Braunkohleausstieg – Licht und Schatten für uns…

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„Wo viel Licht ist, ist auch Schatten“, so eine Volksweisheit, die leider auch auf die Braunkohle zutrifft. Jahrzehntelang sorgte sie für billige Energie. Versorgte die wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. Im Westen, wie auch im Osten unseres Landes. Machte uns in der Stromversorgung fast autark. Hielt die Lichter in Industrie wie auch in Haushalten am Leuchten.
Damit soll nun Schluss sein. Ähnlich dem Atomausstieg über Nacht, wurde nun auch der (Braun)Kohleausstieg etwas hastig beschlossen. Gleich nach dem Verstromung von Steinkohle an sich.

Und weil das nicht reicht, denken gewisse Schattenmacher auch gleich schon an den Gasausstieg. Dunkelheit will auch gekonnt gestaltet werden.

Und das wird die teuerste Dunkelheit der Menschheitsgeschichte. Nirgendwo wird mehr dafür bezahlt, um Glühbirnen Licht spenden zu lassen. Und Arbeitsplätze zu erhalten. Oder auch nur eine Suppe warm machen zu können. Mitunter auch sich selbst warm halten zu können.

Die Kraftwerke, die aus der Kohle Strom gewannen, versorgten auch die Bagger, Umsetzer, Förderbänder und die gesamte Infrastruktur des Systems mit Strom. Keiner der Riesenbagger im Braunkohletagebau hat je CO2 ausgestossen.
Unsere Braunkohlekraftwerke gehörten zu den leistungsstärksten, umweltfreundlichsten und effizientesten ihrer Art. Weltweit. Wurden wie unsere außer Betrieb genommenen Atomkraftwerke ständig modernisiert. Dem Stand der Technik angepasst. Selbst dem Stand der Befindlichkeiten. Und die mussten nicht unbedingt immer etwas mit Logik zu tun haben.

Im Atomausstieg wurden gern Fukushima, Windscale, Harrisburg und Tschernobyl bemüht. Alle weit weg. Alle nicht auf deutschem Sicherheitsniveau. Aber alle begründend genug unsere Atommeiler abzuschalten, während weltweit, dafür aber auch mitunter weit weg, dutzende neugebaut wurden. Gern auch gleich hinter der Grenze, wo sie nun für uns den Strom billig produzieren, den wir brauchen und bis zu dreimal so teuer bezahlen. Dafür haben wir dann CO2-Zertifikate billigst abzugeben, weil wir diese massig übrig haben. Die können dann eben diese ausländischen Stromkonzerne noch billiger einkaufen, damit sie für uns die Lichter am Leuchten halten.

Das sichert Beschäftigung, Umsatz und Steuereinnahmen. Zwar nicht hier, aber anderswo. Die globalisierte Welt kennt auch auf dem Strommarkt Lichtgestalten – und halt Verlierer im Schattendasein.

Natürlich ist ein Tagebau nicht schön anzusehen. Die Gruben sind… gewaltig. Monströs. Löcher der Gigantonomie. Doch anderserseits will auch das mit Strom versorgt gewesen sein, was wir hier als lebenswert ansehen. Oder noch brauchen.

Alles hat im Leben einen Preis, der bezahlt werden will. Nichts ist umsonst!“

Wer Benziner und Diesel abschaffen will braucht zusätzlichen Strom. Die Digitalisierung benötigt auch zunehmend mehr Strom. Und das nicht zu knapp. Allein das weltweit so beliebte Schürfen von Cryptowährungen verbraucht den Strom von Kleinstaaten. Doch das wird nicht gesehen. Schon gar nicht die Tatsache, dass eben diese Bedarfe sprunghaft ansteigen. Einen Mehrverbrauch aufzeigen.

Wenn Klein-Greta und ihre willigen Lemminge von Klimahysterikern über Umwelt und CO2 debattieren, dann aus der Sicherheit einer beleuchteten Umgebung heraus. Natürlich ist die Umwelt wichtig. Da wurde seit 50 Jahren auch viel getan und noch mehr erreicht. In den 60er Jahren hätte Greta nicht nur CO2 „sehen können“, sondern mit Sicherheit auch riechen und schmecken. Hätte vermutlich den ersten Atemzug nach der Geburt nicht überlebt, wenn man ihre heutigen Maßstäbe anlegen würde. Komisch, dass wir alle überlebt haben.

Teurer Strom treibt auch die anderen Kosten nach oben. Strom wirkt querschnittlich auf alles. Gerade auch über die Produktion von Gütern sowie Erstellung von Leistungen und den Transport. Und in einer globalisierten, vernetzten Welt, kostet auch jede CPU-Sekunde dank der Digitalität… Strom. In der vielbeschworenen Konnektivität der Systeme und Software dann gleich mehrfach. Fast wie eine Kettenreaktion, die von einem Datensatz angestößen wird. Bei jeder einzelnen Übertragung!
Dass jetzt parallel bis zu 30% der Windräder abgebaut werden müssen, vermag die Stimmung nicht einzutrüben. Auch nicht, dass man sie deshalb nicht weiterbetreibt, weil sie kaputt sind, sondern nur, weil die Förderung ausläuft und sie so schlicht unwirtschaftlich im Betrieb sind. Man höre und staune, was uns da so alles als Licht verkauft wurde.
Erwähnenswert sind auch die noch höheren Rückbaukosten, da sie aus großen Teilen nun zu Sondermüll werden, der kaum recycelt werden kann. Ein kleiner Planungsfehler, der nicht stört. Im Gegenteil. Bei den Batterien der E-Autos wird er gerade wiederholt.

