentur.

„Fridays for Future“ Generation und Norddeutsche besonders wechselwillig

Mit einem Wechsel zu Ökostrom kann jede*r ein wichtiges Zeichen setzen und aktiv zur Energiewende beitragen. Beispiel: In einem 2-Personen-Haushalt in einer 90qm-Wohnung kann so pro Person jährlich eine halbe Tonne CO2 eingespart werden. Das scheint besonders jungen Menschen ein wichtiges Anliegen zu sein: Spitzenreiter aller Altersgruppen in der Studie ist die „Fridays for Future“ Generation. Jede*r Achte zwischen 18 und 29 plant 2021 den Umstieg auf nachhaltige Energie.

„Wir freuen uns über alle, die sich unserem Ziel einer klimaneutralen, fairen Zukunft anschließen – beispielsweise, indem für den Energieverbrauch der eigenen Kaffeemaschine jeden Morgen grüner Strom ins Netz fließt“, so Ralph Kampwirth, Unternehmenssprecher von LichtBlick, Europas größtem Anbieter für Ökostrom und Klimaschutz. „Es ist natürlich besonders schön zu sehen, dass bei der jungen Generation beim Thema Nachhaltigkeit auch Ökostrom so präsent ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Unterschiede zeigen sich auch im Ländervergleich: In Niedersachsen oder Schleswig-Holstein planen viermal mehr Menschen den Wechsel zu einem Ökostromanbieter als in Thüringen – das Schlusslicht der Tabelle.

Ökostrom – was bedeutet das überhaupt?

Ökostrom wird zu 100% ökologisch durch regenerative Energiequellen – wie Sonne, Wind und Wasser – erzeugt. Er hat drei große Vorteile gegenüber konventionellem Strom: Die Quellen sind unbegrenzt verfügbar, es werden keine schädlichen CO2-Emissionen erzeugt und der produzierte Strom ist zu 100% atomkraft- und kohlefrei. Aber Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Manche Anbieter sind intransparent und bieten Ökostrom zwar als Tarifvariante an, setzen sonst aber auf fossile Energie und leisten keinen Beitrag zur Energiewende.

Dabei kommt es wirklich auf jede*n Einzelne*n an. Denn je mehr Menschen sich für Ökostrom entscheiden, desto grüner wird der Strom für alle. Mit einem Wechsel wird der Anteil an Ökostrom im Netz um das erhöht, das der jeweilige Haushalt verbraucht.

Immerhin: 2019 haben bereits 12,67 Mio. Deutsche Ökostrom bezogen** – die aktuelle LichtBlick Umfrage zeigt: Tendenz steigend. Die Daten beruhen auf einer repräsentativen Online-Umfrage von Civey unter 5.001 Deutschen.

Zum Thema ÖkoStrom bei LichtBlick: https://www.lichtblick.de/oekostrom/erklaert/

Über LichtBlick:

Vor über 20 Jahren fing LichtBlick an, sich als Pionier für erneuerbare Energien stark zu machen. Heute ist Ökostrom das neue Normal und LichtBlick Deutschlands führender Anbieter für Ökostrom und Öko-Wärme. Bundesweit leben und arbeiten über 1,7 Million Menschen mit der Energie von LichtBlick. Über 400 LichtBlickende entwickeln Produkte und Services für einen klimaneutralen Lebensstil. 2020 erzielte das Klimaschutz-Unternehmen einen Umsatz von rund 1 Milliarde Euro. LichtBlick gehört zum niederländischen Energiewende-Vorreiter Eneco. Eneco will bis 2022 saubere Energie für 2,5 Millionen Haushalte in eigenen Kraftwerken erzeugen. Info: www.lichtblick.de

LichtBlick SE,





NABU: Nord Stream 2 – unnötige Energie-Infrastruktur und klimapolitisch gefährlich

 

Die Diskussion um Nord Stream 2 hält an: Die in der vergangenen Woche vom Land Mecklenburg-Vorpommern beschlossene Klimastiftung lässt die öffentliche Kritik lauter werden. Gleichzeitig muss das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) über einen Antrag entscheiden, mit dem der Bau der Pipeline auch zur Vogelrastzeit in der deutschen Ostsee fertiggestellt werden kann. Ein aktuelles Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des NABU enttarnt die Argumente der Pipeline-Befürworter: Nord Stream 2 ist energiewirtschaftlich unnötig und gefährdet geltende Klimaschutzziele.

Das Fazit des Gutachtens zeigt: Es besteht weder kurz- noch langfristig eine Deckungslücke für Gas. Die bestehende Gas-Infrastruktur deckt den aktuellen und zukünftigen Bedarf. Vielmehr drohen durch Nord Stream 2 gefährliche Lock-in-Effekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien verzögern können. „Das Gutachten enttarnt die rückwärtsgewandten Argumente der Pipeline-Befürworter und auch die Rechtfertigungsversuche der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern zur Gründung der Klimaschutzstiftung MV. Weder geht ohne fossile Energieträger das Licht aus, noch ist Gas eine klimafreundliche Brückentechnologie. Das Gegenteil ist der Fall. Durch die Methanemissionen bei Förderung, Transport und Nutzung ist Erdgas ein Klimakiller, genau wie Kohle. Wir müssen Nord Stream 2 stoppen“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.

In Auftrag gegeben hatte der NABU das Gutachten, um der energiewirtschaftlichen Argumentation der Nord Stream 2 AG entgegenzutreten, die die Gaspipeline während der besonders sensiblen Zeit der Winterrast im Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht – Rönnebank weiterbauen will. Der entsprechende Antrag liegt beim BSH in Hamburg. „Nord Stream 2 konterkariert, ja missachtet deutsches Planungs- und Naturschutzrecht. Für den eiligen Weiterbau auf Kosten von Seetauchern und Meeresenten gibt es keine planungsrechtliche Legitimation“, so Kim Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz.

Das DIW-Gutachten analysiert aktuelle Gasverbräuche in Deutschland und Europa, bewertet Zukunftsszenarien, Transit- und Speicherkapazitäten und setzt diese in Beziehung zu den jüngsten Klimaschutzzielen. Konkret heißt es in dem Papier: „Die Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen 2015 sowie die 2020 damit im Einklang verschärften Klimaziele der Europäischen Union führen eindeutig dazu, dass keine fossile Infrastruktur – und damit auch keine Erdgasinfrastruktur mehr errichtet werden darf.“

Kernaussagen des Gutachtens:

  • Die Nachfrage nach Erdgas in Europa ist bereits seit 15 Jahren stabil bzw. leicht rückläufig.
  • Die bestehende Gas-Infrastruktur ist für den heutigen und zukünftigen Bedarf vollkommen ausreichend, die Nord Stream 2-Pipeline deshalb unnötig.
  • Mit fortschreitender Energiewende wird der Gasbedarf in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen, in Deutschland zwischen rund 70 Prozent und über 95 Prozent.
  • Nord Stream 2 gefährdet die Energiewende, denn jede neue Infrastruktur für Erdgas erhöht das Risiko des sogenannten fossilen Lock-Ins, das heißt es wird schwieriger, die Abhängigkeit von klimaschädlichen fossilen Energieträgern zu verringern.
  • Erdgas ist aufgrund des darin enthaltenen klimaschädlichen Methans ungeeignet als Brückentechnologie.

Hintergrund:

Der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 stützt sich für die deutsche Ostsee auf zwei Genehmigungen. Während der vom Bergamt Stralsund genehmigte Abschnitt durch die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns 2018 fertigstellt wurde, fehlen etwa 14 Kilometer in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftzone (AWZ). Die verantwortliche Behörde ist hier das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Durch die angedrohten Sanktionen der US-Regierung standen die Bauarbeiten mehr als ein Jahr still. Im Dezember 2020 wurden 2,6 Kilometer in der deutschen AWZ fertiggestellt, aktuell laufen die Vorbereitungen der Bauarbeiten in dänischen Gewässern. Der zweite Änderungsantrag der Nord Stream 2 AG soll weitere Bauarbeiten trotz Kritik des NABU und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) auch in den Monaten Januar bis Mai ermöglichen, der Hauptzeit der Winterrast für hundertausende Meeresvögel im EU-Vogelschutzgebiet.

 

Original Content von NABU




Holt die Umwelt an den Tisch!

 

Die Umweltminister:innen der Länder haben ihre Amtskolleg:innen der Agrarministerien aufgefordert, sie in die Ausarbeitung des nationalen GAP-Strategieplans einzubinden. Die Naturschutzorganisation WWF unterstützt die Forderung nach einer verbindlichen ressortübergreifenden Zusammenarbeit: „Es geht um zentrale Handlungsfelder im deutschen Klima- und Artenschutz und die Zukunft von Boden, Wasser und Luft in ganz Deutschland. Die Umweltressorts gehören an den Planungstisch“, so WWF-Naturschutzvorstand Christoph Heinrich.

In einem eigenen GAP-Positionspapier stellen die Umweltminister:innen außerdem Kernanforderungen insbesondere für die Konditionalität und zur Ausgestaltung der sogenannten Eco-Schemes auf deutscher Ebene. Positiv wertet der WWF, dass sie laut Positionspapier bei der Konditionalität national deutlich nachschärfen wollen. Dabei handelt es sich um jene Auflagen, die landwirtschaftliche Betriebe generell erfüllen müssen, um weiter pro Hektar Fördergelder aus dem EU-Topf zu erhalten.

So sprechen sich die Umweltminister:innen zum Beispiel bei den Vorgaben für nicht-produktive Flächen, die allein dem Schutz der Biodiversität vorbehalten sein sollen, für verbindlich mindestens 5 Prozent im Rahmen der Konditionalität aus. „Das wäre ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Insgesamt müssen zukünftig mindestens 10 Prozent der Agrarlandschaft exklusiv bleiben für die Natur, etwa für Hecken oder Brachen. Dieser Mindestanteil nichtproduktiver Flächen ist wissenschaftlich notwendig, um überhaupt positive Naturschutz-Effekte zu erzielen“, so Christoph Heinrich.

Insgesamt werden Landwirt:innen in der EU in den nächsten sieben Jahren rund 387 Milliarden Euro an Subventionen aus Brüssel erhalten. „Je besser wir die Fördermilliarden der EU zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zum Schutz von Klima, Wasser und Böden auf Feldern und im Stall einsetzen, desto besser für die Landwirtinnen und Landwirte. Eine Ökologisierung der Landwirtschaft erhält langfristig ihre Produktionsgrundlagen. Denn sie sind abhängig von vitalen Böden, intakten Wasserkreisläufen und stabilen Ökosystemen mit deren Dienstleistungen wie Bestäubung oder natürliche Schädlingsbekämpfung“, unterstreicht WWF-Naturschutzvorstand Heinrich.

 

Original Content von WWF Deutschland




Ohne Moos nichts los

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Rede beim One Planet Summit den Beitritt Deutschlands zur High Ambition Coalition (HAC) verkündet. Diese „Allianz der Willigen“ setzt sich unter anderem dafür ein, dass 30 Prozent der Erde unter Schutz gestellt wird. Die von Naturschützer:innen erhofften großen Finanzspritzen für den Schutz der Natur blieben aus.  

Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland, kommentiert:

„Wir begrüßen, dass sich nun auch Deutschland der „Allianz der Willigen“ angeschlossen hat. Allerdings vermissen wir schmerzlich konkrete Zusagen für neue finanzielle Mittel zum internationalen Schutz der Natur. Ohne Moos ist wenig los: Finanzielle Ressourcen sind ein Schlüsselfaktor um das Artensterben und die Klimakrise zu stoppen. Auch das 30 Prozent Ziel rückt ohne finanzielle Unterstützung in weite Ferne. Deutschland muss hier als eins der reichsten Länder der Welt nun mit festen Zusagen voran gehen: Der WWF fordert die Bundeskanzlerin auf, die internationalen Mittel für den Schutz der Natur drastisch zu erhöhen. Die Corona-Pandemie hat uns deutlich gezeigt, dass Investitionen in die intakte Natur eine unabdingbare Gesundheitsvorsorge sind, denn mit Umweltzerstörung steigt auch die Wahrscheinlichkeiten von Pandemien.“   

Hintergrund: HAC

Bisher sind über 50 Staaten, darunter die EU in der „Allianz der Willigen“ vertreten. Der Zusammenschluss von Staaten setzt sich  unter der Führung von Frankreich und Costa Rica für ein ambitioniertes Abkommen beim UN-Biodiversitätsgipfel (CBD) ein. Unter anderem will die Koalition ein Drittel der Erde unter Schutz stellen. In der EU-Biodiversitätsstrategie ist dieses Ziel schon enthalte

 

Original Content von WWF Deutschland




BMVI legt nationales Flottenaustauschprogramm für Lkw auf


Andreas Scheuer: Lkw-Austauschprogramm hilft Wirtschaft und Klima

Ab sofort unterstützt die Bundesregierung die Anschaffung von fabrikneuen Lkw, die die Anforderungen der aktuellen Abgasstufe Euro VI erfüllen, wenn gleichzeitig ein alter Lkw der Abgasstufen Euro III, IV oder V verschrottet, wird mit bis zu 15.000 Euro. Überdies wird ein Zuschuss von bis zu 5.000 Euro für die Anschaffung intelligenter Trailer- Technologie (z.B. Technologien zur Reifendruckmessung oder zur digitalen Ansteuerung für Auflieger und Anhänger oder aerodynamische Anbauteile) gewährt.

