Gerardo Atti – Neuer Internationaler Deutscher Meister Thaiboxen im Cruisergewicht


„The Blade“ gelingt der Hattrick. – Vergangenen Samstag gegen 23 Uhr in Hamburg – Wandsbek. Gerardo Atti (Team Day of Destruction) krönt sein Jahr und darf sich nun zweifacher Internationaler Deutscher Meister im Thaiboxen (Muay Thai) nennen.

In der Gewichtsklasse bis 86,18 kg, dem Cruisergewicht, entschied er den Kampf gegen Youness „Gorilla“ Benmalek (Belgien) einstimmig nach Punkten für sich.

„Das war anstrengend“, sagt Atti kurz darauf hustend in der Kabine.

Diesmal lief die Vorbereitung nicht optimal. Wie fast Jeden derzeit hat auch ihn eine Erkältung erwischt. 2019 war The Blade nicht zu stoppen: Abschluss der kaufmännischen Ausbildung, Führerschein, Aufstieg in die Profiklasse, Internationaler Deutscher Meister (WFCA), kurz darauf der Weltmeistertitel (WFCA) und nun der dritte Gürtel, den der IMC (International Muay Thai Council).

Atti wird jetzt über Weihnachten mit Familie und Freunden Kraft schöpfen: für ein neues Kampfjahr zusammen mit Coach und Mentor Ralf Stege.





Fuldaer Aikido Lehrgang Bringts ins Rollen

 

Moderne japanische Kampfkunst war dieses Wochenende in der Sporthalle der Heinrich v. Bibra Schule in Fulda zu erleben. Aikido basiert auf verschieden klassischen japanischen Kampfkünsten und wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Ueshiba Morihei (1883-1969) entwickelt. Die Teilnehmer des intensiven Lehrgangs mit dem Hildesheimer Aikido-Lehrer Thilo Korek (4. Dan Aikikai) erfreuten sich an der Dynamik der Aikidotechniken, in denen ein Angriff möglichst ohne Kraft in eine Abwehr umgewandelt wird. Durch gemeinsames Rollen, Fallen und Zusammen-wieder-aufstehen wappnet man sich in übertragendem Sinne für das Leben mit den universellen Werten von Liebe, Leere und Loslassen.

Der Aikido Verein (Teil des 1. Fuldaer Judo-Club e.V.), im Verband der Aikido-Föderation Deutschland wird derzeit von Dr. Anna Andresen (1. Dan Aikikai) und Manfred Blum (1. Kyu Aikikai) koordiniert und geleitet. Anna Andresen begrüßte die Teilnehmer voller Freude: „Nicht kämpfen – sondern friedlich zusammen lernen ist das Motto“. Aikido ist nicht nur eine Methode der Selbstverteidigung, sondern auch einen Weg zur Persönlichkeitsentwicklung und Bewegungsfreiheit. Sowie viele Menschen diese Woche auf die Straßen gingen um zu protestieren und sich mit dem Klimawandel beschäftigten, brachte der Fuldaer Lehrgang auch etwas in Bewegung: die Suche nach innerer Haltung, und der Arbeit an sich selbst trotz – oder gerade wegen – der aktuellen Herausforderungen unserer Zeit. Der „Sieg“ beim Aikido ist einer über sich selbst.

Dieses Engagement war am Samstag zu spüren: Jung und Alt flogen mit Elan, Aufmerksamkeit und einem Lächeln über die Matte, ohne den Anderen zu verletzen. Anna Andresen betont, dass es beim Aikido äußerst wichtig ist, einander gegenseitig aufzubauen, wertzuschätzen und voneinander zu lernen. Der kleine intensive Lehrgang sowohl vor- als auch nachmittags war überregional besucht und machte offensichtlich Spaß. Einige Eindrücke der TeilnehmerInnen (zwischen 17 und 63 Jahren) spiegeln das wider. Oliver Scharch, mit seinen 23 Jahren Kampfkunst Erfahrung sagte: „Aikido ist für mich Harmonie, Kameradschaft beim Training und Achtsamkeit.“ Auch der Hünfelder Facharzt Dr. mult. Christoph Raschka, ist begeistert: „Diese Form von Bewegung ist gut für die Wirbelsäule und ist für mich eine ganz andere Art von körperliche Herausforderung, die mir persönlich sehr gut tut.“ Für Gefängnisseelsorger Diakon Dr. Meins Coetsier ist Aikido ein Ausgleich zum Knast-Alltag: „Was mir gefällt am Aikido ist die Mischung von Bewegung, Geist, Technik und Kreativität, zusammen mit sympathischen Menschen und dem nötigen Humor.“

Aikido Lehrer Korek unterrichtete mit Weisheit, Kompetenz und einer lockeren Haltung die Trainingseinheiten und schenkte seinen Schülern Einblicke in das vielseitige Technikrepertoire der genialen Kampfkunst. Die dynamische Sphäre des Lehrgangs endete für 4 begeisterte StudentInnen aus dem Kreis Fulda mit der ersten Prüfung zum „5. Kyu.“ Die Übergabe der Urkunden an Alessandro Jehn (18), Markus Papendieck (19), Luisa Hertwig (18), und Hannah Faulstich (17) wurde von guten Wünschen für den persönlichen Weg und die Zukunft mit Aikido begleitet: „Kontinuierliches Üben hilft,“ sagten Korek und Andresen, „Fit und beweglich zu bleiben ist das Geheimnis!“

Nach einem eindrucksvollen Tag auf den Matten, waren sich die Teilnehmer alle einig, dass Aikido mehr als eine Sportart ist, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung. Aikido schult die Achtsamkeit und fördert ein respektvolles und friedliches Miteinander. Der Fuldaer Aikido Verein freut sich über Interessierte, die mal zum Schnuppern und Mitrollen vorbeikommen möchten.

Training für Anfänger und Fortgeschrittene (ab 10 Jahre) findet jeweils Montags und Mittwochs statt von 19.00 – 20.30 Uhr. Anschrift: 1. Fuldaer Judo-Club e.V. Heinrich v. Bibra Schule, Buseckstraße 5, 36043 Fulda

 




Mixfight Gala in der Eissporthalle Kassel

 

Am Samstag den 22.06 fand zum ersten Mal die Mixfight Gala in Kassel statt. Austragungsort war die Eissporthalle der Kassel Huskies. Zu Gast waren ca. 2000 Besucher und sahen ein Fight Spektakel ohne Gleichen.

Pre Show

In den Vorkämpfen der Mixfight Gala konnte man viele Spektakuläre Kämpfe sehen, bei denen sich keiner der Kontrahenten etwas schenkte. Harte Kicks und Schläge tauschten sich die Kämpfer aus und am Ende war nicht jeder mit dem Ergebnis zu frieden. Auch konnte man einigen Kämpfern ansehen, dass sie keine Freunde sind und so verliefen auch die Fights. Ein perfekter Auftakt für die Hauptkämpfe am Abend, bei denen auch ein Titelkampf dabei war.

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Main Events

Im ersten Kampf K1 über 3 Runden á 3 Minuten, standen sich Brice Kombou aus Kamerun und Jerome Heinz aus Deutschland gegenüber. Die beiden tauschten harte Kicks und Schläge aus und am Ende konnte Brice Kombou den Sieg erringen

 

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Der zweite Kampf in der Klasse K1 -66 Kg wurde von Nuri Kacar aus der Türkei und Andrei Pisari aus Rumänien war eine Schlacht im Ring. Die beiden Kontrahenten gaben Vollgas und am Ende siegte Andrei Pisari nach Punkten.

 

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Der dritte Kampf sollte eine Kombination er Kampfkünste sein. So durfte in der ersten Runde nur geboxt werden, in der zweiten Runde wurde nach K1 Regeln gekämpft und in der dritten Runde nach MMA Regeln. Diesen Kampf gewann am Ende Fabricio Guiseppe Rubino nach Punkten.

 

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Der vierte Kampf zwischen Angelika Feit aus Deutschland und Linda Schlup aus der Schweiz gegenüber. Die beiden Damen, durch Ihre Trainer angeheizt tauschten harte Schläge und jede Menge Kicks aus. Ein energisch geführter Kampf entwickelte sich, bei dem am Ende Angelika Feit den Sieg erringen konnte.

 

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Der fünfte Kampf zwischen Arbi Emiev aus Russland und Bobir Tagiev aus  Usbekistan nach K1 MMA regeln -70 Kg war eine Schlacht. Das beide Kontrahenten sich nicht unbedingt mögen, merkte man schon vor dem Kampf. Bobir provozierte wo es nur ging seinen Kontrahenten. Ein Kopfstoß von Bobir hinterließ einen Cut am rechten Auge von Arbi was Ihn in der ersten Runde etwas behinderte. Dieser gab jedoch nicht auf und kämpfte wie ein Löwe. Seine Schläge hinterließen deutliche Spuren im Gesicht von Bobir, doch am Ende reichte es nicht für den tapferen Russen.

 

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Der sechste Kampf K1 -80 Kg zwischen Sergej Braun aus Deutschland und Juri de Sousa aus Portugal war auch eine harte Schlacht. Die beiden schenkten sich nichts was man auch an den Blessuren der beiden Kämpfer deutlich sehen konnte. Am Ende setzte sich knapp Juri de Sousa durch.

 

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Der siebte Kampf zwischen Sergiu Calin aus Rumänien und Deli Kalejaiye aus den Niederlanden in der Klasse K1 -100 Kg über 3 Runden á 3 Minuten. War ein harter Kampf für beide Kämpfer. Kalejaiye fing sehr viele Schläge seines Gegners ab, doch die Treffer die er nicht verhindern konnte, hinterließen seine Spuren. So schickte er Kalejaiye sehr schnell auf die Bretter. Dieser rappelte sich noch einmal auf und fightete zurück, doch ein anderer harter Schlag auf das rechte Auge hinterließ einen Cut. Dieser konnte nicht mehr gestillt werden und so musste der Kampf leider abgebrochen werden.

 

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Der achte Kampf des Abends war der heiß herbeigesehnte Titelkampf zwischen „Sledge Hammer“ James Mc Sweeny aus England und dem „Pitbull“ Hatef Moeil aus dem Iran. Dieser MFC Titelkampf nach MMA Regeln über 3 Runden á 5 Minuten wurde hart geführt. Mc Sweeny landete sehr harte Treffer, doch Moeil ließ sich nicht davon beeindrucken. Wie ein Pitbull ging er auf Mc Sweeny los und bekam Ihn dann auch zu fassen. Er hebelte Mc Sweeny aus und bearbeitete Ihn mit harten Schlägen auf der Matte. Aber wer Mc Sweeny kennt, der weiß, er gibt nicht auf. Er kahm zurück auf die Beine und hieb wieder auf den Pitbull aus dem Iran ein. Doch wieder bekam dieser die Beine von Mc Sweeny zu fassen und brachte Ihn abermals auf die Bretter. Dieses Mal in besserer Position doch Mc Sweeny wehrte sich gekonnt, doch dann war auch der Kampf schon zu Ende. Hatte der Vorschlaghammer genug? Hatte der Ringrichter abgebrochen? Da Mc Sweeny erbost war, war klar, der Ringrichter hatte abgebrochen und so ist der „Pitbull“ Hatef Moeil neuer MFC Champion in der Gewichtsklasse +100 Kg.

 

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Im neunten Kampf standen sich Viktor Bugotzki aus Russland und Enver Slivar aus der Schweiz in der Gewichtsklasse K1 +100 kg gegenüber. Der russische Hüne Bugotzki ist schon eine Imposante Figur im Ring doch der wendigere Schweizer machte es dem Hünen sehr schwer. Er verpasste Ihm immer wieder harte Kicks gegen die Beine und mit den nachfolgenden harten Schlägen, schickte er den Hünen auf die Matte.

 

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Der zehnte und letzte Kampf war das Treffen der Altmeister. Marinko Neimarevic aus Kroatien und „Der braune Bomber“ David Marcina aus der Schweiz traten gegeneinander in der Klasse K1 +100 kg über 3 Runden á 3 Minuten an. Die beiden Kämpfer ließen es aber nicht langsam angehen wie man vermuten mochte. Mit Vollgas voraus und einem harten Schlagabtausch war es dann Neimarevic der den „Braunen Bomber“ aus der Schweiz sehr schnell auf die Matte schickte.

 

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Eine tolle Mixfight Gala ging zu Ende und der Veranstalter war mit dem Abend sehr zufrieden. Mit einer Danksagung an alle Kämpfer, Betreuer und Helfer verabschiedete er die Gäste und wünschte Ihnen eine gute Heimreise. Wir hoffen, dass es bald eine weitere Mixfight Gala in Kassel geben wird.

 

 

 




Marie Lang jetzt Weltmeisterin in 3 Gewichtsklassen!

 

 

Marie Lang bleibt die Kickbox-Queen!

 

Von Claus MichelfelderEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Die 32-Jährige ist seit 2016 Profi und mehrfache WKU-Weltmeisterin bis 60 kg und 62 kg.
Jetzt eroberte sie den nächsten WM-Gürtel.
Mit bereits zwei WM-Gürteln trat sie in den Ring.
Ihre Gegnerin war die nicht weniger talentierte Aleksandra Sitnikova.
Allerdings hatte die keine Chance durchzukommen, denn die versierte LANG – blockte alle Stösse und Tritte ab und landete eigene Treffer.
So gingen bei Runden klar nach Punkten an die nunmehr 3-fache Kickboxweltmeisterin.

Marie Lang ist auch ausserhalb des Rings eine interessante Frau und auch bei ihr trifft der Spruch:

„Mens sana in corpore sano“

zu, denn Marie hat bereits in 2011 ihr Studium zur Modedesignerin erfolgreich abgelegt. Bis 2016 arbeitete sie für verschiedene große Labels, bevor sie sich entschloss, ihr Hobby zum Beruf zu machen und das Moedesignen ruhen zu lassen.

Der Erfolg gibt ihr Recht.

 

Wer mehr über diese erstaunliche Frau erfahren will: 

http://www.marie-lang.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Lang_(Kickboxerin)

 Apropos: Marie gibt auch Tipps zum schnellen abnehmen:

https://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/last-minute-bikini-figur-mit-marie-lang-clip

 


 

 




WWE: Summerslam 2018

 

Das größte Event des Sommers brachte die Krönung von vier neuen Champions mit sich, als Roman Reigns Brock Lesnar besiegte, um den Universal Championtitel zu gewinnen, Ronda Rousey Alexa Bliss bezwang, um den Raw Women’s Championtitel zu gewinnen, Charlotte Flair sich  in einem Triple Threat Match gegen Becky Lynch & Carmella durchsetzte, um den SmackDown Women’s Championtitel umzuschnallen und Seth Rollins gegen Dolph Ziggler gewann, um den Intercontinental Championtitel zurückzugewinnen. 

 

BROOKLYN — Roman Reigns hat es endlich geschafft. Nach drei Jahren Krieg gegen Brock Lesnar besiegte The Big Dog seinen größten Rivalen bei SummerSlam und gewann den Universal Titel.

Es war ein langer Weg für Reigns, aber bevor sein Showdown mit Brock überhaupt beginnen konnte, wurde er von Braun Strowman unterbrochen. Mr. Monster in the Bank teilte den beiden Gegnern mit, dass Braun unabhängig davon, wer das Match heute Abend gewonnen hat, seinen Money-in-the-Bank-Vertrag einlösen und sich ihnen sofort stellen würde.

Mit The Monster Among Men, der jetzt am Ring  zuschaut, landete Reigns schnell mehrere Superman Punches und Spears auf Brock, aber Lesnar konterte und nahm The Big Dog in mehreren Guillotine Chokeholds gefangen. Als der Wahnsinn weiterging, gab Tdie Bestie Reigns eine weitere erstklassige Tour durch Suplex City.

Reigns schaffte es, die Tour zu verkürzen, aber dann fand er sich in einer anderen Notlage wieder, als Lesnar einem Speer auswich, was dazu führte, dass Reigns durch die Seile sprang und mit Strowman kollidierte. Brock verpasste dann Strowman einen F-5. Als The Monster Among Men versuchte, Vergeltung zu üben, griff Brock Strowman mit dem Aktenkoffer an (bevor er ihn halb durch das Barclays Center warf) und mit einem Stuhl an.

Lesnars Durst nach Zerstörung erwies sich jedoch als kostspielig, da er mit einem Speer getroffen wurde, sobald er in den Ring zurückkehrte. Dieser donnernde Aufprall reichte aus, um Lesnar unten zu halten und schließlich dem Big Dog zu erlauben, seinen größten Rivalen zu besiegen.

