NABU: Die Verkehrswende gemeinsam gestalten

Für Umbau der Kletterweichen Tram-Sperrungen am 14. Juli abends Kassel, 9. Juli 2018. Trotz sommerlicher Hitze liegen die Bauarbeiten der KVG in der Kreuzung Am Stern im Zeitplan. Die KVG erneuert hier seit dem 22. Juni und bis zum Ende der hessischen Sommerferien erstmals nach 20 Jahren das komplette Gleiskreuz einschließlich 16 Weichen. Das Gesamt-Investitionsvolumen: rund 5,5 Millionen Euro. Um den ÖPNV während der gesamten Dauer aufrecht zu erhalten, hat die KVG den Baubereich rings um die Kreuzung Am Stern in zwei Hälften geteilt. Damit Bahnen eingleisig durch die Kurt-Schumacher-Straße fahren konnten, wurden gleich zu Beginn der Bauarbeiten zwei Auflegeweichen, am Lutherplatz und am Altmarkt, installiert. Eine dritte am Holländischen Platz sorgte für den Pendelverkehr mit Straßenbahnen Richtung Vellmar. In den ersten drei Wochen wurden im westlichen Baufeld die Gleise ausgebaut und der Untergrund für die neue Trasse vorbereitet. Am 30. Juni begann der Einbau der ersten Hälfte des neuen Gleiskreuzes Am Stern. Jetzt endet der erste Bauabschnitt und der zweite, östliche, beginnt. Dabei startet der Bauablauf von vorn: Umbau der Auflegeweichen am Lutherplatz und am Altmarkt, Ausbau der alten Gleise, Vorbereitung des Untergrundes, und etwa ab dem 21. Juli erfolgt der Einbau der zweiten Hälfte des neuen Gleiskreuzes. Für den Umbau der Auflegeweichen, die Räumung des westlichen- und die Einrichtung des östlichen Baufeldes wird am Samstag, 14. Juli, ab etwa 20 Uhr, der Abschnitt Lutherplatz bis Altmarkt für die Bahnen gesperrt. Die Tram 1, 3, 4, und 8 aus dem Kasseler Westen fahren über die Haltestellen „Rathaus/Fünffensterstraße“ und „Ständeplatz“. Die Tram 5 von Baunatal verkehrt ab „Scheidemannplatz“ zum Hauptbahnhof. Für die Tram 3, 6 und 7 bietet die KVG einen Bus-Ersatzverkehr zwischen „Scheidemannplatz“, „Ihringshäuser Straße“ und „Wolfsanger“, und für die Tram 4 und 8 Ersatzbusse zwischen „Scheidemannplatz“ und „Kirchgasse“. Alle Ersatzbusse fahren Richtung Scheidemannplatz über den Steinweg. An der Haltestelle „Rathaus/Fünffensterstraße“ können Fahrgäste in die Trams der Linien 1, 4, 5, 6 und 8 in den Kasseler Süden und Westen umsteigen. Von dort verkehren die Ersatzbusse über „Wilhelmsstraße/Stadtmuseum“ und „Scheidemannplatz“ zu den Haltestellen „Königsplatz/Mauerstraße“, „Am Stern“ und zum Altmarkt. Ab Sonntag, 15. Juli, Betriebsbeginn, fahren die Tram 1 und 5 sowie Straßenbahnen als Ersatz für die RT1 aus Richtung Vellmar nur bis zur Haltestelle „Holländischer Platz“. Die Busse und Bahnen der weiteren Linien fahren wie bereits in der ersten Bauphase. Die reguläre Bushaltestelle „Am Stern“ wird ab 15. Juli, Betriebsbeginn, wieder bedient. Am Sonntag, 5. August, kehren nach dem Ausbau der Kletterweichen Bus- und Bahnlinien etappenweise zu ihren regulären Fahrstrecken zurück. Mit dem ersten Schultag am Montag, 6. August, sollen die Kreuzung Am Stern und die Kurt-Schumacher-Straße für den gesamten Verkehr wieder freigegeben werden. Fußwege verlängern sich, Alternative: Auf Bus umsteigen Weil die Bahnen für die Linie RT1 sowie Tram 1 und 5 bereits am Holländischen Platz enden, verlängert sich der Umstieg zu den Bahnlinien am Altmarkt und Lutherplatz. Die KVG empfiehlt Fahrgästen mit Ziel Holländische Straße, auf die Linie 100 auszuweichen. Die Busse dieser Linie fahren von der Haltestelle „Königsplatz/Mauerstraße“ über „Halitplatz“ zu „Holländische Straße“. Fahrgäste mit Ziel Universität Kassel können mit der Buslinie 52 ab zum Beispiel „Königsplatz/Mauerstraße“ durch die Hoffmann-von-Fallersleben-Straße zur Haltestelle „Mönchebergstraße“ fahren. An der Haltestelle „Katzenprung“ finden sie die Tramlinien 3, 6 und 7. Ab Montag, 6. August, Betriebsbeginn, bis Freitag, 7. September, Betriebsende, verkehren die Straßenbahnen und RegioTrams vom Rathaus zur Stern-Kreuzung auch wieder durch die Königsstraße. In der Gegenrichtung werden die Bahnen montags bis freitags von 6.30 Uhr bis 17 Uhr weiter über den Scheidemann- und den Ständeplatz umgeleitet. In der übrigen Zeit fahren sie ebenfalls durch die Königsstraße. Informationen über den ÖPNV während der Bauarbeiten in der Königsstraße und in der Kreuzung Am Stern bietet ein Flyer, der in allen Bahnen und Bussen ausliegt, in den Kundenzentren sowie in vielen Geschäften der Innenstadt erhältlich ist. Mit der NVV-App können sich Fahrgäste über den aktuellen Fahrplan informieren und einen Fahrschein kaufen. Informationen zum ÖPNV-Angebot bieten außerdem die Homepage der KVG unter: www.kvg.de und das NVV Servicetelefon unter 0800-939-0800. BU zum Foto: In Schrittgeschwindigkeit fahren bis zu drei Bahnen im Pulk über die Auflegeweichen der Großbaustelle Am Stern. Eine eigene Signalanlage gibt auf der eingleisigen Strecke freie Fahrt für jede Richtung und lässt auch Pkw und Bussen Platz für ihre Aus- und Einfahrt zur Mauerstraße. Mit dem Abschluss der Hauptarbeiten auf der Westseite der Kurt-Schumacher-Straße werden in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli die Auflegeweichen umgebaut, damit die zweite Bauphase auf der Ostseite beginnen kann (Foto: KVG AG / Fischer).

