Hilfe für die freie Kulturszene in Kassel kann nun ausgezahlt werden

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Mittel aus Spendenkampagne des KulturBahnhofs können an alle 46 Bewerberinnen und Bewerber ausgezahlt werden

Tobias Hartung aus dem Kulturamt der Stadt Kassel mit der Jury (v.l.n.r.):
Alexandra Berge (Atelierrundgang, Kunstverein), Vera Lasch (Kulturnetz e.V.), Svenja L. Schröder (Studio Lev, Staatstheater Kassel), Tobias Böhm (Netzwerk Hammerschmiede), Christine Knüppel (ehemalige Leiterin des Kulturzentrums Schlachthof), Andreas Gebhardt (Literaturhaus Nordhessen), sowie Christoph Langguth (Randfilmfest, KulturBahnhof e.V.).

Die Spendengelder aus der Kampagne zur Unterstützung der Freien Kasseler Kulturszene „Ohne Kultur isses für’n Arsch!“ können nach der gestrigen Jurysitzung ausgezahlt werden. Zur Verfügung stehen 54.000 Euro, die von mehr als 500 Unterstützerinnen und Unterstützer gespendet wurden. Die Kampagne wurde von der Initiative KulturBahnhof gemeinsam mit dem Kulturdezernat der Stadt Kassel auf den Weg gebracht. 

Am Freitag, den 3. Juli hat eine Jury die Bewerbungen gesichtet und über die Verteilung entschieden. Zusammengesetzt war das Gremium aus sieben Vertreterinnen und Vertretern der freien Kulturszene Kassels. Dazu gehörten Alexandra Berge (Atelierrundgang, Kunstverein), Tobias Böhm (Netzwerk Hammerschmiede), Andreas Gebhardt (Literaturhaus Nordhessen), Christine Knüppel (ehemalige Leiterin des Kulturzentrums Schlachthof), Christoph Langguth (Randfilmfest, KulturBahnhof e.V.), Vera Lasch (Kulturnetz e.V.) sowie Svenja L. Schröder (Studio Lev, Staatstheater Kassel). Tobias Hartung aus dem Kulturamt der Stadt Kassel war als beratendes Mitglied ohne Stimmrecht mit im Team.

Insgesamt hatten sich 46 Akteurinnen und Akteure sowie Spielstätten vor allem aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Artistik, Schauspiel und Tanz um eine Unterstützung aus der Spendenkampagne beworben. Aufgrund der hohen Spendenbereitschaft konnten alle Bewerbungen bei der Vergabe bedacht werden. Die Benachrichtigung der Empfängerinnen und Empfänger der Mittel erfolgt jetzt kurzfristig in den kommenden Tagen.

Bewerben konnten sich alle Kulturschaffenden, die ihren Lebensunterhalt überwiegend durch eine künstlerische Tätigkeit im Stadtgebiet Kassel bestreiten und in Folge der Corona-Pandemie Einnahmeausfälle zu beklagen haben sowie Kultureinrichtungen und Kulturinitiativen der freien Szene, die durch die Schließung ihrer Einrichtungen gravierende Einnahmeausfälle haben. Um möglichst vielen Akteuren helfen zu können, werden Einzelakteure jeweils mit maximal 1.000 Euro und Initiativen sowie Einrichtungen mit maximal 3.000 Euro unterstützt.

Kulturdezernentin Susanne Völker zeigte sich von dem positiven Ergebnis der Kampagne erfreut: 

„Die Spendenaktion hat gezeigt, welche Kraft in gemeinsamem Handeln steckt. Es ist diese Bereitschaft zur Kooperation, die Kultur in Kassel auszeichnet. Gemeinsam mit der Unterstützung aus der Stadtgesellschaft konnte deshalb hier ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der kulturellen Vielfalt Kassels gelingen.“

Christoph Langguth betont die gute Zusammenarbeit der Jury: 

„Ein großes Lob und Dankeschön an die gesamte Jury: Die gewissenhafte und konstruktive Zusammenarbeit hat bewiesen, wie umsichtig und kooperativ die Kulturlandschaft Kassels in ihrer Breite sein kann. Die große Beteiligung der Kasseler Bürgerinnen und Bürger an unserer Spendenaktion ermöglichte es, jeder Bewerberin und jedem Bewerber eine Unterstützung zukommen zu lassen.“ 

Auch Martin Sonntag zieht ein positives Resümee:

Kulturdezernentin Susanne Völker zusammen mit den Initiatoren vom KulturBahnhof Kassel e.V. (v.l.n.r.): Susanne Völker, Ralf Lukas (Tagungszentrum Südflügel), Christoph Langguth (Randfilmfest), Martin Sonntag, Saskia Wagner, Inka Bachmann, Armin J. Noll (alle Caricatura Galerie)

„Es wurde jetzt drei Monate lang gesammelt, gestempelt, eingetütet, verschickt, juriert und letztlich verteilt. Es war insgesamt eine großartige und erfolgreiche Kooperation vieler Akteure, angefangen vom KulturBahnhof e.V. und dem Kulturdezernat, über die vielen Unterstützer bis hin zu den Spendern. Das hat viel Spaß gemacht. Nun, da es wieder reichlich Toilettenpapier in den Läden gibt, werden wir genau beobachten, welcher Mangel als nächstes auftritt. Womöglich müssen wir dann wieder zum Hamstern aufrufen…“

 

Hintergrund

Die Kampagne wurde vom KulturBahnhof Kassel e.V. initiiert und vom Kulturdezernat der Stadt Kassel unterstützt. Als Dankeschön für eine 50 Euro-Spende gab es ein Blatt hochwertiges Klopapier, von Hand mit einer Zeichnung des Kasseler Karikaturisten Gerhard Glück, mehrfacher Träger des Deutschen Karikaturenpreises, bestempelt.

In einem Blog auf der Spendenplattform Startnext ist die gesamte Kampagne mit ihren vielfältigen Unterstützern dokumentiert: https://www.startnext.com/kultur-spenden-kassel

Weitere Informationen finden sich auf der Website des KulturBahnhofs: 

http://www.kulturbahnhof-kassel.de/ 

 


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