MT besiegt nach vierwöchiger Zwangspause den Bergischen HC

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Die MT Melsungen hat ihre Zwangspause in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga gut überstanden und mit einem 32:31 (17:15) über den Bergischen HC den fünften Saisonsieg eingefahren. Knapp, aber nicht unverdient war es über die gesamte Spielzeit ein Erfolg, der das unterstrich, was auf dem speziell für die auch diesmal wieder in der Kasseler Rothenbach-Halle nicht zugelassenen Fans entworfenen Trikot zu lesen war: „Wir halten zusammen“. Waren es in der ersten Halbzeit Torhüter Silvio Heinevetter und die Rückraumschützen Kai Häfner und Julius Kühn, die den kleinen Unterschied machten, drehte nach dem Seitenwechsel Timo Kastening auf und avancierte mit neun Toren, davon einem Siebenmeter, zum erfolgreichsten Schützen der Partie. Für den Bergischen HC war David Schmidt mit nur einem Erfolg weniger der treffsicherste Akteur.

Nach genau vier Wochen Abstinenz und zwischenzeitlicher zwei Wochen strikter Quarantäne musste die MT kurzfristig auch auf Domagoj Pavlovic verzichten, der sich im Training verletzt hatte. Für ihn rückte der A-Jugendliche Paul Kompenhans in den Kader. Kapitän Finn Lemke, dessen Infektion die Zwangspause bedingt hatte, blieb zunächst auf der Bank. Die Spielmacherrolle übernahm Lasse Mikkelsen. Der Auftakt ging jedoch daneben, das Jubeln war erst einmal den Gästen vorbehalten. Die kamen durch den Ex-Melsunger im Trikot des BHC zum ersten Tor: Jeffrey Boomhouwer traf per Siebenmeter durch die Beine von Heinevetter, noch bevor die erste Minute um war. Weil Lasse Mikkelsens Pass auf Julius Kühn nicht ankam und sich Max Darj den Tempogegenstoß nach Balleroberung nicht nehmen ließ, stand es schnell sogar 0:2 (3.).

Der Weckruf zeigte Wirkung, die MT fing sich schnell. Gestützt vor allem auf Kai Häfner, der die kleinste Lücke in der Deckung der Bergischen erspähte und nutzte. Beide Treffer zum Ausgleich gingen auf sein Konto, zwei weitere nach Yves Kunkels erster Führung – Melsungen führte nach zehn Minuten mit 5:4. Ebenso stark wie Häfner vorn präsentierte sich Silvio Heinevetter hinten, der gegen Boomhouwer einmal frei vom Kreis sowie kurz darauf auch von außen parierte.

Melsungen spielte sich über diese kleinen Vorteile frei. Weil mit etwas Verspätung auch Julius Kühn loslegte und zweimal ins Netz traf, legte die MT auf 8:6 vor und kam durch Kai Häfners bereits fünften Volltreffer zum 8:6. Dann wurde es ungemütlich auf dem Feld. Weil Jeffrey Boomhouwer seinen zweiten Siebenmeter ins Gesicht von Silvio Heinevetter platzierte. Die Schiedsrichter werteten das als Unsportlichkeit und schickten den Niederländer mit Rot vom Feld (15.). Der BHC war von der Rolle, die MT hellwach: Yves Kunkel traf doppelt zum 11:7 und zwang damit Sebastian Hinze zur Auszeit (18.).

