Neuauflage der Regionale Radroutenkarte Kassel


Neuauflage der Regionale Radroutenkarte Kassel
©Andreas Weber/Stadt Kassel
Vorstellung der Radroutenkarte an der Spitzhacke am Fuldaufer (v.l.): Stadtbaurat Christof Nolda, Radverkehrsbeauftragte Anne Grimm, Dr. Georg Förster (Leiter Straßenverkehrs- und Tiefbauamt), Wolfgang Schmidt (Amt Vermessung und Geoinformation), Sandra Rus (Leiterin des Amts Vermessung und Geoinformation) und Verkehrsdezernent Dirk Stochla.

Ausflüge mit dem Fahrrad boomen auch in der Region, daher ist die letzte Auflage der Regionalen Radroutenkarte Kassel bereits im Frühjahr dieses Jahres vergriffen gewesen. Nun liegt eine Neuauflage der stark nachgefragten Fahrradkarte vor. Sie wurde vom Amt Vermessung und Geoinformation der Stadt Kassel auf den aktuellen Stand gebracht und in einer Auflage von 3000 Exemplaren klimaneutral gedruckt.

„Mit der neuen Radroutenkarte steht den Bürgerinnen und Bürgern eine detaillierte Grundlage für Radfahrten in der Region Kassel zur Verfügung“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda anlässlich der Vorstellung des neuen Produktes. „Die Karte bietet nicht nur eine gute Orientierung im Radverkehrsnetz von Stadt und Region, sondern dient auch der Planung von Radtouren“. Verkehrsdezernent Stochla wies darauf hin, dass die Radverkehrsübersicht neben Freizeittouren auch für den Alltags-Radverkehr genutzt werden kann, da das komplette beschilderte Radverkehrsnetz in den Karten dargestellt wird.

Beibehalten wurde die bewährte Form zweier Kartenblätter in einer Sichthülle. Aufgrund des großen Darstellungsgebietes besteht die Radroutenkarte aus vier Teilen, die auf Vorder- und Rückseite der beiden Kartenblätter gedruckt sind. Damit kann der Karteninhalt im Maßstab 1:30.000 wiedergegeben werden und die Kartenblätter können auch unterwegs genutzt werden.

2.000 Kilometer Radverbindungen

Den topographischen Rahmen der neuen Karte bildet die Regionalstadtkarte Kassel, das Darstellungsgebiet umfasst 1.050 Quadratkilometer. In den vier Teilkarten sind das Netz aus überregionalen, regionalen und städtischen Radrouten sowie auch fahrradfreundliche, aber unbeschilderte Zusatzstrecken enthalten. Insgesamt werden über 2.000 Kilometer Radverbindungen dargestellt. Aufgrund des Farbschemas von blauen, orangen und roten Linien ist zudem erkennbar, um welche Art von Radverkehrsanlage es sich jeweils handelt.

Unverändert ist das Darstellungsgebiet der Regionalen Radroutenkarte. Es reicht in West-Ost-Richtung von Zierenberg nach Hessisch Lichtenau sowie in Nord-Süd-Richtung von Grebenstein und Hannoversch Münden bis Edermünde. Darin finden sich 127 Orts- und Stadtteile von 27 Städten und Gemeinden.

Neben dem Radroutennetz finden sich in der Karte Aussichtspunkte, Grillplätze, Schutzhütten, Rastplätze und ausgewählte Spielplätze. Für den Fall eines Falles sind auch die Rettungspunkte mit Lage und Bezeichnung eingetragen worden.

Erhältlich sind die Karten im örtlichen Buchhandel, beim Kundenservice im Rathaus, bei Kassel Marketing, in ausgewählten Fahrradläden sowie im Amt Vermessung und Geoinformation in der Sickingenstraße. Die Karte wird zum Preis von 7,50 Euro angeboten.

 documenta-Stadt Kassel





Kraftstoffpreise nur leicht verändert Preisdifferenz zwischen Benzin und Diesel nach wie vor groß


(ots) Die Kraftstoffpreise zeigen ein ähnliches Bild wie in der Vorwoche. Der ADAC ermittelt eine leichte Erhöhung bei Super E10 und eine geringe Senkung bei Diesel. Im bundesweiten Wochenvergleich steigt ein Liter Super E10 um 0,1 Cent auf durchschnittlich 1,248 Euro. Diesel geht demnach um 0,2 Cent zurück, wodurch ein Liter im Bundesschnitt 1,041 Euro kostet. Dadurch bleibt auch die Preisdifferenz zwischen den beiden Sorten ähnlich groß.

ADAC Kraftstoffpreisvergleich: Preisdifferenz zwischen Benzin und Diesel bleibt groß / „obs/ADAC“

Die für die Entwicklung der Kraftstoffpreise relevanten Rohölnotierungen veränderten sich nur leicht. Ein Barrel der Sorte Brent kostet derzeit rund 40 Dollar und damit über einen Doller weniger als in der Vorwoche. Auch der Dollar-Kurs spielt eine entscheidende Rolle für die Spritpreise und zeigt sich ebenfalls recht stabil. Hier liegt ein Euro nahezu unverändert bei 1,17 Dollar.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern grundsätzlich, vor dem Tanken die Spritpreise zu vergleichen. Wer die teils erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld. Laut Club ist Tanken in der Regel zwischen 18 und 22 Uhr am günstigsten. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

ADAC





Subaru feiert 40. Geburtstag in Deutschland Teil 3 – Die Kraft der vier Räder


 
  Permanentes Allradsystem sichert beste Traktion und Fahrdynamik
  Entwicklung beginnt parallel zum Marktstart des Boxermotors
  Kontinuierliche Verbesserung und symmetrische Anordnung
 
 
  Friedberg, 30. September 2020Kraftvoll, robust und zuverlässig: Seit 40 Jahren verkörpert Subaru in Deutschland den Traum vom grenzenlosen Fahrvergnügen. Der Startschuss für die japanische Allradmarke auf dem deutschen Markt fällt am 10. Oktober 1980, als der Importeur seine neue Zentrale im hessischen Bad Hersfeld bezieht. Zum runden Jubiläum beleuchtet unsere kleine Serie die Subaru-Modelle, -Historie und -Markenzeichen. Heute geht es um die Kraft der vier Räder, über die nahezu jeder Subaru serienmäßig verfügt: dank permanentem Allradantrieb „Symmetrical AWD“.

