Zum Geburtstag stellen sich immer ein paar Fragen ein…

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Es ist wieder soweit. Freunde, Familie und Bekannte lauern darauf, weil da wieder einer mal Geburtstag hat. Nicht dass es einem persönlich wichtig wäre, man Strichliste führt, wer gratuliert und wer eben nicht, sondern weil es diesen Scheißtag nun mal gibt. Glücklich all die, die am 29. Februar Geburtstag haben…
Da ich zu diesem Häuflein weniger und glücklicher nun mal nicht gehöre ist die plötzliche Anzahl derer, die seit einer Woche fragen wo ich heute denn bin als Frühwarnindikator zu verstehen. OK: ich war also vorbereitend einkaufen.

Dennoch kommen Fragen auf. Nicht wer und ob da einer kommt und „Überraschung“ schreit. Nein, ich meine eher Fragen, die man sich erst mit dem Älterwerden so stellt. Fragen, die man an der Erfahrung misst und eher allgemeine Probleme betreffen.

Wenn die Klimahysteriker Recht haben, werde ich dann doch noch 55 und älter? Oder verrecke ich viel früher? Dann aber an Corona. Und wenn es uns gelingt das CO2 abzuschaffen und diese veganen Warmduscher sich durchsetzen und Fleisch verbieten, was essen wir dann, wenn die Pflanzen unerklärlicherweise verrotten, da sie keine Nahrung mehr bekommen. Mit 54 weiß ich, dass Bildung nicht mehr so im Trend liegt und möchte nun anfügen, dass Pflanzen CO2 als Nahrung brauchen. Zusammen mit Wasser und Sonnenlicht. Für all die Leser, die das vergessen haben sollten. Ja, mit dem Alter wird man natürlich auch großzügiger mit dem Verteilen von unnützem Wissen. Gern auch unaufgefordert.

Oder man fragt sich was noch so kommt. Ob man mit 80 im virtuellen Altersheim sitzt, während einem der Pflegeroboter Typ Senior Friend MkIII den Schlauch mit dem Einheitsbrei „Seniorenmahl Typ V“ von BASF in den Hals schiebt. Letzteres wirkt Dank virtuell schöner Umgebung natürlich weniger unschön, was Ziel des zukünftigen Pflegekonzeptes wäre. Wie im Film Matrix, aber nur für Senioren.
Vielleicht kann sich dann unser Jens Spahn auch endlich Schloss Neuschwanstein als Familiendomizil leisten, anstatt in dieser 4,2-Millionen-Bruchbude hausen zu müssen. Immerhin scheinen die Politiker in den letzten Jahrzehnten extrem viel Geld mit dem zu verdienen, was sie für uns tun. Philanthropie mal anders betrachtet. So sehe ich schon das Gesicht von Helmut Schmidt, Kurt Schumacher oder Roman Herzog vor mir, wenn sie davon gehört hätten.

Stattdessen denke ich an Dolomiti-Eis, das Wassereis in Bergform in drei künstlichen Farben aus reinster Chemie, das unsere Kindheit möglichst täglich prägte. Damals versuchten unsere Eltern uns ersatzweise Milcheis anzudrehen. Heute würden die veganen Sagrotan-Eltern hysterisch abdrehen, kreischend im Kreis rennen und mit dem Handy das Bundesverfassungsgericht anrufen.

An Handys erinnert man sich dann auch. Die gab es früher auch. Die waren gelb, verglast und man konnte reingehen, was bei Regen echt gut war. Und von dort konnte man dann telefonieren während sich draußen eine soziale Gemeinschaft bildete, die auch mal mobil telefonieren wollte. Und ja, die standen nicht an jeder Ecke, wie man den Twens nun erklären muss. Die musste man suchen. Wie zu Ostern die Ostereier. Und nicht alles Gelbe mit Schlitzen waren Telefonzellen. Es gab auch Briefkästen. Und die waren auch gelb. Nur waren die wirklich überall. Anders als die Telefonzellen damals …oder Briefkästen heute.