Strowmans Drohung war neutralisiert worden, was Reigns erlaubte, mit der Universal Championtitel zu feiern. The Big Dog hatte sein Revier zurückerobert und das Roman Empire ist wieder auferstanden

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Es gibt keine Gegnerin wie Ronda Rousey, und sie hat das bei SummerSlam gezeigt. In einem der dominantesten Siege der WWE-Geschichte besiegte The Baddest Woman on The Planet die amtierende Titelträgerin Alexa Bliss und wurde zum Raw Women’s Champion.

Raw Women’s Champion Alexa Bliss erwies sich als keine Gegnerin für Ronda Rouseys aggressiven Angriff: Mit freundlicher Genehmigung des preisgekrönten WWE Network.

Bliss tat ihr Bestes, um die aggressive Rousey in den ersten Momenten des Matchs aus dem Weg zu gehen, indem sie sich in den Ringseilen niederließ, um das zu verhindern, was viele für unvermeidlich hielten. Little Miss Bliss versuchte, Rousey anzugreifen, nur um einen Schlag in den Brustkorb zu bekommen, der sie nach draußen schickte.

Rousey, die scheinbar die Angst in ihrer Gegnerin spürte, gab Bliss eine bewusste Chance, indem sie sich inmitten des Rings setzte und dem Champion den Rücken zukehrte. Bliss nahm sie daraufhin in einen Sleeper Hold, der aber keine Wirkung auf The Baddest Woman on The Planet zu haben schien. Rousey stand auf und warf Bliss auf die Matte, bevor sie sie mit Leichtigkeit herumschleuderte und das ausverkaufte Barclays Center fragte, ob sie für einen neuen Raw Women’s Champion bereit seien.

Sie mussten nicht mehr lange warten, als Rousey den Arm von Bliss packte und ihn so weit drehte, bis er kurz vor dem Auskugeln war. Dann ließ Rousey ihre patentierte Armbar einrasten und ließ Bliss keine andere Wahl, als abzuklopfen. Nach ihrem Sieg feierte Ronda mit ihrer engen Freundin Natalya und den Bella Twins, die am Ring in Brooklyn waren, um Rouseys großen Kampf zu sehen.

Nur vier Monate nachdem Beginn ihrer WWE-Karriere ist Ronda Rousey ein Champion geworden und hat dies in dominierender Weise geschafft. Nach einem solchen Sieg muss sich das WWE-Universum fragen, ob es überhaupt jemanden gibt, der sich den Raw Women’s Championtitel von The Baddest Woman on The Planet nehmen kann

 

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The New Day mögen den Sieg bei SummerSlam technisch gesehen erzielt haben, aber es wird heute Abend nicht gefeiert. Nach einem brutalen Hammerangriff der SmackDown Tag Team Champions The Bludgeon Brothers wurden Big E & Xavier Woods durch Disqualifikation zu den Siegern erklärt, so dass sie das Barclays Center mit blauen Flecken, aber ohne Titel verließen.

The New Day wollen die SmackDown Tag Team Titel gegen die brandgefährlichen Bludgeon Brothers in einer sehr körperlichen Schlacht zurückgewinnen: Mit freundlicher Genehmigung des preisgekrönten WWE Network.

Das Match begann positiv für The New Day, als Big E & Woods dem brutalen Ansturm der amtierenden Titelverteidiger entgegenwirkten. Die Herausforderer setzten alles aufs Spiel, wobei Woods vom oberen Turnbuckle sprang und einen Flying-Elbow auf Harper am Ringboden ablieferte. Doch gerade als es so aussah, als ob Harper im Begriff wäre, besiegt zu werden, griff Rowan The New Day mit seinem gewaltigen Hammer auf der Ringumrandung an. Harper schloss sich bald seinem Partner in einem beängstigenden Angriff an, der noch lange nachdem der Ringrichter nach der Glocke schlagen ließ andauerte.

The New Day mögen zwar nach dem umstrittenen Ausgang dieses Championtitel-Showdowns ein Rückmatch gewährt bekommen, aber werden sie sich wieder dem Zorn der Bludgeon Brothers stellen wollen?

 

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Als Dolph Ziggler am 18. Juni Seth Rollins für den Intercontinental Titel schlug, hatte The Showoff Drew McIntyre in seiner Ecke und Rollins hatte niemanden. Diesmal brachte der King Slayer einen Irren mit – den Lunatic Fringe – und die Unterstützung von Dean Ambrose machte den Unterschied.

Während Dean Ambrose Drew McIntyre am Ring im Auge behielt, konnte Seth Rollins den Intercontinental Champion Dolph Ziggler besiegen und seinen Preis zurückerobern.

Rollins konterte dann einen Crossbody-Versuch von, was dazu führte, dass Rollins The Showoff (und versehentlich auch er selbst) mit einem unglaublichen Suplex über das obere Seil auf den Boden fiel. Jeder Superstar punktete von dort aus mit großen Treffern. Ziggler verpasste Rollins einen donnernden DDT auf die Ringkante. Der Kingslayer kämpfte sich zurück und schlug Dolph mit einem ehrfurchtgebietenden Reverse-Superplex vom obersten Seil, dem er dann einen Falcon Arrow folgen ließ.

Diese unglaubliche Sequenz ließ Rollins dem Sieg näher kommen, aber der Scottish Psychopath warf Ambrose in die Stahltreppe, was Rollins ablenkte. Ziggler nutzte die Gelegenheit, um den  Zig Zag folgen zu lassen, aber The Architect schaffte auf wundersame Weise den Kickout, was McIntyre auf die Ringumrandung brachte. Doch The Lunatic Fringe stoppte den Schotten und schickte ihn mit Dirty Deeds auf den Hallenboden.

Rollins konterte Zigglers Superkick mit einem seiner eigenen und löschte dann Zigglers Lichter mit einem Stomp zum Sieg aus und gewann seinen zweiten Intercontinental Championtitel.

 

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Weitere Berichte, Videos und Bilder findet ihr unter: WWE Summer Slam 2018. Schaut einfach auch da mal vorbei. Checkt die andern Großveranstaltungen der WWE ab denn die Elite des Wrestlings kommt im November wieder nach Deutschland, wir werden auch dort wieder vor Ort sein, euer Team vom Nordhessen Journal. 




Effektive Verteidigung lernen?

 

 

Der Selbtsverteidigungsexperte Burak Basak und die langjährige Kampfsportlerin Bahar Kor gaben im Namen der Fit & Sicher Akademie Umbach ein Selbtsverteidigungsseminar für den Verein Weltweiterdenken e.V. in Harzgerode.

Während eines lehrreichen und spaßigen Tages im Freien, lernten die Teilnehmer wie sie brenzliche Situation vermeiden, anderen verbal Einhalt gebieten und sich selber körperlich verteidigen können.

 

In der heutigen Zeit nimmt die Kriminalitätsrate jährlich zu, insbesondere Großstädte sind hiervon betroffen.

Somit steigt auch die Notwendigkeit zu wissen, wie man sich sich selber verteidigt und schützt. Ein Großteil der Bevölkerung stimmt damit überein, die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Selbstverteidigungstraining nimmt stetig zu.

In diesem Sinne möchten auch die Mitglieder des Vereins Weltweiterdenken e.V. lernen, wie man sich effektiv verteidigt.

Aus diesem Grund wendeten sie sich an die Fit & Sicher Akademie Umbach in Kassel, welches als eines der größten Kampfkunst und Kampfsportakademien in Nordhessen gilt.

 

In der Fit & Sicher Akademie Umbach finden sich seit Jahren Experten der Selbstverteidigung und des Kampfsports wieder. So wird von morgens bis abends in verschieden Sparten trainiert, um sich selber zu verteidigen, sich sportlich weiterzuentwickeln, die Gesundheit zu fördern und sich mit anderen zu messen.

 

So stehen viele Experten der Akademie für Seminare in und außerhalb Kassels offen und freuen sich auf zukünftige Projekte.

 

 

 

 

 




Japanische Kampfkunst

 

 

Wenn man an Japan denkt, kommen einem sofort Kirschblüten, Geishas, Manga und Kampfsport in den Sinn. Die Kultur Japans ist sehr vielschichtig. So findet man in den Städten, die meist hektisch sind, ruhige Zen-Gärten die einen Innehalten lassen. Auch ist die traditionelle Kampfkunst sehr stark vertreten. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Kampfkünste vor.

Teil 1: Iaido, den Weg des Schwert ziehens.

Japanische Kampfkunst: Iaido

Kampfkünste haben in Japan eine sehr lange Tradition. Viele Japaner üben diese wegen der sportlichen und meditativen Ebeneaus. Kämpfen war früher ein Privileg der japanischen Krieger. Heute sind diese Krieger als legendäre Samurai bekannt. Die Samurai lebten nach einem strengen Ehrenkodex, dem Weg des Kriegers. In diesem Kodex sind sieben Tugendenden niedergeschrieben: Ehre, Loyalität, Mut, Wohlwollen, Gerechtigkeit, Wahrheit und Höflichkeit.
Die Samurai waren vor allem für ihre Künste mit dem Schwert bekannt und das Samurai Schwert gilt noch heute als eins der besten Schwerter seiner Zeit. Das Schwert ist die Seele eines Samurai. Im 17 Jahrhundert wurde die Ordnung der Samurai endgültig verboten und so entwickelten sich Japans Kampfkünste. Hierzu gehört auch Iaido, der Weg das Schwert zu ziehen.

Iaido in Japan

Was in Japan früher ein Training für die Samurai war um das Schwert in der Schlacht oder im Duell gekonnt zu ziehen und als Waffe einzusetzen wandelte sich im 16. Jahrhundert immer mehr zu einer erzieherischen Maßnahme um Körper und Geist zu einen und die Kontrolle über sich selbst zu erhalten. Begründet wird dies auf Hayashizaki Jinsuke Minamoto Shigenobu, welcher nach Überlieferungen mit 25 Jahren am Schrein in Oshu 100 Tage meditiert und gebetet haben soll. In diesem Zeitraum hatte er mehrere Visionen und entwickelte daraus eine Reihe von Schwerttechniken die er Batto-Jutsu nannte. Seine Schule bezeichnete er selbst als Shimmei Muso Ryu. Durch dieses Ereignis, welches sich auf den Traditionen Japans begründet, wurde der Wandel vollzogen und es entstanden die ersten Iaido Schulen. In der Präfektur Yamagata wird er als Shinto Gott verehrt.

Die Organisation

Iaido ist durch seine Bedeutung in Japan ebenso wie andere Kampfsportkünste in Verbänden organisiert. So ist es auch mit den ganzen Iaido Schulen in Japan und Europa. Organisiert sind diese im Nihon Iaido Renmei. Dieser Dachverband untergliedert sich in einzelne Landesverbände (Chiku Renmei) und diese wiederrum in Reginonalverbände (Shibu).

Die Europäischen Shibus sind im Shikoku Renmei eingeordnet. Bei Wettkämpfen tritt ein Iaidoka für den Landesverband Shikoku an. Europäischen Iaidoka ist somit auch der Zutritt zu den traditionellen Turnieren in Japan gewährt. Es ist eine Ehre, wenn man bei einem solchen Turnier mitwirken darf. Mit ausreichendem Training und einer spirituellen Hingabe erreichen auch Europäische Kämpfer Ruhm und Ehre und gewinnen Turniere. So auch Patrick Fehr aus Kassel, Sensei im Honbu Dojo, 8. Dan Kyoshi. Er gewann vier Mal die Landesmeisterschaft und zwei Mal die Bundesmeisterschaft in Osaka in seiner Graduierung

Die Bedeutung

Was bedeutet Iaido eigentlich übersetzt? „Iaido“ besteht aus zwei Silben, Iai und do. Iai besteht aus I (ru) und ai (au). Im japanischen bedeuten sie Harmonie. Die zweite Silbe, do bedeutet „Weg“ Zusammengefasst ist somit Iaido der harmonische Weg der die persönliche Entwicklung und die Ausbildung umschreibt. Das do ist der Mittelpunkt des Trainings. Es steht immer für das Üben einer bestimmten Fertigkeit bis zur Perfektion, welche erst durch spirituelle Aspekte erreicht werden kann. Saya no uchi no kachi saya ist die Perfektion die erreicht werden soll. Es bedeutet das man siegt ohne das Schwert zu ziehen

Das Training

Patrick Fehr, 8.Dan Kyoshi

Das Training der japanischen Kampf Künste wird in einem Dojo gehalten. Eine Trainingseinrichtung die in Übungshallen durchgeführt wird die im traditionellen Stil eingerichtet sind. „Die Trainingskleidung ist eine Hakama, ein weiter Hosenrock, ein Gi und ein Obi, der zur Befestigung der Waffe notwendig ist. Die Farben der Trainingsbekleidung sollten allerdings in dunkeln Farben gehalten sein. Weiß steht dem Großmeister zu und darf daher nicht getragen werden. Zu Beginn reicht aber auch bequeme Trainingsbekekleidung. Ebenso benötigt man ein Bokken, ein dem japanischen Schwert nachempfundenes Holzschwert

Das Training beinhaltet das erlernen der Bewegungen, den sogenannten Katas. Eine Kata bestimmt den Bewegungsablauf der einem realen Kampf nachempfunden ist. Jede der Katas beinhaltet vier Elemente, Schwert ziehen, Schnitt, Schwert reinigen, Schwert wegstecken. Das Besondere am Iaido ist, dass man die Übungen ohne Gegner ausführt. „Man trainiert für sich allein ohne Kontakt. Fehler die man macht, entstehen nur durch einen selbst. „Beim Training sind negative Gedanken und naive Vorstellungen ein Hindernis. Der Geist muss frei sein und sich nur auf den Ablauf konzentrieren“ Somit wird wieder verdeutlicht, dass die spirituellen Aspekte immer wichtig sind. Iaido trainiert somit immer den Geist, den Körper, das Handeln und Denken. Der traditionelle Weg der Samurai lebt im Iaido weiter und ehrt diese Krieger aus lang vergangener Zeit.

Quelle:

Interview mit Patrick Fehr

http://www.eishin-ryu.de/de/dojo

http://snf.sengi.net/?eid=998939

 




MMA in Kassel: Dritte Fight Night im Kasseler MMA Trainings und Wettkampf-Center der Fit & Sicher Akademie Umbach!

 

 

MMA in Kassel: Bei der inzwischen jährlich stattfindenden Veranstaltung „Im Schatten des Herkules“ werden insgesamt 12 Kämpfe im Octagon in den Bereichen MMA, K1 und Submission Grappling stattfinden.

Viele der Kämpfer kommen aus Kassel oder Umgebung und entstammen dem MMA CAGE CASSEL Team (MMA Abteilung der Fit&Sicher Akademie Umbach), aber auch Kämpfer aus Frankreich, Österreich und anderen Teilen Deutschlands werden sich an diesem Tage messen.

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich nicht um tausende Zuschauer und weltweit berühmte oder gar importierte Vollprofis, sondern eher um Kämpfer mit großen Träumen, die sich gerne mit Anderen messen und Fuß im Leistungssport fassen möchten.

Eine Plattform die Kampfsportbegeisterten Zuschauern und Kämpfern eine tolle Erfahrung bietet.

Nichtsdestotrotz wissen wir anhand der letzten Jahre, dass dieser Abend für viel Stimmung und eine geballte Faust an Action spricht.

Somit sind die knapp 250 Plätze der sehr privaten Veranstaltung so gut wie ausverkauft.

 

Trotzdem hat sich die Fit & Sicher Akademie Umbach überreden lassen, 2 Karten zu verlosen.

 

Um an der Verlosung teilzunehmen muss nur die Veranstaltung geteilt werden:  L I N K

( Minderjährige sind von der Verlosung ausgeschlossen. )

Weitere Informationen unter:

Tel.: 0561/9373515E-Mail: info@mma-kassel.de

 

 

 




Kasseler Kampfsportler weiterhin erfolgreich – Dieses Mal auf der FIBO in Köln

Köln, Messehallen. FIBO – einer der größten Fitness – Ausstellungen der Welt.

Die FIBO ist die internationale Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit und findet seit ihrer Gründung 1985 jährlich im April statt – seit 2013 in Köln.

Mit einer Ausstellungsfläche von 160.000 m² lockt die FIBO über 940 Aussteller und mehr als 153.000 Besuchern, davon 83.000 Fachbesucher, aus aller Welt an.