Dass Braunkohlekraftwerke auch lokale Wetterlagen beeinflusst haben stimmt. Kühltürme und Restabgase gab es. Und während wir hier ein paar dutzend Kraftwerke abschalten werden, werden weltweit hunderte neu gebaut, die dort dann lokal helfen werden das Wetter zu verändern. Auch mit technischen Standards, die hier seit vierzig Jahren Geschichte sind. Dafür sind diese Kraftwerke aber billiger als das, was wir so betreiben. Betrieben haben.

Natürlich demonstriert man daher nicht in China, Indien, Brasilien oder Russland und den USA. Wie Greta in den USA angekommen ist, so beim Durchschnittsamerikaner, war schön im Fernsehen zu sehen. Andererseits werden gewisse Organisationen gern auch von eben ausländischen „Förderern“ gesponsort. Die DHU von Toyota zum Beispiel. Ein Schelm, der hier Böses denkt und Schatten sieht. Es sei denn, es sind Gasleitungen aus Russland.

Überhaupt ist es schwer vorstellbar, dass wenn bei uns Licht zu Schatten wird, sich irgendetwas weltweit am Klima ändern wird. Noch nicht mal dann, wenn wir hier in Deutschland alle auf der Stelle tot umfallen und alles einstellen. Inklusive der eigenen CO2-Produktion. Warum? Weil jedes Jahr 80 Millionen mehr Menschen geboren werden als sterben. Und die brauchen nun mal auch Licht. Und auf Dauer davon immer mehr, da auch die mal irgendwann neben Licht auch BitCoins, Handys, Flugtaxis und 100m²-Wohnungen haben wollen.

Wie unsere Stromerzeugung, egal ob fossil oder atomar, die Oberflächenerwärmung auf Mond und sogar Mars steigern konnte bleibt ein Rätsel, zu dem selbst der NASA nichts einfällt. Dennoch steigen auch die Temperaturen auf den restlichen Himmelskörpern unseres Sonnensystems. Schaffen dort überall einen Klimawandel durch Erwärmung.
Schon erstaunlich, was so alles im Lichte einer nüchternen Betrachtung aus dem Schatten hervorspringen kann. Aber gut, dass es ein sich verändernder Sonnenzyklus nicht sein kann, der eine Erderwärmung verursacht haben könnte. Überall sonst im Sonnensystem, halt nur nicht auf der Erde. Weil das hier auch noch nie vorgekommen ist.

Warum sind wohl die Gletscher der Eiszeit geschmolzen? Weil die Neanderthaler damals schon zu viele fossile Brennstoffe verbrannt hatten. Und, und das ist der abschließende und unschlagbare Beweis(!), dass das falsch war: Die Neanderthaler sind allesamt ausgestorben! (sic!)

Daher kann es nur richtig sein alles im Lichte dieser Erkenntnis auszuklammern, wenn es um den Braunkohleausstieg geht. Sonnenzyklus, was andere machen, was wir selbst brauchen, was wir demnächst brauchen werden und vor allem, was logisch, rational und ganzheitlich zu betrachten ist. Alles egal. Wir retten das Klima. Hier und jetzt für alle für immer und ewig. Ein Satz so schön wie der Anspruch dahinter. Wie könnte man es da wagen anders zu denken.

Zigtausende fangen aber an eben anders zu denken. Überlegen, wo sie denn arbeiten sollen. Und was das nun alles zusätzlich kostet. Nicht gerade die mit 100.000 Euro Jahreseinkommen, aber Rentnern, Geringverdiener und 50Plus-Arbeitnehmer schon eher. Selbst bei der Jugend wird die eigene Rentenerwartung skeptischer gesehen. 47 Beitragsjahre hören sich gerade für 18jährige nach recht viel an. Und wenn zwischenzeitlich auch noch alles viel teurer wird, der Rest vom steuergeplünderten Einkommen strafverzinst wird, zeigt selbst unser PISA-optimiertes Bildungssystem klar und deutlich auf, dass hier bald Dunkelheit herrscht. Überall dort, wo jetzt gerade die Licher brennen. Auch dank Braunkohle.

