„Zusätzliche Anreize für den Polizeiberuf“

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Hessische Polizeianwärter erhalten monatliche Sonderzulage über 150 Euro

 

Wiesbaden. Anwärterinnen und Anwärter für den Polizeivollzugsdienst werden ab September in Hessen im Ländervergleich am besten bezahlt werden. Die Initiative ist Teil eines Gesamtpakets, um die besten Bewerberinnen und Bewerber für die zahlreichen zusätzlichen Stellen bei der hessischen Polizei zu gewinnen.

„Mit unseren Sicherheitspaketen haben wir bereits seit 2015 für mehr Stellen denn je bei der hessischen Polizei gesorgt. Die personelle Verstärkung führen wir auch in den kommenden Jahren fort. Bis 2022 suchen wir zusätzlich zu den altersbedingt ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen jährlich 250 weitere Polizeianwärterinnen und -anwärter. Damit wir die besten Bewerberinnen und Bewerber für unsere Polizei gewinnen, haben wir zusätzliche Anreize geschaffen, in Hessen den Polizeiberuf zu ergreifen. Mit unserer Sonderzulage über 150 Euro für Polizeianwärterinnen und -anwärter stellen wir sicher, dass die angehenden Polizisten während ihrer Ausbildung in keinem anderen Bundesland so viel im Portemonnaie haben, wie in Hessen“, sagte der Hessische Innenminister Peter Beuth.

Derzeit erhalten Polizeianwärter im ersten Studienjahr in Hessen rund 1.345 Euro (brutto). Die Nachwuchskräfte, die im September dieses Jahres eingestellt werden, werden einen Anwärtersonderzuschlag in Höhe von 150 Euro bekommen. Mit dem Zuschlag wird der Polizei-Nachwuchs in Hessen im Vergleich zu den anderen Bundesländern künftig am besten bezahlt. Neben den gestiegenen Anwärterbezügen wirbt Hessen mit weiteren Maßnahmen und Angeboten um die besten Bewerberinnen und Bewerber: So sorgt eine umfangreiche crossmediale Werbekampagne dafür, dass einer breiten Öffentlichkeit die Attraktivität des Polizeiberufs und die Bewerbungsmöglichkeiten bekannt gemacht werden. Zugleich wurden die Bereiche Nachwuchssicherung und Einstellungsberatung personell verstärkt; Bewerberberatung und Bewerberbindung wurden intensiviert. Die hessische Polizei führt zudem verstärkt Informationsveranstaltungen für potentielle Bewerberinnen und Bewerber durch. In allen Flächenpräsidien können Interessierte Bewerbertrainings besuchen.

Zugleich wurde das potentielle Bewerberfeld erweitert: So können sich künftig auch Bewerberinnen und Bewerber mit einer Größe ab 155cm (statt zuvor 160cm) bei der hessischen Polizei bewerben. Zudem wurde das Höchstalter für Bewerber von 32 Jahre auf 36 Jahre angehoben. Außerdem werden Bewerberinnen und Bewerber nunmehr zum Eignungsauswahlverfahren ohne Berücksichtigung der Sehstärke eingeladen. Eine notwendige Verbesserung der Sehstärke kann dann nach einem erfolgreich absolvierten Eignungsauswahlverfahren durch eine Augenlaseroperation erfolgen 

„Sämtliche Maßnahmen zielen darauf ab, möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber für die zusätzlichen Stellen bei der hessischen Polizei zu gewinnen. Die grundsätzlichen Testanforderungen im Eignungsauswahlverfahren bleiben davon unberührt. Die Anforderungen an die zukünftigen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten sind gleichbleibend hoch. Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen die Qualitätsanforderungen der hessischen Polizei ohne Abstriche erfüllen. Wir wollen eine Bestenauslese. Dafür brauchen wir ein starkes Bewerberfeld. Damit wir die Tüchtigsten und Redlichsten für die hessische Polizei gewinnen, investieren wir in unsere Nachwuchsgewinnung, Beratung und Betreuung“, sagte der Innenminister. 

Im Jahr 2019 hatten sich 8.275 Bewerberinnen und Bewerber bei der hessischen Polizei beworben. 1.138 davon haben die Eignungsauswahl bestanden. Tatsächlich eingestellt wurden davon schließlich 948 Polizeianwärterinnen und -anwärter. Im gleichen Jahr wurden nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums an der Hochschule für Polizei und Verwaltung 767 Beamtinnen und Beamte zur Kommissarin bzw. zum Kommissar ernannt. Diese neuen Polizisten hatten 2016 ihr Studium begonnen. Dieser Jahrgang umfasste ursprünglich 896 Anwärterinnen und Anwärter; rund 14 Prozent haben das Studium nicht zu Ende geführt. 

Für den Einstellungstermin Februar 2020 haben 490 Bewerberinnen und Bewerber die Eignungsprüfung bestanden. Da 73 zu diesem Zeitpunkt aus eigener Entscheidung nicht zur Verfügung standen, 85 im weiteren Verfahren abgelehnt wurden, konnten letztlich 332 Anwärterinnen und Anwärter zum Februar eingestellt werden.  

2.270 zusätzliche Polizeivollzugsbeamte seit 2015

Die Hessische Landesregierung hat bereits mit den Sicherheitspaketen I und II massiv in zusätzliches Personal für die hessische Polizei investiert. Die ersten ausgebildeten Einsatzkräfte verstärken bereits die Polizei bei ihrer täglichen Arbeit. In diesem Jahr werden zusätzlich rund 570 Polizistinnen und Polizisten die Ausbildung abschließen und im Regeldienst für Verstärkung sorgen. Sie entstammen dem Einstellungsjahrgang 2017, dem mit Abstand größten Ausbildungsjahrgang in der Geschichte der hessischen Polizei. Mit dem im Haushalt 2020 hinterlegten Sicherheitspaket III wird gewährleistet, dass auch nach 2022 weitere zusätzliche Polizistinnen und Polizisten in den Dienst kommen. Von 2020 an werden hierfür jährlich 250 zusätzliche Anwärterinnen und Anwärter ihr dreijähriges Studium beginnen. Diese Stellen sind zusätzliche Verstärkungen zu dem ohnehin in jedem Jahr erfolgenden Ersatz für Personal, das altersbedingt aus der hessischen Polizei ausscheidet.

 „Wir investieren nicht nur in die Quantität der Stellen, sondern auch in die Qualität. Indem wir insgesamt 399 Stellen in ihrer Wertigkeit anheben, schaffen wir neue Beförderungs- und Karrieremöglichkeiten innerhalb der Polizei. Zugleich ist dies ein klares Bekenntnis der Landesregierung für die Wertschätzung der wichtigen Arbeit unserer tüchtigen Polizistinnen und Polizisten“, so Innenminister Peter Beuth.

 Rekord-Investitionen in Hessens Sicherheit

Die Hessische Landesregierung investiert 2020 so viel Geld wie noch nie in den Bereich der Inneren Sicherheit. Während vor 20 Jahren noch 766 Millionen Euro für die Polizei im Haushalt zur Verfügung standen, liegt der Wert im Jahr 2020 bei 1,8 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so hoch. Wie der Staatsminister hervorhob, werde die Polizei durch den Personalzuwachs, die Investitionen in Ausstattung, Technik und Software sowie dem zusätzlichem Fach- und Wachpersonal nachhaltig gestärkt. Durch Stellenhebungen werden zudem neue Beförderungsmöglichkeiten innerhalb der Polizei geschaffen.


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