Advent und Vorweihnachtszeit im Hünfelder Gefängnis

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Gospelmusik und „Nikolausgrüße aus dem Knast“

 Für die Gefangenen und ihre Familien ist der Advent und die anstehende Vorweihnachtszeit eine schlimme Periode. Die Trennung von Vater und Kind ist besonders schmerzhaft. Gefängnisseelsorger des Bistums Fulda versuchen zu helfen: einerseits indem sie das Angebot von Gottesdiensten, Musik und Gesprächsgruppen intensivieren, anderseits versuchen sie mit Weihnachtsgeschichten und Botschaften zum Hören eine Brücke zwischen Angehörigen und Insassen zu schlagen.

Der Brückenschlag gelingt in der JVA Hünfeld mit der Aktion „Nikolausgrüße aus dem Knast“ und einem musikalischen Highlight des Jahres: Der Gospelchor „Music for Joy and INSPIRATION.“

Der Chor unter der musikalischen Leitung der gebürtigen Lettin Raili Orrava, hat sich vor Monaten bereit erklärt ein Programm in der Advent-Vorweihnachtszeit mit Gospeltiteln in der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld anzubieten.

Der leitende Regierungsdirektor Lars Streiberger zeigte sich als Anstaltsleiter in einem Interview mit dem Hr-Fernseh-Team mit Frau Barbara Lindemann und später in seiner kurzen Ansprache sehr erfreut darüber, den Gefangenen ein adäquates Weihnachtsfest anbieten zu können.

Die Organisation der musikalischen Feier, die mitfinanziert wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Straffälligen-, Gefangenen- und Haftentlassenenhilfe in Fulda (AG Haft), hatten die Gefängnisseelsorger Diakon Dr. Meins Coetsier und Pfarrer Dr. Andreas Leipold, mit den ehrenamtlichen Musikern der JVA Fulda und JVA Hünfeld, Addi Haas und Tilo Zschorn, übernommen.

Auch der Sicherheitsdienstleiter Uwe Möchel und das Engagement der Justizvollzugsbeamten und des Personals der Anstalt sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Die vielen Gefangenen im Mehrzweckraum der Anstalt waren sehr angetan von der lebendigen Gospelmusik und klatschten und tanzten bis zum Ende mit.

Vor allem der Gospel-Song „O Happy Day“ von 1969 brachte die Inhaftierten minutenlang in Schwung.

Pfarrer Dr. Leipold las zwischendurch eine besinnliche Weihnachtsgeschichte vor und ein Gefangener begeisterte mit einem Lied von Johnny Cash, das für viel Freude sorgte. Der Chor verabschiedete sich und dankte den Insassen für ihre Begeisterung, was den besonderen Abend im Gefängnis schließlich angemessen abrundete. Zum Schluss sprachen die beiden Seelsorger noch einen Irischen Segen und teilten eine kleine Süßigkeit aus.

Im Nachklang des Musikevents besuchte der Gefängnisseelsorger der JVA Schwalmstadt, Michael Kullinat, mit großem Interesse die JVA Hünfeld, um mit seinen Kollegen und einigen Gefangenen über die Weihnachtszeit ins Gespräch zu kommen. Die Redakteurin der Funkredaktion des Bistums Fulda, Eva Rudolf, interviewte im Seelsorger Büro über die Aktion „Nikolausgrüße aus dem Knast“ einige Häftlinge und fragte sie, was diese Zeit vor Weihnachten für sie bedeutet. Bald bekommen die Familien von den teilnehmenden Vätern in der JVA Hünfeld, die für ihre Kinder Geschichten und Grüße im Seelsorge Büro aufgenommen haben, die dann im Tonstudio des Bistums bearbeitet und auf CD gebrannt wurden, diese Grüße zugeschickt. „Auch wenn die Tage im Gefängnis schwer sind,“ betont Diakon Coetsier, „die Sehnsucht nach Licht bleibt und das ist das wichtigste in der Advent-Vorweihnachtszeit: Menschlichkeit und Verträglichkeit.“ +++

Sendung: hr-fernsehen, „maintower“, 28.11.2019, 18:00 Uhr.

Advent hinter Gittern: Gefängnis-Seelsorger Meins Coetsier betreut die Menschen in der JVA Hünfeld

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/maintower-vom-28112019,video-108622~_story-sendung-77268.html

Katholische Seelsorge
an der Justizvollzugsanstalt Hünfeld

und der Justizvollzugsanstalt Fulda
Diakon Dr. Meins Coetsier

 


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