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NABU – Anlässlich seiner heutigen Konferenz „Sozialverträgliche Verkehrswende“ drängt der NABU auf die Entwicklung einer Roadmap für die anstehenden Umwälzungen des Mobilitätssektors. Der NABU startete einen entsprechenden Dialogprozess und rief dazu auf, die Verkehrswende als gesamtgesellschaftliches Großprojekt zu begreifen, das nur im Verbund wesentlicher Akteure gelingen kann. Dabei kommt der Zivilgesellschaft dabei eine entscheidende Rolle als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Interessenlagen zu, die es aktiv auszufüllen gelte. Ziel soll sein, die teilweise unterschiedlichen Positionen von Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden einander weiter anzunähern und so einen gerechten Übergang in ein zukunftsfähiges Mobilitätssystem zu organisieren. Nur so kann auch einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft angesichts der enormen Herausforderungen vorgebeugt werden.

Die Verkehrswende kann nur gemeinsam gelingen. Und sie lässt sich nicht von Berlin aus am Reißbrett planen. Es müssen zentrale Weichenstellungen wie der Abbau umweltschädlicher Subventionen für fossile Kraftstoffe oder ein Ende der Vorrangstellung des Autos vorgenommen werden. Das Entscheidende aber wird sein, den Transformationsprozess und den damit verbundenen Strukturwandel in der Fläche zu organisieren.

Der NABU möchte seinen Teil zum Gelingen dieses großen Vorhabens beitragen. Dabei müssen die Anliegen der Hunderttausend Beschäftigten der Automobilindustrie ebenso berücksichtigt werden, wie die Frage nach inklusiver, verlässlicher und bezahlbarer Mobilität. Dann können die Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor schnellstmöglich und umfassend wirksam werden. Eine sozial gerechte Verkehrswende muss und kann diesen gleichberechtigten Ansprüchen entsprechen.

Bisher war die politische Debatte vor allem von einem gegeneinander Ausspielen von Klimaschutz- und Arbeitnehmerinteressen geprägt. Auch die Frage nach der Sozialverträglichkeit von Klimaschutzmaßnahmen wurde teils dazu instrumentalisiert, am bestehenden System festzuhalten, obwohl dieses selbst erhebliche soziale Verwerfungen zementiert. Das Ergebnis davon lässt sich heute besichtigen: Beim Umbau des Mobilitätssektors gibt es kaum Fortschritte. Die Verkehrspolitik hinkt beim Klimaschutz massiv hinterher und diskriminiert sozial Benachteiligte und schwächere Verkehrsteilnehmer*innen. Währenddessen setzt die Autoindustrie durch ihr zögerliches Vorgehen beim Umstieg auf emissionsfreie Antriebe ihre Zukunftsfähigkeit aufs Spiel. Über die enormen Kosten eines solchen Umbaus, geschweige denn eine effiziente Gegenfinanzierung der nötigen Investitionsprogramme, ist dabei noch gar nicht gesprochen worden. Die Roadmap, die auf der Konferenz von allen Partnern entwickelt werden soll, sieht der NABU als einzigen erfolgsversprechenden Ansatz.

An der NABU-Konferenz „Die Verkehrswende sozialverträglich gestalten“ nehmen unter anderem Vertreter*innen von IG Metall und ver.di, vom Sozialverband Deutschland, dem Deutschen Städtetag, der evangelischen Kirche und Umweltverbänden sowie Wissenschaftler*innen teil.

 

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