Die FIBO bildet nicht nur aktuelle Trends und Neuheiten aus der Fitness- und Gesundheitsbranche ab, sondern lädt auch durch ein umfangreiches, interaktives Programm zum Mitmachen ein.

 

Die Akademie für Selbstverteidigung Kassel mittendrin.

Es gibt insgesamt für die 9 Kämpfer der Kategorie Brazilian Jiu-Jitsu 6x GOLD und 3x SILBER bei den Westside Battle Trials 2017.

09.04.17. – Die Kämpfer sammeln sich um 06:00 Uhr in der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel, vor der Akademie für die Reise nach Köln. Wenige Minuten später beginnt die knapp 3 stündige Fahrt nach Köln.

Während Einige noch müde sind und schlafen, sind Andere wiederum aufgeregt und versuchen die Zeit totzuschlagen. Lange vorher wurde sich mit hartem Training auf das Turnier vorbereitet, nun sind es nur noch wenige Stunden bis dahin.

Zu bestreiten ist das vom BJJBD (Brazilian Jiu-Jitsu Bund Deutschland e.V.) organisierte Turnier, die Westside Battle Trials 2017.

Es ist das erste Qualifikationsturnier zur Deutschen Meisterschaft 2017.

Um an der deutschen Meisterschaft teilzunehmen, muss man an mindestens zwei verschiedenen Qualifikationsturnieren teilnehmen und jeweils unter die besten 4 Teilnehmer gelangen.

 

Wie immer gibt es verschiedene Gewichts- als auch Leistungsklassen.

Unter den 150.000 Besuchern auf der Fibo, zwischen all den vielen Fitnessprodukten, Ernährungsergänzungsmitteln und Bodybuildern tragen die Kasseler mit höchster Konzentration ihre Kämpfe aus.

So gingen folgende Medaillen an die Kämpfer:

Burak Basak (Bluebelt, -88,3Kg) – Gold im GI / Silber im No-Gi

Arjan Hisenaj (Whitebelt, -94,3Kg) – Gold im GI / Gold im No-Gi

Jeremoth Mpova (Whitebelt, 88,3Kg) – Silber im No-GI

Timucin Langlotz (Whitebelt, 82,3Kg) – Gold im No-GI

Dmitrij Ajdako (Whitebelt, -76Kg) – Silber im No-GI

Serkan Ortac (White, -64Kg) – Gold im GI

Fibo

 

Besonders aufregend war das Turnier für Serkan Ortac (17 Jahre alt) und Arjan Hisenaj (17 Jahre alt), die seit diesem Jahr bei den Erwachsenen kämpfen. Alle ihre Gegner waren älter, die meisten zwischen 23-28 Jahre alt. Trotz diesem immensen Alters- und Erfahrungsunterschiedes konnten sich beide eine Goldmedaille ergattern.

Murat Efendi, welcher seinen Schülern in Nichts nachsteht und eine Woche zuvor die Europameisterschaft im No-Gi in Rom gewann, ist stolz.

Murat Efendi im Gespräch am Ende des Tages:

„Ich bin stolz, aber nicht nur auf die Gewinner und unsere Erfolge, sondern auf das ganze Team und den Zusammenhalt, der sich nicht nur auf Turnieren, sondern täglich im Training zeigt.

Wir halten zusammen, bei Sieg und Niederlage!“

(/BuBa)

https://www.fibo.com/

http://www.selbstverteidigung-kassel.net/

 

 




7 Medaillen für Kasseler Kampfsportler bei dem Champions Day (Mittelrhein Cup)

Mühlheim-Kärlich, Rheinland-Pfalz. Kasseler erkämpfen insgesamt 1xGold, 3x Silber und 3xBronze in der Kategorie Brazilian Jiu-Jitsu. Bei diesem inzwischen jährlich veranstalteten Turnier gingen 13 Kämpfer der ASK (Akademie für Selbstverteidigung Kassel) auf die Matte.

Der Mittelrhein Cup ist eine der größten Veranstaltungen im Amateur Kampfsport in Deutschland, seit 2010 haben bis heute ca. 6000 Sportler an diesen Veranstaltungen teilgenommen.

Aus diesem Grund ist die Leistung, der teilweise sehr frischen Wettkämpfer aus Kassel umso beachtlicher, denn für über die Hälfte aller Teilnehmer aus Kassel war es die erste Wettkampfteilnahme.

Ein bunt gemischtes Team ging somit an den Start, es waren so gut wie alle Gewichtsklassen vertreten.  

So ging Anh Nguyen, unser leichtester Wettkämpfer, mit 44 Kilogramm auf die Matte und musste sich einem Kontrahenten Stellen der 60 Kilogramm wog, da es niemanden leichteren gab.

Nach einem langen Kampf verlor er nach Punkten, nichtdestotrotz konnte er sich Respekt und Applaus anderer Kämpfer und Zuschauer sichern.

Enes-Nuri Özcelik war der schwerste Wettkämpfer und stellte sich mit 99 Kilogramm seinen Kontrahenten in der höchsten Gewichtsklasse, auch seine Gegner hatten ähnliches Format. Enes entschied sich, obwohl er erst 17 ist, freiwillig dazu bei den Erwachsenen mitzukämpfen und konnte sich den 3. Platz erkämpfen.

 

Gecoached wurde jeder einzelne von dem Rand der Mattenfläche entweder vom Akademieleiter, Murat Efendi, oder vom Teamkameraden, Burak Basak. Die während der Kämpfe mindestens genauso aufgeregt waren, wie die Kämpfer selber.

Grundlegend kann gesagt werden, dass Murat Efendi, zufrieden mit der Leistung seines Teams ist. Er ist froh, dass die Qualität seines Trainings für sich selber spricht und ist froh über die Erfolge bei dem ersten großen Wettkampf im Jahre 2017.

Er verabschiedet seine Schützlinge mit folgenden Worten: „Für uns sollten nicht nur Medaillen zählen, sondern auch individuelle Entwicklung und diese habe ich bei jedem Einzelnen von euch sehen können. Dies war nur ein Turnier von vielen, diejenigen die Medaillen bekommen haben sollten Bescheiden bleiben und weiter hart an sich arbeiten. Diejenigen die es nicht geschafft haben eine Medaille zu bekommen, sollten sich nicht verunsichern lassen, es sollte eher als eine weitere Erfahrung gesehen werden und uns unsere Schwächen aufzeigen. Im Endeffekt gilt also das Gleiche für alle! Hart weiter arbeiten und darauf Vertrauen haben, dass dies sich lohnen wird!“

Danke an Burak Basak für disen Bericht.

 

 

 

 

 

 

 

 




Die Europameisterschaft im BJJ – Bronze für Kassel

Teil 6

Kapitel I – Krankheit und Aufregung

Mattenrichter stehen bereit bei der Europameisterschaft der IBJJF

11.01.16
Mittwoch 23:56 Uhr – Im Flieger nach Lissabon. Mir geht es überhaupt nicht gut. Ich frage mich ob dies an der Aufregung liegt? Meine Glieder schmerzen, ich habe einen trockenen Hals, habe kaum gegessen und mir ist schwindelig. Ich denke mir, dass es wahrscheinlich nur psychosomatisch ist und ich mir keine Sorgen machen sollte. Die nächsten Tage stellt sich heraus, dass ich die ganze Sache unterschätzt habe.

Die Reise von São Paulo nach Lissabon ist in diesem Zustand eine Zumutung. Nach einem 9 stündigen Flug nach Casa Blanca steige ich in den nächsten Flieger nach Lissabon und bin innerhalb von einer Stunde dann da. Mir geht es noch schlechter als vorher, ich quäle mich in ein Taxi und lasse mich zu meiner Unterkunft fahren. Ich fühle mich nicht in der Verfassung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und meinem schweren Rucksack weiterzureisen. Dieses Mal ein Einzelzimmer in einem Hostel. Ich weiß, dass wenn ich mich jetzt hinlege, dass ich nicht mehr auf die Beine komme. Ich lege meine Sachen ab, suche mit Hilfe der Rezeption den nächsten Supermarkt und die nächste Apotheke auf und decke mich mit Obst, Nudelsuppe, Wasser und Medizin ein. Ich verlasse die Wohnung die nächsten 3 Tage immer nur kurz zum Einkaufen. Ansonsten liege ich nur mit hohem Fieber im Bett, mich hat es voll erwischt und dass genau eine Woche vor dem Wettkampf. Das schlimmste daran ist, dass ich weiß, dass meine Kondition darunter leiden wird und ich so nicht trainieren kann. Ich habe zunächst ein kleines Tief, aber sammle mich schnell wieder, ich werde kämpfen so oder so, ob ich krank bin oder nicht und ich werde mein Bestes geben.
Das bestmögliche, was mir an diesem Tag möglich ist.

Ich muss irgendwie wieder fit werden. Am Sonntag geht es mir halbwegs besser, am Mittwoch kämpfe ich. Ich brauche auch frische Luft, um besser zu regenerieren und beschließe die Gegend zu erkunden.

Kapitel II – Mein perfekter Tag in Lissabon: Architektur und Straßenkünstler

Foto am Praça do Comércio

15.01.16
Sonntag 15:34 Uhr – am Platz des Marques de Pombal. Ich verlasse mein Hostel und sehe auf der Karte, ganz in der Nähe, einen riesigen runden Platz. In der Mitte des Platzes ist eine gigantische Säule auf dessen Haupt sich ein Pferd mit dazugehörigem Reiter befindet. Ein wirklich beeindruckendes Kunstwerk. Um den Platz herum befinden sich teure und berühmte Hotelketten, die eine edle Kulisse in Kombination mit dem offenen Platz erschaffen. Auf dem Platz stehend sehe ich eine große Allee die bergab führt, da sie so einladend aussieht, folge ich ihr. Links und rechts wieder Geschäfte, Hotels und Restaurants. Es ist die Avenida de liberdade.

Ich gelange nach knapp 20 Minuten Laufweg wieder auf einem Platz, dieser ist jedoch rechteckig und auf ihm befinden sich 2 große Brunnen, die jeweils 4 Meerjungfrauen am Rand sitzen haben. Diese speien Wasser in die Mitte des Brunnens, der wiederum von innen nach außen mit Wasser spritzt. Ich setze mich einige Minuten an den Brunnen und sehe zu wie das Licht der Sonne durch das sprießende Wasser fällt. Ein schöner Anblick. Auch hier befindet sich in der Mitte eine riesige beschriftete Säule. Die Portugiesen mögen anscheinend ihre Säulen.

Ich gehe weiter und gelange in eine, für Autos gesperrte, Einkaufsstraße. Bäckereien und Restaurants mit den köstlichsten Spezialitäten gibt es an jeder Ecke. Frische Krebse an der Schaufensterscheibe im Aquarium. Languste auf Eis und weitere diverse Fischsorten und Muschelsorten werden zur Schau gestellt. Das Meiste von dem kenne ich nicht und da ich noch krank bin, will ich nicht mit Lebensmittel experimentieren. Ich laufe solange weiter, bis ich klassische Klaviermusik höre. Es kommt aus einer umgedrehten Obstkiste, davor steht eine Frau auf einem kleinen Podest. Die Frau ist komplett mit einer bronze-goldenen Schicht überzogen, Sie sieht aus wie eine Statue und bewegt sich auch nicht. Eindrucksvoll. Aber warum dann die Musik? Ein Tisch eines Restaurants befindet sich ca. 10 Meter hinter ihr. Ich platziere mich dort und bestelle leckere Penne mit frischen Cocktailtomaten und grüner Pesto. Dazu frisch gepresster O-saft. Ich beobachte die Frau von hinten. Es bleiben immer mehr Leute um Sie herumstehen, bis sich ein Kleinkind mit wankenden Schritten und einer Münze in der Hand nähert.

Das Kind lässt den Euro in eine Vase fallen. Mit dem Klicken des Münzstückes innerhalb des Gefäßes beginnt die Frau sich zu bewegen. Es entsteht die Illusion das eine gegossene Metallstatue zu der Musik tanzt, ein gutes Entertainmentprogramm, denke ich mir und genieße einfach immer wieder den Moment, wenn eine Person Geld in die Vase wirft. Da sich die Frau im Kreis bewegt merkt Sie jedoch im dritten Durchgang, dass ich einfach für Lau die Show genieße. Ich bin mir jedoch meiner Schuld bewusst, nachdem ich gegessen habe, gehe ich mit einem breiten Grinsen auf das Podest zu und werfe einen Euro in die Vase. Auch Sie kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und beginnt ihren Tanz. Nachdem Sie fertig ist, ziehe ich meine Cappy, mache einen Knicks und lache lauthals, bevor ich weiterlaufe.

Von nun an komme ich jeden Tag vorbei, werfe einen Euro in die Vase, schaue kurz zu und verschwinde wieder. Ich habe Respekt vor Menschen, die das was ihre Leidenschaft ist, täglich ausüben. Auch wenn es wie in diesem Fall undankbar, wie das Leben einer Straßenkünstlerin, ist. Natürlich schmunzelt die gute Frau schon inzwischen aus der Ferne, wenn Sie mich kommen sieht. Ich freue mich jedes Mal, besonders dann, wenn zufällig ein Kind vorbeiläuft, über das Spektakel. Es ist als ob man für einen Euro gute Laune verbreiten würde – ich halte es für einen guten Preis.

Die Einkaufsstraße führt mich durch ein breites Tor, welches wiederum zu einem weiteren großen Platz mit einem Reiter führt, dieser liegt jedoch vor einem Fluss der ins Meer mündet. Schon auf dem Platz weht einem die salzige und herbe Seeluft ins Gesicht. Bei 13 Grad und klarem blauen Himmel, ist das gut auszuhalten. Das Gekreische von Möwen wird mit dem näherkommen an das Wasser immer lauter. Ich lande an einem Ort wo sehr Breite und flache Stufen direkt in das Wasser hineinführen. Direkt im Wasser befinden sich 2 ungefähr 3 Meter hohe Podeste, die am höchsten Punkte eine große Kugel haben. Ich weiß nicht, was der Sinn dahinter ist, aber es ist ein schöner Anblick. Nachdem ich bei der bronzenen Frau vorbeigelaufen bin, setze ich mich meistens mit einem frischen O-saft und einem Käse-Croissant auf die Stufen und schaue den sanften Wellen bei dem Aufschlagen an der Küste zu.

Auf meinem Rückweg, an diesem ersten tollen Tag, höre ich an einem kleinen Café an der Ecke eine 3-köpfige Band spielen. Klassische Aufstellung: Bassist, Schlagzeuger und Gitarrist. Sie spielen zwar keine eigenen Songs, Covern jedoch bekannte Lieder und verpassen Ihnen Ihren eigenen „touch“. Ich genieße das wirklich sehr und setze mich auf eine Tasse Tee hin. Ich habe jedoch kein Bargeld mehr, möchte aber der Band trotzdem etwas geben, ich gebe allen ein Getränk während der Spielpause aus und wir kommen in ein sehr interessantes Gespräch. Sie nennen sich die „folkways“ und musizieren schon eine ganze Weile zusammen. Ich warte hoffnungsvoll den zweiten Teil ab und sie steigern sich sogar, unter anderem spielen sie einen meiner Lieblings Songs „Under the Bridge“ von den Red hot Chili Peppers. Ich bin begeistert.
In einem weiteren Gespräch, nach ihrem Auftritt, kommt heraus, dass Sie anscheinend jedes Wochenende an diesem kleinen Café spielen. Wir tauschen die Kontaktdaten aus, falls ich nochmal hierherkomme, würde es mich freuen, Sie erneut spielen zu hören. Unter der Facebook Seite “ www.facebook.com/andresousagoncalves “ kann man sich weitere Informationen besorgen, falls man dies möchte. Ein entspannender, als auch erfüllenden Tag geht für mich dem Ende zu.

Kapitel III – Die Europameisterschaft, zwischen Sieg und Niederlage

17.01.16
Dienstag 23:43 Uhr – Im Zimmer
Ich habe mich heute nur wieder ausgeruht und morgen um 14:30 Uhr wird mein erster Kampf beginnen. Eine Woche kein Training und die Krankheit, ich bin gespannt wie das wird. Wenige Stunden zuvor habe ich meinen Trainer, Murat Efendi, vom Flughafen abgeholt. Ich bin froh, dass er morgen dabei ist. Auch Sergio Canudo Zimmermann, Leiter des „Pound for Pound“ in Deutschland ist dabei und wird mich coachen. Ich werde offiziell für dieses Team, ein Team voller Wettkämpfer, auf die Matte gehen.