Bundesminister Andreas Scheuer:
Ab sofort fördern wir den Austausch alte gegen neue Lkw mit sauberen Antrieben. Unser Ziel: nachhaltig die CO2-Emissionen der Nutzfahrzeugflotte senken, Arbeitsplätze dauerhaft erhalten und der Wirtschaft einen spürbaren Impuls verleihen. Überdies erhöhen wir mit der neuen Förderrichtlinie auch die Verkehrssicherheit, da eine Förderung ausdrücklich an die Installation eines Abbiegeassistenzsystems geknüpft wird. Lkw verursachen etwa ein Viertel der CO2- Emissionen im Straßenverkehr. Darum unterstützen wir zusätzlich seit langem das Verlagern von Gütern auf klimafreundliche Verkehrsträger wie Wasser oder Schiene.

Die Förderung basiert auf de n Beschlüssen der „konzertierten Aktion Mobilität – KAM“. Die Plattform aus Vertretern der Koalition, Ministerpräsidenten aus ausgewählten Bundesländern sowie wie Vertreter der Automobilwirtschaft, der Arbeitnehmer und der Nationalen Plattform zur Zukunft der Mobilität (NPM) widmet sich dem langfristigen Strukturwandel in der deutschen Automobilindustrie und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Unternehmen, Regionen und Beschäftigten.

Das Programm besteht aus zwei Komponenten: Neben der jetzt gestarteten zur Förderung neuer und sauberer Lkw soll in einer zweiten Förderrichtlinie die Beschaffung kommunaler Einsatzfahrzeuge – vor allem bei Feuerwehren – unterstützt werden. Diese befindet sich derzeit noch in der Ressortabstimmung, ist aber ebenfalls für das erste Quartal 2021 geplant.
Die gesamte Förderrichtlinie finden Sie hier.

© 2021 Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur





Intakte Natur als Gesundheitsvorsorge

 

Heut treffen sich Staats- und Regierungschef:innen auf dem „One Planet Summit for Biodiversity“. Auf der Agenda der internationalen Geberkonferenz zu Biodiversität steht unter anderem das Zusammenspiel zwischen Waldvernichtung, Artenvielfalt und Pandemien. Ein Ziel der Konferenz ist es, finanzielle Mittel zum Schutz der tropischen Wälder in Afrika zu mobilisieren. Die französische Regierung richtet das Treffen zusammen mit den Vereinten Nationen (UN) und der Weltbank aus. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel werden UN-Generalsekretär Antonio Guterres und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet. Der WWF wertet es als wichtiges Zeichen, dass die Staats- und Regierungschef:innen den Zusammenhang zwischen gesunder Natur und menschlicher Gesundheit erkennen. Allerdings dürfe es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Der WWF fordert Bundeskanzlerin Merkel auf, auch durch ambitionierte Gesetzgebung zum Schutz der Wälder beizutragen. So müsse unter anderem durch Gesetze auf Bundes- und EU-Ebene ein Systemwechsel bei den internationalen Lieferketten herbeigeführt werden.

Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland, kommentiert: „Es ist eine Konferenz mit Signalwirkung: Eine intakte Natur ist der Schlüssel für die menschliche Gesundheit. Es ist sehr begrüßenswert, dass diese Erkenntnis jetzt auch auf der höchsten politischen Ebene angekommen ist. Dass wir die intakte Natur für ein gesundes Leben brauchen, hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie schmerzlich vor Augen geführt. Ein überspringender Virus vom Wildtier zum Menschen war schließlich der Auslöser der aktuellen Pandemie. Insbesondere der tropische Wald in Lateinamerika, im afrikanischen Kongobecken und Südostasien ist von existentieller Bedeutung für Mensch und Natur: Wälder schützen den Menschen als Bollwerk vor neuen Krankheitserregern aus dem Tierreich. Außerdem speichern Wälder große Mengen Kohlenstoff und sind damit unabdingbar im Kampf gegen die Klimakrise. Sie sind zudem wahre Schatzkammern der Artenvielfalt und beherbergen vier Fünftel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten außerhalb der Ozeane.“

Um die intakte Natur und damit die menschliche Gesundheit zu schützen, erwartet der WWF, dass sich die Bekenntnisse auf dem „One Planet Summit“ nicht nur in mehr finanzieller Unterstützung für den Naturschutz, sondern auch in konkreten Gesetzgebungen widerspiegeln. Brandes sagt: „Finanzierung für den Naturschutz in tropischen Regenwäldern ist existentiell. Genauso existentiell ist allerdings die Änderung unseres Konsumverhalten, dazu muss die Politik den Rahmen setzen: Deutschland muss sich für einen sofortigen Stopp der weltweiten Entwaldung einsetzen, unter anderem durch nationale sowie europäische Gesetze – insbesondere ein EU-Gesetz zu Entwaldungsfreien Lieferketten.“ Denn gerade Regenwälder werden oft für die Produktion von Futtermittelsoja, Rindfleisch oder Kakao abgeholzt. 80 Prozent der Tropenwaldzerstörung geht allein auf das Konto der kommerziellen Landwirtschaft, die das Ziel verfolgt, weitere Weide- und Ackerflächen zu schaffen

 

Original Content von WWF Deutschland




Deutschland verfehlt Wildnis-Ziel 2020

 

Kaum Wildnis in Deutschland, kritisiert die Naturschutzorganisation WWF kurz nach dem Jahreswechsel. Schätzungsweise gerade einmal 0,6 Prozent der Landfläche in der Bundesrepublik sind laut WWF derzeit geschützte Wildnisgebiete. Dabei hätten es bis Ende 2020 eigentlich 2 Prozent sein sollen – zumindest laut der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“, die die Bundesregierung 2007 beschlossen hat. „Das ohnehin magere, selbstgesteckte Wildnis-Ziel der Bundesregierung wurde deutlich verfehlt“, erklärt Albert Wotke, Wildnis-Referent beim WWF Deutschland. „Hier braucht es mehr Anstrengungen – vor allem seitens der Bundesländer, in deren Kompetenzbereich die Wildnisentwicklung fällt.“ Die Gründe sieht Wotke unter anderem in dem Scheitern etlicher Nationalpark-Projekte, wie etwa in Bayern. Hier brauche es seitens der Länder „mehr Mut und Engagement“. Darüber hinaus sollte zukünftig gelten: „Vorfahrt für Wildnis“.

Der WWF fordert, freiwerdende Flächen der öffentlichen Hand im ländlichen Raum nicht mehr zu privatisieren, sondern damit bestehende Wildnisgebiete zu erweitern oder miteinander zu vernetzen. Finanzielle Anreize wie Vergünstigungen bei der Grundsteuer, den Grundabgaben oder bei der Erbschaftssteuer sollten private Flächeneigentümer motivieren, geeignete Flächen ihres Grundbesitzes für die Wildnisentwicklung zur Verfügung zu stellen. Ein erfreulicher erster Schritt der Bundesregierung ist aus Sicht des WWF und der Initiative „Wildnis in Deutschland“ der Wildnisfonds. Mit dem Förderprogramm unterstützt die Regierung den Kauf von Flächen, auf denen Wildnis entstehen darf.

„Wildnis ist kein Selbstzweck. Sie bewahrt nicht nur unsere biologische Vielfalt, sondern mindert auch negative Effekte des Klimawandels, kann vor Hochwasser schützen und trägt über Tourismuseffekte positiv zur Regionalentwicklung bei“, so Wotke. Da die Bundesrepublik ihr selbstgestecktes 2020-Ziel nicht erreicht habe, müsse nun dringend nachgesteuert werden. Auch in Hinblick auf die EU-Vorgaben zum Schutz der biologischen Vielfalt: In Europa sollen bis 2030 30 Prozent der Landfläche unter Schutz gestellt werden. „Das ist ein ambitioniertes Vorhaben. Deutschland muss seinen Beitrag dazu leisten“, so Wotke.

 

Original Content von WWF Deutschland




Nach zwei Jahren Mehrwegquote: Umfrage der Deutschen Umwelthilfe belegt Mehrwegboykott durch Aldi, Lidl, Coca-Cola & Co.

 

(ots) Auch zwei Jahre nach Inkrafttreten der Mehrwegquote von 70 Prozent für Getränkeverpackungen gibt es bei Händlern und Abfüllern keine Trendwende von Einweg zu Mehrweg. Dies belegt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 37 großen Händlern und Abfüllern. Lediglich real sowie die Brauereien Radeberger und Bitburger gaben an, die Mehrwegquote von 70 Prozent zu erfüllen. Als Konsequenz fordert die DUH von Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Einführung einer Abgabe auf klimaschädliche Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen von mindestens 20 Cent zusätzlich zum Einwegpfand. Die gesetzliche Mehrwegquote gilt seit 1. Januar 2019.

Wir können nicht akzeptieren, dass Händler wie Aldi und Lidl als auch Abfüller wie Coca-Cola, Nestlé und Danone die gesetzliche Mehrwegquote auch zwei Jahre nach Inkrafttreten ignorieren. Bundesumweltministerin Svenja Schulze muss sich fragen lassen, ob sie den umweltpolitischen Takt vorgibt oder Konzerne, die auf Kosten der Umwelt und Gesellschaft mit Einweg-Plastikverpackungen möglichst viel Geld verdienen wollen. Sie darf sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen und muss die Mehrwegquote durch Sanktionsmaßnahmen umsetzen. Eine Abgabe auf Einweg-Plastikflaschen und Dosen wäre das wirksamste Mittel„, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Die DUH vergibt in ihrer Umfrage gemäß des jeweiligen Beitrags zur Erfüllung der gesetzlichen Mehrwegquote rote, gelbe und grüne Karten an Händler und Abfüller. Nur drei Unternehmen gaben an, die Mehrwegquote von 70 Prozent zu erfüllen und erhalten eine grüne Karte. Alle anderen befragten Unternehmen unterschritten die gesetzliche Mehrwegquote oder wollten keine Angaben machen. Davon erhalten drei Unternehmen eine gelbe Karte, weil sie mindestens 50 Prozent Mehrweganteil in ihrem Sortiment haben.

Besonders negativ fielen die Discounter Aldi und Lidl mit null Prozent Mehrweg auf. Sie sind hauptverantwortlich für die milliardenfache Inverkehrbringung von Einweg-Plastikflaschen. Der Marktführer im Bereich Erfrischungsgetränke Coca-Cola unterschreitet mit einem Mehrweganteil von nur 38,8 Prozent deutlich das gesetzliche Mehrwegziel von 70 Prozent. Im Bereich der stillen Mineralwässer enttäuschte Nestlé mit einer Mehrwegquote von nur 13 Prozent auf ganzer Linie. Danone Waters, das in einer Umfrage vor zwei Jahren eine Mehrwegquote von null Prozent angab, wollte sich nun nicht mehr äußern. Ebenfalls nicht äußern wollten sich die großen Saftproduzenten Eckes-Granini und Valensina, auf deren Internetseiten Produkte nahezu vollständig in Einweg-Plastikflaschen und Getränkekartons angeboten werden.

