Bundeswehr und Werbung: 6 Millionen Corona-Schutzmasken verschwunden

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Vor Tagen berichteten wir, dass die Bundeswehr bei der Beschaffung von Schutzausstattung für andere Ministerien und Behörden mit ihrer „Fachexpertise“ helfen wolle.
Coronavirus: Bundeswehr unterstützt bei der Beschaffung von Schutzausstattung

(HIER)

Zitat: „Die Bundeswehr stellt hier ihre Fachexpertise in der Beschaffungsorganisation im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr zur Verfügung, die in dieser Form in Deutschland einzigartig ist. Hier wurde ein erster Überblick über die bundesweit möglichen Beschaffungen zusammengetragen und es konnten bereits innerhalb weniger Tage erste Verträge geschlossen werden.“

Der Artikel ging viral, stieß auf Zustimmung wie auch auf Protest. Gerade durch die, die bei der Bundeswehr waren. Viele Soldaten sahen sich bestätigt. Andere nicht. Aussenstehende runzelten die Stirn. Der verängstigte Bürger hoffte… irgendwie auf ein Wunder. Oder zumindest, dass es nicht SO schlecht wäre.

Der Artikel von uns HIER

Die zuständige Behörde, das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) wurde vom Autor als Bundesamt der Mängelwirtschaft für Verplanung und Verpeilung zum Nichtnutzen der Bw (BAMwVVNNBw) bezeichnet. Allein das trieb machen „Experten“ in dieser Behörde zu Weißglut.

Jetzt sind in Kenia, der logistischen Drehscheibe im ostafrikanischen Bereich nach Indien und China aufgrund der für afrikanische Verhältnisse guten Ausstattung von Häfen (Mombasa) und Flughäfen (Nairobi), beim Umschlag sechs (6!) Millionen Atemschutzmasken der Schutzstufe 2 verschwunden. Also im engeren Sinn von weg!

Es mag mit zwo Dingen zusammenhängen, für die die Behörde natürlich auch wieder keinerlei Verantwortung trägt. Wie immer bei der Bundeswehr. Oder wie für alles, was dort passiert.

  • Kenia ist eines der Länder mit der höchsten Korruption in Afrika und weltweit. 90% der Hilfsgelder erreichen nie den Empfänger oder das Projekt. Teile wertvoller Ladungen verschwinden regelmäßig. Gern auch mal ganze Ladungen. Behörden interessiert das nicht. Ermitteln afrikanisch. Oder auch gar nicht. Kommt darauf an, wie man… sie einbindet. Beteiligt. Sie für Zustimmung, Ablehnung oder Mitarbeit bewegt. Nun auch bei Ermittlungen. Die gerade anlaufen. Auf Betreiben der Bundeswehr…
  • Der Transport oder die Lieferung von Gütern erfolgt bei der Bundeswehr nach Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten. Das ist schön. Freut den Bürger und Steuerzahler zu hören. Auch im Einsatz, im Krieg und im Notfall. Im letzteren Fall dann auch durchaus unwirtschaftlich.
    Offensichtlich ist Corona für die Bundeswehr kein Notfall.Aus AFG weiß der Autor beispielsweise, dass die Bundeswehr selbst kritisches Wehrmaterial wie Munition, Waffen, Funkgeräte und auch ganze Panzer unbegleitet und ungesichert(!!) via zivilen Subunternehmen von Karashi (Hafen in Pakistan) über Land zu ihren PRTs nach Nordafghanistan transportiert hat. Die Taliban griffen regelmäßig diese Konvois an. Plünderten sie. So auch den Container mit ein paar tausend P1-Pistolen aus Bundeswehrbeständen, die für die afgh. Armee vorgesehen waren (Artikel von 2009: https://www.welt.de/politik/ausland/article4816802/Bundeswehr-Pistolen-auf-Schwarzmarkt-gehandelt.html ). Danach wurden ISAF-Soldaten mit deutschen Pistolen beschossen. Folgen hatte das für die Beauftrager des Transports nicht. – Soviel zur Denke der „Experten“. Denn sicherheitsrelevante Transportbegleitung und Bewachung kosten halt Geld.

Dass im Falle von Corona sich gerade im unterversorgten Afrika mit Masken nun Geld machen lässt, ist eigentlich klar. Die Lage in Kenia war und ist bekannt. Dass der Güterumschlag dort überwacht / bewacht werden muss, gern auch mit „ortsüblichen Zuwendungen“ an Behörden und zuständigen Stellen hinreichend abgesichert, ist jedem Unternehmer klar, der in Afrika mit Waren, Gütern und Produkten agiert. Gerade dann, wenn sie wertvoll oder begehrt sind. Aber grundsätzlich, wenn sie wertvoll und begehrt sind.
Man hätte auch zuständige Militärattachestäbe samt Botschaft einbinden können, zumal in Kenia einer von nur vier dieser Dienststellen in Afrika gewesen wäre. Wenn man gewollt hätte.

Selbstverständlich hat sich jeder an Prozesse, Vorschriften und Dienstwege gehalten. Ergo ist wieder mal alles gut. Keiner hat Schuld. Leider hat auch keiner sein Hirn angeschaltet. Aber das ist bei der Bundeswehr im logistischen Bereich auch nicht zwingend vorgeschrieben. Schon seit zwanzig Jahren nicht mehr. Warum das bei Corona ändern? Wieder mal schlechtes Karma gewesen. sic!

Aber zur Beruhigung hier die wirklich wichtige und gute Verlautbarung der „Bw-Beschaffungsexperten“: Es handelt sich nur um einen Bruchteil der beschafften Güter…. Na dann. Statistisch gesehen sollte also etwas ankommen, wofür der Bürger gezahlt hat.

Dass AKK zu diesem Thema nicht zu sagen weiß, verstehen wir. Sie arbeitet auf den Stichtag zu, wo sich ihre Abdankung finanziell lohnt. Irgendetwas gezahlt wird, was jetzt nicht fällig wäre. Auch eine Art von Beschaffung. Die bei allen verantwortlichen Politikern zu finden ist. Dafür aber grundsätzlich funktioniert!

Im Übrigen möchte der Autor an seiner Idee für die nächste YouTube-Serie der Bw festhalten:
„Die Beschaffer: Wir.Fliegen.Raus!“

 PS.: An alle, die sich aufgeregt haben: QED


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