 

Mittwoch 12:38 Uhr
Ich habe die Nacht über kaum geschlafen, bin viel zu aufgeregt. Aber nun ist es an der Zeit, ich betrete mit Murat die Halle. Es ist rappelvoll, überall sprechen Menschen mit „Blumenkohlohren“ und Bjj-Klamotten die verschiedensten Sprachen. Das größte BJJ-Turnier der Welt. Dieses Jahr mit knapp 4000 Teilnehmern, ich einer von ihnen. Wir kämpfen uns durch die Masse bis wir die Tribüne erreichen. Auch hier ist alles voll, ein durchkommen ist nur mühselig möglich. Die Blicke der Teilnehmer und Zuschauer sind fixiert auf die Wettkampffläche, welche aus 8 Matten mit jeweils mehreren Kampfrichtern besteht. Es finden simultan 8 Kämpfe gleichzeitig statt, eine Niederlage und man ist raus. Jeder Kampf ist somit wichtig, keiner schenkt dem anderen etwas. Es ist laut, Trainer schreien vom Mattenrand aus Tipps zu oder brüllen auch einfach nur „FIGHT, FIGHT, FIGHT, FIGHT!“ – Zuschauer jubeln und fühlen mit. Eine von Adrenalin gefüllte Halle, dies steckt mich an. Ich bin aufgeregt.

Da es nicht mehr lange bis zu meinem Kampf ist, gehe ich in den Aufwärmbereich. Dort treffe ich viele bekannte Gesichter aus Brasilien wieder, hauptsächlich die Leute, die ausnahmslos jeden Tag da waren. Wir unterhalten uns kurz und ich wärme mich auf. Laufen, Burpees und Co. helfen mir dabei. Zum Schluss „kämpfe“ ich locker mit einem guten Bekannten, Stefan Heber, der es übrigens noch auf das Podest während dieser Meisterschaft schafft. Ich bin warm und bereit, ich spüre kaum Anzeichen davon, dass ich krank war, das ist gut. Ab auf die Kampffläche, mein Anzug, meine Identität und mein Gewicht werden überprüft. Ich bin in der Klasse „Middle-heavyweight“ angemeldet. Das heißt, ich darf bis zu 88,3 Kilogramm wiegen. Ich stelle mich auf dir Waage, die Frau die das überprüft, schaut kritisch. Ich werfe einen Blick auf mein Gewicht, mit meinen Klamotten wiege ich 81,2 Kilogramm. Verdammt. Die Krankheit hat mich sehr viel Gewicht verlieren lassen. Ich könnte sogar eine komplette Gewichtsklasse drunter kämpfen. „Middle-weight“ geht bis ca. 82kg. Naja, das geht jetzt aber nicht mehr. Die Frau lacht und sagt „Good Luck“. Ob das jetzt ernst gemeint ist?

Kopfhörer rein, Pullover über dem Gi und Cappy auf dem Kopf. Ich muss warm bleiben, meinen Fokus bewahren. Ich muss gewinnen, es war ein langer Weg bis hier her. Es spielt keine Rolle ob ich krank war, die ganze Woche kaum trainiert habe oder jetzt knapp 7 Kilogramm weniger wiege, das sind die Worte, die ich mir Sage. Ich werde aus meinem Gedanken herausgerissen: „Burak Basak!“ „Burak?!“ „…“ Ich höre leise meinen Namen. Ich wurde aufgerufen und lasse mich auf Matte 4 begleiten. Hier werde ich kämpfen. Mein Gegner steht schon da, er ist etwas kleiner als ich, sehr kräftig und hat einen dunklen dicken Bart. Ich schaue nur flüchtig auf ihn und mein Blick geht nach vorn, Richtung Matte. Es spielt keine Rolle wer vor mir steht, ich muss mein Bestes geben.

Es geht los, wir kämpfen im Stand und ich ziehe ihn zu Boden. Keiner bekommt Punkte, er passiert jedoch fast meine Verteidigung. Das war knapp und hat viel Kraft gekostet. Er steht, ich liege, ich schaffe es ihn zu sweepen (umzuwerfen), dafür gibt es schon mal 2 Punkte. Ich liege nun halb auf ihm drauf, kann mir seinen Kragen schnappen und würge ihn mit einem Cross-choke. Es dauert lange, ich habe den Griff nicht richtig, aber ich werde nicht loslassen. Meine Unterarme schwellen an, ich ziehe mit meiner ganzen Kraft. Endlich. Er klopft ab und gibt somit auf, puh. Ich verlasse die Matte, ein Blick nach oben, mein Trainer Murat nickt von der Tribüne aus. Am Mattenrand wartet Sergio auf mich, er hat mir immer wieder Tipps zugerufen, er sagt, dass ich mich nun schnell erholen soll.

Ich setze mich an den Rand, meine Lunge und mein Hals brennen, als wäre ich um mein Leben gerannt. Meine Unterarme fühlen sich an wie Betonklotze, ich kann kaum die Hände mehr schließen. Mir ist schlecht. Ein allzu bekanntes Gefühl, jeder der einen Bjj-Wettkampf bestritten hat, kennt so etwas. Ich weiß aber auch, dass es mir auch etwas schlechter geht als sonst, weil ich krank war. Egal. Wenn ich Europameister werden will, muss ich nun noch 5-mal gewinnen. Ich fokussiere mich. Das ist es was es heißt Kampfsportler zu sein.

15 Minuten vergehen, der nächste Kampf steht an. Wir kämpfen im Stand und er taucht mir in die Beine, ich denke, dass er es nicht schafft mich umzuwerfen, aber er schafft es. Ich gehe zu Boden. 2 Punkte für ihn, er versucht meine Verteidigung zu passieren, ich kämpfe. Das geht eine ganze Weile so, bis er eine mir fremde Technik anwendet und am Ende an meiner Verteidigung vorbeikommt. Er kontrolliert mich nun von der Seite, nochmal 3 Punkte für ihn. Jetzt steht es 5-0, noch drei und halb Minuten Kampfzeit. Sergio sagt, bleib ruhig, kämpfe und hole dir deine Verteidigungsposition wieder. Ich kämpfe mit all meiner Kraft, er versucht mich aufzuhalten und ich versuche mich nicht kontrollieren zu lassen. Er schnauft, er muss auch so erschöpft sein wie ich. Jedoch kriege ich keine gescheite Verteidigung hin, um genug Zeit zu gewinnen einen Gegenangriff zu starten. Meine Lunge brennt, meine Arme sind schwer und mir kommt meine Magensäure hoch. Schlucken. Weitermachen. Ich sehen wie die Zeit abläuft – 01:32…. 00:45… Ich bewege mich bis zum geht nicht mehr. Sergio ruft, „Fight until the End.“ Ich kämpfe und kämpfe einen aussichtslosen Kampf. Aber er wird schafft es auch nicht mich zur Aufgabe zu bringen. Ein Blick auf die Uhr – 00:00 – das Horn ertönt, der Kampf ist vorbei. Mein Traum geplatzt. Ich bekomme schemenhaft mit wie wir aufstehen und die Hand meines Gegners gehoben vom Schiedsrichter gehoben wird, während meine Arme hängen. Er umarmt mich und sagt, dass es ein guter Kampf war. Am Mattenrand wartet Sergio und umarmt mich auch und nickt verständnisvoll. Murat steht auf der Tribüne und wir tauschen Blicke aus. Ich bewege mich nicht mehr, setze mich auf den Boden und bleibe dort die nächsten Minuten sitzen. Ich muss verstehen was passiert ist und wie schnell es passiert ist. Das unaufhaltsame Ablaufen der Zeit in Kombination mit der Machtlosigkeit etwas auszurichten war prägend. Ich akzeptiere keine Ausrede. Ich habe nicht verloren, weil ich krank war oder 7 Kilogramm leichter, ich habe verloren, weil er besser war und seine Vorteile besser genutzt hat. Den Rest des Tages schauen wir den anderen Kämpfer zu. Morgen sind Murat, als auch andere Freunde dran, ich werde für sie da sein und mitfiebern.

Kapitel IV – Bronze für Kassel

19.01.16
Donnerstag 14:23 Uhr
Ich helfe Murat auf der Mattenfläche sich aufzuwärmen, in knapp einer Stunde ist sein Kampf. Ich bin mindestens genauso aufgeregt wie gestern. Wir kennen uns inzwischen seit 11 Jahren und seit je her ist er mein Trainer und inzwischen auch wie ein Bruder für mich. Er wird früh aufgerufen und begibt sich auf die Mattenfläche. Ich gehe auf die Tribüne und Sergio coacht wieder. Er kann seinen ersten Gegner überwältigen, es ist zwar ein harter Kampf, aber er bringt ihn zum abklopfen durch einen Americana (Ellenbogenhebel) aus der Mount-position. Jedoch blutet sein Gegner so stark durch einen Cut, dass der Anzug meines Trainers voller Blut ist. So kann er nicht weiterkämpfen, kein Problem. Ich packe einen weiteren Gi aus der Tasche, werfe ihn hinunter und Sergio reicht ihn weiter.

Murat kämpft sich weiter durch das Bracket bis zum Semi-Finale. Er hat sich durchgerungen. Wenn er diesen Kampf gewinnt, steht er im Finale und hat somit die Chance auf den ersten Platz. Es ist eine wahrhaftige Schlacht bei dem es zunächst keinen Gewinner gibt, am Ende gelingt es aber dem Kontrahenten die Verteidigung Murats zu passieren und von da aus läuft auch für ihn die Zeit hinunter. Er ist in einer ähnlichen Position, wie ich gestern, hört aber nicht auf zu kämpfen, die Zeit läuft ab. In den letzten 6 Sekunden gelingt ihm sogar ein Sweep, aber dafür ist es dann schon zu spät. Wieder eine Punkteniederlage, aber so ist das nun mal. Ein Sieg ist ein Sieg und eine Niederlage, Niederlage. Auch für ihn ist das bitter, ich fühle mit. Nichtsdestotrotz hat es für den 3. Platz gereicht. Bronze in der Klasse „Bluebelt, middle-heavyweight, Masters II“. Eine exzellente Leistung. Ich bin mehr als stolz und freue mich auf die gemeinsamen Trainingsstunden, sobald ich wieder in Deutschland bin.

Murat Efendi auf dem Siegertreppchen

Kapitel V – Ein Resümee, wie es weitergeht und ein Dankeschön

21.01.16
Samstag 02:51 Uhr – Im Zug nach Salamanca, Spanien.

Meine Reise zur Europameisterschaft hat ein Ende gefunden, den letzten Tage in Lissabon habe ich mit Murat und einer kleinen Sightseeing-Tour verbracht. Es war wirklich toll. Ich werde jedoch noch einige Tage mit sehr guten Freunden in Spanien verbringen, um mich von all den Strapazen zu erholen, bevor ich wieder nach Deutschland reise.

Es war wirklich eine prägende Reise, ich habe nicht nur viel an mir selber arbeiten können, sondern auch jetzt im Nachhinein gelernt, was wirklich ausschlaggebend für mich ist. Es sind jene Bekanntschaften und Freunde, die ich machen und vertiefen konnte. Einen Trainer wie Murat zu haben, der mich nach einer Niederlage auffängt oder tolle Freunde zu haben, die auf einen stolz sind, da ich immerhin einen Kampf unter meinen Bedingungen auf der Europameisterschaft gewonnen habe, sind unbezahlbar. Aber auch all jene, die ich im Training und auf der Reise kennengelernt habe, die Menschen mit denen ich schöne Momente verbracht habe. Ich durfte mit Menschen in Brasilien trainieren, die unglaublich bescheiden, bodenständig, als auch gnadenlos talentierte sind. Vier von Ihnen haben übrigens bei dieser Europameisterschaft in ihren Gewichtsklassen den ersten Platz gemacht. All dies sind Erinnerungen als auch positive Energien, die mir keiner wegnehmen kann, sind jene Energien, die es mir ermöglichen ein lebensfrohes, als auch erfüllendes Leben zu führen. Ich bin dankbar für all das.

Natürlich bin ich etwas enttäuscht von mir und glaube im Nachhinein, dass ich vieles hätte besser machen könnte. Nichtsdestotrotz war es zu jenem Augenblick, dass was Höchste was leisten konnte. Ich habe diese Chance so sehr genutzt, wie ich konnte. Deswegen kann ich damit abschließen. Es heißt für mich nichts Anderes, als das es eben nicht genug war. Was heißt das für die Zukunft? Ich werde bei Null anfangen, kleine Turniere mitnehmen, mich steigern bis Ende des Jahres und nächstes Jahr im Januar wieder antreten. Es gibt für mich zur Zeit nichts größeres als diesem Traum hinterher zu jagen. Ich möchte auf dieser Stufe stehen und mein Potential ausschöpfen. Der Weg ist das Ziel und Aufgabe ist keine Option. Oss.

Da dies der letzte Artikel über diese für mich einmalige Reise ist, möchte ich mich auch bei Ihnen, den Lesern/Leserinnen, bedanken. Es hat mir Spaß gemacht meine Erfahrungen zu teilen und ich finde es toll, dass über den Zeitraum von knapp 2 Monaten tausende von Menschen meine Artikel gelesen haben. Ich hoffe auch, dass Sie etwas aus diesen Artikeln mitnehmen. Jagen Sie ihren Träumen hinterher, setzen Sie die richtigen Prioritäten und arbeiten Sie daran ein erfülltes Leben zu haben. Ich werde es sicherlich tun.

 

Ich, Murat Efendi und Sergio Canudo Zimmermann

 

TEIL 5:

Teil 4

Teil 3

Teil 2

Teil 1




Mach’s gut, Brasilien. Fokus auf die Europameisterschaft

Foto von der Plattform des Zuckerhuts

Kapitel I Abschied von Rio – Airbnb-Betrug, meine Rettung und ein kolossaler Zuckerhut

03.01.17
Dienstag 13:18 Uhr – Ich sitze im Flieger nach São Paulo. Ich habe mich von Björn und Alexia verabschiedet, sie sind mir beide während der Reise unglaublich ans Herz gewachsen, da wir sehr oft etwas zusammen gemacht haben. Abgesehen von dem großartigen Weihnachten und Silvester, halfen sie mir gestern aus einer mehr oder weniger verzwickten Situation. Ich habe einen Fehler gemacht, der mich hätte sehr viel Geld kosten können.

Ich habe mein Zimmer bei Airbnb anscheinend eine Nacht zu kurz gebucht. Nach kurzer Absprache mit meinem Gastgeber meinte er, es sei kein Problem eine Nacht länger zu bleiben. Ich dachte ich würde ihm den üblichen Betrag einfach bar geben und die Sache wäre gegessen. Ich erhielt jedoch gestern früh eine Nachricht, nachdem es natürlich zu spät war eine andere Unterkunft zu buchen, dass ich den 4-fachen Preis für die Nacht zahlen soll, als er üblich ist.

Abgesehen davon, dass ich sowieso mit sehr wenig Geld reise, empfand ich dies so dreist und war nicht bereit, den Preis zu zahlen.

Gäbe es nicht Björn und Alexia, wäre mir aber nichts Anderes übriggeblieben. Deswegen als Tipp: immer offiziell über die Seite buchen! Dies war meine erste schlechte Erfahrung mit Airbnb nach 5 Jahren und ich werde das Portal auch weiterhin nutzen. Sowas passiert nun mal.

Somit wurde ich am Montag, in der Wohnung von Alexias Eltern sofort aufgenommen.

Alexias Stiefvater, Mario und ihre Mutter, Christina begrüßten mich, den verschwitzten Gringos mit Riesenrucksack auf dem Rücken. Sie richteten das Gästezimmer ein, boten mir was zu essen und eine Dusche an. Ich kann Ihnen gar nicht genug danken. Für viele ist das keine große Sache, für mich aber schon. Ich fühle mich etwas schlecht, dass ich Ihnen nichts im Austausch dafür anbieten kann, aber vielleicht kommt ja die Gelegenheit ja noch irgendwann.

Den Rest des Tages meines letzten Tages verbringen Björn, Alexia und ich auf dem berühmten Pão de Açúcar (Zuckerhut). Wir wandern die ersten 30 Minuten auf den ersten Stützpunkt, dazu müssen wir durch einen dichtbesiedelten Wald.

Bei den Temperaturen müssen wir 1-2 Pausen einlegen und sind komplett nassgeschwitzt, bis wir oben ankommen. Das „Jungle-feeling“ wird durch das Treffen auf einheimische Tiere verstärkt. Handgroße Äffchen, die hier „Mikus“ genannt werden tummeln sich auf den Bäumen und sind alles andere als schüchtern. Auch viele Echsen- und Vogelarten sind hier zu sehen. Ein tolles Erlebnis. Auf vielen Schildern wird auch vor Schlangen, wie der „Boa Konstriktor“, gewarnt. Wir laufen aber leider keiner über den Weg.