Ob permanent oder zuschaltbar: Bei herkömmlichen Allradautos handelt es sich in der Regel um Fahrzeuge mit Zweiradantrieb, die um 4×4-Fähigkeiten ergänzt werden. Ganz anders bei Subaru: Trotz des größeren technischen Aufwands sind die Modelle beim japanischen Allradspezialisten von Beginn an auf die Kraft der vier Räder ausgelegt und darüber hinaus mit dem markentypischen Boxermotor kombiniert. Dieses branchenweit einzigartige Doppel sichert Fahrspaß, Komfort und Sicherheit gleichermaßen – damals wie heute.

Parallel zum Marktstart des ersten Modells mit Boxermotor, dem Subaru 1000 im Jahr 1966, überlegt das Unternehmen, wie sich Traktion und Fahrstabilität weiter steigern lassen. Subaru nimmt sich ein Vorbild an englischen Sportwagen, die als erste Allrad-Pkw der Moderne gelten, und treibt die (Weiter-) Entwicklung dieses Antriebskonzepts voran. Erste Prototypen entstehen bereits 1969/70 mit dem Modell 1000 Station Wagon.

Auf der Tokyo Motor Show 1971 präsentiert sich mit dem seriennahen 1300 G 4WD erstmals ein Subaru mit Allradantrieb der Weltöffentlichkeit, ehe ein Jahr später der Leone 4WD Station Wagon als weltweit erster allradgetriebener Großserien-Pkw auf den Markt rollt. Neben einem 1,4-Liter-Boxermotor verfügt der vier Meter lange Kombi über einen per Klauenkupplung zuschaltbaren Allradantrieb, der nicht nur in den bergigen und schneereichen Regionen Japans stark nachgefragt wird.

Unter dem Werbeclaim „Ein einziger Hebel weist in die Zukunft“ macht Subaru auch hierzulande auf den (zuschaltbaren) Vierradantrieb aufmerksam. Nachdem 1983 mit dem Subaru Libero ein pneumatisch aktivierbarer Allradantrieb folgt, feiert vier Jahre später im Subaru XT das erste permanente Subaru-Allradsystem seine Weltpremiere. Ein Konzept, das zum Markenzeichen wird und in den folgenden Jahren unter anderem um eine variable Drehmomentverteilung (1991 im Subaru SVX), den Einbezug des Stabilitätsprogramms VDC (ab 1998 für Legacy Topmodelle) und das Allradmanagement-System X-Mode (2014) erweitert wird, das Brems- und Motoreingriffe koordiniert. In 2020 wurde mit dem Mildhybrid-System e-Boxer im Forester (Verbrauch kombiniert: 6,7 l/100 km; CO2-Emission kombiniert: 154 g/km) ein zusätzlicher zweiter Modus eingeführt, der beste Traktion selbst in schwierigstem Terrain wie Tiefschnee sichert.

 

Im Zusammenspiel mit den flach und kompakt bauenden Boxermotoren, die einen niedrigen Schwerpunkt sowie hohe Fahrstabilität und Beherrschbarkeit selbst in Grenzsituationen begünstigen, entsteht eine nahezu symmetrische Anordnung aller wichtigen Antriebskomponenten – vom Motor über Getriebe und Achsantrieb bis zum hinteren Differenzial. Dieser „Symmetrical AWD“ sorgt für einen gleichmäßigen Kraftfluss, der frei von Verspannungen und störenden Einwirkungen ist. Er trägt damit maßgeblich zur hohen Zuverlässigkeit und zum ausgewogenen, neutralen und jederzeit präzise zu kontrollierenden Fahrverhalten aller Subaru-Modelle bei.

 




BKA: Cybercrime in Deutschland nimmt weiter zu


Bundeskriminalamt stellt Bundeslagebild 2019 sowie Sonderauswertung zu Cybercrime in der Corona-Krise 2020 vor

 

(Archivbild nur zur Veranschaulichung)

Wiesbaden (ots)100.514 Fälle von Cybercrime im engeren Sinne registrierte die deutsche Polizei in 2019, was einem Anstieg von über 15 Prozent gegenüber der Vorjahreszahl entspricht (2018: 87.106 Fälle). Wie aus dem heute vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten „Bundeslagebild Cybercrime 2019“ hervorgeht, erreicht die Anzahl der polizeilich bekannten Taten damit einen neuen Höchststand.

Die Schäden, die durch entsprechende Taten entstehen, sind hoch. So schätzt der Branchenverband BITKOM, dass der Wirtschaft 2019 ein Schaden von über 100 Milliarden Euro durch Cyberangriffe entstanden ist. Neben Wirtschaftsunternehmen sind öffentliche Einrichtungen bevorzugte Ziele der Täter, die sich hier hohe kriminelle Gewinne erwarten.

Die größte Gefahr geht weiterhin von Angriffen mittels sogenannter Ransomware aus. Diese Software verschlüsselt die Daten auf dem angegriffenen Rechner. Für deren Entschlüsselung fordern die Täter meist einen Geldbetrag, der in der Regel in Form von Bitcoins zu entrichten ist. Seit dem vergangenen Jahr beobachtet das BKA mit der sogenannte „Double Extortion“ einen neuen Modus Operandi, bei dem die Täter die IT-Systeme ihrer Opfer nicht nur mittels Ransomware verschlüsseln, sondern im Zuge der Attacken auch sensible Daten erbeuten und damit drohen, diese zu veröffentlichen.