In der Folge jedoch verloren die Nordhessen ihre Linie, vor allem im Vorwärtsgang. Bis auf zwei Gewaltwürfe von Kühn lief nur wenig zusammen, der eingewechselte Tomas Mrkva im Tor der Gäste  war auch auf dem Posten. Weil zudem noch David Schmidt plötzlich die linke Abwehrseite der Hausherren mehrfach schlecht aussehen ließ schloss der Bergische HC durch vier blitzsaubere Treffer des Linkshänders zum 14:13 auf (27.). Zu mehr allerdings reichte es nicht. Dafür besann sich Melsungen wieder auf ihr ideenreiches Spiel der Anfangsphase und nutzte seine Chancen konsequent. So düpierte Yves Kunkel, clever an den Kreis eingelaufen, Tomas Mrkva auf feines Zuspiel Lasse Mikkelsens zum 15:13. Der Linksaußen war es auch, dem das letzte Erfolgserlebnis des ersten Durchgangs gelang. Denn die mittlerweile wieder stabilere rot-weiße Abwehrmauer stemmte sich erfolgreich dem Anrennen der Gäste entgegen und blockte zweimal erfolgreich ab.

Zur zweiten Hälfte gab es einen Wechsel auf der Außenbahn. Für Timo Kastening kam Tobias Reichmann, musste das Feld allerdings nach eineinhalb Minuten und dem zwischenzeitlichen 18:15 durch Marino Maric gleich wieder für zwei Minuten runter. Den Anschluss durch Tomas Babak konnte er mit seiner Aktion überdies auch nicht verhindern. Ungeachtet der Unterzahl blieben die Melsunger jedoch dominierend. Hinten war Silvio Heinevetter gleichbleibend starker Rückhalt und auch präziser Passgeber zum Gegenstoß nach Ballgewinnen. Zweimal bedankte sich Timo Kastening und brachte wieder vier Tore zwischen die Kontrahenten (20:16, 35.).

Wie schon in der ersten Halbzeit bekam den Hausherren diese vermeintlich klare Führung nicht gut. Oder anders: der Bergische HC dachte gar nicht daran, sich vorzeitig geschlagen zu geben. Wie schon vor den Seitenwechsel folgte auch diesmal die prompte Aufholjagd. Erneut wieder ran bis auf ein Tor nach Yannick Fraatz‘ 20:19 (38.), zum Ausgleich jedoch reichte es nicht. Gudmundur Gudmundsson brachte mit einer Auszeit Ruhe ins eigene Spiel, Timo Kastening und Marino Maric zogen auf 22:19 an und zwangen damit Hinze zu dessen zweitem TimeOut (41.).

Die Partie blieb eng. Fraatz und Schmidt stellten abermals den Anschluss wieder her, im Angriff der Melsunger schlichen sich dagegen zunehmend Unkonzentriertheiten im Abschluss ein. Ein wenig Pech war auch im Spiel, als Felix Danner auf der Strafbank saß, das Leder vorn verloren ging, und Heinevetter, der seinen Platz zwischen den Pfosten zugunsten eines ergänzenden Feldspielers verlassen hatte, nicht schnell genug zurückwechseln konnte. Der ursprünglich aus Kassel stammende Sebastian Damm traf unbedrängt zum 23:22 ins leere Gehäuse (46.).

Noch einmal zog Melsungen an. Dem mittlerweile ziemlich platten Julius Kühn verschaffte  Ole Pregler eine Verschnaufpause auf der Bank, Kai Häfner fand für kurze Zeit zu seiner Treffsicherheit der ersten Minuten zurück. Zweimal vollstreckte der Halbrechte: 27:24 (50.). Beantwortet von BHC-Kapitän Fabian Gutbrod, der Verantwortung übernahm. Viermal traf er in der Schlussphase und hielt seine Mannschaft im Spiel. Weil es aber fast ein direkter Schlagabtausch mit Timo Kastening war, der ebenfalls viermal in Folge vollstreckte, blieb Melsungen knapp vorn. Auch als Gutbrod das 32:31 machte und nur noch 30 Sekunden auf der Uhr waren. Denn die verbleibende Spielzeit spielten sie ruhig und routiniert herunter, auch wenn Lasse Mikkelsen mit seinem letzten Versuch an Christopher Rudeck scheiterte.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Das war heute nicht einfach. Ich bin stolz auf dieses Ergebnis, weil es unser erstes Spiel nach vier Wochen war und wir hatten gerade drei Tage für die Vorbereitung. So etwas habe ich in über 30 Jahren meiner Karriere noch nie erlebt. Ich bin auch mit der Art und Weise zufrieden, wie der Sieg zustande kam: mit Kampfkraft und Leidenschaft haben wir es alle zusammen geschafft. Unser Angriffsspiel hat über weite Phasen geklappt, die Abwehr war nicht immer stark. Aber der Gegner war mit Gutbrod und Schmidt im Rückraum auch sehr gut aufgestellt. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden.

