Augenzeugenbericht zur Tat in Volkmarsen

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Es ist schon komisch.

Da knallt ein Wahnsinniger nur 150 cm an mir vorbei, weil ich auf ner Verkehrsinsel stand und die wollte er ja nicht treffen, sondern möglichst viele Menschen – also weicht er dieser aus.

Sonst wäre ich dran gewesen am heutigen Rosenmontag -komisches Gefühl sowas.

Ja -ich stand am heutigen Tag in Volkmarsen auf dem Steinweg, Ecke Arolser Straße und machte Bilder von einem fröhlichen Karnevalsumzug.

Schurri, Schurri höre ich überall. Lustige ausgelassene Menschen die sich toll kostümiert hatten.

Bereits seit 8.25 min rollt der Festzug auf mich zu, bzw. an mir vorbei. Ich mache Fotos und ein Video des fröhlichen Umzuges. (was aber niemand zu sehen bekommt, außer der Polizei)

Plötzlich höre ich hinter mir durchdrehende Reifen und drehe mich gerade noch rechtzeitig um.

Tausende Gedanken schießen durch meinen Kopf. Was soll denn das? Wo kommt der denn her? Sieht der denn gar nicht die Leute?


Die Polizei hatte veranlasst, dass mehrere Fahrzeuge auf der direkten beschleunigungsfähigen Spur diese blockiert haben.

Mehrere Lieferwagen standen dort wie schon seit Jahren übrigens.

Auch die Polizei stand mit zwei Einsatzwagen auf der Arolser Straße.

Da knallt dieser „Mann“ mehr oder minder durch die Absperrung und direkt auf mich zu.

Das Fahrzeug hatte zu diesem Zeitpunkt lockere 70-80 km/h drauf und beschleunigte.

Dann hat mich das Fahrzeug passiert und rast auf einen großen Traktor zu, weicht aber nach links aus und zieht direkt in den Festzug rein.

Männer, Frauen und Kinder fliegen durch die Luft.

Dann korrigiert das Fahrzeug nochmal die Richtung und zieht mehr nach rechts, bevor es endgültig vor dem Rewe zu stehen kommt.

Überall liegen Verletzte herum, man hört Menschen schreien. Viele Menschen laufen in die Richtung um zu helfen und flüchten nicht in Panik.

Der Apotheker dort geht geistengegenwärtig sofort in seinen Laden und holt Verbandsmaterial und verteilt dieses.

Alles lange bevor die Rettungskräfte vor Ort sind.

Die Polizisten ziehen Schutzkleidung an, weil sie zunächst auch nicht recht wussten was nun vorliegt.

Dann zerren sie den Fahrer aus dem Fahrzeug.

Die ersten Rettungskräfte treffen ein und kümmern sich um die Leute.


Ich selbst bin noch ganz fassungslos, wie man sowas machen kann, denn eines ist sicher für mich, dass war kein Versehen.

Das war bewusst und gewollt.


Natürlich kenne ich einige der Menschen die verletzt wurden und hoffe ganz inständig, dass sie und die anderen vielen verletzten

Menschen wieder glücklich und gesund werden können.

 

Ich drücke Nadine und ihrem schwerverletzten Kind ganz ganz fest die Daumen!!!

10 thoughts on “Augenzeugenbericht zur Tat in Volkmarsen

  1. Herrn Bültermann sei Dank, dass er seine Aufnahmen nicht an die Medien verkauft hat. Ein barbarischer Akt war das und ist einfach nicht zu fassen. Wie ist es mögich, dass ein Mann aus dem gleichen Ort, der sicher viele Menschen dort kennt, eine solch grausame Tat inszeniert. Egal, wer an wen oder was glaubt, aber bittet alle darum, daß diese Menschen wieder genesen und alle wieder ganz gesund werden. Wie kann eine solch entsetzliche Tat gesühnt werden? Wieviel Hass und Menschenverachtung hat diesen Mann zu einer solchen Tat getrieben?! Da schaut man einem Nachbarn in die Augen und weiß nicht, welche satanischen Gedanken sich in seinem Kopf abspielen. Was ist bloß los mit unserer Welt, dass sich solche Taten ereignen können und der Hass kein Ende nimmt. Ich bin erschüttert und traurig.

  2. Lieber Herr Bueltemann,

    ich danke Ihnen vor allem dafür, dass Sie Ihr Bildmaterial nicht veröffentlichen. Solche Vorgänge sind schrecklich genug und die Leiden der Opfer, die solche Bilder bestimmt nie wieder loswerden, müssen nicht auch noch durch sensationssüchtige Menschen daran erinnert werden.
    Bemerkenswert finde ich auch die positiven Reaktionen der Menschen, und dass Sie so darüber berichten, was in den üblichen Medien leider untergeht, weil sich Leid und Elend besser vermarkten lässt.

    Ich wünsche Ihnen und den Opfern alles erdenklich Gute. Mögen Sie die Kraft haben das Geschehene bald und hoffentlich vollends verarbeiten können.

  3. Hallo Herr Bültemann,
    vielen Dank für Ihren sachlichen Bericht.
    Schrecklich wenn man so etwas direkt erlebt und all die schrecklichen Bilder verarbeiten muss. Auch wenn Sie in Ihrem Berufsalltag sicherlich schon einiges erleben mussten. Das es Menschen gibt, die zu solch Taten fähig sind, ist unfassbar. Niemals rechnet man mit so etwas schrecklichem und das in seinem kleinen Städtchen.
    Ich drücke allen Verletzten ganz fest die Daumen und hoffe, das alle wieder ohne körperliche Beeinträchtigungen ihr Leben genießen können.

    MfG
    Ingo S.

  4. Hallo herr Bueltermann,

    auch ich danke Ohne für Ihre Darstellung der Ereignisse.
    Schrecklich, unerklärlich und für alle Beteiligten ein Trauma…. einfach grauenhaft!

    Frage an Sie : sind Sie Polizist und waren dort im Einsatz ?

    Viele Grüsse

    Frank G.

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