Tierschicksale nicht Tönnies und Laschet überlassen

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Frau Klöckner muss Verantwortung übernehmen

Der Ausbruch des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wirft nicht nur Fragen des Arbeitsschutzes, sondern auch Tierschutzfragen auf. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, kommentiert:

„Der Fall Tönnies zeigt, wie anfällig dieses System auch in Tierschutzfragen ist. Die zunehmende Zentralisierung, die über Jahrzehnte durch die EU und die deutsche Agrarpolitik angetrieben wurde, zeigt nun das wahre Gesicht.

Wir sehen die Tierschutzprobleme, die jetzt aktuell zu lösen sind: Wohin kommen die Schweine, die nicht mehr bei Tönnies geschlachtet werden?

Wie werden die Transportwege gestaltet?

Welcher Stau und damit elende Wartezeiten entstehen in den Schlachthöfen?

Wie sind die Zustände in den Ställen, wo die Tiere jetzt warten?

Diese drängenden Tierschutzfragen müssen jetzt beantwortet werden.

Die Antworten darf Bundesministerin Julia Klöckner nicht Herrn Tönnies und NRW-Ministerin Heinen-Esser alleine überlassen. Da braucht es ein Gesamtkonzept, mit dem ein maximaler Schutz für die Tiere gewährleistet wird.

Das sind kurzfristige Maßnahmen.

Mittelfristig braucht es eine radikale Wende der deutschen und europäischen Agrarpolitik, weg von Zentralisierung, hin zur Regionalisierung.

Die wichtige Frage des Arbeitsschutzes und des dringenden Verbots des Sub-Unternehmertums ist nur die eine Seite.

Aus Tierschutzsicht gibt es ebenso wichtige Fragen zu lösen, auch unabhängig von Tönnies.

Es ist eine Systemfrage, keine Tönnies-Frage.“


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