Von der Spitze aus geht es dann mit einem Lift auf den Zuckerhut. Eine unglaubliche Aussicht über sehr viele Teile Rios bietet sich an. Während viele der Touristen schnell Fotos von der Landschaft und Selfies machen, setze ich mich für 20 Minuten einfach an das Geländer und schaue mir den gemäldeähnlichen Ausblick genauer an.

Ich sehe die Umrisse der Christus Statue in der Ferne, eine hügelige Landschaft vor ihr auf dem kleine, bunte Kästchen angesiedelt sind, die Favellas.

Ich Skate

Die Größe der Gebäude nehmen mit abnehmender Distanz zum Strand zu. Doch von hier aus ist alles winzig. Die ameisengroßen Lkws fahren auf den fernen Straßen auf und ab, das reflektierende Meer liegt zwischen uns und beherbergt ebenfalls ameisengroße Objekte, wie Boote und Schiffe. Ich schaue nach oben, ein Helikopter umkreist den Berg. Ich verfolge ihn mit meinem Blick, bis ich mit meinen Augen am Horizont hängen bleibe. Die Sonne geht unter und färbt den Himmel in einem rot-orangenen Licht. Einzelne Strahlen brechen durch die weißen Wolken in der Ferne. Es beruhigt mich und ich denke an nichts, ich beobachte nur. Ein wirklich gebührender letzter Tag in Rio.

Wir verbringen den Abend alle zusammen mit Mario und Christina mit einem kühlen Getränk im Wohnzimmer, unterhalten uns über Gott und die Welt. Im Hinterkopf habe ich jedoch noch die EM, es wird Zeit für eine weitere harte Trainingswoche in São Paulo – Ich bin bereit und brenne schon innerlich.

Kapitel II – Zurück in São Paulo – Meine Ankunft, wundervolle Gastgeber und hartes Training

Dienstag 13:47 Uhr – der Flieger landet am nationalen Flughafen (Congonhas). Wieder eine neue Unterkunft mit Airbnb gebucht. Ich muss nur noch hinfinden.

Direkt am Ausgang des Flughafens stehen Taxis und Busse. Die Busse kosten um die 40-50 Reals (11-13€) die Taxis kosten wahrscheinlich für eine 30-minütige fährt zu mir 80-90 Reals (22-25€).

Das ist viel Geld für Brasilien, davon kann ich fast eine ganze Woche essen – zumindest, wenn ich immer Zuhause koche.

Mit Googlemaps bin ich einen Tag vorher nicht weit gekommen, es zeigt mir keine Alternative an. Nichtsdestotrotz, die Leute die hier arbeiten, müssen doch auch irgendwie herkommen.

Es gibt Teenager hier die hinter der Theke arbeiten, die haben doch wohl nicht alle ein Auto und werden wohl günstiger reisen.

Ich frage an der Information, wie ich ins Zentrum kommen kann, die junge Frau sagt ebenfalls entweder mit dem Taxi oder dem Airport-bus. Ich habe falsch gefragt. Ich frage, noch einmal und erkläre ihr, dass ich wissen will in welchem Stadtteil sie wohnt und wie sie herkommt.

Nach einem mühseligen Gespräch, dass auf meinen mangelnden portugiesischen Sprachkenntnissen liegt, erfahre ich von einer 500 Meter entfernten Bushaltestelle.

Ich muss dorthin und den „175T-10“ nehmen. Gesagt – getan. Für 3,80 Real (ca. 1,10€) bin ich im Zentrum. Es macht zwar nur einen Unterschied von 20€ aus, aber prozentual gesehen ist es viel und bei einer langen Reise, summieren sich solche Ausgabe sehr schnell.

Von hier aus finde ich schnell Heim, immerhin kenne ich mich hier inzwischen aus. Hartnäckig bleiben und mutig sein hat sich wiedermal gelohnt.

Dennoch war es anstrengend den 16 Kilogramm schweren Rucksack für 35 Minuten Fußweg zu schleppen. Riesenrespekt für jeden der beim Militär ist. Aber wenn man laufen kann und es sicher ist, sollte man laufen. Man spart Geld, verbrennt Kalorien und das wichtigste ist, man denkt bei der Wegfindung aktiv mit und erkundet somit schon mal die Gegend. Zuhause schmeiße ich die Sachen auf das Bett. Fürs Training ist es zu spät, ich schaffe es nicht. Ich Dusche, decke mich mit Lebensmitteln ein und denke darüber nach, was ich die nächsten Wochen trainieren möchte.

Am nächsten Tag geht das Training los, es hat sich nicht viel geändert, es gibt ein paar neue Gesichter, aber das Training ist genauso hart. Nach jeder Sparringseinheit würde ich am liebsten aufhören, aber ich zwinge mich immer wieder und rappele mich auf.

1 Stunde Drills und 1 Stunde Sparring pro Einheit.

Ich versuche wieder meine 2 Einheiten pro Tag zu schaffen, verletze mich jedoch Donnerstag am Ellenbogen, dass ich mich lieber dafür entscheide mich 2 Tage lang auszuruhen.

Es fällt mir sehr schwer nicht zu trainieren, besonders kurz vor der EM. Es bringt mir aber nichts vollkommen zerstört anzutreten und danach nicht mehr ordentlich den Sport betreiben zu können.

Also nutze ich das freie Wochenende meine Gastgeber besser kennenzulernen. Ich bin eingeladen zu einem Mittagessen, bei dem sich eher eine kleine Hausparty daraus entwickelt. Edgar, mein Gastgeber, hat viele Freunde eingeladen, es gibt wieder viel essen und allesmögliche zu trinken. Von Bier bis Caipirinha hinüber zu frischen Cocktails. Ich lehne natürlich ab, habe aber dennoch viel Spaß. Die meisten sind schon gegen 17:00 Uhr angetrunken und wir ziehen in eine Samba-Bar weiter. Wieder kriege ich extrem viel von der brasilianischen Kultur mit, die Bar befindet sich in der Nähe des „Praça Roosevelt“.

Ein großer freier Platz, gefüllt mit Tischen der Bar und Einheimischen die natürlich wieder kräftig die Hüften schwingen. Es wird Live-Musik gespielt von einer 6-köpfigen Band, wenn man in Brasilien ist, sollte man sich so etwas nicht entgehen lassen.

Meister Cicero Costha und Ich

Da ich das nun schon öfter erlebt habe, tanze ich einfach mit und genieße den Rest des Abends. Die verbleibende Zeit trainiere ich wieder jeden Tag zweimal. Sogar an meinem letzten Tag, nehme ich noch eine Einheit mit, bevor ich dann wenige Stunden darauf in den Flieger nach Portugal steige.


Kapitel III – Mach’s gut, Brasilien. Fokus auf den Wettkampf

11.01.16
Mittwoch 09:32 Uhr. Auf dem Weg zur letzten Trainingseinheit.

Ich werde heute Abend in den Flieger steigen nach Lissabon, Portugal, den Austragungsort der Europameisterschaft.

Dort werde ich, wenige Tage nach meiner Ankunft, auf meinen Trainer, Murat Efendi, treffen. Da er inzwischen wie ein Bruder für mich ist, freue ich mich darauf, auch er wird kämpfen, aber in einer anderen Klasse. Ich bin mindestens für ihn genauso aufgeregt wie für mich.

Wenn ich so über den letzten Monat nachdenke, dann fällt mir auf, dass es eine wirklich schöne Zeit war und ich tolle Erfahrungen gemacht habe.

Ich bin dankbar über das Brazilian Jiu-jitsu und meinem Trainer, mich überhaupt zu so einer Reise motiviert zu haben.

Egal wie der Wettkampf ausgeht, ich bin froh hier gewesen zu sein, denn ich habe viele Freunde kennengelernt, viel über das traditionelle BJJ gelernt, Erfahrungen in diesem, mir noch vor einigen Monaten, sehr fremden Land gemacht. Einem Land das sich auf der Südhalbkugel befindet, einem Ort, wo man Weihnachten am Strand verbringt und an Silvester in das Meer springt. Und das wichtigste ist, dass ich viel über mich selber gelernt habe.

Es gab manchmal zwei oder drei Tage am Stück, an denen ich nicht gesprochen habe, aber mir selber zuhörte. Meine Gedanken fasste und darüber nachdachte, wie mein Leben bisher so verlief und wie ich weitermachen möchte. Ich ging durch stundenlanges Training, manchmal gewann ich keinen einzigen Sparringskampf und gab nur auf. Ich lernte über meine Schwächen und Stärken. Bin ich jetzt wer anders? Ein heiliger Mönch? Nein, absoluter Unsinn! Aber ich bin ausgeglichener, habe meine Abschlussprüfungen und die Universität hinter mir gelassen. Vielleicht, sehe ich die Dinge sogar auch etwas anders als vorher und dass alles bedeutet mir schon viel.

Noch 7 Tage bis zur EM. Ich kämpfe in der Klasse „Adult, Bluebelt, middle-heavyweight (-88,3Kg)“. Ich habe keine Ahnung wieviel ich wiege, vielleicht bin ich auch eine Gewichtsklasse drunter, ich hatte keine Möglichkeit mich zu wiegen.

In meiner Klasse befinden sich 51 Kämpfer. Verliert man auch nur einmal, sei es nur wegen eines Punktes oder einer Schiedsrichterentscheidung, dann war es das.

Derjenige der also Europameister wird, muss mehrere Kämpfe hintereinander gewinnen. Aber das ist jetzt alles nicht mehr wichtig. Sieg oder Niederlage, ich bin bereit.

Nächste Woche wird mein vorerst letzter Artikel erscheinen, entweder werde ich erfolgreich sein oder nicht. Ich werde mein Bestes geben, das Feuer in mir brennt. Ich will kämpfen, aber ich weiß auch, dass der Weg das Ziel ist. Es kann alles passieren, jeder hier ist ein Kämpfer und jeder hat hart trainiert. Keine Überheblichkeit im Sieg und keine Demotivation bei Niederlage. Das soll mein Weg sein. Egal wie es ausgeht, ich werde dem BJJ treu bleiben und weiter trainieren – OSS!

PS. Wer Interesse an mehr Fotos der Reise hat, kann gerne auch einen Blick auf mein Instagram Profil riskieren.
Einfach in der Suchleiste der App „berimburak“ eingeben oder unter folgendem link:
https://www.instagram.com/berimburak/

Teil 4:

Teil 3:

Teil 2:

Teil 1:




Silvester in Rio de Janeiro

Feuerwerk vor der Copacabana [Ausschnitt aus deinem Video]
Kapitel I – Tagsüber trainieren und nachts ins dunkle Paradies

 

Kapitel II – Hiebe mit dem Schlagstock und gezogene Waffen auf der Straße

 
Kapitel III – Party, Tanz und Feuerwerk

 

Kapitel IV – Träume und Opfer
 

 
Kapitel I – Tagsüber trainieren und nachts ins dunkle Paradies

Montag 22:12 – Dieses Mal verschlägt es mich auf Grund Björns Empfehlung zu „Equipe Fabricio Jiu Jitsu“, eine wirklich sehr disziplinierte und traditionelle Akademie in der Nähe der Copacabana. Das Team hat auch außerhalb des Trainings eine Tradition, die es am Leben hält. Ich habe es geliebt.

Das Training startet hier morgens um 6 und endet abends gegen 21:30 Uhr. Es ist aufgegliedert in verschiedene Einheiten, bestehend aus wenig Technik, ein paar Drills und viel Sparring. Auch hier versuche ich meine 2 Einheiten am Tag zu schaffen. Es ist wie immer hart, nichts Anderes ist von einer traditionellen Akademie zu erwarten. Mein 1,5 Kg schwerer Baumwollkimono tropft nach dem Training, bei 39-43 Grad Celsius fühlt er sich an wie eine schwere Rüstung. In der Halle kommt es einem noch stickiger und wärmer vor, es gibt keine Klimaanlage, nur 2 Deckenventilatoren, die die warme Luft aufwirbeln. Es ist noch wärmer als in São Paulo, ich komme oft an meine Grenzen. Es ist besonders schwer psychologisch das Training durchzuhalten, da ich schon seit über 3 Wochen fast jeden Tag um die 4-6 Stunden trainiere. Nichtsdestotrotz zwinge ich mich weiter zu machen. Das jedoch am Samstag (Silvester) und Sonntag kein Training ist, kommt mir um ehrlich zu sein recht. Aber es macht mir nichts aus, da es bis jetzt AUSNAHMSLOS so war, dass egal wie sehr ich mich gezwungen habe zu trainieren, ich mich immer danach lebensfroh und glücklich gefühlt habe. Außer ist es ein unglaublich tolles Gefühl und eine Ehre hier trainieren zu dürfen. Ich fühle mich gut in der Gruppe aufgenommen, besonders gut gefällt mir, dass wir meistens nach dem Training alle in der Nacht direkt ins Meer gehen. Das ist hier diese wundervolle Tradition des Teams.

Ich werde nie vergessen wie es in der Nacht ist; Der Strand der Copacabana ist nur noch von einigen Leuten besetzt. Vor einem bietet sich eine einmalige Kulisse. Es ist Ebbe, das Meer hat sich zurückgezogen, die Flachen Wellen rauschen sanft im Rhythmus gen Sandbank. In der Ferne, absolute Dunkelheit und der Himmel sternenklar. Keine Menschenmassen, kein lautes Gerede, kein Stress. Nur das Rauschen der Wellen, der reflektierende Mond und diese beruhigende Dunkelheit. Mein verschwitzter Körper und mein brennender Kopf sehnen sich nach dieser Erfrischung. Ich zögere nicht lange, ich habe keine Schwimmsachen an, ich ziehe mein T-Shirt und meine Shorts aus. Ich hab immerhin noch eine dunkle Boxershort an und es noch 29 Grad Celsius, ich werde also schon nicht erfrieren. Alle Klamotten auf einem Haufen. Ich gehe zügig Richtung Wasser, ich spüre die Kälte an meinen Füßen. Mit jedem Schritt entspanne ich mich mehr und mehr. Ich bin inzwischen schon 13-18 Meter weit reingelaufen und das Wasser reicht gerade so über die Knie. Ich höre die anderen Jungs vom Training und wie sie mir hinterherlaufen. Ich springe Kopfüber ins Wasser und schwimme etwas raus. Bis ich nicht mehr stehen kann. Mein Körper ist komplett runtergekühlt, das Salz im Wasser hat eine erfrischende Wirkung auf mich. Die anderen Jungs kommen nach, wir unterhalten uns und schwimmen etwas. Nur hier in Rio kann man so gut trainieren und sich anschließend so gut erholen. Das werde ich sicherlich in Kassel vermissen. Ich mach dies nach jeder Trainingseinheit. Ein Traum.

Fabricio ist auch immer dabei, er ist jedoch furchtloser als wir. Er schwimmt komplett raus, so dass man ihn nicht mehr sehen kann. Ich kann zwar schwimmen, aber ich würde niemals nachts, alleine in tiefe Gewässer schwimmen. Er ist jedoch ein großartiger Typ. Meistens leitet er das Training auch selber, er ist der erste Jiu-Jitsu Kämpfer den ich mit einem schwarzroten Gürtel sehe. Es gibt sehr wenige davon. Fabricio Martins begann 1985 mit dem Training und bekam im Jahre 2009 einen Schwarzgurt 7. Grades von Oswaldo Alvares. Dieser wiederum ist ein Rotgurt und hat somit den höchsten Rang, den man im BJJ erreichen kann. Nur eine Handvoll Menschen haben diese Art von Gurt. So besagen viele Quellen, dass man damit rechnen muss, NACHDEM man den Schwarzgurt bekommen hat, weitere 40-50 Jahre weiter zu trainieren, um einen roten Gürtel verliehen zu bekommen.

 Um das nochmal in Relation zu setzen: so bekommt man seinen Schwarzgurt mit 20 Jahren (dies ist unglaublich früh), kann man mit ca. 67 Jahren damit rechnen einen roten zu tragen. Wenn man den Sport solange betrieben hat.

Allgemein gibt es hier wenige andere Blaugurte. Die meisten sind Schwarzgurte und dementsprechend fällt das Sparring aus. Sagen wir es so, ich sammle wieder sehr viel Erfahrung und lerne mit Niederlagen Tag für Tag umzugehen. Ich fühle mich dennoch gut aufgenommen – hartes Sparring und manchmal gibt’s die technische Lektion von einer der Schwarzgurte hinterher. Für jeden der nach Rio kommt, einen Besuch wert!

