Oberbürgermeister Geselle: Warnzeichen erkennen, Demokratiefeinden entgegenstellen

Holocaust-Gedenktag 2020 #1 (Copyright: Foto: Constanze Wüstefeld/Stadt Kassel)

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Holocaust-Gedenktag 2020 #1 (Copyright: Foto: Constanze Wüstefeld/Stadt Kassel)

Mit einer Kranzniederlegung und einer Veranstaltung am Ehrenmal für die Opfer des Faschismus im Fürstengarten hat die Stadt Kassel den Opfern des Nationalsozialismus und des Massenmords an den europäischen Jüdinnen und Juden gedacht. Am 75. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz erinnerte Oberbürgermeister Christian Geselle an den Völkermord „in seiner unfassbaren Dimension, verbunden mit unsagbarem Leid und dramatischen Schicksalen, die bis heute in die betroffenen Familien wirken“.

 

Seit jeher gelte das Vernichtungslager in Auschwitz als Synonym für die nationalsozialistische Verfolgungs- und Ermordungsmaschinerie, hielt auch der Historiker Dr. Gunnar Richter noch einmal vor Augen. Obwohl man sich über das „Nie wieder“ einig sei, gebe es beunruhigende aktuelle Entwicklungen, mahnte Oberbürgermeister Geselle. „Betroffen und schockiert müssen wir feststellen, dass einige aus den dunklen Zeiten unserer Geschichte nichts lernen wollen: Antisemitismus, Ausgrenzung, Hass und Hetze nehmen zu. Nationalisten, Rechtspopulisten und Extremisten finden nicht nur mehr Zuspruch, die geistigen Brandstifter wagen sich auch aus der Deckung.“

 

Erinnerung auch an Dr. Walter Lübcke und Halit Yozgat Geselle erinnerte daher auch an Opfer rechtsextremistischer und rechtsterroristischer Gewalt: Dazu zählte er Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, der am 2. Juni 2019 von einem mutmaßlich rechtsextremistischen Täter erschossen worden war. Im Jahr 2006 hatte die Terrorvereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) den Kasseler Bürger Halit Yozgat getötet.

„Darum gedenken und mahnen wir“, betonte Geselle. „Um Warnzeichen zu erkennen, gefährliche Entwicklungen aufzuzeigen und uns Hetzern, Demokratie- und Menschenfeinden entgegenzustellen. Wir haben aus unserer Geschichte gelernt und werden nicht zulassen, dass Menschenfeinde und Terrorismus unseren inneren Frieden bedrohen! Wir müssen wachsam sein, ob in den Schulen, in Vereinen, am Arbeitsplatz, aber auch im Internet und den sozialen Netzwerken! Es gilt, unser friedliches Zusammenleben, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung zu schützen.“


 

 

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