Alzheimer-Forschung: Bringt uns das Töten von Tieren wirklich weiter?

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Was genau hat es der Forschung bisher gebracht, unzählige Tiere in Alzheimer-Versuchen zu töten? Ehrlich gesagt, nicht viel.

Seit Jahrzehnten werden Zeit und Gelder verschwendet. Über 100 Medikamente wurden entwickelt und erwiesen sich als erfolglos. Und zahllose Tiere wurden ermordet. Doch noch immer gibt es weder ein Heilmittel gegen Alzheimer noch eine Methode zur Verlangsamung der Krankheit. Deshalb schlägt PETA nun eine bessere Strategie vor: Unzuverlässige Tierversuche müssen abgeschafft und durch tierfreie Methoden, die tatsächlich für den Menschen relevant sind, ersetzt werden.

Folgende fünf Dinge haben uns die unzähligen Fehlschläge der tierbasierten Alzheimerforschung gelehrt:

1. Mäuse, Ratten, Affen, Hunde und andere Tiere bekommen auf natürliche Weise kein Alzheimer.

Mäuse lernen schnell und sind treusorgende Eltern. Sie singen ihren Lieben sogar etwas vor, haben eine komplexe Persönlichkeit und sind insgesamt faszinierende Lebewesen. Aber nur, weil sie genau wie wir über Gedanken und Emotionen verfügen, heißt das nicht, dass sie auch die gleiche Physiologie wie wir haben.

Experimentatoren manipulieren das Erbgut von Mäusen und anderen Tieren dahingehend, dass sich amyloide Plaques in ihren Gehirnen bilden. Denn genau das geschieht bei Menschen, die unter Alzheimer leiden. Die manipulierten Tiere mögen dann Symptome aufweisen, die denen von Alzheimerpatienten ähneln, doch sie haben die Krankheit als solche nicht. [1]

Studien haben gezeigt, dass Testmedikamente, die das giftige Beta-Amyloid-Protein aus dem Hirn der Tiere entfernen, diesen helfen können. Doch bei menschlichen Patienten mit Gedächtnisverlust oder kognitiven Störungen helfen die gleichen Medikamente nicht. [2]

2. Einige Behandlungsmethoden, die bei Tieren funktionieren, schaden menschlichen Alzheimer-Patienten sogar.

Als BACE-Hemmer bezeichnete Medikamente haben sich bei Mäusen, die genetisch dahingehend manipuliert wurden, ein Pseudo-Alzheimer zu entwickeln, als erfolgreich erwiesen. Doch bei menschlichen Patienten schienen diese Medikamente die kognitiven Fähigkeiten sogar zu verschlechtern und die Hirnschrumpfung potenziell zu verschärfen. [1] Ganze sechs Pharmaunternehmen konnten dieses Versagen auf ganzer Linie bestätigen. [3]

3. Über eine Million Patienten in Deutschland brauchen eine Behandlung.

In Deutschland sind 1,2 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt – und jedes Jahr kommen 200.000 neue Erkrankte hinzu. [4] Bezogen auf die Gesellschaft liegen die Krankheitskosten für alle Demenzerkrankungen, darunter Alzheimer, bei 54 Milliarden Euro pro Jahr und in den kommenden Jahrzehnten werden sich die Kosten vervielfachen. [5] Trotz des verheerenden Ausmaßes existiert bisher keine Therapie, mit der man das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen könnte. Neue Alzheimermedikamente versagen beim Menschen in unglaublichen 99,6 Prozent der Fälle. [2]

4. Archaische Tierversuche haben versagt. Wer Alzheimer heilen will, braucht einen Ansatz, der dem 21. Jahrhundert gerecht wird.

Ed Lein ist Senior Investigator am Allen Institute for Brain Science. Er erklärt das Ganze so:

„Wir versuchen, eine Krankheit mit einem komplexen System, das wir im Grunde nicht verstehen, zu heilen.“

Bradley Hyman, Professor für Neurologie und Alzheimer-Forschung an der Harvard Medical School und am Massachusetts General Hospital, ergänzt hierzu, die Komplexität von Alzheimer mache es „sehr schwierig, sie mit experimentellen Systemen nachzubilden“. Er vertritt deshalb die Ansicht:

„Eine direkte Untersuchung des menschlichen Gehirns ist zum Verständnis der Krankheit zweifellos unerlässlich.“ [6]

5. Wir müssen aufhören, Tiere zu töten, und uns stattdessen auf die Erforschung des menschlichen Gehirns konzentrieren.
Hund Maisy
© by PETA USA

Es ist heutzutage drängender denn je, dass die Forschung sich tierfreien Methoden zuwendet, die tatsächlich relevant für die menschliche Physiologie sind.

Beispielsweise gibt es in Großbritannien eine Initiative namens „Brains for Dementia Research“. In deren Rahmen können Menschen ihr Gehirn nach ihrem Tod spenden und ermöglichen es der Forschung somit, die Krankheit direkt an menschlichem Hirngewebe zu untersuchen. [7] Auch Organoide wie „Mini-Gehirne“ aus menschlichen Zellen ermöglichen zuverlässigere und für den Menschen aussagekräftige Forschungsergebnisse. [8]

Das menschliche Gehirn lässt sich mit neuester Bildgebung immer besser darstellen und auch mathematische Modelle schreiten immer weiter fort. Das hat es einem Forschungsteam der Universität Cambridge ermöglicht, Proteine, die mit Alzheimer in Zusammenhang stehen, besser zurückzuverfolgen. [9]

PETAs Challenge gegen Tierversuche

Aktuell haben Sie eine besondere Chance – denn bis zum 31. Oktober wird Ihre Spende im Rahmen der Challenge „Tierversuche stoppen!“ für PETAs Projekte gegen Tierversuche bis zu einem Gesamtbetrag von 750.000 Euro VERDOPPELT. Ob 15, 25 oder 50 Euro: Dank der Verdopplung Ihrer Spende leisten Sie einen großartigen Beitrag für ein Ende der Folter in Versuchslaboren. Möchten Sie noch heute helfen?


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