MT Talents: Erster Arbeitstag für unseren neuen Trainer Martin Röhrig

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Heute ist sein erster offizieller Arbeitstag: Martin Röhrig übernimmt als zweiter hauptamtlicher Trainer der MT Talents, neben anderen Aufgaben in der Sportler-Ausbildung, auch die A-Jugend von Björn Brede. Ein Start mit Hindernissen, denn nach wie vor steht das Sportleben weitestgehend still. Was den aus Coburg nach Nordhessen gewechselten, gebürtigen Saarbrücker indes nicht daran hindert, den eigenen wie auch den sportlichen Neustart nach dem Virus-Break unter Beachtung der geltenden Einschränkungen dennoch bestmöglich in Angriff zu nehmen. Wie die ersten Tage für ihn nach dem Umzug nach Melsungen abliefen und mit der heutigen Tätigkeitsaufnahme nun auch sein vorläufiger Arbeitsalltag aussieht, darüber sprachen wir mit dem A-Lizenz-Inhaber.

– Martin, herzlich willkommen jetzt am 1. Mai auch offiziell an Deinem ersten Arbeitstag in Melsungen!

Vielen Dank. Ich freue mich, dass es jetzt losgeht.

– Du bist eigentlich von Coburg nach Melsungen gekommen, um als Trainer zu arbeiten. Wie soll das in der Praxis aussehen, wenn momentan der komplette Betrieb praktisch ruht?

Es ist aktuell schon sehr speziell. Das „Kennenlernen“ passiert vor allem über Handy, eine direkte Arbeit mit der Mannschaft ist ja leider nicht möglich. Dennoch bietet eine solche Ausnahmesituation aber auch Chancen. Man hat sehr viel mehr Ruhe, sich über prinzipielle Dinge wie Ausbildungsinhalte in bestimmten Altersstufen Gedanken zu machen oder Videos nach interessanten Aspekten zu durchsuchen.

 

– Seit Anfang April hast Du Deinen Wohnsitz nach Melsungen verlegt, sitzt seitdem quasi in Quarantäne ohne erkrankt zu sein und versuchst dabei, Dich irgendwie häuslich einzurichten.

Naja, auch in Coburg hätte ich aktuell nicht mehr machen können. Da sitzen wir halt alle im selben Boot, ob wir wollen oder nicht.

 

– Stellt sich da so etwas wie „Lagerkoller“ ein? Wie kann man sich aktuell Deinen Tagesablauf vorstellen?

Eigentlich nicht. Der Handball nimmt trotzdem seine ihm zustehende Zeit ein. Auch wenn mir die Arbeit mit den Jungs natürlich fehlt und ich meine Mannschaft endlich gern persönlich kennenlernen würde. Wir feilen im Trainerteam jetzt schon an den Trainingsplänen, um vorbereitet zu sein, wenn es wieder los geht. Momentan entwickeln wir spannende Ideen, um gemeinsam als MT Talents noch besser zu werden. Außerdem gibt’s immer noch einiges in der neuen Wohnung zu tun. Und inzwischen hab ich meinem Bonsai, den ich in Coburg zum Abschied von Freunden geschenkt bekam, einige weitere kleine Bäumchen zur Seite gestellt. 😉

 

– Was tust Du, um trotz der ungünstigen Umstände den Kontakt zur Mannschaft aufzubauen? Wie klappt der Austausch mit Deinen neuen Kollegen?

Ich hatte gerade auch im Hinblick auf Björn Brede gehofft, dass die A-Jugend die Saison doch noch zu Ende spielen darf. Nachdem sich das ja leider zerschlagen und sich Björn von der Mannschaft verabschiedet hat, hab ich über Handy Kontakt zu den Jungs aufgenommen. Mit den Kollegen ist das völlig unproblematisch. Axel Renner und ich kennen und schätzen uns schon lange und mit Georgi Sviridenko habe ich 1998/99 gemeinsam die A-Lizenz gemacht. Auch mit meinem Co-Trainer Florian Maienschein und Athletiktrainer Dr. Florian Sölter stehe ich in regem Austausch. Die anderen Trainer werde ich jetzt sicher auch nach und nach kennenlernen. Der Einstieg ist mir somit sehr leicht gefallen.

 

– Dein künftiges Team hat in der abgebrochenen Saison eine hervorragende Rolle gespielt. Erwartest Du durch die Zwangspause Rückschritte und wenn ja, in welchem Bereich speziell?

Klar vermissen es die Jungs, in der Halle zu stehen und Handball zu zocken. Genauso wie ich auch. Und es wird sicher nicht möglich sein, von heute auf morgen gleich wieder bei 100% zu sein. Aber das Problem haben alle. Außerdem bietet die Situation auch die große Chance, kleinere oder größere Verletzungen auszukurieren, beziehungsweise an individuellen Schwachpunkten zu arbeiten.

 

– Für alle Clubs sind die Voraussetzungen, wie Du sagst, momentan gleich. Wird es zur neuen Saison dennoch Unterschiede geben, die aus dem Umgang mit der Krise resultieren?

Das ist schwer zu prognostizieren. Wir als MT Talents werden alles dafür tun, um möglichst gut auf den Restart vorbereitet zu sein. Entscheidend wird sein, wie viel unsere Jungs jetzt investieren! Die Spieler und die Mannschaften, die gerade jetzt am intensivsten arbeiten, während viele sich zurücklehnen, die werden einen deutlichen Vorsprung haben.

 

– Was kannst Du konkret tun, um die Motivation für kommende Saison bei den Spielern hoch zu halten?

Ich denke nicht, dass da viel Aktion von mir nötig sein wird. Ich bin überzeugt, die Jungs haben selbst richtig Bock, dass es endlich wieder losgeht. Alle brennen darauf, ihr Können auf dem Spielfeld wieder unter Beweis zu stellen.

 

– Wie lange denkst Du braucht eine Mannschaft, um aus dieser Individualphase zum Teamspirit zurückzufinden?

Nach allem was ich über die Mannschaft gehört habe, sehe ich da überhaupt kein Problem. Fast alle kennen sich untereinander schon seit vielen Jahren. Das ist eine eingeschworene Gemeinschaft, ob nun mit dieser Zwangsunterbrechung oder ohne.

 

– Und wann glaubst Du persönlich, wann es wirklich aktiv für Dich losgehen kann?

Gute Frage. Genauso wie alle anderen muss auch ich da auch die allgemeine, vor allem politische, Entwicklung abwarten. Hallentraining erwarte ich erst wieder nach den Sommerferien. Ich hoffe aber, dass es vielleicht vorher schon wieder möglich sein wird, in kleinen Gruppen im Freien zu trainieren. Das wäre ja zumindest mal ein Anfang!


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