StreitZeit [9]: Kann wirklich jeder sein Glück machen?

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Es diskutieren: Dr. Michael Lacher (Wirtschaftswissenschaftler, Autor, und ehem. Leiter Volkswagen Coaching), Diana Ivanova (Journalistin, Autorin, Dokumentarfilmerin und Kulturmanagerin) und Professor Dr. Berthold Vogel (Soziologe, Geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen)
Moderation: Wolfram Bremeier

Montag, 2. Dezember, 19.30 Uhr, Opernfoyer         6,50 Euro

 

In der Reihe „StreitZeit“ bietet das Staatstheater Kassel eine Diskussionsplattform für brisante und kulturpolitische Themen, die von den Stücken des Spielplans inspiriert sind.

Am Montag, den 2. Dezember, wird mit Blick auf Arthur Millers berühmtes Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ die Frage gestellt, ob wirklich jede*r – gemäß des amerikanischen Traums – das eigene Glück machen kann. Willy Loman in Arthur Millers Stück sieht angesichts seines Scheiterns am Ende keinen anderen Ausweg, als sich selbst zu töten. In der Diskussionsrunde sollen die gesellschaftlichen Strukturen betrachtet werden, mit denen Menschen wie Loman in ihrem Leben zurechtkommen müssen. Am Ende geht es darum zu fragen, wie eine Gesellschaft beschaffen sein muss, damit ein gutes Leben nicht nur ein Fantasiegebilde bleibt. Wie erleben wir in Kassel, in den westlichen Ländern oder in dem ärmsten EU-Land Bulgarien wirtschaftliche Krisen? Wie gehen wir damit um?

Über ökonomische Brüche und ihre sozialen und individuellen Folgen diskutieren Dr. Michael Lacher, Wirtschaftswissenschaftler und Autor von „Arbeit und Industrie in Kassel: Zur Industrie- und Sozialgeschichte von 1914 bis heute“, Diana Ivanova, Journalistin aus Bulgarien, und Professor Dr. Berthold Vogel, geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts, des SOFI, in Göttingen. Moderiert wird die Diskussion von Wolfram Bremeier.

StreitZeit ist eine Kooperation mit dem Kulturnetz Kassel und gefördert von der Gerhard-Fieseler-Stiftung. Initiatoren sind Wolfram Bremeier und Ernst-Dieter Lantermann.

Beginn ist um 19:30 Uhr im Opernfoyer. Karten für 6,50 Euro sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Michael Lacher lebt in Kassel, hat in Kassel Wirtschaft studiert, war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der hiesigen Universität und am Forschungsinstitut für Arbeiterbildung an der Uni Bochum, schließlich mehrere Jahre im Mittelmanagement von VW in Kassel und Wolfsburg beschäftigt. Lacher hat kürzlich ein umfangreiches Buch zur Industrie- und Sozialgeschichte Kassels in der Zeit von 1914 bis heute veröffentlicht (Arbeit und Industrie in Kassel, Schüren-Verlag, 2018). In diesem Werk werden die zahlreichen Brüche und schleichenden Veränderungen im wirtschaftlichen und sozialen Leben unserer Stadt penibel dargestellt. Aber die Statistiken sind Abstraktionen vom wirklichen Leben, nach dem wir fragen wollen.

Diana Ivanova ist eine bulgarische Journalistin, Autorin, Dokumentarfilmerin und Kulturmanagerin. Ihr Interesse gilt dem interkulturellen Dialog zwischen den Menschen Bulgariens und anderer Länder, vor allem Deutschland. Sie lebt in Sofia und Bonn. Als Bulgarin kommt sie aus dem – statistisch gesehen – ärmsten Land der Europäischen Union. Ein Land, das sich nach 500 Jahren Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überhaupt erst zum Nationalstaat entwickelt und sich befreit hat. Und sie kommt aus einem Land, das erst nach dem 2. Weltkrieg in der Zeit des Kommunismus forciert industrialisiert und schon nach der Wende wieder de-industrialisiert wurde.

Professor Berthold Vogel ist geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts, des SOFI, in Göttingen. Er hat sich an der Universität Kassel habilitiert, unterrichtet in Kassel sowie in Sankt Gallen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Soziologie staatlicher Ordnung, die Analyse öffentlicher Güter, die Diagnostik der vielfältigen Welt der Erwerbsarbeit


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