COVID-19: Schulschließungen bedrohen Zukunft von Kindern in West- und Zentralafrika

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 (ots) Die in der Corona-Krise verhängten Schulschließungen bedrohen die Zukunft von Millionen von Kindern in West- und Zentralafrika. Insbesondere für die Kinder, die dort in humanitären Krisen und bewaffneten Konflikten aufwachsen, ist der tägliche Schulbesuch der einzige Zugang zu Bildung. Durch die Schulschließungen drohen diese marginalisierten Mädchen und Jungen abgehängt zu werden. Bildungsförderung muss deshalb dringend in die Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie aufgenommen werden, fordert Save the Children.

Vor allem in ländlichen Regionen oder in den Vororten der großen Städte haben viele Kinder in West- und Zentralafrika zu Hause keinen Zugang zu Fernunterricht. Die Bildungssysteme in der Demokratischen Republik Kongo, in Burkina Faso, Mali, Niger und Nordnigeria sind wegen der dortigen Konflikte ohnehin geschwächt. Durch die aktuellen Schulschließungen wächst für viele Kinder noch zusätzlich das Risiko, den Anschluss zu verlieren oder die Schule ganz abzubrechen. Kinder, die zu Hause bleiben, sind zudem einer erhöhten Gefahr von Vernachlässigung, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt. Dies betrifft insbesondere Mädchen.

„Natürlich ist die Priorität der Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19, aber wir müssen gleichzeitig schon jetzt dafür sorgen, dass Kinder zu Hause ihre Schulbildung fortsetzen können“, sagt Philippe Adapoe, Leiter des Regionalbüros von Save the Children für West- und Zentralafrika. „Bildung muss ein integraler Bestandteil der Maßnahmen gegen COVID-19 sein, denn es geht hier um die Zukunft von Millionen von Kindern. Die Krankheit wird irgendwann abklingen, aber die Kinder könnten die Folgen ihr Leben lang spüren. Bisher wurde zu wenig dafür getan, dass Kinder zu Hause weiter lernen können“, betont Philippe Adapoe. „Die Regierungen der betroffenen Länder müssen mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft diese Herausforderung meistern. Wenn wir bei der Bildung nicht auf Kontinuität achten, werden wir erleben, dass viele Kinder, vor allem Mädchen, die Schule abbrechen. Wir sollten unsere Lehren aus der Ebola-Krise ziehen.“

Save the Children ruft die Regierungen und die internationale Gemeinschaft auf:

-  dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Auswirkungen der Schulschließungen abzumildern. In Afrika, wo Millionen Menschen keinen Zugang zum Internet haben, können Radio- und Fernsehprogramme Kindern den Zugang zu Bildungsangeboten erleichtern. Die Regierungen müssen ferner die Lehrer in die Lage versetzen, einen qualitativ hochwertigen Fernunterricht anzubieten. 
-  dass es für Kinder neben dem Fernunterricht eine angemessene Betreuung gibt sowie eine spezifische Unterstützung für die bedürftigsten Kinder. 
-  dass weitere Auswirkungen von Schulschließungen wie der Wegfall von Schulmahlzeiten abgefedert werden. Zudem müssen Risiken wie Kinderarbeit, Missbrauch und Ausbeutung, die im Zuge der Schulschließungen erhöht sind, minimiert werden. 
-  dass Mädchen besonders vor Ausbeutung und Kinderheirat geschützt werden. Mädchen dürften unverhältnismäßig stark in die Betreuung von kranken Familienmitgliedern oder jüngeren Geschwistern eingebunden werden, wodurch ihr Recht auf Bildung eingeschränkt wird.

Die jüngsten Zahlen der UNESCO zu den weltweiten Schulschließungen finden Sie hier:

https://en.unesco.org/covid19/educationresponse

 

Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V

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