Kapitel II – Hiebe mit dem Schlagstock und gezogene Waffen auf der Straße

Wache der Zivilpolizei Von Fatima Rodrigues – self-made („own work“), Gemeinfrei, Link

Dienstag 17:08 Uhr – Ich befinde mich auf dem Weg zu Equipe Fabricio Jiu-Jitsu. Und laufe eine Straße hinter der Copacabana entlang. Plötzlich sehe ich 2 Polizisten mit gezogenen Schlagstöcken lossprinten, ich denke mir zunächst, dass es ein Taschendieb sein muss, der verfolgt wird.

Bis die Polizisten an der nächsten Haltestelle an die Scheiben eines Busses schlagen. Der Bus hält natürlich an, die Polizisten stellen sich in die Eingänge des Busses. Ein rein- und rauskommen ist nicht mehr möglich. Es wird dem Busfahrer etwas erklärt, währenddessen bildet sich eine Menschenmasse, die das Geschehen beobachtet, ich gehöre dazu. Ich verstehe aber nicht was gesagt oder gerufen wird, ich sehe aber, dass einer der Fahrgäste sich Richtung Ausgang durchquetscht und irgendetwas zu einem der Polizisten sagt. Es dauert nicht lange bis der Polizist mit dem Schlagstock auf die Hände des Passagiers heftigst einschlägt. Dieser zieht sich dementsprechend zurück und bleibt tiefer im Bus stehen, schreit aber noch lauthals dem Polizisten hinterher. Der Polizist verfolgt ihn wiederum und läuft auch tiefer in den Bus hinein. Ein weiterer Polizist rückt nach und sperrt wieder den Ausgang. Es gibt eine Diskussion im Bus, diese nimmt aber auch wieder ein abruptes Ende, da es wieder Schläge mit dem Schlagstock gibt. Diesmal auch auf Rücken und Schultern. Die Polizei macht hier anscheinend keine Faxen, denke ich mir und gehe 2 Schritte zurück und will eigentlich nicht mehr sehen. Ich erstarre jedoch und bleibe bewegungslos stehen.

Ich sehe einen Mann mit einer gezogenen Waffe und zwar direkt vor dem Bus. Er trägt eine Sonnenbrille, ein Unterhemd, Shorts, Flip-Flops, in der linken Hand eine Einkaufstüte und in der rechten Hand eine Pistole. Er stampft auf und ab. Sieht ihn niemand anders? Er gestikuliert mit der Schusswaffe wild durch die Gegend und ruft etwas. Ich verstehe wieder nichts. Mich macht das ganze panisch, ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Nach einigen Sekunden verstehe ich jedoch, dass der Mann zu den Polizisten dazugehören muss. Meine Vermutung bestätigt sich dann auch, er spricht mit den Polizisten und wenn die kein Problem mit seiner Waffe haben, sollte die Situation nicht gefährlich sein. Nichtsdestotrotz erschließt sich mir nicht warum es nötig ist, mit dem Ding in der Gegend herumzufuchteln, geschweige denn zu zeigen, dass man eine hat. Nach wenigen Minuten packt er die Schusswaffe jedoch wieder ein und zwar in seine Einkaufstüte. Er mag zwar vielleicht ein „Undercover-Cop“ sein, aber für mich wirkte es eher sehr unprofessionell. Ich habe unglaublichen Respekt vor Waffen und würde niemals in Richtung Mensch mit einer Waffe zeigen, außer im absoluten Notfall. Ich denke kurz drüber nach meinem Handy rauszuholen und das Ganze zu Filmen oder zu fotografieren. Dann entscheide ich mich jedoch dagegen, weil ich mich mit der anscheinend sehr konsequenten Polizei nicht anlegen möchte.

Nun denn, einige Minuten vergehen und ein Mann wird aus dem Bus herausgefischt. Handschellen dran, einmal gefilzt und ab in das Polizeiauto.

Die Menge applaudiert – buchstäblich. Das ganze Ereignis ist jedoch nicht vorbei, alle Passagiere müssen in 5er Gruppen aussteigen, sich breitbeinig mit gehobenen Händen vor den Bus stellen und werden auf das genaueste untersucht. Erst dann dürfen sie gehen. Ein Junge steigt einfach aus dem Bus ohne sich hinzustellen. Er muss um die 12-14 Jahre alt gewesen sein, ein Polizist ruft ihm hinterher und hat seine Waffe gezogen. Er zielt dem Kind von hinten auf die Beine. Mir gefriert wieder das Blut in den Adern. Wird hier tatsächlich so schnell geschossen? Das Kind bleibt zum Glück stehen und als es sich umdreht sieht man das Erschrecken in seinem Gesicht. Er läuft langsam zurück zum Bus. Der Polizist steckt seine Waffe zum Glück wieder weg und der Junge wird gefilzt. Ich frage mich wieder, ob das nötig war? Meiner Meinung nach nicht, aber ich bin auch nur ein Gringo, ich habe keine Ahnung wie es hier läuft. Wahrscheinlich kann ein 14-jähriger aus den Favelas genauso gefährlich sein, wie jeder andere und der Polizist wollte nur auf Nummer sich gehen.

Man spürt, dass viele der Passagiere sehr gereizt sind, besonders derjenige, der vorhin noch Schläge vom Polizisten bekommen hat. Er sucht eindeutig Ärger.  Da ich wichtige Sachen wie Handy und Portmonee dabeihabe und sowieso nicht darauf aus bin in einem Konflikt verwickelt zu sein, schleiche ich mich davon. Ich denke noch die nächsten Tage über diese actionfilmähnelnde Szene nach. Als ich jedoch mit einigen Einheimischen drüber rede, bleiben diese ganz ruhig und sagen, dass sei ganz normal hier. Es ist schön hier, aber ich darf nicht vergessen wo ich bin und immer etwas wachsam bleiben.

Kapitel III – Party, Tanz und Feuerwerk

Eigentlich hasse ich Silvester. Ich finde es ist eine absolute Zwangsveranstaltung. Meistens verbringe ich meine Silvester damit im kleineren Rahmen zu feiern oder drücke mich ganz davor, indem ich in einer Bar hinter der Theke arbeite. Aber dieses Silvester und das Feuerwerk werde ich ganz sicherlich nicht vergessen. Ich bin zu einer Hausparty von Alexia eingeladen. Das Ganze findet in einer Wohnung im 6. Stock mit Meerblick auf die Copacabana statt. Perfekt. Das ist der Ort wo rund 2 Millionen Menschen sich am Strand ansammeln werden, um eines der größten Feuerwerke der Welt zusehen. Das mächtige Arsenal an Knallern wird von mehreren Schiffen aus, die um die 200-300 Meter vom Strand entfernt sind, in die Höhe geschossen.

Ich bin schon um 18 Uhr in der Wohnung und helfe noch etwas bei den Vorbereitungen. Gegen 22 Uhr sind alle Gäste eingetrudelt und es wird schon wild getanzt und viel getrunken. Die Brasilianer können beides sehr gut. Für die knapp 30 Gäste ist gut gesorgt, es gibt nachher sogar noch ein wirklich tolles Buffet. Getanzt wird eher selten zu englischer Musik. Eher angesagt ist hier „Brazilian Funk“, während nur wenige Männer tanzen, sind so gut wie alle Frauen mächtig am Hüfte schwingen, so wie man es halt aus dem Fernseher kennt. Wir in Deutschland sind da um einiges zurückhaltender. Die Tanzbewegungen an sich sind sehr Hüftbetont und haben somit einen starken sexuellen Touch. Björn und ich können uns nicht lange davor drücken. Wir sind die Gringos, also dauert es natürlich nicht lang, bis wir auch aufgefordert werden. Während Björn schon zumindest weiß was auf ihn zukommt, bin ich total aufgeschmissen. Ich bekomme viele Tipps, einige sind ernst gemeint, andere eher weniger. Ich lerne dadurch viele sehr interessante Leute kennen. Einer der Männer, mit dem ich mich schon vorher unterhielt, sagt, „Let me show you how it’s done!“ Na das kann ja was werden. er macht vor, ich soll nachmachen. Er sagt, dass ich immer auf meine Unterlippe beißen und einen bestimmten Blick dabei aufsetzen muss, ich kriege mich vor Lachen nicht mehr ein, alle anderen um uns herum auch nicht. Herrlich. Wir haben unheimlich viel Spaß.

23:56 Uhr – Gleich geht’s los. Wir stehen alle an der sehr weiten Fensterfront mit den Sektgläsern in der Hand. Unten tummelt sich die Menschenmasse in den traditionellen weißen Klamotten. Die knapp 2 Millionen Menschen richten, genauso wie wir, ihren Blick Richtung Meer. Die kleine Flotte an Schiffen zündet um genau 00:00 Uhr die ersten Raketen. Was sich nun in den nächsten Minuten abspielt ist ein Spektakel, welches nur schwer in Worte zu fassen ist. Ein Feuerwerk welches so Farbenfroh und voller Höhepunkte ist, ausgebreitet über mehrere Kilometer der Copacabana, raubt einem den Atem. Die Menge tost, applaudiert, schreit und kreischt mit jedem Höhepunkte des Feuerwerks. Es wird richtig gefeiert. In den letzten Sekunden nimmt das Spektakel immer weiter zu. Unzählbar viele Explosionen und Farben übermannen einen. Es tritt jedoch keine Stille ein. Applaus und Geschrei, Musik aus allen Ecken. Jetzt wird weitergefeiert.

https://youtu.be/vB10THR0JA8

02:53 Uhr – Es wird immer noch wild getanzt und getrunken. Für mich ist es jedoch Zeit zu gehen. Meine trainingsfreien Tage sind kostbar geworden und da ich mich sowieso nicht betrinke und den nächsten Tag nicht müde verbringen möchte, gehe ich Heim. Auch wenn ich nicht trainiere bin ich darauf fokussiert schon bald bei der Europameisterschaft zu kämpfen. Ich muss durch die halbe Copacabana laufen, Es ist immer noch rappelvoll. Überall betrunkene Leute, die entweder weiter trinken, sich gegenseitig begrabschen oder tanzen. Ich werde auf meinem 30-minütigen Heimweg 4-mal von Fremden umarmt und 6-mal wird mir Alkohol angeboten. Umarmungen sind okay, Alkohol leider nicht. Also wer hier in Rio unterwegs an so einem Abend ist, bleibt wohl kaum lange alleine und nüchtern. Normalerweise ist auch Tradition bis zum Sonnenaufgang auf zu bleiben und in das Meer zu gehen um dort 7 Wellen lang zu verweilen. Es soll reinigen und Glück bringen. Ich konnte Glück gebrauchen, aber Schlaf mag ich auch ganz gern.

Kapitel IV – Träume und Opfer
Jetzt mal etwas anderes, eine Sache die mich schon länger beschäftigt. Ich habe in letzter Zeit oft gehört, “ Boah Burak, das ist echt so cool, dass du solange reist.“ oder so etwas wie „glaubst du echt, du kannst bei der Europameisterschaft was reißen?“ ich habe da ganz zwei einfache Antworten. Zur ersten Frage „ja, dann mach es doch auch.“ und zur zweiten Frage „Ich werde es versuchen, ob es reicht, weiß ich nicht.“ auf beide dieser Antworten kommen meistens dann wiederum verunsicherte Reaktionen. „Ich könnte sowas nie…“, „Ich habe keine Zeit für so etwas…“ oder was auch super ist, „du gehst zur EM und fühlst dich noch nicht mal 100% Siegessicher?“. Um ehrlich zu sein, fühle ich mich überhaupt nicht Siegessicher. Aber nichtsdestotrotz gibt es einen ganz einfachen aber wichtigen Grund, warum ich alles auf mich nehme.

Weil ich es für wichtig halte Ziele und Träume im Leben zu haben und diesen auch hinterherzujagen, auch wenn diese zunächst unmöglich erscheinen.

Wenn es eine Sache gibt, die man schon immer machen wollte, dann gibt es meistens nur eine Gelegenheit dies zu tun. Und diese Gelegenheit ist immer die nächstbeste. Was ich damit sagen möchte ist, dass man aufhören sollte, sich irgendwelche Ausreden einfallen zu lassen oder auf andere Leute zu hören. Es gibt keinen perfekten Augenblick, man muss diesen Augenblick erschaffen. Wenn es der Traum eines Menschen ist nach Cuba zu fliegen, dann sollte er das doch einfach tun, wo ist das Problem?

Das kann ich Ihnen sagen, wir sind oft nicht dazu bereit Kompromisse einzugehen oder gar Opfer zu bringen. Wenn ich es als Student, ohne jegliche finanzielle Hilfe schaffe, warum sollte es jemand anderes nicht schaffen?

„Ich hab kein Geld…“ – Wie wäre es damit, einfach mal darauf zu verzichten einige Monate feiern zu gehen? Oder weniger draußen zu essen? Weniger Klamotten zu kaufen? Am Wochenende mal irgendwo noch zusätzlich arbeiten zu gehen, z.B. Kellnern? Alte Sachen zu verkaufen?

„Ich hab keine Zeit…“ wie wäre es damit, dass man Feiertage und Urlaub kombiniert? Überstunden ansparen? Sich ernsthaft überlegen, ob das was man tatsächlich tut mehr Priorität haben sollte, als dass was man wirklich gerne tun möchte und- und- und.
Natürlich ist das nicht einfach, aber es geht darum, dass es für viele Menschen möglich ist. Mir ist bewusst, dass es aber auch Eltern, Beamte und viele weitere Menschen gibt die das natürlich nicht machen können. Aber ich bin mir sicher, dass 60-80 % der Leute einfach nur glauben, sie könnten es nicht, aber es in Wahrheit schaffen würden. Man braucht nur den Glauben an sich selbst und den Willen Opfer zu bringen.

Wäre es überhaupt ein Abenteuer oder eine lebensbereichernde Reise, wenn mir meine Eltern alles bezahlen würden? Ich nur in Hotels übernachte, mich mit Taxis fortbewegen und nur in den besten Restaurants esse?
Ich wäre immer nur in meiner „Comfort-Zone“. Also das Gefühl zu haben, dass egal was ich tue mir immer sehr zurechtkommt und ich mich stetig wohl fühle. Natürlich mag das ganz schön sein, im absoluten Luxus zu leben, aber ich frage mich dann tatsächlich, was es mir langfristig bringt?

Dass was ich betreibe ist kein Urlaub, es ist eine Reise. Eine Reise mit dem Ziel in einem fremden Land auf meine eigene Art und Weise zurecht zu kommen, eine Reise die mich zu einem verständnisvolleren Menschen macht, eine Reise die mir die besten Möglichkeiten verschafft meine persönlich höchste Leistung bei der Europameisterschaft hervorzubringen und letztlich auch eine Reise die meinen Horizont lebenslang erweitern soll.

Jagen auch Sie ihren Träumen hinterher, bringen Sie Opfer und Sie werden sehen, dass es sich lohnen wird.

Danke für Reisebericht Nr. 4 an Burak

 

Teil 3

Teil 2

Teil 1

 




Ankunft in Rio – ein gefährliches Paradies?

Lesen sie nunmehr Teil 3 des Reiseberichts.

Vielen Danke für die fleissigen Berichte an BURAK, dem echten Kasselaner, der auszog…das Kämpfen zu lernen.

 

Kapitel I – Integration, Schmerz und Flow

Kapitel II – Ankunft in Rio – ein gefährliches Paradies?

Kapitel III – Tropische Weihnachten

Kapitel IV – kurze Tipps für Reisende mit kleinem Portmonee

 

 

Kapitel I – Integration, Schmerz und Flow

Bild von der Akademie von Cicero Costha

Dienstag 19:46 – U-Bahn
Ich sitze in der U-Bahn und fahre nach Hause. Es war ein anstrengender Trainingstag und ich bin froh, wenn ich mich einfach nur hinlegen kann. Insgesamt 4 Std habe ich heute wieder trainiert, alles schmerzt. Aber da ich Freitag sowieso nach Rio de Janeiro fliege, muss ich so viel vom Training mitnehmen, wie ich kann.

