Nisthilfen sind beliebte Winterquartiere

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NABU Hessen bittet um Rücksicht auf überwinternde Tiere im Garten 

Wetzlar – Mit den Minusgraden und mancherorts sogar dem ersten Schnee kehrt Ruhe im Garten ein. Viele Tiere haben bereits ihre Winterquartiere aufgesucht. Daher bittet der NABU Hessen Gartenbesitzer, jetzt keine Nistkästen mehr zu säubern, denn sie sind beliebte Überwinterungsplätze. „Die Königinnen von Hummeln und Wespen, reichlich nützliche Florfliegen, Ohrenkneifer und andere Wintergäste ziehen sich für den Winter gerne in den Schutz der alten Nester zurück. Doch nicht nur Insekten können jetzt durch die Nistkastenreinigung in ihrer Winterstarre gestört werden. Auch Eichhörnchen, Schlafmäuse und sogar Fledermäuse könnten unnötig aufgeschreckt werden“, warnt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Und auch bei den Gartenvögeln seien die Nistkästen im Winter noch begehrt. Meisen suchten die Kästen als nächtlichen Schutz gezielt auf, Zaunkönige kuscheln sich mit mehreren darin ein und Spatzen bauen regelrechte Winternester.

Problemlos können jetzt aber noch weitere Nistkästen gebaut und aufgehängt werden, um der heimischen Tierwelt bei der Überwinterung zu helfen, denn selbst die wetterbeständigsten Outdoor-Profis schätzen eine warme und vor allem trockene Schlafstube. Wer also die ruhige Winterzeit nutzen wolle, um Nisthilfen zu bauen, der müsse sich zunächst entscheiden für welche Vogelart der Kasten denn sein solle. „Fast jede Art hat ihre ganz eigenen Ansprüche, die man versucht so gut es geht zu bedienen“, erklärt der Biologe Eppler. Zunächst gebe die Größe eines Vogels auch die Größe des Kastens vor. Das Einflugloch richte sich jedoch auch nach den Lichtansprüchen der Vögel: „Meisen mögen es gerne ziemlich duster, Gartenrotschwänze bevorzugen es schon etwas heller mit ovalen Einfluglöchern. Bachstelze, Zaunkönige, Rotkehlchen und Grauschnäpper dagegen suchen nischenartige Halbhöhlen, bei denen ein Teil der Frontwand fehlt“, zählt Eppler auf. Spezialkästen helfen Baumläufern und Mauerseglern.

Letztere werden in möglichst großer Höhe aufgehängt, müssen dafür nie gereinigt werden. Alle übrigen Nisthilfen könne man in zwei bis drei Meter Höhe aufhängen. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist dabei ideal, so vermeidet man während der nächsten Brutzeit im kommenden Frühjahr und Sommer eine zu starke Sonnenbestrahlung. Zudem sollte das Einflugloch nicht zur Wetterseite zeigen. Zur Befestigung an Bäumen eignen sich rostfreie Alu-Nägel oder feste Drahtbügel, die den Baum nicht schädigen. „Besonders wichtig“, so Eppler weiter, „damit Katzen und Marder nicht zugreifen können, sollten möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen gewählt werden.“

Gartenbesitzer bittet der NABU Hessen zudem wenigstens in einigen Ecken ihres Gartens natürliche Winterquartiere von den Aufräumarbeiten zu verschonen. Die hohlen Blütenstängel der Staudenpflanzen sind ein ideales Überwinterungsquartier für zahlreiche Insekten, darunter winzig kleine Wildbienen, Ohrwürmer und andere Tiere. So haben hier überwinternden Kleintiere auch ohne künstliche Nisthilfen eine Chance, die kalten Monate zu überleben. Dies kommt nicht nur den Überwinterungsgästen und Brutvögeln im nächsten Jahr zugute, sondern auch den Gartenfreunden selbst: Ohrwürmer beispielsweise regulieren in ihrem Jagdrevier den Bestand der Schadinsekten und Wildbienen spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen. Gibt es im Garten viele heimische Pflanzenarten die im Winter stehen bleiben dürfen, können die Gartenvögel die Samen der Stauden auch noch als natürliche Futterquelle nutzen.

Mehr Informationen:

Tipps zum Nistkastenbau

Übersicht zu Winterquartieren im Garten 

NABU Landesverband Hessen e.V.


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