Dass auch Discounter problemlos Mehrweg anbieten können, zeigt Netto Marken-Discount. Der Lebensmitteleinzelhändler bietet immerhin die Hälfte seiner Getränke in Mehrwegflaschen an. Auch Edeka und Kaufland weisen einen Mehrweg-Anteil von rund 50 Prozent auf. Damit liegt das Mehrwegangebot zwar über der Durchschnittsquote des Gesamtmarktes von rund 41 Prozent, allerdings weit unter dem Zielwert von 70 Prozent im Verpackungsgesetz. Insbesondere Vollsortimenter wie Edeka und Rewe, die sich Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen schreiben, müssen schnell besser werden. Die Regionalgesellschaften und Franchisenehmer sollten vor allem Mehrwegprodukte aus der nahen Umgebung anbieten„, fordert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

 

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.




Mythos Mikroplastik

 

 Mikroplastik ist überall: im Meer, im Boden, in der Luft – und in unserem Alltag. Forscher fanden die kleinen Kunststoffteilchen kürzlich erst in einer menschlichen Plazenta und in häufig konsumierten Muscheln. Um den Überblick über Wahr- und Unwahrheiten rund um Mikroplastik zu behalten, hat der WWF Deutschland heute ein Hintergrundpapier dazu veröffentlicht. Auf dieser Basis prüft die Umweltorganisation hier fünf Aussagen zum Thema.

1. Polareis ist der letzte Teil des Meeres, der frei von Mikroplastik ist.

Stimmt nicht. Ob im Polareis, Marianengraben oder in der Sahara: Überall dort, wo Forscher nach Mikroplastik suchten, wurden sie fündig. Aus diesem Grund kann angenommen werden, dass Mikroplastik überall in der Umwelt angelangt ist. Polares Meereis wird als globale Senke für kleinste Kunststoffpartikel vermutet. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Konzentration von Mikroplastik im arktischen Eis (eine bis vier Millionen Partikel pro Kubikmeter)  deutlicher höherer ist als zum Beispiel im sogenannten pazifischen Müllstrudel (Great Pacific Garbage Patch) mit etwa einer Million Partikel pro Kubikmeter.

2. „Kompostierbare“ oder „biologisch abbaubare“ Verpackungen wie Biomüllbeutel können in die Biotonne.

Stimmt nicht. Als „biologisch abbaubar“ oder „kompostierbar“ deklarierte Kunststoffe zerfallen nicht ohne Weiteres in der Natur und in üblichen Kompostieranlagen. Deswegen haben sie in der Biotonne und natürlich erst recht in der Natur nichts zu suchen. Um sich zu zersetzen, brauchen sie viel Zeit und spezielle Bedingungen wie Wasser und eine bestimmte Temperatur. Meist werden sie automatisch aussortiert, da die Kompostieranlagen nicht zwischen biobasiertem und rohölbasierten Plastik unterscheiden können. Dies ist aber nicht immer sichergestellt, sodass Plastikabfälle in der Biotonne teilweise nicht identifiziert werden und geschreddert im Kompost als Mikroplastik auf die Äcker gelangen. Eine umweltfreundlichere und oft günstigere Wahl sind unbedruckte Papiertüten oder Zeitungspapier. Plastik gehört generell nicht in die Biotonne.

3. Flaschenwasser und Honig enthalten Mikroplastik.  

Stimmt. Mikroplastik ist auch in der Atemluft, Flaschenwasser und Nahrungsmitteln wie Honig festgestellt worden. Laut einer vom WWF in Auftrag gegebenen Untersuchung können Menschen durchschnittlich pro Woche bis zu fünf Gramm der winzigen Teilchen aufnehmen. Zum Vergleich: Auch eine Kreditkarte wiegt in etwa fünf Gramm.

4. Mikroplastik kommt nur durch Kosmetik in die Umwelt.

Stimmt nicht. Die Top drei Quellen von Mikroplastik in Deutschland sind Abrieb von Autoreifen, Emissionen bei der Abfallentsorgung, wie zum Beispiel über Plastik in der Biotonne, und Abrieb von Straßenasphalt. Trotzdem gelangt weltweit auch durch Kosmetik eine beachtliche Menge Mikroplastik in die Natur. Der WWF rät deswegen zu zertifizierter Naturkosmetik, die auf Mikroplastik verzichtet. Für Peelings können außerdem Kaffeesatz, Zucker oder Meersalz verwendet werden.

5. Wir alle können etwas tun, damit Mikroplastik nicht in die Umwelt gelangt.

Stimmt! Ist Mikroplastik einmal in die Umwelt gelangt, verbreitet es sich durch Wind, Flüsse, Regenwasser über große Distanzen. Es ist unmöglich die kleinen Partikel wieder aus der Umwelt zu entfernen. Deshalb muss der Plastikeintrag an der Quelle gestoppt werden. „Wir alle können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Eintrag von Mikroplastik in die Natur zu stoppen“, kommentiert WWF-Mikroplastikexpertin Caroline Kraas und gibt Tipps zur Müllvermeidung: 

  • Verzichten Sie auf Produkte und Kosmetika mit Mikroplastik und nutzen Sie entsprechend ausgewiesene Alternativen, wie zum Beispiel zertifizierte Naturkosmetik, die ohne rein mineralölbasierte Bestandteile auskommt.
  • Waschen Sie Ihre Kleidung immer in einer vollen Waschmaschine. Das ist nicht nur gut für die Energiebilanz, sondern spart zudem Geld und kann die Anzahl an sich lösenden Mikroplastikpartikeln verringern.
  • Verwenden Sie Produkte oder Kleidung möglichst lange, bevor Sie sie sachgerecht entsorgen. Kleidung zum Beispiel sollte über offizielle Sammelstellen oder Spendenboxen und nicht im Hausmüll entsorgt werden.
  • Trennen Sie Ihren Abfall richtig. Plastiktüten gehören nicht in den Bio-Müll, auch wenn sie als biologisch abbaubar oder kompostierbar bezeichnet werden.
  • Schreiben Sie Unternehmen, wenn Ihnen unnötige oder große Verpackungen auffallen.

 

Original Content von WWF Deutschland




Neue Feinstaubregeln: Was Kaminofen-Besitzer jetzt wissen müssen

 

(ots) Mit der zweiten Stufe der Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung gelten ab dem 1. Januar 2021 neue Regeln für Kaminöfen. Alte Modelle dürfen dann nicht mehr betrieben werden. Aber es gibt Ausnahmen. Darüber informiert das Serviceportal www.intelligent-heizen.info

Ein knisterndes Feuer im Kamin ist nicht nur schön anzusehen – das Heizen mit einem Kaminofen schafft auch eine besonders behagliche Wärme. Ein Blick auf die Schadstoffemissionen stört allerdings die Romantik: Zwar ist die CO2-Bilanz bei der Verbrennung von Holz nahezu vorbildlich, denn die Menge des CO2, die dabei freigesetzt wird, ist in etwa so groß wie die, die der Baum während seiner Wachstumsphase aus der Luft gebunden hat. Das Problem bei alten Öfen ist jedoch der Ausstoß an Feinstaub, der bei den neuen Modellen deutlich geringer ausfällt.

Um zu einer Verringerung der Emissionen beizutragen, wurden die Grenzwerte für den Ausstoß von Feinstaub und Kohlenmonoxid in der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung, kurz 1. BImSchV, festgelegt. Ab dem 1. Januar 2021 läuft deshalb die Schonfrist für Modelle, die vor dem 31.12.1994 eingebaut wurden, ab. Diese können nun entweder nachgerüstet oder stillgelegt werden. Entscheidend ist dabei die Prüfung durch den Schornsteinfeger, der zu den verschiedenen Optionen Auskunft erteilen kann.

Ausnahmen von der Regel

Wie für viele Regeln gibt es aber auch hier Ausnahmen. Für offene Kamine beispielsweise gelten die neuen Grenzwerte nicht, sofern sie nur gelegentlich genutzt werden. Auch für „Oldtimer“ wie historische Kamine und Kachelöfen, die vor dem 1. Januar 1950 errichtet wurden, drückt der Gesetzgeber ein Auge zu, allerdings nicht für antike Öfen, die neu in einem Haus errichtet werden. Auch Besitzer beispielsweise eines Gartenhauses oder einer Immobilie, die allein durch eine Feuerstelle beheizt wird, können aufatmen, sofern sie an ihrem Kaminofen hängen.

Ein weiterer Weg, den Kaminofen fit für die neuen Regeln zu machen, ist der Einbau eines Feinstaubfilters. Sogenannte aktive Feinstaubfilter werden elektrisch betrieben, passive arbeiten auch ohne Strom. Welche Lösung mit Blick auf Kosten, Umweltbewusstsein und Wohlbefinden die beste ist, lässt sich am besten durch die Beratung eines Fachbetriebs lösen.

Ofenquiz

Denn mit modernen Feuerstätten ist es möglich, umweltfreundlich mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz zu heizen und zusammen mit einer Zentralheizung sogar die Wärmeversorgung im ganzen Haus zu gewährleisten. Bei der Auswahl der passenden Technik gilt es aber nicht nur, die neuen Feinstaubregeln zu kennen, sondern sich auch ein gewisses Grundwissen anzueignen, um typische Fehler zu vermeiden. Ob Sie bereits ein Profi im Heizen mit Holz sind oder wo Ihr Wissen noch Lücken hat, finden Sie in diesem Ofenquiz heraus: Intelligent-heizen.info/ofenquiz

 

Original-Content von: VdZ – Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e.V.




Ein Jahr nach Wuhan

 

Vor einem Jahr, am 31. Dezember 2019 wurde der Ausbruch einer neuen Lungenerkrankung in der chinesischen Stadt Wuhan bestätigt. Inzwischen gilt es als wissenschaftlich gesichert, dass das SARS-CoV-2-Virus von einem Wildtier auf den Menschen übersprang. Diese sogenannte „Zoonose“ hat eine weltweite Pandemie in Gang gesetzt. Anlässlich des Jahrestages veröffentlicht die Naturschutzorganisation WWF Deutschland eine Analyse zum Wildtierhandel in der südostasiatischen Mekong-Region. Das Ergebnis: Von schätzungsweise 500 Märkten in größeren Städten, auf denen häufig mit Wildtieren gehandelt wird, liegt die Hälfte in Regionen mit einem potenziell hohen Zoonose-Risiko. Nachdem China im Februar 2020 ein dauerhaftes Verbot der Zucht von Wildtieren für die Fleischproduktion erließ, sieht der WWF in einigen südostasiatischen Staaten dringenden Bedarf, die bestehenden Regelungen für den Handel nachzuschärfen, um die Zoonose-Gefahr einzudämmen. Artenschutz für bedrohte Wildtiere und öffentliche Gesundheitsvorsorge gehen in diesem Bereich Hand in Hand, so der WWF.

Der WWF-Analyse zufolge sind in ländlichen Gegenden viele Gemeinden zur Ernährungssicherung noch immer auf Wildtiere angewiesen, insbesondere in abgelegenen Gebieten mit hoher Mangelernährung bei Kindern. Zunehmend werden Wildtiere allerdings auch für den Verkauf auf städtischen Märkten gejagt. „Große Märkte mit niedrigen Hygienestandards auf denen Wildfleisch verkauft wird, sind besonders riskant für die Übertragung von Zoonosen“, warnt Dr. Stefan Ziegler, Artenschutz- und Asienexperte beim WWF Deutschland. Auf Lebend-Tiermärkten wie sie in weiten Teilen Chinas und Südostasiens existieren, werden Wild- und Nutztiere nebeneinander verkauft und geschlachtet. Restaurants, die Gerichte mit Wildtieren zubereiten, sowie Online- und Straßenverkäufe sind ebenfalls potenzielle Schmelztiegel für neue Krankheitserreger. Doch nicht nur die Märkte stellen laut Ziegler ein Risiko dar: „Die Corona-Ausbrüche in den europäischen Nerzfarmen zeigen, dass solche Anlagen tickende Virusbomben sind. Und Wildtierfarmen gibt es auch in Südostasien schätzungsweise hunderte.“

Laut WWF werden jedes Jahr in der Region dutzende Millionen Wildtiere zu Nahrungszwecken oder zur Verwendung in der traditionellen Medizin gehandelt. Neben Wildschweinen und Hirschen sind das häufig Nagetiere und Fledermäuse, die als Reservoir für eine Vielzahl von pathogenen Erregern gelten. „Die Einstellung des illegalen und unregulierten Wildartenhandels ist dabei ebenso wichtig wie die Durchsetzung von Hygiene- und Sicherheitspraktiken auf Wildtiermärkten und in Restaurants. Regionale Netzwerke und nationale

Behörden, die den Handel mit Wildtieren überwachen und geltendes Recht durchsetzen, sind jedoch stark unterfinanziert, und die Kapazitäten zur Gewährleistung von Hygiene- und Sicherheitsstandards sind häufig begrenzt. Nur durch bessere Überwachung der geltenden Gesetze, Schulung und Einhaltung von Hygienestandards und die Untersuchung auf pathogene Erreger bei Menschen und Tieren lassen sich pandemische Risiken im Keim ersticken.