Die Polizei stellte 2019 insgesamt 22.574 Tatverdächtige fest – über 2 Prozent mehr als noch in 2018 (22.051 Tatverdächtige). Cyberkriminelle sind in der Regel international vernetzt und agieren arbeitsteilig. Hinzu kommt, dass sie sich neuen Situationen flexibel anpassen.

Diese Flexibilität ließen die Täter auch im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie erkennen, wie aus der Sonderauswertung „Cybercrime in Zeiten der COVID-19-Pandemie“ hervorgeht. In der heute ebenfalls veröffentlichten Analyse des Zeitraums März bis August 2020 wird beispielsweise auf unmittelbar nach Beginn der Pandemie erstellte Webseiten eingegangen, die in Anlehnung an die Internetpräsenzen staatlicher Stellen etwa mit Informationen und Beratungsgesprächen zur Corona-Soforthilfe warben. Durch Betätigung von Schaltflächen auf den betreffenden Webseiten wurden die Computer der Besucher mit Malware infiziert. Ähnlich erging es Empfängern von E-Mails, die scheinbar von staatlichen Stellen oder Banken stammten und Informationen zum Thema „Corona“ enthielten. Beim Öffnen eines Anhangs wurde der Computer der Betroffenen mit Schadsoftware infiziert.

Die hohe Zahl der Straftaten und die vielfältigen Modi Operandi im Zuge der COVID-19-Pandemie zeigen, dass es sowohl für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen als auch Privatpersonen wichtig ist, ihre Daten vor dem Zugriff von Cyberkriminellen zu schützen. Dazu gehört ein aktueller Virenschutz genauso wie sichere Passwörter und regelmäßige Backups. Wichtig ist aber auch, bei E-Mails von unbekannten Absendern skeptisch zu bleiben, auch wenn diese den Eindruck erwecken, von einer Behörde, Bank oder Bekannten versandt worden zu sein. Aufforderungen zu Geldzahlungen sollte niemals nachgekommen werden. Betroffene von Cybercrime sollten vielmehr möglichst zeitnah die Polizei informieren. Denn nur wenn die Polizei von Cyberstraftaten erfährt, kann sie die Täter ermitteln und die Begehung weiterer Straftaten verhindern.

Martina Link, Vize-Präsidentin beim Bundeskriminalamt:

„Mit der Einrichtung der Abteilung Cybercrime hat das Bundeskriminalamt die Bekämpfung der Kriminalität im Netz weiter gestärkt. Ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist dabei die Analyse. Denn nur wenn wir wissen, wie die Cyberkriminellen vorgehen, können wir darauf zielgerichtet reagieren. Die heute veröffentlichte Sonderauswertung zu Cybercrime in Zeiten der COVID-19-Pandemie ist ein gutes Beispiel dafür. Unsere gewonnenen Erkenntnisse setzen wir auch bei Ermittlungen ein. Die Ziele sind klar: Kriminelle Netzwerke aufdecken, Strukturen zerschlagen und Tatverdächtige überführen. Unser Anspruch ist es, den Täterinnen und Tätern stets einen Schritt voraus zu sein. Daher werden wir unsere Kapazitäten im Bereich Cybercrimebekämpfung weiter ausbauen.“

Bundeskriminalamt





Diskriminierung geht uns alle an


Veranstaltung im Kreishaus – Anmeldung bis 21. Oktober

Landkreis Kassel.  Wo fängt Diskriminierung an und wie kann ich sie erkennen? Welche Rolle spielen eigene Vorurteile und Stereotype in diesem Zusammenhang? Welche Bedeutung haben alltägliche Diskriminierungserfahrungen für unser Miteinander?

Unter dem Titel „Diskriminierung geht uns alle an“ laden der Landkreis Kassel und das Kompetenzzentrum Vielfalt – WIR Lotsen am Mittwoch, den 28. Oktober, um 15.30 Uhr zu einer Veranstaltung ein, die ausloten will, warum Diskriminierung und Zuschreibungen Bestandteile unseres Alltags sind und wie sie das Zusammenleben in der Gesellschaft beeinflussen.

Maria Seip von der Bildungsstätte Anne Frank wird dabei in einem interaktiven Input gemeinsam mit den Teilnehmenden die unterschiedlichen Erscheinungsformen und Mechanismen von Diskriminierung erarbeiten und erfahrbar machen und nimmt die Perspektive von Betroffenen in den Fokus.

Veranstaltungsort ist der Saal der Volkshochschule Region Kassel im Kasseler Kreishaus, Wilhelmshöher Allee 19-21. Veranstalter ist der Fachbereich Soziale Dienste und Migration beim Landkreis Kassel, der seit 2017 mit knapp 30 Integrationslotsinnen und -lotsen zugewanderte Menschen beim Ankommen im Kreis hilft. Organisiert wird die Veranstaltung vom Landesprojekt Kompetenzzentrum Vielfalt – WIR Lotsen. Interessierte können sich bis 21. Oktober per Email an wir-lotsen@lagfa-hessen.de anmelden

LANDKREIS KASSEL





„Afrodeutsche und Schwarze Menschen in Deutschland“


Seit vielen Jahrhunderten leben Menschen afrikanischer Herkunft in Deutschland. Während sie in der offiziellen Geschichtsschreibung aber kaum auftauchen, dominieren in öffentlichen Diskursen häufig stereotype Klischees. Die Ausstellung „Homestory Deutschland – Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart“ zeichnet die Lebenswege von 27 schwarzen deutschen Persönlichkeiten aus drei Jahrhunderten nach. Sie ist von Montag, 5. Oktober, bis Freitag, 30. Oktober, in der Seitenhalle im Kasseler Rathaus zu sehen.

