Jemen: Menschen sterben an Hunger

Risiko für Hungertod steigt im Jemen bedrohlich an. / Jemen: Menschen sterben an Hunger / Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" fürchtet einen kompletten Zusammenbruch der humanitären Lage / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/50116 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Aktion Deutschland Hilft e.V./Aktion Deutschland Hilft/DEC"

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(ots) „Jede Krankheit beginnt im Magen“, so lautet ein jemenitisches Sprichwort. Wenn es danach ginge, bedürfen heute vier Fünftel der Menschen eines ganzen Landes der Heilung. Über 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Akute Unter- und Mangelernährung und hieraus resultierende Erkrankungen steigen deutlich an. Hilfsorganisationen im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ weiten aufgrund der dramatischen Entwicklungen stetig ihre Hilfsaktivitäten aus. Das Bündnis für Not- und Katastrophenhilfe fordert mehr Engagement seitens der internationalen Gemeinschaft, um einen kompletten Zusammenbruch der humanitären Lage im Jemen zu verhindern.

Wie eine Nation ernähren?

„Sie bitten uns darum, mehr Lebensmittel zu bringen. Aber ganz gleich, was wir tun, es ist nicht genug. Hilfsorganisationen sind nicht dafür ausgelegt oder ausgerüstet, eine ganze Nation zu ernähren“, berichtet Salem Jaffer Baobaid, humanitärer Helfer der Bündnisorganisation Islamic Relief aus der westlichen Küstenstadt Hodeida. Verschiedene Ernährungsprogramme sind aufgrund fehlender internationaler Finanzierung nach der letzten Geberkonferenz im Juni 2020 (1,35 anstatt 2,5 Milliarden US-Dollar) bereits gekürzt oder eingestellt worden, wie Helfer vor Ort berichten. Die jüngst zusammenbrechende Währung mit ansteigenden Lebensmittel- und Treibstoffpreisen verschärft die Situation der Bevölkerung zusätzlich. Es wird immer schwerer humanitäre Hilfe zu leisten.

Helfen trotz Covid-19-Risiko

Außerdem setzt die Ausbreitung von Covid-19 Helfer wie Salem noch weiter unter Druck: „Bleiben wir zu Hause und sehen zu, wie Menschen an Hunger sterben, oder gehen wir und verteilen Lebensmittel, damit sie einen weiteren Tag überleben können? Wir gehen. Denn wir müssen den Menschen zumindest etwas Hoffnung und Unterstützung geben, damit wenigstens sie zu Hause bleiben können, um sich vor dem Virus zu schützen und die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen“, betont er. Zusätzliche zehn Millionen US-Dollar will Islamic Relief für Lebensmittel-, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Ernährungs- und Gesundheitsprogramme bereitstellen. Über 3.000 humanitäre Helfer der Organisation sind derzeit im Jemen aktiv.

Düstere Aussichten

Trotz Covid-19-Gefahr ist auch die Bündnisorganisation CARE weiterhin in dreizehn Regierungsbezirken im Jemen im Einsatz. Helfer verteilen Bargeld, Lebensmittel und Hygienekits. Sie versorgen die Bevölkerung mit sauberem Wasser und Schutzausrüstung wie zum Beispiel Masken. Mit politischen Forderungen macht die Hilfsorganisation immer wieder auf die humanitäre Notlage aufmerksam. Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland: „Die Aussichten für Jemeniten sind düster. Eine drastische Reduzierung der humanitären Mittel und eine jüngste Eskalation der Kämpfe führen zusammen mit wirtschaftlichen Faktoren wie der Währungsabwertung zu einer katastrophalen Situation für Millionen von Familien im Jemen.“

Mit allen Mitteln unterstützen

Die geschäftsführende Vorständin von „Aktion Deutschland Hilft“, Manuela Roßbach, findet deutliche Worte für die zu wenig beachtete Lage der notleidenden Menschen im Jemen: „Es braucht dringend mehr politischen Willen, damit die Krise im Jemen nicht komplett eskaliert. Anstatt alles daran zu setzen, den notleidenden Menschen zu helfen, wird weggeschaut und andere Dinge werden priorisiert. Humanitäre Hilfe fällt dabei unter den Tisch. Die Menschen hungern aber jetzt. Sie haben bereits jetzt keine Möglichkeit mehr, sich genug Essen zu kaufen und das World Food Programm hat die Rationen gekürzt. Es geht ums blanke Überleben. Hilfe ist so dringend nötig wie noch nie zuvor“, so Roßbach.

 

Original-Content von: Aktion Deutschland Hilft e.V.

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