Wenn ich so aus dem Fenster sehe, dann sehe ich gerade so eine Mutter mit Kind. Mutter als Gespenst und Kind störrisch nebenher wandernd. Klar, auch zu meiner Zeit gab es Muslime, die trugen aber eher die Kopftücher, die auch unsere älteren Frauen trugen. Was auch besser war, da damals der Ruß im Ruhrgebiet wirklich noch vom Himmel fiel und weiße Flächen innerhalb eines Tages ins gräuliche drehten. Da machten Kopftücher Sinn.
Allerdings ist das nun echt Vergangenheit. Greta wäre gleich nach der Geburt und Atemzug Nummer eins sofort wortlos krepiert. Damals. Heute hüllen sich immer mehr in Ganzkörper-Masken und fragen dreist, warum das nicht auch schon vorher für alle ging. In Deutschland wohlgemerkt. Nicht in Mekka, Kabul oder Timbuktu. Stellt sich die Frage, wann die ersten Spinner das nun als Modetrend verkaufen wollen.

Zu meiner Zeit schrien die Emanzen nach Freiheit und wedelten mit ihren BHs rum, was wir als Kinder schon komisch fanden. Heute sehen die Emanzen eine Burka auch als Freiheit an und kuschen vor jeden anderen Gedanken wie vor der Pest zurück. Gern auch bei Kinderehen und Beschneidung, was als bunte Vielfalt verstanden werden will.
Für so etwas hatten wir früher Filzstifte. Und wenn das zu bunt wurde nahm man sie uns weg. Da half auch kein Anruf beim Jugendamt, wo man sich über die Eltern beschweren konnte. Man sogar Anwälte gestellt bekam, um die bösen Eltern zu verklagen. Wenn da was passierte, dann eher das, dass die Eltern dann aufgefordert wurden doch mal den Kinderchen Manieren beizubringen.

Das passierte früher auch oft, überall und durch Jedermann. So einem Opa im Bus nicht Platz gemacht zu haben konnte böse ausgehen. Lange Ohren oder Klaps waren nicht selten. Und damals bekam der Opa von links und rechts Zuspruch. Und Gnade dir der Gott der Feuer legt und du hast dich nicht auch noch entschuldigt…

Streifenpolizisten gingen zu Fuß. Wenn sie etwas wollten hoben sie die Hand und winkten Übeltäter zu sich heran. Dann hatte man zu kommen. Und kam auch. Nicht weil man blöd war. Sondern weil diese Typen einfach jeden in der Nachbarschaft kannten. Oder Leute kannten, die uns kannten. Und dann kamen die Grünen (damals war die Uniform so) zu Besuch und redeten mit Mutti und Vati. So konnte sich der Stress schnell potenzieren, zumal die alles im Kopf hatten was man so ausgefressen hatte. Die brauchten keine Datenbank. Mussten nicht sonstwo nachfragen. Die wussten das. Also ging man hin. Freundlich, zurückhaltend und zumindest gespielt eingeschüchtert und ehrfurchtsvoll. Auch noch mit 15 und in Partystimmung. Besser war das damals. Sonst veranstaltete die Polizei ein Event. Anders als heute, wo die die Polizei bestenfalls ungewollte Gäste sind, die man aber mit Tritten wegbefördern kann während die Presse „Rassismus“ und  „Polizeigewalt“ ruft.

Mit Rassismus hatten wir es damals auch nicht so. Das mag daran liegen, dass es zwar Südeuropäer gab, auch Südosteuropäer und sicher auch Türken, nur waren das keine anderen Rassen. Eher andere Nationalitäten, was heute gern umdefiniert wird. Und wenn mal ein Neger (und der hieß damals so!) auftauchte, hatte man auch keine Ressentiments. Der Typ war schlicht eine Sehenswürdigkeit, weil Einzelfall. Ein echter und statistisch nachweisbarer Einzelfall. Nicht wie heute. Wo alles immer wieder überall und immer Einzelfälle sind. Und nein, wir haben dem noch nicht mal zum Spaß eine Banane angeboten, denn Bananen waren teuer und selten. Aus dem Grunde haben wir uns auch über Sarotti-Schokolade gefreut und nicht den Rechtsanwalt angerufen. Und diese Schokolade gab es in zwei (2!) Sorten. Vollmilch und Zartbitter. Nix mit Trüffel, Karamell, Nougat, Erdbeer-Jogurt, Mocca, Mandel, Weintrauben und sonstwas. Vollmilch oder Zartbitter. Punkt! Und wir freuten uns. Wieder Punkt!