Gezeigt werden sowohl Personen des öffentlichen Lebens als auch Frauen und Männer „von nebenan“. Ihre Perspektiven, Beiträge und Verdienste erfahren eine besondere Würdigung. Die bekannte Wanderausstellung der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, ISD Bund e.V., ist unter dem Titel „Afrodeutsche und Schwarze Menschen in Deutschland“ gemeinsam mit der Ausstellung „Self-Profiling“ des Kasseler Künstlers Zaki Al-Maboren aufgebaut. Er zeigt in seinem aktuellen Werk Spiegelporträts schwarzer Menschen, die Gewalttaten zum Opfer fielen.

Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr. Organisiert wird die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Christian Geselle steht, von der Kasseler Initiative „Side by Side – Afrodeutsche und Schwarze Menschen Nordhessen“.

documenta-Stadt Kassel





SARS-CoV-2-Impfstoff für alle: Wie soll das gehen?


(ots) Zur Beendigung der SARS-CoV-2-Pandemie wartet die Welt auf Impfstoffe – und tatsächlich ist ein beispielloses Rennen im Gang: Rund 180 Projekte laufen. Sollte die wissenschaftliche Hürde genommen werden – die Zulassung eines wirksamen und sicheren Impfstoffes – steht die nächste Herausforderung vor der Tür: Die Herstellung und die Verteilung bisher nie dagewesener Mengen. Doch wer entscheidet, wer wann wieviel Impfstoff erhält?

Das Interesse an wirksamen Pandemieimpfstoffen ist nicht nur eine Frage von Gesundheit, sondern hat Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Es geht um Geld. Viel Geld: Der internationale Währungsfonds (IMF) schätzt die wirtschaftlichen Schäden durch die Pandemie auf 375 Milliarden Dollar im Monat. Eine wirksame und sichere Vakzine hätte demnach auch die Wirkung einer gigantischen Konjunkturspritze. Im Rennen um den Impfstoff mit dem höchsten wirtschaftlichen Nutzen in der Geschichte der Menschheit dürfte sie ganz oben mitspielen.

Aber noch muss die Vakzine entwickelt werden. Und dann in schnellem Tempo in großen Mengen hergestellt werden. Nur um das einzuordnen: Momentan gibt es für die klassischen Grippeimpfstoffe eine globale Produktionskapazität für eine halbe Milliarde Dosen. Wahrscheinlich bräuchte man aber das zwanzigfache* davon. Das schreiben Prof. Dr. Dieter Cassel (Uni Duisburg-Essen), Prof. Dr. Volker Ulrich (Uni Bayreuth) und die beiden in der pharmazeutischen Industrie beschäftigten Gesundheitsökonomen Dr. Andreas Heigl und Dr. Andreas Jäcker in dem Artikel „Impfstoff für alle – wie soll das gehen?“. Er ist in der Zeitschrift „RPG Recht und Politik im Gesundheitswesen“ erschienen.

„Bottlenecks“ in der Impfstoffversorgung gegen SARS-CoV-2

Aber das sind bei weitem nicht alle „Bottlenecks“. Die bestehende Versorgunginfrastruktur ist naturgemäß für solche Mengen nicht ausgerüstet. Es dürfte an Transport- und Kühlkapazitäten fehlen bis hin zu der Frage: Gibt es eigentlich genug Ärztinnen und Ärzte, die zum Impfen zur Verfügung stehen? In einem Thesenpapier geht Prof. Dr. Matthias Schrappe, Uni Köln, davon aus, dass es rund tausend Arbeitstage, sprich ca. vier Jahre, dauern würde, rund 60 Millionen Menschen in Deutschland zu impfen – und das auch nur, wenn pro Tag 60.000 Impfungen verabreicht würden. Deshalb, so Prof. Ulrich, müssten im deutschen Gesundheitswesen schon jetzt alle Anstrengungen dafür unternommen werden, diese „Tageskapazität“ deutlich zu steigern.

Ein großer Run auf ein sehr knappes Gut: Der Ökonom nennt das einen „Nachfrageüberhang“. „Es ist abzusehen, dass die verfügbaren Impfstoffdosen global gesehen für geraume Zeit nicht zur Durchimpfung ausreichen“, sagt Prof. Ulrich von der Uni Bayreuth. „Und es ist zu befürchten, dass es international zu einem unfairen Wettrennen, wenn nicht sogar zu einem Verteilungskampf kommen könnte.“ Ulrich könnte sich deshalb vorstellen, dass supranationale Institutionen wie die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation sowie Organisationen wie die Impfallianz GAVI, ggf. flankiert von einem „Corona-Ethikrat“, die globale Verteilung der Impfstoffe regeln. Und zwar, so Ulrich, „nach epidemiologisch abschätzbarem Bedarf oder globaler Systemrelevanz, aber eben nicht nach Staats- oder Unionsgrenzen.“ Eine sinnvolle Idee, die aber wohl wenig Chancen auf Realisierbarkeit hat. Dazu muss man gar nicht über den großen Teich schauen, wo „Was-auch-immer-First“-Politiken in Mode sind. „Auch Europa versucht in dieser Situation das Kunststück zu vollbringen, sich einerseits über Vorkaufsrechte bei Pharmakonzernen selbst abzusichern und andererseits an die globale Solidarität zu appellieren“, so der Gesundheitsökonom.

Die Impfkaskade: Verteilung von COVID-19-Impfstoffen in Deutschland

Zu wenig Impfstoffe für zu viele Menschen – was bedeutet das für Deutschland? Auch dieser Frage gehen die Autoren nach. Zwar gibt es das Fell, was verteilt werden soll, noch nicht. Aber es macht angesichts der Herausforderungen Sinn, sich Gedanken zu machen, wie mögliche Impfstoffe sinnvoll verteilt werden können. Das Autorenteam hat deshalb eine „Impfkaskade“ entwickelt. Sie müsste vor Zulassung des ersten Impfstoffes in Form einer „COVID-19-Impfstoffverordnung“ vom Bund erlassen werden.