Sebastian Hinze: Glückwunsch an die MT Melsungen zum Sieg. Bis auf die Anfangsphase waren wir über das ganze Spiel nicht in Führung. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehrfach die Gelegenheit, das Spiel zu drehen, haben es aber nicht geschafft. Deshalb geht das Ergebnis so in Ordnung. Insgesamt waren wir nicht effektiv genug in den Überzahlsituationen und in der Reaktion auf Übergänge von außen. In der zweiten Halbzeit haben wir das über eine Umstellung auf die 3:2:1-Abwehr besser geschafft. Aber wir haben zu viele Tore bekommen und mit 32 Gegentreffern ist es schwer möglich, ein Spiel zu gewinnen.

Timo Kastening: Wichtig war es heute, einfach zu gewinnen. Wenn wir in einigen Wochen gegen eine Mannschaft spielen müssen, die gerade in Quarantäne war, machen wir das ja auch. Es wäre ganz genau das Gleiche wie heute. Das ist Handball in dieser Zeit, da hat auf Dauer jeder die gleichen Voraussetzungen. Es war wichtig, sich davon nicht beeinflussen zu lassen, auch wenn sich das nach einem Sieg leicht sagen lässt. Wir können stolz darauf sein, in der zweiten Halbzeit den Ausgleich nicht mehr bekommen zu haben, denn der BHC war ein starker Gegner.

Fabian Gutbrod: Das war sehr vielen Teilen ein gutes Spiel von uns. Aber wir schaffen es trotzdem nicht, damit zu punkten. Deshalb ist das Gefühl hetzt nach der Partie schlecht. Wir sind in der zweiten Hälfte einfach nicht zum Punch gekommen, obwohl wir mehrfach die Gelegenheit dazu hatten.

Statistik

MT Melsungen: Heinevetter (11 Paraden / 29 Gegentore), Simic (0 P. / 2 G.); Maric 3, Kühn 6, Lemke, Kompenhans, Reichmann, Kunkel 6, Mikkelsen, Danner, Arnarsson, Allendorf, Pregler, Häfner 8, Salger, Kastening 9/1 – Trainer Gudmundur Gudmundsson.

Bergischer HC: Rudeck (5 P. /14 G.), Mrkva (8 P. / 18 G.); Darj 2, Majdzinski, Fraatz 7/2, Babak 3, Szücs, Damm 4, Gutbrod 6, Johansson, Bergner, Nikolaisen, Boomhouwer 1/1, Stutzke, Schmidt 8 – Trainer Sebastian Hinze.

Schiedsrichter: Robert Schulze (Magdeburg) / Tobias Tönnies (Magdeburg).

Zeitstrafen: 10 – 2 (Arnarsson 15:46, Maric 26:01, Reichmann 31:31, Danner 43:58, Kühn 58:42 – Majdszinski 20:08). – Disqualifikation: Boomhouwer (BHC, 14:38).

Strafwürfe: 2/1 – 4/3 (Boomhouwer scheitert an Heinevetter 14:35, Kastening scheitert an Rudeck 38:34)

Zuschauer: Ohne Zuschauer in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die beiden nächsten Spiele:
Sa., 05.12.20, 20:45 Uhr, Füchse Berlin – MT Melsungen, Max-Schmeling-Halle Berlin
Do., 10.12.20, 19:00 Uhr, MT Melsungen – HSC 2000 Coburg, Rothenbach-Halle Kassel   // MT


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