Der WWF fordert daher, den Handel mit Wildtieren und deren Produkten nach Risikoklassen einzustufen: Kontrolle oder gar Handelsverbote von höheren Risikoklassen sind dann unabdingbar – insbesondere in städtischen Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte. Außerdem müsse es verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels geben. „Was im Verborgenen geschieht und im Dunkel bleibt, ist riskant. Der Schmuggel von Wildtieren jenseits aller Kontrollen und Regularien kann ein idealer Nährboden für Virensprünge von Tier zum Menschen sein“, warnt Ziegler.  Zudem bräuchte es wirksame Mechanismen zur Überwachung von Märkten und Restaurants. Ziel müsse es sein, dass Risiken im legalen Handel mit Wildtieren minimiert werden. Auch Verbraucheraufklärung könne hier einen Beitrag leisten.

Der WWF macht jedoch auch auf ein zweites Umweltproblem aufmerksam, das Virus-Sprünge aus dem Tierreich auf den Menschen befördert: Südostasien ist durch eine massive Entwaldungsfront gekennzeichnet. Zwischen 1990 und 2010 wurde die Waldfläche

Südostasiens von 268 Mio. ha auf 236 Mio. ha reduziert. „Wenn Lebensräume zerstört werden und natürliche Barrieren wegfallen, bringt das Arten in Kontakt zueinander, die vorher nicht im Kontakt waren. Werden dort neue Siedlungsräume geschaffen, entsteht eine neue, räumliche Nähe zum Menschen und seinen Nutztieren“, warnt Ziegler. Beispiele aus vielen Regionen der Welt verdeutlichen die darin liegenden Gefahren: Schweinefarmen und Obstbaumplantagen in Malaysia haben den Weg bereitet für die Übertragung des Nipah-Virus von Flughunden auf Menschen. Die Expansion von Reisfeldern und Schweinehaltung in Vietnam hat die Ausbreitung der Japanischen Enzephalitis beschleunigt. Auch andere Infektionskrankheiten werden von Entwaldung getrieben wie bspw. eine brasilianische Studie aus dem Jahr 2010 zeigt: Die Abholzung von vier Prozent eines Waldes ging mit einer fast 50-prozentigen Zunahme der Malariafälle beim Menschen einher.

 

Original Content von WWF Deutschland




Naturbewusstsein braucht Politik

 

 Zu der Einschätzung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die Pandemie habe das Bewusstsein der Menschen für die Natur und deren Stellenwert gestärkt, erklärt WWF-Vorstand Eberhard Brandes:

„Die Sichtweise der Bundesumweltministerin teile ich ausdrücklich. Das gestiegene Naturbewusstsein ist auch folgerichtig, schließlich hat die WHO ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Klima- und Biodiversitätsschutz entscheidend sind bei der Gesundheitsvorsorge für die gesamte Menschheit. Bitter ist allerdings, dass die deutsche Bundesregierung diese Stimmung in der Bevölkerung nicht aufgreift und in eine neue Nachhaltigkeitsoffensive überführt. 2021 wird zeigen, ob Deutschland noch vor der nächsten Wahl im Herbst die Kraft hat, wirkliche Weichenstellung einzuleiten. Hier hoffe und erwarte ich starke Impulse aus dem Umweltministerium und entsprechende Rückendeckung und Unterstützung aus dem Kanzleramt.

Ein Beispiel für zahlreiche verpasste Chancen ist die Bilanz zum Ende der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Die Bundesregierung hat es versäumt, wichtige Weichen für diese nachhaltige Zukunft zu stellen. In der Klimapolitik wurde zwar gut verhandelt, die Ergebnisse sind allerdings nicht ausreichend, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Die Entwicklungen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik, eine entscheidende Stellschraube, um den Verlust an Biodiversität und das heimische Artensterben zu stoppen, muss man als ungenügend bezeichnen.

Gleichwohl, auch das erkennen wir an, gab es einen großen Erfolg bei der EU-Biodiversitätsstrategie. Die EU-Kommission schlug in ihrem Entwurf unter anderem vor, 30 Prozent der europäischen Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Zudem soll es einen verbindlichen Plan zur Wiederherstellung der Natur in Europa geben und mindestens 20 Milliarden Euro in die Umsetzung der Strategie fließen. Das hohe Ambitionsniveau des Vorschlags der EU-Kommission konnte unter deutscher Verhandlungsführung im Umweltministerrat größtenteils erfolgreich verteidigt werden.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Zeichen der Pandemie in der deutschen Regierungspolitik wahrhaftig durchsetzen werden. In der Landwirtschaft braucht es endlich die Abkehr vom bisherigen System der pauschalen Direktzahlungen und eine deutliche Kopplung der Subventionen an verbindlichen sowie messbaren Klima- und Umweltschutz. Und bei der Klimapolitik sind Deutschland und die EU mit ihrem selbstgesteckten Zielen weit davon entfernt, ihren wissenschaftlich notwendigen Beitrag zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels zu leisten. Dazu sind mindestens 65 Prozent Treibhaugasminderungen nötig. Die Einbeziehung von CO2-Speichern wie Wälder, Moore und Meere rechnet das Klimaziel zudem schöner als es ist. Es bleibt zu hoffen, dass der letzte Punkt in der Endrunde zwischen EU-Parlament, -Kommission und -Rat während der portugiesischen EU-Ratspräsidentschaft korrigiert werden kann.“

 

Original Content von WWF Deutschland




LNG im Schwerlastverkehr auf der Überholspur


  • Absatzmenge von flüssigem Erdgas (LNG) als Kraftstoff für den Schwerlastverkehr hat sich seit dem letzten Jahr mehr als verdoppelt
  • Einsatz von LNG hat bereits fast 44.000 Tonnen CO2 eingespart
  • Anzahl LNG-Tankstellen in diesem Jahr von 11 auf 39 gewachsen
  • Kehler: „Fördermaßnahmen und Mautbefreiung für LNG sind gut angelegtes Geld für mehr Klimaschutz.“

Berlin, 07. Dezember 2020. Im Jahr 2020 wurden bis September knapp 30.200 Tonnen flüssiges Erdgas (LNG) an deutschen Tankstellen abgesetzt. Das geht aus einer Erhebung der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS hervor. Damit wurde in den ersten neun Monaten mehr als doppelt so viel LNG abgesetzt wie im gesamten Jahr 2019. Im Jahr 2019 wurden insgesamt rund 14.550 Tonnen des emissionsarmen Kraftstoffs verkauft. Für das Gesamtjahr 2020 prognostiziert Zukunft ERDGAS einen Absatz von rund 47.000 Tonnen.

„Die Absatzmengen zeigen zusammen mit den steigenden Zulassungszahlen und der wachsenden Tankstelleninfrastruktur deutlich, dass immer mehr Logistiker das Potenzial von LNG als klimaschonende Kraftstoffalternative erkannt haben“, freut sich Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft ERDGAS. „Die Fördermaßnahmen und die vom Bundestag bis 2022 verbindlich beschlossene Mautbefreiung haben für einen steilen Marktanlauf gesorgt und gezeigt, dass die Investitionen für mehr Klimaschutz auf unseren Straßen gut angelegt waren.“ Auch die Zahl der LNG-Tankstellen hat sich positiv entwickelt: Im laufenden Jahr steht mit einem Anstieg von 11 auf 39 mehr als eine Verdreifachung zu Buche.

Durch die abgesetzten LNG-Mengen wurde im Vergleich zu Diesel eine Treibhausgas-Reduktion von mindestens 44.000 Tonnen CO2eq erzielt. Noch nicht berücksichtigt in dieser Zahl ist der zunehmende Einsatz von verflüssigtem Biogas (Bio-LNG). Mit Bio-LNG sind die Fahrzeuge schon heute nahezu klimaneutral unterwegs. Auch die Emissionen von Feinstaub und Stickoxiden werden durch den Einsatz von (Bio-)LNG-Fahrzeugen deutlich reduziert. Darüber hinaus wird auch eine viel zu wenig beachtete, aber erhebliche gesundheitliche Belastung, nämlich der Lärm, mit LNG Fahrzeugen um circa 50 Prozent reduziert.

„Damit leistet LNG schon heute einen wesentlichen und wirksamen Beitrag für mehr Klimaschutz. Dank ihres grünen Zwillings Bio-LNG hat die Technologie auch in Zukunft das Potenzial, unseren Schwerlastverkehr nachhaltig zu dekarbonisieren“, so Kehler.

Zukunft ERDGAS hat im Zeitraum Januar 2019 bis September 2020 die monatlichen Absatzdaten deutscher LNG-Tankstellen erhoben. Die Datenabfrage erfolgte durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. An der Befragung haben 91,4 Prozent der deutschen LNG-Tankstellen teilgenommen. Bei den Zahlen für das Gesamtjahr 2020 handelt es sich um eine Hochrechnung.





Entwicklung der Luftqualität in Kassel 2020


War das Jahr 2020 vor allem wegen der Corona-Pandemie auch voller Herausforderungen Veränderungen – hinsichtlich der Schadstoffsituation in der Luft Kassels hat diese Zeit jedoch für eine sehr deutliche Entspannung gesorgt. Insbesondere die Stickstoffdioxidbelastungen haben sich gegenüber den Vorjahren deutlich reduziert.

Erkennbar ist dies an den Messwerten sowohl der verkehrsbezogenen Luftmessstation in der Fünffensterstraße als auch der Luftmessstation Hinter der Komödie, die repräsentativ für die Hintergrundbelastung in Kassel steht.

Abbildung 1: Vergleich der Stickstoffdioxidbelastung im Jahresverlauf der Jahre 2017 – 2020 an der Station Fünffensterstraße
©Stadt Kassel

Im Jahresverlauf 2020 zeigt sich im ersten Halbjahr und im Zusammenhang mit dem ersten Lockdown eine markante Abnahme an der Luftmessstation in der Fünffensterstraße. Die Verkehrszahlen zeigen für diesen Zeitraum eine parallele Abnahme. Daraus wird der kausale Zusammenhang deutlich. Nach Aufhebung des ersten Lockdowns und dem „Hochfahren“ des normalen Lebens näherten sich die Werte wieder dem Niveau der Vorjahre an. Mit dem neuerlichen Lockdown im Dezember ist eine erneute Abnahme zu erwarten, die voraussichtlich bis ins neue Jahr anhalten wird.

Abbildung 2: Vergleich der Stickstoffdioxidbelastung im Jahresverlauf an der Station Hinter der Komödie

Auch die Station zur Messung des städtischen Hintergrundes „Hinter der Komödie“ zeigt eine coronabedingte Verbesserung der Schadstoffsituation und belegt damit die reduzierende Wirkung auch auf das gesamte Stadtgebiet.

Für die Einhaltung der EU-Grenzwerte ist der Jahresmittelwert für die Stickstoffdioxidbelastung an der verkehrsbezogenen und somit höchstbelasteten Luftmessstation an der Fünffensterstraße von Bedeutung. Durch die städtischen Maßnahmen zur Luftreinhaltung konnte der Grenzwert von 40 µg/m³ schon in den vergangenen drei Jahren, wenn auch nur knapp, eingehalten werden. Die aktuelle Berechnung des gleitenden Jahresmittels zeigt eine nochmals deutliche Minderung dieses Wertes auf nunmehr 32,0 µg/m³ in diesem Jahr und somit einer sehr deutlichen Unterschreitung des Grenzwertes. Durch den zweiten Lockdown Mitte Dezember wird sich dieser Wert möglicherweise noch ein wenig verringern.

Abbildung 3: Vergleich der Stickstoffdioxidbelastung der letzten Jahre an der Station Fünffensterstraße (für 2020 mit dem gleitenden Jahresmittel)

Bezüglich des zweiten wichtigen Schadstoffparameters Feinstaub ist die Entwicklung in 2020 ähnlich. Von den insgesamt 35 zulässigen Überschreitungen des Tagesmittelwertes von 50 µg/m³ wurde nur eine einzige Überschreitung registriert – und zwar am Neujahrstag. Das Verkaufsverbot für Feuerwerkskörper zum anstehenden Jahreswechsel lässt hier ebenfalls eine deutliche Verbesserung erwarten.

