Endenergieverbrauch in Hessen im Jahr 2018 wieder unter 800 Petajoule

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Der Energieverbrauch in Hessen ist immer noch stark vom Mineralöl-Einsatz geprägt: Er hat im Jahr 2018 mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs ausgemacht. Insgesamt lag dieser erstmals seit 2015 wieder unter 800 Petajoule. Bei der Stromerzeugung hat sich der Anteil erneuerbarer Energien seit dem Jahr 2000 fast verzehnfacht.

Wie das Hessische Statistische Landesamt meldet, betrug der Endenergieverbrauch in Hessen im Jahr 2018 insgesamt 794,2 Petajoule. Gegenüber dem Vorjahr sank er um 1,5 Prozent. Nach wie vor ist der Energieverbrauch in Hessen stark durch den Einsatz von Mineralölen geprägt: Er machte im Jahr 2018 mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs aus. Knapp die Hälfte des Mineralölverbrauchs war dabei auf den Treibstoffeinsatz am Frankfurter Flughafen zurückzuführen. Der Anteil von Biokraftstoffen, der im Bereich Verkehr eingesetzt wird, war mit 2,4 Prozent vergleichsweise gering.

Bei der hessischen Bruttostromerzeugung fiel der Anteil erneuerbarer Energien dagegen mit 46,2 Prozent deutlich höher aus und hat sich seit dem Jahr 2000 fast verzehnfacht. Fast die Hälfte der erneuerbaren Stromerzeugung im Jahr 2018 ging dabei auf Windkraft und knapp ein Viertel auf Photovoltaik zurück.

Insgesamt ist die in Hessen erzeugte Strommenge deutlich niedriger als der hessische Strombedarf: Im Jahr 2018 betrug der Bruttostromverbrauch in Hessen 36,1 Terawattstunden. Davon wurde mit 18,9 Terawattstunden mehr als die Hälfte über Importe gedeckt.

Hinweise

Unter Bruttostromerzeugung versteht man die gesamte in Stromerzeugungsanlagen erzeugte elektrische Arbeit. Darin ist auch der elektrische Eigenbedarf des Kraftwerks enthalten.

Der Bruttostromverbrauch ist die gesamte verbrauchte elektrische Arbeit, dazu gehören die Bruttostromerzeugung sowie der Stromaustauschsaldo (Stromimporte minus Stromexporte). Im Fall Hessens ist der Stromaustauschsaldo überwiegend von Importen bestimmt.

Der Endenergieverbrauch ist die Summe aller Energieträger, mit denen unmittelbar Nutzenergie (z. B. Licht, Wärme oder Antriebsenergie) erzeugt wird.

1 Terawattstunde entspricht 3,6 Petajoule.
Joule ist in der amtlichen Statistik die Standardeinheit für den Energieverbrauch. 1 Petajoule entspricht 1 Billiarde (10¹⁵) Joule. Wattstunde ist in der amtlichen Statistik die Standardeinheit für Strom. 1 Terawattstunde entspricht 1 Billion (10¹²) Wattstunden.

Die Transformation zu einer regenerativen, emissionsneutralen Energieversorgung ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Laut dem Hessischen Energiezukunftsgesetz soll der Endenergieverbrauch von Strom und Wärme bis 2050 möglichst zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Der Bericht „Daten zur Energiewirtschaft in Hessen“ bildet eine Datengrundlage, um den Fortschritt der Energiewende nachzuvollziehen. Er wird im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen angefertigt und basiert auf den Daten der amtlichen Energiestatistik sowie der hessischen Energie- und CO2-Bilanzen, die nach den Vorgaben des Länderarbeitskreises Energiebilanzen erstellt werden.

Weitere Zahlen und Fakten über Energie erhalten Sie auf unserer Fachseite.


 

 

 

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