Die Impfstoffkaskade arbeitet mit drei Stufen:

-  In der Stufe I (Priorisierung mit Impfpflicht des medizinischen Personals) wird ein Worst-Case-Szenario angenommen: Deutschland verfügt nur über ein geringes Kontingent an Dosen. In dieser Phase sollten selbständige und abhängige Erwerbspersonen höchste Priorität haben, die zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung unabdingbar sind (Gruppe A). Sie sollten bis zum Ende der Pandemie impfpflichtig sein. Dies ist aber nicht gleichzusetzen mit einem Impfzwang. Wer die Impfung verweigert, darf allerdings temporär nicht mehr patientennah tätig sein und übernimmt stattdessen nicht priorisierte Aufgaben im Gesundheitswesen. 
-  In Stufe II (Priorisierung nicht impfpflichtiger Personen) wird von einer fortschreitenden Durchimpfung von Gruppe A ausgegangen. Nun könnten in einer Gruppe B diejenigen geimpft werden, die im Falle einer Infektion besonderen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind: z.B. Hochbetagte, Pflegebedürftige und Behinderte, Diabetiker oder Menschen mit risikorelevanten Vorerkrankungen. Als Gruppe C sehen die Autoren Menschen, bei denen es nicht in erster Linie um den Selbstschutz der Impflinge geht, sondern darum, das Risiko für Dritte zu verringern; etwa Eltern, Kranke pflegende Angehörige oder Erzieher: "Sie besonders zu schützen, ist nicht nur ethisch geboten, sondern aus Gründen der Aufrechterhaltung unseres ökonomischen, sozialen und politischen Systems", heißt es in dem RPG-Artikel. Gruppe B und C sollten über die Impfung selbst entscheiden können und mit einem "Impfpass" zur Freistellung von mobilitätsbeschränkenden Maßnahmen belohnt werden. 
-  Und schließlich Stufe III (COVID-19-Impfungen in der Regelversorgung): Sie sieht die Impfung des bisher nicht geschützten Teils der Bevölkerung vor (Gruppe D). Sollte es hier immer noch einen Nachfrageüberhang geben, schlägt das Autorenteam das Führen elektronischer Wartelisten der Gesundheitsämter vor. Auch hier soll die Impfentscheidung freiwillig sein.

Das Management der Impfung ist mit vielen Fragezeichen versehen: Wie hoch ist die Herdenimmunität; sprich: wie viele müssten eigentlich geimpft werden und wie oft, bis die Pandemie wirklich wirksam bekämpft ist? Wie schnell gelingt es, ein flächendeckendes System an Impfstationen aufzubauen? Wie viele Menschen wollen überhaupt geimpft werden? Wie wirksam ist der neue Impfstoff? Nur eines ist sicher: Es muss schnell gehen, wenn die lang ersehnten Impfstoffe zur Verfügung stehen.

Angesichts der Größe der Aufgabe macht es Sinn, die von den Autoren angeregte „COVID-19-Impfstoffverordnung“ schnell umzusetzen, um dann die Weichen für ein transparentes Impfstoff-Management legen zu können. Denn nur „eine rationale, ökonomisch wie ethisch vertretbare Impfstoffverteilung könnte dazu beitragen, diese Zwangslage ohne Spaltung der Gesellschaft zu überstehen“, so Prof. Ulrich.

Entwicklung von Corona-Impfstoffen: Hohes wirtschaftliches Risiko

Noch liegt der Ball aber in den Laboren der wissenschaftlichen Institute, Pharma- und Biotechnologieunternehmen in der ganzen Welt. Sie gehen ein hohes wirtschaftliches Risiko ein, denn die Entwicklung neuer Vakzine „ist teuer, langwierig und begleitet von einem hohen Risiko des Scheiterns“, erklärt Prof. Ulrich. Beim HI-Virus etwa versucht man es seit mehr als zwanzig Jahren. „Der Rekord für die schnellste Entwicklung eines Impfstoffes hält der gegen Mumps mit vier Jahren Entwicklungszeit.“

Wer Pandemieimpfstoffe entwickelt, muss sich noch vor Zulassung Gedanken machen, wie er schnell möglichst viel herstellen kann und entsprechend investieren – ein zusätzliches wirtschaftliches Risiko. Prof. Ulrich begleitet deshalb mit Sorge Diskussionen über die Aufhebung des Patentschutzes, mit der Begründung, in Zeiten der Krise seien Impfstoffe so etwas wie ein öffentliches Gut. Wer das fordere, „der übersieht, dass sie erst entwickelt werden müssen, bevor man sie verteilen kann. Alles was Anreize zur Innovation verringert, ist in der derzeitigen Pandemie ungeeignet.“ Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen sieht er als Voraussetzungen dafür, dass pharmazeutische Unternehmen auch bei späteren Pandemien mit derselben Energie in die Entwicklung von Lösungen investieren können, wie das bei dieser der Fall ist. Anreize für Innovationen sind der Motor zur Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten. Wer will am Ende schon ohne sie dastehen?

* Prämisse: Für einen hohen Schutz muss zwei Mal geimpft werden, die angenommene Herdenimmunität liegt bei rund 65 Prozent, sodass „nur“ rund 5 Milliarden Menschen geimpft werden müssten.