Vor dem Hintergrund der Dramatik der Pandemie fällt der bewertende Blick auf die Umweltdaten schwer, eine nüchterne, eher wissenschaftliche Betrachtung der Situation sollte jedoch trotzdem zulässig sein. In der Abbildung 4 sind die Belastungen mit Stickstoffdioxid den Verkehrszahlen gegenübergestellt. Die erkennbare parallele Entwicklung von sinkenden Verkehrszahlen des motorisierten Individualverkehrs und der Minderung von Luftschadstoffen belegt hier einen Zusammenhang. Weniger Autoverkehr – sauberere Luft.

Abbildung 4: Vergleich der Stickstoffdioxidbelastung der letzten Jahre an der Station Fünffensterstraße mit den Verkehrsdaten im Bereich Fünffensterstraße

Stadtbaurat und Umweltdezernent Christof Nolda sagt hierzu: „Mit den Erkenntnissen aus diesem Jahr haben wir einen Beleg für die Wirksamkeit unserer Strategie zur Veränderung des Modal Split durch die Reduzierung des Autoverkehrs zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Die städtischen Maßnahmen haben in den vergangenen drei Jahren bereits zu einer positiven Veränderung geführt, das Jahr 2020 zeigt uns jedoch, dass hier noch Potenzial vorhanden ist. Ich wünsche uns allen ein baldiges Ende der Pandemie und die Rückkehr zu einem normalen Leben, möchte alle Bürgerinnen und Bürger jedoch ermuntern, die Umweltlehren aus dieser Zeit zu ziehen und mit einer veränderten Mobilität an einer weiteren Verbesserung der Luft in Kassel mitzuwirken.“

documenta-Stadt Kassel


 




Die Tage der Plastiktüte sind gezählt

 

Der Bundesrat hat gestern das gesetzliche Verbot von Plastiktüten beschlossen. Damit hat das Gesetz die letzte Hürde genommen. Ab dem Jahr 2022 dürfen in deutschen Supermärkten und anderen Geschäften keine Einkaufstüten aus dünnem Plastik mehr angeboten werden. Der WWF begrüßt das Gesetz als wichtigen Schritt in Richtung Abfallvermeidung, sieht aber Nachholbedarf. Bernhard Bauske, Projektkoordinator Plastikmüll bei WWF Deutschland kommentiert: 

„Die Einwegplastiktüte landet oft in der Natur und ist so ein Symbol der Wegwerfgesellschaft. Ein Verbot ist ein richtiger Schritt, wenn auch nur ein symbolischer: Plastiktüten machen nur etwa ein Prozent des deutschen Kunststoffverbrauchs aus. Was wir dringend brauchen, sind Mehrwegalternativen zum Einwegangebot. Denn Einweg ist fast immer auch ein Holzweg. Einwegtüten aus Papier sind nicht unbedingt besser für die Umwelt.“

In Deutschland steigt der Verpackungsmüll immer weiter an, Grund dafür sind auch Einwegverpackungen. Laut den den neuesten Zahlen des Umweltbundesamts fielen 2018 in Deutschland 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Im Vergleich zu 2010 ist der Verbrauch damit um rund 18 Prozent gestiegen. Hoffnung auf eine Trendwende von Einweg zu Mehrweg macht ein Gesetzesvorschlag aus dem Bundesumweltministerium: Im Außer-Haus-Verkauf sollen ab 2022 Mehrwegalternativen verpflichtend angeboten werden. Das Mehrwegangebot solle dabei nicht teurer als das Einwegbehältnis sein. „Ein solches Gesetz kann dazu beitragen, dass wir unsere Gewohnheiten ändern. Doch auch hier kann die Bundesregierung mehr tun und finanzielle Anreize so setzen, damit die Wahl auf Mehrweg fällt“, sagt Bauske.

Hintergrund: WWF Tipps zur Plastikmüllvermeidung

Um Plastikabfälle zu reduzieren, rät der WWF zum Einkaufen eine eigene Stofftasche mitzunehmen und, wo möglich, sich Essen von Restaurants in mitgebrachte Mehrwegboxen einpacken zu lassen.  Auch eine nachfüllbare Trinkflasche vermeidet unnötigen Verpackungsmüll. Für viele Produkte gibt es außerdem praktische Nachfüllpacks, etwa für Gewürze, Waschpulver oder Flüssigseife. Diese bestehen aus weniger Verpackungsmaterial und schonen oft auch den Geldbeutel.

 

Original Content von WWF Deutschland




WWF: Regierung schiebt weiter Energiewende auf

 

Der Bundestag wird am heutigen Donnerstag die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu 2021 beschließen. Dazu kommentiert Henrik Maatsch, Klimaschutz- und Energieexperte beim WWF Deutschland:

„Auf den allerletzten Drücker will die Bundesregierung mit vielen kleinen kosmetischen Änderungen am EEG das klägliche Bild ihrer klima- und energiepolitischen Legislatur kaschieren. Es bleibt ein Versuch mit mäßigem Erfolg. Zumindest das Schlimmste konnte verhindert werden: die Abschaltung von Wind- und Solaranlagen inmitten der Klimakrise, wenn zu Beginn des nächsten Jahres nach 20 Jahren ihre Förderung ausläuft. 

Solar-Dachanlagen sind die Gewinner der Einigung – drohende bürokratische Hürden wurden verhindert, Eigenverbrauchs- und Mieterstrommodelle gestärkt. Anders beim Sorgenkind der Energiewende, der Windenergie: Das lange Hinauszögern hat es letztlich nicht verbessert. Ob und wie sich die neue Anschlussförderung und die Auktion für Ü20-Anlagen mit der Notwendigkeit einer umfassenden, aber bis dato nicht erkennbaren Repowering-Strategie und neuen Formen der Post-EEG-Vermarktung vertragen, bleibt unklar. Die Fortschreibung ökologisch bedenklicher Regelungen für Biomasse- und kleine Wasserkraftanlagen hat den Ruch von Klientelpolitik für die Landwirtschaft und den energiewirtschaftlichen Süden der Republik.

Die Bundesregierung bleibt sich und ihrer ungenügenden Klimaschutzpolitik mit dieser EEG-Novelle treu. Der große Wurf gelingt auch diesmal nicht, nicht nach monatelangem Anlauf und obwohl eine umfassende EEG-Reform seit Beginn der Legislatur auf der politischen Agenda steht. Auch das erhöhte EU-Klimaziel und ein spürbar zunehmendes Momentum internationaler Klimaschutzbemühungen ändern dies nicht.

Die Koalitionäre wollen im Frühjahr 2021 über das neue Ambitionsniveau beim Erneuerbaren-Ausbau entscheiden. Das neue EU-Klimaziel von 55 Prozent weniger Treibhausgase bis 2030 erfordert bis Ende des Jahrzehnts einen Erneuerbaren-Anteil von mindestens 75 Prozent am Stromverbrauch, der im Zuge der klimafreundlichen Elektrifizierung anderer Sektoren deutlich steigen wird. Es ist fraglich, ob dieser Kraftakt in einem Superwahljahr 2021 inmitten der Pandemie-Bekämpfung gelingt.

Die Erneuerbaren bilden das Rückgrat eines zukunftsfähigen Wirtschaftsstandortes Deutschland. Umso bedauerlicher, dass die Bundesregierung mit dieser EEG-Novelle erneut die Chance vergibt, ein dringend benötigtes Aufbruchssignal im Kampf gegen die Klimakrise für klimafreundliche Investitionen zu senden.“ 

 

Original Content von WWF Deutschland




Alte Fahrradschläuche recyceln statt wegwerfen

 

(ots) Fahrradschläuche lassen sich vollständig recyceln. Über ein kostenloses Rücknahmesystem im Fachhandel sammelt der deutsche Fahrradreifen- und Schlauchhersteller Schwalbe alte Schläuche jeglichen Fabrikats – und recycelt sie komplett. Aus alten Schläuchen werden wieder Neue! Dafür erhielt Schwalbe jetzt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.

Jede Radfahrerin und jeder Radfahrer kann dazu beitragen, dass gebrauchte Schläuche nicht in der Müllverbrennung landen, sondern zu 100 Prozent für die Herstellung neuer Schläuche verwendet werden. „Alle neuen Schwalbe-Schläuche bestehen zu 20 Prozent aus recycelten Altschläuchen“, erläutert Frank Bohle, geschäftsführender Gesellschafter von Schwalbe. „Die alten Schläuche werden in einem geschlossenen Kreislauf wiederverwendet – ohne Rückstände zu hinterlassen.“

Das Recycling spart nicht nur Rohstoffe, sondern auch enorme Mengen an Energie: Im Vergleich zur Herstellung der gleichen Menge neuen Butyls, dem Hauptbestandteil von Schläuchen, wird nur noch ein Fünftel der Energie benötigt. Insgesamt ist die Energiebilanz des gesamten Recyclingprozesses unter Einbeziehung aller Transportwege positiv.

Dafür erhielt Schwalbe im Dezember 2020 den renommierten Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Vorreiter“ – denn bis heute ist das Familienunternehmen der einzige Hersteller, der ein Schlauch-Recycling anbietet. Im Zuge des aktuellen Fahrradbooms, der durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wurde, steigt für die Fahrradindustrie auch die Verantwortung für nachhaltige Produktionsketten. „Als Vertreter einer Industrie, die Produkte für eine ‚grüne‘ Mobilität anbietet, sehen wir es als unsere Aufgabe an, auch selbst nachhaltig zu handeln“, betont der Schwalbe-Chef.

Mehr als fünf Millionen Schläuche recycelt

Seit dem Start seines Recycling-Systems 2015 hat der Reifenhersteller aus Reichshof mehr als fünf Millionen Schläuche recycelt und inzwischen die Rücknahme alter Schläuche auf die Niederlande, Belgien und Großbritannien ausgeweitet, weitere Länder sollen folgen. Entwickelt hat Schwalbe das System in Zusammenarbeit mit dem Umweltinstitut EPEA nach dessen international bekanntem Cradle to Cradle-Prinzip („Wiege zu Wiege“). „Bei modernem Recycling wie Cradle to Cradle erhalten wir am Ende immer ein Original, das neu verwendet werden kann – ein endloser Kreislauf wie in der Natur“, sagt Frank Bohle. Recycling schont nicht nur Rohstoffe und Energie, es ist auch ein Beitrag gegen die Wegwerfmentalität, bei der alles so billig wie möglich produziert wird. Nur, was aus hochwertigen Substanzen besteht, kann zerlegt und einem Produkt-Kreislauf wieder zugeführt werden.

 

Original-Content von: Ralf Bohle GmbH




Greenpeace – Kritik an der EZB-Entscheidung zur Aufstockung des Pandemie-Programms

 

Frankfurt am Main – Der Rat der Europäischen Zentralbank hat sich heute darauf geeinigt, sein Pandemie-Programm (PEPP) um weitere 500 Milliarden Euro auf ein Gesamtvolumen von 1.850 Milliarden Euro aufzustocken.

Der bis Ende November von der EZB erworbene Bestand an Wertpapieren hat insgesamt ein Volumen von rund 2,9 Billionen Euro erreicht und wird in den nächsten Monaten weiter stark ansteigen. Mauricio Vargas, Volkswirt und Finanzexperte von Greenpeace kommentiert:

Die Aufstockung der Hilfsgelder ist grundsätzlich sinnvoll. Aber die EZB darf diese immensen Summen nicht mit der Gießkanne verteilen, sondern muss ihren Blick auf die klimapolitischen Konsequenzen richten. Just in dieser Woche jährt sich die Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommen zum fünften Mal und die europäischen Staats- und Regierungsoberhäupter entscheiden über ein höheres EU-Klimaziel. Nichtsdestotrotz blendet die EZB die Klimakrise bei einer derart großen geldpolitischen Entscheidung wie heute völlig aus. Speziell der massenhafte Ankauf von Wertpapieren von Unternehmen nimmt weiterhin keine Rücksicht auf ökologische Folgen. Die EZB zementiert damit auf Jahre die kohlenstoffintensive Ausrichtung der Unternehmen und blockiert damit die dringend gebotene grüne Transformation unseres Wirtschaftssystems.

