Bürgerbegehren kassel kohlfrei 2023 für den Kohleaustieg in Kassel erfolgreich gestartet

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Das Bündnis Kassel Kohlfrei hat in den 5 Tagen der Klimastreikwoche (25.-29.11.2019) schon tausende Unterschriften für den Ausstieg aus der Braunkohleverbrennung in Kassel gesammelt. Ein Großteil der Besucherinnen und Besucher der Fridays-for-Future Großdemonstration unterschrieb am Freitag für ein kohlefreies Kassel und auch an den Tagen zuvor konnte das zivilgesellschaftliche Bündnis an einem Stand auf dem Campus viele Unteschriften sammeln.

Marie Ossenkopf zieht zufrieden eine erste Zwischenbilanz: „Mit diesem Signal zeigen die Kasseler Bürger*innen der Politik, wie wichtig ihnen Klimaschutz ist.“ Das Bündnis erklärte jedoch, weiter sammeln zu wollen:
„Wir zielen nach so einem Start eher auf 20.000 Unterschriften und nicht auf die formal nötigen 4.501. Der Ausstieg aus der Braunkohle ist den Bürger*innen der Stadt Kassel offensichtlich ein ebenso wichtiges Anliegen wie der Ausbau der Fahrradinfrastruktur“.

Das Bündnis kassel kohlefrei hat seit seiner Gründung Anfang 2019 diverse Gespräche mit Wissenschaftlern, Politikern und  Städtischen Werken geführt. In zahlreichen Aktionen haben die Mitglieder auf das Kohlekraftwerk und die damit verbundenen CO2-Emissionen aufmerksam gemacht. Um den Rückhalt in der Stadtbevölkerung zum Ausdruck zu bringen und eine verbindliche Entscheidung zu erwirken, startete am 25.11.2019 die Unterschriftensammlung für eine Bürgerbegehren.

Auf das jetzt angelaufene Bürgerbegehren folgt bei erfolgreicher Annahme ein Bürgerentscheid. Alle wahlberechtigten Bürger*innen Kassels können dann über die Zukunft des Braunkohlekraftwerks in der Dennhäuser Straße abstimmen. Mit diesem Schritt können die Menschen in Kassel nun erstmalig direkt Verantwortung übernehmen für eine klimagerechte und
enkeltaugliche Zukunft.

Fakten zum Kraftwerk
Das Kasseler Fernwärmekraftwerk an der Dennhäuser Straße heizt derzeit noch ca. 15.000 Haushalte in Kassel vorwiegend mit Braunkohle aus dem Rheinland und Tschechien, ca. 120.000 Tonnen jährlich. Nebenbei wird auch Strom produziert. Die Kasseler Kohleverbrennung verursachte 2016 allein ca. 150.000 Tonnen CO2-Emissionen. Das entspricht rund 10  Prozent der gesamten Kasseler Emissionen – so viel, wie wenn alle Leute aus Kassel einmal nach Mallorca und zurück fliegen.
Die Städtischen Werke haben eine Strategie entwickelt, wie sie bis 2028 aus der Kohle aussteigen, nämlich durch eine Umrüstung auf die Verbrennung von Klärschlamm und Altholz. Das Bündnis kassel kohlefrei fordert, diese Umrüstung deutlich zu beschleunigen.

Über kassel kohlefrei
kassel kohlefrei ist ein Bündnis aus lokalen Gruppen und Privatpersonen, die sich für einen schnellstmöglichen Kohleausstieg in Kassel einsetzen und eine mittelfristige Wende der Wärmeversorgung anstreben. Die  Aktivengruppe der Bürger*innen-Initiative wird unterstützt von Greenpeace, dem BUND, Fridays for Future, Klimagerechtigkeit Kassel, Transition Town, Extinction Rebellion, dem Kommunennetzwerk Interkomm, dem Bildungs- und Aktionsnetzwerk Wandel e.V. und dem AStA sowie zahlreichen Privatpersonen und Expert*innen, die das Bündnis in technischen Fragen beraten. Mehr Informationen gibt es unter www.kassel-kohlefrei.de


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