Playmobil-Figuren waren einfarbig. Rot, Gelb, Grün, Blau und Weiß. Hatten keine beweglichen Hände und braune, blonde, orange oder schwarze Haare mit der Zackenfrisur. Intelligente Kinder konnten das kombinieren. Dumme halt nicht. Die wunderten sich, wo man plötzlich eine gelbe Figur mit blonden Haaren herhatte.

Bildung ist auch so ein Thema über das man anfängt gründlicher nachzudenken, wenn man die 50 überschritten hat. Es gab nach der Grundschule, in der gnadenlos gesiebt wurde, die Haupt- und Realschule sowie das Gymnasium. Zur Hauptschule gingen nicht die „handwerklich Begabten“, sondern die, die überall sonst durchgefallen waren. Bei den Einstufungstests, die unangekündigt, ungeübt und ad hoc anstatt von Deutsch oder Mathe stattfanden. Genauso wie Klassenarbeiten. Da gab es keine Vorwarnung von zwei Wochen. Da griff der Lehrer in den Schrank und teilte die Diktathefte aus. Und dann ging es los. Daher separierte sich auch schnell ein Bodensatz heraus, der es nicht schaffte regelmäßig/immer alles parat zu haben.
Das gilt heute als uncool. Als terroristischer Angriff auf das Schülerwohl. Folter… Dafür darf aber auch jeder heute auf das Gymnasium, während damals nach der neunten Klasse auf der Hauptschule JEDER Lesen, Schreiben und Rechnen konnte. Und nicht nur einen kennt, der das konnte… oder kann. Im Gegensatz zum Abitur heute.

Im Handwerk hieß es „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ und im Studium wurde vorausgesetzt, dass man studierfähig war. Es gab auch nur Studienfächer, die irgendwie gebraucht wurden. Und alle waren überlaufen, denn die Babyboomer wollten ausgebildet werden. Heute wollen sie in Rente. Oder glauben daran, noch eine zu bekommen. Sie haben ja immerhin um die 40 Jahre gearbeitet. Ein schönes Beispiel dafür, wie man im Alter geistig nachlassen kann.

500 Bewerbungen auf zehn Ausbildungsplätze. 250 zum Eignungstest eingeladen. Davon dann 50 zum Vorstellungsgespräch. Genommen wurde keiner, denn die zehn Plätze waren schon vor der Auswahl via Betriebsrat vergeben worden. Intern an Familienangehörige der Mitarbeiter. Es ging nur darum wirklich gewollte Auszubildende zu haben, falls(!) mal ein gesetzter Kandidat absprang. Und nein, da hat keiner Faschismus geschrien, da dieses System vom durch und durch linken Betriebsrat kam. Und das Unternehmen war auch nicht die taz oder DER SPIEGEL. Das war die damalige Westfalenbank AG anno 87 in Bochum. Und so ging es zu, wenn man einen Ausbildungsplatz wollte. Nicht dieser Mist, dass Unternehmen in die Schulen kommen und selbst noch den dümmsten Deppen hofieren. Konkurrenz belebte das Geschäft und schuf einen lebenslangen Wettbewerb. Bis heute.

Presse lief damals auch anders. Es gab eher konservative und eher linke Blätter. Diese zerrissen jedes Thema des politischen Gegners in kleinste Stücke. Oder auch der Springer-Verlag mit der BILD gegen alle anderen. Am Ende aber waren alle Fakten auf dem Tisch und der Bürger war informiert.
Das öffentliche Fernsehen lief täglich, begann um 1700h und endete um Mitternacht. Zwischenzeitlich wurde das Testbild gesendet. Auf allen drei Kanälen.
Höhepunkt der medialen Kulturwoche war die große Samstagabend-Show für die ganze Familie. Einschaltquoten die nie wieder erreicht wurden. Klar, gab ja auch nix anderes. Dafür musste die Sportschau am Samstag warten. Und Hans-Joachim Kuhlenkamp war das regelmäßig völlig egal. Da konnte die Regie noch so toben. Er war fertig, wenn er fertig war. Gern auch mal eine Stunde später. Kam vor. Sogar oft. Man sah es ihm aber nach. Weil es Spaß gemacht hat ihm zuzusehen. Echt!