Die EZB ist daher dringend gefordert, die potenziellen Klimarisiken ihrer geldpolitischen Operationen zu berücksichtigen und ihre geldpolitische Strategie in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen bringen. Solange die EZB noch kein Regelwerk zur Vermeidung von Klimarisiken besitzt, sollte sie zumindest auf den Erwerb von Anleihen besonders kohlenstoffintensiver Unternehmen verzichten.

 

Original Content von Greenpeace e.V.




Verwässertes EU-Klimaschutzziel

 

Anlässlich der Vereinbarung auf dem EU-Ratsgipfel zu einem EU-Klimaziel von 55 Prozent Treibhausgasminderung bis 2030 mit Anrechnung von natürlichen CO2-Senken kommentiert Eberhard Brandes, geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland:
 
„Die Staats- und Regierungschef:innen der EU haben heute eine ungenügende Einigung über das Klimaziel 2030 erzielt: Das 55-Prozent-‚Netto‘-Ziel reicht nicht zur Bewältigung der Klimakrise. Die Einbeziehung von CO2-Speichern wie Wälder, Moore und Meere rechnet das Klimaziel schöner als es ist. Damit ist die EU noch weiter von den mindestens 65 Prozent Treibhaugasminderungen entfernt, die wissenschaftlich notwendig sind, um die Erderhitzung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Die Staats- und Regierungschef:innen hätten kurz vor dem Klimagipfel zum fünfjährigen Jubiläum des Pariser Abkommen ein stärkeres Zeichen setzen müssen. 
 
Klar ist aber auch, im internationalen Kontext hat die Vorankündigung der EU bereits eine positive Dynamik im Gang gesetzt: Länder wie China, Japan oder Südkorea haben sich nun auch zur Klimaneutralität verpflichtet und es ist wahrscheinlich, dass auch die USA unter neuer Präsidentschaft diesen Schritt gehen werden. Diese neuen Ankündigungen waren nach einer gemischten Bilanz von fünf Jahren Pariser Abkommens überfällig.
 
Das letzte Wort zum EU-Klimaziel ist noch nicht gesprochen. Wir appellieren an den EU-Trilog aus Umweltrat, Parlament und Kommission zum EU-Klimaschutzgesetz, den „Netto“-Zusatz zu streichen. Das EU-Parlament hatte sich bereits mit einem echten Klimaziel von 60 Prozent für deutlich ambitionierteren Klimaschutz ausgesprochen. Die Parlamentsentscheidung muss bei den Verhandlungen Gehör finden. Und die Ziele müssen umgehend in Maßnahmen umgesetzt werden. Auch für Deutschland bedeutet das, die Ziele im nationalen Klimaschutzgesetz an das höhere europäische Klimaziel anzupassen und in allen Sektoren schnell wirksame Minderungsmaßnahmen zu ergreifen.” 

 

Original Content von WWF Deutschland




Klimaschutz im Bausektor: Bundesregierung muss Einsparpotenziale beim Bauen und Entsorgen angehen

 

ots) Ein breites Bündnis von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis fordert die Bundesregierung auf, die klimafreundliche Errichtung, Erhaltung sowie den Rückbau von Gebäuden zu forcieren. Bisher wird bei der staatlichen Förderung von Gebäuden und im Gebäude-Energie-Gesetz ausschließlich die Nutzungsphase von Gebäuden betrachtet. Vorgaben und eine Betrachtung zur Klimawirksamkeit von Baustoffen und der Errichtung und Entsorgung von Gebäuden fehlen gänzlich – und das, obwohl der Bausektor mit seinen vor- und nachgelagerten Prozessen mit circa acht Prozent zu den deutschen Treibhausgas-Emissionen beiträgt.

Den heute veröffentlichten Aufruf „Den ganzen Lebenszyklus beim Bauen in den Blick nehmen – eine Schlüsselfrage für den Klimaschutz“ haben bereits über 60 Unterstützerinnen und Unterstützer unterzeichnet. Mit dem Aufruf fordert das Bündnis in der „Bundesförderung effiziente Gebäude“ und im Gebäudeenergiegesetz Anforderungen an den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zu stellen.

Dr. Ulrich Wischnath, geschäftsführender Vorstand der Bauwende erläutert: „Die Bedeutung der vor- und nachgelagerten Prozesse beim Bauen ist erheblich. Ein typischer Neubau hat heutzutage die Hälfte seines Energieverbrauchs und seiner CO2-Emissionen schon vor der ersten Nutzung verursacht. Diese Umweltbelastungen können wir nur senken, wenn sich die gesetzlichen Anforderungen für Gebäude auch schon auf den Bau und die Baustoffe beziehen.

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe ergänzt: „Für wirksamen Klimaschutz müssen wir den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden in den Blick nehmen. Es gibt ein großes Potenzial zur Reduktion von Klimagasen aus Bau und Baustoffen – dies droht jedoch wegen fehlender Vorgaben verschwendet zu werden. Deshalb muss auch die staatliche Förderung für Sanierung und Bauen an Kriterien geknüpft werden, die rundum nachhaltiges Bauen garantieren.

Je schneller die Rahmenbedingungen gesetzt werden, desto schneller startet die Umsetzung und desto mehr Häuser werden mit dem verbesserten Klimastandard errichtet. Das ist nicht nur gut für das Klima. Nachhaltige Bauweisen und Materialien schonen auch Ressourcen und reduzieren weitere Umweltwirkungen des Bausektors„, stellt Danny Püschel, Referent Energiepolitik und Klimaschutz beim NABU fest.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aufrufs weisen darauf hin, dass nach über 30 Jahren Forschung und mehr als einem Jahrzehnt praktischer Erprobung etablierte Verfahren für eine am Lebenszyklus von Gebäuden orientierte Bewertung vorliegen. Die Bundesregierung muss mit der zum Jahresbeginn startenden „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ nachhaltiges Bauen in die Breite tragen. Auch muss das Gebäude-Energie-Gesetz so überarbeitet werden, dass es Anforderungen an Gebäude formuliert, die sich auf die Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus beziehen. Nur so können die enormen Einsparpotenziale beim Bauen und Entsorgen zielgerecht angegangen werden.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Aufrufs bilden ein breites Spektrum ab: Von Baustoffherstellern über Energieberater-Verbände und andere Baufachleute bis hin zu großen Umweltverbänden und den Architects for Future.

Der Aufruf ist noch bis Ende Januar zur Mitzeichnung offen. Anschließend wird er im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik diskutiert. Wenn Sie den Aufruf unterzeichnen möchten, wenden Sie sich an wischnath@bauwende.de.

 

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V.




NABU: Lkw-Maut um CO2-Komponente ergänzen

 

Berlin – Der NABU fordert anlässlich des Treffens der Verkehrsminister der Europäischen Union am morgigen Dienstag Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, die Deutsche Ratspräsidentschaft zu nutzen, um mit den Mitgliedstaaten eine Einigung zur Novellierung der Wegekostenrichtlinie zu erzielen. Die Überlegungen zur sogenannten Eurovignette waren zu Jahresbeginn nahezu abgeschlossen. Künftig sollte sich die Höhe der Mautkosten auch nach dem CO2-Ausstoß der Lkw richten. Dann aber torpedierte Scheuer mit seinem Vorstoß, zeitgleich die Pkw-Maut neu regeln zu wollen, die Verhandlungen.

 

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller kommentiert: „Bundesverkehrsminister Scheuer muss endlich seine Blockadehaltung aufgeben und eine zeitgemäße Eurovignette auf den Weg bringen. Der Straßengüterverkehr hat einen erheblichen Anteil an den CO2-Emissionen des Verkehrssektors. Für den Klimaschutz ist es daher zentral, endlich auch den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge bei den Mautsätzen in Rechnung zu stellen. Indem die Treibhausgase bei den Mautsätzen berücksichtigt werden, wird dem Speditions- und Logistikgewerbe ein starker Anreiz gesetzt, auf emissionsfreie Antriebe umzusteigen.“

 

„Selbst Lkw-Hersteller zeigen sich über Scheuers Manöver verärgert. Die Branche steht unter Druck: Sie muss den CO2-Ausstoß der Neufahrzeuge bis zum Jahr 2025 um 15 % senken. Gleichzeitig sieht das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung vor, dass bis zum Jahr 2030 ein Drittel der Fahrleistung elektrisch oder auf Basis strombasierter Kraftstoffe abgewickelt werden soll. Um diese Ziele zu erreichen, ist ein massiver Flottenumbau in den kommenden Jahren nötig“, so Daniel Rieger, Leiter Verkehrspolitik. Hier käme der Maut eine zentrale Rolle zu. Neue, effizientere oder elektrifizierte Lkw fänden am ehesten Käufer, würden Fahrzeuge mit hohen Emissionen bei der Maut stärker zur Kasse gebeten.

 

Original Content von NABU




Große Biomethananlage in Frankreich in Betrieb gegangen


Stündlich werden in Vire 270 Normkubikmeter Biomethan in das öffentliche Gasnetz eingespeist. (Bild: Weltec Biopower)

Im französischen Vire, in der Region Papillonnière, Normandie, ist im November 2020 eine Biomethananlage von WELTEC BIOPOWER in Betrieb gegangen. Der Betreiber des 11-Millionen-Euro-Projektes, das von WELTEC und seinem Projektpartner Agripower France realisiert wurde, ist die örtliche Gesellschaft Agrigaz Vire, die aus 40 Unternehmen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette besteht. In der Anlage, die dauerhaft drei Arbeitsplätze schafft, werden jährlich rund 70.000 Tonnen Substrate zu Biogas vergärt und zu Biomethan aufbereitet.

Der Rohstoffmix, angeliefert aus einem Umkreis von durchschnittlich sieben Kilometern, besteht größtenteils aus kostengünstigen Abfall- und Nebenprodukten der Landwirtschaft sowie der Lebensmittelindustrie. Dass die Unternehmen der Agrargesellschaft und die Substrate aus der Region stammen, prägt den regionalen, nachhaltigen Charakter des Biomethan-Projektes. Zwei Drittel der täglich benötigten 200 Tonnen Inputstoffe bestehen aus tierischen Reststoffen wie Rindermist, Rinder- und Schweinegülle. Weitere 20 Prozent setzen sich aus Molke, Klärschlamm und Schlachtabfällen zusammen, die von Lebensmittelbetrieben sowie einem zu Agrigaz gehörenden Tierfutterhersteller kommen. Den Rest der Stoffe bilden Mais, Gras, GPS, Strohreste und Rasenschnitt.

Zur Reduktion der Treibhausgase trägt nicht zuletzt die Verwendung des Biomethans bei: Stündlich werden 270 Normkubikmeter von dem grünen Gas in das öffentliche Gasnetz eingespeist und stehen somit landesweit als Energieträger oder alternativer Kraftstoff zur Verfügung. „Mit dieser Menge werden jährlich rund 5.300 Tonnen CO2äq eingespart“, erläutert Alain Priser, der bei WELTEC BIOPOWER für das Frankreich-Geschäft verantwortlich ist. „Immerhin 20 Prozent des Gasbedarfs von Vire (18.500 Einwohner) könnte mit dem Biomethan gedeckt werden, wenn es als Erdgasäquivalent eingesetzt wird. Im Mobilitätssektor reicht diese Menge aus, um jährlich 35 Millionen Kilometer klimaneutral mit einem Auto zurückzulegen oder insgesamt 890-mal den Äquator zu umrunden“, rechnet Alain Priser vor.

Darüber hinaus kommt in Vire ein nicht alltägliches Wärmekonzept zum Einsatz, bei dem die Biomethananlage mit der ausgekoppelten Abwärme eines nur 500 Meter entfernten Heimtierfutterherstellers versorgt wird: In dessen Produktionsprozess fällt ausreichend Wärme an, um damit die Hygienisierung der Biogasanlage zu beheizen. Zu diesem Zweck hat Agrigaz Vire die beiden Standorte mit einer Warmwasserleitung verbunden. Durch die Verwendung von Wärmepumpen wird es möglich sein, einen Teil der Energie aus der Abwärme zurückzugewinnen und diese zu Wärme auf einem höheren Temperaturniveau zu veredeln.