PHARMA FAKTEN – Eine Initiative von Arzneimittelherstellern in Deutschland

PHARMA FAKTEN ist eine Initiative des Pharma Fakten e.V., in dem 15 Unternehmen und ein Verband aus der Arzneimittel-Branche organisiert sind. Kern der Initiative ist die Online-Plattform www.pharma-fakten.de, an der eine eigenständige Redaktion kontinuierlich arbeitet. Pharma Fakten berichtet seit 2014 regelmäßig über Gesundheitsthemen. Schwerpunkte sind die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente in den verschiedensten Indikationen sowie gesundheitspolitische und ökonomische Hintergründe.

www.pharma-fakten.de





Sonderausstellung MEMENTO–Im Kraftfeld der Erinnerungen


Museum für Sepulkralkultur, Kassel
Konzeption: Direktor Dr. Dirk Pörschmann / Ella Ziegler, Künstlerin

Nachdem die Ausstellung LAMENTO – Trauer und Tränen im Museum für Sepulkralkultur dem Phänomen des Weinens und den unmittelbaren Affekten und Emotionen, die der Tod eines nahen Menschen auslöst, gewidmet war, befasst sich nun die inhaltlich anschließende Ausstellung MEMENTO – Im Kraftfeld der Erinnerungen mit unterschiedlichsten Formen des individuellen Erinnerns und Gedenkens an Verstorbene auseinandersetzen.
Laufzeit: 17/10/2020 – 28/02/2021

„Denken Sie immer daran, mich zu vergessen!“

steht auf einer marmonen Grabtafel von Timm Ulrichs (1969) in Form eines aufgeschlagenen Buches geschrieben. Mit diesem Paradoxon werden die Besucher*innen eingangs in der Ausstellung MEMENTO empfangen.

Weitere elf künstlerische Werke (Fotografie, Video/Film, Skulptur, Installation, Grafik und Performance), die sich mit den Themen des individuellen Erinnerns und Gedenkens auseinandersetzen, werden in der Ausstellung präsentiert und kulturhistorische Zeugnisse der Trauer- und Erinnerungskultur aus der Sammlung des Museums für Sepulkralkultur an die Seite gestellt:

Die Art und Weise, wie Menschen den Verlust von vertrauten und geliebten Personen verarbeiten und darin ihre emotionale Betroffenheit zum Ausdruck bringen, wird neben kulturellen Traditionen, ideologischen und gesellschaftlichen Werten oder kollektivem Geschichtsbewusstsein maßgeblich von individuellen Wesenszügen und von den jeweiligen Lebenssituationen geprägt. Erinnerungen unterliegen – je nach Situation und Lebensphase – einem stetigen Wandel, der ihre Bedeutungen und auch ihren Sinn umfasst. Viele Menschen suchen daher eine persönliche Sprache und Form der Vergegenwärtigung des Vergangenen, indem sie Erinnerungen in sinnliche, erlebbare Handlungen transformieren oder persönliche Hinterlassenschaften als plastische Erinnerungsträger sorgsam aufbewahren. Feierlich, traurig, lamentierend und klagend, laut und extrovertiert, tänzerisch, im Stillen oder in Form von rituellen Handlungen erinnern und gedenken Angehörige und Freunde*innen ihren Verstorbenen und reaktivieren über das Erinnern die Vergangenheit in der Gegenwart.
Bildende Künste, Literatur und Musik bieten die wunderbare Möglichkeit, durch ihre Werke Erinnerungen in ästhetische Formate zu transformieren. Diese Praxis ist einerseits oft selbst Erinnerungsarbeit und macht darüber hinaus den Trauerprozess im Werk nachvollziehbar. Und sie können motivieren, selbst persönliche memoriale Formen zu entwickeln Die Dialoge zwischen den gezeigten internationalen Kunstwerken und den kulturhistorischen Objekten aus der Sammlung des Museums entfalten so einen spannungsreichen Referenzraum. Neben den künstlerischen Werken und den historischen Zeugnissen werden auch ausgewählte virtuelle Erinnerungsformate wie Erinnerungsvideos im Netz und interaktive Webseiten, die individuelle Erinnerungsprozesse initiieren und begleiten, vorgestellt. Des Weiteren informieren wir über die Pilotstudie „Familienhörbuch“ des Universitätsklinikums Bonn, die schwer erkrankten Eltern die Möglichkeit gibt, ihre ganz persönliche Lebensgeschichte für Kinder und Angehörige in einem Tonstudio mit einer Hörfunkjournalistin aufzuzeichnen. Dem Wunsch, bestimmte Orte vor dem Tod ein letztes Mal aufzusuchen, folgt die Arbeit des Künstlers Andrew Kotting (geb. 1959, Kent/GB). Mit zwei überlebensgroßen und aufblasbaren Skulpturen, die seinen Vater und Großvater abbilden, reiste er zu Lebens- und Lieblingsorten, Arbeitsstellen oder Sehnsuchtsorten seiner bereits verstorbenen Angehörigen.

Karsten Krause (geb. 1980, Freiburg i. Br.) hat in seinem Kurzfilm You and Me (2009) aus Super-8-Aufnahmen seines Großvaters die Szenen heraus- und zusammengeschnitten, in denen die Großmutter auf die Kamera und damit ihren Ehemann zugeht. Dadurch ist ein szenografisches Kaleidoskop der Annäherung entstanden, das zugleich die empfundene Entfernung zur verstorbenen Großmutter umso größer werden lässt.

