Die Aufgabe der Glühkerze im Auto: Tipps und Infos

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Bildunterschrift: Defekte Glühkerzen frühzeitig erkennen um sie auszutauschen (Foto: Pixabay.com)

Dieselmotoren sind Selbstzünder. Das bedeutet, dass sie zum normalen Arbeiten keine zusätzliche Zündung benötigen. Der Kompressionsdruck und die Kompressionsgeschwindigkeit des Diesel-Luft-Gemisches reicht aus, um es zur Explosion zu bringen. Das gilt jedoch nur dann, wenn der Dieselmotor auf Betriebstemperatur ist.

Die Glühkerzen an einem Dieselmotor sind für das Vorheizen der Brennkammern verantwortlich. Sie bestehen aus einem Stahlstift, der unter Spannung zum Glühen gebracht wird. Der Dieselmotor startet mit vorgeheizten Brennkammern wesentlich besser als wenn er nur kalt gestartet wird. Unterhalb einer bestimmten Mindesttemperatur startet der Dieselmotor überhaupt nicht mehr, wenn die Glühkerzen defekt sind. Diese zu wechseln ist jedoch nicht ganz so einfach.

Defekte Glühkerzen erkennen

Defekte Glühkerzen machen sich dadurch bemerkbar, dass das Auto immer schlechter anspringt. Wenn der Motor dann angesprungen ist, läuft er bis zum Erreichen der Betriebstemperatur sehr schlecht. Er macht unangenehme Geräusche, erzeugt starke Vibrationen und hat nur eine verminderte Leistung. Gewissheit schafft ein Blick auf den Fehlerspeicher. Eine defekte Glühkerze wird eindeutig von der Motorsteuerung diagnostiziert und angezeigt.

Folgen defekter Glühkerzen

Eine defekte Glühkerze ist immer eine hohe Belastung für den Motor und die Abgasreinigung. Bis der Motor Betriebstemperatur erreicht hat, drückt der nicht arbeitende Zylinder Kraftstoff in den Auspuff. Die Dieselfilter und Katalysatoren verkoken dadurch sehr schnell. Außerdem geht ein unrund laufender Motor zu Lasten der Lager der Pleuel und der Kurbelwelle. Bei einer defekten Glühkerze ist daher Handlungsbedarf, der nicht aufgeschoben werden kann. Glühkerzen werden immer im Set gewechselt. Hält man sich an die empfohlenen Wechselintervalle des Herstellers, werden die beschriebenen Folgeschäden gut vermieden.

Große Unterschiede zu Zündkerzen

Das Wechseln von Zündkerzen gehört zu den ersten Fingerübungen, die ein Hobbyschrauber am Auto selbst durchführt. Zwar kann man auch hierbei einiges falsch machen. Im Großen und Ganzen ist der Zündkerzentausch aber eine recht einfache Angelegenheit. Die gut zugänglichen Bauteile mit ihrem kompakten Aufbau und ihrem kurzen aber breiten Gewinde sind beim Herausdrehen meistens sehr gutmütig.

Ganz anders sieht es da bei den Glühkerzen vom Dieselmotor aus. Diese sitzen tief im Motorraum vergraben. Im Gegensatz zu den kompakten Zündkerzen sind die Glühkerzen sehr lang und dünn. Erschwerend kommt hinzu, dass sie aus einem etwas zerbrechlichen Stahlsorte bestehen. Ein Glühkerzenabriss ist daher beim Tausch dieser Bauteile nicht selten. Eine abgerissene Glühkerze hat indes teure Folgen: Wenn es nicht gelingt, die Glühkerze aus dem Zylinderkopf zu entfernen, muss der Motor zerlegt werden. Das ist eine sehr aufwändige und teure Angelegenheit.

Zum Wechseln einer Glühkerze braucht man folgende Bauteile und Werkzeuge

  • Steckschlüsselsatz
  • Drehmomentschlüssel
  • Rostlöser
  • Glühkerzen-Fett
  • Glühkerzen-Steuergerät
  • 1 kompletter Satz Glühkerzen

Günstige Qualitäts-Glühkerzen gibt es beispielsweise bei www.AutoErstatzteile.de. Das Auto wird für den Wechsel der Glühkerzen einmal warm gefahren. Haben die Glühkerzen einmal Betriebstemperatur erreicht, lassen sie sich leichter lösen. Zunächst legt man den Zugang zu den Glühkerzen frei. Das kann je nach Fahrzeug sehr aufwändig sein. Hat man die Glühkerzen soweit frei gelegt, werden sie zunächst mit Rostlöser um ihr Gewinde herum großzügig eingesprüht. Diese Maßnahme senkt die Gefahr eines Abrisses beim Ausbau erheblich. Nun folgt ein kleiner Trick, der das Herausdrehen zusätzlich vereinfachen kann: Anstatt die Glühkerzen sofort heraus zu drehen, dreht man sie mit dem passenden Steckschlüssel ein minimales Stück weiter ins Gewinde herein. Es genügt 1/8 Umdrehung, um das Außengewinde der Kerze vom Innengewinde des Zylinderkopfs zu lösen. Beim Lösen dringt der Rostlöser noch tiefer in die Gewindegänge ein und löst sie damit an. Anschließend dreht man vorsichtig die Glühkerze heraus. Wichtig ist, dass man dabei mit Gefühl vorgeht. Wenn die Glühkerze klemmt, gibt man nochmals etwas Rostlöser auf das Gewinde und bewegt die Glühkerze innerhalb ihres Spiels. Sensibilität und langsames, gefühlvolles und konzentriertes Arbeiten sind jetzt sehr wichtig, sonst droht immer der Abriss der Glühkerze. Und das ist der „Worst Case“.

Die neuen Glühkerzen werden an Schaft und am Gewinde großzügig mit Glühkerzen-Fett eingeschmiert. Das erleichtert nicht nur den Einbau. Vor allem hat man damit für den nächsten Wechsel vorgesorgt und ein einfaches Herausdrehen der Glühkerzen gewährleistet. Beim Zusammenbau tauscht man noch das Glühkerzen-Steuergerät aus und baut alles wieder zusammen – fertig.


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