Durch den nachhaltigen Kreislauf ist die Akzeptanz in der gesamten Bevölkerung entsprechend hoch. Gerade unter den Bürgern von Vire gibt es eine große Bereitschaft, sich zu beteiligen. In einem neuen Recyclingzentrum mit Übergabedocks für Abfälle können die Einwohner ihren Müll deponieren und so mit ihren eigenen Rohstoffen ganz konkret zum Betrieb der Biomethananlage und damit ganz wesentlich zum Gelingen des gesamten Projektes beitragen.





Gorch Fock: Wettlauf gegen die Zeit

 

Entgegen der Bitte des Verwaltungsgerichts in Köln baut die Marine derzeit unter Hochdruck mutmaßlich illegales Tropenholz in das Marine-Schulschiff Gorch Fock ein. Damit will die Marine anscheinend einem vom Verwaltungsgericht Köln drohenden, sofortigen Baustopp samt Inverwahrungnahme des noch unverbauten Teakholzes zuvorkommen. Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bereits am Mittwoch gebeten, den Verbau von mutmaßlich illegalem Holz zu stoppen, während der Fall im Eilverfahren weiter aufgeklärt wird. Nach dem Gesetz gehört die Inverwahrungnahme von Holzprodukten zur Feststellung eines Verstoßes gegen die Europäische Holzhandelsverordnung (EUTR – European Union Timber Regulation) zu den Aufgaben der BLE.

Der Deutsche Naturschutzring, der in der Sache inhaltlich vom WWF beraten wird,  hatte beim Verwaltungsgericht Köln am Dienstag einen Eilantrag gestellt. Zuvor hatten WWF-Recherchen gezeigt, dass das Burma Teak für die Gorch Fock von einem Mafiaboss in Myanmar stammt. Außerdem besteht der dringende Verdacht, dass Exportsteuern in Mynamar hinterzogen wurden, was das Holz nach EU Holzhandelsverordnung illegal macht. Das aus Raubbau stammende Tropenholz verstößt laut WWF außerdem gegen die Beschaffungsrichtlinien des Bundes. WWF-Holzexperte Johannes Zahnen kommentiert: „Es ist ein Skandal, dass die Marine jetzt Fakten schafft, statt die erdrückenden Indizien in Verbindung mit dem Tropenholz zu überprüfen. Die Bundeswehr will in der Welt für Frieden sorgen, dabei lässt sie es zu, dass Holz aus Strukturen der organisierten Kriminalität in der Gorch Fock verbaut wird. Und die BLE drückt beide Augen zu, anstatt ihrem staatlichen Prüfauftrag nachzukommen.“

Burma Teak wird in Myanmar von der Mafia kontrolliert und illegal verkauft. Das für die Vertreibung der Volksgruppe Rohingya bekannte Militär verdient dabei kräftig mit. In ein paar Jahren wird es in Myanmar keine gesunden Teakbestände mehr geben, Menschen und Tiere verlieren so ihre Lebensgrundlage. WWF-Holzexperte Johannes Zahnen kommentiert: „Es geht hier um mehr als ein paar illegale Hölzer, es geht um den Schutz der letzten alten Wälder der Welt, um Klima- und Artenschutz. Den deutschen Behörden scheinen das nicht zu kümmern: Die BLE weigert sich standhaft das Tropenholz tiefgründig zu prüfen, das Verteidigungsministerium schert sich nicht um geltende Holzhandelsgesetze.“

Umweltkriminalität ist ein hochprofitables Geschäft, laut Interpol liegt sie auf Platz drei des organisierten Verbrechens weltweit. Illegaler Holzhandel macht darin 70% der Umsatzvolumina aus. In Myanmar ist illegaler Holzeinschlag und Korruption sehr weit verbreitet. 2016 wurde ein Journalist ermordet, der zu dem Thema recherchierte, im Land herrschen bürgerkriegsähnlich Zustände. Die Holzhandelsspezialisten der Organisation “Nepcon” sehen in Myanmar ein maximales Risiko für illegalen Raubbau. „Der Bund steht mittendrin in diesem Sumpf aus Korruption und Vertuschung“, so Zahnen. Die Bunderegierung hat bereits 2018 verkündet, dass das Holz der Gorch Fock rechtlich nicht zu beanstanden sei. Dabei wurde nie ein Rechtsgutachten über das Holz angefertigt. „Schlimmer noch, nicht mal die Exportpapiere des Holzes wurden übersetzt. Sonst wäre der zuständigen Behörde doch aufgefallen, dass dort der bekannte Mafiaboss „Kingpin“ als Urheber des Holzes auftaucht.“, so Zahnen. Die Umweltorganisation befürchtet, dass EU-Umweltverordnungen wie die Europäische Holzhandelsverordnung künftig in Deutschland keine Bedeutung mehr haben, wenn selbst der deutsche Staat diese wissentlich und willentlich missachtet.

Hintergrund: Vom WWF recherchierte Unregelmäßigkeiten auf einen Blick

  • Die Zolldeklarationsnummern des Burma Teaks wurden beim Export des Holzes in Myanmar mehrmals geändert, um Steuern zu umgehen. Schnittholz wurde als Sperrholz ausgeführt. Damit wird das Holz laut EUTR illegal.
  • Auch der Preis des Holzes war allem Anschein nach zu niedrig angegeben, um Steuern zu umgehen. Damit wird das Holz laut EUTR illegal.
  • Verkäufer des Holzes in Myanmar war ein bekannter Mafiaboss. Das geht aus den Unterlagen der BLE hervor, in denen selbst seine Adresse vermerkt ist.
  • Über 300 Kubikmeter Burma Teak wurde für die Gorch Fock importiert. Für das Segelschiff werden aber höchstens 80 Kubikmeter gebraucht. Wo ist der Rest des Holzes?
  • Die Verwendung des Burma Teaks verstößt gegen die Beschaffungsrechtlinien des Bundes, da es kein Nachhaltigkeitszertifikat hat und aus Raubbau stammt. Es ist bekannt, dass aus Myanmar kein nachhaltige Holz bezogen werden kann. Außerdem ist das Tropenholz unverhältnismäßig teuer und kommt sonst eher auf Luxusjachten zum Einsatz.   
  • Es gab viel mehr Holzimporte für die Gorch Fock als von Bundesregierung und BLE angegeben.
  • Die BLE, das BMEL sowie das Verteidigungsministerium zeigen seit Bekanntwerden der WWF-Vorwürfe im Jahr 2018 kein Willen zur Aufklärung oder zur Prüfung der vom WWF vorgeschlagenen günstigeren und nachhaltigeren Holzalternative. Selbst eine Vertreterin der EU-Kommission bat die BMEL auf einer öffentlichen Veranstaltung zur Prüfung der Vorwürfe. Auch dieser Aufruf wurde bis jetzt von den Behörden ignoriert.

Hintergrund:

Die EU-Holzhandelsverordnung (European Timber Regulation, EUTR) soll illegales Holz von der Europäischen Union fernhalten und Holz aus nachhaltigen Quellen stärken. Wer Holz oder Holzprodukte in die EU einführt, hat dafür Sorge zu tragen, dass es sich um legale Waren handelt. Das deutsche Implementierungsgesetz zur EUTR heißt Holzhandelssicherungsgesetz.

 

Original Content von WWF Deutschland




Bolsonaros Politik ist Gift für den Amazonas

 

11.088 Quadratkilometer Waldfläche wurden zwischen August 2019 und Juli 2020 im Amazonas abgeholzt – so aktuelle Zahlen des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (INPE). Das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat die Abholzung des brasilianischen Regenwalds unter Jair Bolsonaro erneut massiv zugenommen. Schon bald könnte die Zerstörung des weltweit größten Regenwalds einen Punkt erreicht haben, an dem es kein Zurück mehr gibt und der Amazonas großflächig zur Savanne degradiert, befürchtet Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF. Das hätte fatale Folgen für Mensch und Natur vor Ort. Auch zur Bekämpfung der Klimakrise spielt der Regenwald eine unverzichtbare Rolle: Verschwindet der riesige Kohlenstoffspeicher, ist die Klimakrise nicht mehr aufzuhalten. Um der Zerstörung Einhalt zu gebieten, fordert der WWF daher ein wirkungsvolles entwaldungsfreies Lieferkettengesetz auf EU-Ebene.   

„Der starke Anstieg der Abholzung im Amazonas muss als direkte Folge von Bolsonaros Politik gewertet werden. Sie ist pures Gift für den Amazonas. Seit 20 Jahren wurden nicht mehr so wenige Strafen hinsichtlich illegaler Rodungen verhängt als in den vergangenen zwei Jahren. Auch die Aussicht auf eine Millionen Hektar große Amnestie für illegale Entwaldung befeuert buchstäblich die Zerstörung dieses für uns alle lebenswichtigen Regenwalds“, erläutert Maldonado, „Bolsonaro verfolgt hier kurzfristige wirtschaftliche Interessen: Und solange die weltweite Nachfrage nach Futtermittelsoja, Rindfleisch und Milchprodukten steigt, werden auch weiter Wälder für Weideflächen weichen. Als Abnehmer der Produkte stehen viele europäische Länder, darunter Deutschland, in der Verantwortung. Drängender denn je fordern wir daher von den Unternehmen, das sie ihre Lieferkette auf Entwaldungsfreiheit umstellen. Die Politik muss dafür den Rahmen setzen und ein wirkungsvolles entwaldungsfreies Lieferkettengesetz auf den Weg bringen. Produkte, die mit der Entwaldung, Naturzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden, gehören nicht ins Supermarktregal.“ 

Brasilianischen Medien zufolge holt Bolsonaro bereits zum nächsten Schlag aus: Der Präsident plant, so Zeitungsberichte, dass sämtliche Nichtregierungsorganisationen (NROs) im Dienste des Amazonas künftig ein Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. „Der so genannte Amazonasrat soll überprüfen, ob die NROs im Interesse der Nation handeln. Wie dieses Interesse zu definieren ist, obliegt aber wohl allein der Staatsführung. Damit hätte die Regelung das Potenzial, die Arbeit von NGOs für den Amazonas und Indigene zu verbieten. Nicht auszumalen, was das für den Verbleib des Amazonas bedeuten würde“, erklärt Maldonado.

Mitmachen: #Together4Forests

#Together4Forests ist ein Zusammenschluss zahlreicher Organisationen mit einem gemeinsamen Ziel: Ein europaweiter Appell an die EU zum Schutz und der Wiederherstellung von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen. Noch bis zum 10. Dezember können Unterstützer:innen  mitmachen und die EU auffordern ein wirkungsvolles entwaldungsfreies Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen. Mit über einer Million Eingaben ist dies die größte öffentliche Konsultation zu Umweltfragen in der Geschichte der EU.

 

Original Content von WWF Deutschland




NABU: Bei Nord Stream 2 ist erneut eine Schmerzgrenze überschritten

 

(ots) Der Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 soll am kommenden Wochenende im noch nicht fertiggestellten Trassenabschnitt in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) fortgesetzt werden. Dabei hebeln Öffnungsklauseln und wiederholte Planänderungen Naturschutzauflagen aus. Der NABU lehnt die Bauarbeiten zur sensiblen Winterrastzeit im EU-Vogelschutzgebiet Pommersche Bucht-Rönnebank ab und fordert das verantwortliche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zum Handeln auf. Erst am 26. November hatte der NABU einen zweiten Änderungsantrag der Nord Stream 2 AG kommentiert. Noch vor der ausstehenden Entscheidung des BSH will die Nord Stream 2 AG Tatsachen schaffen und ein Schlupfloch der Ursprungsgenehmigung nutzen. Dazu NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger:

„In der Genehmigung des BSH 2018 waren Bauarbeiten im Vogelschutzgebiet in den wichtigen Monaten Oktober bis Mai ausgeschlossen worden. Mit den jetzt geplanten Bauarbeiten überschreitet das Projekt erneut eine Schmerzgrenze. Diese Salamitaktik zur Fertigstellung von Nord Stream 2 konterkariert das deutsche Planungsrecht und macht die Projektkontrolle durch die verantwortlichen Behörden nahezu unmöglich. Den jetzt vorgesehenen und in Teilen neu beantragten Leitungsbau im Winter halten wir für nicht genehmigungsfähig.