Zeitzeugnisse wie Texte, Bilder, Tonaufnahmen, Objekte oder Relikte vermitteln und verkörpern Vergangenes und sind identitätsstiftende Bestandteile einer Erinnerungs- und Gedenkarbeit, deren ästhetische oder kognitive Natur das bewusste Erinnern an Menschen und Ereignisse unterstützen. So hat Tina Ruisinger (geb. 1969, Stuttgart) zehn Jahre lang all das fotografiert, was Menschen hinterlassen, wenn sie sterben. Dabei konzentrierte sie sich nicht nur auf den Tod, sondern auch auf das Leben der Hinterbliebenen. Mit der künstlerischen Arbeit „Liminal Animal“ (2008) gedenkt die britische Künstlerin Lucy Powell (geb. 1972, Münster) ihrem verstorbenen Kater Eugene, der im Laufe seines Lebens in ihrer Wohnung etliche Schnurrhaare verloren hat. Sie appliziert diese auf schwarzen Samt und präsentiert sie in Form einer Blüte wie eine Devotionalie.
Trauernde suchen auch zunehmend Trost, indem sie ihre Verlust-erfahrungen und Gefühle über Trauerforen oder eigene Blogs im Internet mit Leidensgenossen*innen teilen oder anonyme Beratung in Anspruch nehmen; stets in der Hoffnung, über den erlebten Verlust und das belastende Gefühl der Trauer hinwegzukommen. Die Nähe, der Trost und das Vertrauen, das über die virtuelle Kontaktaufnahme zu Fremden, deren Herkunft unbekannt ist, empfunden und ausgetauscht wird, scheint die Trauernden trotz ihrer Anonymität über die Kulturen, Religionen und Ideologien hinweg zu verbinden. Auf den verschiedenen virtuellen Foren können elektronische Botschaften hinterlassen werden – eine virtuelle Variante jener Kieselsteine, mit denen die Besucher*innen jüdischer Friedhöfe den Toten ihre Hochachtung erweisen. Kulturwissenschaftler Lorenz Widmaier, der zu virtuellen Gedenkformen forscht und schreibt, widmet sich in der Ausstellung mit diversen Arbeiten diesem umfangreichen Thema.
Im Kraftfeld der Erinnerungen treten Erlebnisse, Gefühle, Gedanken und Tote in unser Bewusstsein, und es liegt an unserem Glauben, an unserer Kultur und an unserem Wesen, in welcher Form wir diesen Erinnerungen begegnen und wie wir mit ihnen leben möchten. In vielen Kulturen war und ist die Präsenz der Toten im alltäglichen Leben und Handeln rituell manifestiert. Ahnen werden verehrt, mit Opfergaben beschenkt und mit Nahrung versorgt, sodass sie den Lebenden wohlgesonnen bleiben.

Diese Bräuche werden heute häufig mit individuellen Ritualen durchmischt oder ersetzt. Zudem wurde mit dem Eintritt in die Moderne der Umgang mit den Toten unter pragmatischen und hygienebedingten Gesichtspunkten streng reglementiert, vor denen religiöse Praktiken zurückwichen.
Der französische Künstler Christian Boltanski (geb. 1944, Paris), der sich zeitlebens mit den Themen Leben, Tod und Erinnerung auseinandersetzt, lässt in seinem Schattentheater Théâtre D’ombres die Geister der Toten buchstäblich tanzen. “Seit Jahrzehnten befragt er (…) den Zusammenhang von Leben und Tod – das Verschwinden des Einzelnen und das verzweifelte Bemühen der Menschen gegen das Vergessen und Vergessenwerden.” (Kunstmuseum Wolfsburg)
Alle Exponate, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind persönliche Versuche und Formen der Erinnerungsarbeit, die Geschichten von Verstorbenen durch die Stimmen der Hinterbliebenen erzählen.

Direktor Dr. Dirk Pörschmann / Ella Ziegler, Künstlerin





Schülerinnen und Schüler engagiert: Pilotphase zum Freiwilligen Sozialen Schuljahr Region Kassel gestartet


Pilotphase zum Freiwilligen Sozialen Schuljahr Region Kassel (FSSJ) gestartet ©Stadt Kassel Pilotphase zum Freiwilligen Sozialen Schuljahr Region Kassel (FSSJ) gestartet (von links): Yusuf Nur und sein Sohn von der Einsatzstelle freestyle mit ihren FSSJ‘lern Ruslan Majewski und Emirhan Afsar von der Carl-Schomburg-Schule, Sabrina Seeger vom Reiterhof Klein-Immenhof mit den FSSJ‘lerinnen Neele Moldenhauer, Marietta Lihs und Lara Lill von der Albert-Schweitzer-Schule.

Das Freiwillige Soziale Schuljahr (FSSJ-RK) in der Region Kassel ist trotz Corona-Pandemie gestartet. In dem zunächst als Pilotprojekt angelegten Vorhaben konnten bisher 24 Einrichtungen und zahlreiche interessierte Schülerinnen und Schüler aus den vier beteiligten Schulen (IGS Kaufungen, Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, Albert-Schweitzer-Schule, Carl-Schomburg-Schule) gewonnen werden.

Das FSSJ-RK ist ein unentgeltlicher, freiwilliger und außerschulischer Einsatz von Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse in einer gemeinnützigen Organisation oder in einer sozialen Einrichtung in den Bereichen Bildung, Soziales, Umwelt, Kultur, Rettung und Sport.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im Laufe des Schuljahres insgesamt 60 Stunden in den Einsatzstellen engagieren. Im FSSJ-RK erweitern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre fachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen, lernen im Team zu arbeiten und kommen mit anderen Menschen in Kontakt. Zum Abschluss werden sie mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Die Einsatzstellen erhalten die Möglichkeit, Jugendliche für freiwilliges Engagement in ihrer Einrichtung zu begeistern.

Eine der beteiligten Einrichtungen ist der Reiterhof Klein-Immenhof im Stadtteil Wolfsanger. Der Hof hat sich zur Aufgabe gemacht, Jung und Alt die Freude am Pferd in unbeschwerter Umgebung nahe zu bringen. So besteht die Möglichkeit, Ponys und Pferde und sich selbst kennen zu lernen, eigene Grenzen und Möglichkeiten auszutesten. „Wir wünschen uns offene, freundliche und erfahrungsfreudige FSSJ‘ler, die Lust haben, mit Mensch und Tier in Kontakt zu treten und bei jedem Wetter draußen Zeit verbringen wollen“ sagt die Leiterin von Klein-Immenhof Sabrina Seeger.

Für die drei Schülerinnen ist die Verbindung von freiwilligem Engagement und der Arbeit mit Tieren der ausschlaggebende Punkt gewesen, ihr FSSJ-RK in Klein-Immenhof zu beginnen. „Ich liebe Pferde! Im FSSJ kann ich mich in der Natur mit Tieren engagieren und zum Beispiel in der ‚Helferstunde‘ einbringen“, so eine der Schülerinnen.

Im Pilotprojekt wurden seit Juli 2020 die Schulen und Einrichtungen für die Pilotphase gewonnen, sowie seit Ende der Sommerferien auch die Schülerinnen und Schüler in den Klassen angesprochen.

„Mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass das FSSJ jetzt losgeht!“ so die Bürgermeisterin Ilona Friedrich. „Wir möchten gerade Jüngere für das bürgerschaftliche Engagement und eine Aktivität für das Gemeinwohl begeistern. Und: Das Ehrenamt kann vielleicht auch schon einen Einblick in ein künftiges Berufsfeld geben.“

Während sich in der Stadt Kassel viele Jugendliche auch in Initiativen und kurzfristig engagieren, ist im Landkreis Kassel besonders die gewachsene Struktur von Vereinen wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Für den Landkreis Kassel mit seinen ausgeprägten Vereinsstrukturen ist es wichtig, dass diese von den Schülerinnen und Schülern praktische Unterstützung, aber auch Anregungen für die eigene künftige Vereinsarbeit erhalten,“ so der Landrat Uwe Schmidt.

Das Staatliche Schulamt für den Landkreis und die Stadt Kassel fördert das FSSJ-RK als gute Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen und Fähigkeiten an außerschulischen Orten weiter zu entwickeln. „Die vier Pilotschulen stehen exemplarisch für die Vielfalt der weiterführenden Schulen in der Region Kassel. Ich freue mich, dass wir diese Standorte gewinnen konnten und die Beteiligten mit vollem Einsatz dabei sind“, sagt Annette Knieling, Leiterin des Staatlichen Schulamtes.

Das Pilotprojekt „FSSJ-RK“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt Kassel, Landkreis Kassel und dem Staatlichen Schulamt für den Landkreis und die Stadt Kassel. Mit der Umsetzung ist das Freiwilligenzentrum Region Kassel beauftragt.

 

Hintergrund:

Jugendliche, die sich frühzeitig freiwillig in Organisationen, Vereinen und Initiativen engagieren, erwerben Fähigkeiten, die ihnen bei der Berufswahl hilfreich sein können. Gleichzeitig bietet ein Ehrenamt die Möglichkeit neue Perspektiven und Themenfelder kennenzulernen und sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Die Stadt Kassel und der Landkreis Kassel greifen diese Kernpunkte zusammen mit dem Staatlichen Schulamt auf und möchten mit dem Freiwilligen Sozialen Schuljahr Region Kassel (FSSJ-RK) das Interesse der Schülerinnen und Schüler für soziales Engagement wecken und gezielt fördern. Mit der Vorbereitung und operativen Durchführung ist das Freiwilligenzentrum Region Kassel beauftragt. Die Hessische Staatskanzlei plant für das Schuljahr 2021/22 ein Förderprogramm zur Umsetzung von Freiwilligen Sozialen Schuljahren in ganz Hessen.

documenta-Stadt Kassel





Unfall in der Unteren Königsstraße: Zehnjähriges Mädchen schwer verletzt


Kassel-Nord: Wie die am Unfallort in der Unteren Königsstraße eingesetzten Beamten des Polizeireviers Mitte berichten, ist bei dem Verkehrsunfall gegen 13:30 Uhr ein zehnjähriges Mädchen aus Kassel schwer verletzt worden. Ein Rettungswagen brachte das Kind zur weiteren Behandlung der Verletzungen, die nach derzeitigem Kenntnisstand nicht lebensgefährlich sein sollen, in ein Kasseler Krankenhaus. Bis zum Abschluss der Unfallaufnahme musste die Untere Königsstraße im Bereich der Haltestelle „Am Stern“ bis 14:45 Uhr gesperrt werden. Es kam zu Behinderungen des Straßenverkehrs und im ÖPNV.

Nach ersten Erkenntnissen soll das aus Richtung Jägerstraße kommende Mädchen zunächst den stadteinwärts führenden Fahrstreifen der Unteren Königsstraße überquert und anschließend auf die Gleise getreten sein. Dabei hatte sie offenbar den von links kommenden, in Richtung Stern fahrenden Linienbus übersehen. Der 53-jährige Fahrer des Busses konnte den Zusammenstoß mit dem Mädchen nicht mehr verhindern, sodass diese von dem Fahrzeug erfasst wurde. Den Schaden an der Frontscheibe des Busses beziffern die Polizisten auf rund 2.500 Euro.

Die weiteren Ermittlungen zum Unfallhergang führen die Beamten der Regionalen Ermittlungsgruppe der Kasseler Polizei.

Polizeipräsidium Nordhessen





Völlig normal oder? Streitigkeiten zwischen Personengruppen – Polizei verhindert Schlägerei


(ots)  Tatzeit: 29.09.2020, 18:40 Uhr bis 23:00 Uhr

Vorgestern Abend trafen im Homberger Stadtgebiet zwei offensichtlich rivalisierenden Personengruppen aufeinander um einen Streit zu klären. Die alarmierte Polizei verhinderte mit mehreren Streifen eine gewalttätige Auseinandersetzung. Die Polizei wurde von einem Anwohner der Paul-Ehrlich-Straße darüber informiert, das sich dort wohl mehrere Personen gegenüberstehen und eine Schlägerei kurz bevorstehe. Bei Eintreffen der ersten Streifenwagen standen sich insgesamt 40 Personen gegenüber. Die Mitglieder der beiden Gruppen schrien sich an und nahmen auch gegenüber der Polizei eine drohende Haltung ein. Nur durch den Einsatz von Pfefferspray konnten die beiden Gruppen auseinandergehalten werden. Nach dem Eintreffen von weiteren Streifenwagen beruhigten sich die Personen. Mehrere Personen erhielten einen Platzverweis und die Polizei überwachte deren Abfahrt. Weitere Platzverweise und Personenkontrollen erfolgen im Anschluss im Homberger Stadtgebiet. Von der Polizei wurden insgesamt 30 Platzverweise ausgesprochen und 12 Personalien festgestellt. Ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung wurde eingeleitet. Hinweise bitte an die Polizei in Homberg unter Tel.: 05681-7740

Polizeipräsidium Nordhessen
Polizeidirektion Schwalm-Eder


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