Häusliche Pflege muss einfacher werden

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(ots) Die Zeit drängt: In ihrem Koalitionsvertrag entwickelten Union und SPD gute Vorsätze, um auch die häusliche Pflege zu reformieren. Kürzlich stellte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seine Pläne vor. „Diese sind jedoch völlig unzureichend und in Teilen realitätsfern“, urteilt Carolin Favretto, Vorsitzende der Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD) und verweist auf die politische Dringlichkeit. Eine Gesetzesvorlage gibt es weiterhin nicht, und die nächsten Bundestagswahlen sind bereits in Sichtweite.

Fakt ist: Rund drei Millionen pflegebedürftige Menschen werden bundesweit zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Das bedeutet für diese eine enorme körperliche und psychische Belastung. Zwar deckt die Pflegeversicherung viele Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen über Tages-, Nacht-, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie Alltagsentlastungsleistungen ab. „Das aber ist ein unübersichtlicher Dschungel von Leistungen, die zudem aus verschiedenen Töpfen bezahlt werden“, kritisiert Carolin Favretto. „Alles ist viel zu kompliziert. Die Betroffenen überblicken oft nicht, welche dieser Leistungen sie in Anspruch nehmen können und müssen diese jeweils separat beantragen.“ Deshalb würden Leistungen, die der Entlastung von Angehörigen dienen, oftmals nicht abgerufen. Im bürokratischen Dickicht gehen auch die Senioren-Assistenten unter. „Doch gerade ihre Arbeit ist bestens geeignet, um die Angehörigen spürbar zu entlasten“, so die BdSAD-Vorsitzende.

Höhere Pflegestufe erfordert mehr Leistung

Spahn strebt an, die Pflege zu Hause einfacher zu machen. Leistungen wie Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie Tages- und Nachtpflege sollen künftig in einem sogenannten Entlastungsbudget zusammengefasst werden, das flexibel in Anspruch genommen werden kann. Das geplante Jahresbudget von 3330 Euro soll einheitlich sein für die Pflegegrade zwei bis fünf. „Aber das ist nicht ausreichend“, bemängelt Favretto. „Vor dem Hintergrund, dass die Belastung mit zunehmendem Pflegegrad höher wird, wäre es sinnvoller, ein abgestuftes Entlastungsbudget zu kreieren.“ Zudem müssten Pflegebedürftige bzw. pflegende Angehörige selbst entscheiden können, ob Mittel für stunden- oder tageweise Entlastung eingesetzt werden. So wäre auch die unkomplizierte Unterstützung durch qualifizierte Senioren-Assistenten möglich. „Unser Anspruch wäre zudem, dass das Entlastungsbudget das Äquivalent eines freien Tages pro Woche für den pflegenden Angehörigen einräumt und in der Pflegestufe fünf etwa doppelt so hoch wäre wie in Pflegestufe 2.“

 

Original-Content von: Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland e. V.

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