Die Taktik der Nord Stream 2 AG ist durchsichtig und dreist. Stückchenweise werden Auflagen des Naturschutzes umgangen, Beteiligungsrechte ausgehebelt. Angesichts der ohnehin jahrelangen Verzögerung der Pipeline und der erwiesenermaßen ausbleibenden Gasversorgungslücke gibt es weder heute noch zukünftig einen Bedarf für eine zusätzliche Pipeline. Für den eiligen Weiterbau von Nord Stream 2 in einem europäischen Schutzgebiet gibt es somit keine Rechtfertigung.“

 

Original Content von NABU




Jetzt ist Zeit zu handeln

 

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat am heutigen Mittwoch ihren vorläufigen Bericht über den Stand des globalen Klimas 2020 mit Daten von Januar bis Oktober 2020 veröffentlicht. Das Jahr 2020 ist der WMO zufolge auf dem Weg, eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu werden. Viviane Raddatz, Klima- und Energieexpertin beim WWF Deutschland, kommentiert dazu:

„Die erschreckende Bilanz der WMO zu Anstieg des Meeresspiegels, Eisverlust und Extremwetter zeigt eins: Die globale Klimakrise ist Realität, hier und heute. Auch die Covid-Pandemie verschafft dem Klima des Planeten keine Verschnaufpause. Der Druck zu handeln, bleibt riesig. Wir brauchen jetzt Maßnahmen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoß, für Versprechungen zu mehr Klimaschutz in einigen Jahrzehnten allein ist keine Zeit mehr.

Die dramatischte Zahl des Berichts: Der globale Temperaturanstieg könnte laut der WMO schon bis 2024 vorübergehend 1,5 Grad überschreiten. Vor fünf Jahren hat sich die Staatengemeinschaft im Pariser Klimaschutzabkommen darauf verpflichtet, die Erderhitzung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. In der kommenden Woche wollen alle das 5. Jubiläum des Klimaschutzabkommens feiern. Die Welt ist derzeit weit davon entfernt, die Erderhitzung wie in Paris vereinbart auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen.

Die Europäische Union muss eine Vorbild- und Führungsrolle einnehmen. Auf dem EU-Ratsgipfel in der kommenden Woche hat die EU die Gelegenheit, den Geist von Paris kräftig zu beleben – mit einem höheren EU-Klimaschutzziel für das Jahr 2030. Dafür trägt die deutsche Ratspräsidentschaft die Verantwortung. Der WWF fordert ein Reduktionsziel von mindestens 65 Prozent bis 2030. Das ist wissenschaftlich notwendig, um einen für die EU angemessen Beitrag zur Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad zu leisten.“

Hintergrund

Laut der WMO ist die Zeit von 2011 bis 2020 das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Aufzeichnungen. Seit 2015 haben wir die wärmsten sechs Jahre erlebt. Die globale Durchschnittstemperatur wird 2020 etwa 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen.

 

Original Content von WWF Deutschland




Von verzagten Gesetzen und verpassten Chancen – Bilanz nach einem Jahr Klimaschutzprogramm 2030

 

Anlässlich der Sitzung des Klimakabinetts stellen die deutschen Umweltverbände der Bundesregierung bei ihrer Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 ein schlechtes Zeugnis aus.

„Selbst die wenigen guten Ansätze des insgesamt völlig unzureichenden Klimapakets werden von der Bundesregierung gar nicht oder nur wenig wirksam umgesetzt.“

So urteilen die Umwelt- und Klimaorganisationen DNR, BUND, DUH, Germanwatch, Greenpeace, NABU und WWF. Dies sei mittlerweile auch kaum mehr der Öffentlichkeit zu vermitteln, die sich deutlich mehr Klimaschutz von der Regierung wünscht: In einer aktuellen repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Naturschutzrings sprechen sich 58 Prozent der Befragten für einen schnelleren Kohleausstieg bis 2030 aus. Zwei Drittel unterstützen einen beschleunigten Ausbau der Windenergie an Land, 60 Prozent eine Installationspflicht für Photovoltaikanlagen bei Neubauten oder Dachsanierungen. Auch der Verbrennungsmotor wird zunehmend skeptisch gesehen: 50 Prozent der Deutschen unterstützen ein Ende von Verbrenner-Neuzulassungen, wobei wiederum jeweils die Hälfte ein Ende im Jahr 2030 bzw. 2035 begrüßen würde. Zudem sind 79 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Bundesregierung die Corona-Konjunkturhilfen aus den europäischen und nationalen Mitteln gezielt für den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft und Infrastruktur verwenden sollte.

Die Große Koalition konnte hingegen ihren großen Versprechungen keine konsequenten Taten folgen lassen. Exemplarisch für das Versagen der Regierung ist den Umweltverbänden zufolge der von vielen Akteuren stark kritisierte und im parlamentarischen Verfahren wiederholt verschobene Gesetzentwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

„Mit dem Vorschlag aus dem Haus von Peter Altmaier kann nicht einmal annähernd der von der Großen Koalition angestrebte Erneuerbaren-Anteil am Strommix von 65 Prozent im Jahr 2030 erreicht werden. Denn der Regierungsansatz enthält deutlich zu geringe Ausbaumengen und zu viele Hemmnisse beim Ausbau von Wind und Sonne. Dabei wäre für eine angemessene Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sogar ein Anteil von mindestens 75 Prozent naturverträglichen Erneuerbaren im Jahr 2030 nötig.“

Auch in den anderen klimarelevanten Bereichen sei die Situation kaum besser. Die Verbände kritisieren:

„Bei der CO2-Bepreisung in den Sektoren Wärme und Verkehr wurde aus Uneinigkeit unter den Koalitionären ein kompliziertes Hybridmodell aus Mengen- und Preisinstrument ersonnen, das der Manipulation Tür und Tor öffnet. Der zu niedrige CO2-Preis entfaltet keine ausreichende Lenkungswirkung und sieht keinen ausreichenden sozialen Ausgleich vor. Im Agrarbereich setzt Ministerin Julia Klöckner weiter auf die Verteilung der Agrar-Milliarden aus Brüssel mit der Gießkanne, anstatt Bauernhöfe für umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft gezielt zu honorieren. Und Verkehrsminister Andreas Scheuer verschleudert Millionenbeträge für ein europarechtswidriges Maut-Projekt, während in seinem Sektor die Emissionen seit Jahren nicht sinken.“

Die Folgen des Verzagens und Vertagens beim Klimaschutz sind verheerend, warnen die Umweltverbände.

„Denn bereits die im Klimapaket beschlossenen Maßnahmen reichen nicht aus, um das Klimaziel für 2030 zu erreichen. Dies haben von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gutachten bestätigt. Um das Pariser Klimaabkommen einhalten zu können, müssen aber die deutschen und europäischen Ambitionen im Klimaschutz deutlich erhöht werden. Wir appellieren an das Klimakabinett: Werden Sie Ihrem Namen endlich gerecht, und bringen sie unabhängig von bevorstehenden Wahlkämpfen die notwendigen Maßnahmen aufs Gleis. Dazu gehören ein Vorziehen des Kohleausstiegs auf 2030, der zeitnahe Zulassungsstopp für Verbrennungsmotoren, die Unterstützung eines höheren EU-Klimaziels und der Einsatz für einen neuen ambitionierten Vorschlag zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik.“

 

Original Content von Greenpeace e.V.




Sensationsfund in der Ostsee

 

Während einer WWF-Aktion zur Bergung von Geisternetzen in der Ostsee machten Forschungstaucher der Kieler Firma Submaris eine besonders ungewöhnliche Entdeckung. Durch das Absuchen des Meeresbodens mit einem Seitensichtsonar stießen sie auf eine ENIGMA-Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg, an der sich in ein herrenloses Fischernetz verfangen hatte. Obwohl diese Maschinen damals in sehr hoher Stückzahl produziert wurden, sind sie heute sehr selten und historisch bedeutsam.

Geisternetze sind herrenlose Fischernetze, die eine tödliche Falle für Fische, Meeressäuger und Seevögel darstellen und als Plastikmüll die Meere belasten. Zum umweltverträglichen Aufspüren der Netze setzt der WWF modernste Technik ein. Mit einem Seitensichtsonar wird der Meeresboden nach den Netzen abgesucht und die Verdachtspositionen anschließend von Tauchern begutachtet. Dabei stoßen sie immer wieder auf ungewöhnliche Gegenstände. So war es auch im November in der Geltinger Bucht, wo die ENIGMA-Maschine lag. „Der WWF arbeitet seit vielen Jahren daran, die Ostsee von gefährlichen Geisternetzen zu befreien. Dabei finden wir regelmäßig größere Objekte, an denen sich die Netze unter Wasser verheddern. Solche sogenannten „hook points“ sind häufig Baumstämme oder Steine. Die ENIGMA ist allerdings mit Abstand der historisch spannendste Fund, den wir je hatten“, erzählt Gabriele Dederer, Geisternetz-Referentin beim WWF Deutschland.

Im Jahr 1945 fand in der Geltinger Bucht eine groß angelegte Selbstversenkungsaktion der deutschen Kriegsmarine statt. Sie versenkte dort rund 50 U-Boote, um sie nicht an die Alliierten übergeben zu müssen. „Wir vermuten, dass unsere ENIGMA im Zuge dieses Ereignisses über Bord gegangen ist“, sagt Florian Huber, Unterwasserarchäologe und Taucher im Team von Submaris, das im Auftrag des WWF im Einsatz war und die Chiffriermaschine fand.

In Fällen wie diesem arbeitet der WWF eng mit den Archäologische Landesämtern und dem Munitionsbergungsdienst von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammen. „Finden wir historische Objekte, geben wir die Positionen direkt an die Ämter weiter. Diese kümmern sich dann um die weiteren Untersuchungen,“ so Gabriele Dederer. Die mit dem WWF-Sonar generierten Aufnahmen werden in der WWF Geistertaucher-App veröffentlicht. Der WWF hofft auf eine rege Teilnahme der Taucherszene, um Verdachtspositionen, die ein Netz sein können, zu verifizieren. „Sollten dabei weitere archäologische Funde auftauchen, weisen wir auf die gesetzliche Meldepflicht hin, da es sich hierbei um Unterwasserkulturerbe handeln kann“, erklärt Gabriele Dederer. Ein Merkblatt zum richtigen Verhalten bei einem solchen Fund ist in der App zu finden.

Die ENIGMA aus der Geltinger Bucht kommt nun in die Restaurierungswerkstatt des Museums für Archäologie in Schleswig. Dort soll sie weiter untersucht und konserviert werden.

 

Original Content von WWF Deutschland




Für Weihnachtsdeko Akkus statt Batterien nutzen


Aktuelle Umfrage zeigt, dass jeder zweite Deutsche Lichterketten mit Batterien verwendet

Berlin – Oh du Umweltschädliche: Laut einer repräsentativen Umfrage des Kantar-Instituts im Auftrag des NABU benutzt jeder und jede zweite Deutsche Lichterketten, die mit Batterien betrieben werden. Solche Lichterketten sind in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen. Grund dafür sind die energiesparenden LED-Lampen, die einen Batteriebetrieb erst ermöglichen. Der NABU hat in der im November 2020 durchgeführten Umfrage auch nach der Art der Batterien gefragt, die genutzt werden. Fünfzig Prozent verwenden für ihre Weihnachtsdekoration Batterien, die nach einmaligem Gebrauch im Müll landen.

„Für die Umwelt sind Akkus für die Weihnachtsdekoration die bessere Lösung“, rät NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller, „Diese können zwischen 500 und 1.000 Mal wieder aufgeladen werden und ersetzen somit riesige Mengen an Einwegbatterien.“

2019 wurden in Deutschland knapp 56.000 Tonnen Gerätebatterien verkauft. „Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Menge der verkauften Batterien um 50 Prozent gesteigert. Dabei handelt es sich immer noch größtenteils um Einwegbatterien, die 70 Prozent der Verkaufsmenge ausmachen“, so NABU-Nachhaltigkeitsexpertin Indra Enterlein, „Wenn man diese durch wiederaufladbare Akkus ersetzt, können viele wertvolle Rohstoffe eingespart werden.“

Sowohl Batterien als auch Akkus dürfen nicht im Hausmüll entsorgt werden, denn sie enthalten Schadstoffe. In Supermärkten und auf Wertstoffhöfen stehen hierfür Sammelboxen bereit. „Bislang wird aber nur etwa die Hälfte der Batterien dem Recycling zugeführt“, so Enterlein. Ein weiteres Problem, welches durch Batterien entsteht: Sie werden häufig in ausgedienten Elektrogeräten belassen, wenn diese zur Entsorgung gegeben werden. So können sie gefährliche Brände in Entsorgungsanlagen verursachen.

Mehr Infos: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/28695.html


Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung