Wende auf dem Teller

Zu-Gut-Für-die-Tonne

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70 Prozent der Verluste an biologischer Vielfalt sind auf die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln zurückzuführen, sie verursacht 27 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, gleichzeitig leiden 700 Millionen Menschen immer noch unter chronischem Hunger und Mangelernährung. Ein neuer Report des WWF warnt nun davor, noch weitere natürliche Lebensräume für landwirtschaftliche Nutzflächen zu vernichten und drängt auf den Einstieg in eine nachhaltigere weltweite Ernährung und Nahrungsmittelerzeugung, die sich an den Belastungsgrenzen der Erde ausrichtet. „Wir belegen bereits 50 Prozent der weltweiten Landfläche für unsere Ernährung. Diese Fläche gilt es besser zu nutzen, um damit den globalen Nahrungsmittelbedarf nachhaltig und gerecht zu decken. Das geht nur, wenn wir bei unserer Ernährung umsteuern. Machen wir auch in Deutschland weiter wie bisher, dann führt dieser Raubbau an der Natur zum Zusammenbruch von Ökosystemen und befeuert die Klimakrise. Das gefährdet dann die Nahrungsmittelproduktion und somit die Nahrungsmittelsicherheit von Millionen Menschen“, so Tanja Plötz, WWF-Expertin für nachhaltige Ernährungssysteme Deutschland.

Die Naturschutzorganisation WWF berechnet mögliche Effekte veränderter globaler Ernährungsweisen für den Klima- und Artenschutz. Bereits mit einer globalen fleischärmeren Ernährung, so der Report, ließen sich beispielsweise die weltweiten nahrungsmittelbedingten THG-Gesamtemissionen von rund 14 Milliarden Tonnen auf knapp 10 Milliarden Tonnen reduzieren. Um weitere ernährungsbedingte Naturverluste zu vermeiden, müsste die bereits für die Nahrungsmittelerzeugung belegte Landfläche anders genutzt werden: Weniger Fläche für Viehhaltung und die Produktion tierischer Futtermittel, mehr Fläche für den direkten menschlichen Verzehr. Das geht nur, so der WWF, wenn weltweit – insbesondere in den Industrienationen – weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumiert werden.

Der WWF weist darauf hin, dass Industrienationen wie Deutschland mit ihrer bisherigen Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik massiv zur Zerstörung der Artenvielfalt und der Klimakrise beitragen. Für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln in Deutschland werden Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in anderen Regionen dieser Welt beansprucht, vor allem in Südamerika und Asien. Aktuelle Untersuchungen zeigen, wie der Import von Soja als konkurrenzlos billigem Futtermittel für hiesige Schweine, Rinder und Hühner Wald und Wildnis auffrisst. Es stammt aus Gebieten mit hohem Entwaldungsdruck, wie Brasilien. Mehr als ein Fünftel dieser Soja-Importe werden auf illegal gerodeten Flächen angebaut. „Deutschland ist Teil der globalen Ernährungskrise, kann aber mit dem richtigen ernährungspolitisches Gesamtkonzept Teil der Lösung werden“, unterstreicht Tanja Plötz vom WWF.

 

Original Content von WWF Deutschland

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