Stellen wir uns mal vor diese Talkshows, die man uns heute als spannend verkaufen will, würden ein oder zwei Stunden überziehen und die Bundesliga würde dann halt später gesendet werden. Mord und Totschlag auf Abruf nach Ansage.

Und dieser Mord und Totschlag nimmt auch immer mehr und mehr von unserem Alltag Besitz. Da werden Frauen mit Samurai-Schwertern und Macheten geköpft, weil sie sich trennen wollen. Man fährt mit Sattelschleppern in Weihnachtsmärkte, die daher zu Festungen „des winterlichen Zusammenseins“ ausgebaut und umbenannt werden.
Gern rast man auf der Autobahn auch schon mal ein paar Motorradfahrer platt und beruft sich auf religiöse Gründe.
Klar. Früher gab es auch Spinner. Die RAF zum Beispiel. Oder diesen Kuttenträger aus Indien, der Armut predigte und jeden Tag des Jahres einen anderen Rolles Royce fuhr. Oder Frau Rechenberg, die damals bis sonstwohin klagte um durchzusetzen als Dame Rechenberg angesprochen zu werden.

Dennoch scheint mit der CO2-sichtigen Greta, unseren koboldbesessenen Grünen, titelgeilen aber unfähigen SPD-Politikerinnen und diversen anderen Gestalten eine Grenze nicht nur erreicht, sondern auch deutlichst überschritten worden zu sein.
Religiöse Fanatiker treiben es hier bunter als es selbst Torquemada in Spanien je geschafft hat. Unterstützt von einer hirnlosen dafür aber ideologisch sattelfesten Presse hofiert, die ganz offen zugibt Meinung machen zu wollen. Als Presse wohlgemerkt. Was natürlich durch die Pressefreiheit gedeckt ist. Wofür man diese Pressefreiheit auch einst schuf. Für Meinungsmache. Gern auch per Zwangsumlage bezahlt, was Fakten und deren Klärung im demokratischen Disput überflüssig macht.

Gentechnik war in den 70er ein Thema, was die Geister beflügelte. Heute lehnen wir Gen-Tomaten ab, aber schreien nach einem RNA-Impfstoff der unsere Gene direkt verändert. Der ist nicht getestet, nie erprobt und auch nie Tieren verabreicht worden. Und nun sollen möglichst schnell, möglichst viele damit geimpft werden. Und das am besten gestern schon. Über Gen-Tomaten stritt man fast zwanzig Jahre. Aber der Impfstoff soll innerhalb von 16 Monaten durchgewunken werden. Ohne Langzeitstudie wie bei den Tomaten.
Mit Zwanzig mag man das übersehen. Mit Vierzig auch. Aber mit Fünfzig fällt so ein Scheiß ins Auge.

Nun denn. Jetzt feiere ich meinen 54. Geburtstag. Hoffe, dass ich bei all dem Schwachsinn um mich herum nicht schon vor dem 55. einen Herzschlag bekomme, dass mich Corona nicht erwischt oder mich das Klima umbringt. Letzteres halte ich für sehr wahrscheinlich, da ich alles über fünfzehn Grad als verdammte Hitzewelle ansehe. Und dieses miese Klima herrscht seit dem Tag, seitdem ich denken kann, liebe Greta. Jedes verdammte Jahr seit 1966 und das dann immer über Monate!

Also dann. Wird nicht mehr lange dauern bis das hier zu Hause hektisch wird. – Ich wünsch euch alles Gute. Bleibt gesund. Und bleibt vor allem kritisch denkend aufrecht!


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