Wenn ich so zurückdenke, dann hat sich schon viel seit der letzten Woche verändert. Ich bin routinierter geworden. Ich wache jeden Morgen um ca. 09:00 Uhr auf trinke frisches Kokosnusswasser und esse Eier und Bananen. Anschließend bewege ich mich mit schnellen Schritten zur Metrostation und steige ein. Steige aus und bemerke kaum noch die 2,8 Km zur Akademie. Ich bin so in Gedanken, dass ich nichts mitbekomme. Es fühlt sich ungefähr so an, wie wenn man morgens zur Arbeit geht.
Als ich zum ersten Mal herkam, hatte ich eine lange Hose, ein T-Shirt, eine Regenjacke und Sportschuhe an. Inzwischen laufe ich mit Flip-Flops, Shorts und Trainingsshirt durch die halbe Stadt und es macht mir nichts aus.
Ich bin entspannt und mich interessiert nichts Anderes mehr als das Training hier. Ich habe auch kein Zeitgefühl mehr während des Trainings. Ich bin im Flow, ich spüre weder Zeit noch Erschöpfung. Jedoch auf dem Weg nach Hause und im Bett habe ich häufig schmerzen. Meine Gelenke und Muskeln tun weh. Meine Waden fühlen sich an wie getrockneter Zement.

Donnerstag 20:32 – Im Zimmer
So wie es aussieht, habe ich einmal die Woche ein emotionales tief. Dieses Mal war es der Mittwoch, ich schaffe nur 2 Stunden Training und zweifle an mir. Hinzu kommt, dass ich wahrscheinlich eine Entzündung an meinem linken Schienbein habe, jede leichte Berührung schmerzt stark. Ich habe natürlich andere Wehwehchen wie z.B. 2 geprellte Finger und etliche Schürfwunden. Diese sind aber nicht so Trainingsbeeinträchtigend.

Etwas in mir sagt jedoch immer wieder, „mach weiter – egal was kommt“. Und es lohnt sich dann auch weiter zu machen, am nächsten Tag (heute) geht es mir wieder besser. Auch wenn ich manchmal nachts vor Schmerzen nicht schlafen kann, ist es mir das Wert. Es geht schon lange nicht mehr nur um die Europameisterschaft, sondern eher darum, dass ich mich als Person und Kämpfer weiterentwickele. Ich nehme viel mehr mit als nur einen trainierten Körper und 2-3 Techniken, ich nehme den brasilianischen Geist und Freunde mit. Es ist so eine einmalige Lebenserfahrung, dass ich das nicht nur auf eines, auch wenn wichtiges, von vielen Wettkämpfen beschränken möchte.

Das letzte Training für dieses Jahr in Cicero Costhas Akademie für mich ist jetzt um. Ich werde morgen früh nach Rio de Janeiro reisen. Ich bin gespannt wie es sein wird. Ich habe dort einen Freund, er heißt Björn und trainiert mit mir BJJ in der Akademie für Selbstverteidigung Kassel. Er hat eine brasilianische Freundin und somit schon mal in Rio trainiert. Weiterhin hat er mir angeboten Weihnachten und Silvester mit ihm, seiner Freundin und der Familie seiner Freundin zu verbringen. Ich freue mich schon auf die nächste Zeit und bin gespannt wie es weitergeht.

Kapitel II – Ankunft in Rio – ein gefährliches Paradies?

Bild vom Strand Rio de Janeiro

Freitag 10:57 – Flughafen Santos-Dumont

Raus aus dem Flieger. Ich dachte ich habe dieses Mal keinen der mich abholt, gestern haben jedoch Björn und seine Freundin, Alexia, drauf bestanden mich abzuholen – keine Diskussion möglich. Und um ehrlich zu sein, ist dies auch sehr angenehm, wenn man reist. Es ist auch mal wieder schön mit einer Person auf deutsch zu sprechen. Ich hatte schon angefangen in der englischen Sprache zu denken.

Hätten Björn und Alexia mich nicht abgeholt, dann wäre ich normalerweise zuerst mit dem Bus gefahren, dann gelaufen, anschließend in die Metro gestiegen, um wiederum wieder 10 Minuten zu laufen. Hört sich kompliziert für ein fremdes Land an, ist es aber nicht. Ich erkläre im letzten Kapitel wieso, vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei seiner/ihrer eigenen Reise.

Die beiden führen mich zunächst auf eine Aussichtsplattform, zum ersten Mal schnuppere ich die Luft in Rio. Es ist unglaublich schwül, noch schwüler und wärmer als in São Paulo. Ich spüre sofort wie sich eine nasse Schicht Schweiß auf meinen Rücken ausweitet, genau dort, wo mein Rucksack aufliegt. Nichtsdestotrotz bietet sich mir ein wunderschöner Anblick, ich sehe den Zuckerhut, auf Portugiesisch Pão de Açúcar, einen fast 400 Meter hohen Berg, angebunden an eine im Hintergrund verschwindende Gebirgskette. Vor der Kette erblickt man große Teile der urbanen Innenstadt direkt am Meer anliegend, viele Gebäude durchdrungen von Palmen. Bereits während des ersten Atemzuges nimmt man die salzige Meer Luft wahr. Ein wirklich einmaliger und herrlicher Anblick.

Ich werde zu meiner Unterkunft gefahren. In nicht einmal 30 Minuten bin ich da. Ich habe wieder via Airbnb gebucht. Ein nettes Zimmer mit der perfekten Lage, zum Strand von Ipanema sind es 4-6 Minuten zu Fuß und zum Strand von Copacabana sind es um die 8-10 Minuten zu Fuß. Ich bin jedoch müde lege mich ins Bett und schlafe bis in den frühen Abend.

Gegen 17 Uhr raffe ich mich auf und gehe zum Strand nach Ipanema. Die Sonne bahnt sich schon ihren Weg gen Gebirgskette und geht unter. Es ist dennoch immer noch sehr warm. Ich kaufe mir für ca. 1,40€ frisches Kokosnusswasser. Dabei wird die Kokosnuss von einem Einwohner mit der Machete geöffnet und ein Strohhalm wird eingeführt. Perfekt um sich zu hydrieren und sehr erfrischend. Den Rest der Zeit stehe ich bis zu den Knien im Wasser und genieße einfach den Moment.

21:12 Uhr – Copacabana
Björn, Alexia und ich sind zum Sandwich essen verabredet. Ich werde in ein unscheinbares Lokal mitgenommen, wovon Björn schon vorher geschwärmt hat. Wir essen alle 3 das gleiche – Filet Mignon mit Ananas als Sandwich. Ich bin eigentlich nicht der Typ der so etwas gerne isst, auch kein „Pizza-Hawaii-Fan“, aber das war mir Abstand eines der besten Sandwiches, die ich Je gegessen habe. Das innen rosarote und gut gewürzte Fleisch in Kombination mit dem vollen Geschmack der Ananas war ein Traum. Den Rest des Abends verbringen wir am Strandabschnitt. Wir unterhalten uns, bis wir plötzlich einen aufgebrachten Mann mit Badehose und freiem Oberkörper bemerken.

Es ist 23:21 Uhr und dieser Mann ruft lauthals irgendetwas durch die Gegend und zieht somit die gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Natürlich redet er portugiesisch, Björn und ich verstehen nichts. Aus den Reaktionen der Leute, die zuhören ist kaum eine Interpretation möglich. Einige schmunzeln, während andere ernst schauen. Zum Glück ist Aléxia dabei. Noch bevor ich es sagen kann, fragt Björn:“What’s his Problem?“ Aléxia sagt,“ I will tell you later.“ – sehr merkwürdig. Wir gehen einige Schritte weiter, so dass uns der Mann und die herumstehenden Menschen nicht mehr hören können. Aléxia übersetzt was der Mann gesagt hat. Ihm hat anscheinend eine Frau versprochen Sex mit ihm zu haben oder sie haben zumindest irgendeine Art „Deal“ ausgehandelt. Jedoch wurde er ausgeraubt, keine einzige Spur von der Frau oder von seinen Sachen. Ich lache zunächst und denke mir nur „Wow, einfach nur Wow!“ Eine dramatische, aber lustige Situation, der Mann schien ganz aufgeschmissen zu sein. Er hatte nicht mal mehr ein T-Shirt an. Und dies geschah an eines der belebtesten Gegenden in Rio de Janeiro.

Aléxia und Björn erzählen mir mehr von der Dreistigkeit der Kriminellen in Rio de Janeiro. Sie Sagten, sie würden mir generell davon abraten eine Kette zu tragen oder an bestimmten Orten mein Handy zu benutzen, da es Leute gibt die diese Dinge einfach vom Körper Reißen und weglaufen. Ich muss also vorsichtig sein.
Wir laufen noch etwas gemeinsam durch die Gegend, verabschieden uns und gehen nach Hause. Immerhin ist morgen Weihnachten – ich bin gespannt.

Kapitel III – Tropische Weihnachten

Bild des Weihnachtsmannes und Baumes

Samstag 10:29
Mir ist heiß. Es fühlt sich überhaupt nicht an wie Weihnachten. Es gibt Palmen anstatt Tannenbäume, Kokosnusswasser anstatt Kakao oder Glühwein, Sand anstatt Schnee und Bikinis/Badehosen anstatt Weihnachtsmützen. Eine sehr merkwürdige und einzigartige Erfahrung. Ich bin froh, bei Alexia und Björn eingeladen zu sein. Nicht nur, dass es schön ist, diese Zeit mit Menschen zu verbringen die man mag, sondern auch, ein brasilianisches Weihnachtsfest mitzuerleben.

Ich verbringe den Tag zunächst mit den beiden am Copacabana Strand, es ist ein gutes Gefühl nach 2 harten Trainingswochen einen Tag mal komplett zu entspannen. Weihnachtsstimmung kommt jedoch keine auf. Alles findet hier auf die gewöhnliche Art und Weise statt. Der Strand ist voller Menschen, es werden durch Leute, die auf und ab laufen, Sonnenbrillen, Cocktails, Nahrung und viel mehr verkauft. Während sich also einige in der Sonne betrinken, verbringen andere ihre Zeit im türkis-transparenten Wasser. Kein einziges Anzeichen von Weihnachten. Nach einem entspannten Tag gehen wir wieder in die Wohnung. Bald steht Weihnachtsessen mit Alexias Familie an. Ich weiß nicht genau was mich erwartet.

20:26 Uhr – Aufzug
Wir benutzen gemeinsam den Aufzug, der zu Alexias Großmutter fährt. Hier soll das Weihnachtsessen stattfinden. Während Alexia ein Abendkleid trägt und ihr Vater eine lange Hose mit einem Hemd, tragen Björn und ich (die Gringos) eine kurze Hose mit einem Shirt. Uns würde gesagt, dies sei in Ordnung. Und das war es auch, da andere Familienmitglieder auch lockerer angezogen waren. Wir betreten die Wohnung und werden begrüßt. Es ist so viel Weihnachtsdeko verteilt, dass es einem vorkommt, wie auf einem Weihnachtsmarkt. Bunte Lichterketten, ein rot gedeckter Esstisch, Kissenbezüge mit dem „Weihnachtsmann“ als Motiv, ein geschmückter Nadelbaum aus Plastik, eine Lebensgroße Weihnachtsmannfigur und vieles mehr.

Ich werde herzlich empfangen und begrüßt von den, nach und nach eintrudelnden, Familienmitgliedern. Mit einem Gemisch aus englisch, portugiesisch, deutsch und mit Hilfe von Björn und Alexia unterhalten wir uns reg. Es wird viel gelacht, getrunken und noch mehr gegessen. Einfach entspannt und wirklich toll. Bevor es den Hauptgang im Essbereich gibt, werden edle Käseplatten, diverse Nüsse und viele andere Delikatesse, wie z.B. Fischgerichte, auf dem Balkon mit Meerblick aufgetischt.

Als Hauptgang gibt es ein Buffet, bestehend aus lokalen Gerichten, mir hat am meisten der „Chester“ geschmeckt, eine Art von Geflügel, welche üblich hier ist. Das ist natürlich noch nicht alles, während sich mein Magen anfühlt wie eine tickende Zeitbombe, werden die Hauptgerichte durch Desserts wie selbstgemachter Cheesecake, Süßer French toast und Eiscreme. Es ist alles sehr entspannt. Jeder fängt einfach an, wenn er/sie das Essen auf dem Teller hat. Kein Gebet oder sonstiges. Zwischendurch gibt es auch die Bescherung, die innerhalb von 15 Minuten auch wieder vorbei ist, man macht kein großes Ding draus, packt seine Geschenke aus, bedankt und freut sich. Nach einer schönen Rede der Großmutter und viel Applaus, wird zwischendurch gesungen und gelacht.  Ein ausgelassener Abend geht dem Ende zu. Auch den ersten Weihnachtstag verbringen wir mit dem Essen vieler Leckereien und am Strand.

Sonntag 21:43 – Zimmer
Ich sitze nun Zuhause und freue mich eine so tolle Zeit mit diesen wirklich tollen Menschen verbracht zu haben – Balsam für dir Seele!
Nichtsdestotrotz ist heute der 25.12, der 3. Tag an dem ich nicht trainiert habe und es sind nur noch wenige Wochen bis zur Europameisterschaft, ich darf mein Ziel nicht aus den Augen lassen, auch wenn das verführerische Urlaubsleben hier auf mich lauert. Natürlich werde ich mir zwischendurch einige Touristenattraktionen anschauen und mir gutes Essen gönnen, aber hauptsächlich will ich trainieren!

Also ab morgen geht das Training weiter – Work hard, Fight hard, Oss!

Kapitel IV – kurze Tipps für Reisende mit kleinem Portmonee

Manchmal muss man alleine zur Unterkunft finden. Besonders herausfordernd ist das wenn man weder Geld für ein Taxi, noch eine funktionierende SIM-Karte zum Telefonieren, geschweige denn mobiles Internet hat. Ich reise sehr häufig auf diese Art und Weise.

A. Mutig sein und den Kontakt suchen
Manchmal gibt es eine kostenlose WLAN Verbindung an Flughäfen oder zumindest in einem Starbucks. Dies kann zur Kommunikation oder Nutzung von online Karten genutzt werden. Einfach suchen und viel fragen, sich trauen mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Man darf sich durch Misserfolge nicht einschüchtern lassen. Ich bin schon oft und viel innerhalb von Europa, Asien und den USA gereist. Bis jetzt waren fast alle Menschen immer sehr hilfsbereit. Aber auch wenn man kein Internet hat, ist es kein Problem zur Unterkunft zu finden.

B. Sich gut vorbereiten
Ich habe einen Trick mit dem ich Google-Maps ohne Internetverbindung benutzen kann. Man kann sich in der Schaltfläche der App eine offline Karte runterladen und wenn man dann auch noch das GPS aktiviert hat, hat man eine Navigationsgerät ohne weitere Kosten. Es nimmt natürlich nur etwas von der Batterie des Mobiltelefons in Anspruch. Meine Unterkunft habe ich auf der Karte markiert. So weiß ich zumindest schon mal immer wo ich bin und wo ich hinmuss. Natürlich kann man sich auch eine Karte ausdrucken, dann muss man sich aber immer wieder neu orientieren und schauen wo man selber ist.

C. Flexibel sein, aber nicht naiv
Manchmal muss man seinen Plan aufgeben, weil er dann in der Realität gar nicht umsetzbar ist oder sich eine bessere Chance ergibt und es nicht Weise wäre diese nicht zu ergreifen. Als ich z.B. 2014 am Flughafen In Miami ankam, gab es eine Möglichkeit ein Sammeltaxi zu nutzen und dies hat nur 22$ für eine einstündige Fahrt gekostet. Jedoch sollte man aufpassen und schauen wie transparent und seriös das Angebot ist. Eventuell sogar einen Festpreis von vornherein vereinbaren. Es gibt natürlich Leute die nur drauf lauern, verlaufene Touristen über den Tisch zu ziehen.

 

 




São Paulo – vom Tanz auf der Straße zum Training in der Halle

  • Kapitel I – Ankunft in São Paulo – Ich bin wohl ein Nutznießer
  • Kapitel II –Großstadtcharme und Einhornpyjamas – eine verrückte Party
  • Kapitel III  –Der Tanz auf der Straße und der gefährliche Heimweg
  • Kapitel IV –The real eat, train, sleep and repeat

 

 

Kapitel I – Ankunft in São Paulo – Ich bin wohl ein Nutznießer

Von AndomendaEigenes Werk, CC BY 3.0, Link

Das Flugzeug ist gelandet. Insgesamt 17 Stunden habe ich im Flieger verbracht. Auf geht’s zur Passkontrolle! Ich schreite mit großen Schritten voran und möchte einfach nur die brasilianische Luft schnuppern. Fehlanzeige.
Vor der Passkontrolle eine riesige Schlange. Das wird bestimmt noch eine halbe Stunde dauern, plötzlich Geschrei und Unruhe. Ich schaue mich um, ein Pärchen streitet sich, sie fluchen, wahrscheinlich? Ich verstehe natürlich nichts. Sie beginnen sich gegenseitig zu schubsen, ob das wohl gerade eskaliert? Ich bin keine Stunde im Land und schon überfordert. Und da kommen auch schon die Sicherheitskräfte. Puh.  Nichtsdestotrotz hat sich die Menschentraube noch nicht aufgelöst und weitere schaulustige Menschen stehen im Kreis und wollen wissen was passiert. Ich nutze die Gelegenheit und schleiche mich vor zur Passkontrolle, während alle natürlich abgelenkt sind. Das wäre geschafft. Gepäckanname und raus hier! Endlich beginnt das Abenteuer!