Ein anderer Aspekt sind unsere heimischen Stromversorger. Der Atomausstieg über Nacht hat da manche Bresche geschlagen, wo ausländische Konzerne gern eingesprungen sind. Mit exakt der Energie, die wir abgeschaltet hatten. Nur ist hier keinem dazu ein Licht aufgegangen. Noch nicht mal wenn polnische Klimaaktivisten in Deutschland für den Atomstrom demonstrieren. Die müssen da in Polen offensichtlich schon Strahlungsschäden oder CO2-Vergiftungen haben. So dunkel kann es doch in deren Hirnen nicht sein…

Natürlich fördert das auch etwas die Abhängigkeit von anderen. Von ausländischen Regierungen mitunter, wenn man heimische Energieträger zugunsten ausländischer Lieferungen abschafft. Was ist, wenn der böse Putin schon vorzeitig den Gasausstieg umsetzt und die Lieferungen stoppt? Macht er natürlich nicht, weil der Mann helle ist. Könnte er aber. Und dann? Bei den Franzosen um Atomstrom betteln? Der dann natürlich grün ist, weil er aus grünbemalten Kabeln kommt? Zumindest wäre der dann CO2-frei. Immerhin auch schon mal etwas.

Und weil nun auch Arbeiter langsam nervös werden, gern auch die, die von der Braunkohle leben, steigt die Wut auf Leute, die leichtfertig viel zu schnell und viel zu oft gern viel zu viel gewissen Hysterikern zu bereitwilling und zu proaktiv grundlos und unbedacht zugestanden haben. Wie das JA zum Braunkohleausstieg.
Da tauchen dann auch schon mal Bilder von Vorfällen auf, die sich in diesen Monstergruben von Tagebauen zugetragen haben sollen. Gern verkauft an geneigte Presse- und Medienvertreter, die auch hier wieder Schatten sehen, wo bei genauer tagslichttauglicher Betrachtung nichts ist oder war. Doch das stört viele nicht mehr, da sich auch die Medien dem anschließen, was da Trend ist. Und Wahrheit kann da störend und auflageverhindernd sein.

Und während langsam aber sicher das Coronavirus um sich greift, bei dem einen oder anderen den CO2-Verbaruch dauerhaft absenkt, gehen hier unbeobachtet, unkommentiert und unreflektiert weiter die Lichter aus. Werden zig Milliarden rumgeschoben, umverteilt und anderen versprochen oder gar angedienert. „Green Deal“ heisst der Trend aus EU-Ebene.

Kritischen Geistern vermag es sich nicht zu erschließen, wie das alles hierzulande mit immer weniger Stromproduzenten bei stetig steigender Nachfrage funktionieren kann. Oder auch nur bezahlbar bleibt. Auch für die Oma von nebenan, die durch mehrmalige Mutterschaft und Witwentum bei steigenden Lebenshaltungskosten immer weniger im Monat übrig hat. Wo sind die Feministinnen, die das thematisieren? Etwa in das Traumata der eigenen CO2-Produktion abgetaucht?

Mal ehrlich. Wie kann eine der größten Industrienationen der Welt, mit den höchsten Steuersätzen, den höchsten Energiekosten und steigenden demographischen Lasten so blöd sein, diese drei Stolpersteine dem Leidtragenden (Bürger) dauerhaft als „alternativlos“ anzupreisen? Sich im globalisierten Wettbewerb selbst den Kopfschuss zu verpassen? Und das mit voller Begeisterung derer, die mitunter noch nie selbst auch nur einen Euro verdient haben, uns aber sagen wollen, wie Licht richtig zu leuchten hat? Die sogar CO2 komplett abschaffen wollen aber vegan leben wollen? Da Pflanzen nochmal was genau abrauchen? Richtig…

Unter uns: mir reicht es wenn Licht brennt. Halt Licht macht. Und das billiger als jetzt. Viel billiger. Damit auch alles andere billiger sein kann und Geld übrig ist das zu tun, was alle anderen auch tun. Klar. Auch um das Klima kümmern. Aber nicht in alleiniger deutscher Konkurrenz zur Sonne, die wohl auch etwas mehr anheizt als noch vor zwanzig Jahren. Und ja, der Autor glaubt an Sonnenzyklen. Und weniger daran, dass Adam und Eva Neanderthaler zu oft und mit zu viel Holz gegrillt haben und deshalb ausgestorben sind…

Atomausstieg, Steinkohleausstieg, Braunkohleausstieg und nun gleich mal den Gasausstieg fordern zeigt doch nur eines auf: es ist Zeit ein paar Schattenlichter an den nicht so effektiven und stillgelegten Windrädern „aufzuhängen“, damit sie einen besseren Überblick bekommen. Von da können sie dann vielleicht auch geschredderte Vögel auf den Waldlichtungen liegen sehen, die für diese Windräder extra geschlagen wurden, während ein paar Kilomter weiter der Hambi (Hambacher Forst bei Köln) zum Kriegsgebiet wurde und in Berlin 150 Hektar für die E-Mobilität im Eilverfahren gerodet werden sollen. Bei nicht allzu lichten Geistern ist der Schattenwurf mitunter beträchtlich.

In Anbetracht der auf uns zukommenden Veränderungen, glaubt wohl keiner daran, dass der auch wieder überstürzte Ausstieg aus der Braunkohle für unser Land gut sein kann. Weder was Abhängigkeiten betrifft noch was die Kosten angeht. Weder für die Wirtschaft, noch für uns.

Möge hier mal einigen ein richtiges Licht aufgehen!


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