Covid-19: Arme und Senioren leiden besonders

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Unser Augenmerk richtet sich auf die Wirtschaft. Die Verschwörungstheoretiker. Die Toten. Oder auch die möglichen Toten durch Corona. Nicht aber auf die, die zu den Ersten gehören werden, wenn es weiter abwärts geht. Oder auch nur so bleibt. – Auf die Armen und Senioren.

Das RKI liefert uns täglich neue Kennzahlen, Indikatoren und Vergleichszahlen für was auch immer und meint damit die Katastrophe abbilden zu können. Politiker machen sich wichtig mit Schaubildern, die sie vermutlich nicht verstehen, weil sie die zugrunde liegenden mathematischen Modelle nicht hinterfragt haben und/oder auch nicht verstehen wollen, und reden etwas von „Verbesserung“.

Es stellt sich die Frage, WAS sich gerade verbessert. Ein Wert oder die Lage?

Tatsache ist, dass die Lebensmittelpreise gerade stark ansteigen. Parallel zu den ohnehin stark und überproportional ansteigenden Energiepreisen. Letztere sollen zum Kochen können wichtig sein, so der allgemeine Glaube…

Einzelhändler gehen massenhaft Pleite, reduzieren ihr Angebot, da auf Grund der Restriktionen im Laden selbst nicht mehr so viel verkauft wird. Ergo bleibt am Ende des Tages weniger übrig. Und das geht dann auch nicht mehr an DIE TAFELN und andere wohltätige Organisationen, die Armen helfen über die Runden zu kommen.

Das mag wöchentlich nur eine Tasche voll gewesen sein. Vielleicht einen Verkaufswert von 10-20 Euro gehabt haben, aber unter dem Strich waren das dann im Monat 40-80 Euro. Und gerade in Ballungszentren kann das bei Niedrigrenten und Geringverdienern eine große Hilfe sein. Die Rettung sein!

Das fällt nun weg. Besonders auch dadurch, weil gerade DIE TAFELN vom Engagement der Älteren leben. Von Senioren, die zum Teil christlich engagiert, ein Bedürfnis haben zu helfen. Aus Nächstenliebe. Und diese wurde auch betroffen. Denn diese Nächstenliebe unterliegt der Kontaktsperre und einem altersbedingten zusätzlichen Risiko bei der Hilfe.

Und es ist auch nicht so, dass alle Bedürftigen wirklich Hilfe annehmen. Eine Forderungskultur ist anderswo zu beobachten. Viel zu viele schämen sich selbst Sozialhilfe anzunehmen und ihre geringen Einnahmen „aufzustocken“ wie es bürokratisch korrekt heißt.

Was für die einen eine viertel Tankfüllung für ihren Kinder-Shuttle-SUV ist, also zu vernachlässigen, ist für Viele die Antwort auf die Frage, ab dem Wievielten im Monat die „Diät beginnt“. Und ab wann es dann auch nur noch „Nudeln ohne Ketchup“ gibt. Den Ausdruck wird der Autor NIEMALS vergessen, denn er stammt von einem damals Neunzehnjährigen!

Und jetzt wird alles Corona-bedingt teurer. Weil Lieferketten wegbrachen. Nachfrage und Angebot variieren und somit die Preise treiben.
Wie sollen Kurzarbeiter nun ihre steigenden Mieten und Energiekosten deckeln? Wo vielleicht zwei niedrige Einkommen zum Notwendigsten gereicht haben? Wo Arbeitslosigkeit zusätzlich droht?

Wer als Mitarbeiter im Lohnniedrigsektor kennt denn was die Kunden der Kunden des eigenen Unternehmens brauchen? Diese Frage wissen oft die Geschäftsführer selbst nicht zu beantworten. Ständig nagende Angst macht auch krank. Mitunter sehr schnell.

Und was ist, wenn alte Menschen ihre Geschäfte gar nicht mehr erreichen können, weil diese Pleite sind. Dann kommen Fahrkarten zu anderen Märkten hinzu. Klar, nur zwei bis drei Euro pro Fahrt. Nur treibt das die Monatlichen Zusatzkosten nochmals um 16 bis 24 Euro hoch. Und nein, Lieferservice fällt auch aus. Genauso wie das Beladen der Rolltasche auf Maultierniveau. Gerade für Ältere.

Natürlich betrifft es auch andere. Selbstständige, die durch Nullumsätze ihre privaten Krankenkassen nicht mehr zahlen können. Und nicht jeder war da freiwillig drin, um der Häme mal vorzubeugen. Außerdem haben diese Privatversicherten nicht unerheblichen Anteil an dem, was Ärzte verdienen und so auch anderen anbieten können. Konnten…denn auch Arztpraxen gehen gerade pleite. Weniger Patienten durch geänderte Zugangsregeln der Praxen haben bei Fallpauschalen halt …Auswirkungen.

Auch das trifft dann wieder Senioren und Arme doppelt. Verhindert ggf. auch rechtzeitige Arztbesuche. Weil sie nicht mehr ohne weiteres erreichbar sind. Geld für Fahrkarten fehlt wieder.

Wer nur ein paar Hundert Euro im Monat hat, davon 75% Miete zahlt hat wenig Spielraum für solche 3-Euro-Fahrscheine. Wer ab dem Zwanzigsten im Monat Nudeln isst und eine Konservendose von Aldi als sein Sonntagsessen ansieht, auf das er sich die Woche über schon freut, kann keine zusätzlichen drei Euro für Fahrkarten ausgeben. Denn für diese drei Euro kann er drei Kilo Nudeln kaufen. Oder drei Dosen Erbsensuppe im Discounter…

Und wer jetzt denkt, dass das unter selbst Schuld fällt, der möge daran denken, dass Altersarmut nun auf dem Vormarsch ist. Die eigene Altersversorgung seit zehn Jahren nicht verzinst wird, sein mietfreies Eigenheim der Grundsteueränderung unterliegt und der Staat gerade die gierige Krake spielt, da er selbst pleite ist.
Ach ja. Wissen SIE denn, was die Kunden der Kunden Ihres Brötchengebers brauchen um am Ende IHR Geld zu verdienen? Oder wie SIE dastehen, wenn im Alter der Ehepartner stirbt? Mit 65% Rente von was?

Einfach mal die Augen aufmachen. An den Kassen im Supermarkt. Wer da was kauft und mit Centstücken mühsam abbezahlt…


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