Faltbare Smartphones: Wenn der erhoffte Hype ausbleibt

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Als vor einigen Jahren zum ersten Mal der Begriff „faltbares Smartphone“ die Runde machte, schwärmten Entwickler von den einzigartigen Möglichkeiten, die ein solches Gerät seinem Besitzer bietet. Mittlerweile sind die ersten Modelle im Handel erhältlich – doch die Resonanz auf die „technischen Wunderwerke“ ist aus Sicht der Hersteller ernüchternd.

Verbraucher begrüßen große Displays – jedoch bislang keine faltbaren

In Zeiten, in denen Smartphone-Displays immer größer werden, da die Geräte nicht nur zum Surfen und Chatten, sondern auch zum Betrachten von Filmen und Serien verwendet werden, stellten sich viele kreative Entwickler eine berechtigte Frage: Wie kann man das Display vergrößern, das Gerät selbst jedoch handlicher werden lassen? Die Antwort auf diese Frage war schnell gefunden:

Faltbare Smartphones, deren Displays man einfach in der Mitte knicken kann, ohne dass dieses beschädigt wird. Unterwegs kann man das Gerät in jeder noch so engen Hosentasche unterbringen, bei der Verwendung wächst es jedoch auf Tablet-Größe an. Was sich nach einer bahnbrechenden Erfindung anhört, stößt bei den Verbrauchern jedoch nicht gerade auf viel Gegenliebe. Einige der mittlerweile veröffentlichten Geräte liegen wie Blei in den Regalen.

Einer der wichtigsten Gründe, der derzeit gegen eine Anschaffung spricht ist der viel zu teure Preis.

Aktuelle Falt-Smartphones sind noch viel zu teuer

Wer sich aktuell nach einem topaktuellen Smartphone umschaut, muss nicht selten mehrere Hundert Euro auf den Tisch legen – und wir reden hier noch von klassischen Geräten mit fest verbautem Display. Möchte man sich hingegen ein faltbares Smartphone zulegen, muss man sogar noch weitaus tiefer ins Portemonnaie greifen. So ging beispielsweise das Samsung Galaxy Fold 5G, seines Zeichens das erste faltbare Smartphone, im September 2019 mit einem stolzen Verkaufspreis von 2.100 Euro an den Start. Mit dem Samsung Galaxy Z Flip legten die Südkoreaner schnell ein weiteres Modell nach, welches mit knapp 1.700 Euro jedoch nur unwesentlich preiswerter war. Beide Geräte konnten kurz nach ihrer Erscheinung zwar einen kleinen Hype auslösen, dieser verschwand jedoch so schnell
wie er gekommen war. Noch schlechter sah es für Samsungs Mitbewerber Huawei und Motorola aus. Beide Unternehmen veröffentlichten mit dem Huawai Mate XS und dem Motorola Razr 2019 jeweils ein faltbares Smartphone im zweiten Quartal 2020. Beide Geräte wurden von den Verbrauchern jedoch nahezu überhaupt nicht
wahrgenommen.

Erste Geräte schon um 34 Prozent im Preis gesunken

Samsung erkannte relativ schnell, dass die meisten Kunden offenbar nicht bereit sind, derartig viel Geld für ein faltbares Smartphone zu bezahlen – und senkte die Preise. Kostete das Samsung Galaxy Fold 5G zu seiner Markteinführung noch 2.100 Euro, ist es nach sechs Monaten bereits um satte 34 Prozent im Preis gesunken – selbiges trifft auch auf das Galaxy Z Flip zu. Wie sehr die Preise für faltbare Smartphones mittlerweile bereits gefallen sind, lässt sich recht gut anhand dieser Grafik erkennen:

 

So teuer sind faltbare Smartphones im Vergleich (idealo.de)

 

Selbst das Motorola Razer, das erst im April 2020 veröffentlicht wurde, ist bereits leicht im Preis gesunken. Leider sind die Preise für die neuen Geräte aber immer noch deutlich zu hoch: So ist das Galaxy Fold 5G beispielsweise aktuell noch rund 900 Euro teurer als Samsungs nicht faltbares Spitzenmodell in Form des Samsung Galaxy S10. Samsung selbst möchte jedoch offenbar auch in Zukunft an faltbaren Smartphones festhalten. Im Rahmen des Galaxy Unpacked Events 2020 stellte das Unternehmen mit dem Galaxy Z Fold 2 bereits einen weiterentwickelten Nachfolger vor.


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