Sobald ich die Schiebetür des Flughafens durchquert habe, umhüllt mich das feuchte,  subtropische und äußerst warme Wetter. Es ist 06:00 Uhr am Morgen und nach nicht einmal 2 Minuten, bildet sich eine leichte Schicht von Schweiß auf meiner Haut. Die Sonne geht gerade auf, ich setze mich auf eine Bank.

Ich bin müde und sehr hungrig, möchte jedoch keine 12€ für ein Sandwich am Flughafen ausgeben – ich muss zu meiner Unterkunft. Über Airbnb.com habe ich ein Zimmer in einer privaten Wohnung gebucht, es war abgemacht, dass mich der Vermieter abholt. Er ist nicht da. Ich hab noch 12% Akku auf dem Handy und kenne die Adresse nicht. Tief durchatmen und warten. Wenn man soviele Stunden schon unterwegs ist, dann macht dies auch nichts mehr aus.

08:12 Uhr – Er ist da. Er entschuldigt sich, ich bin nicht nachtragend, wir fahren los und unterhalten uns. Ich werde die nächsten Wochen mit Paulo und seiner Mutter in einer Wohnung verbringen. Sie scheinen Beide nett zu sein. Auf dem Weg zur Wohnung fahren wir durch ärmere Viertel. Viele der Einwohner schlafen noch und zwar auf Matratzen auf dem Bürgersteig, manchmal liegt eine Flasche harter Alkohol daneben. Heruntergekommene Häuser mit zerbrochenen Fenstern und so weiter.  Das ist wohl die andere Seite der Medaille, die von der man nicht soviel als Europäer mitbekommt.

Wir sind in der Wohnung 10:17 Uhr. Paulos Mutter hat bereits Kaffee gekocht und mir ein Sandwich gemacht. Auch Sie spricht Englisch – Gott sei dank. Wir unterhalten uns kurz und ich lege mich schlafen. Immerhin muss ich fit für das Training sein!

Kapitel II
Großstadtcharme und Einhornpyjamas – eine verrückte Party

18:26 Uhr – ich erwache aus meinem komatösen Schlafzustand. VERDAMMT! Ich hab das Training direkt verschlafen. Ich akzeptiere es und schleppe mich in die Küche, um Wasser zu trinken. Paulo ist weg, seine Mutter ist aber noch da und sagt, dass in der Nähe die berühmte Avenida Paulista ist. Die wohl angesagteste Einkaufsstraße der Stadt. Ich zögere nicht lange, schnappe mir die Schlüssel und los.

Nach nur 3 Minuten bin ich schon da. Typisch Großstadt. Es erinnert mich an Istanbul oder Barcelona – Straßenkünstler, viele Menschen, die Einkaufscenter sind wie in jeder Großstadt; Pizza Hut, KFCund so weiter. Ich hatte mir mehr Individualität und Kultur nach ca. Knapp 10.000 km Reise erhofft. Aber nunja, São Paulo ist einer der größten Städte der Welt, was hab ich erwartet?

Ich laufe weiter die Avenida Paulista entlang bis ich plötzlich Musik höre. Der Bass ist so laut, dass er meinen Körper durchdringt.

Die Musik ist ein Remix aus Reggae und Electro. Ich bewege mich durch die Masse es riecht nach Gras und Alkohol. die Leute sind mega merkwürdig verkleidet. Anonymous-Masken, Einhorn-Pyjamas und so weiter. Es scheint kein System dahinter zu stecken. Ich weiß nicht was vor sich geht aber es sind viele Einheimische und die scheinen Spaß zu haben, also stelle ich mich an den Rand und schaue zu. Nach wenigen Minuten tanze ich etwas mit, ich werde ab und zu angesprochen, kann aber immer wieder nur mit den Worten, „Não fala portugêse“ (Ich spreche kein portugiesisch) antworten. Bis mich zumindest ein junger Kerl auf Englisch anspricht, er erklärt mir, dass dies eine Abschlussfeier der Universität ist und die meisten Menschen hier „Graphic-Design“ studiert haben. Er lädt mich noch auf ein Bier zu sich ein, ich lehne dankend ab und gehe nach Hause.

Gegen Ende des Abends schreibe ich eine Email, mithilfe von Paulo, an die Bjj-Akademie von Cicero Costha. Sie sagen, ich soll Montag um 12:00 Uhr kommen. Also morgen wieder kein Training. Na gut.

Kapitel III
Der Tanz auf der Straße und der gefährliche Heimweg

Sonntag – ich habe unruhig geschlafen. Heute ist wieder kein Training. Es ist nicht mehr lang bis zur Europameisterschaft und dies macht mich nervös. Ich gehe einkaufen und erkunde meine Umgebung. Gegen Abend geht es wieder Richtung Avenida Paulista. Nur diesmal ist alles anders!

Die Straße ist heute für Autos gesperrt. Es sind noch mehr Menschen als gestern unterwegs. Nur diesmal auch mit dem Skateboard, Longboard, Inlinern oder Fahrrad. Wie gern würde ich heute Longboard fahren. Besonders deswegen weil sich jeder ausprobiert sogar ein 50 jähriger Mann steht wackelig auf Inlineskatern und versucht sein Glück. Keiner schaut ihn krumm an oder lacht ihn aus. An den Straßenrändern verkaufen einheimische alles mögliche T-Shirts, Ketten, Spielzeug – ganz besonders auffällig sind die künstlerischen Werke, von denen ich aber keine Fotos machen darf. Darüber hinaus spielen hochkarätige Musiker auf der Straße, ich habe noch nie so viele gute Musiker auf einem Haufen auf der Straße spielen  gesehen.

Ich bleibe ab und zu stehen, sehr lange bleibe ich bei einer brasilianischen Band stehen. Denn hier passiert etwas tolles, die Leute tanzen pärchenweise zum brasilianischen Beat, während andere drumherum stehen und klatschen. Es sind ganz gewöhnliche Leute, keine Profis,  die hier tanzen. Aber anscheinend kann wirklich jeder tanzen.

Ich werde von einer ca. 20 jährigen angesprochen und verstehe natürlich nicht was Sie sagt, antworte mit meinem Standardsatz, „Não fala portugêse“.  Sie greift an meine Schulter und redet weiter, ich verstehe weiter hin nicht was sie möchte. Eine ältere Dame schaltet sich plötzlich ein, sie muss wohl um die 60 gewesen sein. Sie sagt aufgebracht, jedoch lachend irgendetwas. Die ältere Frau greift meine Hand und meine Schulter und macht Tanzbewegungen.

Nun habe ich Holzkopf doch tatsächlich auch verstanden worum es geht. Die junge Brasilienerin wollte mich zum Tanz auffordern und ich habe Sie abblitzen lassen. Sie wird es schon verkraften denke ich mir und zucke mit den Schultern und möchte damit sagen, ich „weiss nicht wie man hier tanzt.“ Die Rentnerin reagiert wieder, die junge Dame ist nun komplett aussen vor. Die ältere Frau hingegen signalisiert mir, dass sie es mir beibringt. Ich denke mir nun gut, was soll es, es wird bestimmt lustig. Und das war es auch, nach einigen Minuten hatte ich die Schritteabfolge drauf und wir tanzten.

Ich tanzte 15 Minuten mit einer brasilianischen Rentnerin zu fremder Musik, in einer fremden Stadt, einen Tanz, den ich wenige Minuten zuvor gelernt hatte, während mir Leute zujubelnten. Wow.
Aber das reicht für heute – Ab mit dir nach Hause, Burak.

Auf dem Nachhauseweg wird es schon dunkel. Ich bin so in Gedanken dass ich die Straße, in die ich hätte abbiegen müssen, verpasse. Ich laufe einfach weiter. Als bemerke, dass ich komplett falsch bin, ist es schon Dunkel. Die Dämmerung kommt wohl sehr schnell in Brasilien.
Ich denke mir, dass ich rechts entlang laufen muss und dann noch einmal rechts und dann müsste ich doch wieder zu Hause? Oder? Verdammt ich hab mich verlaufen. Plötzlich bemerke ich auch, dass die Gegend in der ich mich befinde,  nicht die sicherste ist. Zerbrochene Scheiben, Matratzen auf dem Boden und komische Gestalten.

Und ich sehe natürlich aus wie ein Tourist, habe eine leichte Regenjacke an,  eine Tragetasche der Universität Kassel an mir und trage Schuhe von Nike.

Ich laufe an zwei Männern vorbei die zerrissenen Klamotten anhaben und nach Alkohol riechen. während ich vorbei laufe flüstern Sie sich etwas zu und laufen mir mit etwas Abstand hinterher. Ich bin nicht in Deutschland, ich würde es nichtmal verstehen, wenn Sie sagen würden, „Geld her oder ich Schiesse“ und wenn ich es verstehen würde, wäre es wahrscheinlich zu spät.

Es ist merkwürdig dass Sie die ganze Zeit stehen und genau dann loslaufen,  nachdem ich bei Ihnen vorbei gelaufen bin. Ich denke mir, dass ich nun irgendwo abbiegen muss. Ich möchte aber auch nicht da lang laufen, wo ich mich nicht auskenne. Ich muss also den ganzen Weg noch mal zurück laufen, noch mal vorbei an den Männern. dies bedeutet für die Zwei, dass sie wissen, dass ich mich schon mal verlaufen habe – das ist schlecht. Wenn sie mich ansprechen und merken, dass ich auch noch kein Portugiesisch spreche, sieht es noch schlechter für mich aus. ein gefundenes Fressen. Ich habe mein Brillen- Etui in der Hand und bin fest entschlossen, falls etwas passieren sollte, es einem von beiden in das Gesicht zu schleudern, damit ich Zeit habe in Richtung Hauptstraße zu laufen. Ich überquere die Straßenseite. Sie folgen mir. Sehr merkwürdig.

Inzwischen schreite ich mit sehr großen Schritten voran. Hole einmal tief Luft und Spucke kräftig auf dem Boden. Ich war auf einer Problemschule und bilde mir ein, dass Sie vielleicht dadurch denken, dass ich ne harte Nuss bin.

Im Nachhinein, belustigt mich dieser Gedankengang nach einer Woche noch. Wenn sie mir nun mit meinem Schrrittempo folgen, ist es offensichtlich, dass sie etwas von mir wollen  – und das wissen Sie auch und geben zum Glück auf. Ich lasse sie hinter mir, finde den Weg nach Hause, dusche mich und ab in das Bett!

Kapitel IV
The real eat, train, sleep and repeat

10:30 Uhr Montag – Aufgeregt.

Das Training beginnt bald und es schüttet, wie ich es noch nie erlebt habe. Das ist egal. Heute kann mich nichts aufhalten! Regenschirm und Go!

Ich renne zur Metro. Fahre 20 Minuten, es schüttet immer noch. Ich muss aber 2,8 km zur Akademie laufen, angeblich fährt ein Bus. Nunja, da ich nicht verstehe, was genau auf diesen Bussen steht – bleibt mir  nichts anderes übrig als zu laufen.Ich werde diesen Weg, von nun an, jeden Tag laufen.

Hin und zurück. also laufe ich auch, der Regen nimmt ab und ich entdecken der Ferne verschiedene Leute mit Sporttaschen, die in ein Gebäude reinlaufen.

Das muss wohl die Akademie von Cicero Costa sein, ich erkenne die blaue Tür mit der Aufschrift „BJJ / 3% / CICERO COSTA“.

Diese Tür ist in der BJJ-Szene sehr bekannt. Ich gehe durch die Tür und rieche den immensen Schweißgeruch. Ich sehe eine große Mattenfläche, umzäunt – eine Bank davor. Nicht mehr nicht weniger. Hier haben also weltberühmte Kämpfer schon trainiert.

Ich setze mich auf die Bank und begrüße die Leute dort. Während ich warte, kämpfen schon andere Leute auf der Matte. Es ist anscheinend schon Training, man hört kaum jemanden reden, lediglich das Schnaufen der Kämpfer und die Bewegungen auf der Mattenfläche.

Nun ist die nächste Gruppe an der Reihe,  ich werde irgendeinem Partner zugelost,  der ungefähr 120 kg wiegt und ich mach mit ihm 1 Stunde lang Positionsdrills. 8 Minuten ich und 8 Minuten jeweils er, abwechselnd. Keiner zeigt irgendwelche Techniken, man übt einfach das was man üben möchte. Anschließend eine Stunde Sparring und Sparring heißt hier wirklich Sparring. Es gibt kein „light-rolling“ jeder kämpft mit 100%.

Nach 2 Stunden Training tut mir alles weh, ich habe Durst. Es ist so schwül, dass mein Gesicht komplett nass ist und mir ständig schweiss von der Nase runterperlt.

Was nun? Die Jungs erklären mir, dass in 3 Stunden wieder Training ist. Auch wenn ich fertig bin, ich muss das durchhalten und am besten fange ich heute direkt mit dem vollen Programm an.

Wir gehen essen mit den Jungs; Hähnchen und Reis. Anschließend wieder auf die Matte – die Gis hängen und wir ruhen uns aus. Ich schlafe auf der Matte ein.
17:00 Uhr – weiter geht’s. Das gleiche Programm; eine Stunde Drills und eine Stunde Sparring. Nach vier Stunden Training schlendere Ich die 2,8 km wieder zur Metrostation-  Falle Zuhause ins Bett.

Die Halle öffnet um 9 Uhr morgens und schließt um 22 uhr abends. Rein theoretisch kann man den ganzen Abend trainieren.

Mein Ziel ist es, jeden Tag mindestens 2 Einheiten durchzuziehen.

Am Mittwoch schaffe ich sogar 3 Einheiten, also 5,5 Std Training.

Aber Donnerstag hab ich so ein emotionales tief, dass ich schon nach einer Einheit nach Hause gehe.

Heute ist Sonntag, mein einziger freier Tag. Ich brauche diesen Tag auch, die Woche war hart und morgen früh geht es weiter.

Für mich fällt das Sparring insgesamt so aus, dass ich zwar einigen das Leben schwer machen kann. Aber auch viele Leute in der Lage sind mich mühelos komplett zu zerstören.

Ich habe das Gefühl, viel zu langsam zu sein. Erst gegen Ende der Woche habe ich mich hier an das Tempo gewöhnt. Hier wird kein einziger Grip verschenkt und wenn man in der open guard ist, wird man so stark und so schnell attackiert, das man wirklich flink sein muss um die Position halten zu können.

Daruberhinaus kann hier jeder berimbolos. Einen Moment nicht aufgepasst und berimbolo. D.h. kämpfe dich heraus, während jemand deinen Rücken hat.

Insgesamt ist alles hier viel intensiver; das Wetter, der Krafteinsatz, die Schnelligkeit und die Präzision der Technik.

Ich habe nichts weiteres die Woche über gemacht, ich habe jeden Tag trainiert, bin nach Hause, habe gegessen und lag dann einfach nur noch im Bett.

Ich bin an der Grenze zum Übertraining. Meine Waden fühlen sich an wie Zement, einige Gelenke tun weh, ich habe Schürfwunden und blaue Flecken. Jedoch ist das nichts für das Lebensgefühl, welches ich im Austausch dafür erhalte. Ich bin wirklich zutiefst glücklich. Ich wurde freundlich aufgenommen und ich bin froh und dankbar, die Gelegenheit zu haben, mich täglich dem widmen zu können, was ich liebe.

Ich werde auch die kommende Woche hart trainieren, jedoch geht es am Freitag nach Rio de Janeiro. Ich bin gespannt wie es dort weitergeht, schließlich ist bald Weihnachten und Silvester.

Ich werde natürlich von mir, wie gewohnt, am nächsten Montag hören lassen. Ich wünsche Ihnen schon einmal schöne Festtage und bedanke mich für das Lesen.

Mit vielen Grüßen

Burak